Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Das Instituts für Stadtgeschichte, seine Geschichte und Bestände

Streiflichter zur Frankfurter Stadtgeschichte

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Das Karmeliterkloster

Alte Schrägansicht des Karmeliterklosters
Das Karmeliterkloster, Sitz des Instituts für Stadtgeschichte, hat eine bewegte Geschichte.
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Wandmalereien von Jörg Ratgeb

Engel, Ausschnitt Wandmalereien
Die Wandgemälde von Jörg Ratgeb im Karmeliterkloster gehören zu den bedeutendsten vorbarocken Wandmalereien nördlich der Alpen.
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Reichsadler vs. "gerupfter Spatz"

Leistikow-Adler
Oft veränderte er sein Aussehen, doch Stadtadler blieb er immer!
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Das Institut für Stadtgeschichte

Die Stadt Frankfurt am Main wurde 794 erstmalig erwähnt und war bis 1806 erst Pfalz und dann Reichsstadt. Als Wahl- und Krönungsort der Könige und Kaiser besaß es Funktionen einer Reichshauptstadt. In der Zeit von 1806 bis 1813 diente sie dem Fürstprimas Karl von Dalberg, später Großherzog von Frankfurt, als Residenz. Von 1815 bis zur Annexion durch Preußen war Frankfurt freie Stadt und als Sitz des Bundestages wiederum „heimliche“ deutsche Hauptstadt. Anschließend war es Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau und nach 1945 des Landes Hessen.

Das Stadtarchiv

Der historische Kern des Archivs ist die Schriftgutüberlieferung der freien Reichsstadt Frankfurt, deren Selbstverwaltung 1311 einsetzte und deren Rat 1395 einen Turm für sein Archiv errichten ließ. Nach der Verlegung des Rathauses in den heute noch hierfür genutzten Römer im Jahr 1408 wurde mit dem Turm Frauenrode ein eigenes Archivgebäude errichtet, das 1900 Rathauserweiterungen weichen mußte. Im Jahr 1614 wurde das städtische Archiv ein eigenes Amt mit eigenem Personal. Wichtigen Zuwachs erhielt das Archiv durch die Unterlagen säkularisierter Stifte und Klöster als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803, die Frankfurt betreffenden Akten des Reichskammergerichts und des Oberappellationsgericht der vier freien Städte des Deutschen Bundes und die Eingemeindungen ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert.

Schon im 18. Jahrhundert führte drückende Platznot zu Ausweichmagazinen. Der Bezug eines Zweckbaus 1878 schuf nur vorübergehende Entspannung. Weil nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht rechtzeitig mit den Auslagerungen begonnen worden war, fielen wichtige Bestände wie große Teile des Ratsarchivs, die städtischen Rechenbücher des späten Mittelalters und die Registratur des Senats der freistädtischen Zeit von 1815 bis 1866 dem Bombenkrieg zum Opfer. Hinzu kamen große Schriftgutverluste in den Behörden. Provisorischen Unterbringungen folgte ab 1959 der schrittweise Bezug des Karmeliterklosters, in dem das Institut für Stadtgeschichte heute mit der Verwaltung und einem Teil seiner Bestände untergebracht ist, weiterhin aber noch Außenmagazine benötigt.

Trotz schwerster Kriegsverluste bietet die im Institut verwahrte städtische und nichtstädtische Schriftgutüberlieferung, erweitert um Dokumentationsgut und audiovisuelle Quellen, der regionalen wie überregionalen Geschichtsforschung gute Forschungsmöglichkeiten.

Ansicht des Klosters
Ansicht des Karmeliterklosters

Die Bestände

Die wichtigsten Bestände bilden die der zentralen städtischen Überlieferungen, so die erhalten gebliebenen Teile des Ratsarchivs vor 1806. Leider klafft bis zum Einsetzen der Magistratsregistratur eine Lücke, denn die Überlieferung des Senats der freistädtischen Zeit ist bis auf die Protokolle verbrannt. Die 1869 beginnende und im Augenblick bis 1969 reichenden Akten des Magistrats stellen die wichtigste und geschlossenste Überlieferung zur Geschichte der Stadt dar und werden von den Überlieferungen der Stadtverordnetenversammlung und der städtischen Ämter ergänzt. Der nichtstädtische Teil setzt sich aus Nachlässen, Firmenarchiven wie dem des Bankhauses Bethmann, Archiven von Vereinigungen wie der Polytechnischen Gesellschaft, Stiftungen und Körperschaften wie der Industrie- und Handelskammer zusammen und ist neben dem städtischen Schriftgut unentbehrlich für die Geschichte der Stadt. Umfangreiche und qualitätsvolle Sammlungen von Bildern, Karten, Plänen und Plakaten sowie stadtgeschichtliches Dokumentationsgut ergänzen die aufgeführten Beständegruppen.

(Dieser Artikel erschien erstmals in „Alte Documente ... sind uns so lieb als Gold“ Kostbarkeiten aus hessischen Archiven, herausgegeben von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, 2000)

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