Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Newsletter, Ausgabe 12

Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main

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Auf Schreiben der Veranstalter der Internationalen Kochkunstausstellung 1911 stiftete die Stadt Frankfurt am Main drei silberne und drei bronzene Ehrenplaketten. Die vom Bildhauer A. Kraumann entworfene Plakette maß 70 x 55 mm und hatte auf der Vorderseite die Inschrift „EHRENGABE DER STADT FRANKFURT AM MAIN“.
In den folgenden Jahren wurde die silberne Plakette verliehen an Personen von hervorragender Bedeutung aus besonderen Anlässen oder bei Geburtstagen im vorgerückten Alter, an ausscheidende Magistratsmitglieder und solche Personen, die sich ganz besonders um die Stadt verdient gemacht haben, an Ausstellungen von internationalem Charakter als Ehrenpreise und an Frankfurter Vereine von besonderer Bedeutung aus Anlass von 100jährigen Jubiläen und die Bronze-Plakette an bedeutende Persönlichkeiten des Frankfurter Lebens aus Anlass von Geburtstagen (60., 70., 80. Geburtstag), an ausscheidende Magistratsmitglieder und Direktoren der städtischen Verwaltung und an Ausstellungen von nur örtlicher Bedeutung als Ehrenpreise.

1929 schuf der Bildhauer Benno Elkan eine neue Ehrenplakette, die auf der Vorderseite die Turmsilhouette der Stadt und auf der Rückseite den Text „Dank der Stadt Frankfurt am Main“ zeigte. Sie wurde in Bronze ausgeführt.

Plakette: Gestaltung Alexander Kraumann
Gestaltung Alexander Kraumann

Plakette: Gestaltung Benno Elkan
Gestaltung Benno Elkan

Durch Magistratsbeschluss Nr. 1775 vom 07.03.1932 wurden neue Richtlinien für die Verleihung von Ehrengaben der Stadt Frankfurt am Main beschlossen, wonach die Elkan´sche Plakette verliehen wird an besonders verdiente ausscheidende besoldete Magistratsmitglieder und langjährige unbesoldete Magistratsmitglieder; ferner Personen aus dem Privatleben von hervorragender Bedeutung (Künstler, Dichter, Schriftsteller, Wissenschaftler, Philantropen usw.), die sich ganz allgemein oder um das Gemeinwesen besondere Verdienste erworben und ein Alter von mindestens 60 Jahren haben und die Kraumann´sche Plakette in den oben bezeichneten Fällen - ohne Rücksicht auf das Lebensalter -, wenn eine besondere Auszeichnung am Platze ist, aber doch nicht die Elkan´sche Plakette als die höchste Auszeichnung zuerkannt wird.

1936 wurde Bildhauer Ludwig Mergehenn mit der Herstellung einer neuen Plakette beauftragt, die von ihrer Fertigstellung 1937 an als höchste städtische Auszeichnung galt.

Die 1952 von Professor Richard Scheibe geschaffene Plakette aus Bronze wurde zur Ehrung solcher hervorragender Persönlichkeiten bestimmt, deren Verdienste nicht durch die Verleihung der Goethe-Plakette zu würdigen sind (Magistratsbeschluss Nr. 1102 vom 15.09.1952). Alle früheren Plaketten wurden nicht mehr vergeben. Die Plakette zeigte auf der Vorderseite eine Frauengestalt (Francofurtia), die in der einen Hand einen Schild mit dem Frankfurter Wappen, in der anderen einen Zweig trägt und die Aufschrift „Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main“. Auf der Rückseite ist der Römer zu sehen.

Nach der Ehrenordnung von 1967 können mit der Ehrenplakette Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich auf kommunalpolitischem, kulturellem, wirtschaftlichem, sozialem oder städtebaulichem Gebiet um die Stadt Frankfurt am Main verdient gemacht haben und dazu beigetragen haben, das Ansehen der Stadt Frankfurt zu mehren.

1972 beschloss der Magistrat, die Zahl der Verleihungen auf jährlich fünf zu beschränken.

1976 wurde die die Ehrenplakette neu gestaltet. An Stelle der antikisierenden Stadtgöttin mit der Stadtkrone auf dem Haupt trat der stilisierte Frankfurter Adler (ohne Krone) nach einem Entwurf von Professor Hans Leistikow von 1924. Der überarbeitete Schriftzug auf der Rückseite stammt vom Grafiker Helmut Tamm.

Vergleich Scheibe und Leistikow aus Zeitungsartikel
Vergleich Scheibe und Leistikow aus Zeitungsartikel

Neben der großen Plakette und einer Urkunde gibt es seit 1991 den Adler auch als Miniatur-Plakette, die am Revers oder an der Bluse getragen wird.

Zu den Geehrten zählen u. a. Bürgermeister Dr. Hermann Luppe 1919, Kapellmeister Dr. Willem Mengelberg 1920, Prof, Dr. Ludwig Darmstädter 1921, Henry und Emma Budge 1924 bzw. 1930, Arthur und Karl von Weinberg 1924 bzw. 1927, Prof. Dr. Carl von Noorden 1928, Dr. Alfons Paquet 1931, Prof. Dr. Karl Herxheimer 1931 und Geheimrat Dr. Adolf Häuser 1932.
Eine Liste der ausgezeichneten Persönlichkeiten ab 1952 befindet sich auf  www.frankfurt.de unter „Rathaus“ - „Preise und Ehrungen“.

Friedrich Dessauer   Enrst May   Elisabeth Norgall   Rudi Arndt
Ehrungen: Friedrich Dessauer 1956, Ernst May 1966, Elisabeth Norgall 1967, Rudi Arndt 1989

© Sigrid Kämpfer

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