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Im Januar 2007 hat das Institut für Stadtgeschichte eine bedeutende Sammlung
unterschiedlichster Materialien zum Zweiten Weltkrieg von Gustav Lerch (*1929,
Kaufmann, lebte 1951-1960 in Kanada) erworben.
Zur Sammlung gehören neben etlichen Bombensplittern und Metallstücken
abgeschossener Flugzeuge, zahlreichen Kopien aus amerikanischen Archiven mit
detaillierten Informationen zu den alliierten Luftangriffen, Zeitungen und
Zeitschriften sowie annähernd 600 Büchern vor allem eine umfassende
Plakatsammlung.
Diese Plakate sind nicht alles Erzeugnisse der NS-Reichspropagandaleitung. Von den insgesamt 700 Plakaten stammen etwa 450 aus Deutschland, etwa 200 aus den USA und ca. 60 von anderen Staaten.
Inhaltlich handelt es sich ausschließlich um Kriegspropaganda bzw. um Plakate mit Botschaften zu fast allen durch den Weltkrieg betroffenen Lebensbereichen.
Die Sammlung Lerch bietet die außergewöhnliche Möglichkeit, eine umfangreiche repräsentative Auswahl von Plakaten eines thematischen und zeitlichen Entstehungszusammenhangs an einem Ort vergleichend betrachten zu können. Dabei werden zwar unter Umständen keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse begründet, es treten aber verschiedene Aspekte augenscheinlicher hervor.
Der Themenschwerpunkt der NS-Propaganda war naturgemäß die Beförderung der Kriegsmoral und des Kampfeswillens an der Heimat- und an der Kampfesfront durch Illustrationen des heroischen Soldaten. Seit den schweren Verlusten in Stalingrad konzentrierte sich die Kriegspropaganda auf die Verbreitung von Durchhalteparolen und die Heraufbeschwörung des „Endsiegs“. Schon seit Ausbruch des Krieges war außerdem massiv für den Reichsluftschutzbund plakatiert worden, der um Mitglieder warb oder über Luftschutzmaßnahmen informierte. Daneben appellierten Plakate des „Volksopfers„, „Kriegshilfswerks“ oder des „Winterhilfswerks für das Deutsche Volk“ werbewirksam an die Spendenbereitschaft des deutschen Bürgers. Mit Fortschreiten des Krieges und einhergehender Ressourcenknappheit traten Themen wie sparsamer Energieverbrauch und Aufforderungen zur Teilnahme an Altkleider- und Altmetallsammlungen hinzu.
Sieht man von dem fundamental konträren politischen Hintergrund der Vereinigten Staaten ab, so sind für viele durch den Krieg betroffene Lebensbereiche in den US-amerikanischen Plakaten vergleichbare Botschaften anzutreffen. Da der Kampfschauplatz sich jedoch nicht auf dem eigenen Kontinent befand, ging es nicht ausschließlich um die Mobilisierung der eigenen Kräfte innerhalb des Staates sondern um die Finanzierung einer mengen- und qualitativ hochwertigen Ausrüstung der Armee. Etwa 70 der im Institut für Stadtgeschichte vorhandenen amerikanischen Plakate, was etwa 30 Prozent entspricht, appellieren daher an die Bereitschaft der US-Bürger, Kriegsanleihen zu kaufen.
Wenn man nun einzelne Plakate der beiden Nationen gegenüber stellt, so sind auch hinsichtlich der Gestaltungsmittel erstaunliche Ähnlichkeiten festzustellen:
Ein typisches Kriegspropagandaplakat bildet den heroischen Soldaten ab, der trotz Kopfverletzung zum Kampf entschlossen ist.
















