Stadtchronik

  • Silvesternacht mit viel Spektakel und viel Feuerwerk, aber auch mit zahlreichen Unfällen. Zum Neujahr 1933 ist die Stimmung so trübe wie der Himmel. Es ist neblig, nasskalt und regnerisch.
  • Frankfurt am Main zählt 70.179 Arbeitslose.
  • Auf Verfügung des Regierungspräsidenten erfolgt mit Wirkung vom heutigen Tag eine Neuordnung der Standesamtsbezirke der ehemaligen Vororte. Die Standesamtsbezirke Bonames, Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim, Hausen, Heddernheim, Niederrad, Niederursel, Oberrad, Praunheim, Preungesheim, Rödelheim und Seckbach werden zu einem neuen Standesamtsbezirk Frankfurt am Main VI vereinigt, dessen Amtssitz räumlich mit dem der Standesämter I-V zusammengelegt ist.
  • Die Frankfurter Sparkasse von 1822 (Polytechnische Gesellschaft) übernimmt die seit längerer Zeit in Liquidation befindliche Spar- und Leihkasse Frankfurt-Heddernheim mit sämtlichen Aktiva und Passiva.
  • Der Neebsche Männerchor und der Frankfurter Männergesangverein e. V. schließen sich zusammen. Der neue Chor zählt nunmehr 200 ausübende Sänger und heißt: Neebscher Männerchor – Frankfurter Männergesangverein e. V.
  • 25jähriges Jubiläum der Firma Michels & Haas, Allerheiligenstraße.
  • 25jähriges Jubiläum der Firma Gebrüder Horne in Höchst, Fachgeschäft für Rohrleitungs- und technische Fabrikbedarfsartikel.
  • Tod des der Zentrumspartei angehörenden Stadtverordneten Max Bongard, langjähriger Vorsitzender des Katholischen kaufmännischen Vereins in Frankfurt am Main und Mitbegründer des Kaufmannsheimes in der Hochstraße.
  • Nach dem Ende des politischen Burgfriedens veranstaltet die „Eiserne Front“ als erste politische Organisation im großen Saal des alten Gewerkschaftshauses eine politische Kundgebung.
  • Das Städtische Fürsorgeamt gibt bekannt, dass die „Reichsverbilligungsscheine für Fleisch und sonstige Lebensmittel sowie für Kohlen“ eingetroffen sind und in den nächsten Tagen ausgegeben werden. Berechtigte erhalten monatlich vier Pfund verbilligtes Fleisch oder wahlweise die auf den Reichsverbilligungsscheinen verzeichneten Lebensmittel sowie zwei Zentner verbilligte Kohlen.
  • Auf dem Frankfurter Flughafen landet der Ozeanflieger Major Fitzmaurice, der gemeinsam mit zwei weiteren Fliegern am 12.04.1928 von Berlin über Dublin und die Nordatlantikstrecke Greenly-Island an der Labradorküste erreichte.
  • Die Nationalsozialisten halten ihre erste politische Demonstration 1933 ab: Abends marschiert die SA und die Hitlerjugend mit 3.000 Menschen in der Innenstadt über die Zeil.
  • Jubiläums-Ausstellung der Frankfurter Künstlergesellschaft im Frankfurter Kunstverein, Junghofstraße, anlässlich ihres 75jährigen Bestehens.
  • Klavier-Abend mit Carl Friedberg im Saalbau.
  • Kundgebung der Kommunistischen Partei auf dem Börsenplatz mit anschließendem Demonstrationszug von 4.000 Menschen in der Innenstadt.
  • Gründungsversammlung des Heimatwerks im Freiwilligen Arbeitsdienst für die Provinz Hessen-Nassau.
  • Vortrag des Afrikaforscher und Kulturphilosophen Prof. Leo Frobenius (1873-1938) im Volksbildungsheim über „Blick in eine verlorene Welt“. Er spricht zum ersten Mal über die Ergebnisse seiner letzten Expedition in die italienische Kolonie Tripolitanien.
  • Tod des Redaktionsmitglieds der „Frankfurter Zeitung“, Gustav Lieb (1888-1933).
  • Demonstration des „Roten Massenselbstschutzes“, eine kommunistische Organisation, mit 450 Teilnehmern durch die Innenstadt.
  • Premiere der Neuinszenierung der Oper „Palestrina“ von Hans Pfitzner im Opernhaus. Die Inszenierung stammt von Dr. Herbert Graf.
  • Auf Antrag der Landwirtschaftskammer in Wiesbaden leitet der Regierungspräsident in Wiesbaden im Einvernehmen mit der Regierung des Freistaates Hessen und dem preußischen Minister für Landwirtschaft das Verfahren auf Bildung des Zwangszusammenschlusses der an der Milchversorgung der Städte Frankfurt am Main und Offenbach/M. beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe und Molkereien zum Zwecke der Regelung des Absatzes von Trinkmilch ein.
  • Gründung der „Neuen Bach-Gemeinde Frankfurt am Main“.
  • Aufführung des Films „Kuhle Wampe“ von Bertolt Brecht und Ernst Ottwalt (Musik: Hanns Eisler) im Gloria-Palast, veranstaltet vom Bund „Das neue Frankfurt“. Wegen des großen Andrangs finden am 14. und 21.01. d. J. Wiederholungen statt.
  • Konzert des Frankfurter Tonkünstler-Orchester unter der Leitung von Richard Limpert (1887-1976), seit 1930 Städtischer Orchesterdirigent (Musikdirektor) des Palmengartenorchesters, im Palmengarten.
  • 60. Geburtstag des Malers Jakob Nussbaum (1873-1936), Impressionist, von 1904 bis 1933 als Maler in Frankfurt am Main, 1912 Begründer der „Frankfurter Sezession“, des späteren „Frankfurter Künstlerbunds“, ab 1932 Leiter des „Meisterateliers“ der Städtischen Kunstgewerbeschule, im Herbst 1933 Emigration nach Palästina. Das Städel ehrt ihn mit einer Ausstellung seiner Werke.
  • Ausstellung der Hans-Thoma-Gesellschaft mit Werken des Malers Hans Adolf Bühler, im Frankfurter Kunstverein, Junghofstraße.
  • Kundgebung der „Eisernen Front“ auf dem Börsenplatz. Stadtverordneter (1924-1933) Johannes Rebholz (1885-1960), Vorsitzender der Frankfurter SPD (1926/27 und 1930-1933) hält die Ansprache. Im Anschluss an die Kundgebung marschiert ein großer Demonstrationszug durch die Schiller- und Kaiserstraße zum Hauptbahnhof.
  • 250 Demonstranten versuchen eine Veranstaltung der rechtsextremen „Jungen Nationaldemokraten“ zu verhindern. Nachdem die Eingangstüren der NPD-Fraktionsgeschäftsstelle in der Weißfrauenstraße sowie die Bundesgeschäftsstelle „Hinter der Schönen Aussicht“ beschädigt worden sind, nimmt die Polizei mehrere Protestler fest.
  • Sitzung der Stadtverordnetenversammlung: Die erste Plenarsitzung im neuen Jahr steht völlig im Zeichen der schwierigen Finanzlage der Stadt. Neuwahl des Büros durch Zettelwahl mit dem Ergebnis der Wiederbetrauung des bisherigen Vorstandes unter dem Vorsteher Leonhard Heißwolf (1880-1957), von 1913 bis 1933 SPD-Stadtverordneter, seit 1924 Stadtverordnetenvorsteher. Zwar verlangen die Stadtverordneten eine weitere Senkung des Milchpreises. Dies wird jedoch vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg abgelehnt.
  • Jugendkundgebung der KPD auf dem Römerberg mit anschließender Demonstration bis zum Börneplatz.
  • Revanchistische Kundgebung der Danziger Jugend für den Osten. Zum dreizehnten Mal jährt sich der Tag, an dem Danzig durch den Versailler Friedensvertrag von Deutschland abgetrennt und unter dem Schutz des Völkerbundes zu einem selbständigen Staat erklärt wurde. Diese Kundgebung wird auf allen deutschsprachigen Sendern übertragen. Im Anschluss daran steigt ein bemanntes Flugzeug der Akademischen Fliegergruppe Danzig, das sich „Danzig bleibt deutsch“ nennt, zu einem Propagandaflug auf, der innerhalb von acht Wochen 40 deutsche Städte bereisen wird.
  • 60. Geburtstag des Lehrers, Sprachforschers, Schriftstellers und Übersetzers Dr. Harald Schütz (1873-1941), Gründer und Vorsitzender des Frankfurter Vereins für orientalische Sprachen (1911), Mitglied zahlreicher Sprachgesellschaften im In- und Ausland.
  • Das Frankfurter Schwurgericht verurteilt im Prozess Stubenrauch und Genossen den Hauptangeklagten wegen Totschlags an Emma Busse im September 1931 zu zwölf Jahren Zuchthaus und 8 Jahren Ehrverlust. Die beiden anderen Angeklagten werden freigesprochen.
  • Bei einem Raubüberfall auf eine Frau im Haus Bockenheimer Anlage 8 erbeutet der Täter eine Handtasche mit 300.- RM Bargeld. Er kann unerkannt entkommen.
  • Das Frankfurter Schwurgericht verurteilt nach zweitägiger Verhandlung im Mordprozess Knirsch den Angeklagten wegen Mordes an einem Geldbriefträger in Tateinheit mit schwerem Raub (am 01.12.1932) zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust.
  • Bei einem Unfall auf dem Bahnhof Mainkur wird ein Eisenbahnoberschaffner beim Überqueren der Gleise von einer Doppellokomotive erfasst und tödlich verletzt.
  • Lesung des Schriftstellers Werner Bergengruen im Rahmen der Porza-Kunstausstellung, Bockenheimer Landstraße.
  • 70. Geburtstag des Bankiers und früheren Direktors der Mitteldeutschen Creditbank, Justizrat Dr. Albert Katzenellenbogen.
  • Eröffnung des Gastspiels mit Joachim Ringelnatz in der Astoria-Bühne.
  • Vortrag des ehemaligen Professor in Lahore, Tarachand Roy, gegenwärtig Lektor am Indogermanischen Seminar der Universität Berlin, in Dr. Hoch’s Konservatorium über „Das Wunderland Indien“.
  • Reichsgründungsfeier an der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Die Festrede hält der Betriebswirtschaftler Professor Josef Hellauer (1871-1956).
  • Öffentliche Gastwirteversammlung im Zoologischen Garten. Der Präsident des deutschen Gastwirtsverbandes, Emil Köster (Berlin), spricht über die katastrophale Lage im Gaststättengewerbe.
  • Premiere der Neuinszenierung von „Amphitryon“. Ein Lustspiel nach Molière von Heinrich v. Kleist unter der Regie des Intendanten Dr. Alwin Kronacher (1880-1951) im Schauspielhaus.
  • Das städtische Wirtschaftsamt zieht aus der Braubachstraße 14 nach Rathenauplatz 3 um.
  • Lieder- und Arienabend mit der Sopranistin Olga Lang im Saalbau.
  • Klavierabend mit Josefa Rosanka im Rahmen der Kammermusikabende der Frankfurter Museumsgesellschaft.
  • „Fest der Nationen“ im Zoologischen Garten unter dem Protektorat der Frauen des Frankfurter Konsularischen Korps.
  • „Fest der Polizei“ in der Festhalle.
  • Tod des Hippologen Generalmajor Friedrich von Bardeleben (1839-1933), von 1875 bis 1882 Chef der 2. Eskadron des 13. Husarenregiments in Bockenheim, Förderer des Pferdesports, 1908 Gründer und Vorsitzender des Frankfurter Fahrschulvereins, ehrenamtlicher Sachverständiger der Frankfurter Stadtverwaltung in landwirtschaftlichen und pferdesportlichen Angelegenheiten.
  • Der Main im Eis. Bereits zwei Tage später lockt diese „Sensation“ des zugefrorenen Mains viele Kinder auf das Eis. Einzelne Gruppen überschreiten nach allen Richtungen den Main. Eine Woche später setzt Tauwetter ein.
  • 75. Geburtstag des bekannten Frankfurter Sportjournalisten Friedrich E. Metzler.
  • Die Große Strafkammer des Frankfurter Landgerichts spricht den Angeklagten, dem vorgeworfen wird, am 27.05.1932 einen Raubüberfall auf einen Geldbriefträger im Sandweg verübt zu haben, mangels Beweisen frei.
  • Kommunisten organisieren einen Hungermarsch nach Darmstadt. Trotz klirrender Kälte nehmen 6.000 Menschen daran teil.
  • Bei einem Brand in einem Nachtlokal, Zeil 58, entsteht beträchtlicher Sachschaden.
  • Groenhoff-Gedenkfeier im Zoologischen Garten zum Gedenken des am 23.07.1932 an der Wasserkuppe/Rhön tödlich verunglückten Segelfliegers Günther Groenhoff (1908-1932).
  • Feier der Börneplatz-Synagogengemeinde im Volksbildungsheim als Nachfeier zum 50jährigen Jubiläum der Synagoge am Börneplatz. Die Festrede hält Gemeinderabbiner Dr. Jakob Hoffmann (1881-1956).
  • Nationalsozialistische Machtübernahme: Berufung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Die „Frankfurter Zeitung“ berichtet darüber betont reserviert.
  • Am Eschenheimer Turm kommt es zu Schlägereien zwischen der SA und Anhängern der Eisernen Front, bei der alten Markthalle (Reineckestraße) zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Die „Eiserne Front“ postiert Wachen vor dem Gewerkschaftshaus und dem Gebäude der sozialdemokratischen „Volksstimme“. Kommunisten veranstalten Umzüge und rufen vergeblich zum Generalstreik auf. Am Abend demonstrieren 2.000 SA-Männer von der Innenstadt nach Bornheim. SA und SS agieren in den nächsten Tagen und Wochen mit offenem Terror. Zugleich werden Demonstrationen der KPD und linkssozialistischer Organisation wiederholt polizeilich aufgelöst.
  • SA-Männer stürmen die Städtischen Bühnen und hissen auf dem Dach des Opernhauses die Hakenkreuzfahne.
  • Beginn des Abbruchs der Hängebrücke im Palmengarten. Über 60 Jahre bestand die Brücke über den großen Weiher. Da die Verankerung der Drahtseile durch Rost gefährdet ist und auch der Bogen aus großen Felssteinen über dem westlichen Aufgang der Brücke sich bedenklich gelockert hat, ist dieser Schritt unvermeidlich.
  • Im Opernhaus wird Hitlers Lieblingskomponist, Richard Wagner, mit seiner Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ mit dem Heldentenor Robert vom Scheidt (1881-1964) aufgeführt, der die Arie „Verachten wir die Meister nicht“ mit Hitlergruß vorträgt. Der jüdische Generalmusikdirektor Hans-Wilhelm Steinberg (1899-1978) dirigiert dort zum letzten Mal.
  • Klavier-Abend mit Walter Bohle im Saalbau.
  • 60. Geburtstag des Direktionsmitglieds der IG Fabenindustrie, Prof. Dr. Louis Benda (1873-1945), langjähriger Mitarbeiter von Prof. Paul Ehrlich (1854-1915) und Dr. Arthur von Weinberg (1860-20.03.1943 Ghetto Theresienstadt).
  • Frankfurt am Main im Grippefieber. Inzwischen gibt es auch einige schwere Erkrankungen. Viele Krankenhäuser sind voll belegt.
  • Die KPD protestiert auf dem Börsenplatz gegen Adolf Hitler. 2.000 Kommunisten und Mitglieder der Eisernen Front demonstrieren durch die Kaiserstraße zum Hippodrom. Die Polizei beschlagnahmt Plakate und Transparente, die zum Massenstreik auffordern. Die Bevölkerung bleibt weitgehend passiv.
  • Die in der Mainstadt erscheinende sozialdemokratische Zeitung „Volksstimme“ gibt die taktische Marschroute der SPD gegen die nationalsozialistische Machtübernahme bekannt: „Wir führen unseren Kampf auf dem Boden der Verfassung.“
  • Auflösung des Reichstages und des Preußischen Landtages.
  • Die Nationalsozialisten Frankfurts veranstalten eine Kundgebung auf dem Börsenplatz bei der Gauleiter Jakob Sprenger spricht. Danach demonstriert man nach Bockenheim und löst sich in der Moltkeallee [heute: Hamburger Allee] auf.
  • 50jähriges Jubiläum der jüdischen Buchhandlung A. J. Hofmann, Börnestraße.
  • Erstmaliges Gastspiel in Frankfurt am Main: Violinabend mit Martha Amati im Saalbau.
  • Konzert von Leo Selinskys „12 Blue Jazz Ladies“, Europas bekanntestes Damen-Orchester, im Café Orest, Kaiserstraße.
  • Ausstellung der Felsenbilder, die Geheimrat Prof. Leo Frobenius (1873-1938) während seiner 10. Deutschen innerafrikanischen Forschungsexpedition entdeckt hat, im neuen Ausstellungsraum des Völkermuseums. An der Eröffnung nimmt Leo Frobenius persönlich teil.
  • Brahms-Kammermusikfest im Saalbau mit Elly Ney, dem Elly Ney-Trio und dem Wendling-Quartett.
  • Letzte Großkundgebung der „Eisernen Front“ aus Sozialdemokraten, Gewerkschaften, Arbeitersportbünden und Reichsbannereinheiten gegen die NS-Machtübernahme auf dem Römerberg mit dem Vorsitzenden der Frankfurter SPD, Johannes Rebholz (1885-1960) und 10.000 Teilnehmern. SA-Männer stören die anschließende Demonstration durch die Innenstadt massiv.
  • Start zum 6-Tage-Rennen in der Festhalle mit 13 Mannschaften.
  • Der zum kommissarischen preußischen Innenminister ernannte Hermann Göring verfügt die Auflösung der Vertretungskörperschaften der Gemeinden und Gemeindeverbände zum 08.02. d. J. Für sie finden Neuwahlen am 12. März 1933 statt.
  • Schwere Bluttat in Praunheim: Hausbewohner der Hindenburgstraße 104 [heute: Ludwig-Landmann-Straße] finden eine dreiköpfige Familie tot in ihrer Wohnung auf. Die Ehefrau und der Sohn sind durch Schüsse des Ehemannes getötet worden, der sich danach durch Erhängen und Vergiftung mit Leuchtgas ums Leben bringt.
  • Großes Nachtfest der Frankfurter Künstler von Opernhaus, Schauspielhaus und dem Neuen Theater im Schumann-Theater.
  • Klavierabend mit Elly Ney im Saalbau.
  • Schuler-Maskenball im Palmengarten.
  • Die Zentralungarische Fußball-Nationalmannschaft trifft von Paris kommend in Frankfurt am Main an, um am nächsten Tag im Frankfurter Stadion gegen eine Auswahl aus Süddeutschland zu spielen.
  • Ausstellung „Das junge Frankfurt“ im Frankfurter Kunstverein.
  • Liturgische Abendfeier mit dem Maerzschen Madrigalchor in der Reformierten Kirche am Großen Kornmarkt.
  • Eine süddeutsche Auswahlmannschaft verliert gegen die Mannschaft von Zentralungarn im Frankfurt Stadion vor 6.000 Zuschauern mit 12:1-Toren.
  • Demonstration von 1.500 Sozialdemokraten durch Höchst. Bemühungen von 500 Kommunisten daran teilzunehmen, führen zu handfesten Auseinandersetzungen.
  • Gründung eines Bezirksvereins im Stadtteil Griesheim.
  • Franz Lehár-Abend im Opernhaus mit dem Frankfurter Rundfunkorchester unter Leitung von Hans Rosbaud (1895-1962).
  • Letzte Sitzung der frei gewählten Stadtverordnetenversammlung vor ihrer Auflösung. Die sozialdemokratischen und kommunistischen Stadtverordneten protestieren gegen die willkürliche Verkürzung der bis Ende November 1933 laufenden Wahlperiode und beschließen dagegen, beim Staatsgerichtshof Klage zu erheben. Die NS-Stadtverordneten verlassen daraufhin den Sitzungssaal, die Deutschnationalen folgen kurz danach. Auch in dieser Situation verharren die SPD- und KPD-Abgeordneten in unversöhnlicher Gegnerschaft, arbeiten gegeneinander, nicht miteinander.
  • Feier anlässlich des 25jährigen Jubiläums des „Frankfurter Frauenklubs“ in den Klubräumen, Bockenheimer Landstraße.
  • Brahms-Kammermusikabend mit Elly Ney im Saalbau.
  • Das kurze, aber sehr starke tektonische Erdbeben, das am Morgen in Nordbaden aufgetreten ist, wird auch in Frankfurt am Main deutlich gespürt. Es ist das stärkste Erdbeben seit vielen Jahren im Frankfurter Bezirk.
  • Bei einem Feuer im Haus „Zum Sandhof“, Klein Sandgasse [heute: Sandgasse], brennt der Dachstuhl völlig aus.
  • 25jähriges Jubiläum der Frankfurter Abteilung des „Frauenvereins vom roten Kreuz für die Kolonien“.
  • Premiere von Bernhard Shaws Komödie „Zu wahr, um schön zu sein“ im Neuen Theater.
  • Violinabend mit Jascha Heifetz im Saalbau.
  • Massenkundgebung der Kreisbauern- und Gärtnerschaft Frankfurt im Heymannschen Saal in Sachsenhausen, in der über „Not und Kampf des nassauischen Bauern und Gärtners“ gesprochen wird.
  • Tod des Maschinenbauers, sozialdemokratischer Politikers und Publizisten Karl Frohme (1850-1933), 1881 bis 1924 Mitglied des Reichtages, 1876 bis 1878 Herausgeber des Frankfurter Volksfreund.
  • Nach zehn Jahren findet in Frankfurt am Main wieder die Amateur-Billard-Meisterschaft im Billardpalast Dornhauser statt.
