Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Beständeübersicht der Abteilung „Städtisches Archiv bis 1868“

1.6. Auswärtige Politik

1.6.1. Auswärtige Politik allgemein

Bestandsname: Kopialbücher
Laufzeit: 1228 - 18. Jh.
Bestandsumfang und -inhalt: 20 Bände, 0,8 Rm. Dieser Bestand ist von Kriegk aus den verschiedensten Archivbeständen zusammengestellt worden. Es handelt sich um Abschriften von Urkunden und wichtigen Schriftstücken, die bei der Verwaltungstätigkeit häufiger im Gebrauch standen und - in Buchform vereinigt - als „Nachschlagwerk“ dienten. Allerdings trifft die Bezeichnung „Kopialbücher“ nicht für alle Stücke zu. Einige Bände enthalten Originalaufzeichnungen. Zur Abschrift kamen zumeist Privilegien, Urkunden über die Verhältnisse zwischen Stadt, Geistlichkeit und Juden, Abschriften der Korrespondenz mit den damaligen Städtebünden und den umliegenden Grafen und Reichsständen, Rachtungen, Aufzeichnungen über Fehden und Landfrieden etc.
Findmittel: Übersicht über den Inhalt der einzelnen Bände und Verzeichnung (1228-1499) in Rep. 126 (Inventare 3) S. XI-XX und S. 146-211 (auf Fiches). Revidiert 1987.

Bestandsname: Reichssachen I
Laufzeit: 1330-1499
Bestandsumfang und -inhalt: 6394 Nummern, 39,5 Rm. Mischbestand - zusammengestellt von Kriegk durch Zerreißung älterer, in sich geordneter Registraturen - über die Beziehungen der Stadt zum Reich und zu auswärtigen Reichsständen (auch Unterlagen fremder Reichsstände untereinander).
Findmittel: Rep. 124 (Inventare 1) S. VII und S. 1-322, Rep. 644.

Bestandsname: Reichssachen-Nachträge
Laufzeit: 1330-1499
Bestandsumfang und -inhalt: 2875 Nummern, 16,5 Rm. Nachträge zu den Reichssachen I. In diesen Nachträgen sind u.a. Unterlagen zur Erhebung des Gemeinen Pfennigs 1495-1499, zum Zoll zu Mainz und Reichskammergericht gegen Claus Bauare von Colmar.
Findmittel: Verzeichnung Rep. 125 (Inventare 2) S. 138-280, Rep. 652 (auf Fiches). Revidiert 1988.

Bestandsname: Reichssachen-Urkunden
Laufzeit: 1170-1634
Bestandsumfang und -inhalt: 443 Nummern, 3 Rm. Bei der Bildung des Mischbestandes Reichssachen wurden für Siegelurkunden größeren Formats ein eigener Teilbestand errichtet. Inhaltlich umfassen die Urkunden wie bei den Reichssachen I die Beziehungen der Stadt zum Reich und zu auswärtigen Reichsständen.
Findmittel: Bis 1499 verzeichnet in Rep. 125 (Inventare 2) S. 1-21. Revidiert 1990

Bestandsname: Reichssachen II
Laufzeit: 1500-1789
Bestandsumfang und -inhalt: 2.092 Nummern, 33,5 Rm. Die unter dem Namen Reichssachen II vereinigten Bestände bestehen u.a. aus Akten, die früher in den Laden Mgb. B vereinigt waren und aus Verhandlungen mit Reichsstädten und anderen Städten des In- und Auslandes hervorgegangen sind. Des weiteren sind hier Akten aus den Kriegszeiten des 17. Jh. beinhaltet, die nicht in den Mischbestand Krieg und Frieden aufgenommen wurden.
Findmittel: Rep. 129 (1500-1555), 130 (1556-1806), chronologische Einzelverzeichnung. Revidiert 1989.
Bemerkungen: Ergänzende Bestände: Krieg und Frieden, Nachbarliche Beziehungen zu den Reichsstädten der Umgebung, Oberrheinischer Kreis.

