Stadtchronik

  • In der Neujahrsnacht richtet ein schwerer Sturm Schäden in Frankfurt am Main an, die Straßenbahn muss umgeleitet werden.
  • Ernennung des Direktors der Hessischen Landesbibliothek in Darmstadt, Professor Hanns Wilhelm Eppelsheimer, zum Direktor der Städtischen und Universitäts-Bibliotheken.
  • Regierungspräsident Martin Nischalke (SPD) stattet der Jüdischen Gemeinde einen Besuch ab, hält in den Räumen im Baumweg eine Ansprache und bringt Bücher mit, die ihm jüdische Freunde, als diese während der NS-Zeit verschleppt wurden, zur Aufbewahrung übergaben und die er nun der Jüdischen Gemeinde zur Verfügung stellt.
  • Neunte Sitzung des „Bürgerrats“. Tagesordnung: Erhöhung der Vergnügungssteuer Getränkesteuer, des Straßenbahntarifs, Stromtarifs, Wasserpreises, Gastarifs und von Verwaltungsgebühren.
  • Gründungsversammlung der Gewerkschaft Handel und verwandte Gewerbe im Schneiderinnungsheim.
  • Erste Delegiertenversammlung der Frankfurter Metallindustrie im Kreishandwerkerhaus, Bleichstraße 38.
  • Zehnte Sitzung des „Bürgerrats“. Tagesordnung: Antrag auf Schaffung einer Verordnung zur Bestimmung der aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen Verfolgten und Geschädigten und Richtlinien für die „Wiedergutmachung“, Fortsetzung der Aussprache über die auf der 9. Sitzung vorgesehenen Steuer- bzw. Preiserhöhungen.
  • Durch eine Lizenz der amerikanischen Militärregierung (Permission to operate) erlangt der „Frankfurter Verein für Geschichte und Landeskunde e. V.“ die Rechtsgrundlage für neue Betätigung. Der Vorsitzende, Justizrat Dr. Friedrich Albert Schmidt-Knatz (1873-1950), sammelt 150 verbliebene Mitglieder, die sich zunächst nur im Stadtgebiet bewegen dürfen.
  • Im Rahmen einer schlichten Feier im Carolinum erhalten die Frankfurter Zahnärzte ihre Lizenz.
  • Gründung der Frankfurter Buchhändlervereinigung.
  • Elfte Sitzung des „Bürgerrats“. Tagesordnung: Abschluss der Beratung über die Erhöhung städtischer Gebühren und Tarife.
  • Wahlen zu den Gemeindekörperschaften in den Kommunen unter 20.000 Einwohnern in der gesamten amerikanischen Besatzungszone.
  • Feierstunde aus Anlass des Gedenkens des 1933 aufgelösten Kulturkartells der modernen Arbeiterbewegung im Börsensaal. Professor Ludwig Bergsträsser spricht über „Deutsche Kultur – Deutsche Zukunft!“
  • Zwölfte Sitzung des „Bürgerrats“. Tagesordnung: Fortsetzung der Beratung über die geplanten Tariferhöhungen für Gas, Wasser, Strom und Straßenbahn.
  • Gesetz Nr. 11 des Alliierten Kontrollrats bezüglich der Aufhebung einzelner Bestimmungen des deutschen Strafrechts: z. B. das Gesetz über Verhängung und Vollzug der Todesstrafe vom 29.03.1933, die Verordnung über das Sonderstrafrecht im Krieg und bei besonderem Einsatz (Kriegssonderstrafrechtsverordnung) vom 17.08.1938, die Verordnung gegen sog. Volkschädlinge vom 05.09.1939, die Verordnung zur Sicherung des totalen Kriegseinsatzes vom 25.08.1944 und die Verordnung zur Sicherung des Fronteinsatzes vom 26.01.1945.
  • Gedenkfeier der Kommission für politisch, rassisch und religiös Verfolgte für die Opfer des Nationalsozialismus im Börsensaal. Redner sind der Finanzminister und stellvertretende Ministerpräsident von Groß-Hessen Werner Hilpert, Innenminister Hans Venedey, Arbeitsminister Oskar Müller und Rabbiner Dr. Leopold Neuhaus.
  • Gründung des Landesvereins Groß-Hessen e. V. der Konsumgenossenschaften.