  • Nationalsozialistische Aufmärsche in den Stadtteilen Eschersheim und Heddernheim.
  • Nationalsozialisten beschießen ein Auto mit Funktionären der KPD, die Propagandamaterial von Hanau nach Frankfurt am Main transportieren.
  • Violin-Abend mit Sigmund Bleier im Saalbau.
  • Mit einer Großveranstaltung im Schumann-Theater wirbt die Frankfurter Ortsgruppe des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen für den Frieden: durch die Uraufführung des Schauspiels „Heilige Saat“ von Ernst Zimmermann und Johannes G. Schlosser. Der Reinerlös fließt notleidenden Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen zu.
  • Eröffnung einer Richard Wagner-Gedenkausstellung unter dem Titel „Oper und Drama“ im Manskopfschen Musikhistorischen Museum.
  • Schwimmer-Städtekampf Frankfurt am Main – Offenbach/Main.
  • Gastspiel der Geigerin Erica Morini im Rahmen der Konzerte des Frankfurter Orchestervereins im Saalbau.
  • Der kommissarische preußische Innenminister Hermann Göring verfügt die Amtsenthebung des Frankfurter Polizeipräsidenten Ludwig Steinberg (1884-1939) und bestimmt als Nachfolger General a. D. Reinhard von Westrem zu Gutacker (1879-1956), seit 1931 Mitglied der NSDAP.
  • Bei einer Explosion in den Maingaswerken im Gaswerk Ost, Schielestraße, wird ein Gasreinigungskasten zerstört. Personen werden nicht verletzt.
  • Konzert des Busch-Quartetts im Saalbau.
  • Premiere des Gastspiels von Fritz Grünbaum in der Künstler-Klause mit der Kabarett-Revue „Weekend im Schnee“.
  • Liederabend mit Heddy Voss im Saalbau.
  • Eröffnung und Einweihung des neuen, mit Muschelkalkplatten verkleideten Frankfurter Reichsbankgebäudes, Taunusanlage.
  • Liederabend mit Ruth Kisch-Arndt im Saalbau.
  • Tod des Bildhauers August Haag (1885-1933), Schöpfer des Schneewittchen-Denkmals auf dem Kinderspielplatz an der Taunusanlage und des Grabdenkmals des Malers Wilhelm Steinhausen (1846-1924).
  • Politischer Mord: In der späten Nacht wird während einer Straßenschlacht zwischen SA und Kommunisten in der Bockenheimer Schloßstraße der Expedient der kommunistischen „Arbeiter-Zeitung“, Johannes Kestler, erschossen.
  • Bei einem früh morgendlichen Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten im Stadtteil Bockenheim, Schloßstraße, kommt ein kommunistischer Arbeiter ums Leben, ein kommunistischer Bäcker wird durch Schüsse schwer verletzt. Auch im Stadtteil Unterliederbach wird bei Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten ein SA-Mann schwer verletzt.
  • Matinée zugunsten der Opfer der Neunkirchener Explosionskatastrophe (am 10.02. d. J.) im Ufa-Palast Groß-Frankfurt mit Emmerich Albert Will, den Berliner Philharmonikern, dem Berliner Sinfonie-Orchester und dem Orchester der Städtischen Oper Berlin.
  • Premiere der Neuinszenierung von Richard Wagners Oper „Parsifal“ im Opernhaus.
  • Tagung der Guttempler von Hessen und Hessen-Nassau.
  • Der Berliner Theaterkritiker der „Frankfurter Zeitung“, Dr. Bernhard Diebold (1886-1945), 1917 bis 1928 Redakteur der „Frankfurter Zeitung“ in Frankfurt am Main, danach in Berlin, spricht im Rahmen der Einführungsvorträge des Vereins Opernhilfe-Schauspielhaus im Schauspielhaus über das Thema „Vom Drama zur Szene“.
  • Gastspiel der Dresdner Tänzerin Gret Palucca (1902-1993) in der Loge Carl am Mozartplatz.
  • Tod des langjährigen Mitglieds des Ensembles des Frankfurter Schauspielhauses, Alexander Engels (1871-1933).
  • Gedenkfeier für den jüngst verstorbenen früheren Preußischen Kulturminister, Prof. Carl-Heinrich Becker, in der Geschlechterstube des Römers. Oberbürgermeister Dr. Ludwig Landmann (1868-1945), Geheimrat Dr. Arthur von Weinberg (1860-1943) und Universitätsrektor Prof. Wilhelm Gerloff (1880-1954) würdigen die Verdienste des Verstorbenen.
  • Bei einem Zusammenstoß zweier Straßenbahnen in der Nähe der Kronprinzenstraße (heute: Münchener Straße), an der Ecke Bahnhofsplatz, werden vier Personen leicht verletzt.
  • Erwerbslosenkundgebung der KPD-Frankfurt zur bevorstehenden Reichstagswahl am 05. März mit deren Sekretär, Albert Kuntz (1896-23.01.1945 KZ Dora bei Nordhausen). Kuntz wird am 12.03.1933 verhaftet und bleibt bis zu seiner Ermordung Konzentrationslagerhäftling.
  • Tod des Senatspräsidenten Dr. Karl Alken (1872-1933), Präsident der Reichsdisziplinarkammer, Vorsitzender des Strafsenats des Oberlandesgericht und Ehrenbürger der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Innenminister Hermann Göring setzt die SA, SS und den Stahlhelm als nicht besoldete Hilfspolizisten ein und rüstet sie, mit weißen Armbinden gekennzeichnet, mit Gummiknüppeln und Pistolen aus.
  • Wahlkundgebung der Eisernen Front mit 18.000 Teilnehmern. Es spricht der frühere Reichstagspräsident Paul Löbe.
  • Wahlkampfkundgebung der NSDAP in der Festhalle mit Reichskanzler Adolf Hitler, der sich im Römer in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt einträgt. Aufgrund des großen Interesses in der Bevölkerung wird diese Veranstaltung ins Hippodrom, auf den Börsen- und Opernplatz übertragen und, von Joseph Goebbels moderiert, vom Südwestdeutschen Rundfunk ausgestrahlt. Die Kundgebung klingt mit einem riesigen Fackelzug aus.
  • 25jähriges Jubiläum der Kaffee- und Schokoladen-Großhandlung Joh. Gg. Walther & Co., Schäfergasse.
  • Ausstellung „Bauen und Wohnen“ des Bundes Deutscher Architekten (BDA) im Haus Neue Mainzer Straße 9.
  • Faschingssonntag mit der Heddemer Kerb. 15.000 Zuschauer jubeln dem Umzug zu.
  • Kundgebung der „Kampffront Schwarz-Rot-Gold“ im Ufa-Theater Groß-Frankfurt mit dem Kommunalpolitiker August Jaspert (1871-1941), Stadtverordneter, Stadtrat und Gründer des „Kinderdorfs Wegscheide“.
  • Wahlkampfkundgebung der NSDAP im Schumann-Theater mit Gauleiter Jakob Sprenger. Platzkonzerte der SA und SS, Propagandafahrt des Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps (NSKK), der Frankfurter SS-Standarte 81 und der Hitlerjugend. Die Altstadt ist mit Hakenkreuzfahnen übersät.
  • Wahlkundgebung der Deutschen Staatspartei mit ihrem Reichstagsspitzenkandidaten Theodor Heuss (1884-1963) im Volksbildungsheim.
  • Gegen vier Uhr morgens wird in Höchst ein zur NSDAP übergelaufener Kommunist vor einem Lokal in der Kasinostraße erschossen.
  • Größte Wahlkundgebung des Zentrums in der Festhalle mit 10.000 Menschen in Anwesenheit von Prälat Kaas (Zentrum) und Staatsrat Fritz Schaeffer (Bayerische Volkspartei).
  • Einen Tag nach dem Reichstagsbrand wird die Verordnung zum Schutz von Volk und Staat erlassen – ein weiterer Schritt auf dem Weg in die NS-Diktatur. Hermann Göring verfügt die Einführung der Geheimen Staatspolizei, der Gestapo. Verhaftung aller kommunistischen Abgeordneten, Verbot kommunistischer Zeitungen in ganz Preußen. Die Presse der Sozialdemokratie wird für 14 Tage verboten, dem sozialdemokratischen Pressedienst die Konzession entzogen. Auch in Frankfurt am Main finden von Hermann Göring angeordnete polizeiliche Hausdurchsuchungen bei kommunistischen Funktionären statt. Durchsucht wird des Weiteren das Druckereigebäude der sozialdemokratischen „Volksstimme“ – Flugschriften, Plakate und Zeitungen werden beschlagnahmt.
  • Traditioneller Bürger-Maskenball im Zoologischen Garten.
  • Feier anlässlich der 25jährigen Mitgliedschaft des Darstellers Georg Lengbach (1883-1952) im Ensemble des Frankfurter Schauspielhauses. Zugleich findet eine Premiere statt: Im Wiener Lustspiel von Wilhelm Lichtenberg: „Eva hat keinen Papa“ spielt der Jubilar eine Hauptrolle.
  • Letztmaliges Erscheinen der sozialdemokratischen „Volksstimme. Organ der Sozialdemokratie für Südwestdeutschland“ (Ffm) (44. Jg., Nr. 51), die bereits vom 18. bis 23.02. d. J. nicht erscheinen darf, infolge des Verbots durch die Nationalsozialisten.
  • Reichstagswahlkundgebung des Christlich-Sozialen Volksdienstes im Volksbildungsheim.
  • Premiere des Gastspiels mit Claire Waldoff in der Künstler-Klause Groß-Frankfurt.
  • Tod des langjährigen Redaktionsmitglied der „Frankfurter Zeitung“, Emil Ney.
  • Bei einem Großbrand in der Friesstraße wird die Metallschmelze von Dr. L. Gutloh & Co vollständig zerstört. Allein der Schmelzofen bleibt intakt.
  • Eröffnung des Lichtspieltheaters „Harmonie-Tonfilmbühne“ in Sachsenhausen gegenüber dem Lokalbahnhof.
  • 75. Geburtstag des Pfarrers Prof. Wilhelm Bornemann (1858-1946), von 1901 bis 1931 Pfarrer der Nikolaikirche, seit 1906 Senior und Präsident der Evangelischen Landeskirchenversammlung, von 1917 bis 1927 Herausgeber des „Frankfurter Kirchenkalenders“.
  • Großkundgebung der Nationalsozialisten zum Abschluss des Wahlkampfes in der Festhalle mit Reichsminister Hermann Göring. Auf dem Opernplatz findet vor Göring ein Vorbeimarsch der SA, SS und Hitlerjugend statt, der durch eine Abteilung Polizeibeamter angeführt wird. Die Beamten grüßen Göring mit dem Hitlergruß. SA- und SS-Einheiten veranstalten einen Fackelzug durch die Stadt.
  • Die Frankfurter „Arbeiter-Zeitung“ (KPD) erscheint aufgrund ihres Verbots zum letzten Mal.
  • Die Magistratspressestelle gibt bekannt, dass Oberbürgermeister Dr. Ludwig Landmann (1868-1945) am 01.10. d. J. wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand treten wird.
  • Sternmarsch der NSDAP und Kundgebung auf dem Römerberg.
  • Wahlkundgebung der Deutschen Volkspartei (DVP) im Volksbildungsheim. Es spricht der Spitzenkandidat für die Reichstagswahl im Wahlkreis Hessen-Nassau, Dr. Richard Merton (1881-1960), Metallindustrieller, Stifter, langjähriges Mitglied des Kuratoriums der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Stadtverordneter und von November 1932 bis März 1933 Reichstagsabgeordneter der DVP.
  • Premiere der Komödie „Sturm im Wasserglas“ von Bruno Frank im Neuen Theater.
  • Reichstagswahlen: In Frankfurt am Main erreichen die Nationalsozialisten 168.745 (44,1 %) der 382.359 abgegebenen gültigen Stimmen (bei 432.626 Wahlberechtigten). Die Wahlbeteiligung beträgt 89,3 %. Bei der zeitgleich stattfindenden Landtagswahl erhalten die Nationalsozialisten 165.485 (43,7 %) von 378.471 abgegebenen gültigen Stimmen. Die Wahlbeteiligung beträgt 87,6 %. Ergebnisse der Reichstagswahl in Frankfurt am Main: Es entfallen auf die NSDAP (s. oben), SPD 79.945 (20,9 %), Kommunisten 49.145 (12,6 %), Zentrum 47.370, Deutschnationale 14.124, Deutsche Volkspartei 10.493, Christlich-Sozialer Volksdienst 5.725, Deutsche Staatspartei 6.771, Deutsche Bauernpartei 76, Deutsch-Hannoversche Partei 23 Stimmen.
  • Mitglieder des NS-Studentenbundes hissen auf dem Hauptgebäude der Johann Wolfgang Goethe-Universität die Hakenkreuzfahne.
  • Zusammenkunft der Jugendorganisation „Fahrende Gesellen“ des Zentralverbandes der Angestellten (ZdA) im Volksbildungsheim, getarnt als Theateraufführung.
  • In der Nacht vom 5. zum 6. März 1933 tagen im Gewerkschaftshaus die Führungsgremien der Eisernen Front, der Gewerkschaften und der SPD und beschließen angesichts der Wahlergebnisse, sämtliche Pläne für einen bewaffneten Widerstand aufzugeben.
  • SA und Hilfspolizei dringen gewaltsam in das Frankfurter Gewerkschaftshaus ein.
  • Frankfurter Komponisten-Abend im Konzertsaal der Gedok, Wiesenau 1.
  • Die NSDAP feiert in der Altstadt ihren Wahlsieg bei den Reichstagswahlen am 05.03. d. J. Hinzu kommen eine Flaggenparade am Polizeipräsidium und eine Kundgebung in der Festhalle, auf der Prinz August-Wilhelm von Preußen, Jakob Sprenger und Reichsinnenminister Wilhelm Frick sprechen. In Anwesenheit nationalsozialistischer Formationen und des Stahlhelms werden die Hakenkreuzfahne und die Flagge Schwarz-Weiß-Rot aufgezogen.
  • Brahms-Gedenkstunde des Cäcilien- und Rühlschen Gesangvereins in der Katharinenkirche.
  • Tod des Bankiers und Stifters Kommerzienrat Eduard Beit von Speyer (1860-1933), von 1902 bis 1931 Teilhaber, zuletzt Vorsitzender des Aufsichtsrates des Bankhauses Lazard Speyer-Ellissen. Großzügiger Stifter im Rahmen der Gründung der Frankfurter Universität.
  • Kundgebung der Deutschen Staatspartei, Ortsgruppe Frankfurt, in Dr. Hochs Konservatorium zu den bevorstehenden Kommunalwahlen. Reichstagsabgeordneter Theodor Heuss (1884-1963) (Deutsche Staatspartei) referiert über die Ergebnisse der Reichstagswahlen.
  • Großes Frankfurter Reit- und Springturnier im Hippodrom. Daran beteiligt ist eine berittene Abteilung der Reichswehr. Das Spektakel mit Riesenprogramm wird von den anwesenden Frankfurtern bejubelt.
  • Bei einem Brand in den Schreinerei-Werkstätten Braun in der Mörfelder Landstraße wird ein Mitarbeiter verletzt.
  • Kommunalwahlkundgebung der NSDAP auf dem Römerberg. Noch kann Oberbürgermeister Dr. Ludwig Landmann (1868-1945) verhindern, dass die Nationalsozialisten vom Balkon des Römers zur Bevölkerung sprechen.
  • Oberbürgermeister Dr. Ludwig Landmann (1868-1945) erklärt „ im Interesse der Stadtverwaltung und der Vermeidung zweckloser Kämpfe und Schwierigkeiten“ seinen Eintritt in den Ruhestand zum 12. März. Er wird schließlich aus Frankfurt am Main vertrieben. In Ausübung seiner letzten Amtshandlung nimmt er an der Trauerfeier des verstorbenen Kommerzienrates Eduard Beit von Speyer (1860-1933), Mitinhaber des Bankhauses Lazard Speyer-Ellissen, teil.
  • Der Bischof von Limburg, Dr. Antonius Hilfrich (1873-1947), besucht die Mainstadt, um im Dom und in anderen Pfarrkirchen an den nächsten Tagen das Sakrament der Firmung zu spenden.
  • Am Abend versucht ein SA-Trupp in das Gebäude der „Frankfurter Zeitung“ einzudringen. Die Polizei, zum Schutz gegen die Randalierer vor dem Haus herbeigerufen, werden später vom Polizeipräsidenten abgerufen. Gauleiter Jakob Sprenger lehnt jegliche Verantwortung für die Sicherheit des Hauses und der Maschinen ab. Schließlich zerstreut sich die Menge unverrichteter Dinge auf der Straße.
  • Volkstrauertrag zum Gedächtnis der Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Auf dem Römer ist die Schwarz-rot-goldene Flagge auf Halbmast gesetzt.
  • Frankfurter Stadtverordnetenwahl: Die Wahlbeteiligung beträgt 78,1 %. Davon entfallen auf: NSDAP 158.759 Stimmen (47,9 %), Sozialdemokraten 63.179 Stimmen (19,0 %, minus 8,5 %), Deutsche Zentrumspartei 37.964 Stimmen (11,4 %), Kommunistische Partei Deutschlands 32.244 (9,7 %), Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (vormals Deutschnationale Volkspartei) 13.083 Stimmen (3,9 %), Deutsche Volkspartei 8.384 Stimmen (2,5 %), Deutsche Staatspartei (vormals Demokratische Partei) 7.792 Stimmen (2,3 %), Haus- und Grundbesitz Groß-Frankfurt 5.471 Stimmen (1,6 %), Christlich-sozialer Volksdienst (Evangelische Bewegung) 4.473 Stimmen (1,3%), Gerechtigkeitsbewegung Karl Wassmann (Wassmann-Bund) 161 Stimmen (0,0 %), Sozialistische Kampfgemeinschaft 62 Stimmen (0,0 %) und die Großdeutsche Mittelstandspartei für Mittelstands-Diktatur 41 Stimmen (0,0 %). Die Sitzverteilung im Stadtparlament: NSDAP 42 Sitze, SPD 16, Zentrum 10, KPD 8, Kampffront Schwarz-Weiß-Rot 3, Deutsche Staatspartei 2, Deutsche Volkspartei 2, Christlich-sozialer Volksdienst 1, Vereinigung des Haus- und Grundbesitzes Groß-Frankfurt 1.
  • Im Rahmen der Konzerte des Frankfurter Orchestervereins e. V. tritt die berühmte Sopranistin Maria Ivogün als Solistin im Saalbau auf.
  • Nachdem Polizei und SA-Kommandos am Abend zuvor bemüht sind, Ex-Oberbürgermeister Dr. Ludwig Landmann (1868-1945) zu verhaften, flieht Landmann nach Berlin.
  • Ludwig Landmanns Stellvertreter im Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters, der Bürgermeister und Sozialdemokrat Dr. Karl Schlosser (1876-1952), verliest in der Sitzung des Magistrats, Landmanns Rücktrittserklärung bzw. seine Bitte um vorzeitige Versetzung in den Ruhestand, die der Magistrat zustimmend zur Kenntnis nimmt.
  • Erstmaliges Hissen der Hakenkreuzfahne der Nationalsozialisten auf dem Römer. Der künftige Gauleiter von Hessen-Nassau (Mai 1933 bis 1945), Jakob Sprenger (1884-1945) verkündet den Beginn des „Dritten Reichs“ für Frankfurt am Main.
  • Friedrich Krebs (1894-1961) wird von Regierungspräsidenten in Wiesbaden zunächst kommissarisch zum Frankfurter Oberbürgermeister und Karl Linder (1900-1979) kommissarisch zum Bürgermeister ernannt.
  • Bürgermeister Dr. Karl Schlosser (SPD) und die Stadträte Dr. Max Michel (SPD), Heinrich Seliger (SPD), Jakob Kriegseis (SPD), Wilhelm Weidner (SPD), Frau Meta Quarck-Hammerschlag (SPD) und Jakob Rebel (KPD) werden mit Verfügung des Oberbürgermeisters Friedrich Krebs vom Dienst suspendiert. Bürgermeister Dr. Karl Schlosser, am 08.08.1933 endgültig entlassen, und Stadtrat Dr. Rudolf Keller werden während der Magistratssitzung in Schutzhaft genommen.
  • Eine Abteilung der Kriminalpolizei dringt in das „Institut für Sozialforschung“ ein und versiegelt im Anschluss an die Durchsuchung die Räume an der Viktoriaallee 17 [heute: Senckenberganlage]. Im Mai d. J. wird das Gebäude enteignet, es geht in das Eigentum des preußischen Staates über; die Bibliothek wird auf Institute der Johann Wolfgang Goethe-Universität aufgeteilt. Ebenfalls geschlossen wird die „Akademie der Arbeit“.
  • Bei der NS-Flaggenhissung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität muss diese vorübergehend geschlossen werden, da in den Räumen geschossen wird. Die polizeilichen Ermittlungen ergeben, dass es sich um Schüsse aus einer Schreckschusspistole handelt, die ein Student aus Freude über das Ereignis abgefeuert hat.
  • Mit Verfügung von Oberbürgermeister Friedrich Krebs werden u.a. die Magistraträte Dr. Robert Leon Kurt Askenasy, Dr. Herbert Ganss, der Direktor der Schulkinderspeisung Karl Kirchner, die Magistratsschulräte Max Korff und Heinrich Seliger sowie der Stadtmedizinalrat Prof. Dr. Wilhelm Hagen vom Dienst suspendiert.
  • Tod des Kommunalpolitikers und Berufsschuldirektors Theo Walter, 1920-1932 Leiter der Berufsschule für Graphik und gestaltende Berufe, langjähriger Stadtverordneter der demokratischen Fraktion, seit 1929 Kommunalabgeordneter und Mitglied des Landesausschusses.