Bestandsname: Reichssachen III
Laufzeit: 1500-1806
Bestandsumfang und -inhalt: 1.047 Nummern, 4 Rm. Dieser Teilbestand umfasst die ehemals in den Laden Mgb. A aufbewahrten Akten über die Beziehungen der Stadt zu einzelnen Reichsständen (mit Ausnahme der Stände Mainz, Hessen, Hanau, Isenburg, Solms, die in einem eigenen Mischbestand untergebracht sind) und auswärtigen Staaten.
Findmittel: Rep. 131 (Übersicht und Konkordanz zwischen Mgb.- und Kriegk’schen Signaturen) Rep. 132, 133 (Verzeichnung nach den Einzelstaaten) Rep. 134 (chronologische Verzeichnung). Revidiert 1982.
Bemerkungen: Ergänzende Bestände: Krieg und Frieden, Nachbarliche Beziehungen zu den Reichsstädten der Umgebung, Oberrheinischer Kreis.

Bestandsname: Reichstagsakten
Laufzeit: 1397-1806
Institutionsgeschichte: Anmerkung: Zwischen 1614 und 1639 fanden keine Reichstage statt.
Bestandsumfang und -inhalt: Insgesamt 526 Nummern, 52,5 Rm. Der erste Teil von 1397-1499 umfasst überwiegend Korrespondenz zwischen Kaiser und Reichsständen und den Reichsständen untereinander über Festsetzung und Beschickung von Reichstagen, über Geleitschutz der Abgesandten, tlw. Nachrichten über einzelne Verhandlungspunkte. Seit der Einrichtung des Immerwährenden Reichstags in Regensburg ab 1663 beinhaltet der Bestand neben der Korrespondenz mit anderen Städten, Berichte der Gesandten, Entwürfe von Erlassen, Protokolle, Aktenabschriften und Drucksachen aus den Verhandlungen etc..
Findmittel: Beschreibung und Verzeichnung der Nummern 1-18, 1397-1499 in Rep. 121 (Inventare 3) S. XXIII und S. 243-300. Bände 19-120 (1500-1654) s. Jung S. 56 f. Für die Bände 19-96 (1500-1630) existiert ein ca. 1648 entstandenes Register = Rep. 121. Für die Jahre 1640-1806 ist das Rep. 122 hinzuzuziehen.

Bestandsname: Kaiserschreiben
Laufzeit: 1320-1640
Bestandsumfang und -inhalt: 2.400 Nummern, 11 Rm. Die ursprünglich in 19 Foliobände zusammengefassten 2.400 Nummern wurden einzeln gelegt. Es handelt sich überwiegend um Korrespondenz zwischen Kaisern und Stadt, welche die äußeren Verhältnisse der Stadt betreffen, ähnlich den Reichssachen, jedoch mit dem Unterschied, dass die Kaiserschreiben fast ganz der hohen Politik, dem Verhältnis der Stadt zu Kaiser und Reich entstammen.
Findmittel: Beschreibung und Verzeichnung der Nr. 1-1326 (1320-1499) in Rep. 126 (Inventare 3) S. IX-XI und S. 40-145, Verzeichnung der Nr. 1328-2400 (1500-1639) in Rep. 123; Rep. 638 = Konkordanz und Revisionsbericht. Revidiert 1987, teilweise verfilmt.

Bestandsname: Rachtungen, Urfehden, Verbund- und Verzichtbriefe
Laufzeit: 1328-1602
Bestandsumfang und -inhalt: 2.322 Nummern, 15,5 Rm. Unter dem Titel „Rachtungen“ sind Urfehden, Verbund- und Verzichtbriefe zusammengefasst. Häufig sind es Ausgangspunkte oder Abschlüsse der Korrespondenz der Reichssachen, seit dem beginnenden 16. Jh. überwiegend nur Verzichtbriefe von gefangengenommenen Straftätern, die man zur Entlastung der Justiz freiließ, nachdem sie Verzicht auf weiteren Aufenthalt in der Stadt und auf Rache gegen dieselbe geschworen hatten.
Findmittel: Verzeichnung (1328-1499) in Rep. 125 (Inventare 2) S. 22-110, Verzeichnung (1500-1585) in Rep. 137. Revidiert 1982.

Bestandsname: Acht und Aberacht
Laufzeit: 1365-1524
Bestandsumfang und -inhalt: 114 Nummern, 1,25 Rm. Mitteilungen und Bestätigungen von Achts- und Aberachtserklärungen bzw. von Lossprechungen. In Rep. 127 wurden nur die Hauptstücke, d.h. Achtserklärung und -aufhebung verzeichnet. Die dazugehörige Korrespondenz, die meist die Arrestierung oder Kümmerung der Güter der Ächter oder Aberächter beinhaltet, ist nur summarisch mit Angabe der betr. Jahre angeführt.
Findmittel: Rep. 127 (Inventare 4) S. 72-85. Revidiert 1991.

