Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Beständeübersicht der Abteilung „Städtisches Archiv ab 1868“

2.4. Rechts- Sicherheits- und Ordnungsverwaltung

2.4.1. Polizei

Bestandsname: Polizei
Laufzeit: 1852-1975
Institutionsgeschichte: Das Preußische Polizeipräsidium Frankfurt a.M. wurde mit Verordnung vom 29.6.1867 als örtliche Polizeiverwaltung in der Stadt Frankfurt a.M. errichtet. Der jeweilige Polizeipräsident war gleichzeitig mit den Aufgaben des Landrates des seit 1.4.1910 aufgelösten Landkreises Frankfurt betraut.
Nach Ende des 2. Weltkrieges begann die städtische Polizeihoheit.
Im Zuge von seit langem angekündigten Reformplänen ging die Polizei Anfang des Jahres 1974 als vormals kommunale Behörde in die Zuständigkeit des Landes Hessen über.
Bestandsumfang und -inhalt: Aus der Zeit der städtischen Polizeihoheit (1945-1974) stammen einige Akten aus dem Bereich der Verwaltungspolizei von 1945 bis 1953. Ein anderer Teil beschäftigt sich mit Angelegenheiten der Feldpolizei. 0,5 m.
Findmittel: Rep. 818.
Bemerkungen: Alle anderen Unterlagen des 1867 eingerichteten Polizeipräsidiums mit Ausnahme der in den Bestand Personalakten integrierten Personalakten aus der städtischen Zeit (Akzession 22/1975) werden im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Abt. 407) verwahrt.
Kraus, Kurt: Frankfurter Polizeigeschichte. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Gackenbach 1988. 

2.4.2. Ordnungsamt

Das heutige Ordnungsamt (zeitweise Gewerbe- und Ordnungsamt) umfasst alle Bereiche der kommunalen Polizeihoheit. Die Kompetenzen zwischen kommunaler und staatlicher Polizei haben sich nach der Trennung von kommunaler und staatlicher Polizei nach der Annexion von 1866 wiederholt verschoben.

Bestandsname: Konzessionsakten
Laufzeit: ca. 1870-1950
Bestandsumfang und -inhalt: Akten zur Konzessionierung von Gaststätten und Kantinen größtenteils Einzelfallakten. 65 m.
Findmittel: Kartei nach der Belegenheit

Bestandsname: Gewerbe- und Ordnungsamt
Laufzeit: 1935-1965
Institutionsgeschichte: Das heutige Ordnungsamt (zeitweise Gewerbe- und Ordnungsamt) umfasst alle Bereiche der kommunalen Polizeihoheit. Die Kompetenzen zwischen kommunaler und staatlicher Polizei haben sich nach der Trennung von kommunaler und staatlicher Polizei nach der Annexion von 1866 wiederholt verschoben.
Bestandsumfang und -inhalt: Der Bestand umfasst Schriftgut zur Regulierung von Handwerk und Gewerbe, auch bei Juden nach 1935, 1 m.
Findmittel: EDV. 

2.4.3. Rechtsamt

Bestandsname: Rechtsamt
Laufzeit: 1973-2000
Institutionsgeschichte: Das Rechtsamt löste 1979 die bis dahin existierende Städtische Rechtsstelle, die lediglich für besondere Aufgaben des Magistrats zuständig war, ab.
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen über Rechtsangelegenheiten öffentlicher Einrichtungen wie der Hafenbetriebe, Marktbetriebe, des Referates Beteiligungen und die Städtischen Küchenbetriebe, sowie Geschäfts- und Jahresberichte einzelner Stiftungen, der Messe GmbH, Flughafen AG usw.
Findmittel: Listen