  • Vortrag von Graf Stephan Bethlen, ungarischer Ministerpräsident a. D., in der Johann Wolfgang Goethe-Universität über „Ungarn im neuen Europa“. Veranstalter ist die Frankfurter Ortsgruppe des Deutschen Kulturbundes.
  • Gleichschaltung des Rundfunks durch Übergabe an den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels.
  • Bei einem schweren Verkehrsunfall in der Schweizer Straße wird ein Schüler von einem Pkw erfasst und tödlich verletzt.
  • Orgelkonzert mit Karl Breidenstein in der Katharinenkirche.
  • Premiere „Die 3 Rivels“ im Schumann-Theater.
  • Einweihung der neuen Bonifatiuskirche im Frankfurter Vorort Bonames.
  • Eröffnung der Ausstellung „Zehn Jahre deutsche Buchkunst, 1922-1932“ im Kunstgewerbemuseum, veranstaltet von der Frankfurter Bibliophilen-Gesellschaft, verbunden mit einer Gedächtnisausstellung für den Buchkünstler Max Slevogt (1868-1932).
  • Auf dem Alten Sachsenhäuser Friedhof veranstaltet der „Liederverein Sachsenhausen“ (gegründet 1840) zur 75. Wiederkehr des Todestages seines Gründers Ernst Baumann, ein ehemaliger Lehrer der Bürgerschule, eine Gedenkfeier.
  • Erste gemeinsame Unternehmung der soeben zusammengeschlossenen evangelischen Jugend der Frankfurter Landeskirche. Der „Wartburgverein“ und der „Verein christlicher junger Männer“ haben sich zum „Evangelischen Jungmännerwerk Groß-Frankfurt“ assoziiert und veranstalten eine „Jungmänner-Vortragswoche“, Hochstraße 6.
  • Eröffnung einer neuen Poststelle im Stadtteil Sachsenhausen, Stresemannallee 8.
  • Anlässlich des 60. Geburtstages des Pianisten und Komponisten Maximilian Reger (1873-1916) veranstaltet die Zentralstelle für Kirchenmusik der Evangelischen Landeskirche in der St. Katharinenkirche eine Gedächtnisfeier mit Orgelwerken und geistlichen Liedern Regers. Ausführende: Helmut Walcha (Orgel) und Elly Schäfer-Ratazzi (Sopran).
  • 70. Geburtstag des Schauspielers Mathieu Pfeil (1863-1939), langjähriges Mitglied des Ensembles des Frankfurter Schauspielhauses, Mitbegründer und Leiter der Frankfurter Schauspielschule und Mitglied der Berufsgenossenschaft deutscher Bühnenangehöriger.
  • Der „Tag von Potsdam“ in der Garnisonskirche, mit seiner symbolischen Vereinigung von Nationalsozialismus und Preußentum, hinterlässt auch in Frankfurt am Main seine Spuren. Die gesamte Alt- bzw. Innenstadt ist mit schwarz-rot-goldenen und Hakenkreuzfahnen übersät, Katholiken und Protestanten feiern im Dom bzw. in der Paulskirche Sondergottesdienste. Eine NSDAP-Kapelle gibt ein Platzkonzert auf dem Schillerplatz. Sämtliche Schulen veranstalten entsprechend staatlicher Verfügung Feiern, bei denen um 12.00 Uhr durch Rundfunk die Ansprachen des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers zu übertragen sind. Der neu ernannte NS-Polizeipräsident General Reinhard von Westrem (1879-1956) hält auf einer Kundgebung vor dem Schauspielhaus eine judenfeindliche Brandrede: „[...] die alte Kaiserstadt, die Stadt Goethes, ist von den Juden verseucht. [...] Das [...] Aufräumen wird vor keiner Tür halt machen. Frankfurt wird deutsche werden.“ Danach formiert sich ein großer Fackelzug durch die von Zehntausenden dicht besetzten Straßen der Stadt.
  • Amnestie für „alle Straftaten der nationalen Erhebung“ und Verordnung „zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der NS-Erhebung“.
  • Zum „Tag des Buches“ veranstaltet der „Kampfbund für deutsche Kultur“ gemeinsam mit der Gauleitung der NSDAP eine Abendfeier auf dem Römerberg. Anwesend sind der kommissarische Oberbürgermeister Friedrich Krebs und als Hauptredner, Universitätsprofessor Prof. Ernst Krieck (1882-1947).
  • Beim Zusammenstoß zweier Straßenbahnen an der Kreuzung Textor- und Brückenstraße wird ein Wagenführer verletzt.
  • Die Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes („Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“) gegen die Stimmen der SPD und unter Ausschluss der kommunistischen Abgeordneten, hebt die Weimarer Verfassung faktisch auf und legalisiert die NS-Diktatur.
  • Auf Anordnung des Polizeipräsidenten General von Westrem wird zum ersten Mal im Frankfurter Schlachthof das Schächtverbot durchführt. Die Schächtgeräte werden konfisziert. Rituell lebende Juden müssen geschächtetes Fleisch von nun an aus solchen Ländern beziehen, die noch kein Schächtverbot kennen.
  • Bei einem morgendlichen Großbrand in einer Doppelwohnbaracke in der Hahnstraße im Stadtteil Niederrad kommt eine 17jährige Frau in den Flammen ums Leben.
  • Akademische Feier anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Frankfurter Tapezierer-Genossenschaft im Handwerkerhaus.
  • 70. Geburtstag des langjährigen Vorsitzenden bzw. Ehrenvorsitzender des Frankfurter Rudervereins Paul C. Hinrichs.
  • Lesung der Berliner Schriftstellerin Liane von Gentzkow im Kolpinghaus.
  • Antrittsbesuch des Mitte März kommissarisch eingesetzten Frankfurter Oberbürgermeisters Friedrich Krebs (1894-1961) in Berlin.
  • Die für heute geplante konstituierende Sitzung der neu gewählten Stadtverordnetenversammlung muss auf den 31.03. verschoben werden, weil nach einer neuen Verordnung städtische Beamte, Angestellte und Arbeiter nicht Mitglieder des Kollegiums sein sollen. Infolgedessen müssen zahlreiche Stadtverordnete ihr Mandat niederlegen.
  • Krebs verfügt „die Entlassung sämtlicher jüdischen Angestellten der Stadtverwaltung sowie der städtischen Gesellschaften mit städtischer Kapitalmehrheit“ und beurlaubt alle jüdischen Beamten bis auf weiteres. „Der Einkauf in jüdischen Geschäften wird sämtlichen Dienststellen auf das strengste untersagt [...] Alle laufenden Verträge mit jüdischen Firmen sind sofort zum nächsten gesetzlich zulässigen Termin [...] zu kündigen.“ Betroffen davon sind 81 Beamte und Angestellte der Stadtverwaltung. Hinzu kommen auch jüdische Arbeiter und Angestellte beim Bauamt, beim Fürsorgeamt, Straßenbahnschaffner und Rangierer bei den Hafenanstalten u.a; des Weiteren auch Repräsentanten des öffentlichen und kulturellen Lebens z.B. der Opernhaus-Intendant Dr. Josef Turnau (1888-1954) und der Intendant des Schauspielhauses Dr. Alwin Kronacher (1880-1951). Die fristlose Entlassung Dr. Kronachers verfügt Oberbürgermeister Krebs am 22.05.1933.
  • Premiere des Schauspiels „Kaspar Hauser“ von Erich Ebermayer in der Regie von Dr. Rudolf Weil im Neuen Theater.
  • Die Gauleitung der NSDAP gibt schriftliche Anweisungen zum bevorstehenden Boykott gegen die Juden.
  • Klavierabend mit Alfred Hoehn (1887-1945) im Saalbau.
  • Zur Vorbereitung des Boykotts gegen die Frankfurter Juden findet eine Kundgebung der NSDAP auf dem Römerberg statt. Hauptredner sind Gauleiter Jakob Sprenger und Roland Freisler.
  • Eine vom Vizepräsidenten der Industrie- und Handelskammer, Wilhelm Hofmann-Bang, einberufene Zusammenkunft jüdischer Einzelhändler zur Beratung der Vorgehendweise gegen den geplanten Boykott jüdischer Geschäfte, wird nach einer Denunziation als „unerlaubte Versammlung“ aufgelöst. Die Teilnehmer werden verhaftet.
  • Der Syndikus der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main, Dr. Eugen Mayer (1882-1967), erlässt einen leidenschaftlichen Aufruf: „Nichts kann uns die tausendjährige Verbundenheit mit unserer deutschen Heimat rauben, keine Not und Gefahr kann uns dem von unseren Vätern ererbten Glauben abspenstig machen. In Besonnenheit und Würde wollen wir für unsere Sache eintreten. – Wenn keine Stimme sich für uns erhebt, so mögen die Steine dieser Stadt für uns zeugen, die ihren Aufschwung zu einem guten Teil jüdischer Leistung verdankt, in der so viele Einrichtungen vom Gemeinsinn der Juden künden, in der aber auch das Verhältnis zwischen jüdischen und nichtjüdischen Bürgern stets besonders eng gewesen ist. - Verzagt nicht! Schließt die Reihen! Kein ehrenhafter Jude darf in dieser Zeit fahnenflüchtig werden. Helft uns das Vatererbe zu bewahren!“
  • Konstituierende Sitzung der neu gewählten Stadtverordnetenversammlung im geschmückten Rathaussaal. Übertragen wird sie durch Lautsprecher auf dem Römerberg. Die am 12. März d. J. gewählten Stadtverordneten der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (3 Abgeordnete), der DVP (2), der Haus- und Grundbesitzerliste (1) und des Christlichen Volksdienstes (1) haben sich zu der Fraktion „Nationale Arbeitsgemeinschaft“ zusammengeschlossen. Auf der Tagesordnung stehen außer der Einführung und der Verpflichtung der Stadtverordneten die Neuwahl der unbesoldeten Magistratsmitglieder sowie der Mitglieder der Verwaltungsdeputationen, soweit sie von der Stadtverordnetenversammlung zu bestellen sind. Nicht teilnehmen dürfen die acht rechtmäßig gewählten Stadtverordneten der KPD, die nach einer Verfügung des preußischen Innenministeriums vom 20. März d. J. unter dem Verdacht des Hochverrats stehen; sie werden auch nicht mehr verpflichtet. Die Nationalsozialisten erklären die kommunistischen Stadtverordnetenmandate im Mai d. J. nachträglich für ungültig. Der neue Frankfurter Oberbürgermeister Friedrich Krebs (1894-1961) sieht die „Gleichschaltung des politischen Willens in Reich, Ländern und Gemeinden“ bereits als erreicht an. Das Präsidium wird ausschließlich mit NS-Stadtverordneten besetzt. Die Wahl der zehn unbesoldeten Stadträte ist zugleich die letzte geheime Wahl, welche die Stadtverordnetenversammlung noch durchführt. Die Nationalsozialisten erhalten sechs Sitze, die Sozialdemokraten zwei (Wilhelm Weidner u. Jakob Kriegseis), das Zentrum und die Nationale Arbeitsgemeinschaft jeweils einen. Die neue Geschäftsordnung der Stadtverordnetenversammlung sieht eine nationalsozialistische Mehrheit für den Ältesten-Ausschuss vor (acht Nationalsozialisten, drei Sozialdemokraten, je ein Vertreter des Zentrums und der Nationalen Arbeitsgemeinschaft). Beschlossen wird die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Adolf Hitler, Paul von Hindenburg und nachträglich mit Magistratsbeschluss vom 07.06.1933 auch an Hermann Göring. Außerdem beschlossen wird die Beschlagnahme des Vermögens von Oberbürgermeister Dr. Ludwig Landmann (1868-1945).
  • Überfall durch die SS und Verhaftungen jüdischer Kaufleute im Rahmen der Verkündung des Boykotts jüdischer Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte.
  • Das Präsidium der Industrie- und Handelskammer Frankfurt tritt geschlossen zurück. Präsident Otto Hauck muss – ebenso wie sein Stellvertreter Wilhelm Hofmann-Bang – sein Amt niederlegen. Beide werden durch Nationalsozialisten ersetzt.
  • Eröffnung des von den Nationalsozialisten installierten Sondergerichtes in Frankfurt am Main. Geschaffen wird es zur Verfolgung des neuen, am 21.03. d. J. verkündeten Straftatbestandes: „Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung“. Die ‚Festrede’ hält Ministerialdirektor Roland Freisler (1893-1945), Kasseler Anwalt und Sonderbeauftragter des Justizministeriums in Frankfurt am Main, im Hof des Gerichtsgebäudes vor Richtern, Anwälten und Justizbeamten. Er fordert u.a. den Boykott aller jüdischen Richter.
  • Richard-Wagner-Feier des Freien Deutschen Hochstifts in Hochs Konservatorium.
  • SA-Leute dringen in das Redaktionsgebäude der „Frankfurter Zeitung“ ein und durchsuchen die Redaktionsräume.
  • Im Arbeitsamtsbezirk Frankfurt am Main sind 84.158 Arbeitssuchende gemeldet. Auf Groß-Frankfurt entfallen davon 63.640 Personen.
  • Boykott jüdischer Geschäfte, Anwaltskanzleien und Arztpraxen durch SA- und SS-Posten mit umgehängten Schildern „Kauft nicht bei Juden“. Schaufenster werden mit Davidstern und Parolen beschmiert. Die Johann Wolfgang Goethe-Universität und ihre Institute werden von NS-Studenten und SA-Leuten besetzt. Jüdische und sog. „marxistische“ Professoren und Studierende müssen die Gebäude verlassen. Auch den jüdischen Angestellten am Frankfurter Funkhaus wird der Zutritt verweigert.
  • Tätigkeitsaufnahme des Frankfurter NS-Sondergerichts in der Mainstadt im Großen Schwurgerichtssaal. Bis März 1945 führt es 1.669 Verfahren durch, in denen 2.204 Personen angeklagt sind.
  • Die SA besetzt auf Anordnung des Polizeipräsidenten das Gewerkschaftshaus und beschlagnahmt Akten und Bücher.
  • Der Schlosspark von Rödelheim, ein altes Besitztum der Grafen von Solms-Rödelheim, geht mit dem 1. April d. J. an die Stadt Frankfurt am Main über. Die Parkanlage soll der Allgemeinheit erschlossen werden. Im Gegenzug wird dem Grafen zu Solms-Rödelheim-Assenheim das Hofgut Dortelweil übereignet.
  • Bei einer abendlichen Schießerei im Stadtteil Sachsenhausen wird ein SA-Mann erheblich verletzt.
  • Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler Dr. Carl Lüer, seit 1927 Mitglied der NSDAP und Weggefährte des Gauleiters Jakob Sprenger, wird kommissarisch (am 29.05. d. J. amtlich) zum Präsidenten der Industrie- und Handelskammer der Stadt Frankfurt am Main ernannt.
  • 25jähriges Dienstjubiläum des Direktors des Zoologischen Gartens (1908-1938), Dr. Kurt Priemel (1880-1959).
  • 25jähriges Jubiläum der „Vereinigung von Freunden der Chemie und Physik“.
  • Feier anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Rudolfschule, eine Grundschule am Hauptbahnhof.
  • 25jähriges Jubiläum der Buchhandlung Heinrich Neuberger, Friedensstraße.
  • 100jähriges Jubiläum der Spielkartenfirma B.[ernhard] Dondorf in Frankfurt am Main.
  • 50jähriges Geschäftsjubiläum der Firma S. Morgenstern, Herrenkleider- und Wäschefabrik.
  • Der Pianist und Komponist Erich Itor Kahn (1905-1956) verliert seine Stelle am Radio Frankfurt (Südwestdeutsche Rundfunk AG). Seine Musik wird verboten.
  • Tod des Heldentenors Otto Fanger (1879-1933), seit 1914 Mitglied des Ensembles der Frankfurter Oper.
  • 6. Frankfurter Automesse auf dem Festhallengelände (Haus der Moden).
  • Ausstellung „Luftschutz und Sicherheit“ des Luftschutz-Verbandes e. V., Ortsgruppe Frankfurt am Main, in den Räumen der Deutschen Vereinsbank, Junghofstraße.
  • Frankfurter Frühjahrs-Insekten-Tauschbörse des Entomologischen Vereins „Apollo“ im Gesellschaftshaus des Zoologischen Gartens.
  • Erstes Konzert der im Januar d. J. gegründeten „Neuen Bach-Gemeinde Frankfurt am Main“ in der Weißfrauenkirche.
  • Premiere der Neuinszenierung der Richard Wagner-Oper „Tannhäuser“ in der Oper.
  • 85. Geburtstag des Kaufmanns, Kommunalpolitikers und Mitbegründer der Demokratischen Partei (1873), Julius Rothenberger.
  • Gastspiel des Pianisten Edwin Fischer im Saalbau.
  • Vor dem Ebertdenkmal an der Paulskirche versammeln sich Anhängern des Deutschnationalen Kampfrings und fordern vom Magistrat die Beseitigung dieses Denkmals, das in Gegenwart einer großen Zuschauermenge mit einer schwarzen Fahne umhängt und mit der alten Reichsflagge Schwarz-Weiß-Rot verkleidet wird.
  • Erste Sitzung des neu gewählten Bezirksrates im Höchster Rathaus. Von den 26 Sitzen entfallen 14 auf die Nationalsozialisten.
  • Premiere der Frankfurter Charakterkomödie „Der alte Textor“ von Hans Geisow im Schauspielhaus mit Kitty Stengel und Karl Luley.
  • Akademische Feier anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Schillerschule im Palmengarten.
  • Ein siebenjähriger Junge stürzt in den Altarm der Nidda und ertrinkt.
  • Anlässlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages von Johannes Brahms veranstaltet der Dessoffsche Frauenchor in Dr. Hochs Konservatorium ein Konzert.
  • Frankfurter Frühjahrsmesse: Schau- und Verkaufsmesse auf dem Platz vor der Großmarkthalle.
  • Auf einer Kuratoriumssitzung der Johann Wolfgang Goethe-Universität gibt Oberbürgermeister Friedrich Krebs den Mitgliedern des Kuratoriums offiziell die Absetzung des Universitätskurators (seit 1928) Prof. Kurt Riezler (1882-1955) und die Übertragung der Amtsgeschäfte an den Amtsgerichtsrat August Wisser (NSDAP) bekannt, womit sich das Kuratorium schließlich einverstanden erklärt.
  • Das Gesetz zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ tritt in Kraft. Danach ist der Magistrat gezwungen, verschiedene der bereits beurlaubten bzw. gekündigten 81 jüdischen Angestellten und Beamten wieder einzustellen (vgl. Eintrag vom 28.03. d. J.). Es handelt sich dabei um ehemalige Frontkämpfer, die vorerst im Amt bleiben dürfen.
  • Staatlicherseits angeordnet wird, dass die Neuzulassung von Rechtsanwälten jüdischer Herkunft verboten ist. Am 22.04. d. J. wird dieses Verbot auf jüdische Patentanwälte ausgeweitet.
  • Die noch am 31.03. d. J. in der konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung in Abwesenheit zu ehrenamtlichen Stadträten wieder gewählten Sozialdemokraten Jakob Kriegeis (1885-1968) und Wilhelm Weidner (1871-[Sterbedatum unbekannt]),nachdem sie am 13.03. d. J. suspendiert worden sind, werden erneut beurlaubt.
  • Beim abendlichen Großbrand in der Altstadt, Haus Graubengasse 28, entsteht hoher Sachschaden.
  • Eröffnung einer Ausstellung mit Aquarellen von Karl Schmidt-Rottluff (Berlin) im Frankfurter Kunstverein, Junghofstraße.
  • Anlässlich der Beendigung der Volksmission in den Frankfurter katholischen Kirchen spricht der Bischof von Limburg, Dr. Antonius Hilfrich (1873-1947), bei einer großen Kundgebung der Frankfurter Katholiken in der Festhalle.
  • Die Nationalsozialisten entfernen das Friedrich-Ebert-Denkmal und die Gedenktafel an der Paulskirche.
  • Der Magistrat beschließt die Auflösung des städtischen Wohnungsamtes.
  • Gründung der „Jüdischen Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe“, Röderbergweg 29, eine Unterabteilung des Vereins Jüdische Wohlfahrtspflege e. V. Sie organisiert bis 1941 vor allem berufliche Umschulungen von Jüdinnen und Juden.
  • 70. Geburtstag des Bankiers Otto Hauck (1863-1934), seit 1904 Mitglied, seit 1924 Vorsitzender des Ehrengerichts der Frankfurter Börse. Seit 1915 Vizepräsident, von 1921 bis 1933 Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main. Mitglied des Kuratoriums der Universität Frankfurt. Aus Anlass seines 70. Geburtstages Verleihung der Goldenen Medaille der IHK Ffm.
  • Der Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Ortsverein Frankfurt am Main, löst sich offiziell auf.
  • Der Maler und Graphiker Max Beckmann (1884-1950), am 31.03. d. J. seiner Stellung als Leiter einer Meisterklasse an der Städelschule enthoben, verlässt Frankfurt am Main, geht zunächst nach Berlin und emigriert 1937 nach Amsterdam.
  • Einweihung des Denkmals des 81er Regiments auf dem Platz der Republik, vor dem Eisenbahndirektionsgebäude.
  • Tagung des Reichsverbandes deutscher Fußpfleger (München) im Steinernen Haus.
  • Großflugtag auf dem Flughafen Rebstock zur Milchwerbung („Mehr Milch“), veranstaltet vom Reichsmilchausschuss im Reichsernährungsministerium.
