Im Mai 1960 beschlossen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung einen Altenplan,
der es sich zur Aufgabe gestellt hatte, das Leben der in Frankfurt am Main
ansässigen äteren Bürger lebenswerter zu gestalten, insbesondere
für solche alten Menschen, denen das Schicksal es versagt hatte, in der
Obhut ihrer eigenen Familie zu verbleiben. In vielen Ländern und Großstädten
wurden Altenpläne entwickelt, die darauf abzielten, das Leben der alten
Menschen in wirtschaftlicher, gesundheitlicher und kultureller Beziehung zu
erleichtern und nach besten Kräften zu fördern.
"Geschlossene Altenhilfe"
Auf Grund des Altenplans wurden neue Altenwohnungen, Altenheime und Pflegeheime
gebaut. Altenheimplätze wurden in Pflegebetten umgewandelt. Auch wurde
die Ausbildung von Altenpflegerinnen verstärkt. Die Finanzierung erfolgte
teils durch städtische Zuschüsse, teils aus dem Hessischen Altenplan.
"Offene Altenhilfe"
Die wirtschaftlichen Verhältnisse der alten Leute sollte verbessert werden.
Dies geschah durch Erhöhung der Leistungen über die Landesvorschriften
hinaus, z. B. bei Mehrbedarfszulagen, Winterbrandbeihilfen und Krankenzulagen.
Eine Verbesserung der Situation brachte auch die Einrichtung von "Essen
auf Rädern" z. B. des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.
Im Rahmen der Gesundheitsfürsorge wurde die Altenerholungshilfe der Stadt
Frankfurt am Main eingerichtet. Aus städtischen Mitteln wurde alten Frankfurter
Bürgern ein vierzehntägiger Urlaub im Kinzigtal und im Vogelsberg
gewährt.

Pressemeldung zum Altenerholungswerk (Große
Abbildung)
Daneben gab es noch die Tageserholung für ältere Frankfurter Bürger.
Dabei wurden Bus- und Schiffsfahrten in die Umgebung angeboten, z. B. nach
Seligenstadt, Hochheim, in den Odenwald und in den Spessart. Das Programm umfaßte
jedes Jahr drei Ausflüge, die so beliebt waren, dass viele Interessenten
nicht berücksichtigt werden konnten. Man konnte ihnen nur raten, sich
im folgenden Jahr früher zu bewerben.

Mit dem Schiff auf dem Main unterwegs
Im Gegensatz zu den früheren "Wärmestuben" sollten Altenclubs
nicht nur Wärme sondern auch Unterhaltung bieten. Vorallem der Frankfurter
Bund für Volksbildung führte viele Veranstaltungen durch (Lichtbildvorträge,
Filmvorführungen, Museumsbesuche, Sonntagsausflüge, Kaffeenachmittage
usw.). Die Abteilung Altenhilfe des Sozialamtes organisierte in der Vorweihnachtszeit
Sondervorstellungen der Städtische Bühnen, des Volkstheaters, der
Kömödie und des Fritz Rémond Theater am Zoo.

Weihnachtsfeier im Altenheim
Die anfänglich organisierten Karnevalsveranstaltungen tauchen in den
Akten später nicht mehr auf. Vielleicht traf das doch nicht so ganz den
Geschmack der Senioren. Im Alter hat man es wohl lieber etwas ruhiger. Stadtverwaltung
und private Verbände tun jedenfalls ihr Möglichstes, damit ältere
Mitbürger ihren Lebensabend genießen können.