Das „Albert-Mangelsdorff-Archiv“ im Institut für Stadtgeschichte
Dem Institut für Stadtgeschichte gelang ein einzigartiger Zuwachs seiner
Bestände: Der Nachlass des berühmten und international bedeutenden
Frankfurter Jazzmusikers Albert Mangelsdorff konnte für das Haus gewonnen
werden. Der Erwerb wurde unter anderem durch das Engagement des Kulturdezernenten
Professor Dr. Felix Semmelroth sowie eine großzügige Unterstützung
der Polytechnischen Gesellschaft ermöglicht.
Der Nachlass umfasst 40 Regalmeter an Materialien unterschiedlicher Art. Dazu
gehören alle Musikinstrumente des Künstlers, 6 Kisten mit Noten und
Arrangements, etwa 1000 Schallplatten, 80 Tonbänder, 200 MCs, 300 CDs,
50 Videokassetten, Preise und Urkunden, Fotos, Plakate, Bücher, Zeitschriften,
Programmhefte sowie 100 Aktenordner mit persönlicher Korrespondenz, Verträge
und gesammelte Zeitungsausschnitte. Insgesamt handelt es sich um die Dokumentation
eines außerordentlich schaffensreichen Künstlerlebens, die in ihrer
Vollständigkeit wohl außergewöhnlich ist.
Der Jazz und seine Geschichte ist für das Institut für Stadtgeschichte
kein Neuland. In seinen Sammlungen besitzt es zahlreiche Dokumente von Plakaten
bis Fotografien von Jazzgruppen und Einzelmusikern der bedeutenden Frankfurter
Jazzgeschichte. Viele Besucher erinnern sich an unsere große, inszenierte
Ausstellung im Jahr 2004/5 „Der Frankfurt-Sound“ im Karmeliterkloster
mit zahlreichen Konzerten und anderen Begleitveranstaltungen.
Der Neuerwerb, der umfassend und breit angelegt ist, wird den Grundstock für
ein Frankfurter Jazzarchiv bilden das den Namen trägt: Albert-Mangelsdorff-Archiv.
Das Institut für Stadtgeschichte wendet sich für den Ausbau des Archivs
an alle Jazzinteressierten mit der Bitte, uns Sammlungsstücke zum Thema
Jazz anzuvertrauen und damit das Archiv bereichern. Hinzufügen möchten
wir, dass das Institut für Stadtgeschichte selbst zu den Orten der Frankfurter
Jazzszene zählt: In Archivierung und Restaurierung, aber auch in Buchveröffentlichungen,
Vorträgen, Erzählcafé-Veranstaltungen und Konzerten im alten
Karmeliterkloster findet die Jazzmusik in unserem Haus vielfältige Resonanz.
Albert Mangelsdorff wusste sich der Stadt Frankfurt sehr verbunden. Auch deshalb
ist es in seinem Sinn, dass sein Nachlass in seiner Heimatstadt aufbewahrt
und genutzt wird. In dem Buch „Albert Mangelsdorff, Frankfurt am Main.
Jazzmusik und grüne Soß“ findet sich ein Zitat, das sein Verhältnis
zu Frankfurt für ihn charakteristisch zum Ausdruck bringt:
„Sehr oft werde ich gefragt, ob ich als Jazzmusiker nicht besser in
New York oder in den USA gelebt hätte, aber mich hat es eigentlich nie
hier weggezogen. Ich fand immer, dass ich in Frankfurt am besten aufgehoben
war. Ich glaube auch, dass so, wie ich mich entwickelt habe, als Musiker und
als Künstler, es nirgendwo anders möglich gewesen wäre. Ich
wollte nie von Frankfurt weg.“
Der Nachlass, der zur Zeit inventarisiert wird, steht demnächst der wissenschaftlichen
Forschung und für Ausstellungen zur Verfügung.