  • Beginn der Abbauarbeiten des Denkmals „Den Opfern (des ersten Weltkriegs)“ von Benno Elkan (1877-1960), 1920 errichtet, in der Taunusanlage – auf Veranlassung der Stadtverwaltung. 1946 wieder errichtet.
  • Tod des Schriftstellers Carl Adolph, genannt Adolf Stoltze (1842-1933), Sohn des Schriftstellers Friedrich Stoltze (1816-1891), vor allem bekannt geworden mit dem Lokalschwank „Alt-Ffm“, das 1887 im alten Frankfurter Komödienhaus am Roßmarkt zur Uraufführung gelangte.
  • 25. Todestag des Bankiers und Mäzens Charles L. Hallgarten (1838-1908), seit 1868 Teilhaber des Bankhauses „Hallgarten & Co.“, Förderer des Aufbaus der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften und deren Ausbau zur Universität Frankfurt.
  • Geburtstag Adolf Hitlers. Die Stadt ist ein Flaggenmeer. Die Polizei trägt erstmals die schwarz-weiß-rote Kokarde. Im Stadion findet ein Turnerfest statt, am Abend marschiert die SS mit Fackeln zu ihrer Kaserne in der ehemaligen Klingerschule, in der Oper und im Schauspielhaus finden Festvorstellungen mit hymnischen Reden auf Adolf Hitler statt. Im Zoologischen Garten wird ein Volkstag veranstaltet.
  • Aus Anlass des Geburtstages Hitlers wird die vereinigte Klinger- und Adlerflychtschule in „Adolf-Hitler-Schule“ umbenannt – eine Initiative der dortigen Lehrerschaft.
  • Abteilungen der Nationalsozialistischen Betriebszellen-Organisation (NSBO) lösen in den einzelnen Zweigen der städtischen Verwaltung linksgerichtete Betriebsräte durch Vertreter der NSBO ab.
  • Im Rathaus findet die erste Sitzung des „Ausschusses zur Gestaltung des Feiertags der nationalen Arbeit am 1. Mai 1933“ unter dem Vorsitz des Kommissars des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda im Regierungsbezirk Wiesbaden und in den Kreisen Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern, Wilhelm Müller-Scheld, statt.
  • Reichweit wird das nach jüdischen religionsgesetzlichen Bestimmungen durchgeführten Schlachten von Tieren, das so genannte Schächten, verboten.
  • Jüdischen Ärzten wird die Zulassung bei den Krankenkassen entzogen.
  • Festakt anlässlich des 25jährigen Jubiläums der ehemaligen königlichen Baugewerkschule, heute „Höhere Technische Staatslehranstalt für Hoch- und Tiefbau“ in ihrem Festsaal, Nibelungenplatz.
  • Premiere der Neuinszenierung von Johann Wolfgang von Goethes „Faust II“ im Schauspielhaus – zugleich die Abschiedsvorstellung des bereits beurlaubten Intendanten Dr. Alwin Kronacher (1880-1951).
  • Instrumentaltreffen der Vereinigung für Jugend- und Schulmusik in der Holzhausenschule.
  • 36. Landesverbandstag der Dachdecker Südwestdeutschlands im Handwerkerhaus.
  • Als „Kommissar zur besonderen Verwendung“ wird im Frankfurter Funkhaus der Geschäftsführer im Kampfbund für deutsche Kultur, Major a. D. Zimmer, eingesetzt.
  • Erster Kirchentag der Glaubensbewegung der Deutschen Christen im Hippodrom mit einer Kundgebung zur Vierhundertjahrfeier der Einführung der Reformation in Frankfurt am Main. Einstimmig gefordert werden die sofortige Auflösung der Frankfurter Landeskirchenversammlung und die Schaffung einer Evangelischen Reichskirche.
  • Gastspiel der Sopranistin Maria Ivogün im Saalbau im Rahmen der Konzerte des Orchester-Vereins e. V.
  • Frankfurts mainfränkischer Dichter, Adolf Stoltze (1842-1933), wird auf dem Hauptfriedhof beerdigt. Tausende Frankfurter, auch Oberbürgermeister Friedrich Krebs, nehmen an der feierlichen Beisetzung teil.
  • Verfügung des Reichssportkommissars, wonach der „Arierparagraf“ in sämtlichen deutschen Sport- und Turnvereinen einzuführen ist – ausgenommen sind zunächst nur die Frontkämpfer bzw. Hinterbliebene der Frontkämpfer.
  • Anordnung des Numerus clausus für jüdische Schüler und Studierende.
  • Sitzung der Stadtverordnetenversammlung: nach mehrmaligem Verschieben (ursprünglich am 18.04., dann 20.04.) werden die Ausschussberichte ohne Debatte mehrheitlich angenommen.
  • Konzert des Berliner Philharmonischen Orchesters unter Leitung Wilhelm Furtwänglers im Saalbau.
  • 100. Geburtstag des Lehrers, Botanikers und Naturforschers Isaak Blum (1833-1903), 1856 bis 1892 Lehrer am Philanthropin, Direktor der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft und von 1889 bis 1903 Vorsteher der botanischen Sektion.
  • Durch Erlass des Preußischen Innenministers wird die seitherige Abteilung I des Polizeipräsidiums, die Politische Polizei, umbenannt in „Der Polizeipräsident in Frankfurt am Main – Staatspolizeistelle“.
  • Jugendliche stürzen bei Einbruch der Dunkelheit mit Brecheisen das Heine-Denkmal in der Friedberger Anlage vom Sockel. Es wird in das Völkermuseum gebracht.
  • Wahl des neuen Rektors der Johann Wolfgang Goethe-Universität: Prof. Ernst Krieck (1882-1947), erster nationalsozialistischer Rektor in Deutschland. Seine Amtsperiode läuft vom 01.05.1933 bis zum 15.10.1934.
  • Fackelzug der „Deutschen Studentenschaft“ vom Opernplatz zur Universität für den neu gewählten Rektor der Johann Wolfgang Goethe-Universität, den Erziehungswissenschaftler Prof. Ernst Krieck (1882-1947), nach der NS-Machtübernahme Professor für Pädagogik an der Universität Frankfurt.
  • Polizei und Mitglieder der NSDAP nehmen bei Kommunisten im Nordend umfangreiche Hausdurchsuchungen vor. Mehrere Personen werden verhaftet.
  • Die Frankfurter Hochschulgruppe des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) weiht in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität ihre erste Sturmfahne. Rektor Prof. Ernst Krieck nimmt die Weihe persönlich vor.
  • Premiere der Neuinszenierung (Rudolf Scheel) der Operette „Der Graf von Luxemburg“ von Franz Lehár im Opernhaus.
  • Feierlichkeiten anlässlich des 400jährigen Jubiläums der Einführung der Reformation in Frankfurt am Main mit einem Festakt in der Paulskirche (29.04.), Festgottesdiensten in allen Kirchen und einer Kundgebung auf dem Römerberg (30.04.).
  • Englische Hockeyspieler der „Imperial Industries Ltd. London“ besuchen als Gäste des Frankfurter IG-Sportvereins die Mainstadt. Im Grüneburgpark finden zwei Begegnungen statt: gegen eine Auswahl-Mannschaft der IG Farben und gegen die Klubmannschaft des Frankfurter IG-Sportvereins.
  • Frankfurt am Main für den bevorstehenden 1. Mai in Flaggengala.
  • Die süddeutsche Fußballmeisterschaft fällt wieder nach Frankfurt am Main. Der Fußballsportverein FSV Frankfurt holt sich im Stadion vor 15.000 Zuschauern mit einem 1:0-Erfolg gegen SV München 1860 zum ersten Mal den Titel eines Süddeutschen Meisters. Titelverteidiger Eintracht Frankfurt belegt den dritten Platz.
  • Feier anlässlich des 40jährigen Jubiläums des „Evangelischen Arbeitervereins Bockenheim“ im Saal der Bockenheimer Turngemeinde.
  • „Tag der nationalen Arbeit“. Staatlich vorgegebener Feiertag der deutschen Volksgemeinschaft. 30.000 Menschen finden sich auf dem Römerberg zu einem Platzkonzert der SA ein. Oberbürgermeister Friedrich Krebs verkündet vom Balkon des Römers: „Überwindung von Klassenhass und Klassendünkel.“ Sämtliche Kirchen läuten danach eine Stunde lang. Auf allen großen Plätzen der Stadt finden sich Mitarbeiter von Behörden und Betrieben ein. Die Abschlusskundgebung mit 180.000 Menschen findet im Ostpark statt. Übertragen wird eine Rede Adolf Hitlers, gefolgt von einem Riesenfeuerwerk. Die Gaupropagandaleitung der NSDAP stellt es jüdischen Eltern frei, ihre Kinder an den Schulfeiern am 1. Mai teilnehmen zu lassen oder sie zu Hause zu behalten.
  • Nach einer für alle preußischen Hochschulen erlassenen neuen Bestimmung beginnen auch an der Johann Wolfgang Goethe-Universität die Vorlesungen des Sommersemesters erst am 1. Mai.
  • Illegale 1. Mai-Feier der Jugend des sozialdemokratischen Zentralverbandes der Angestellten (ZdA) im Frankfurter Stadtwald, auf der die Sturmfahne feierlich begraben wird.
  • Einstellung eines neuartigen Sommerwagens der Straßenbahn auf der Strecke der Linie 10. Dieser Anhängewagen besitzt ein aufschiebbares Dach.
  • SA und SS besetzen das Gewerkschaftshaus und weiterer Organisationen und Unternehmen der Gewerkschaften, nehmen Gewerkschafter und andere Funktionäre der politischen Linken in „Schutzhaft“ (u.a Albrecht Ege, Rudolf Eims, Jakob Kriegeis und Otto Misbach) und dringen auch in das Büro des Zentralverbandes der Angestellten (ZdA) ein. Das Vermögen von Reichsbanner, SPD und Gewerkschaften wird eingezogen. Eine staatliche Zwangsorganisation, die „Deutsche Arbeitsfront“ (DAF) ersetzt die Organisationen der Arbeiterschaft. Die Nazis geben dem Gebäude den Namen „Haus der Arbeit“.
  • Anlässlich des 150. Geburtstages des Buchhändlers, Verlegers und Stifters Carl Christian Jügel (1783-1869) legt der Magistrat einen Kranz auf seinem Grab auf dem Hauptfriedhof nieder.
  • In der Sitzung des Magistrats begrüßt der beauftragte Oberbürgermeister Friedrich Krebs die neu in den Magistrat eingetretenen unbesoldeten Mitglieder. Zudem beschließt der Magistrat eine Reihe von Umbenennungen von Straßen. So sollen u.a. im Stadtbezirk Höchst die Liebknecht-Straße Malmedy Straße, im Stadtbezirk Griesheim die August-Bebel-Straße Kolmarer Straße, im Riederwald die Lassalle-Straße Tannenberg Straße, in Sachsenhausen die Max-Quarck-Straße Meraner Straße heißen.
  • Bei einem schweren abendlichen Verkehrsunfall an der Straßenkreuzung Battonnstraße/Lange Straße wird ein 62jähriger Mann von einem Pkw angefahren und tödlich verletzt.
  • Ausstellung „Deutsche Plastik und Grabmäler der Gegenwart“ des Vereins Frankfurter Künstler, Neue Mainzer Straße.
  • Der Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Bernhard Rust, erlässt eine generelle Amnestie für alle diejenigen, die während der Weimarer Republik wegen nationalsozialistischer Aktivitäten an Universitäten disziplinarisch belangt worden sind.
  • Bei einem Arbeitsunfall im Gaswerk Ost wird ein Arbeiter von einem Kran zu Tode gequetscht.
  • Vortragsabend der bekannten Rezitatorin Irma Strunz in der Kunstgewerbeschule, Neue Mainzer Straße.
  • Ausstellung mit Werken von Dr. Doris Lautenschlager im Kunstsalon Schneider-Andreas, Roßmarkt.
  • Reichspräsident von Hindenburg ernennt –im Auftrag des Reichskanzlers – Gauleiter Jakob Sprenger zum Reichsstatthalter in Hessen. In Personalunion Gauleiter und Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen repräsentiert er damit sowohl die Partei als auch die Staatsmacht im Volksstaat Hessen.
  • Offizielle Weihe der in „Adolf-Hitler-Schule“ umbenannten vereinigten Klinger- und Adlerflychtschule in Anwesenheit von Oberbürgermeister Friedrich Krebs – die erste Adolf-Hitler-Schule in Hessen-Nassau.
  • 70. Geburtstag des Justizrats Dr. Rudolf Winterwerb (1863-1941), von 1899 bis 1931 Vorstandsmitglied der „Frankfurter Bank“.
  • Verbot der Niederlassung für jüdische Steuerberater.
  • Unter den Klängen einer Polizeikapelle ziehen die Ablösungsmannschaften von der Gutleutkaserne über Bahnhofsplatz, Kaiserstraße und Zeil nach der Hauptpost. Diese feierliche Wachablösung soll sich zukünftig jeden Samstagmittag wiederholen.
  • 75. Geburtstag des Mediziners, Dermatologen, Heil- und Sexualpädagogen Prof. Ernst von Düring (1858-1944), Lehrbeauftragter für Heilpädagogik an der Philosophischen Fakultät der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Schau des größten Flieder-Sortiments der Welt im Palmengarten. Es ist das erste Mal, dass eine derartige Schau der Öffentlichkeit gezeigt wird und auch das erste Mal, dass Gartenbesitzer die Möglichkeit haben, Pflanzen aus diesem Sortiment zu erwerben.
  • Gedenkkonzert anlässlich des 100. Geburtstages von Johannes Brahms im Palmengarten mit dem Frankfurter Tonkünstler-Orchester unter Leitung von Richard Limpert.
  • Ausstellung des Elsaß-Lothringer Instituts in der Aula der Sachsenhäuser Oberrealschule über das ‚Deutschtum in den Grenzlanden’.
  • Ausstellung „Deutsche Kunst der Gegenwart in Frankfurt“ im Frankfurter Kunstverein, eröffnet in Anwesenheit von Oberbürgermeister Friedrich Krebs.
  • Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) wird „gleichgeschaltet“ und bei entsprechender Namensänderung in die „Deutsche Arbeitsfront“ (DAF) zwangsweise eingegliedert. Friedrich Heilmann (1886-1933), SPD-Stadtverordneter und einige Jahre Vorsitzender der Frankfurter SPD, nimmt sich daraufhin das Leben.
  • Feierliche Immatrikulationsfeier in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Anwesenheit des Rektors Prof. Ernst Krieck.
  • Bücherverbrennung auf dem Römerberg. Studierende der Frankfurter Universität, Dozenten, Professoren, SA und SS ziehen mit einem von zwei Ochsen bespannten Mistwagen, beladen mit den zu verbrennenden Büchern und Schriften, samt einer SA-Kapelle zum Römerberg. Etwa 15.000 Menschen sind dort versammelt. Laut werden die Namen der 250 verfemten, deutschen und deutschsprachigen Autoren vorgetragen, bevor deren Werke den Flammen übergeben werden (u.a. Thomas und Heinrich Mann, Franz Kafka, Alfred Döblin, Stefan und Arnold Zweig). Daraufhin wird das Horst-Wessel-Lied gesungen und Heil-Rufe auf Adolf Hitler ausgebracht.
  • Tod des Architekten und Mäzen Simon Ravenstein (1844-1933), entwarf u.a. 1881 das Ravensteinsche Verlagsgebäude Wielandstraße 31.
  • Gauamtswalter-Appell der Gaue Hessen und Hessen Nassau Süd in der Festhalle. Es sprechen Reichsstatthalter Gauleiter Jakob Sprenger und Reichsstatthalter Robert Wagner.
  • Bei einem morgendlichen Verkehrsunfall auf der steil abfallenden Limburger Chaussee im Taunus am Eingang nach Königstein verunglückt ein SA-Trupp aus Frankfurt am Main schwer. Zwei Frankfurter SA-Männer werden getötet, zwölf weitere zum Teil erheblich verletzt.
  • Eröffnung des gleichgeschalteten Hessischen Landtags in Darmstadt.
  • Großkundgebung des gewerblichen Mittelstandes im Hippodrom zu wichtigen Fragen der deutschen Wirtschaft nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, veranstaltet vom „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes“.
  • Einweihung des neuen Heims der Hitlerjugend. 3.500 Frankfurter HJ-Buben finden sich auf dem Börsenplatz ein und marschieren samt Spielmannszug und Kapelle über die Hauptwache, Zeil, Große Friedberger Straße zur Peters-Mittelschule in der Seilerstraße, dem neuen von Oberbürgermeister Friedrich Krebs der HJ zur Verfügung gestellten Heim. Von hier aus werden 25.000 Hitlerjungen in ganz Hessen betreut.
  • 25jähriges Jubiläum des Café „Buerose“ am Hauptbahnhof.
  • Brahms-Reger-Abend mit Senta Bergmann (Violine) und Fritz Malata (Klavier) im Saalbau.
  • Die Società Nazionale Dante Alighieri besucht während ihrer Deutschlandreise auch die Mainstadt und wird im Kaisersaal des Römers offiziell von Stadtrat Dr. Rudolf Keller namens des Oberbürgermeister Friedrich Krebs und des Magistrats begrüßt.
  • Premiere des Dramas „Schlageter“ von Hanns Johst im Frankfurter Schauspielhaus.
  • Großkundgebung der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ mit 8.000-10.000 Menschen in der Festhalle, mit dem Ziel einer einheitlichen deutschen Reichskirche.
  • Über 2.000 Studenten der Johann Wolfgang Goethe-Universität versammeln sich zum ersten Generalappell der Deutschen Studentenschaft in Anwesenheit von Rektor Prof. Ernst Krieck.
  • Premiere von Franz Lehárs Operette „Das Land des Lächelns“ im Schumann-Theater.
  • Die große Kundgebung für den deutschen Osten verbindet die Frankfurter Sportgemeinde „Eintracht“ mit ihrem Meisterschafts-Fußballspiel gegen die ostpreußische Reichswehr-Mannschaft „Hindenburg“-Allenstein, dessen Ehrenvorsitzender Reichspräsident von Hindenburg ist. Die Ostpreußen, begleitet von Allensteins Stadtoberhaupt, werden am Vormittag im Römer durch Oberbürgermeister Friedrich Krebs empfangen. Eintracht Frankfurt besiegt Hindenburg-Allenstein im Stadion mit 12:2-Toren.
  • Zwei lettische Zivilflieger landen auf ihrem Flug nach Afrika in Frankfurt am Main.
  • Sitzung der Stadtverordnetenversammlung: Beschlossen wird die Durchführung der Römerberg-Festspiele als Dauereinrichtung.
  • Der im März d. J. wegen seiner jüdischen Abstammung beurlaubte Intendant der Frankfurter Oper (1929-1933), Prof. Josef Turnau (1888-1954), wird entlassen. Er emigriert über Prag in die USA.
  • Feierliche Rektoratsübergabe an der Frankfurter Universität an den nationalsozialistischen Pädagogen Prof. Dr. Ernst Krieck (1882-1947) im Opernhaus. Der neue Rektor übergibt dabei auch das neue Studentenrecht an die Frankfurter Studentenschaft.
  • Bei einem Arbeitsunfall stürzt ein 17jähriger Weißbinderlehrling an einem Haus Oberer Atzemer vom Gerüst und verletzt sich tödlich.
  • Frankfurter Blumentag. Der Ertrag kommt der SA, SS, Hitlerjugend und dem Bund deutscher Mädel (BDM) zugute.
  • 3. Deutsche Mastviehausstellung im Schlacht- und Viehhof, eröffnet von Oberbürgermeister Friedrich Krebs.
  • Der neue Wartesaal im Südflügel des Hauptbahnhofes wird dem Verkehr übergeben.
  • Beginn eines zehntägigen Gastspiel Heinz Rühmanns in der Titelrolle des Schwankes „Der Mustergatte“ von Avery Hopwood im Neuen Theater.
  • Einweihung des „Evangelischen Vereinshauses Westend“, Neue Schlesinger Gasse.
  • Der Oppenheimer Platz im Stadtteil Sachsenhausen wird, vom Städtischen Gartenbauamt mit neuen Anlagen versehen, der Allgemeinheit zur Benutzung übergeben.
  • Erste Sitzung der neu konstituierten Handelskammer. Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt heißt ab heute: „Preußische Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet.“ Hauptamtlicher Präsident ist Dr. Carl Lüer (1897-1969).
  • Gedenkfeier des Magistrats und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Johann Wolfgang Goethe-Universität anlässlich des 100. Todestages des Juristen Prof. Anselm Feuerbach (1775-1833). An seinem Grabmal auf dem Hauptfriedhof werden Kränze niedergelegt.
  • Öffentliche Kundgebung des „Österreichisch-Deutschen Volksbundes“ im Volksbildungsheim gegen die derzeitige österreichische Regierung.
  • Tagung des „Südwestdeutschen Bundes des entschiedenen Protestantismus“ mit einer Kundgebung für die Evangelische Kirche deutscher Nation im Volksbildungsheim.
  • An der Ecke Sandweg und Zeil stoßen zwei Straßenbahnzüge zusammen. Ein Motorwagen wird stark beschädigt. Ernstlich verletzt wird niemand.
  • „Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit“.
  • Vor 400 Jahren werden auf Anordnung des Rats der Freien Stadt Frankfurt Kirchenbücher als erste Zivilstandesregister eingeführt.
  • Amtsantritt des neuen Generalintendanten der Städtischen Bühnen, Hans Meissner (1896-1958). Meissner unterstehen vier mainstädtische Spielstätten: Oper, Großes Schauspielhaus, Kleines Haus und die Römerbergfestspiele. Er behält diese Stellung bis zur Schließung aller deutschen Theater zum 01.09.1944.
  • Eröffnung der Ausstellung „Frankfurt zur Zeit der Reformation“ im Städel.
