(Alle Abbildungen können durch anklicken vergrößert werden!)
Die Fotosammlung des Instituts ist seit kurzem um eine Besonderheit reicher,
denn aus dem Archiv des Fotografen Gustav Hildebrand konnten rund 60 Bilderserien
zu Frankfurter Themen erworben werden.
Gustav Hildebrand wurde 1925 in Schlüchtern geboren. Er ist freischaffender
Fotojournalist und war beruflich weltweit tätig. 1982 wurde er in die „Deutsche
Gesellschaft für Photographie“ (DGPh) berufen.
Hildebrand verfasste vor allem Reportagen für Magazine wie „Stern“, „Scala“ und „Neue
Illustrierte“, für die er neben den Fotos auch den gesamten Text
lieferte. Darüber hinaus publizierte er Fotobücher zu hessischen
und fränkischen Landschaften sowie zu regionalgeschichtlichen Themen,
zuletzt „U-Bahn, Zeil und Wolkenkratzer“ (2007).
Die vom Institut erworbenen Aufnahmen bieten einen Querschnitt durch das
Frankfurt der fünfziger und sechziger Jahre und enthalten viele Motive,
die in den Sammlungen des Instituts bisher kaum vertreten waren: amerikanische
Gemeinde (High School, Soldatensender AFN, Naturwissenschaft und Medizin
(Georg-Speyer-Haus, Herzchirurgie in der Universitätsklinik, Battele-Institut),
Flughafen (Luftfahrtschule, Flugsicherung, Tierstation), öffentliche
Verwaltung (berittene Polizei, Deutsche Bibliothek, Haus der Jugend) und
schließlich stark zeitgebundene Themen der Epoche (Gastarbeiterlager,
Sekretärinnenschule, Schlüsselkinder, Fischsterben auf dem Main,
erstes Gartencenter) und anderes mehr.
Obgleich es sich überwiegend um arrangierte Aufnahmen handelt, bieten
die Bilder doch einen Blick auf Zeiterscheinungen, Arbeitsplätze und
Milieus hinter sonst verschlossenen Türen. Diese Fotografiegattung – in
der Sprache der Agenturen „people-Fotografie“ genannt - gewinnt
im Institut für Stadtgeschichte, das traditionell über starke Bestände
in den Bereichen Stadtbild, Porträt und Ereignis verfügt, immer
mehr an Bedeutung.
Die Auswertung der Aufnahmen wird in Kürze abgeschlossen sein. Diejenigen
Fotos, die zur dauernden Aufbewahrung bestimmt sind, werden dann signiert.
Damit sind die Fotos vor Ort benutzbar. Digitalisierung und Erfassung in
der Datenbank sind für 2009 geplant.
© Tobias Picard