Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Städtisches Archiv bis 1868

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Städtisches Archiv bis 1868

Das Alte Archiv umfasst Bestände städtischer, kirchlicher und privater Provenienzen vom Mittelalter bis zur Einführung der preußischen Magistratsverfassung 1868. Die Ersterwähnung Frankfurts im Jahr 794 ist nicht im Alten Archiv dokumentiert, vielmehr befindet sich die entsprechende Urkunde, in der Frankfurt lediglich als Ausstellungsort erwähnt wird, im Bayrischen Hauptstaatsarchiv München.

Die älteste Frankfurter Urkunde stammt aus dem Archiv des Bartholomäusstiftes. Es handelt sich um ein Privileg Kaiser Karls III. vom 2. Dez. 882 für das Salvatorstift (seit dem 13. Jahrhundert Bartholomäusstift). Frankfurt war zu dieser Zeit noch Pfalz. Neben dem Archiv des Bartholomäusstiftes gingen im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch die Archive des Liebfrauen- und des Leonhardsstiftes sowie die Archive des Dominikaner- und des Karmeliterklosters in städtischen Besitz über, während das Barfüßerkloster, das Katharinen- und das Weißfrauenkloster bereits in der Reformationszeit säkularisiert wurden.

Die städtische Überlieferung setzt erst mit dem Privileg Nr. 1 vom 15. Aug. 1219 ein, in dem Kaiser Friedrich II. die damals noch unfreie Bürgerschaft erstmals als Rechtspersönlichkeit anerkannte. Durch weitere kaiserliche Privilegien entwickelte sich Frankfurt allmählich zur Reichsstadt. Der Anfang einer kommunalen Selbstverwaltung liegt in der Anlage der Bürgerbücher im Jahr 1311, mit denen die Reihe der städtischen Amtsbücher eröffnet wurde.

Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Bedeutung Frankfurts als Reichsstadt, Messestadt und Wahl- und Krönungsort der Könige und Kaiser sind die Bestände des Alten Archivs nicht nur für die stadt- und regionalgeschichtliche Forschung, sondern auch für reichsgeschichtliche Themen interessant. Das gilt insbesondere für die Kaiserschreiben und die nahezu vollständige Reihe der Reichstagsakten. 1944 wurden zwei Drittel der Bestände zerstört, wobei einige wichtige Bestände (Bedebücher, Rechenbücher, Bauamt, Senatsakten u. a.) betroffen waren. Dennoch gehört das Institut für Stadtgeschichte mit seinen über 3000 Regalmetern an mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Überlieferung zu den wichtigsten kommunalen Archiven Deutschlands.

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