  • Eröffnung des Frankfurter „Henkel-Hauses“ durch die Persil-Werke auf dem Goetheplatz, ein Lehrinstitut für die Hausfrau.
  • Verfügung des Preußischen Ministers für Wissenschaft, Kultur und Volksbildung, wonach jüdische Vereine und Organisationen, die Jugendpflege und Leibesübungen treiben, keinerlei Vergünstigungen mehr bekommen sollen und aus den jeweiligen Orts-, Stadt-, Kreis- und Bezirksausschüssen auszuschließen sind.
  • Jüdische Zahnärzte und Zahntechniker werden aus den Krankenkassen ausgeschlossen.
  • Im Rahmen des Freitagabendgottesdienstes in der Westendsynagoge findet eine Erinnerungsfeier der Jüdischen Gemeinde und des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten anlässlich der Einweihung eines Gedenksteins für die Gefallenen des Frankfurter Infanterie-Regiments 81 statt. Neben den jüdischen Soldaten, die diesem Regiment angehört haben, nehmen an den Festgottesdienst Vertreter des Vereins der 81er und die Spitzen der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main teil. Feldrabbiner Dr. Georg Salzberger (1882-1975), liberaler Gemeinderabbiner in der Mainstadt, hält die Gedenkrede. Unter den Gefallenen des Regiments 81 befinden sich auch 200 jüdische Soldaten.
  • Eröffnung einer neuen modernen Tankstelle der Firma Karl & Gerster, Kettenhofweg 18.
  • Denkmalsweihe von Angehörigen des ehemaligen Infanterie-Regiments Nr. 81 auf dem Denkmalplatz (Hohenzollernplatz, heute: Platz der Republik).
  • Einrichtung eines „Kontrollamtes für Arbeitsbeschaffung“ innerhalb der Frankfurter Gauleitung.
  • Frankfurter Wäldchestag im Stadtwald.
  • Anlässlich der Einführung des neuen Oberpräsidenten von Hessen-Nassau, Prinz Friedrich Karl von Hessen, in sein Amt durch Ministerpräsident Hermann Göring findet von Kassel aus ein Fahrt durch Hessen-Nassau statt, die in Frankfurt am Main endet. Im Kaisersaal des Römers veranstaltet die Stadtverwaltung am Abend einen feierlichen Empfang, an dem die Spitzen der Frankfurter Behörden und führende Funktionäre der NSDAP teilnehmen.
  • Ministerpräsident Göring bestätigt die Ernennung des kommissarischen Oberbürgermeisters Friedrich Krebs zum Oberbürgermeister als endgültig.
  • Letzte Mitgliederversammlung des Gewerkschaftsbundes der Angestellten (GdA) in der Loge Sokrates vor der Überführung in die neue Einheitsfront.
  • Deutsche Kolonialtagung der in der Kolonialen Reichsarbeitsgemeinschaft vereinigten Verbände im Palmengarten samt Kolonialabend im Zoologischen Garten, verbunden mit einer Ausstellung „Deutsche Kolonien“ im Völkermuseum.
  • Holz-, Industrie- und Gewerbeschau auf dem Festhallengelände.
  • 100jähriges Jubiläum der Einweihung der Paulskirche der St. Paulsgemeinde. Eröffnet wird ein Kindergarten im Vereinshaus „Westend“. Auf dem Hauptfriedhof findet eine Feierstunde an den Gräbern der verstorbenen Geistlichen und Organisten der St. Paulsgemeinde statt.
  • Bei einem Verkehrsunfall an der Ecke Schillerplatz/Große Eschenheimer Straße wird eine 45jährige Frau von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt.
  • Selbsttod des Juweliers und Stifters Moritz Nathan Oppenheim (1848-1933), Mäzen der Frankfurter Universität für den Lehrstuhl für theoretische Physik, 1928 Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main. Infolge der Machtübernahme der Nationalsozialisten nehmen sich Moritz Nathan und sein Frau Katharina (1862-1933) gemeinsam das Leben.
  • 60. Geburtstag des Schauspielers und Schriftstellers Alfred Auerbach (1873-1954), von 1898 bis 1919 Mitglied des Ensembles des Schauspielhauses.
  • Tagung des Frauenvereins vom Roten Kreuz für Deutschland über See im Festsaal des Senckenbergischen Museums.
  • Feierlichkeiten anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Einweihung der Paulskirche im Saalbau.
  • Generalappell des Abschnitts XI der SS mit einer ‚Führertagung’ im Stadtverordnetensitzungssaal und einem Marsch vom Flughafengelände durch die Stadt zum Stadion, wo der SS-Reichsführer Heinrich Himmler spricht.
  • 50-Jahr-Feier des Gesangvereins „Colophonium“, Mitglied des Deutschen Sängerbundes, Gau Frankfurt, im Saal der Bockenheimer Turngemeinde.
  • Nationaler Flugtag in Frankfurt am Main.
  • Weihe der neuen katholischen Kirche in der Eisenbahnsiedlung im Stadtteil Nied.
  • Feierlichkeiten anlässlich des 75jährigen Jubiläums des Predigerseminars der Methodistenkirche in Ginnheim.
  • Das Jugendschöffengericht Frankfurt am Main verurteilt drei Angeklagte, u.a. Emil Carlebach (1914-2001), wegen Verteilens politischer Flugblätter zu je sechs Wochen Haft unter Anrechnung der 30tägigen Untersuchungshaft.
  • Sitzung der Stadtverordnetenversammlung: In 37 Minuten werden 117 Tagesordnungspunkte(!) abgehandelt, darunter die Einführung und Verpflichtung neu eingetretener Stadtverordneter, die Entfernung der SPD-Mitglieder aus den städtischen Gesellschaften und die erste, verunglückte „Wahl“ des Oberbürgermeisters Friedrich Krebs. Mitglieder der SPD-Fraktion werden gewaltsam aus dem Sitzungssaal hinausgetrieben, nachdem sie zuvor nationalsozialistischen Anträgen ihre Zustimmung verweigert haben.
  • Mit der Durchführung der Aufgaben des „Treuhänders der Arbeit“ für das hessische Wirtschaftsagebiet wird der Ökonom Dr. Carl Lüer (1897-1969) auf Vorschlag des Gauleiters Jakob Sprenger vom Reichsarbeitsminister ernannt.
  • Ein Motorwagen der Straßenbahnlinie 15 entgleist an der Konstablerwache und stößt dabei gegen den Anhänger eines gerade nach der Hauptwache abgefahrenen Straßenbahnzuges der Linie 3. Der Anhänger der Linie 3 wird abgerissen, die Kupplung zwischen den beiden Wagen bricht durch. Verletzt werden fünf Personen. Der Straßenbahnverkehr auf der Zeil ist erheblich gestört.
  • Mit Erlass des Preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Bernhard Rust, wird die „Vereinigung jüdischer Studierender“ noch im Sommersemester 1933 aufgelöst.
  • Volkszählung zur Bevölkerungsaufnahme.
  • Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung: Auf der Tagesordnung steht als einziger Punkt die „Wahl“ von Oberbürgermeister Friedrich Krebs (1894-1961). Nominiert ist nur ein einziger Kandidat: Krebs, der dieser Sitzung fernbleibt.
  • Reichsausstellung für Kolonialwaren und Feinkost auf dem Messegelände, veranstaltet von den beiden Spitzenverbänden des deutschen Lebensmittel-, Kolonialwaren- und Feinkost-Einzelhandels, Edeka und Rekofei. Die Verbände halten in den Tagen der Ausstellung zugleich ihre Herbsttagungen ab. Der Edeka-Verband hält ferner seinen 25. Verbandstag ab, der Reichsverband deutscher Kaufleute des Kolonial-, Feinkost- und Lebensmittel-Einzelhandels e. V. seine Jahreshauptversammlung.
  • Erste Tagung der Landesgruppe Südwestdeutschland des Reichsverbandes Deutscher Funkhändler im Zoologischen Garten.
  • Schweizer Sänger besuchen auf ihrer Deutschlandreise auch die Mainstadt und werden auf dem Hauptbahnhof vom Schweizer Konsul empfangen.
  • 90. Geburtstag des Bankiers, Stifters und Kunstsammlers Maximilian Benedikt Goldschmidt-Rothschild (1843-1940), Förderer der Universität Frankfurt, des Frankfurter Kunstvereins, des Städels und des Kunstgewerbemuseums.
  • Propagandaminister Joseph Goebbels besucht die Mainstadt, wird von Oberbürgermeister Friedrich Krebs im Römer offiziell empfangen und besichtigt u.a. das Funkhaus, wo er von Intendant Walther Beumelburg (1894-1944) begrüßt wird. Danach hält er im Stadtverordnetensaal eine langatmige Rede.
  • Der Biophysiker und Philosoph, Prof. Friedrich Dessauer (1881-1963), wird während eines Vortrages beim Jung-katholischen Club verhaftet. Sein Haus wird verwüstet, die Konten werden gesperrt und am Ende des Jahres wird ein Prozess gegen ihn inszeniert.
  • Brahms-Gedächtnisfeier in der Frankfurter Musikschule.
  • Ausstellung im Frankfurter Kunstverein, Junghofstraße: „Drei Meister deutscher Zeichnung“ – Viktor Müller, Wilhelm Steinhausen und Hans Thoma.
  • Endgültiges Verbot der SPD.
  • Eröffnung der Hausfrauenausstellung „Rekofa“ auf dem Messegelände.
  • Lt. Erlass des Innenministeriums ist die „Sozialdemokratische Partei Deutschlands namentlich nach ihrer Betätigung in den letzten Tagen und Wochen als staats- und volksfeindliche Organisation anzusehen“. Ihre Mitglieder, die noch Gemeindevertretungen angehören, werden von der weiteren Ausübung ihrer Mandate ausgeschlossen.
  • Erlass des „Gesetzes über die Errichtung eines Unternehmens Reichsautobahn“ und Ernennung eines „Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen“.
  • Gastspiel von Zirkus Karl Straßburger im Ostend.
  • Gründung der Landesgruppe Hessen-Rheinland-Süd des Reichsluftschutzbundes (Berlin) mit Sitz in Frankfurt am Main.
  • In einem Schreiben des Vereins ehemaliger Berufsfeuerwehrmänner an Oberbürgermeister Friedrich Krebs wird die freiwillig erfolgte Gleichschaltung bekannt gegeben.
  • Im Gefolge des endgültigen Verbots der Sozialdemokratischen Partei werden in den Morgenstunden von Schutzpolizei und SA-Hilfspolizei mehrere Funktionäre der SPD – Redakteure, Parteisekretäre, Stadtverordnete, Gewerkschafter – in „Schutzhaft“ genommen: u.a. Conrad Broßwitz, Karl Kirchner, Stephan Heise und Johannes Rebholz. Die seit Februar 1933 von der SA willkürlich Verhafteten kommen in „wilde“ Konzentrationslager an der Mörfelder Landstraße, ins „Westendheim“ an der Ginnheimer Landstraße, in die SS-Kaserne Klingerschule, die Freimaurerloge am Mozartplatz, die Taubstummenanstalt an der Gabelsbergerstraße und in das alte Bockenheimer Krankenhaus.
  • Deutscher Liedertag des Deutschen Sängerbundes.
  • Offizielle Ernennung von Friedrich Krebs (1894-1961) zum Frankfurter Oberbürgermeister für die Dauer von zwölf Jahren.
  • Der Verband Preußischer Polizeibeamten, Ortsgruppe Frankfurt, beschließt auf ihrer Mitgliederversammlung die organisatorische Auflösung der bisher zum alten Preußischen Polizeibeamtenverband (Schrader-Verband) gehörenden Ortsgruppe.
  • Kinder- und Schülerflugtage auf dem Flugplatz Rebstock.
  • Junge Leute dringen unbehelligt ins Gericht, misshandeln jüdische Anwälte und verladen sie auf einem Lkw. Die Malträtierten kommen am gleichen Tag wieder frei.
  • Abschluss eines Vertrages, der die weitere konzernmäßige Zusammenfassung im Frankfurter Lichtspielwesen besiegelt. Der „Daub-Konzern“ (Palast-Lichtspiele AG in Stuttgart) übernimmt am 01.07. d. J. den Gloria-Palast auf der Kaiserstraße mit ca. 600 Sitzplätzen. Im Herbst wird das Theater grundlegend renoviert und nach Einbau einer neuen Tonfilmanlage wieder eröffnet.
  • Tagung des Landesverbandes der Lichtspieltheaterbesitzer von Hessen und Hessen-Nassau.
  • Der Aufführung des „Lohengrin“ geht eine Studentenkundgebung gegen Versailles vor dem Schauspielhaus voraus.
  • Vortrag von Senator Borletti (Mailand) im Saal der Getreidebörse.
  • Abschiedsfeier des Vorstandes und der Mitglieder des Gewerkschaftsbundes der Angestellten (GdA) in der Loge Sokrates. Ab 01.07. d. J. werden die Mitglieder der GdA von den neuen nationalsozialistischen Angestelltenverbänden betreut.
  • 60. Geburtstag des Afrikaforscher, Schriftstellers und Kulturphilosophen Prof. Leo Frobenius (1873-1938).
  • Gedenkfeier der Frankfurter Zionistischen Vereinigung für den vor wenigen Tagen in Tel Aviv ermordeten Dr. Viktor Chaim Arlosoroff (1899-16.06.1933)
  • Römerberg-Freilichtspiele. Begonnen wird mit dem „Urgötz“. Abwechselnd werden Johann Wolfgang von Goethes Stücke „Urgötz“ („Götz von Berlichingen“) und „Egmont“ gegeben. Ab Ende Juli wird auch Friedrich Schillers „Jungfrau von Orleans“ auf dem Römerberg aufgeführt.
  • Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (ursprünglich für den 29.06. vorgesehen): Die sozialdemokratischen Stadtverordneten, deren Mitglieder teilweise bereits in „Schutzhaft“ genommen worden sind, sind durch den Erlass des Innenministers von der Teilnahme ausgeschlossen. Oberbürgermeister Friedrich Krebs legt den Haushaltsplan für 1933 vor, der in Höhe von 160 Millionen RM angenommen wird. Stadtkämmerer Dr. Friedrich Lehmann (1888-1960) spricht über die zukünftige Gestaltung der Gemeindefinanzen. Wahl Karl Linders (1900-1979) (NSDAP), als Personaldezernent zugleich mit der „Gleichschaltung“ der städtischen Beamtenschaft befasst, zum Bürgermeister der Stadt Frankfurt am Main (bis 1937). Angenommen wird ein Antrag auf „sofortige Einstellung sämtlicher Bezüge irgendwelcher Art an den gewesenen Oberbürgermeister Dr. Landmann“.
  • Im Arbeitsamtsbezirk Frankfurt sind 80.825 Arbeitssuchende gemeldet. Auf Groß-Frankfurt entfallen davon 61.441 Personen.
  • Ansprache des Leiters der Deutschen Arbeitsfront (DAF), Robert Ley, anlässlich einer Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront vor der Großmarkthalle. Außer Ley spricht der Gaubetriebszellenleiter Willy Becker (Frankfurt am Main) über die Aufgaben und Ziele der DAF.
  • Rhein-mainische Kulturkundgebung in der Festhalle mit dem NS-Reichssymphonieorchester aus München in Anwesenheit von Robert Ley, Leiter der Deutschen Arbeitsfront.
  • Schließung der zahnärztlichen Klinik der AOK Frankfurt.
  • 75jähriges Jubiläum der jüdischen Buch- und Ritualienhandlung A. Rothschild, Alte Gasse.
  • Akademische Feier anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Jüdischen Jugendbundes Frankfurt am Main.
  • Gründung der „Frankfurter Medizinischen Gesellschaft“.
  • Feierlichkeiten anlässlich des 60jährigen Jubiläums des Oberräder Männerchors 1873 mit Bannerweihe, akademischer Feier, Festzug und Wettsingen.
  • Erstes internationale Treffen der Harmonika-Freunde im Palmengarten und auf dem Römerberg, veranstaltet von der Ortsgruppe Frankfurt des deutschen Harmonika-Verbandes unter Mitwirkung des Frankfurter Verkehrsvereins.
  • Einweihung des neuen Ehrenmals für die im Weltkrieg gefallenen Niederräder. Wenige Tage zuvor, am 29.06., wird in Gegenwart der Vertreter des Bezirksvereins Niederrad, des Kriegervereins „Germania“ und der Mitglieder des Denkmal-Ausschusses eine Pergamentrolle mit den Namen der Gefallenen in den Sockel des Denkmals eingemauert.
  • Kundgebung des NS-Ärztebundes des Gau Hessen-Nassau-Süd und des Ärztlichen Provinzialverbandes Hessen-Nassau im Volksbildungsheim.
  • Anlässlich des 65. Geburtstages (am 04.07.) des Schriftstellers Rudolf Presber (1868-1935) veranstaltet die Frankfurter Ortsgruppe des „Kampfbundes für deutsche Kultur“ in Anwesenheit des Jubilars im Schauspielhaus eine Morgenfeier.
  • Ausstellung „Der 1. Mai als Feiertag der nationalen Arbeit“, in den Räumen Neue Mainzer Straße 9, eröffnet durch Oberbürgermeister Friedrich Krebs. Mitglieder der SS, SA und des Stahlhelms haben freien Eintritt.
  • Bei einem früh morgendlichen Großfeuer im Zentral-Typlager des Werkes Höchst der IG Farben entsteht hoher Sachschaden. Die Feuerwehr kämpft fünf Stunden lang, bis das Flammenmeer eingedämmt ist. Zwei Stockwerke des Lagergebäudes brennen völlig aus. Vier Feuerwehrleute erleiden schwere Rauchvergiftungen.
  • Premiere des Schwanks „Der Meisterboxer“ von Otto Schwartz im Schauspielhaus mit Toni Impekoven und Paul Verhoeven in den Hauptrollen.
  • Kundgebung des Großhandels im Großen Saal des Zoologischen Gartens. Es spricht u.a. der Präsident der Industrie- und Handelskammer Dr. Carl Lüer (1897-1969) über „Berufsständische Wirtschaft und Großhandel“.
  • Anlässlich des 65. Geburtstages des Schriftstellers und Journalisten Dr. Rudolf Presber (1868-1935) verleiht ihm der Magistrat (mit Beschluss vom 22.05. d. J.) die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main.
  • Großes Steher-Rennen auf der Stadion-Radrennbahn.
  • Auf einer großen Pressekonferenz im Foyer des Opernhauses breitet der neue Generalintendant der Städtischen Bühnen, Hans Meissner (1896-1958), vor Vertretern der Frankfurter und der auswärtigen Presse sein Arbeitsprogramm der nächsten Jahre aus. Für die kommende Spielzeit sind 20 Neueinstudierungen in Aussicht genommen.
  • 75jähriges Jubiläum der Firma Rud. Otto Meyer, Heizungsanlagen.
  • Mit einer Bannerweihe begeht der Schützenverein Eschersheim sein 30jähriges Jubiläum.
  • „Frankfurter Rosentage“ im Palmengarten mit einem „Deutschen Rosenfest“ (am 08.07.), der 50. Jubiläumstagung des Vereins Deutscher Rosenfreunde“ (am 09.07.), dem „Automobil-Blumenkorso“ durch die Straßen der Stadt (09.07.) und einem „Kinder-Rosenfest“ (am 10.07.).
  • Endgültiger Ausschluss der sozialdemokratischen Fraktion aus der Stadtverordnetenversammlung. Die Wahlen von ehrenamtlichen sozialdemokratischen Magistratsmitgliedern werden für unwirksam erklärt.
  • 25 Jahre Universitäts-Kinderklinik auf dem Gelände des Städtischen Krankenhauses Sachsenhausen.
  • Abschiedspredigt des Pfarrers der Dreikönigskirche in Sachsenhausen, Anton Urspruch (1869-1942).
  • Auf dem außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Berlin wird die Auflösung der Landesverbände und die Zuführung ihres Vermögens an den DFB beschlossen. Auf der anschließenden außerordentlichen Generalversammlung der Deutschen Sportbehörde (DSB) wird das gleiche beschlossen. Die neue Organisationsform geht aus von insgesamt 16 Gauen, die alle ein gleichartiges Spielsystem erhalten. Jeder Gau hat eine Oberliga zu je zehn Vereinen. Die zweite Klasse ist eine Gauliga mit zwei Abteilungen zu je zwölf Vereinen. Je zwei Vereine wechseln am Schluss der Spielzeit. Die Meisterschaftsspiele beginnen überall am ersten September-Sonntag 1933.
  • Deutsche Meisterschaften im Saalsport im Hippodrom, veranstaltet vom Bund Deutscher Radfahrer.
  • Amtsernennung von Regierungsrat Dr. Werner Best zum Landes-Polizeipräsident von Hessen.
  • Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Hanauer Landstraße, an der Ecke Ratsweg, stößt ein Lkw mit einer Straßenbahn der Linie 14 zusammen. Er fährt dabei mit dem Anhänger gegen die vordere Plattform des Motorwagens. Der Führerstand des Motorwagens wird von dem Vorderperron abgerissen. Die Scheiben zerspringen, die Rahmen und Leisten der Vorder- und Seitenfenster fliegen auseinander; durch herumfliegende Glassplitter erleidet der Führer des Straßenbahnwagens Gesichtsverletzungen. Der beschädigte Straßenbahnwagen wird nach einem Lagerplatz an den Riederhöfen abgeschleppt.
  • Telefonieren wird billiger: Der Apparate-Beitrag in Höhe von 50.- Mark fällt für Hauptanschlüsse weg.
  • Rasenspiele um die Deutsche Meisterschaft im Stadion, veranstaltet vom Bund Deutscher Radfahrer.
