Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Beständeübersicht der Abteilung „Sammlungen“

3.8.1.9. Religionsgemeinschaften und religiöse Vereine

Querverweise

Bestandsname: Baha´i Gemeinde Frankfurt (V88)
Laufzeit: 1924-2004
Institutionsgeschichte: Die Baha´i-Religion wurde von Baha´u´llah (1817-1892) in Persien begründet und versteht sich als jüngste in der Kette der Offenbarungsreligionen (Judentum, Christentum, Islam). Ziele ist die Verwirklichung des Göttlichen Plans: Einheit der Menschheit, Weltfrieden, Weltregierung, Überbrückung aller Vorurteile, Übereinstimmung von Religion und Wissenschaft, gleiche Rechte für Mann und Frau (einige der 12 Grundsätze der Baha´i-Religion). Die Anhänger wurden gerade in Persien bzw. später auch im Iran teilweise massiv verfolgt, heute gibt es weltweit Gläubige. Nach Deutschland kam die Religion ab 1905, der erste Einführungsvortrag in Frankfurt wurde 1924 gehalten. Bereits ein Jahr später gründete sich eine erste Ortsgruppe, die sich aber nicht halten konnte. In den Jahren 1925, 1928 und 1929 besuchte die Journalistin Martha ROOT Frankfurt und hielt mehrere Vorträge. 1935 dann kam Edith HORN von Stuttgart nach Frankfurt, um hier eine Gemeinde aufzubauen.
Unter den Nationalsozialisten wurde der Glaube verboten (1937-1945), da die Baha´i als Sekte eingestuft wurden. Bücher und Archive des Nationalen Geistigen Rates und der Gemeinden wurden beschlagnahmt. Nach dem Krieg begann der erfolgreiche Wiederaufbau der Gemeinden in Deutschland, bereits 1946 konnten wieder Geistige Räte gebildet werden. Frankfurt war ab 1949 Sitz des Nationalen Geistigen Rates in Deutschland, die erste Nationaltagung in Deutschland fand 1950 in Frankfurt statt. Die Gemeinde und der Rat teilten sich seit 1950 ein Haus in der Westendstraße als Verwaltungszentrum. In den 50er Jahren siedelte außerdem der deutsche Baha´i-Verlag nach Frankfurt über.
1956 wurde die Frankfurter Gemeinde ein eingetragener Verein. 1958 fand in Frankfurt die 4. Internationale Baha´i-Konferenz mit 2.300 Teilnehmern statt. In Frankfurt sollte außerdem das erste "Haus der Andacht" in Europa eingerichtet werden. Nach zahlreichen Konflikten um ein geeignetes Grundstück wich man schließlich nach Langenhain in den Taunus aus, wo der Tempel 1964 eingeweiht werden konnte. Daraufhin wurde das Nationale Baha´i-Zentrum wurde von Frankfurt dorthin verlegt. 1978 erwarb die Frankfurter Gemeinde in der Raimundstraße ihr eigenes Domizil, das 1979 bezogen wurde. Heute hat die Frankfurter Gemeinde über 100 Mitglieder.
Bestandsumfang und –inhalt: 2 Kästen; Nrr. 1-38. Vereinsakten, Druckschriften, u.a. Einführungen in die Religion, 1 CD.
Findmittel: Vorgeordnet. Liste.
Bemerkungen: DEPOSITUM. Bei geplanten Veröffentlichungen ist der Verein vorher um Erlaubnis zu fragen.
Vgl. S3/H 3.957

Bestandsname: Christengemeinschaft (V93)
Laufzeit: 1923-1973
Institutionsgeschichte: Gegründet 1923 in Frankfurt von Alfred HEIDENREICH und Marta HEIMERAN. Anthroposophische Glaubensgemeinschaft.
Bestandsumfang und –inhalt: 1 Kasten. Rundbriefe, Einladungen, Fotos, Unterlagen für eine Gemeindechronik, zusammengetragen von Wilhelm BLOESE..
Findmittel: Ungeordnet.
Bemerkungen: Vgl. S3/H 11.336.

Bestandsname: Christliche Gesellschaft für Kultur (V31)
Laufzeit: 1951-1969
Institutionsgeschichte: 1951 gegründet, wendete sich diese Gesellschaft an Christen beider Kirchen, um deren Verantwortung für das kulturelle Leben durch entsprechende Veranstaltungen (meist Vorträge) zu wecken. Außerdem wollte sie sich der Erforschung kultureller Probleme widmen, besonders der Frage der Menschenrechte, und die in der UNESCO tätigen Christen unterstützen. Gleichzeitig wurde die „Kultur- und Theatergemeinde“ ins Leben gerufen, die dann als Teil der Gesellschaft bestand. 1969 erfolgte die Auflösung der Christlichen Gesellschaft für Kultur.
Bestandsumfang und -inhalt: 2 Kästen. Zeitungsausschnitte, Schriftwechsel, Protokolle.
Findmittel: Ungeordnet.
Bemerkungen: Handakten von Fritz KROEGER.

Bestandsname: Gustav-Adolf-Verein Frankfurt (V4)
Laufzeit: 1845-1921
Institutionsgeschichte: 1843 als Hauptverein der Gustav-Adolf-Stiftung in Frankfurt gegründet, Zweigvereine später in einzelnen Stadtteilen (Bornheim, Niederrad und Oberrad sowie Frauenvereine in Bornheim und Hausen). Die Zentrale des Gesamtvereins befand sich in Leipzig. Der evangelische Verein half Christen, die in einer nichtevangelischen Umgebung im In- und Ausland leben (Diaspora-Gemeinden), diakonisch tätig zu sein. Er finanzierte sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen.
Bestandsumfang und -inhalt: 1 Mappe; Nrr. 1-10. Mitglieder- und Spendenlisten, Berichte und Dankesschreiben von Diasporagemeinden.
Findmittel: Archivdatenbank.
Bemerkungen: Früher bei Nachlässen unter der Signatur S 1/200. Vgl. S3/N 3.272 Gustav-Adolf-Stiftung

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