  • Feierliche Wiedereröffnung der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Gegenwart des Oberbürgermeisters Dr. Kurt Blaum, des Hessischen Ministerpräsidenten Professor Karl Geiler und von Vertretern der amerikanischen Militärregierung.
  • Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus im Börsensaal.
  • Gedenkfeier zum 100jährigen Geburtstag des Frankfurter Malers Wilhelm Steinhausen im Saal des Hauses Siesmayerstraße 12, veranstaltet vom Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum. Dr. Fried Lübbecke hält die Gedenkrede.
  • Wiederaufnahme der direkten Zugverbindung Frankfurt am Main – Köln.
  • Frankfurt am Main ist wieder –zumindest teilweise – unabhängig von der auswärtigen Stromzufuhr.
  • Wiederaufnahme der Lehr- und Forschungstätigkeit in allen Fakultäten der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Eröffnung der Theaterbühne im Handwerkersaal, Braubachstraße.
  • Frauenversammlung der KPD im Handwerkersaal, auf der Bürgerratsmitglied Eva Höhn über „Mütter, sorgt für die Zukunft eurer Kinder“ spricht.
  • Die Reederei Flettner unterhält einen durchgehenden Fährverkehr mit zwei Fährbooten über den Main zwischen Eisernem Steg und Untermainbrücke.
  • Gründung des Landesverbandes des Groß- und Außenhandels für Hessen e. V.
  • Konferenz einer Delegation des Weltgewerkschaftsbundes mit Vertretern hessischer Gewerkschaften im Konferenzsaal der amerikanischen Militärregierung.
  • Dreizehnte Sitzung des „Bürgerrats“. Tagesordnung: Bericht und Aussprache über das Wohnungsamt der Stadt Frankfurt am Main. Stadtrat Dr. Karl Altheim gibt in der Bürgerratssitzung bekannt, daß eine Reihe von Wohnungen außerhalb des Sperrgebietes von der Besatzungsbehörde freigegeben werden. Etwa 500 Frankfurter Bürger können demnach wieder ihre Wohnungen beziehen. Des Weiteren protestiert der „Bürgerrat“ gegen die Entscheidung, Wiesbaden zur Hauptstadt Groß-Hessens zu machen.
  • Die amerikanische Präsidenten-Gattin, Frau Eleanor Roosevelt, besucht das seit 1945 bestehende DP (Displaced Persons, ehemalige Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge)-Lager in Zeilsheim und unterrichtet sich über die Lage der zwangsverschleppten Menschen.
  • Wiedererscheinen des Mitteilungsblattes „Volksstimme“ der Sozialdemokratischen Partei Groß-Hessen, Gutleutstraße 75, mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren.
  • Professor Robert M. W. Kempner, früher Oberregierungsrat im Preußischen Innenministerium, jetzt Anklagevertreter im Nürnberger Prozeß, spricht im Frankfurter Schwurgerichtssaal über das Thema „Abgrenzung zwischen der deutschen Gerichtsbarkeit und derjenigen der Besatzungsbehörden.“
  • Einhundertster Geburtstag des Frankfurter Oberbürgermeisters Franz Adickes (1846-1915).
  • Konferenz der Wirtschafts- und Landwirtschaftssachverständigen der amerikanischen und britischen Besatzungszone.
  • Feierstunde unter dem Thema „Rainer Maria Rilke und wir“, veranstaltet von den Städtischen Bühnen im Handwerkersaal.
  • Gründungsversammlung der Sektion Schriftsteller, Journalisten und Komponisten (Schutzverband der Deutschen Schriftsteller) in der Gewerkschaft „Freie Berufe“.
  • Anlässlich des 400. Todestages Martin Luthers veranstaltet die Evangelische Kirche in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität eine Kundgebung. Oberlandes-Kirchenrat Dr. Lilje spricht über das Thema: „Luther in abendländischer Sicht.“
  • Die Frankfurter Kleingärtner wählen ihren Stadtgruppenvorstand und nehmen einstimmig die neuen Satzungen an.
  • Gründung des Frauenverbandes Frankfurt am Main e. V.
  • Ukrainischer Bischofschor mit dem Dirigenten Peter Kondratenko im Börsensaal.