Bestandsname: Reichssteuer
Laufzeit: 1336-1791
Bestandsumfang und -inhalt: 1.501 Nummern, 10,75 Rm. Quittungen (chronologisch geordnet) der Kaiser, Könige und Pfandinhaber über die Entrichtung der Reichssteuer und Korrespondenzen hierzu. Der Bestand umfasst neben wenigen Akten fast ausschließlich Urkunden.
Findmittel: Rep. 6: Ugb A 47, 50. Revidiert 1991.

Bestandsname: Friedberger Reichssteuer/Pfandschaft auf Friedberg
Laufzeit: 1349-1647
Institutionsgeschichte: 1349 versetzte Karl IV an Günther v. Schwarzburg und die Grafen v. Hohenstein u.a. die Steuer der Stadt Friedberg. 1436 kaufte Frankfurt zur einen, Kurmainz und Eppstein zur anderen Hälfte den bisherigen Pfandinhabern ihre Rechte auf die Friedberger Stadtsteuer ab, wofür Friedberg jährlich von seiner Steuer 200 Gulden an Frankfurt zu zahlen hatte. Die Anteile von Mainz etc. brachte die Burg Friedberg 1455, 1464, 1535 käuflich an sich, so dass bis zum Ende der reichsstädtischer Zeit Friedberg je 200 Gulden an die dortige Burg und an Frankfurt zu zahlen hatte.
Bestandsumfang und -inhalt: 120 Nummern, 1,25 Rm. Urkunden, Korrespondenz.
Findmittel: Teilweise verzeichnet (18./19. Jh.) in Rep. 6 Ugb. A 40, 42.

Bestandsname: Bürgschaften für Friedberg und Mainz
Laufzeit: Friedberg 1439-1465, Mainz 1438-1451
Bestandsumfang und -inhalt: Friedberg: 80 Nummern 0,5 Rm; Mainz: 24 Nummern, 0,5 Rm. Im Bestand enthalten sind Akten, Schuldbriefe, Notizen und Quittungen über erfolgte Rückzahlungen und Korrespondenzen über die Bürgschaften, welche die Stadt für Anleihen der Städte Mainz und Friedberg bei Frankfurter Bürgern übernommen hatte.
Findmittel: Bürgschaften für Friedberg Rep. 663. Revidiert 1991; Bürgschaften für Mainz unverzeichnet und nicht revidiert.

Bestandsname: Frankensteinische Lehenurkunden
Laufzeit: 1251-1812
Institutions- und Personengeschichte: Über die eheliche Verbindung zwischen Johann von Frankenstein und Irmel von Cleen kam die Familie 1522 durch kaiserliche Belehnung in den Besitz des ab dieser Zeit nach der reichsunmittelbaren Adelsfamilie benannten Frankensteiner Hofs in Sachsenhausen. Zuvor gehörte der Hof im 13. Jh. den Rittern von Sachsenhausen und im 15. Jh. den aus Oberhessen stammenden Rittern von Cleen. Erst 1831 erwarb die Stadt im Zusammenhang mit der Aufhebung des Lehenswesens die Frankensteinischen Besitzungen. Die Familie selbst zog sich auf ihren Besitz im mittelfränkischen Ullstadt zurück. Auf diesem Besitz wohnt die Familie noch heute und unterhält dort ein Familienarchiv.
Bestandsumfang und -inhalt: 143 Nummern, 2 Rm. Der Bestand enthält eine größere Anzahl von Kaiser- und Königsurkunden, einige Amtsbücher und Akten. Er bieten einen guten Einblick in die Rechts- und Wirtschaftsgeschichte der Frankfurter Beziehungen einer reichsunmittelbaren Adelsfamilie und spiegelt das spannungsreiche Verhältnis zwischen Reichsstadt und einer nicht ihrer Jurisdiktion unterstehenden Familie wieder.
Findmittel: Rep. 656. Gedruckt: Fischer, Roman: Frankensteinische Lehenurkunden 1251-1812, FfM. 1992. [Mit Ersatzdokumentation verlorener Archivalien.]
Bemerkungen: Bestand Prozeßdruckschriften 55: Frankenstein contra Frankfurt.
Euler: Die Herren von Sachsenhausen und Praunheim. - Weissgerber, Wolfgang: die Herren von Frankenstein und ihre Frauen, Darmstadt 1975. 

