Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Beständeübersicht der Abteilung „Sammlungen“

3.8.3. Stiftungen

3.8.3. Sonstige Stiftungen

Bestandsname: Dr. Senckenbergische Stiftung und Bürgerhospital (V48)
Laufzeit: 1730-1981
Institutionsgeschichte: Die 1763 von Johann Christian SENCKENBERG gegründete Stiftung ist eine der bedeutendsten in Frankfurt am Main. Vordringliche Aufgabe war die medizinische Forschung. 1765 kam das Bürgerhospital zu der Stiftung dazu, in der Zeit darauf wurden außerdem ein botanischer Garten (der heutige Palmengarten) und eine nach modernstem Wissen ausgestattete Anatomie eingerichtet. Während das Bürgerhospital 1909 in neue Gebäude an die Nibelungenallee verlegt wurde, kamen die anderen Senckenbergischen Institute an die 1912 gegründete Universität.
Bestandsumfang und -inhalt: 46 Rm. Nrr. 1-909. Im Institut für Stadtgeschichte befindet sich nur ein Teil des Gesamtarchivs, ein Viertel der Archivalien verblieb in der Senckenbergischen Bibliothek, ein weiteres Viertel im Bürgerhospital. Akten, Bücher, Urkunden, Medaillen, Stiftungsbriefe, Pläne, Satzungen, Jahresberichte, Bilanzen, Stiftungen, Fotografien, Tonbänder, Tagebücher von Johann Christian SENCKENBERG, Patientenstatistiken, Unterlagen zur Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, verschiedenen Senckenbergischen Instituten und zum Physikalischen Verein, u.a.
Findmittel: Rep. 794. Archivdatenbank.
Bemerkungen: Depositum. Bei geplanten Veröffentlichungen ist die Stiftung vorher um Erlaubnis zu fragen. Vgl. S3/N 2275 und N 12703.
Naujoks, Horst: Die Dr. Senckenbergische Stiftung im Jahre 1997.

Bestandsname: Gemeinnützige Hertiestiftung (V77)
Laufzeit: 2001-2008
Institutionsgeschichte: Gegründet 1974 von Hans-Georg KARGE und seiner Schwester. Heute eine der größten privaten Stiftungen in Deutschland. 3 Bereiche werden gefördert: Neurowissenschaften, Europäische Integration und Erziehung zur Demokratie.
Bestandsumfang und –inhalt: 2 Mappen, Nrr. 1-11. Jahresberichte und Unterlagen zu Projekten der Stiftung.
Findmittel: Liste.
Bemerkungen: Vgl. S3/N 29.280.

Bestandsname: Georg-Speyer-Haus, Chemotherapeutisches Forschungsinstitut (V39)
Laufzeit: 1896-1978
Institutionsgeschichte: Gründung: 06.09.1906 Chemotherapeutisches Forschungsinstitut „Georg-Speyer-Haus“ als Stiftung von Franziska SPEYER, Witwe des Bankiers Georg SPEYER. Eingeschränkte Arbeit durch die Folgen des 1. Weltkrieges, Verlust der meisten finanziellen Mittel nach der Währungsreform 1948, Eingliederung in staatliche Förderungsabkommen. Weltweite Geburtsstätte der Chemotherapie zur Bekämpfung bakteriologischer Infektionen. Ziele und Tätigkeiten: Forschung auf dem Gebiet der Chemotherapie sowie der Aids- und der Allergie-Forschung. Erster Leiter des Institutes war Paul EHRLICH, der das Medikament Salversan entdeckte und dafür den Nobelpreis erhielt. Verleihung des Ludwig-Darmstädter- und des Paul-Ehrlich-Preises (seit 1952 vereinigt).
Bestandsumfang und -inhalt: 1 Rm.; Nrr. 1-66. Die Akten stammen aus verschiedenen Quellen: a) des Königl. Instituts für experimentelle Therapie, b) des Georg- und Franziska Speyer´schen Studienstiftung, c) des Georg-Speyer-Hauses.
Findmittel: Abgabeliste, Nrr. 1-65.
Bemerkungen: Depositum. Vor einer Benutzung ist bei dem Institut um Erlaubnis nachzufragen. Vgl. S3/M 844.