  • Wirtschaftskonferenz über dringende Versorgungsprobleme, an der Vertreter der amerikanischen und britischen Militärregierung und etwa 50 leitende Beamte der Landwirtschafts- und Wirtschaftsministerien beider Zonen sowie Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum teilnehmen.
  • Neuinszenierung von Franz Molnars Komödie „Spiel im Schloss“ der Städtischen Bühnen.
  • Auf Anordnung der amerikanischen Militärregierung vom 25. und 26.02. d. J. werden mit Ausnahme der Gebühren für Postanweisungen, telegraphische Postanweisungen, Zahlkarten und der Gebühren des Postscheckdienstes alle Postgebühren um 100 v. H. erhöht. Die Gebühren des Telegraphendienstes, Fernsprechdienstes, Kraftpostdienstes und Rundfunkdienstes werden nicht erhöht.
  • Opferwoche des Hilfswerks der Evangelischen Kirche in Deutschland in allen Städten und Gemeinden der Regierungsbezirke Hessen und Nassau mit Geldsammlungen zur Linderung der Not der Ostflüchtlinge, der heimatlosen Jugendlichen und entlassenen Kriegsgefangenen und der Schwerbeschädigten.
  • Das „Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus“ tritt in Kraft. Artikel 1 lautet: „Zur Befreiung unseres Volkes von Nationalsozialismus und Militarismus und zur Sicherung dauernder Grundlagen eines deutschen demokratischen Staatslebens in Frieden mit der Welt werden alle, die die nationalsozialistische Gewaltherrschaft aktiv unterstützt oder sich durch Verstöße gegen die Grundsätze der Gerechtigkeit und Menschlichkeit oder durch eigensüchtige Ausnutzung der dadurch geschaffenen Zustände verantwortlich gemacht haben, von der Einflussnahme auf das öffentliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben ausgeschlossen und zur Wiedergutmachung verpflichtet.“ Zur Entnazifizierung der deutschen Bevölkerung werden Spruchkammern gebildet.
  • Eröffnung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main. Zum Oberlandesgerichtspräsidenten wird Dr. Walter Möhrs ernannt. Unter den Teilnehmern an der Feier befinden sich der Direktor der amerikanischen Militärregierung in Groß-Hessen, Oberst James R. Newman, der hessische Ministerpräsident Professor Karl Geiler, Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum sowie zahlreiche Vertreter von Verwaltung, Wirtschaft und Justiz.
  • In einem Offenen Brief der Gewerkschaften im Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB), Bezirk Frankfurt am Main, an Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum, wird gefordert, ehemalige NSDAP-Mitglieder stärker als bisher zur Trümmerbeseitigung heranzuziehen.
  • Vierzehnte Sitzung des „Bürgerrats“. Tagesordnung: Erhöhung der Hundesteuer, Abänderung von Vorschriften der Vergnügungssteuerverordnung, Aussprache über den 3. und 4. Wiederaufbauvortrag am 02. und 09.03.1946 betreffend Bau- und Bodenrecht.
  • Feier am Börneplatz anlässlich der Enthüllung der Gedenktafeln an den Plätzen, an denen einst Synagogen standen. Der Feier wohnen Vertreter der amerikanischen Militärregierung, der Stadt Frankfurt am Main, der jüdischen Gemeinde und der Bürgerschaft bei. Es sprechen der Stadtkommandant Oberst Robert K. Phelbs, der Chef der amerikanischen Militärregierung für Groß-Hessen, Oberst James R. Newman, Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum und Rabbiner Dr. Leopold Neuhaus.
  • Beim Postamt Oberursel wird eine Handvermittlung in Betrieb genommen, die der Abwicklung des Fernsprechverkehrs zwischen Frankfurt am Main und Oberursel in beiden Richtungen dient.
  • Landesversammlung der Liberal-Demokratischen Partei für Groß-Hessen im Hörsaal der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.
  • Matinee zur Erinnerung der 200-Jahrfeier der Porzellanmanufaktur Höchst im Neuen Theater Höchst sowie eine Ausstellung Höchster Porzellan im Bolongaropalast.
  • Öffentliche Kundgebung der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität mit dem Parteivorsitzenden Minister a. D. Dr. Wilhelm Külz (Berlin) als Hauptredner.
  • Bildung eines Organisationskomitees zur Vorbereitung der ersten Wahlen eines ordentlichen „Komitees der befreiten Juden in Frankfurt am Main“.
