Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Newsletter, Ausgabe 9

Auch den Alten soll es gut gehen - Was Frankfurt für seine Senioren macht

Im Mai 1960 beschlossen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung einen Altenplan, der es sich zur Aufgabe gestellt hatte, das Leben der in Frankfurt am Main ansässigen äteren Bürger lebenswerter zu gestalten, insbesondere für solche alten Menschen, denen das Schicksal es versagt hatte, in der Obhut ihrer eigenen Familie zu verbleiben. In vielen Ländern und Großstädten wurden Altenpläne entwickelt, die darauf abzielten, das Leben der alten Menschen in wirtschaftlicher, gesundheitlicher und kultureller Beziehung zu erleichtern und nach besten Kräften zu fördern.

"Geschlossene Altenhilfe"
Auf Grund des Altenplans wurden neue Altenwohnungen, Altenheime und Pflegeheime gebaut. Altenheimplätze wurden in Pflegebetten umgewandelt. Auch wurde die Ausbildung von Altenpflegerinnen verstärkt. Die Finanzierung erfolgte teils durch städtische Zuschüsse, teils aus dem Hessischen Altenplan.

Szene aus dem Budge-Heim
Szene aus dem Budge-Heim

"Offene Altenhilfe"
Die wirtschaftlichen Verhältnisse der alten Leute sollte verbessert werden. Dies geschah durch Erhöhung der Leistungen über die Landesvorschriften hinaus, z. B. bei Mehrbedarfszulagen, Winterbrandbeihilfen und Krankenzulagen. Eine Verbesserung der Situation brachte auch die Einrichtung von "Essen auf Rädern" z. B. des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Essen auf Rädern

Im Rahmen der Gesundheitsfürsorge wurde die Altenerholungshilfe der Stadt Frankfurt am Main eingerichtet. Aus städtischen Mitteln wurde alten Frankfurter Bürgern ein vierzehntägiger Urlaub im Kinzigtal und im Vogelsberg gewährt.

Pressemeldung
Pressemeldung zum Altenerholungswerk (Große  Abbildung)

Daneben gab es noch die Tageserholung für ältere Frankfurter Bürger. Dabei wurden Bus- und Schiffsfahrten in die Umgebung angeboten, z. B. nach Seligenstadt, Hochheim, in den Odenwald und in den Spessart. Das Programm umfaßte jedes Jahr drei Ausflüge, die so beliebt waren, dass viele Interessenten nicht berücksichtigt werden konnten. Man konnte ihnen nur raten, sich im folgenden Jahr früher zu bewerben.

Dampferfahrt
Mit dem Schiff auf dem Main unterwegs

Im Gegensatz zu den früheren "Wärmestuben" sollten Altenclubs nicht nur Wärme sondern auch Unterhaltung bieten. Vorallem der Frankfurter Bund für Volksbildung führte viele Veranstaltungen durch (Lichtbildvorträge, Filmvorführungen, Museumsbesuche, Sonntagsausflüge, Kaffeenachmittage usw.). Die Abteilung Altenhilfe des Sozialamtes organisierte in der Vorweihnachtszeit Sondervorstellungen der Städtische Bühnen, des Volkstheaters, der Kömödie und des Fritz Rémond Theater am Zoo.

Weihnachtsfeier im ALtenheim
Weihnachtsfeier im Altenheim

Die anfänglich organisierten Karnevalsveranstaltungen tauchen in den Akten später nicht mehr auf. Vielleicht traf das doch nicht so ganz den Geschmack der Senioren. Im Alter hat man es wohl lieber etwas ruhiger. Stadtverwaltung und private Verbände tun jedenfalls ihr Möglichstes, damit ältere Mitbürger ihren Lebensabend genießen können.

Karnevalsfeier
Karneval im Altersheim

Quelle: Fürsorgeamt

© Sigrid Kämpfer

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