Bestandsname: Pestalozzi-Stiftung (V25)
Laufzeit: 1940-2002
Institutionsgeschichte: 1939 bis 1940 wurden auf Vorschlag des Städtischen Rechtsamtes sechs selbständige, paritätische und jüdische Ausbildungsstiftungen zwangsweise zusammengefasst und deren Vermögen damit vor dem Zugriff der Nationalsozialisten geschützt. Der größten Vorgängerinstitution, der 1873 gestifteten Arthur und Emil Königswarther'schen Unterrichts- und Studienstiftung, wurden die weiteren eingegliedert. Die neue Stiftung erhielt den Namen des Schweizer Pädagogen PESTALOZZI. Galt vorher die Unterstützung durch Beihilfen, Darlehen und Stipendien sowohl jüdischen wie christlichen bedürftigen Bewerbern gleichermaßen, so wurden von 1939 bis 1945 nur noch deutsche Volksgenossen bedacht. In der Nachkriegszeit flossen zwei weitere jüdische Stiftungen in die Pestalozzi-Stiftung ein. Nach der Entnazifizierung des Vorstandes erfolgte 1948 die Neufassung der Satzungen. Der Vorstand besteht nun aus zwei Mitgliedern des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main, zwei Vertretern aus der jüdischen Gemeinde und einem gewählten Mitglied aus der Bürgerschaft.
Bestandsumfang und -inhalt: 5 Rm. Akten mit Schriftwechsel, Beihilfe- und Rechnungsbelege, Scheckhefte, Sparbücher und Wertpapierunterlagen, Akten der Ausbildungsstiftung mit Vorgängen über Stipendiaten, Schriftwechsel (Übernahme des Nachlasses Katharina PFEFFER, Arbeitsgemeinschaft Deutsche Stiftungen), Buchungsjournale.
Findmittel: Rep. 853. Archivdatenbank. Der Bestand wird laufend ergänzt, d.h. das Findbuch von 2002 ist nur eine Momentaufnahme.
Bemerkungen: Vgl. S3/N 21.548.

Bestandsname: Peter-Wilhelm-Müller-Stiftung (V37)
Laufzeit: ca. 1881-1938
Institutionsgeschichte: Gegründet 1882 von den Erben des 1881 verstorbenen Peter-Wilhelm MÜLLER mit dem vollständigen Namen Peter-Wilhelm-Müller-Stiftung für Wohltätigkeit und Förderung von Kunst, Wissenschaft und Gewerbe. Es wurden zum einen minderbemittelte Familien und Personen unterstützt sowie junge Menschen in künstlerischer, wissenschaftlicher und gewerblicher Ausbildung, zum anderen Leistungen mit Preisen honoriert.
Bestandsumfang und -inhalt: 28 Kästen (=ca. 3 Rm.). Satzungen, Sachakten, Geschäftsordnung, Kassenbelege, Korrespondenzen mit auswärtigen Geschäftsstellen, Protokollbücher, Repertorien, Briefe Frankfurter Bank 1881 bis 1919, Akten über die einzelnen Stipendiaten.
Findmittel: Ungeordnet.
Bemerkungen: Vgl. S3/N 6432.

Bestandsname: Stiftung zur Unterstützung bedürftiger Schüler Frankfurter Bürgerschulen (V68)
Laufzeit: 1890-1951
Institutionsgeschichte: Stiftung zur Unterstützung bedürftiger Schüler der Frankfurter Bürgerschulen gegr. 1889 als Bürgerschulstiftung zur unentgeltlichen Gewährung von Kleidung und Gebrauchsgegenständen. Nach Vermögensverlust infolge der Währungsreform 1950 eingegliedert in die Jugendfürsorgestiftung.
Bestandsumfang und -inhalt: 1 Akte und ein Kassenbuch.
Findmittel: Rep. 855. Archivdatenbank.
Bemerkungen: Vgl. S3/N 5158.