1.6.2. Beziehungen zu auswärtigen Gerichten

Bestandsname: Kaiserliches und königliches Hofgericht
Laufzeit: 1361-1499
Institutionsgeschichte: Seit dem Mainzer Landfrieden 1235 gab es im Reich einen ständigen Hofrichter und seit dem 13. Jh. in allen Territorien Hofgerichtsräte. Nachdem die letzte Sitzung des königlichen Hofgerichts stattfand übernahm das kaiserliche Kammergericht seine Funktion, zunächst unter dem persönlichen Vorsitz des Königs. 1495 löste das Reichskammergericht das königliche Kammergericht ab.
Bestandsumfang und -inhalt: 27 Nummern. 0,25 Rm. Überwiegend Schreiben wegen Klagsachen vor dem Hofgericht: Ladungen, Zurückverweisungen an das Frankfurter Gericht, Erteilung von Vollmachten zur Vertretung der Stadt bei Klagsachen etc.
Findmittel: Rep. 677

Bestandsname: Reichskammergericht: Prozeßakten
Laufzeit: 1495-1806
Bestandsumfang und -inhalt: 1.634 Prozesse in 2.630 Akten, 24 Rm. Kammergerichtsakten über die bei demselben geführten Prozesse der Stadt oder deren Bürger, aus dem Archiv des Reichskammergerichts abgegeben
Findmittel: Rep. 266 (alphabetisches Verzeichnis der Kläger), Rep. 267 alphabetisches Verzeichnis der Beklagten). Inventar der Akten des Reichskammergerichts 1495-1806, Frankfurter Bestand (in der Dienstbibliothek des Instituts für Stadtgeschichte).
Bemerkungen: Kaltwasser, Inge: Inventar der Akten des Reichskammergerichts 1495-1806, Frankfurter Bestand. Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission, Bd. 21, Frankfurt am Main, 2000.

Bestandsname: Hofgericht Rottweil
Laufzeit: 1361-1655
Institutionsgeschichte: Die erste urkundliche Erwähnung des Hofgerichts geht auf das Jahr 1299 zurück. Es unterstand unmittelbar dem König, der es durch beamtete Hofrichter verwalten ließ. Nach der Hofgerichtsordnung aus dem 15. Jh. reichte der Gerichtsbezirk sehr weit. Elsaß, Pfalz, Rheinfranken bis nach Köln, Frankfurt und große Teile Ostfrankens bis nach Thüringen gehörten zum Sprengel.
Bestandsumfang und -inhalt: 1 Rm.
Bemerkungen: Da viele Sachen, die vor die Veme kamen, auch dem Rottweiler Hofgericht vorlagen und umgekehrt, empfiehlt es sich beide Bestände zu benutzen. Auch in den Beständen Reichssachen I und Reichssachen Nahträge finden sich einzelnen Schriftstücke zum Rottweiler Hofgericht.
Grube, Karl: Die Verfassung des Rottweiler Hofgerichts, Stuttgart 1969. Glitsch, Heinrich/Müller, Karl Otto: Die alte Ordnung des Hofgerichts zu Rottweil (um 1435), Weimar 1921.

Bestandsname: Freigericht Kaichen
Laufzeit: 1382-1669
Institutionsgeschichte: Im Süden der Wetterau wirkte das 1293 erstmals erwähnte Freigericht Kaichen. Das Gericht bestand aus 12 Schöffen (Lehnsherren und Bauern gleichermaßen), die mit einem jährlich neu gewählten „Obergrefen“ das urteilsfindende Gericht darstellten, das nur dem König unterstand. Etwa 16 Dörfer gehörten zum Gericht. In diesen Dörfern gab es Ortsgerichte, die die niedere Gerichtsbarkeit innehatten. Das Kaicher Gericht war der Oberhof für diese Dorfgerichte. Im 15 Jahrhundert geriet das Gericht immer mehr in Abhängigkeit der Friedberger Burgmannen, bis diese das Freigericht Kaichen 1534 endgültig in ihr Territorium eingliederten.
Bestandsumfang und -inhalt: 71 Nummern, 0,5 Rm. Der Bestand besteht aus Urkunden, Akten und Kopialbüchern und bezieht sich inhaltlich überwiegend auf Korrespondenz zwischen dem Rat der Stadt Frankfurt, dem Obergrefen und den Friedberger Burgmannen über Streitfälle derselben untereinander, mit Frankfurter Bürgern und den Dörfern des Gerichts.
Findmittel: Rep. 140 Revidiert 1985
Bemerkung: Thudichum, Friedrich: Geschichte des freien Gerichts Kaichen in der Wetterau, Gießen 1858

