Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Vom Reichsadler zum „gerupften Spatz“

Streiflichter zur Frankfurter Stadtgeschichte

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Wandlungen des Frankfurter Wappentiers

Der Frankfurter Stadtadler geht auf den einköpfigen Reichsadler zurück, der noch im 13. Jahrhundert vom königlichen Schultheiß im Siegel geführt wurde. Um 1390 erscheint für die nun mehr selbst verwaltete Reichsstadt Frankfurt ein eigenes Wappenbild, der Frankfurter Adler mit einer Krone zum Zeichen der Abhängigkeit vom Reich.

Vom Staats- zum Stadtwappen

Um 1540 diente der Frankfurter Adler als Marke der Papiermühle in Bonames. Das zuerst hier als Teil des Wasserzeichens verwendete F auf der Brust des Adlers diente wahrscheinlich der besseren Unterscheidung von den Wappen anderer Reichsstädte. 1583 ließ der Rat vom Glasmaler Hans Vetter eine Aquarellzeichnung des Adlers anfertigen, die im Römer hing. Nach der Einverleibung Frankfurts in den preußischen Staat 1866 wurde der Frankfurter Adler vom Staats- zum Stadtwappen.

Frankfurter Stadtadler von 1583
Frankfurter Stadtadler von 1583

Veränderungen in der Weimarer Republik

In der Weimarer Republik veränderte der Adler für kurze Zeit sein Erscheinungsbild. Diese neue Variante wurde im Hochbauamt Mitte der zwanziger Jahre nach Entwürfen des damaligen Stadtbaumeisters Ernst May (1886-1970) vom Grafiker Hans Leistikow (1892-1962) kreiert. Aus den 13 von ihm angefertigten Mustern für einen neuen Adler wurde eines erwählt und zeitweise sogar offiziel verwendet. Obwohl sich ein heftiger Disput innerhalb der Stadtverordnetenversammlung und der Bürgerschaft nach der Kreierung dieses neuen „gerupfter Spatz“ genannten Adlers entzündete, wurde er auf stadtamtlichen Drucksachen und Briefköpfen bis in die 1930er Jahre verwendet und ist auch heute noch z.B. auf der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt oder auf der Fahne des Instituts für Stadtgeschichte zu finden.

Leistikowscher Adler
Leistikowscher Adler, um 1925

Die heutige Gestalt des Adlers

Nach einer Übergangszeit, in der sich der Stadtadler in verschiedener Darstellung zeigte, wurde durch Erlass des Oberpräsidenten 1936 der Stadt ein neues Stadtwappen verliehen, das auf das Wappenbild des Bildhauers Eduard Schmidt von der Launitz aus dem Jahre 1841 zurückgriff. Nachdem der Frankfurter Adler nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in verschiedener Weise verwendet worden war, wurde das städtische Wappen in der Hauptsatzung von 1952 festgelegt und folgte dem Adler von 1936, der bis heute gültig ist.

Frankfurter Stadtwappen von 1936
Frankfurter Stadtwappen von 1936

(Dieser Artikel erschien erstmals in „Alte Documente ... sind uns so lieb als Gold“ Kostbarkeiten aus hessischen Archiven, herausgegeben von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, 2000)

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