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Der vorliegende Plan zeigt die Flurstücke der Gemarkung „Mittler
Hassenpath Weg“ und der angrenzenden Gebiete des „Krumeweg“ und
der „Mehrfelder Landstraß“ sowie ein Verzeichnis der Eigentümer.
1784 hat Johannes Wicker, seinerseits „ackergerichts geschworner“,
diesen Parzellierungsplan auf Papier mit Tusche, farbig laviert, wiedergegeben.
Es handelt sich hierbei vermutlich um einen Auszug aus einem alten Wegebuch
von 1536.
Sichtbare Falzungen und Heftstichlöcher lassen den Rückschluß zu,
dass der Plan ehemals einer Akte beigeheftet war.
Zustandsbeschreibung
Durch einen ehemaligen Schimmelschaden ist der Plan stark geschädigt.
Zum einen ist das Papier stark abgebaut und brüchig, zum anderen haben
Mikroorganismen starke Verfärbungen und papierschädigende Stoffwechselprodukte
im Papier hinterlassen. Durch die starken Schädigungen ist der Plan für
die öffentliche Benutzung gesperrt.
Schimmelpilze treten überall in unserer Umgebung auf. Zusammen mit anderen
Pilzen und Bakterien tragen sie zum Abbau organischer Materie wie zum Beispiel
Papier, Textilien oder Leder bei - Materialien, die sich im großen Umfang
in Bibliotheken und Archiven befinden. Wenn die Temperatur über 25 Grad
und die relative Luftfeuchtigkeit über 65% dauerhaft ansteigt, erwachen
die Mikroorganismen zum Leben. Sind jedoch diese Lebensbedingungen für
Mikroorganismen nicht gegeben, besteht keine Gefahr.
Haben sie sich Papier als Grundnahrungsstoff ausgesucht, ernähren sie
sich von dem Grundbaustein des Papiers, der Celullose, sowie von tierischen
Leimstoffen oder von Verschmutzungen, die sich auf dem Papier befinden. Durch
Zerstörung der Cellulosefasern durch die Mikroorganismen verliert Papier
seine Zugfestigkeit und Elastizität.
Der vorliegende Plan ist soweit durch Mikroorganismen geschädigt, dass
eine Nutzung für die Öffentlichkeit nicht mehr möglich ist.
Ziel der Restaurierung ist es, den Plan zu reinigen, zu stabilisieren und
in Planlage der Benutzung wieder zugänglich zu machen.
Beschreibung der Restaurierung
• Trockenreinigung:
Mit einem Latexschwamm werden Oberflächenverschmutzungen wie Staub und
Schmutz abgenommen.
• Abnahme des Gewebes:
Das rückseitige Gewebe ist größtenteils gelöst. Da es
keine Informationen enthält, wird es mechanisch abgelöst und zu gegebener
Zeit durch ein Japanpapier ersetzt.
• Nassreinigung:
Da der Plan mit wasserempfindlichen Farben koloriert ist, darf die Behandlung
nicht im Wasserbad durchgeführt werden, sondern nur auf einem Saugtisch.
Durch Unterdruck wird aufgesprühtes Wasser direkt nach unten weggesaugt.
Somit ist die Verweildauer des Wassers im Papier zu gering, um die Farben
ausbluten zu lassen,
andererseits ausreichend, um Verschmutzungen oder Säuren aus dem Papier
auszuwaschen.
• Leimung:
Durch die Reinigung mit Wasser werden auch Stoffe ausgespült, die im Papier
erwünscht sind, zum Beispiel Leimstoffe. Mittels eines feinen Sprühers
wird eine Nachleimlösung ebenfalls auf dem Saugtisch aufgesprüht.
• Stabilisierung:
Um dem Plan so viel Festigkeit zu verleihen, dass er wieder bedenkenlos benutzt
werden kann, wird er vollflächig auf ein Japanpapier kaschiert.
• Archivierung:
Zur Schonung des aufwendig restaurierten Plans sowie dessen
besserer Lesbarkeit wird der Plan in Planlage in ein Passepartout montiert.
Auch hierbei wurde der Grundsatz der Restaurierung angewendet: So wenig wie möglich und soviel wie notwendig.
In diesem Sinne konnte auch hier wieder einmal ein Objekt vor den totalen Zerfall gerettet werden.
© Heike Herrmann