  • In der Nacht vom 27. zum 28.03. wird von unbekannten Tätern die zum Gedenken der alten Synagoge am Börneplatz errichtete Gedenktafel mit Farbe beschmiert. Zur Ergreifung der Täter werden 1000 DM Belohnung ausgesetzt.
  • Aufhebung der Sperrstunde in der amerikanischen Besatzungszone durch General Lucius D. Clay.
  • Erste ordentliche Landeskonferenz der Arbeiterwohlfahrt in Hessen nach dem Zweiten Weltkrieg im Kleinen Saal des Handwerkerhauses, Braubachstraße.
  • Passionskonzert, veranstaltet von der Oratoriensängerin Maria Simons Wirth, in der Emmauskirche zu Eschersheim.
  • Die US-amerikanische Zone Deutschlands eröffnet den Briefpostverkehr mit dem Ausland.
  • Nur die Reichspost ist befugt, Schriftstücke innerhalb der amerikanischen Zone oder über die Zonengrenzen hinaus zu befördern. Anderen Personen oder Unternehmen ist die Beförderung verboten.
  • Das Hauptquartier der amerikanischen Militärregierung in Frankfurt am Main ist aufgelöst. Die Kontrolle der Regierungsgeschäfte geht auf die amerikanische Militärregierung in Berlin über.
  • Die organisatorische Verbindung zwischen der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer wird gemäß einer Anordnung des hessischen Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr aufgehoben. Demnach wird die bisherige Bezeichnung Industrie-, Handels- und Handwerkskammer Frankfurt ersetzt durch die Bezeichnung „Industrie- und Handelskammer Frankfurt“ bzw. „Handwerkskammer Frankfurt“.
  • Eugen Kogon und Walter Dirks gründen im April d. J. die „Frankfurter Hefte. Zeitschrift für Kultur und Politik“, die sich vier Jahrzehnte lang zu einer angesehenen moralischen Instanz der Bundesrepublik Deutschland entwickeln.
  • Alttextilsammlung in Groß-Hessen. Als besonderer Anreiz wird die Sammlung in Frankfurt am Main mit einer Lotterie verbunden, bei der Preise wie ein Eigenheim, Fahrräder und Schreibmaschinen zur Verteilung kommen. Für jedes Kilo abgelieferte Altstoffe wird ein Los zum Preis von fünf Pfennigen ausgegeben.
  • Delegiertenkonferenz der Arbeitnehmer des Frankfurter Metallgewerbes, an dem mehr als 300 Vertreter aus den Betrieben teilnehmen. Einig sind sich die Anwesenden über die Notwendigkeit einer Einheitsgewerkschaft und die Verbesserung der Mitbestimmungsrechte.
  • Urteilsverkündung vor dem Mittleren Militärgericht Darmstadt, das in Frankfurt am Main tagt, gegen den 67jährigen NS-„Kunsthändler“ Wilhelm Ettle und seine Frau Anni. Der Prozess endet mit der Verurteilung beider zu sieben bzw. fünf Jahren Gefängnis wegen Bereicherung aus „arisiertem“ jüdischem Eigentum.
  • Fünfzehnte Sitzung des „Bürgerrats“. Tagesordnung: Aussprache über den 4. Wiederaufbauvortrag vom 09.03.1946 betreffend Bau- und Bodenrecht, Antrag über die unmittelbare Unterstellung der Stadt Frankfurt am Main unter das Staatsministerium, Anträge betreffend Arbeitseinstellung der Vorstellungsausschüsse und Einrichtung einer Kontrollinstanz bei der Frankfurter Polizei, Benennung von Mitgliedern für die Schauämter der Wasserläufe.
  • Einweihung eines Übernachtungsheimes für Durchreisende, insbesondere Flüchtlinge und heimkehrende Soldaten in der Niddastraße durch die Arbeiterwohlfahrt, Distrikt Bahnhof. Das Übernachtungsheim hat je eine Abteilung für Männer und Frauen und umfaßt 68 Betten.
  • Erste Hauptversammlung des Alpenvereins Frankfurt.
  • Sechzehnte Sitzung des „Bürgerrats“. Tagesordnung: Unmittelbare Unterstellung der Stadt Frankfurt am Main unter das Staatsministerium, Entwurf eines Wiederaufbaugesetzes für Frankfurt am Main.