Bestandsname: Stiftung zur Vermeidung von Verkehrsopfern (V62)
Laufzeit: 1997
Bestandsumfang und -inhalt: 1/2 Kasten mit Satzungen und Tätigkeitsbericht sowie Übersicht über die Arbeit der Stiftung.
Findmittel: Ungeordnet.

Bestandsname: Versorgungshaus und Wiesenhüttenstift (V54)
Laufzeit: 1759-1985
Institutionsgeschichte: 1816 wurde das Versorgungshaus vom Senat und der Bürgerschaft der Stadt Frankfurt am Main gegründet, das Wiesenhüttenstift 1911. Ziel war die Unterhaltung eines Alten- und Pflegeheims für mittellose Frankfurter Bürger aller christlichen Konfessionen, denen Wohnung, Versorgung und Krankenhilfe gewährt wird. Die Versorgung umfasste aber auch arbeitende Bürger. Im 1911 gegründeten Wiesenhüttenstift dagegen wurden nur Personen aufgenommen, die über 60 Jahre alt waren und über beschränkte Mittel verfügten. Zu den großen Gönnern des Versorgungshauses zählt Freiherr Ludwig Friedrich Wilhelm von WIESENHÜTTEN, der 1859 verstarb und per Testament den Betrag von 400.000 Gulden vermachte. Das erste Versorgungshaus befand sich am Klapperfeld und wurde 1817 eröffnet. 1911 folgte ein Neubau in der Richard Wagnerstraße.
Bestandsumfang und -inhalt: 30 Rm.; Nrr. 1-1.168. Kassen-, Mitgliedsbücher, Protokollbücher, Akten (auch der Städtischen Entbindungsanstalt, des Städtischen Krankenhauses, des Hospitals für Unreine und des Rochus-Hospitals), Unterlagen zu den aufgenommenen Senioren (z. B. Nachlassunterlagen), Grundstücksangelegenheiten, Entnazifizierung nach dem 2. WK, Unterlagen zu Lazaretten, Hypothekenakten, Baunterlagen und Pläne, Protokolle und Korrespondenz der Stiftungsdeputation.
Findmittel: Vorgeordnet. Umfangreiche Liste.
Bemerkungen: Vgl. 1.15.5.9. Bestand des Wiesenhütten-Familienarchivs und S3/N 1979. Göbel, Kurt: Versorgungshaus und Wiesenhüttenstift, öffentlich milde Stiftung. Struckmeier, Dore: Hundertfünfundsiebzig Jahre Versorgungshaus und Wiesenhüttenstift.

Bestandsname: Wilhelm,-Heinrich-und-Otto-Claudy-Stiftung (V90)
Laufzeit: 1999-2004
Institutionsgeschichte: Zweck der Stiftung ist die wissenschaftliche Erforschung und Vermittlung der neueren Geschichte, insbesondere der NS-Geschichte und der Nachkriegsgeschichte. Gegründet wurde sie 1999 von Friedrich RADENBACH. Weitere Ziele sind die Dokumentation von Zwangsarbeit in Frankfurt und der Aufbau einer Informations- und Gedenkstätte für das KZ Katzbach der Adlerwerke in Frankfurt. Bisher wurden verschiedene Projekte finanziell gefördert, u.a. die Erstellung einer Plakatmappe zur pädagogischen Arbeit zur Geschichte und Gegenwart von Auschwitz durch die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Projekte des Studienkreises Deutscher Widerstand und des Bundes der „Euthanasie-Geschädigten und Zwangssterilisierten e. V.“.
Bestandsumfang und -inhalt: 1 Kasten; Nrr. 1-23. Tätigkeitsberichte, Verfassung, Korrespondenz, Zeitungsartikel, Veranstaltungshinweise, Besuch polnischer Zwangsarbeiter in Frankfurt und Film "Die zwei Balkone".
Findmittel: Vorgeordnet. Liste.

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