Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Geschichte des Karmeliterklosters

Streiflichter zur Frankfurter Stadtgeschichte

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Carl Knabenschuh

Frankfurt Bornheim, Ausschnitt
Mit dem steigenden visuellen Informationsbedürfnis nimmt auch die Bedeutung der Bildüberlieferung in den Archiven zu.
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Wandmalereien von Jörg Ratgeb

Engel, Ausschnitt Wandmalereien
Die Wandgemälde von Jörg Ratgeb im Karmeliterkloster gehören zu den bedeutendsten vorbarocken Wandmalereien nördlich der Alpen.
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Epitaph von Wicker Frosch

Epitaph
Unter Epitaph versteht man ein Grabmal bzw. eine Grabplatte mit ihrer Aufschrift.
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Geschichte des Karmeliterklosters

Zeittafel


 
um 1240 Karmeliter aus Palästina suchen in Frankfurt Zuflucht
1270 Weihe eines Altars an Maria, die Ordenspatronin, (erster Kirchbau) und eines Friedhofes
1290 Erweiterung der Kirche um einen Chor mit zwei Altären, Weihe eines zweiten Friedhofes
ab Ende 13. Jh. Beginn erster Klosterbauten nördlich der Kirche
Mitte 14. Jh. Anbau eines südlichen Kirchenquerschiffes mit Portal zur heutigen Alten Mainzer Gasse, Anbau einer Sakristei an die Südwand des Chores
ab ca. 1425 verstärkte Bautätigkeit unter Prior Peter von Frankfurt, gen. »Spitznagel«, an Kirche und Kloster:
Anbau von Kapellen an die Westseite des Querschiffes, Erhöhung des Chores, Verlängerung des Hauptschiffes nach Westen, Bau eines Dachreiters mit Glocken, Bau der »Vorhalle« nördlich der Kirche
ab ca. 1450 Erhöhung des Langschiffes und Bau der Orgelempore, Überwölbung des Querschiffes
1462 Fertigstellung eines Viertels des Kreuzganges nördlich der Kirche
1473 Beginn der Bauarbeiten an den Hauptgebäuden des Klosters
1490 Fertigstellung des Kreuzganges
ab 1490 Neubauten an der heutigen Karmelitergasse
1494 Einweihung der St. Anna-Kapelle
um 1495 Altar der Heiligen Anna, Flämischer Meister, heute im Historischen Museum Frankfurt
1514-1515 Anbetung der Heiligen Drei Könige, Jörg Ratgeb, Wandgemälde im Kreuzgang
1515-1521 Der göttliche Heilsplan, Jörg Ratgeb, Wandgemäldezyklus im Kreuzgang
1515 Abschluß der Bauarbeiten mit dem Priorbau
1517 Geschichte des Karmeliterordens, Jörg Ratgeb, Wandgemälde im Refektorium
20er Jahre des 16. Jh. Bekenntnis des Rats und der Bürgerschaft zu den Reformen Luthers, Abnahme der Spendenfreudigkeit, Vermietung und Beherbergung einzige Einnahmequelle

Merian Kupferstich
Detail aus dem Vogelschauplan, Kupferstich von Mattäus Merian, 1628

1633 Vertreibung der Mönche während des Dreißigjährigen Krieges, Rückkehr nach zwei Jahren
1638 Klosterbrand, Kirche bleibt verschont
1644-1658 Wiederaufbau dank großzügiger Spenden
2. Hälfte des 17. Jh. Geistiger, religiöser und wirtschaftlicher Aufschwung
1710-1713 Renovierung von Kirche und Klosteranlage, Verglasung des Kreuzganges, Restaurierung der Wandbilder
1803 Systematische Demontage und Umwandlung des Klosters als Folge der Säkularisation, zunächst Quartier für das Frankfurter Militär
1844 Niederlegung der Sebastiankapelle, an ihrer Stelle Errichtung eines Wohnhauses für den Lagerverwalter
1848 Ablösung des Frankfurter Militärs durch österreichische Truppen
1850 Einquartierung der Zollbehörde
1855 Aufbau eines fünfstöckigen Lagerhauses anstelle des 1840 abgebrochenen Parlatoriums und der 1855 abgetragenen Sakristei
1866-1882 Stationierung preußischer Truppen
1882 Einquartierung der Karmeliterschule im Refektorium
1922-1943 Wiederherstellungsmaßnahmen am Kloster
1923-1924 Einrichtung von Künstlerwohnungen und -ateliers
1923-1925 Erneuerung der Außenfassaden
1934-1936 Umfassende Renovierung der Kirche als Ausstellungs- und Konzertraum, Abbruch des Lager- und Wohnhauses an der Alten Mainzer Gasse
1936-1937 Wiederherstellung des Refektoriums
1937-1938 Restaurierung von Kreuzgang und Ratgebbilder
1944 Zerstörung der Klosteranlage durch Bombenangriffe
1951 Erste restaurative Notmaßnahmen
1955 Wiederaufbau des Klosters, mit Ausnahme der Kirche
1957-1959 Beginn der Restaurierung der Ratgebbilder
1958 Einzug des Stadtarchivs
1969 Einbau der Privilegienkammer
1975-1977 Verglasung des Kreuzganges, Renovierung des Refektoriums, Einrichtung eines Ausstellungsraumes im 1. OG (Dormitorium)
1979 Architekturwettbewerb für ein Museum für Vor- und Frühgeschichte
1980-1986 Restaurierung der Wandbilder im Refektorium und Kreuzgang
1980-1989 Errichtung des Museums für Vor- und Frühgeschichte unter Einbeziehung der Karmeliterkirche
1999 Multifunktionaler Lese-, Ausstellungs- und Vortragssaal im Dormitorium

Klosteranlage 1930
Luftbild der Klosteranlage, um 1930

Eine ausführliche Beschreibung der Geschichte des Karmeliterklosters finden Sie in:
„Das Karmeliterkloster in Frankfurt am Main, Geschichte und Kunstdenkmäler“ herausgegeben von Evelyn Hils-Brockhoff. Siehe auch Publikationen.

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