  • Amtsantritt des neuen Rektors der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Professor Walter Hallstein, bisher Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.
  • Mitgliederversammlung der Liberal-Demokratischen Partei im Hörsaal des Senckenbergmuseums.
  • Aufhebung der bisherigen Regelung, nach der Fisch auf Fleischmarken abgegeben wird. Fische werden künftig wieder ohne Markenabgabe verkauft.
  • Das Lokalderby der Süddeutschen Fußballmeisterschaft zwischen Fußballsportverein Frankfurt (FSV) und Eintracht Frankfurt endet vor 15.000 Zuschauern auf dem Bornheimer Hang mit 0:2 Toren.
  • Ab 2 Uhr morgens Beginn der Sommerzeit in der amerikanisch besetzten Zone Deutschlands. Die Uhren aller amerikanischen und deutschen Dienststellen werden zu diesem Zeitpunkt um eine Stunde vorgestellt.
  • Vorbereitende Gewerkschaftskonferenz im Sitzungssaal des Frankfurter Bürgerrats. Aus den drei Ländern der amerikanischen Besatzungszone sind je 15 Gewerkschaftsvertreter eingeladen worden sowie eine Delegation aus Bremen. Sie sollen die Gewerkschaften im Landesmaßstab organisieren und außerdem einen Neunerausschuss von je drei Vertretern der drei Länder einsetzen, der die Zonenorganisation vorzubereiten hat, die sich später in den gesamtdeutschen Gewerkschaftsbund eingliedern wird.
  • Erscheinen der „Frankfurter Neuen Presse“. Nach Meinung der amerikanischen Besatzungsbehörde benötigt Frankfurt am Main eine Zeitung, die die bürgerlichen Leser stärker anspricht als die „Frankfurter Rundschau“. Im April d. J. erhält Dr. Hugo Stenzel vom amerikanischen General Robert A. McClure die Lizenz zur Herausgabe der „Frankfurter Neuen Presse“. Da Papierknappheit herrscht, zwingen die Besatzungsbehörden die „Frankfurter Rundschau“ zu einer drastischen Auflagenreduzierung, damit auch die „Frankfurter Neue Presse“ erscheinen kann. Wegen der harten Konkurrenz beider Zeitungen um das knappe Papier gibt es in der Innenstadt sog. Greifkommandos, die die ankommenden Papiertransporter jeweils in die eigene Druckerei zu lenken versuchen. Die anfänglich in der Rahmhofstraße 2-4 residierende „Frankfurter Neue Presse“ erscheint zunächst zweimal in der Woche, später dreimal wöchentlich. Erst nach der Währungsreform ist sie tatsächlich eine Tageszeitung.
  • Von etwa 1100 Industrieunternehmen, die bei der Frankfurter Handelskammer, Industrieabteilung, die Bereitschaft zur Wiederinstandsetzung ihres Betriebs angezeigt haben und um Zulassung zur Betriebswiederaufnahme ansuchen, werden bisher etwa 600 Unternehmungen zugelassen.
  • Die bisher bestehenden Anordnungen über die Bewirtschaftung von Rauchwaren und Pelzen in der amerikanischen Besatzungszone treten gemäß einer Einigung im Länderrat außer Kraft und werden durch die Möglichkeit des allgemeiner freien Einkaufs von Rauchwaren ersetzt, mit der Maßgabe, dass Fertigware möglichst im Ursprungsland der Rohware verkauft wird.
  • Eröffnung des ersten Frankfurter Kabaretts und Varietétheaters „Tusculum“ im Theatersaal des „Frankfurter Hofs“.
  • Im Bereich des Frankfurter Arbeitsamtes gibt es gegenwärtig rund 17.000 Arbeitslose.
  • Vortrag von Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum in einer Veranstaltung des Bundes für Volksbildung in Höchst zum Thema „Stadtteil-Organisation und Großstadtverfassung“ über die Verwirklichung eines demokratischen Eigenlebens innerhalb der Stadtgemeinden.
  • Bestätigung der bisherigen Lizenz der „Frankfurter Rundschau“ durch neue Beurkundung.
