Streiflichter zur Frankfurter Stadtgeschichte
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Das Karmeliterkloster

Das Karmeliterkloster, Sitz des Instituts für Stadtgeschichte, hat eine bewegte Geschichte.
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Wandmalereien von Jörg Ratgeb

Die Wandgemälde von Jörg Ratgeb im Karmeliterkloster gehören zu den bedeutendsten vorbarocken Wandmalereien nördlich der Alpen.
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Schutz für Messegäste

Geleitschutz für anreisende Messegäste im frühen Mittelalter.
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Epitaph von Wicker Frosch
Unter Epitaph versteht man ein Grabmal bzw. eine Grabplatte mit ihrer Aufschrift. In dem Epitaphenbuch der Familie Holzhausen sind die Grabmäler von Familienangehörigen in den verschiedenen Frankfurter Kirchen abgebildet. Der Band mit farbigen Zeichnungen von Epitaphien und Wappen wurde von Johann Adolf von Holzhausen begonnen (1568-1616 oder 1602-1674) und reicht von ca. 1600-1650 bis 1836.
Die Holzhausens und Frankfurt
Die Familie Holzhausen gehörte fast 700 Jahre lang, von 1245 bis zu ihrem Aussterben 1923, zu den angesehensten Patrizierfamilien in Frankfurt. 30 Familienangehörige waren Bürgermeister der Reichsstadt, einige Stadtschultheißen, viele Gesandte auf Reichs-, Kreis- und Städtetagen. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts beteiligte sich die Familie am Groß- und Fernhandel, beschränkte sich danach aber auf die Verwaltung ihrer zahlreichen Landgüter und Lehen. Seit 1313 besaß sie eine eigene Grablege in der Weißfrauenkirche, seit 1477 auch eine eigene kleine Grabkapelle darin, die neben der St. Peterskirche bis 1783 als Erbbegräbnis diente. Sommersitz der Familie war die 1470 erworbene Holzhausen-Öde im Norden der Stadt, die 1727/29 durch den Darmstädter Architekten Louis Remy de la Fosse zu einem Wasserschlösschen umgestaltet wurde, das heute noch ein beliebter Veranstaltungsort ist.
Die Stiftungen
Dargestellt ist hier das Grabmal von Wicker Frosch in der Katharinenkirche: Die Familien Frosch und Holzhausen waren durch Heiratsbeziehungen verbunden. Wicker Frosch (ca. 1300-1363), Scholaster am Stift St. Stephan in Mainz und zugleich Kantor des Frankfurter Bartholomäus-Stifts, stiftete ein Spital (für 20 Personen) und ein Kloster (für 30 Personen), beide der heiligen Katharina geweiht, beide mit eigener Kapelle. Seine Stiftung wurde 1354 durch den Erzbischof von Mainz, 1358 durch den Papst und 1361 durch den Kaiser bestätigt; sie lebt bis heute im Katharinen- und Weißfrauenstift und in der Katharinenkirche fort. Wicker Frosch stand in einem sehr engen Verhältnis zu Kaiser Karl IV., welcher ihn 1350 zu seinem Hofkaplan ernannte und 1360 in den Adelsstand erhob. Wicker reiste in den Diensten der Stadt Frankfurt nach Rom an die päpstliche Kurie, wo er für sie Privilegien zur Befreiung von der geitslichen Gerichtsbarkeit des Erzbischofs von Mainz erwirkte.

Undatiert (17. Jh.), Kolorierte Federzeichnung
Die Abbildung zeigt ihn - völlig unhistrorisch - in barocker Tracht und Perücke, was auf die Entstehungszeit der Zeichnung, das 17. Jahrhundert, verweist. In seiner Hand hält er die (idealisierend dargestellte) Katharinenpforte neben seiner Stiftung, an der Stelle der heutigen Katharinenkirche (an der Hauptwache).
(Dieser Artikel erschien erstmals in „Alte Documente ... sind uns so lieb als Gold“ Kostbarkeiten aus hessischen Archiven, herausgegeben von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, 2000)