Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Beständeübersicht der Abteilung „Städtisches Archiv ab 1868“

2.3. Finanzverwaltung

Die Rechnei war seit dem Mittelalter die oberste Finanzbehörde der Stadt (vgl. 1.6.1. Rechneiamt). Die Stadtkämmerei, die heute diese Funktion wahrnimmt, verwaltete nach ihrer Gründung 1825 die städtischen Liegenschaften und die damit verbundenen Finanzen und nahm damit die Aufgaben des heutigen Liegenschaftsamtes wahr. Im Jahr 1926 wurde die Stadtkämmerei aufgelöst; ihre Aufgaben gingen auf mehrere Ämter über. Das Rechneiamt erhielt 1967 die Bezeichnung Stadtkämmerei.
Im Alten Archiv bestehen neben Amtsbuchserien die Bestände Rechnei vor 1816 und Rechnei nach 1816. Mit der preußischen Zeit wurde eine neue Registraturschicht begonnen, die heute als Rechneiamt III von der Titelaufnahme her abgeschlossen, aber nicht vollständig ist. An sie schließt sich eine neuere Registraturschicht an, die zum Bestand Rechneiamt IV formiert worden ist. Wegen der Verzahnungen sind auch hier die entsprechenden Bestände des Alten Archivs zu benutzen. Die Stadt(haupt)kasse gehörte bis 1933 zur Kämmerei und wurde dann mit dem Stadtsteueramt zum Kassen- und Steueramt zusammengefasst.

Vogel, Louis: Geschichte der ehemaligen Stadtkämmerei Frankfurt a M. 1825-1926.

2.3.1. Dezernat für kirchliche Angelegenheiten

Bestandsname: Dezernat für kirchliche Angelegenheiten
Laufzeit: 1933-2005
Institutionsgeschichte: Seit Anfang des 19. Jahrhundert befinden sich die evangelischen und katholischen Kirchengebäude im historischen Stadtkern (also innerhalb des Anlagenrings) im Eigentum der Stadt Frankfurt. In sogenannten Dotationsurkunden hat der Rat der Freien Stadt Frankfurt den Kirchen zugebilligt, ihren "kirchlichen Cultus" weiterhin in den Kirchengebäuden auszuüben und die Gebäude dauerhaft in gutem Zustand zu erhalten. Dies schließt neben der Bauunterhaltung die Unterhaltung der Glocken und der Orgeln ein. Es handelt sich dabei um folgende Kirchengebäude: Evangelische Kirchen: St. Katharinenkirche, St. Peterskirche, Alte Nikolaikirche, Heilig-Geist-Kirche, Dominikanerkloster. Katholische Kirchen: St. Bartholomäusdom, St. Leonhardskirche, Liebfrauenkirche. Darüber hinaus besteht ein Patronat über die Evangelische Kirchengemeinde in Bonames. Die Stadt ist Eigentümerin des dortigen Gemeindehauses und hat das Recht, bei der Besetzung der Pfarrstelle mitzuwirken. Die Aufgaben des Dezernates für kirchliche Angelegenheiten sind daher die bauliche Unterhaltung der genannten Kirchen, des Dominikanerklosters, des Dompfarramtes und des Gemeindehauses Bonames, die Pflege und Unterhaltung der Glocken und Orgeln und fungiert als Verbindungsstelle zu den Kirchen bei überregionalen Veranstaltungen.
Bestandsumfang und -inhalt: Korrespondenz des Dezernenten, Akten zu Dotationskirchen und zur Schuldotation sowie zu Kirchentagen. 1,5m.
Findmittel: Rep. 944.

2.3.2. Rechneiamt bzw. Stadtkämmerei

Bestandsname: Steuerbücher
Laufzeit: 1840-1930
Bestandsumfang und -inhalt: Der lückenhaft überlieferte Bestand enthält Bücher zu unterschiedlichen Steuern und Abgaben. 68 m.
Findmittel: Rep. 442.

Bestandsname: Rechneiamt III
Laufzeit: 1869-1936
Bestandsumfang und -inhalt: Der Bestand ist lückenhaft und enthält Unterlagen zur Steuer- und Schuldenverwaltung, Liegenschaften und Bauten, städtischen Unternehmen, Eingemeindungen, einzelnen Verwaltungsbereichen und zur Kriegswirtschaft im Ersten Weltkrieg. 16 m.
Findmittel: Rep. 792.

Bestandsname: Rechneiamt IV
Laufzeit: 1926 - 1974
Bestandsumfang und -inhalt: Wichtiger Bestand für die späte Kriegszeit und frühe Nachkriegszeit, enthält auch Wiedergutmachungsangelegenheiten.
Findmittel: Rep. 826

Bestandsname: Rechneiamt Hypothekenverwaltung
Laufzeit: 1924-1965
Bestandsumfang und -inhalt: Nach Neubewertung eines umfangreichen Bestandes von Zwischenarchivcharakter wurden einige allgemeine Akten und Beispiele zu Hauszinssteuerhypotheken nach Einführung der Hauszinssteuer in Preußen 1924 zur Belebung des Wohnungsbaus, zu weiteren städtischen Darlehen und Hypotheken und Aufbaudarlehen nach dem Zweite Weltkrieg zu einem kleinen Bestand formiert, der die Abwicklung der Kreditvergabe belegen soll. 1m.
Findmittel: Rep. 953

Bestandsname: Stadtkämmerei
Laufzeit: ca. 1900-1970
Bestandsumfang und -inhalt: Akten vorwiegend zu Schulden, Anleihen und Darlehen. 5 m.
Findmittel: Kartei.