  • Der Senat der Johann Wolfgang Goethe-Universität beschließt, sieben Studierende, die sich während ihrer Zugehörigkeit zur Universität im kommunistischen Sinne betätigt haben, vom weiteren Universitätsstudium auszuschließen. Grundlage ist der Erlass des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 29.06. d. J., wonach kommunistischen Studenten der weitere Zugang zur Universität verwehrt werden soll.
  • Bei einem Brand in einer Rösterei in der Battonnstraße entsteht erheblicher Sachschaden.
  • Mit Erlass des Reichsinnenministers Wilhelm Frick wird festgelegt, dass auch an den Hochschulen der „deutsche Gruß“ zu treten habe.
  • Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen: Es sieht die Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft von solchen Personen vor, die seit dem 09.11.1918 eingebürgert worden sind – was sich vor allem gegen die aus Osteuropa immigrierten Juden und Jüdinnen („Ostjuden“) richtet.
  • Einweihung der NSDAP-Geschäftsstelle in Sindlingen.
  • Premiere des Stücks „Der Kampf mit dem Drachen“ vom Schauspieler, Regisseur, Theaterleiter und Bühnenschriftsteller Toni Impekoven (1881-1947) und dem Bühnenautor Carl Mathern (1881-1960) im Schauspielhaus.
  • 18. Deutsches Bundeskegeln: Großveranstaltung des Kegelsports im Haus der Technik mit 46 Kegelbahnen und 1.600 Sitzplätzen auf dem Messegelände. Begrüßungsabend (15.07.) mit Festkommers der Kegler in der Festhalle. Am Festzug (16.07.), dem „Siegeszug des Sports“, nehmen 15.000 Akteure teil. Bis zu 80.000 Menschen besuchen das Volksfest. Zugleich wird im Haus der Technik eine Fachausstellung des Kegelsportes veranstaltet.
  • In den frühen Morgenstunden wird die Leiche des früheren hessischen Landtagsabgeordneten der NSDAP Karl Wilhelm – genannt Hermann – Schäfer am Bahnkörper der Eisenbahnstrecke Frankfurt am Main – Darmstadt mit mehreren Schüssen in der Halsgegend und einem Schuss im Unterleib aufgefunden. Die Gründe sind in NSDAP-Machtauseinandersetzungen zu suchen – so trägt Schäfer die Verantwortung für die Veröffentlichung der „Boxheimer Dokumente“. Die Ende 1931 an die Öffentlichkeit gelangten „Dokumente“ bestanden aus diversen Notverordnungen und Vorschriften, wie sie im Fall der NS-Machtübernahme nach einem kommunistischen Staatstreich erlassen werden sollten.
  • 200 Studenten verlangen vor dem Gericht die Entfernung jüdischer Richter und misshandeln zwei Anwälte. An diesem Tag wird aufgrund des Frontkämpfer-Paragraphen jüdischen Juristen die Wiederaufnahme ihrer Arbeit am Gericht erlaubt.
  • Bei einem Großfeuer im Osthafengebiet brennen mehrere Lagerschuppen ab. Vernichtet wird das Papierlager der Frankfurter Societäts-Druckerei, des Verlags der Frankfurter Zeitung. Der Sachschaden ist beträchtlich. Der Weiterdruck der Verlagserzeugnisse ist nicht gefährdet, da der Verlag über genügend Lagervorräte verfügt. Der Täter wird im September d. J. zu drei Jahren Zuchthaus wegen vorsätzlicher Brandstiftung verurteilt.
  • Sitzung der Stadtverordnetenversammlung: In 30 Minuten werden 76 Tagesordnungspunkte abgehandelt. Entschieden wird, Schülern und Schülerinnen „nichtarischer Abstammung eine Freistelle an städtischen höheren Schulen“ zu verweigern.
  • Eine Reisegruppe englischer Lehrer und Lehrerinnen besucht auf ihrer Rundreise durch Deutschland auch die Mainstadt.
  • 21. Bundestagung des Deutschen Graveur- und Ziseleurbundes im Handwerkerhaus samt Ausstellung im Kunstgewerbemuseums.
  • Erste Reichsausstellung der Deutschen Graveure und Ziseleure im Linelsaal des Kunstgewerbemuseums.
  • Zur Kirchenwahl 1933 erklären 30 Frankfurter Pfarrer in einer Erklärung, warum sie einer Einheitsliste mit den Deutschen Christen zustimmen.
  • Zwei Männer ertrinken in der Nidda – einer am Unterlauf, der andere am Hausener Wehr.
  • 65. Geburtstag des Komponisten und Dirigenten Max von Schillings (1868-1934).
  • In einem Runderlass fordert Oberbürgermeister Friedrich Krebs alle städtischen Beamten und Angestellten auf, sich „mit dem nationalsozialistischen Gedankengut vertraut“ zu machen und befiehlt am 19.10. d. J. denjenigen, die keine Mitglieder der NSDAP sind, zu Schulungskursen der NS-Fachschaft.
  • Tod des Physiologen und Biochemikers Prof. Dr. Gustav Embden (1874-1933), seit 1914 Ordinarius für Physiologie und Direktor des neu gegründeten Instituts für vegetative Physiologie an der Frankfurter Universität.
  • Bei einem schweren Verkehrsunfall an der Ecke Friedberger Landstraße/Karolingerallee [1933-1945, heute: Rothschildallee] wird eine ältere Frau beim Überschreiten der Straße von einem Geschäftsauto überfahren und tödlich verletzt.
  • Im Rahmen der Freilichtspiele auf dem Römerberg wird erstmals „Die Jungfrau von Orleans“, ein Drama von Friedrich v. Schiller, in der Regie von Jakob Geis aufgeführt.
  • Offizielle Amtseinführung des Leiters der Landesstelle Hessen-Nassau für Volksaufklärung und Propaganda, Gaupropagandaleiter Wilhelm Müller-Scheld, durch den Gauleiter in Hessen, Jakob Sprenger, und den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau, Prinz Philipp von Hessen, im Schauspielhaus.
  • 42. Große Internationale Ruder-Regatta am Deutschherrnufer mit dem Ziel vor der Obermainbrücke. Am 30.07. findet ein städtischer Empfang für die ausländischen Rudermannschaften aus Danzig, England und den Niederlanden im Römer statt.
  • 80. Geburtstag der Seniorin der Frankfurter Blumenkunst, Luise Müller (1853-1938), Seniorchefin der Firma A. Müller Sohn, Goetheplatz.
  • Jahreshauptversammlung des Deutschen Hugenottenverbandes in der französisch-reformierten Kirche am Goetheplatz.
  • Die Turnfestsieger vom 15. Deutschen Turnfest in Stuttgart treffen im Hauptbahnhof ein. Alle Mitglieder der Frankfurter Turngemeinde Eintracht von 1861 treffen sich zuvor in der Turnhalle Oeder Weg und marschieren gemeinsam im Turnanzug zum Hauptbahnhof. Im festlichen Zug mit Musikbegleitung werden die Sieger zur Turnhalle geleitet, wo eine Begrüßungsfeier stattfindet.
  • Endgültige Schließung des Hotels „Englischer Hof“ am Hauptbahnhof.
  • Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Mainzer Landstraße/Ecke Sodener Straße wird ein Radfahrer von einem Pkw überfahren und tödlich verletzt.
  • Ein 19jähriger Mann, der von Lkws herabfallende Kohlenstücke aufsammelt, stürzt an der Honsellbrücke im Osthafen von einem Auto und wird dabei tödlich verletzt.
  • Arbeitsaufnahme der Landesstellen für Volksaufklärung und Propaganda, nachdem Reichspropagandaminister Joseph Goebbels tags zuvor die für die Landesstellen vorgesehenen Referenten ernannt hat. Neben den 13 Landesstellen werden weitere 18 Propagandastellen geschaffen, deren Leiter ebenfalls am 31.07. ernannt worden sind. Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau (Provinz Hessen-Nassau und Freistaat Hessen) ist Wilhelm Müller-Scheld (Frankfurt am Main).
  • Beginn der studentischen Arbeitsdienstpflicht. Mehrere hundert Studenten der Universitäten und anderer Hochschulen im Bereich der Bezirksleitung des Arbeitsdienstes für Hessen (Frankfurt am Main, Darmstadt, Marburg, Gießen und Mainz) unterbrechen ihr Studium durch den einjährigen Arbeitsdienst.
  • Die „Frankfurter Friseur-Pflicht-Innung“ tritt gesetzlich in Kraft, nachdem tags zuvor die Schlussversammlung der beiden freien Innungen (Friseur-Innung von 1879 und die Haarformer-Innung Frankfurt) stattgefunden hat.
  • Weihe des Ehrenmals für die 23 im Weltkrieg gefallenen Feuerwehrleute auf dem Hof der Feuerwache Burgstraße.
  • Am Abend treffen 1.000 NS-Saarkinder, die von der Reichsjugendführung zu einem Erholungsaufenthalt nach Ostpreußen und Rügen verschickt werden, auf dem Südbahnhof ein. Dort werden sie von Gefolgschaften der Hitlerjugend und Scharen des Bundes deutscher Mädel (BdM) sowie von einem Spielmannszug empfangen. Vertreter der Stadt und der NSDAP nehmen an der Begrüßung teil. Anschließend fahren sie nach Ostpreußen weiter.
  • Nationales Abendsportfest des IG Sportvereins auf dem Sportplatz Grüneburg.
  • 90. Geburtstag des Chemikers, Großindustriellen und Stifters Geheimer Kommerzienrat Prof. Dr. Leo Gans (1843-1935), Mitglied des Aufsichtsrats der IG Farbenindustrie, Förderer des Frankfurter Universitätsgedankens, spendet zur Gründung der Universität Frankfurt 1 Million Goldmark, 1928 Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Frankfurt am Main – der erste gebürtige Frankfurter. 1933 als zum Protestantismus konvertierter Jude gezwungen, alle Ämter und Ehrenämter niederzulegen.
  • 70. Geburtstag des Altphilologen, Lehrers und Fachschriftstellers Prof. Felix Bölte (1863-1943), 1914 bis 1920 Leiter des Goethegymnasiums, seit 1921 Honorarprofessor für Klassische Philologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Feierlichkeiten anlässlich des 40jährigen Jubiläums der freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Schwanheim in Anwesenheit des Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen.
  • Verbandstagung des Zentralverbandes Deutscher Haus- und Grundbesitzer-Vereine (Berlin) anlässlich des 50jährigen Jubiläums des dem Zentralverband angeschlossenen Hausbesitzer-Vereins Frankfurt.
  • Offizielle Einweihung des neuen Ehrenmals für die im Weltkrieg gefallenen Mitglieder der Frankfurter Sportgemeinde „Eintracht“.
  • Dreitägiges Jungfaschisten-Treffen der HJ mit einer italienischen Kolonne im Haus der Jugend.
  • Jubiläums-Festwoche anlässlich des 75jährigen Jubiläums des Frankfurter Zoologischen Gartens mit zahlreichen Konzertveranstaltungen, einem Kinderfest und einem großen Sommernachts-Fest. Hinzu kommt eine Ausstellung von Meisterwerken der Tierfotografie im Gesellschaftshaus des Zoologischen Gartens.
  • „Obermeistertag“ in Frankfurt am Main, geleitet vom Obermeister der Frankfurter Fleischer-Innung und Kämmerpräsidenten Hans Linder.
  • Mehrere hundert italienische Jungfaschisten im Alter von 14 bis 18 Jahren, dazu Offiziere, italienische Journalisten und Fotografen besuchen auf ihrer Deutschlandreise auch die Mainstadt und werden auf dem Bahnhofsplatz von Gauleiter Jakob Sprenger offiziell begrüßt. Es folgt eine Stadtrundfahrt, Essen in der Römerhalle, die Römer-Freilichtaufführung der „Jungfrau von Orleans“ sowie eine Übernachtung im „Haus der Jugend“.
  • Offizieller Empfang des Bürgermeisters der Stadt Frankfurt am Main, Karl Linder, der Sportverbände und der NSDAP auf dem Opernplatz anlässlich der Rückkehr der siegreichen Fahrer der Adlerwerke vom Internationalen Alpenrennen. Der Erfolg hat den Adlerwerken den Alpenpokal eingebracht.
  • Wegen Unrentabilität wird die Pfändersammelstelle des Frankfurter Pfandhauses in Höchst geschlossen.
  • Neuordnung in den Lichtspielhäusern durch die oberste gesetzliche Instanz des deutschen Filmwesens, die Filmkammer: Die Eintrittspreise sind jetzt neu einheitlich festgesetzt. Als generelle Mindesteintrittspreise für alle Lichtspielhäuser werden vierzig Pfennige festgesetzt.
  • Eröffnung der Dauerausstellung „Das billige Eigenheim und seine Finanzierung“, Neue Mainzer Straße 9, veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Architekten in Verbindung mit der Bausparkasse Germania.
  • Bei einer Benzinexplosion im Postscheckamt wird ein 35jähriger Maschinenmeister schwer verletzt.
  • Saisonbeginn mit Flach- und Hindernisrennen auf der Galopprennbahn Niederrad.
  • Bornheimer Kirchweih-Fest. Das „Kerwehaus“ ist die „Weiße Lilie“.
  • Richard Wagner-Abend des Frankfurter Tonkünstlerorchesters unter Leitung von Kapellmeister Richard Limpert (1887-1976) im Palmengarten.
  • 50jähriges Jubiläum der Firma für Damenbekleidung D. Cohn jr., Zeil.
  • Tod der Dichterin Leonie Meyerhof-Hildeck (1858-1933), seit 1886 wohnhaft in Frankfurt am Main.
  • In der überfüllten Turnhalle der Bockenheimer Turngemeinde ehrt der Bezirk Frankfurt seine Sieger vom 15. Deutschen Turnfest.
  • Umwandlung des Vereins „Hafraba“ im Römer in eine „Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen e. V.“ (GEZUVOR).
  • 4. Provinzial-Polizeisportfest des Frankfurter Polizeisportvereins im Stadion.
  • Premiere von Christoph Willibald von Glucks Oper „Orpheus und Eurydike“ unter freiem Himmel im Hof des Karmeliterkloster. (Wiederholung am 20.08.)
  • Mozart-Abend mit dem Palmengarten-Orchester sowie dem Frankfurter Marionettentheater Zink im Palmengarten.
  • 80. Geburtstag der Mäzenin Baronin Adelheid von Rothschild (1853-1935), Förderin verschiedener Pflege- und Kultureinrichtungen.
  • Grundsteinlegung der neuen katholischen Mariahilf-Kirche im Gallusviertel, Rebstöcker Straße.
  • Morgendliche, halbstündige, ringförmige Sonnenfinsternis in Frankfurt am Main.
  • Eine große italienische Reisegesellschaft besucht die Mainstadt.
  • Einweihung des Grabmals für den Segelflieger Günther Groenhoff (1908-1932) auf dem Hauptfriedhof.
  • Eröffnung der Theaterwerbewoche mit Platzkonzerten. (bis 15.09.)
  • In den Abend- bzw. frühen Morgenstunden Razzien auf Kommunisten, besonders im Gallusviertel. 34 Personen werden in Haft genommen.
  • Premiere der Hans-Sachs-Spiele vor dem Römer.
  • 80. Geburtstag des Stadtschulinspektors Adam Linker (1853-1941).
  • 75. Geburtstag des Branddirektors Friedrich Kahl aus Rödelheim, langjähriger Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Rödelheim, Leiter des Nassauischen Feuerwehrverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden.
  • Im Gallusviertel findet in den frühen Morgenstunden eine umfangreiche Razzia der SA und SS gegen Kommunisten statt. 34 Personen werden dabei verhaftet.
  • Adolf Stoltze-Gedenkfeier des Bezirksvereins „Alt-Frankfurt“ im Hof des Karmeliterklosters.
  • Landestreffen der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) im Stadiongelände. 120.000 Menschen beteiligen sich an diesem Aufmarsch. Versammelt sind die führende Personen aus NSBO und NSDAP: Staatssekretär Reinhardt, Bürgermeister Karl Linder, Handelskammerpräsident Carl Lüer sowie zahlreiche SA- und SS-Führer. Am Sonntagabend findet eine große Kundgebung zu beiden Seiten des Mains statt. Zehntausende lauschen den Reden des Gauleiters Jakob Sprenger und des Staatsrats Robert Ley. Den Abschluss bildet ein Großfeuerwerk. Die Frankfurter Straßenbahn hat noch nie so gewaltige Menschenmassen nach dem Stadion zu befördern: nicht weniger als 50.000 Menschen, so die Straßenbahnverwaltung. Dafür stehen 2.000 Straßenbahner im Dienst sowie 80 Prozent des rollenden Materials ist unterwegs.
  • Goethe-Geburtstagsfeier des Freien Deutschen Hochstifts in Dr. Hoch’s Konservatorium. Die Festrede hält der Dichter Dr. h.c. Rudolf G. Binding (1867-1938).
  • Feierliche Weihe der ersten Glocke für die neu erbaute Apostelkirche der evangelischen Gemeinde in Nied.
  • 20. Internationale Rassehunde-Ausstellung des Vereins der Hundefreunde Frankfurt in der Festhalle unter dem Protektorat von Oberbürgermeister Friedrich Krebs.
  • Der preußische Kultusminister Bernhard Rust besucht die Mainstadt und besichtigt u.a. die Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Adolf Stoltze-Gedenkfeier des Bezirksvereins „Alt-Frankfurt“ im Hof des Karmeliterklosters.
  • Budenmesse auf dem Platz vor der Großmarkthalle.
  • Entlassung des langjährigen Ersten Bassisten der Frankfurter Oper, Hans Erl (1882-1942 Vernichtungslager Majdanek).
  • Lt. Polizeiverordnung vom 18.08. d. J. ist ab heute das Singen und Spielen des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes in Vergnügungs- und Gaststätten aller Art verboten.
  • 25jähriges Jubiläum der Universitätsbuchhandlung Blazek & Bergmann, Goethestraße.
  • Die Drexel-Lichtspiele (Große Friedberger Straße) und Elite-Lichtspiele (Kaiserstraße) gehen in den Besitz der Frankfurter Filmbühne GmbH über.
  • Gastspiel der Schauspielerin Agnes Straub mit ihrem Berliner Ensemble im Neuen Theater.
  • Doppeljubiläum und Zusammenschlussfeier in Höchst im Saal des Antoniterhofes: Anlässlich des 60jährigen Jubiläums des Kriegervereins „Vorwärts“ und des 40jährigen Jubiläums des Kriegervereins ehemaliger Unteroffiziere schließen sich beide Vereine zu einem neuen Verein unter dem Namen „Kriegerkameradschaft 1873 Frankfurt am Main-Höchst“ zusammen.
  • 8. Verbandstag des Verbandes Deutscher Evangelischer Beamtenvereine e. V. mit einer öffentlichen Kundgebung in der Paulskirche und einer Festversammlung im Evangelischen Vereinshaus Westend.
  • Großgottesdienst der Johannis-Gemeinde (Bornheim) im Stadion.
  • Großkundgebung der Bezirksfachgruppe Banken im Handlungsgehilfen-Verband im Zoologischen Garten.
  • 100. Geburtstag des Ingenieurs und Architekten Peter Schmick (1833-1899) – Erbauer des Eisernen Stegs.
  • Die „Preußische Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet“ fusioniert mit den benachbarten hessischen Industrie- und Handelskammern, die im „Hessischen Industrie- und Handelskammertag“ zusammengeschlossen sind. Der neue Zweckverband nennt sich „Rhein-Mainischer Industrie- und Handelstag“ mit Sitz in Frankfurt am Main.
  • Tagung der Direktoren mittel- und nordeuropäischer Zoologischer Gärten.
  • Ausstellung „Deutsch die Saar immerdar“, Junghofstraße, veranstaltet vom Kampfbund für deutsche Kultur, dem Volksbund für das Deutschtum im Ausland und der Frankfurter Ortsgruppe des Saarvereins.
  • Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen und damit der Reichsautobahn, Fritz Todt, und der Regierungsrat im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Leopold Gutterer, besuchen die Mainstadt zu internen Besprechungen u.a. mit dem Landespropagandaleiter Wilhelm Müller-Scheld.
  • Kolonialtagung mit einer Großkundgebung im Zoologischen Garten, auf der neben Gauleiter Jakob Sprenger auch Reichsstatthalter Ritter von Epp spricht, sowie im IG-Hochhaus.
  • Deutsches Gartenfest für die Erwerbslosenküchen auf dem Festhallengelände.
  • 4. Lauf zur Deutschen Motorrad-Bahn-Meisterschaft im Stadion, veranstaltet vom ADAC.
  • Der ‚Führer’ der Deutschen Arbeitsfront, Robert Ley, und der italienische Kooperationsminister und Mitglied des Großen faschistischen Rates, Giuseppe Bottai, besuchen die Mainstadt zu einer Großkundgebung der Frankfurter Verbände der Deutschen Arbeitsfront auf dem Opernplatz u.a. mit Gauleiter Jakob Sprenger.
  • Tagung der letzten Frankfurter Landeskirchenversammlung in der Nikolaikirche, auf der der Zusammenschluss der drei Landeskirchen von Hessen-Darmstadt, Hessen-Nassau und Frankfurt vollzogen wird. Außerdem wird der ‚Arierparagraph’ für Kirchenbeamte beschlossen.
  • 125. Todestag von Katharina Elisabeth Goethe geb. Textor (1731-1808), Goethes Mutter. Der Magistrat und das Freie Deutsche Hochstift legen auf dem Hof der Liebfrauenschule an der Textor-Ruhestätte Kränze nieder.
