1.3.1. Neuner- und Stadtrechnungsrevisionskolleg
Bestandsname: Neuner- und Stadtrechnungsrevisionskolleg: Akten und Bücher
Laufzeit: 1614-1810
Institutionsgeschichte: Mit dem Bürgervertrag von 1612 wurde ein aus 9 Bürgern bestehendes Kolleg errichtet, das die Aufgabe hatte, die städtische Finanzverwaltung zu kontrollieren.
Bei den alljährlichen Terminen der Stadtrechnungsablage revidierten sie sämtliche Rechnungen und zeigten Unstimmigkeiten beim Rat bzw. in letzter Instanz beim Kaiser an. Zwar besaß das Neunerkolleg weder eine Mitwirkungsrecht in der Gesetzgebung noch in der Verwaltung, wie es sich die Bürgerschaft erhofft hatte, doch bildete es ein Gegengewicht zum Rat. Nach dem Fettmilchaufstand gelang es dem Rat, seine Stellung gegenüber der bürgerlichen Vertretung wieder zu behaupten und die Neuner außer Tätigkeit zu setzen. Erst mit der kaiserlichen Resolution von 1717 nahm es offiziell seine Arbeit wieder auf. Ab 1816 wurden die Neuner als Stadtrevisionskolleg bezeichnet und der Ständigen Bürgerrepräsentation angegliedert.
Bestandsumfang und -inhalt: Akten des 9er Kollegs: 2046 Nummern, 33 Rm; Stadtrechnungskolleg: 616 Nummern, 12 Rm; Bücher des 9er Kollegs: 94 Bände, 2,5 Rm. Aus der Aufgabenerledigung des Neunerkollegs ergibt sich eine Aktenüberlieferung, die sich auf alle Bereiche der Verwaltung erstreckt. Somit bietet dieser Bestand die Möglichkeit der Ersatzüberlieferung für verlorengegangene Ämterregistraturen.
Findmittel: Akten: Rep. 285, 286 (Rep. 286 ist nach Stichworten angelegt. Um die Signaturen zu erhalten, muß das Rep. 285 hinzugezogen werden) ; Bücher: Rep. 630 (Übersicht über Bücher und Rechnungen des Kastenamts über Milde Stiftungen, 1514-1720). Revidiert 1988.
1.3.2. Einundfünfzigerkolleg und Ständige Bürgerrepräsentation
Bestandsname: Einundfünfzigerkolleg: Akten, Bücher und Gegenschreiberbücher
Laufzeit: Akten: 1725-1869, Bücher: 1725-1869, Gegenschreiberbücher: 1717-1871.
Institutionsgeschichte: Durch die kaiserliche Resolution vom 14. März 1732 wurde ein aus 51 Personen bestehendes Kollegium eingerichtet, dessen Mitglieder auf Lebenszeit aus der Bürgerschaft gewählt wurden. Die Aufgabe dieser Bürgervertretung lag in der Beaufsichtigung der finanziellen Angelegenheiten der gesamten städtischen Verwaltung. Dazu wurden die Mitglieder in die Ämter deputiert. Ihnen oblag auch die Ernennung der Gegenschreiber, die als Organe der 51er die Kontrolle der Finanzverwaltung auf den einzelnen Ämtern ausübten, indem sie Gegenbücher parallel zu den entsprechenden, von den Beamten des Rats angelegten Büchern führten. Die Gegenbuchführung begann schon 1717 und blieb auch in freistädtischer Zeit bestehen.
Ab 1816 änderte sich der Name 51er in „Ständige Bürgerrepräsentation“. Die Befugnisse blieben die gleichen und die Zahl der Mitglieder wurde 1817 auf 61 erhöht.
Bestandsumfang und -inhalt: Akten: 4277 Nummern, Gegenschreiberbücher: 4925 Nummern. Inhaltlich umfaßt der Bestand wie die Überlieferung des Neunerkollegs alle städtischen Verwaltungsbereiche und hat ebenso Ersatzfunktionen für verlorengegangene Ämterregistraturen.
Findmittel: Akten: Rep. 171-173, 562, Bücher: Rep. 174, Gegenschreiberbücher: Rep. 174, 685, 756. Revidiert 1986/87.
Bestandsname: Ständige Bürgerrepräsentation: Handakten Samuel Gottlieb FINGER, Senior der ständigen Bürgerrepräsentation
Laufzeit: 1819-1825
Personen- und Institutionsgeschichte: Samuel Gottlieb Finger d. J. (1777-1827) war 1819-1815 Senior der Ständigen Bürgerrepräsentation. Der Senior wurde auf drei Jahre gewählt und hatte den Vorsitz der monatlichen Vollversammlungen der Bürgerrepräsentation
Bestandsumfang und -inhalt: 19 Nummern, 2 Kästen. Handakten, beinhalten u.a. Korrespondenz in seiner Funktion als Senior, Unterlagen über Zahlungsanweisungen, Aufzeichnungen über die Sitzungen und Steuerverhandlungen der 51er.
Findmittel: Rep. 637. Revidiert 1987.
1.3.3. Achtundzwanziger
Bestandsname: Achtundzwanziger
Laufzeit: 1807-1810
Institutionsgeschichte: Dieses Kolleg wurde im Mai 1807 auf Anordnung des Fürsten Primas direkt von der Bürgerschaft - je zwei Repräsentanten aus den 14 Quartieren - gewählt zur Begutachtung von Steuer-, Quartier- und anderen die Bürgerschaft direkt angehenden Vorlagen und Angelegenheiten.
Bestandsumfang und -inhalt: 2 Bücher und zwei Anlagen. Revidiert 1987.
1.3.4. Fünfundsiebziger
Bestandsname: Fünfundsiebziger
Laufzeit: 1819-1866
Institutionsgeschichte: Die 75er wurden gemäß der Konstitutionsergänzungsakte alljährlich direkt von der Bürgerschaft gewählt, um als Wahlmänner die 45 Mitglieder der Gesetzgebenden Versammlung zu ernennen.
Bestandsumfang und -inhalt: 46 Protokollbände, 1 Rm. Revidiert 1987/89.
1.3.5. Gesetzgebende Versammlung
Bestandsname: Gesetzgebende Versammlung: Protokolle und Akten
Laufzeit: 1816-1866
Institutionsgeschichte: Die Gesetzgebende Versammlung bestand aus 85 jährlich zu wählenden Mitgliedern (je 20 aus dem Senat und der Bürgerrepräsentation und 45 Vertreter der Bürgerschaft).
Bestandsumfang und -inhalt: 503 Nummern, 6,6 Rm.
Findmittel: Rep. 169, 170
1.3.6. Verfassungsgebende Versammlung
Bestandsname: Verfassungsgebende Versammlung
Laufzeit: 1848-1849
Institutionsgeschichte: Die Verfassungsgebende Versammlung wurde gemäß des Gesetzes vom 19. Okt. 1848 direkt von der Bürgerschaft gewählt. Sie trat am 6. Nov. 1848 zusammen, löste sich aber am 5. Jan. 1849 wieder auf.
Bestandsumfang und -inhalt: 120 Nummern, 0,75 Rm.
Findmittel: Rep. 586
Bemerkung: Gedruckte Protokolle und Aktenstücke der Verfassungsgebenden Versammlung des Freistaates Frankfurt, 3 Bände, FfM. 1848-49.