Bestandsname: Beschaffungsamt bzw. Magistratsvergabekommission
Laufzeit: ab 1970 wachsend
Institutionsgeschichte: Bis 1994 ressortierte die Magistratsvergabekommission beim Amt für Beschaffungs- und Vergabewesen und jetzt bei der Stadtkämmerei.
Bestandsumfang und -inhalt: 3 m, wachsender Bestand. Die jahrgangsweise abgelieferten Unterlagen (Akten, Tonbandprotokolle) der Magistratsvergabekommission wurden zunächst in den Mischbestand Bauverwaltung integriert, dann zu einem eigenen Bestand Beschaffungsamt formiert. Die Tonbandprotokolle der Magistratsvergabekommission ab 1970 bis zunächst 1990 bilden den Bestand Magistratsvergabekommission.
Findmittel: Listen

Bestandsname: Stadtkämmerei-Gesellschaften
Laufzeit: 1933-1989
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen, vornehmlich Geschäfts- und Prüfungsberichte sowie Unterlagen über Haupt- und sonstige Versammlungen von städtischen Gesellschaften und Gesellschaften mit städtischer Beteiligung. Unterlagen der zeitweiligen Abt. 20.5 der Stadtkämmerei (Referat Beteiligungen) über die städtische Beteiligung an Firmen, die eine Fortsetzung der erstgenannten Akten bilden, wurden 1996 mitsamt einer Kartei zu einzelnen Firmen übernommen. 20 m.
Findmittel: Rep. 745. (nachfolgender Bestand „Referat Beteiligungen“) 

2.3.3. Kassen- und Steueramt

Bestandsname: Stadthauptkasse
Laufzeit: 1869-1957
Institutionsgeschichte: Die Stadt(haupt)kasse war ursprünglich ein Teil des Rechneiamtes und hieß bis 1885 Rechneikasse. 1993 wurde sie mit dem Stadtsteueramt zum Steueramt zusammengefaßt.
Bestandsumfang und -inhalt: Haupt-Depositenregister 1910-1926, Schuldbücher 1905-1908, Lagerbuch der Städtischen Sparkasse 1907-1923, Akten 1869-1957. 18 m.
Findmittel: Rep. 832.

Bestandsname: Gewerberegister
Laufzeit: ca. 1920-1940, 1945-1995
Bestandsumfang und -inhalt: Kartei, 20 Karteischränke mit Karten über die Zahlungen von Gewerbesteuer einzelner Unternehmen. 

2.3.4. Liegenschaftsamt

Bestandsname: Liegenschaftsamt
Laufzeit: 1900-1997
Bestandsumfang und -inhalt: Liegenschaftskartei nach Flurnummern 1900 bis 1997, mit Anlagen, 5 Karteischränke, 1 m Akten. 

2.3.5. Pfandhaus

Bestandsname: Pfandhaus
Laufzeit: 1863-1935
Institutionsgeschichte: Das 1739 begründete Pfandhaus wurde 1864 neu organisiert und 1928 in Städtische Darlehensanstalt umbenannt
Bestandsumfang und -inhalt: 1 m.
Findmittel: Rep. 805. 

2.3.6. Städtische Darlehensanstalt

Bestandsname: Darlehensanstalt
Laufzeit: 1870-1972
Institutionsgeschichte: Die Städtische Darlehensanstalt setzte einmal das Pfandkreditgeschäft des Pfandhauses fort, wurde aber auch als offizielle Ankaufsstelle für Juwelen und Edelmetall Teil der nationalsozialistischen Wirtschaftpolitik gegen die Juden, die dort ihre Wertsachen verkaufen mussten. Aus dem selben Grund wurden nach 1945 Wiedergutmachungsansprüche gegen sie erhoben.
Bestandsumfang und -inhalt: 3 m.
Findmittel: Rep. 812. 

2.3.7. Finanzämter

Bestandsname: Finanzämter
Laufzeit: 1935-1972
Bestandsumfang und -inhalt: In Abstimmung mit dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden wurden 1986 und 1987 von den Finanzämtern Frankfurt-Stiftstraße und Frankfurt-Höchst Einheitsbewertungsakten von Grundbesitz aus dem Zeitraum 1935 bis 1972 als dem Steuergeheimnis unterliegendes Depositum übernommen. 139 m.
Findmittel: Ablieferungslisten. 

2.3.8. Städtisches Sparkassenamt

Bestandsname: Städtisches Sparkassenamt
Laufzeit: 1925-1926
Institutionsgeschichte: Das Städtische Sparkassenamt geht zurück auf eine Deputation des Stadtrates von Bockenheim, welche unter der Bezeichnung „Verwaltungskommission der Sparkasse“ aus dem Bürgermeister als Vorstand und zwei Bewohnern von Bockenheim bestand. Diese Kommission wurde 1860 für die Verwaltung und Aufsicht über die im selben Jahr gegründtete Sparkasse der damals kurhessischen Stadt Bockenheim eingerichtet. Nach der Eingemeindung Bockenheims 1895 wurde nun auch in Frankfurt eine Deputation zur Aufsicht über das Frankfurter Sparkassenwesen gebildet, die es vorher in solcher Form in Frankfurt noch nicht gab. 1900 trat an die Stelle der Verwaltungskommission, entsprechend der in der städtischen Ämterorganisation gebräuchlichen Bezeichnung, das „Städtische Sparkassenamt“. 1926 änderte sich die Bezeichnung erneut. Man sprach nun vom „Vorstand der Städtischen Sparkasse (Deputation)“.
Bestandsumfang und-inhalt: 1 Akte, Bewerbungen auf die Stelle des Direktors der Städtischen Sparkasse.
Findmittel: Rep. 854.

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