Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Beständeübersicht der Abteilung „Städtisches Archiv bis 1868“

1.8. Verwaltung des städtischen Grundbesitzes

Bestandsname: Kornamt
Laufzeit: 1525-1850
Institutionsgeschichte: Das Frankfurter Kornamt hatte eine Reihe von Zuständigkeitsbereichen: die Verwaltung der Landgüter und der Einkünfte aus den städtischen Dörfern, die Verwaltung und Verpachtung der Mühlen in der Stadt und im Landgebiet und die Beschaffung und Verteilung von Getreide und Mehl. Die Korn- und Mehlrechnungen erstreckten sich auch auf Hülsenfrüchte. In fürstprimatischer Zeit wurde das Kornamt 1807 mit dem für das Landgebiet zuständigen Landamt und dem Ackergericht vereinigt, diese Vereinigung aber zu Beginn der freistädtischen Zeit wieder aufgehoben. Das Kornamt hieß jetzt Landrentamt. Schon 1825 wurde es mit dem Administrationsamt der geistlichen Güter zur Stadtkämmerei vereinigt, so dass laufende Akten von der neuen Behörde weiter geführt wurden.
Bestandsumfang und -inhalt: Während von der Überlieferung der Stadtkämmerei nur noch spärliche Reste als Bestand „Stadtkämmerei vor 1926“ (Rep. 920) vorhanden sind, zeigt das Findbuch von Rudolf Jung (Rep. 111) den Umfang und die Bedeutung der weitgehend zugrunde gegangenen Registratur. Die Amtsbücher, die Jung in seiner Beständeübersicht aufführt, haben den Zweiten Weltkrieg überstanden und bilden den jetzigen Bestand. Jung führt keine eigene Aktenüberlieferung auf und verweist auf die Stadtkämmerei, die die Kornamtsakten weitergeführt hat, und die Überlieferungen des Rates und des Senats, von denen die letztere bis auf versprengte Reste zugrunde gegangen ist. Die Akten der großherzoglichen Domäneninspektion des Departements gingen in die Registratur der Stadtkämmerei über und bis auf geringe Reste mit ihr zugrunde.
Hinzu kamen Steinbücher zu einer Reihe von Gemarkungen des Frankfurter Hoheitsgebietes, bei denen der südmainische Bereich nahezu völlig fehlt. Diese Steinbücher sind 1994 von Bernd Seidel in Listenform erfasst worden (Rep. 758). Bei näherer Betrachtung stellen sie eine für die Frankfurter Agrargeschichte wichtige Überlieferung dar, die mit einigen Ansichten wie von der Burg in Bonames, der Friedberger Warte und der Mühle von Hausen angereichert ist. Ebenfalls sehr wertvoll ist eine Serie von wöchentlich erfassten Getreidepreisen der Jahre 1740 bis 1783.
158 Bände, 8 Rm. Bei den Bücher handelt es sich vorwiegend um Protokolle, Rechnungs- und Kassenbücher, Fruchtpreise. Darunter: 51 Bände Steinbücher der Frankfurter Dörfer. Der Aktenbestand ist 1944 verbrannt.
Findmittel: Rep. 921.

Bestandsname: Administrationsamt der Geistlichen Güter
Laufzeit: 1802-1820
Institutionsgeschichte: Nach dem Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 gelangten die innerstädtischen Klöster und Stifte in den Besitz der Stadt. Tatsächlich übernahm die Stadt die geistlichen Besitzungen schon im Spätherbst 1802 und richtete für ihre Verwaltung das Administrationsamt der geistlichen Güter als eigene Behörde ein. Hauptsächlich waren es Besitzungen der Kollegiatstifte St. Bartholomäus, St. Leonhard, Liebfrauen und des wegen der Reformation in der Wetterau Ende des 16. Jahrhunderts in das St. Leonhardsstift verlegten Stiftes von Mockstadt (Moxstadt) sowie der Klöster der Dominikaner, Kapuziner und Karmeliter, nicht jedoch die des Deutschen Ordens, den der Reichsdeputationshauptschluss unangetastet gelassen hatte. Das Administrationsamt übernahm und verwaltete auch die Besitzungen der innerstädtischen geistlichen Institute außerhalb von Frankfurt und ehemaligen geistlichen Besitz von auswärtigen geistlichen Instituten wie des Mainzer Domkapitels.
Nach der Mediatisierung Frankfurts wurde das Administrationsamt Teil der fürstprimatischen und ab 1810 großherzoglich-frankfurtischen Domänenverwaltung und nach der Wiedererlangung der staatlichen Unhabhängigkeit durch Frankfurt wieder ein eigenes Amt. Doch schon 1819 beschloss der Senat seine Vereinigung mit dem Kornamt zur Stadtkämmerei, die jedoch erst 1825 vollzogen wurde, nachdem die zunächst nur aus dem Administrationsamt bestehende Stadtkämmerei 1821 ihren Dienst aufgenommen hatte.
Bestandsumfang und -inhalt: 130 Bände, 4 Rm. Die Registraturen beider Ämter wurden vereinigt und nach der Übergabe an das Stadtarchiv von Rudolf Jung verzeichnet (Rep. 111). Bis auf geringe Reste ist diese Überlieferung im Zweiten Weltkrieg verbrannt. Die Bücher des Administrationsamtes wurden jetzt erstmalig verzeichnet. Wegen Überschneidungen sind die Bestände Stadtkämmerei vor 1926 (Rep. 920), Kornamt (Rep.921) und Administrationsamt der geistlichen Güter parallel zu benutzen.
Findmittel: Rep. 922.
Bemerkungen: Jung S. 92 f

Bestandsname: Stadtkämmerei vor 1926
Laufzeit: 1546-1903
Institutionsgeschichte: Durch Gesetz vom 30 Okt. 1819 zur Verwaltung des städtischen Immobiliareigentums bestimmt, begann die Stadtkämmerei, die aus dem Ende 1802 begründeten Administrationsamt der geistlichen Güter zur Verwaltung der städtischen Erwerbungen aus der Säkularisation und dem Kornamt (1825 vollzogen) hervorgegangen ist, 1821 ihre Tätigkeit. 1831 kamen das Forstamt und das Holzamt hinzu. 1926 wurde die Stadtkämmerei aufgelöst und dem Siedlungsamt zugeschlagen.
Bestandsumfang und -inhalt: Bestandsrest, 3 m.
Findmittel: Rep. 920.

Bestandsname: Städtische Gelände, Gülten und Zehnten in den Dörfern der Umgebung
Laufzeit: 1346-1749
Bestandsumfang und -inhalt: 61 Nummern, 0,75 Rm. Die Urkunden und Akten über die Dörfer Bockenheim, Preungesheim, Bergen, Groß Karben, Dorfelden, Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim, Gronau, Obereschbach, Oberwöllstadt und Niederrad beinhalten überwiegend Gültbriefe, Verwilligungen, Kauf-, Schuld- und Währbriefe, Belehnung von Zehnten.
Findmittel: Rep. 46 Mgb E 59. Revidiert 1986.

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