Bestandsname: Stiftungsabteilung
Laufzeit: (1766) 1875-2002
Institutionsgeschichte: Vor 1806 wurden Stiftungen von Kommissionen, den sog. Pflegämtern verwaltet. 1833 führte die Reorganisation des Stiftungswesens zum Erlass einer allgemeinen Stiftungsordnung. Diese übertrug die Oberaufsicht über die Stiftungen dem Senat und der ständigen Bürgerrepräsentation.
1869 wurde eine gemischte Deputation eingesetzt, die den Namen Stiftungsdeputation führte. Die Oberaufsicht über die Stiftungen lag nun bei Magistrat und Stadtverordnetenversammlung.
1875 erfolgte der Erlass einer neuen „Allgemeinen Stiftungsordnung für die öffentlichen milden Stiftungen zu Frankfurt am Main“. Die Aufsicht über die milden Stiftungen sollte weiterhin von dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung ausgeübt werden, jedoch unter Oberaufsicht der zuständigen Staatsorgane. Die Verwaltung der Stiftungen lag bei den Pflegämtern, die aus Bürgern der Stadtgemeinde gebildet wurden .
1898 kam es zu einer Neubildung der Stiftungsdeputation. Sie hatte die Angelegenheiten, die die Vermögensverwaltung der Stiftungen betrafen, für die Beschlussfassung der städtischen Behörden vorzubereiten. 1924 wurde die Stiftungsdeputation aufgehoben und der neu errichteten Finanzdeputation angegliedert.
Als es dann nach 1933 unter den Nationalsozialisten zur Reorganisation der Stadtverwaltung kommt, wird auch die heutige Stiftungsabteilung gebildet und zwar als Unterabteilung des neugeschaffenen Rechtsamts, an dessen Spitze Stadtrat Dr. Bruno MÜLLER trat.
Seit 1938 ist die Stiftungsabteilung eine Delegationsstelle vom Regierungspräsidenten an den Magistrat hinsichtlich der Aufsicht über die Stiftungen im Bereich der Stadt Frankfurt.
Bestandsumfang und -inhalt: Der Bestand umfasst zahlreiche Manuskripte, die Vorstudien zu Bruno MÜLLERs Geschichte der Frankfurter Stiftungen darstellen. Außerdem weist der Bestand zahlreiche Fragmente von Akten auf, die die Ausbombung der Dienststelle 1944 überstanden haben, sowie eine Sammlung von Notizen, die das im Krieg verlorene Aktengut ersetzen sollte. Organisch gewachsene Akten aus den Jahren nach 1945 bilden den Rest. Zudem befinden sich noch zahlreiche Jahresberichte und -abschlüsse aus den 1980er und 1990er Jahren einzelner Stiftungen in diesem Bestand. Archive einzelner Stiftungen befinden sich unter den nichtstädtischen Beständen. 14,5m.
Findmittel: Rep. 549.
Bemerkungen: Müller, Bruno: Stiftungen für Frankfurt am Main, Frankfurt 1958; Lustiger, Arno (Hrsg.): Jüdische Stiftungen in Frankfurt am Main, Frankfurt 1988. 

2.4.4. Amtsgerichte Frankfurt-Mitte und Frankfurt-Höchst

Die bis zur Einführung neuer einheitlicher Grundbücher durch das Bürgerliche Gesetzbuch von 1900 angelegten und geführten Grundbücher der Frankfurter Grundbuchämter in den Amtsgerichten, Anmeldungen zum Handelsregister sowie Urkundenrollen und Urkunden der in den Amtsgerichtsbezirken Frankfurt und Frankfurt-Höchst ansässigen Notare, auch außerhalb des heutigen Frankfurter Stadtgebietes, wurden als Deposita des Hessischen Hauptstaatsarchivs übernommen.

Bestandsname: Grundbücher-Stadt
Laufzeit: 1732-1905
Bestandsumfang und -inhalt: Hauptüberlieferung ab 1809, umfasst das Gebiet der Stadt Frankfurt ohne vor 1866 zugehörige Dörfer und spätere Eingemeindungen, jedoch Sachsenhausen. Im Jahr 1811 wurde für das Stadtgebiet ein neues, einheitliches Grund- und Hypothekenbuchwesen geschaffen. 382 m (zusammen mit den Grundbüchern für die Orte).
Findmittel: Rep. 784.

Bestandsname: Grundbücher-Orte
Laufzeit: 1692-1912
Bestandsumfang und -inhalt: Grundbücher der Frankfurter Dörfer bzw. eingemeindeten Orte Berkersheim, Bockenheim, Bonames, Bornheim, Eckenheim, Eschersheim, Fechenheim, Ginnheim, Griesheim, Hausen, Heddernheim, Höchst, Nied, Niederrad, Niederursel, Oberrad, Praunheim, Preungesheim, Rödelheim, Schwanheim, Seckbach, Sindlingen, Sossenheim, Unterliederbach und Zeilsheim. Die Grundbücher spiegeln die territoriale Zusammesetzung des heutigen Frankfurter Stadtgebietes vor 1866 wider und sind nach den Vorschriften der damaligen Bundesstaaten, Frankfurt, Hessen-Darmstadt, Kurhessen und Nassau bzw. deren Vorgängerstaaten angelegt. Sie werden durch Grundbücher in den Gemeindebeständen ergänzt. 382 m (zusammen mit den Grundbüchern für die Stadt).
Findmittel: Rep. 777.

Bestandsname: Firmeneintragungen im Handelsregister der Stadt Frankfurt
Laufzeit: 1863-1929
Bestandsumfang und -inhalt: 6,5 m.
Findmittel: Rep. 788.