Bestandsname: Maigericht Langen und Wildbann in der Dreieich
Laufzeit: 1338-1598
Institutionsgeschichte: Der Wildbann Dreieich lag dem Weistum von 1338 zufolge zum größten Teil auf dem linken Mainufer, wo er bis über Darmstadt hinausreichte; auf dem rechten folgte die Grenze der Nidda bis Bonames und zog dann bis Aschaffenburg hin. Über das Gebiet verstreut lagen Anwesen, darunter 36 königliche Wildhuben, deren Inhaber (Hübner, die Wild und Wald pflegten) belehnt wurden und ihre Liegenschaft vererben durften.
Dieser gewaltige Königsforst unterstand einem besonderen Vogt, der die Jagd und das Gericht des Königs zu hegen hatte. Das Gericht oder Maigeding wurde jährlich in Langen im Mai gehalten. Unter dem Vorsitz des Schultheißen von Frankfurt und des Vogts saßen die Hübner als Schöffen zu Gericht.
Bestandsumfang und -inhalt: 1 Kasten. Wildbannbuch mit Register und eine Anzahl nicht verzeichneter, sondern nur chronologisch geordneter Stücke.
Findmittel: Rep. 7: Ugb A 62
Bemerkung: Scharff, Friedrich: Das Recht in der Dreieich, Frankfurt. 1868.

Bestandsname: Weltliches Gericht in Mainz
Laufzeit: 1423-1536
Bestandsumfang und -inhalt: 32 Nummern, 0,25 Rm. Urkunden und Schreiben unterschiedlicher Streitfälle
Findmittel: Rep. 20: Ugb E 77

Bestandsname: Feme, Feme-Nachträge, EHRMANNsche Vemesachen
Laufzeit: 1387-1535
Institutionsgeschichte: Die in Westfalen verbreiteten Femegerichte (auch Freigerichte, heimliche Gerichte genannt) waren Königsbanngerichte, d.h. die Stuhlherren suchten beim Herrscher direkt um die Bannleihe nach. Die Gerichtsbarkeit unter Königsbann bezog sich in ihrer Zuständigkeit auf die Verurteilung von femerügigen Straftaten in einem weiten Gerichtsbezirk, sofern die regional zuständigen Gerichte sich dem Kläger versagten. Die Strafbestimmung bei der Feme zeichnete sich durch Einfachheit und Unmißverständlichkeit aus: Der des schweren Rechtsbruchs Überführte wurde „verfehmt“, d.h., des Todes durch den Strang für schuldig befunden. Die Rechtsfindung beruhte auf alten Rechtssatzungen (z.B. Sachsenspiegel) und die Verhandlungen über schwere Kriminalfälle fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der „heimlichen Acht“ statt.
Bestandsumfang und -inhalt: Veme 1 Rm. Veme-Nachträge 4 Kästen, Ehrmannsche Vemesachen 2 Kästen (1896 vom Stadtarchiv Straßburg käuflich erworben. Der Bestand enthält Schriftverkehr zwischen westfälischen Freigrafen und Stuhlherren und der Stadt, Vollmachtschreiben für Gerichtsverhandlungen, Gesandteninstruktionen, Botenberichte etc.
Findmittel: Rep. 139
Bemerkungen: Der Frankfurter Mediziner Johann Christian Ehrmann (1749-1827) war ein Archivaliensammler, dessen Goethe in seiner „Reise an Rhein, Main und Neckar“ gedenkt. Da viele Sachen, die vor die Veme kamen, auch dem Rottweiler Hofgericht vorlagen und umgekehrt, empfiehlt es sich beide Bestände zu benutzen.
Gimbel, Richard: die Reichsstadt Frankfurt am Main unter dem Einfluss der Westfälischen Gerichtsbarkeit (Feme), Frankfurt. 1990 (S. 252 Konkordanz der drei Femegerichtsbestände). - Usener, F. Ph.: Die Frei- und heimlichen Gerichte Westphalens, Frankfurt. 1832. 