  • Tod des Strafrechtslehrers Geheimrat Prof. Josef Heimberger (1865-1933), seit 1925 Ordinarius für Strafrecht, Kirchenrecht und Prozessrecht sowie 1928/29 Rektor an der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Offizielle Amtseinführung des neuen Frankfurter Polizeipräsidenten (bis 1939) Adolf Heinz Beckerle (1902-1976), seit 1922 Mitglied der NSDAP, seit 1928 SA-Führer in Frankfurt am Main, seit 1932 Reichstagsmitglied.
  • Auf dem Römerberg versammeln sich gegen Mittag die Beamten der städtischen Dienststellen, um dem feierlichen Staatsakt anlässlich der Eröffnung des Preußischen Staatsrates am Lautsprecher beizuwohnen. Es spricht u.a. Bürgermeister Karl Linder.
  • Saarkundgebung der Schulen anlässlich der Festwoche des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland (VDA) (16.-23.09.) auf dem Römerberg.
  • Zur feierlichen Eröffnung der Städtischen Bühnen („Winterspielzeit“) sprechen in einem Festakt im Opernhaus Staatskommissar Hans Hinkel, Oberbürgermeister Friedrich Krebs und Generalintendant Hans Meissner (1896-1958), seit 01.06.1933 Generalintendant der Städtischen Bühnen Frankfurt am Main.
  • Wettkämpfe um die Stadionmeisterschaft in Leichtathletik, Tennis und Golf im Stadion.
  • Konzert des Don-Kosaken-Chors unter Leitung von Serge Jaroff im Saalbau.
  • 42. Wandertag, eröffnet im Palmengarten, mit einer Kundgebung auf dem Römerberg und einem Empfang durch die Verwaltung der Stadt Frankfurt am Main im Kaisersaal des Römers. Zugleich, am 17.09., akademische Feier anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Reichverbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine im Bürgersaal des Rathauses.
  • Werbe- und Festwoche des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland (VDA) unter dem Motto „Fest der deutschen Schule“ mit Festzügen, Straßensammlungen und mehreren Saalbauveranstaltungen.
  • Einweihung der instand gesetzten Elisabethenschule am Börsenplatz als SA-Unterkunft der Standarte 81.
  • Massenkonzert des Sängergaus Frankfurt im Stadion.
  • Hauptversammlung des „Reichsverbandes Deutscher Fachkinohändler“ in „Groß-Frankfurt“.
  • Tag der Radfahrer im Stadion.
  • Südwestdeutsche Möbelmesse auf dem Messegelände.
  • Entlassung des hessischen Ministerpräsidenten Ferdinand Werner durch den Reichsstatthalter Jakob Sprenger. Der Jurist Philipp Wilhelm Jung übernimmt daraufhin die Führung der hessischen Landesregierung.
  • Großrazzia der Frankfurter Kriminalpolizei gegen Wohnsitzlose. 220 Personen werden verhaftet und am nächsten Tag wegen Bettelei zu Haftstrafen verurteilt. Ihre Unterbringung erfolgt im Polizei- bzw. Gerichtsgefängnis.
  • 250. Geburtstag des Anatomen und Chirurgen Prof. Lorenz Heister (1683-1758), gilt als Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie. Erlangte Weltruhm durch sein Hauptwerk „Chirurgie, in welcher alles, was zur Wundarznei gehört, nach der neuesten und besten Art abgehandelt“ (erstmals 1718). Geburtsstätte Heisters war das Haus „Zur Stadt Darmstadt“, Große Fischergasse.
  • „Fest der deutschen Schule“ mit Weihestunden im Saalbau.
  • Regionalplanungstagung im Bürgersaal des Rathauses unter Teilnahme des Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen und Gauleiter Jakob Sprenger. Gegründet wird der Landesplanungsverband im Rhein-Main-Gebiet.
  • 60. Geburtstag des Pfarrers und Publizisten, Kirchenrat D. theol. h.c. Johannes Kübel (1873-1953), von 1909 bis 1938 Pfarrer der Weißfrauengemeinde, seit 1925 Mitglied im Evangelischen Landeskirchenrat Frankfurt am Main.
  • 70. Geburtstag des Stifters Otto Goldmann, Mitbegründer der Deutschen Luftschifffahrts AG, engagierte sich nach dem Ersten Weltkrieg für den wirtschaftlichen Wiederaufbau der Handwerksbetriebe, des Kleinhandels und Kleingewerbes. Förderer der Gesellschaft für Krebsforschung und der Stiftung für gerichtliche Medizin. Ehrenbürger der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Das „Gesetz über die Errichtung der Reichskulturkammer“ bedeutet den Ausschluss aller Juden (bzw. Nicht-Arier) aus dem kulturellen Leben.
  • Feierliche Baueröffnung der ersten (bereits von Oberbürgermeister Dr. Ludwig Landmann konzipierten) Reichsautobahn-Strecke Hamburg – Frankfurt – Basel im Schwanheimer Wald durch Adolf Hitler. Das erste Teilstück erstreckt sich von Frankfurt am Main nach Darmstadt.
  • Offizielle Einweihung des Gauheims „Adolf-Hitler-Haus“, Gutleutstraße.
  • Gauparteitag des Gaues Hessen-Nassau mit einer Großkundgebung im Stadion (23.09.). Anlässlich der Weihe des Adolf-Hitler-Hauses werden langjährige Mitglieder der NSDAP, die bis 1925 Mitglied wurden, vom Gauleiter Jakob Sprenger durch Verleihung eines Ehrenzeichens und Aushändigung einer Urkunde besonders geehrt. Die Übergabe findet am 23.09. vor dem Adolf-Hitler-Haus statt.
  • Großes Sportfest der SA im Frankfurter Stadion in Anwesenheit von Adolf Hitler (23.09.). Zum ersten Mal tritt die SA mit sportlichen Wettkämpfen an die Öffentlichkeit.
  • 25jähriges Jubiläum des „Katholischen Arbeitervereins Sachsenhausen“ in Deutschorden.
  • Geheimrat Prof. Leo Frobenius (1873-1938) bricht von Frankfurt am Main zu einer Forschungsreise nach den Oasen von Kufra in Nordafrika auf. Die Expedition dauert bis November d. J.
  • Freilichtspiel in Höchst: Auf dem Schlossplatz findet ein Werbespiel für die Deutschen Bühnen statt.
  • 70. Geburtstag des Philosophen Prof. Hans Cornelius (1863-1947), 1914 erster Ordinarius für Philosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Pressekonferenz des Gaupresseamtes der NSDAP mit den Vorsitzenden der Presseverbände des Rhein-Main-Gebietes, des Vereins Frankfurter Presse, des Vereins Nassauischer Presse und des Verbandes der Hessischen Presse sowie des Gauverbandes der Sportredakteure, im Adolf-Hitler-Haus, Gutleutstraße.
  • Feierlichkeiten anlässlich des Erntedankfestes in Frankfurt am Main mit einem Kinderfestzug des Kampfbundes für deutsche Kultur im Rahmen seines Erntedankfestes in Sachsenhausen und der Innenstadt, Konzerten, Besichtigungen, einen Zunftumzug, einer Parade der Bürgerwehr, Gesangsvorträgen des Sängergaues Frankfurt am Main, der Festvorstellung „Don Juan“ in der Oper, auf der der Reichsleiter des Kampfbundes für deutsche Kultur, Alfred Rosenberg, spricht, sowie der Premiere der Neuinszenierung von Friedrich Schillers „Die Räuber“ im Schauspielhaus (am 01.10.).
  • Erstes großes Jungvolk-Werbefest des Ober-Jungbanns Frankfurt im Zoologischen Garten.
  • Von 22.51 Uhr bis 23.00 Uhr versagt in Frankfurt am Main der Licht- und Kraftstrom. Das elektrische Licht in den Häusern und Straßen erlischt, nur die Gaslaternen brennen. Die Straßenbahnen stehen licht- und stromlos. Die Ursache liegt in einer Störung der Fernstromleitungen, die die Mainstadt versorgen.
  • „Tag des deutschen Bauern“ – Erntedanktag.
  • Im Foyer der Oper wird das 25jährige Bühnenjubiläum von Karl Kremer in Anwesenheit des Generalintendanten Hans Meissner gefeiert.
  • Die Ortsgruppe Frankfurt des Stahlhelms veranstaltet einen Fackelzug zu Ehren des Geburtstages des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.
  • Sitzung der Stadtverordnetenversammlung: In 15 Minuten werden 143 Tagesordnungspunkte abgehandelt. Stadtmedizinalrat Dr. Werner Fischer-Defoy wird zum besoldeten Stadtrat gewählt.
  • Die Devisenbewirtschaftungsstelle zieht von der Stiftstraße nach der Bethmannstraße (alte Ortskrankenkasse) um.
  • Anlässlich seines 50jährigen Berufsjubiläums errichtet Geheimrat Dr. Arthur von Weinberg (1860-20.03.1943 Ghetto Theresienstadt), 1930 Ehrenbürgerschaft der Stadt Frankfurt, eine Stiftung in Höhe von 50.000.- Reichsmark zur Linderung besonderer Notfälle bei lang andauernder Erwerbslosigkeit, zur Unterstützung von Angehörigen des verarmten Mittelstandes, ferner zur Erholung von Müttern kinderreicher Familien.
  • Erlass des am 01. Januar 1934 in Kraft tretenden NS-Schriftleitergesetzes. Es bestimmt, dass „Schriftleiter“ von Zeitungsredaktionen nur sein kann, wer ‚arischer’ Abstammung ist. Alle Zeitungen müssen nun einen „Hauptschriftleiter“ bestimmen, der die Verantwortung für den Inhalt des Blattes zu übernehmen hat. Dieses Führerprinzip steht im Gegensatz etwa zur Kollegialverfassung der „Frankfurter Zeitung“. Hauptschriftleiter der „Frankfurter Zeitung“ wird der Berliner Korrespondent, Dr. Rudolf Kircher.
  • Der Stadtteil Fechenheim begeht das 50jährige Berufsjubiläum des Chemikers, Industriellen und Stifters Geheimrat Dr. Arthur von Weinberg (1860-20.03.1943 Ghetto Theresienstadt) mit einer Festversammlung in der Fabrikhalle der Cassella AG.
  • Mitglieder der Mailänder Scala besuchen die Mainstadt auf dem Weg nach Berlin zu einem mehrtägigen Gastspiel.
  • Konzert der Museums-Gesellschaft mit der Sopranistin Dusolina Giannini im Saalbau (Wiederholung am 08.10.).
  • Deutsch-italienische Kulturkundgebung im Saalbau.
  • Ansprache des Reichsleiters des Kampfbundes für deutsche Kultur, Alfred Rosenberg, vor dem Ende September d. J. gegründeten Verband der Rhein-Mainischen Presse in Frankfurt am Main.
  • „Saarkundgebung des Sports“, veranstaltet vom Bund der Saar-Vereine, Ortsgruppe Frankfurt am Main.
  • Ausstellung „Deutsche Töpferkunst der Gegenwart“ im Frankfurter Kunstverein.
  • Erster „Großkampftag“ des Winterhilfswerks mit Straßensammlungen und dem Eintopfsonntag im Mittelpunkt.
  • Saarkundgebung auf dem Römerberg mit Oberbürgermeister Friedrich Krebs.
  • Feierliche Weihe der neuen evangelischen Apostelkirche im Stadtteil Nied.
  • Ausstellung der Hans-Thoma-Gesellschaft im Städel zu Frankfurter und süddeutschen Malern.
  • Vizekanzler Franz von Papen besucht die Mainstadt und spricht im Verband Mitteldeutscher Industrieller.
  • Der Magistrat verlieht Stadtrat Dr. Peter Schlotter in Würdigung seiner Verdienste um die Stadtverwaltung aus Anlass seines Ausscheidens aus dem städtischen Dienst die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main.
  • Große Kinotagung der organisierten hessischen und hessisch-nassauischen Lichtspieltheaterbesitzer im Hotelrestaurant „Kyffhäuser“.
  • Kundgebung der Kaufmannsgehilfen Frankfurts im Saalbau vor dem Treuhänder der Arbeit, Handelskammerpräsident Dr. Carl Lüer. Mit der Kundgebung verbunden ist die Eröffnung der „Kaufmannsschule des Deutschen Handlungsgehilfen-Verbandes Frankfurt“.
  • Kundgebung der Glaubensbewegung Deutsche Christen im Hippodrom unter der Leitung von Pfarrer Georg Struckmeier (1885-1974), seit 1925 Pfarrer der Frankfurter Paulsgemeinde (bis 1947).
  • Zwei Kundgebungen der Arbeiter der öffentlichen Betriebe im Hippodrom und im Bachsaal eröffnen in Frankfurt am Main die achtwöchigen Propagandawochen des NS-Regimes (bis 15.12. d. J.).
  • Bei einem schweren abendlichen Raubüberfall auf einen Apotheker in seiner Drogerie in der Schweizer Straße wird der Überfallene durch einen Schuss verletzt. Der Täter kann zunächst entkommen. Am 01.02.1934 wird ein 17jähriger Lehrling vom Frankfurter Jugendgericht schuldig gesprochen und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.
  • Anlässlich der Eröffnung der Luftschutzschule des Reichsluftschutzbundes veranstaltet die Landesgruppe Hessen-Rheinland-Süd im „Barfüßer-Eck“ einen Kameradschaftsabend.
  • 60. Geburtstag sowie 40jähriges Arbeitsjubiläums des Mitinhabers der Firma J. S. Fries Sohn, Remy Eyssen.
  • Deutschlandweite Feierlichkeiten anlässlich des 450. Geburtstages des Reformators Martin Luther.
  • Erste Funkausstellung des Südwestfunks auf dem Festhallengelände („Westhalle C“), eröffnet vom Intendanten Walther Beumelburg (1894-1944). Gezeigt wird u.a der Volksempfänger für 75.- Reichsmark.
  • Große Hauswirtschaftliche Ausstellung im Rahmen der „Deutschen Woche“ in der Festhalle und dem „Haus der Moden“.
  • Gleichzeitig mit der Hauswirtschaftlichen Ausstellung „Die Hausfrau in Stadt und Land“ veranstaltet die Messe- und Ausstellungsgesellschaft im Einvernehmen mit dem Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes, Kreiskampfbundführung Frankfurt am Main und dem Landesbeauftragten der Reichsleitung des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes, Referat Messen und Ausstellungen, eine „Braune Messe“ im Festsaal und der Westhalle B auf dem Festhallengelände.
  • Feierliche Vereidigung von 10.000 SA-Männern im Stadion. Gleichzeitig wird der Wehrstahlhelm der SA-Ortsgruppe V in die SA eingegliedert. (fällt aus!)
  • Reichshandwerkerwoche mit einem Tag des Junghandwerks unter der Schirmherrschaft von Joseph Goebbels mit einem Festzug aller Handwerkerkorporationen und der feierlichen Begründung des „Rhein-Mainischen Handwerkertags“ im Kaisersaal des Römers (22.10.). Auf der Abschlusskundgebung in der Paulskirche findet nach altem Zunftbrauch die Freisprechung von Meistern und Gesellen statt.
  • Die Südwestdeutsche Filmbühne GmbH betreibt ab heute das Schumann-Theater.
  • Premiere der lyrischen Komödie „Arabella“ von Hugo von Hofmannsthal, Musik von Richard Strauß, im Opernhaus. In der Inszenierung von Dr. Oskar Wälterlin spielt Ilse Gentner-Fischer die Adelaide.
  • Zur Wiedereröffnung des Schumann-Theaters gastiert das russische Tamara-Ballett von der Moskauer Staatsoper.
  • Feierliche Eröffnung von Dr. Hochs Konservatorium als „Hochschule für Musik und Theater der Stadt Frankfurt am Main“ im großen Saal des Konservatoriums.
  • Verleihung des Goethepreises im Goethehaus durch Oberbürgermeister Friedrich Krebs an den Dichter Hermann Stehr (1864-1940). Im Saalbau liest der Geehrte auf einer Veranstaltung des Kampfbundes für deutsche Kultur aus eigenen Werken.
  • Oberbürgermeister Friedrich Krebs verfügt erneut (siehe 25.07.1933), dass auch diejenigen Beamten und Angestellten, die noch nicht Mitglieder der NSDAP sind, an den Schulungskursen der NS-Fachschaft teilnehmen sollen.
  • Kundgebung des rhein-mainischen Einzelhandels im Hippodrom.
  • Oberbürgermeister Friedrich Krebs tauft auf dem Frankfurter Flughafen zwei Segelflugzeuge, die im Rahmen des beginnenden flugtechnischen Lehrgangs der Berufsschule 1 für das Maschinenbaugewerbe Verwendung finden.
  • Feier anlässlich des 25jährigen Jubiläums des Vereins ehemaliger Berufsfeuerwehrmänner in den Schützenhof-Festsälen sowie akademische Feier in der Turnhalle der Turngemeinde Bornheim.
  • Gründung des Rhein-Mainischen Handwerkstages mit einem Staatsakt im Kaisersaal des Römers und einer offiziellen Feier in der Paulskirche.
  • Premiere des Napoleon-Dramas „Hundert Tage“ von Benito Mussolini und Giovacchino Forzano im Schauspielhaus. Oberspielleiter ist Richard Salzmann. Die Rolle des Napoleons gibt als Gast Heinrich George.
  • Im Rahmen der Montagskonzerte des Frankfurter Orchestervereins Gastspiel der Altistin Karin Branzell von der Staatsoper Berlin im Saalbau.
  • Pädagogische Musikwoche des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht (Berlin) in Verbindung mit der Fachschaft für Kindergärtnerinnen und -hortnerinnen des NS-Lehrerbundes und dem städtischen Kindergärtnerinnenseminar für Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Jugendleiterinnen im Städtischen Kindergärtnerinnenseminar, Ostendstraße.
  • Bei einem Raubüberfall in einem Haus Neue Mainzer Straße wird eine 50jährige Frau schwer verletzt. Der Täter kann entkommen.
  • Zweite öffentliche Versammlung der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ im Gemeindehaus der Gemeindegruppe Dornbusch.
  • Hitler besucht die Mainstadt und spricht anlässlich der bevorstehenden Reichstagswahl am 12.11. d. J. in der Festhalle. Bereits Tage zuvor sind die Eintrittskarten ausverkauft! Zehntausende Menschen jubeln dem Diktator zu und legen ein spontanes Treugelübde ab.
  • Gedenkfeier anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Christuskirche, Beethovenplatz.
  • Weihe der neuen Urnenhalle auf dem Hauptfriedhof. Hierzu hat die Familie von Gans ihr Mausoleum dem Frankfurter Verein für Feuerbestattung zum Geschenk gemacht.
  • Der Frankfurter Gau des italienischen Fascio feiert in der Casa d’Italia den 11. Jahrestag des Marsches auf Rom.
  • Vortrag des Bischofs von Ermland, Dr. Maximilian Kaller, im Frankfurter Dom über „Die gegenwärtigen Gefahren für Familie und Volksgesundheit“.
  • 65. Geburtstag des Chemikers Prof. Paul Duden (1868-1954), Leiter des Forschungslabors bei den Farbwerken Hoechst, seit 1914 Vorstandsmitglied der Hoechst AG, 1925 bis 1932 Vorsitzender des Direktoriums ebd.
  • Vom Januar bis Ende Oktober 1933 werden im Großraum Frankfurt 13.981 Arbeitslose eingestellt.
  • Eröffnung der Feierlichkeiten anlässlich des 450. Geburtstages des Reformators Martin Luther. Hauptfeier ist am 19.11.
  • Premiere der Neuinszenierung von Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ im Opernhaus.
  • Eröffnung des ersten NS-Kameradschaftshauses der Frankfurter Studentenschaft im Haus Westendstraße 55.
  • Eröffnung des alt-neuen Cafés Sanssouci in „Groß-Frankfurt“, früher „Wiener Café“.
  • Eröffnung des Gastspiels des Opernsängers Franz Völker (1899-1965) im Opernhaus (Siegmund in der „Walküre“).
  • Gastspiel des Mailänder „Faschisten Syndicat Orchesters Ferracioli“ im Café Rumpelmayer.
  • Gastspiel des italienischen Bariton Umberto Urbano im Palmengarten.
  • Vortrag des Psychoanalytikers Prof. C. G. Jung in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität über „Das Werden der Persönlichkeit“.
  • Ausstellung des Historischen Museums in Verbindung mit dem Stadtarchiv aller in Frankfurt am Main vorhandener historischer Stadtwappen in den Räumen der „Goldenen Waage“. Diese Schau ist der Auftakt zu einem an die Frankfurter Künstlerschaft gerichteten Wettbewerbs zur Erlangung eines Entwurfs für ein neues Frankfurter Stadtwappen.
  • Bei einem Großbrand in einer Lagerhalle am Hauptgüterbahnhof entsteht hoher Sachschaden.
  • Kundgebung der deutschen Arbeitsopfer im Saalbau in Anwesenheit des Reichsleiters deutscher Arbeitsopfer, Friedrich Ebeling (Berlin).
  • Gastspiel des Opernsängers Franz Völker (1899-1965), 1926 bis 1931 Mitglied des Frankfurter Opernensembles, im Opernhaus (im „Zigeunerbaron“). (weitere Gastspiele am 05. und 08.11.).
  • Frankfurter Junggeflügelschau auf dem Festhallengelände im Haus der Technik.
  • Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring besucht die Mainstadt, landet mit einer von ihm gesteuerten „Roten Immelmann“ am Rebstock, lässt sich im Kurfürstenzimmer des Römers zum Ehrenbürger Frankfurts ernennen und ein Ehrenschwert überreichen und spricht am Abend anlässlich der bevorstehenden Reichstagswahl (12.11. d. J.) in der Festhalle.
  • 21. Jahresversammlung des Verbandes freikirchlicher Jugendverbände Deutschlands im Vereinshaus Nordost.
  • Insektenbörse des Entomologischen Vereins Apollo e. V., Frankfurt am Main, in der Turnhalle am Sandweg.
