Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Beständeübersicht der Abteilung „Städtisches Archiv bis 1868 “

1.1. Recht und Verfassung

1.1.1. Privilegien und Verträge

Bestandsname: Privilegien
Laufzeit: 1219-1805
Bestandsumfang und -inhalt: 532 Nummern, 14 Rm. Anhand der Privilegien und Vidimus, deren Inhalte sich auf Gewährung kaiserlicher und königlicher Begnadigungen, Immunitäten, Freiheiten, Regalien, Rechte und Gerechtigkeiten etc. beziehen, läßt sich Frankfurt in der politischen Stellung im Reich und die innere Verfassung der Reichsstadt seit dem Mittelalter betrachten.
Findmittel: Die Privilegien sind im Repertorium 126: Inventare 3 S. III, V-IX von Grotefend beschrieben und auf S. 1-39 mit den Nummern 1 bis 382 (1219-1499) als ersten Teil verzeichnet worden. Der zweite Teil von Nummer 383 bis 532 (1500-1805) ist in der alten Beständeübersicht von Jung S. 1-22 aufgeführt.

Bestandsname: Privilegien Ugb
Laufzeit: 13.-19.Jh.
Bestandsumfang und -inhalt: 159 Nummern, 2 Rm. Die im Ugb.-Rep. unter A 78-82 als „Privilegien“ registrierten Akten und auch einzelnen Urkunden sind zum größten Teil Privilegienbestätigungen, Transsumpte, Vidimus und Abschriften einzelner Privilegien
Findmittel: Die Privilegien Ugb sind im Rep. 7 Ugb A 78-82 verzeichnet und zudem in die Inventare 3 S. 1-39 und in die Beständeübersicht von Jung S. 1-22 chronologisch eingereiht. 1984 revidiert und teilweise verfilmt.

Bestandsname: Verträge der Freien Stadt Frankfurt am Main und andere hervorragende Urkunden
Laufzeit: 1814-1866
Bestandsumfang und -inhalt: 437 Nummern, 7,25 Rm. In diesem Bestand befinden sich neben Staatsverträgen auch wichtige und denkwürdige Urkunden. Überwiegend handelt es sich aber um Handelsverträge, verkehrstechnische und militärische Vereinbarungen mit auswärtigen Staaten; zum kleineren Teil sind auch innerstaatliche Verträge zu Besitzungen, Stiftungen, Konzessionierungen, Statutengenehmigungen etc. beinhaltet.
Findmittel: Rep. 332. Revidiert 1985. 

1.1.2. Gesetze und Edikte

Die Gesetze und Verordnungen, die der Rat von 1329 bis 1806 erlassen hat, sind chronologisch in den Repertorien 882 und 883 verzeichnet und durch einen Sachindex erschlossen. Hierfür wurden u.a. auch die Bestände Gesetzbücher, Edikte, Ratsverordnungen und Geschriebene Rollen und Ordnungen ausgewertet.

Bestandsname: Gesetzbücher
Laufzeit: 1352-1805
Bestandsumfang und -inhalt: Ca. 50 Bücher, 3,25 Rm. Gesetze I (1372-1373) fällt aus der Reihe der Gesetzbücher heraus und ist der Form nach eher ein Kopialbuch mit verschiedenen inhaltlichen Bestandteilen: tlw. kurze Aufzeichnungen über Ereignisse, Verhältnisse der Stadt zu den auswärtigen Rittern, ein kleiner Teil Ratsverordnungen etc. Die übrigen Bücher beinhalten jedoch die Gesetze der Reichsstadt, auch Gerichtsordnungen, Verfassungsreformation 16. Jh. und Verordnungen fremder Städte.
Findmittel: Die Verzeichnung der einzelnen Bände ist der Beständeübersicht von Jung S. 23-26 zu entnehmen. Die 1984 vorgenommene Bestandsrevision ist im Rep. 627 dokumentiert. 1372-1373 auf Fiches.
Bemerkung: Wolf, Armin: Die Gesetze der Stadt Frankfurt am Main im Mittelalter, 1969

Bestandsname: Edikte
Laufzeit: ca. 1300-1812
Bestandsumfang und -inhalt: 74 Bände, 4 Rm. Dieser Pertinenzbestand beinhaltet Sammlungen verschiedener Herkunft von Rats- und Ämterverordnungen, Bekanntmachungen, Ordnungen, Tarife für einzelne Verwaltungszweige, Dienstanweisungen, fürstlich primatische Reskripte etc. Die Edikte unterscheiden sich von den Rollen und Verordnungen lediglich durch die Form; die Reihe der Edikte besteht aus gebundenen Foliobänden, während die Rollen sich aus einzelnen Heften kleineren Umfangs und einzelnen Blättern zusammensetzen.
Findmittel: Verzeichnet ist der Bestand in der Beständeübersicht Jung S. 26-29. Die Jahre 1532-1663 sind auf Mikrofiches verfilmt.
Bemerkung: Einzelne Bände (alte Signatur 58-78a), die aus dem Besitz von Goethes Vater stammen, teilweise von ihm selbst verfaßt, wurden depositarisch an das Freie Deutsche Hochstift abgegeben.
Vgl. Bestand Rollen und Verordnungen.  

1.1.3. Rollen und Verordnungen

Die Serien Ratsverordnungen und Geschriebene Rollen und Ordnungen sind inhaltlich nicht zu scheiden und deshalb nebeneinander zu benutzen. Rollen der städt. Ämter, Zoll- und Verkehrsstätten, einzelner Handwerker, polizeiliche Ordnung und Bekanntmachungen des Rates und der städt. Ämter. Für die Bearbeitung sollte der Bestand Edikte hinzugezogen werden, da eine eindeutige Trennung nicht vorgenommen werden kann.
Beide Serien sind chronologisch geordnet und durch die Repertorien 882 und 883 erschlossen.

Bestandsname: Ratsverordnungen
Laufzeit: 1500-1902
Findmittel: Kartei, Rep. 882, 883 (bis 1806)

Bestandsname: Geschriebene Rollen und Ordnungen.
Laufzeit: 1329-1806  

1.1.4. Kommission der Dreizehn

Bestandsname: Kommission der Dreizehn
Laufzeit: 1816
Institutionsgeschichte: Die Kommission der Dreizehn war die Institution, mittels der die Frankfurter Bürgerschaft nach der Großherzoglichen Zeit bei der Einrichtung einer Staatsverfassung mitwirkte. Die Kommission setzte sich aus drei Mitgliedern des Rates, drei des Bürgerkollegs und sieben Vertreter der Bürgerschaft zusammen. Dieses als Dreizehner bezeichnete Kollegium nahm die Vorschläge zur Einrichtung der neuen Verfassung aus der Bürgerschaft entgegen und arbeitete den Verfassungsentwurf aus. Die Beschlüsse dieser Kommission wurden als „Konstitutionsergänzungsakte“ von der Bürgerschaft angenommen.
Bestandsumfang und -inhalt: 97 Nummern, 0,25 Rm. Der Bestand umfasst einen Protokollband und 96 Eingaben.
Findmittel: Revidiert 1981

 nach oben

Instituts-Logo Startseite | Aktuelles | Abteilungen | Service | Veranstaltungen | Newsletter | Hilfe, Sitemap | Impressum  © 2000-2007 Institut für Stadtgeschichte