Bestandsname: Amtsgericht
Laufzeit: ca. 1860-1970
Institutionsgeschichte: Die bis zur Einführung neuer einheitlicher Grundbücher durch das Bürgerliche Gesetzbuch von 1900 angelegten und geführten Grundbücher der Frankfurter Grundbuchämter in den Amtsgerichten, Anmeldungen zum Handelsregister sowie Urkundenrollen und Urkunden der in den Amtsgerichtsbezirken Frankfurt und Frankfurt-Höchst ansässigen Notare, auch außerhalb des heutigen Frankfurter Stadtgebietes, wurden als Deposita des Hessischen Hauptstaatsarchivs übernommen.
Bestandsumfang und -inhalt: Notariatsurkunden, Urkundenrollen und Urkunden. Darin enthalten: Geschäftsberichte und Firmenstatuten 1871-1969.
Findmittel: Rep. 787, Kartei. 

2.4.5. Standesamt

Bestandsname: Standesamt
Laufzeit: 1813-1939
Bestandsumfang und -inhalt: Geburtsbelege (1813-1899), Heiratsbelege (1875-1913) und Sterbebelege (1851-1939). 167 m.
Findmittel: Unverzeichnet.
Bemerkungen: Zu verweisen ist auf Rep. 304: Verzeichnis der Kirchen- und Standesbuchführung 1603-1873 und Rep. 626: Standesbücher der Vororte 1808-1874. 

2.4.6. Brand- und Luftschutz

Bestandsname: Branddirektion
Laufzeit: 1866-1997
Institutionsgeschichte: Im Jahre 1812 schuf Fürstprimas Karl von DALBERG ein Löschbatallion, das die Grundlage für die spätere Errichtung der Berufsfeuerwehr darstellte. Durch die wachsende Ausdehnung der Stadt und das Aufblühen der Industrie wurde es 1865 notwendig eine ständige Feuerwache zu einzurichten. Da aber auch die ständige Feuerwache den Bedürfnissen nicht genügte, forderten Batallion und Freiwillige Feuerwehr, die neben dem Batallion den Löschdienst durchführte, die Schaffung einer Berufsfeuerwehr. Am 19.6.1874 wurden schließlich die bisherigen Löschanstalten aufgehoben und eine Deputation für das Feuerlösch- und Fuhrwesen errichtet, aus dem am 1.1.1875 das Feuer- und Fuhramt gebildet wurde. Die Berufsfeuerwehr wurde aus dem Personal der bisherigen ständigen Feuerwache des Bauamtes gebildet. Sie übernahm Brandbekämpfung und den Feuerwachtdienst. Die Freiwillige Feuerwehr wurde zu Brandbekämpfung und Sicherheitsdienst bestimmt. Beide Feuerwehren standen unter gemeinsamer Leitung des Branddirektors.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war die Feuerwehr mit ihren Geräten und Fahrzeugen ausgelagert worden. Die wenigen zurückgebleibenen Bediensteten wurden in Kriegsgefangenschaft genommen. Zu dieser Zeit war die Stadt selbst ohne jeglichen Feuerschutz. Die amerikanische Militärregierung versuchte rasch den Wiederaufbau der Feuerwehren zu gewährleisten. Die Berufsfeuerwehr wurde am 1.4.1945 dem Bauamt unterstellt, unmittelbar dem Oberbürgermeister ab 3.8.1945, welcher für die Berufsfeuerwehr ein Dezernat einrichtete.

Bestandsumfang und -inhalt: Enthält auch Unterlagen der Feuerwachen Bockenheim und Burgstraße, darin Einsatzberichte, Unterlagen des vorbeugenden Brandschutzes über einzelne Gebäude. 21,5 m.
Findmittel: Rep. 914.
Bemerkungen: 1874-1974. 100 Jahre Berufsfeuerwehr Frankfurt a. M., Frankfurt 1974.

Bestandsname: Luftschutz
Laufzeit: 1931-1947
Bestandsumfang und -inhalt: Mischbestand aus Akten der Feuerwache Burgstraße, von durch die Militärregierung beschlagnahmtem Feuerwehrschriftgut, Unterlagen der Hauptregistratur des Sozialverwaltungsamtes zu „Personenschäden infolge Kriegseinwirkung“ und der Abteilung Obdachlosenpolizei des Fürsorgeamtes, sowie nachgelassenem Schriftgut des Architekten Hermann RIES in dessen Eigenschaft als früherem Reviergruppenleiter des Reichsluftschutzbundes. 8 m.
Findmittel: Rep. 544.
Bemerkungen: Schmid, Armin: Frankfurt im Feuersturm. Die Geschichte der Stadt im Zweiten Weltkrieg, Frankfurt 1965.

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