1.6.3. Krieg und Frieden

In dieser Abteilung laufen Archivalien diverser Bestände zusammen . Neben den hier angeführten Akten sollten stets die gleichzeitigen Reichssachen hinzugezogen werden. Für die Zeit der Revolutions- und Befreiungskriege treten die geheimen Deputationsakten der Jahre 1792 ff. und die Kriegszeugamtsakten ergänzend hinzu.

Bestandsname: Kriegswesen 17. Jh.
Bestandsumfang und -inhalt: 54 Nummern 1,25 Rm. Bestandsrest mit Akten zu Einquartierungen, Durchzug fremder Truppen, Kriegswerbung und Rekrutierung, Personalangelegenheiten (Empfehlungsschreiben und Bewerbungen), Oberrheinischen Kreistruppe, Frankfurter Garnison u.s.w.
Findmittel: Rep. 144, Rep. 18 Ugb. E. Revidiert 1989.

Bestandsname: Siebenjähriger Krieg 1756-1763
Bestandsumfang und -inhalt: 10 Bände, 0,66 Rm.
Findmittel: Revidiert 1989.

Bestandsname: Revolutions- und Befreiungskriege 1789-1799
Bestandsumfang und -inhalt: 174 Nummern, 4 Rm. Bestandsrest mit Akten über politische und militärische Verhandlungen in dieser Zeit.
Findmittel: Rep. 143. 

1.6.4. Requisitionen und Vorschreiben

Bestandsname: Requisitionen und Vorschreiben
Laufzeit: 1500-1802
Bestandsumfang und -inhalt: 1,548 Nummern, 4,25 Rm. Kurze Schreiben von diversen Reichsständen und Behörden an Frankfurt, meist ohne Aktenfolge, enthalten Gesuche um Arrestationen, Konfrontationen, Zeugenverhöre, Anfragen und Auskunftsbegehren aller Art.
Findmittel: Rep. 356. Revidiert 1988.
Bemerkungen: Die Requisitionen vor 1500 befinden sich in den Beständen Reichssachen und Reichssachen Nachträge. Weitere zu berücksichtigende Bestände: Ratssupplikationen und Varia. 

1.6.5. Verhältnis zum Oberrheinischen Kreis

Die Reichskreise waren das Ergebnis des Versuchs einer Reichsreformbewegung gegen Ende des 15. Jh., die Reichsstände zu Körperschaften zusammenzufassen. 1500 erfolgte die Einrichtung der ersten sechs Kreise (später 10), unter denen sich der Oberrheinische Kreis befand, dem die Reichsstadt Frankfurt angehörte. Zu den Aufgaben der Kreise gehörten die Rekrutierung für das Reichsregiment, Beitreibung der Reichssteuern, Gestellung der Reichshilfe gegen auswärtige Gefahren durch Geldzahlungen oder Truppenaushebung, Polizeifunktionen bei der Abwehr von Landfriedensbrüchen, Aufsicht über das Münzwesen (Überprüfung der Prägungen der münzberechtigten Stände nach der Münzprobationsordnung). Mit diesen Aufgaben wurden den Kreiskörperschaften reichsverfassungsrechtliche Funktionen übertragen, womit den Schwächen der derzeit im Reich bestehenden Kleinstaatenwelt ein Ausgleich geschaffen werden sollte.

Bestandsname: Oberrheinischer Kreis
Laufzeit: 1541-1813
Bestandsumfang und -inhalt: Nach einer Neuverzeichnung werden hier alle Akten, Bücher und Drucksachen der Stadt im Verhältnis zum Oberrheinischen Kreis zusammengefasst, die zuvor verschiedene Bestände gebildet hatten: die Akten des Rats einschließlich der Münzprobationsakten, die Protokolle mit Anlagen (Kreisdictata) und der Nachlass des Vertreters von Pfalz-Zweibrücken; Leiningen-Westerburg und Stolberg-Gedern im Kreiskonvent, Dr. Johann Benjamin Lehnemann (1719-1781).
Findmittel: Rep.930

