Streiflichter zur Frankfurter Stadtgeschichte
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Das Melem´sche Hausbuch

Eine der schönsten Handschriften des Frankfurter Stadtarchivs ...
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Wandmalereien von Jörg Ratgeb

Die Wandgemälde von Jörg Ratgeb im Karmeliterkloster gehören zu den bedeutendsten vorbarocken Wandmalereien nördlich der Alpen.
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Reichsadler vs. "gerupfter Spatz"

Geleitschutz für anreisende Messegäste im frühen Mittelalter.
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Frankfurter Messegäste unter besonderem Schutz
Im Lager bei der Belagerung von Ascoli Piceno in der Mark Ancona während seiner Auseinandersetzungen mit dem Papst unterstellte Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen alle Besucher der Frankfurter Messe (ad nundinas aput Frankenfurth venientes) seinem und des Reiches besonderen Schutz. Diese Urkunde ist zugleich ein Beleg, dass Frankfurt bereits ein wichtiger Handelsplatz und Messeort war. Schon die karolingerzeitliche Pfalz war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Frankfurt wegen seiner verkehrsgünstigen Lage ein geeigneter Marktort.
Messen in Frankfurt und Friedberg
Seit dem frühen Mittelalter entwickelten sich regionale Jahrmärkte
oder Messen, von denen einige bis zum heutigen Tag überdauert haben
und in der Regel von Frühjahr bis zum Herbst abgehalten wurden. In
der Wetterau waren Frankfurt und später Friedberg wichtige Marktorte
und genossen königliche Förderung. Messen sind jedoch für
Frankfurt erst ab Mitte des 12. Jahrhunderts belegt. Aus dieser Zeit datiert
das Rechtsgutachten des Mainzer Rabbi Eliezer ben Nathan über Mietverhältnisse
jüdischer Messebesucher, auch in Frankfurt. Als König Heinrich
(VII.) im Jahr 1227 die Würzburger Allerheiligenmesse stiftete, benannte
er als Vorbilder die Messen in Frankfurt und Donauwörth und gewährte
den Messebesuchern denselben Geleitschutz wie den Kaufleuten, die zur Messe
in die beiden genannten Messeorte reisten. Die drei Erwähnungen zwischen
der Mitte des 12. Jahrhunderts und 1240 sind eindeutige Belege für
eine nicht zu unterschätzende Bedeutung der Frankfurter Messe, die
zunächst nur im Herbst abgehalten wurde.

Urkunde Kaiser Friedrich II. vom 11. Juli 1240, Pergamenturkunde mit Wachssiegel
Weitere Messeprivilegien
Knapp hundert Jahre nach der Urkunde Friedrichs II. ließen sich die Frankfurter 1330 von Ludwig dem Bayern einen zweiten Messetermin im Frühjahr oder zu einem beliebigen Termin genehmigen. Weitere Messeprivilegien folgten. Ludwig der Bayer schränkte 1332 die anderen Städten, Märkten und Dörfern verliehenen Marktfreiheiten ein, die dann nur noch Wochenmärkte waren. 1337 schaltete er Konkurrenzmessen für Frankfurt aus, als er den Frankfurtern gegenüber erklärte, weder der Stadt Mainz noch anderen Städten Märkte oder Messen zu gestatten, die der Frankfurter Messe Nachteile verschaffen könnten.
Dem Niedergang folgten Fachmessen
Die Frankfurter Messen im Frühjahr und Herbst waren jetzt fester und wichtiger Bestandteil des mitteleuropäischen Wirtschaftslebens und sind dach einem Niedergang im 19. Jahrhundert und einer Wiederbelebung nach dem Ersten Weltkrieg bis heute geblieben, auch wenn sie heute als Fachmessen abgehalten werden und damit einen völlig anderen Charakter haben als im Jahr 1240.
(Dieser Artikel erschien erstmals in „Alte Documente ... sind uns so lieb als Gold“ Kostbarkeiten aus hessischen Archiven, herausgegeben von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, 2000)