  • Erster Einführungsabend der Städtischen Bühnen in der Oper. Von nun an sollen regelmäßige Ausblicke auf die in der Oper und im Schauspiel in Vorbereitung befindlichen Werke geworfen werden.
  • Gastspiel des Pianisten Walter Gieseking im Rahmen der Montagskonzerte des Frankfurter Orchestervereins im Saalbau.
  • 50jähriges Jubiläum der Buch- und Steindruckerei „Kern & Birner“.
  • Gastspiel des Zirkus Gleich auf dem Platz an der Ostendstraße.
  • Lesung des Schriftstellers Hans Grimm im Saalbau, veranstaltet vom Freien Deutschen Hochstift.
  • Großkundgebung der Studentenschaft im Hippodrom für Adolf Hitler.
  • Premiere des Schauspiels „Hutten“ von Uli Klimsch im Schauspielhaus.
  • Totengedenkfeier des Kampfbundes für deutsche Kultur, der Gauleitung der NSDAP und der Städtischen Bühnen im Frankfurter Opern- und Schauspielhaus.
  • Auch in Frankfurt am Main gedenken die Nationalsozialisten des fehlgeschlagenen Hitler-Putsches von 1923 in München.
  • Gründung der Frankfurter NS-Dozentenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Die Gestapo nimmt im Stadtteil Sossenheim zwölf Kommunisten fest, darunter die Hersteller der seit Anfang November d. J. verteilten antinationalsozialistischen Flugblätter; die Verhafteten gestehen.
  • Das Freie Deutsche Hochstift in Dr. Hochs Konservatorium richtet eine Feier zu Friedrich Schillers Geburtstag aus. Die Festrede hält Prof. Ernst Bertram (Köln).
  • Premiere der Neuinszenierung der Wagner-Oper „Rheingold“ im Opernhaus.
  • Festakt in der Johann Wolfgang Goethe-Universität anlässlich des 450. Geburtstages des Reformators Martin Luther mit einer Ansprache des Universitätsrektors Prof. Ernst Krieck (1882-1947) und einer Ausstellung im Ehrenhof der Universität.
  • Um 19.00 und um 21.00 Uhr erhält die Frankfurter Bürgerschaft die Gelegenheit, an der Hauptwache die Rede, die Hitler gestern im Siemenswerk in Berlin gehalten hat, im Tonfilm im Freien zu hören.
  • Oberbürgermeister Friedrich Krebs weiht die Segelflugwerkstatt Silohalle des Westhafens, Hafenstraße, der Frankfurter Ortsgruppe des Deutschen Luftsport-Verbandes offiziell ein.
  • Reichstagswahlen: Bei einer Wahlbeteiligung von 96,4 Prozent stimmen 93 Prozent für die Einheitsliste der NSDAP mit Ja, 4,9 Prozent mit Nein. Frankfurt am Main liegt damit ein Prozent über dem Reichsdurchschnitt. Die große Mehrheit der Deutschen votiert für einen Austritt aus dem Völkerbund.
  • Erste Sitzung des Landesbauernstandes Hessen-Nassau im Bürgersaal des Rathauses in Anwesenheit von Oberbürgermeister Friedrich Krebs und Gauleiter Jakob Sprenger.
  • Die Gestapo Frankfurt befiehlt allen Dienststellen, zwecks Einrichtung einer Kartei für Juden und Freimaurer, entsprechende Namenlisten anzulegen.
  • Gastspiel von Zirkus Sarrasani auf dem Platz vor der Großmarkthalle.
  • 900 Saarkinder treffen auf dem Hauptbahnhof ein und werden von der Hitlerjugend zur Erholung in Hessen-Nassau untergebracht.
  • Gründung des Luftverkehrsverbandes Rhein-Main.
  • Der Geheime Regierungsrat Dr. Arthur von Weinberg (1860-20.03.1943 Ghetto Theresienstadt), Vorsitzender des Patronatsvereins, teilt Oberbürgermeister Friedrich Krebs schriftlich mit, dass der Patronatsverein an Weihnachten 1933 aufgelöst wird.
  • Feier anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Firma Sudhaus Söhne, Fabriklager, Kirchnerstraße.
  • 100. Geburtstag des Industriellen, Kunstsammlers und Stifters, Wirklicher Geheimrat Friedrich Ludwig, gen. Fritz Gans (1833-1920), kaufmännischer Leiter der seit 1894 „Leopold Cassella & Co“ genannten Firma (ursprünglich Farbengroßhandlung Leopold Cassella), Mitglied der Frankfurter Handelskammer.
  • Kanarien-Ausstellung der Vereinigung Frankfurter Kanarienzucht- und Vogelschutz-Vereine im Zoologischen Garten.
  • Handgewebe-Ausstellung im Vereinshaus Westend.
  • Festakt anlässlich des 125jährigen Jubiläums der Frankfurter Museumsgesellschaft in Anwesenheit von Richard Strauss im Großen Saalbau. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten debütiert ein erst 13jähriges Talent mit seinem ersten Geigenkonzert: Yehudi Menuhin.
  • Gastspiel der Sängerin der Staatsoper in Wien, Gertrude Rünger, im Jubiläumskonzert zum 125jährigen Bestehens der Frankfurter Museumsgesellschaft im Saalbau (Wiederholung am 19.11.).
  • Erste Werbeversammlung des Gaues Hessen-Nassau des Reichsverbandes Deutscher Schriftsteller (RDS) in der Geschlechterstube des Römers. Aus diesem Anlass legt der stellvertretende Reichsführer des RDS, Hans Richter, am Goethe- und am Schiller-Denkmal der Stadt Frankfurt am Main Lorbeerkränze nieder. Dieser Ehrung schließt sich ein Besuch von Goethes Geburtshaus an.
  • „Tag der Jugend“.
  • Zentrale Lutherfeier anlässlich seines 450. Geburtstages in der Festhalle. Kirchenrat Alfred Trommershausen (1880-1942) hält die Festansprache./ Wiedereröffnung des 1920 begründeten „Freien Jüdischen Lehrhauses“ unter der Leitung von Prof. Martin Buber (1878-1965), dem im Frühjahr 1933 die Lehrbefugnis an der Universität Frankfurt entzogen worden ist. In seiner Eröffnungsrede spricht Buber zur Frage „Wie ist Volkserziehung möglich?“ Es wird zur „Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung“ ausgebaut. Die Schließung des „Freien Jüdischen Lehrhauses“ erfolgt 1938.
  • Einweihung des neuen Schachheimes der Schachvereinigung Groß-Frankfurt im Schiller-Café.
  • Erste und zweite Gaufachschaftstagung der NS-Heilpraktiker des Gaues Hessen-Nassau im Volksbildungsheim und im Saalbau.
  • Matinée mit der Tänzerin Gret Palucca (1902-1993) aus Dresden im Schauspielhaus.
  • Tag der deutschen Hausmusik.
  • Sitzung der Stadtverordnetenversammlung: Letzte Plenarsitzung! In 25 Minuten werden 101 Tagesordnungspunkte abgehandelt. Offizielle Amtseinführung Karl Linder (1900-1979) (NSDAP) zum zweiten Bürgermeister durch Oberbürgermeister Friedrich Krebs.
  • Gastspiel des Berliner Kulturbundes Deutscher Juden im Neuen Theater. Gespielt wird Lessings „Nathan der Weise“.
  • Das Gesetz „gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher“ betrifft neben Bettlern und Wohnsitzlosen auch viele Roma und Sinti und sieht deren Deportation in Konzentrationslager vor.
  • Großkundgebung des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes im Hippodrom und, wegen des großen Andrangs, parallel in der Ortskrankenkasse.
  • Konzert des weltberühmten Tenors Benjamino Gigli im Saalbau.
  • Akademische Feier anlässlich des 75jährigen Jubiläums des Zoologischen Gartens.
  • Tagung der Kreisführer des Deutschen Landarbeiterverbandes im Bürgersaal.
  • „Fest der Sportpresse“ in der Festhalle.
  • Instrumentaltreffen für Jugend- und Schulmusik der Musikantengilde Frankfurt im Reichsbund Volkstum und Heimat in der Holzhausenschule.
  • Enthüllung einer Gedenktafel für die im Weltkrieg gefallenen Beamten und Angestellten der ehemaligen hiesigen Niederlassung der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft im Gebäude der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft, Filiale Frankfurt, Roßmarkt.
  • 80. Geburtstag des Arztes und Medizinhistorikers Geheimer Medizinalrat Prof. Karl Sudhoff (1853-1938).
  • Orgelkonzert mit Helmut Walcha (1907-1991) in der Friedenskirche, Gallusviertel.
  • Konzert des Cellisten Enrico Mainardi im Rahmen der Montagskonzerte des Frankfurter Orchestervereins unter der Leitung von Hans Rosbaud (1895-1962) im Saalbau.
  • Buchwoche und Ausstellung „Buch und Druck“ in Frankfurt am Main in den Römerhallen.
  • Vereinigungssynode der evangelischen Landeskirchen Nassau, Hessen, Frankfurt.
  • Eröffnung des Gastspiels des Tenors Erik Wirl im Opernhaus. Er singt den René im „Graf von Luxemburg“, den Vogelhändler und den Zigeunerbaron.
  • Durch Gesetz wird die Geheime Staatspolizei zu einem selbständigen Zweig der inneren Verwaltung.
  • Felix Mendelssohn Bartholdy-Feier im Philanthropin.
  • Neu-Isenburg kommt postalisch zu Frankfurt am Main.
  • Feier anlässlich des 60jährigen Bestehens der ältesten Frankfurter Samenhandlung J.[ohann] Knörr, Hasengasse.
  • 25jähriges Bestehen der Buchdruckerei J. Wolf, Bleichstraße.
  • Arien- und Liederabend des Kammersängers Heinrich Schlusnus im Saalbau.
  • Gastspiel der Schauspielerin Lil Dagover in der Titelrolle von Rudolf Egers „Nonny“ im Neuen Theater.
  • Großkundgebung der Deutschen Arbeitsfront (DAF) in der Festhalle in Anwesenheit des Leiters der DAF, Staatsrat Walter Schuhmann, sowie einer Arbeitstagung sämtlicher Kreisbetriebszellenleiter der NSDAP Hessen-Nassau im Kaisersaal des Römers.
  • Kältewelle: Frankfurt misst 11 Grad unter Null. Wenige Tage später ist der Main zugefroren und wird offiziell zum Betreten freigegeben.
  • „Kameradschaftsabend der Arbeit“ der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) und der Deutschen Arbeitsfront (DAF) im Bachsaal, der gleichzeitig das Feierabendwerk „Nach der Arbeit“ einleitet.
  • Kundgebung der Arbeitsfront des graphischen Gewerbes und der „schwarzen Kunst“ (Buchdrucker, Buchhändler usw.) vor dem Gutenberg-Denkmal, anlässlich der Ausstellung „Buch und Druck“ in den Römerhallen (27.11.-06.12.1933).
  • Premiere der Neuinszenierung von Engelbert Humperdincks Oper „Königskinder“ im Opernhaus.
  • 75. Geburtstag des Gründers und Leiters des Frankfurter wissenschaftlichen Instituts der Elsaß-Lothringer an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Geheimrat Prof. Georg Wolfram (1858-1940).
  • Tod des Dichters Stefan George (1868-1933), 1927 Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main. Zu Ehren des Verstorbenen flaggen die Städtischen Bühnen tags darauf halbmast.
  • Weihnachtsmarkt auf dem Römerberg.
  • Öffentliche Kundgebung des Saarvereins im Saalbau für die „Deutscherhaltung“ des Saargebietes.
  • Tagung unter dem Motto „Einmütige Kommunalpolitik des rhein-mainischen Städtekranzes“ unter Vorsitz von Oberbürgermeister Friedrich Krebs im Römer. Eingeladen sind seine Kollegen aus Wiesbaden, Offenbach/Main, Hanau, Darmstadt, Mainz, Gießen und Aschaffenburg. Beraten wird eine engere Kooperation dieser Städte im Bereich des Verkehrs, der Kultur, der Energie-Wirtschaft und der Wasserversorgung.
  • Großfeuer am Bahnhof Hattersheim – chemische Flüssigkeiten explodieren am Güterschuppen des Bahnhofs. Der Sachschaden ist bedeutend.
  • Auf einer Kundgebung der Hausbesitzer im Hippodrom werden der Zusammenschluss der bestehenden Haus- und Grundbesitzervereine zu dem „Verband der Haus- und Grundbesitzer-Vereine des Rhein-Main-Gebietes“ sowie die Errichtung der „Zentralstelle für Grundstückswirtschaft des Rhein-Main-Gebietes“ beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag beschlossen.
  • Konzert des Pianisten Edwin Fischer im Saalbau im Rahmen der Freitags-Konzerte der Frankfurter Museums-Gesellschaft (Wiederholung am 10.12.).
  • 70. Geburtstag des methodistischen Predigers und Missionars D. theol. Dr. phil. Emil Lüring (1863-1937), von 1909 bis 1935 Dozent (und zeitweise stellvertretender Direktor) für alte Sprachen und Dogmatik an der Martins-Missions-Anstalt, dem methodistischen Predigerseminar im Stadtteil Ginnheim, 1911 Mitbegründer des „Vereins für orientalische Sprachen“ in Frankfurt am Main.
  • Konzert der „Comedian Harmonists“ im Saalbau.
  • Gastspiel der „Stagione d’Opera Italiana“ im Opernhaus.
  • Weihnachtsausstellung der Bildenden Künste und des Kunstgewerbes in den Römerhallen. In der Geschlechterstube wird eine Sammlung von Musikinstrumenten, Noten und anderem Material präsentiert.
  • Gedenkstunde für den verstorbenen Dichter Stefan George an der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Bei einem schweren Verkehrsunfall in der Mainzer Landstraße/Ecke Zimmerweg wird ein Motorradfahrer tödlich verletzt.
  • Endgültige städtische Entscheidung über die Verlegung des Frankfurter Flughafens vom Rebstock in den Stadtwald.
  • Konzert des Neebschen Männerchors, des Frankfurter Männergesangvereins e.V. und des Philharmonischen Vereins im Saalbau zugunsten der Winterhilfe.
  • 85. Geburtstag des früheren Frankfurter Domkapellmeisters Carl Hartmann.
  • Erlass des neuen, zum 01.01.1934 wirksamen Gemeindeverfassungsgesetzes für Preußen. Es ersetzt das alte Frankfurter Gemeindeverfassungsgesetz von 1867 und sieht das „Führerprinzip“ vor. An die Stelle gewählter Bürgervertreter rücken ernannte „Gemeinderäte“. Die neu gebildeten Fachausschüsse I und II übernehmen aufgrund einer Verfügung des Oberbürgermeisters vom 01.01.1934 diese Funktion.
  • Das preußische Gesetz über das Feuerlöschwesen bezeichnet die Feuerwehr als „Polizeiexekutive besonderer Art“: Aus der Feuerwehr wird die „Feuerlöschpolizei“, der auch die Freiwillige Feuerwehr, nun ein „Hilfsorgan der Polizei“ angehört.
  • Großfeuer in Niederrad: Bei einem Brand auf dem Gelände der Vereinigten Hutstoffwerke Bloch und Hirsch C. F. Donner GmbH, Goldsteinstraße, brennt der Wasserturm, aus dem die ausgedehnten Fabrikanlagen gespeist werden, aus.
  • Bei einem Dachstuhlbrand in der Börnestraße 32, Hinterhaus, entsteht nur geringer Sachschaden.
  • Uraufführung des „nationalen Großfilms“ „Hans Westmar. Einer von vielen. Ein deutsches Schicksal aus dem Jahre 1929“ in der Regie von Franz Wenzler, Drehbuch: Hanns Heinz Ewers – ein NS-Propagandafilm vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Mythenbildung um das 1930 verstorbene SA-Mitglied Horst Wessel im Schumann-Theater. Polizeipräsident Adolf Heinz Beckerle (1902-1976) spricht in der Festvorstellung.
  • Eine Gruppe von 900 Saarkindern, die als Gäste des Bundes deutscher Mädel (BDM) und der Hitlerjugend (HJ) in Hessen, Rheinpfalz, Limburg und Frankfurt am Main verteilt, vier Ferienwochen verbracht haben, versammeln sich in Frankfurt am Main zur Rückreise ins Saarland.
  • Feierliche Einweihung der neuen katholischen Kirche in Niederrad (Grundsteinlegung am 14.08.1932) durch den Bischof von Limburg (1930-1947), Dr. Antonius Hilfrich (1873-1947).
  • Einweihung der neuen katholischen Mariahilfkirche im Gallusviertel.
  • Morgenfeier des Jüdischen Lehrhauses mit dem jüdischen Philosophen Prof. Martin Buber (1878-1965) im großen Saal der Frankfurt-Loge.
  • Tod des Bierbrauers, Industriellen, Stadtrats und Stifters Conrad Binding (1846-1933), 1870 Gründer der Binding-Brauerei, seit 1895 Vorsitzender des Aufsichtsrats, von 1909 bis 1917 ehrenamtlicher Stadtrat.
  • Gastspiel der am Staatstheater in Berlin wirkenden Schauspielerin Emmy Sonnemann am Schauspielhaus als Marie im Lustspiel „Das Konzert“ von Hermann Bahr (Wiederholung am 19. u. 20.12.).
  • Ausstellung von Kunsttöpfereien im Kunstgewerbemuseum.
  • Die Einzelhandels-Gemeinschaft Hessen-Nassau beschließt, den Rabatt im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet wieder einzuführen. Der selbständige Lebensmitteleinzelhandel entscheidet daraufhin, ebenfalls drei Prozent Rabatt in Form einer Einheitsmarke einzuführen.
  • Mit Verordnung des Innenministers werden gemäß der Ersten Durchführungsverordnung des neuen Gemeindeverfassungsgesetzes für ganz Preußen (vom 15.12. d. J.) die bisherigen Gemeindevertretungen zum Jahresende aufgelöst. Ab 01.01.1934 übernehmen bis zur Berufung der neuen Gemeinderäte am 01.04.1934 vorläufig die Mitglieder der Fachausschüsse I und II des Stadtparlaments sowie der oberste örtliche Leiter der NSDAP und der rangälteste ‚Führer’ der SA bzw. SS als „Ratsherren“ den vorläufigen Gemeinderat.
  • Bei einem schweren Verkehrsunfall an der Wilhelmsbrücke wird ein Radfahrer vom einem LKW angefahren und dabei tödlich verletzt.
  • Gedenkfeier der Städtischen Bühnen, des Südwestdeutschen Rundfunks und des Kampfbundes für Deutsche Kultur für den verstorbenen Dichter Stefan George im Kaisersaal des Römers.
  • Bei einem Zusammenstoß zwischen einer Straßenbahn der Linie 19 und einem beladenen LKW an der Ecke Willemerstraße und Dreieichstraße im Stadtteil Sachsenhausen werden einige Straßenbahngäste durch Glassplitter leicht verletzt.
  • Der Afrikaforscher Geheimrat Leo Frobenius (1873-1938) kehrt von seiner Expedition in der libyschen Wüste über Tripolis und Rom nach Frankfurt am Main zurück.
  • Wiederaufnahme von Friedrich Schillers Trauerspiel „Maria Stuart“ unter der Leitung von Jacob Geis im Schauspielhaus.
  • Öffentliche Weihnachts-Festweihestunde der Freireligiösen Gemeinde in Dr. Hochs Konservatorium anlässlich des 450. Geburtstages Ulrich Zwinglis. Pfarrer Clemens Taesler (1887-1969), von 1918 bis 1962 Seelsorger an der Frankfurter Unitarischen Freien Religionsgemeinde, hält die Festrede.
  • Aus der Justinuskirche in Höchst wird ein Weihnachts-Orgelkonzert durch den Südfunk übertragen. Der Organist Hermann Metzen bringt Werke von Johann Sebastian Bach und anderen alten Meistern zu Gehör.
  • Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einer Straßenbahn an der Kreuzung Blücherplatz [heute: Baseler Platz]/Speicherstraße werden zwei Personen verletzt.
  • Bei einem Brand gegen 3.00 Uhr morgens in den Räumen des Pelzgeschäftes Nickel, Reineckstraße, entsteht hoher Sachschaden.
  • Erster Ausgabetag der von der Reichspostverwaltung herausgegebenen Gedächtniskarte anlässlich des Jahrestages der Machtübertragung an Hitler.
  • Beim Brand in der Metallwarenfabrik Jacobi, Mainzer Landstraße, entsteht Sachschaden.
  • 75. Geburtstag des Regierungsbaurats Dr. Ing. Rudolf Schmick, tätig beim Neubau des Hauptbahnhofes in Frankfurt am Main und bei der Main-Kanalisierung.
  • Formelle Auflösung der Stadtverordnetenversammlung. Für die am 12.03. d. J. gewählten oder nachgerückten und mittlerweile fraktionslosen Stadtverordneten der Deutschen Staatspartei, des Zentrums, des Christlich-Sozialen Volksdienstes und der Wirtschaftspartei endet heute vorzeitig ihre Amtszeit. Die Arbeit des Stadtparlaments wird von Mitgliedern der Fachausschüsse I und II übernommen. Diese mit einer Ausnahme ausschließlich mit Nationalsozialisten besetzten Fachausschüsse sind am 03.10. d. J. ermächtigt worden, über Vorlagen des Magistrats ohne Einbeziehung der Stadtverordnetenversammlung zu entscheiden.
  • Die von der Südwestdeutschen Filmbühne GmbH, die das Schumann-Theater seit dem 16.10. d. J. betreibt, zum 31.12. ausgesprochenen Kündigungen ihres aus etwa 90 Personen bestehenden Personals können mit städtischer Hilfe zurückgenommen werden.