1.6.6. Nachbarliche Beziehungen zu den Reichsständen der Umgebung

Bestandsname: Nachbarliche Beziehungen zu den Reichsständen der Umgebung: Hanau, Hessen, Isenburg, Mainz, Solms
Bestandsumfang und -inhalt: 1.417 Nummern, 17,25 Rm. Dieser Bestand enthält zumeist nachbarliche Streitigkeiten und Hoheitssachen ohne größere politische Bedeutung und Folgen. Was vor 1500 liegt, ist von Kriegk den Reichssachen zugewiesen worden und auch darin verblieben. Die Akten nach 1500 sind von Grotefend wieder den althergebrachten Abteilungen Hanau, Hessen etc. zugeführt worden.
Hanau (1536-1788): u.a. Grenze, Zoll, Geleit, Mainschiffahrt, Güter des Heiliggeistspitals, Vilbeler, Friedberger und Preungesheimer Straßen, Hanauer und Frankfurter Privilegien, Schulden der Frankfurter Juden im Hanauischen, Hessen-Haunauische Erbfolge.
Hessen (1561-1668): u.a. Hoheitssachen, Gefangenen-Lieferung, Arreste, Kontributionen von Gütern der Frankfurter Bürger im Hessischen, Gratulationen der Stadt zu Familienereignissen im hessischen Hause, Geschenke der hessischen Landgrafen an die Stadt.
Isenburg (1500-1770): u.a. Hoheitsstreitigkeiten, Arreste von Frankfurter Bürgern, Wildbann, Schaaftrieb und Fischerei in der Dreieich, Offenbacher Marktschiff.
Mainz (1572-1793): u.a. Hoheitssachen, Gefangenenauslieferung, Marktschiff, Jurisdiktion auf dem Main, Holz-, Diel- und Reifhandel, Ungeld, Judenbede, kaiserliches Protectorium speciale gegen Mainzer Übergriffe.
Solms-Rödelheim (ca. 1500-1802)
Findmittel: Rep. 147. 

1.6.7. Räte und Residenten

Bestandsname: Räte und Residenten
Laufzeit: 1652-1806
Bestandsumfang und -inhalt: 10 Bände, 1,5 Rm. Akten über die Beglaubigung von Räten, Residenten, Agenten, Konsuln, Hoffaktoren der Reichsstände und auswärtigen Mächten und andere, deren Vertreter betr. Angelegenheiten, ferner über die dem Rat überreichten Adelsdiplome und Standeserhöhungs-Patente. Verzeichnis der Gesandtschaften der Stadt Frankfurt in Paris, 1791-1806.
Findmittel: Rep. 141, 552 Revidiert 1989. 

1.6.8. Dedikationen und Invitationen

Bestandsname: Dedikationen und Invitationen
Laufzeit: 1595-1779
Bestandsumfang und -inhalt: 13 Faszikel, 0,33 Rm. Widmungen von Schriften und anderen geistigen Erzeugnissen an den Rat sowie tlw. Einladungen desselben zu Hochzeiten und Gevatterschaften.
Findmittel: Rep. 443. Revidiert 1989 (1650-1679 verfilmt).
Bemerkungen: Gratulations- und Kondolenzbücher, Höflichkeitsbezeigungen der Stadt gegenüber den Mitgliedern der hessischen Familie sind im Ugb Rep. 19 unter E 67 E und R verzeichnet und stehen bei den Akten über die Beziehungen zu Hessen. 

1.6.9. Gratulations- und Kondolenzschreiben

Bestandsname: Gratulations- und Kondolenzschreiben
Laufzeit: 1652-1805
Bestandsumfang und -inhalt: 6 Bände, 0,66 Rm. Neben Gratulationen und Kondolenzen befinden sich auch vielfach Akten über die Begrüßung von Fürstlichkeiten und deren Vertretern bei der Durchreise.
Findmittel: Rep. 14: Ugb D 13.
Bemerkungen: Vgl. Bestände: Zeremonialbücher; Einladungen und Dedikationen. 

1.6.10. Zeremonialbücher

Bestandsname: Zeremonialbücher
Laufzeit: 1728-1789
Bestandsumfang und -inhalt: 3 Bände, 0,33 Rm. Auszüge aus den Protokollen des Rates und der Schöffen über Begrüßungen fürstlicher Personen und Gesandten bei deren Ankunft in Frankfurt und über die zu deren Ehren getroffenen Veranstaltungen.
Findmittel: Bände enthalten Register.
Bemerkungen: Gratulations- und Kondolenzbücher.

 nach oben

Instituts-Logo Startseite | Aktuelles | Abteilungen | Service | Veranstaltungen | Newsletter | Hilfe, Sitemap | Impressum  © 2000-2008 Institut für Stadtgeschichte