Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Abwehr schlechten Geldes

Streiflichter zur Frankfurter Stadtgeschichte

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Carl Knabenschuh

Frankfurt Bornheim, Ausschnitt
Mit dem steigenden visuellen Informationsbedürfnis nimmt auch die Bedeutung der Bildüberlieferung in den Archiven zu.
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Viehhaltung in der Stadt

Kartenausschnitt
Die abgebildete Karte ist der Tatsache zu verdanken, dass bei Prozessen vor dem Reichskammergericht ...
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Königswahl in Frankfurt

Goldene Bulle
In der Goldenen Bulle von 1356, die auf den Reichstagen von Nürnberg am 10. Januar ...
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Abwehr schlechten Geldes

Als Handels- und Messestadt war Frankfurt am Main stets auf gutes Geld in ausreichenden Mengen angewiesen. Hierfür sorgte unter anderem die 1401 begründete und 1418 wiederbelebte Reichsmünzstätte, die bis 1522 größere Mengen von Goldgulden in guter Qualität herstellte. Im Jahr 1428 erhielt die Stadt das Recht zur Prägung von Silbermünzen und 1555 das Goldmünzenprivileg. Mindestens eben so wichtig wie das Münzrecht war das Recht der Münzpolizei, mit dem die Stadt Münzen zulassen oder verbieten (verrufen) durfte.

Mandate mit Abbildungen

In einer Zeit eines heterogenen Geldumlaufs liefen viele schlechte Münzen um. Gewissenlose Münzherren imitierten gängige Sorten, aber mit verringertem Edelmetallgehalt, und setzten sie in Umlauf, um sich finanziellen Vorteil zu verschaffen. Die wichtigen Handelsstädte überwachten den Zahlungsverkehr, ließen das umlaufende Geld durch eigene Probierbeamte (Wardeine) untersuchen und veröffentlichten die Ergebnisse. Als Ende des 15. Jahrhunderts viele schlechte Goldgulden im Verkehr waren, erließen Frankfurt, Straßburg und Nürnberg zwischen 1494 und 1505 Mandate mit den Abbildungen minderwertiger Goldgulden, die vorwiegend am Niederrhein, in den Niederlanden, Westfalen und Ostfriesland geprägt worden waren. In der Regel bediente man sich in dieser Zeit schon des Druckes und für die Abbildungen des Holzschnittes, doch stellte man auch undatierte und mit Handzeichnungen illustrierte Ausfertigungen auf Pergament her. Es war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts üblich, Münzmandate zu illustrieren, um auch die Teile der Bevölkerung vor der Annahme schlechten Geldes zu warnen, die nicht lesen und schreiben konnten.

Mandat
Undatiert, Pergament mit Federzeichnungen, diagonal kanzelliert

Herkunft schlechten Geldes

Die schlechten und deshalb in Frankfurt nicht zugelassenen Gulden stammten in der Reihenfolge der Abbildungen aus den Hochstiften Lüttich und Osnabrück, Brabant, Ostfriesland, der friesischen Stadt Franeker, dem Herzogtum Geldern, Ostfriesland (ein zweiter Typ), den Hochstiften Münster und Utrecht, der Grafschaft Moers, den Städten Groningen, Zwolle, Deventer, Dortmund und Gent, Dänemark, Ostfriesland (ein dritter Typ) und dem Herzogtum Kleve.

Mandate dieser Art konnten das schlechte Geld zwar nicht aus dem Zahlungsverkehr verbannen, es aber bekannt machen und seine Annahme verhindern helfen.

(Dieser Artikel erschien erstmals in „Alte Documente ... sind uns so lieb als Gold“ Kostbarkeiten aus hessischen Archiven, herausgegeben von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, 2000)

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