  • Wiederaufstellung des Opferdenkmals von Benno Elkan an seinen alten Platz an der Kaiserstraße, Ecke Taunusanlage. Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum mahnt in seiner Ansprache, niemals die Opfer der beiden Weltkriege zu vergessen. Im Namen der Stadt und der Bevölkerung Frankfurts legt er den ersten Kranz in den Farben der Stadt zu Ehren der Opfer beider Weltkriege und des Nationalsozialismus nieder.
  • Zirkus Helene Hoppe aus Karlsruhe gastiert mit monatlich wechselndem Programm im Zoo.
  • Der Schauspieler Siegfried Lowitz von den Frankfurter Bühnen liest im Frankfurter Rundfunk aus Thomas Wolfes Buch „Vom Tod zum Morgen“.
  • Premiere des Frankfurter Schauspielhauses: „Leuchtfeuer“ von Robert Ardrey unter der Regie von Fritz Rémond.
  • Die bekannte Filmschauspielerin Camilla Horn gibt eine Matinee in den Titania –Lichtspielen.
  • Wiedereröffnung der instandgesetzten Mainbrücke der Autobahn Kassel – Frankfurt am Main – Mannheim. Bei einer kurzen Feier durchtrennt General Moor in Gegenwart von Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum als Vertreter der deutschen Zivilbehörden das Band.
  • Städtische „Bekanntmachung“ darüber, wer zur ersten Nachkriegskommunalwahl stimmberechtigt ist und was die Frankfurter tun müssen, um ihr Stimmrecht auszuüben. Nicht alle volljährigen Bürger dürfen an die Urnen in den 235 Wahllokalen. Ausgeschlossen sind „aktive Mitglieder“ und Funktionäre der NSDAP, SA, SS, Hitlerjugend sowie eines Dutzend weiterer NS-Organisationen. Wahlberechtigt ist auch nicht, „wer dafür bekannt ist, dass er mit den Nazis stark sympathisiert oder mit den Nationalsozialisten zusammengearbeitet hat.“ Alle anderen werden in einer Wahlkartei registriert. Aufgenommen in das Register werden diejenigen Frankfurter, die „mindestens seit dem 01.10.1945 hier ansässig“ sind. Allerdings sehen sich die städtischen Bediensteten aufgrund des rasanten Zuzugs bzw. Umzugs außerstande, die Wahlkartei auf dem neuesten Stand zu halten. Schließlich ergeht der Erlass, dass alle dort wählen sollen, wo sie im Oktober 1945 gewohnt haben. Tausenden von Nachzüglern, die in der zentralen Wahlkartei überhaupt nicht aufgelistet sind, händigt man am Wahltag sog. „Stimmscheine“ aus, allerdings nur nach einer eidesstattlichen Erklärung, in der bekundet werden muss, dass man während des Nationalsozialismus kein Aktivist oder ‚Handlanger‘ gewesen ist. Dieses Verfahren hält viele am Wahlsonntag davon ab, ihr Votum abzugeben.
  • Einzug der Geschäftsstellen des Börsenblattes, des Großhessischen Buchhändlerverbandes und der Frankfurter Buchhändlervereinigung im Haus Schaumainkai 101.
  • Erste Versammlung des „Frankfurter Frauen-Ausschusses“ mit 300 Teilnehmerinnen im Hörsaal des Senckenbergmuseums, dem Helli Knoll, Maria Moritz, Marie Bittorf, Fini Pfannes, Anne Bringezu und Elisabeth Rhabanus angehören. Heli Knoll umreißt Aufgaben und Ziele des „Frankfurter Frauen-Ausschusses“ und verliest die acht grundlegenden Forderungen der Frauen, die bereits am 25.01. d. J. durch öffentlichen Anschlag bekannt geworden sind.
  • Gründung der Hotel- und Gaststättenvereinigung Frankfurt.
  • Siebzehnte Sitzung des „Bürgerrats“. Tagesordnung: Vortrag von Direktor Heinrich Sauer vom Frankfurter Arbeitsamt über Aufgaben und Tätigkeit des Arbeitsamtes mit anschließender Aussprache, Besprechung von Jugendpflegeangelegenheiten.
  • Beginn des neuen Schuljahres in den Frankfurter Grundschulen.
  • Wiederaufnahme des Unterrichts des 1520 als Lateinschule begründeten Lessing-Gymnasiums mit allen Klassen. Gastgebende Schule ist zunächst das Kaiser-Friedrich-Gymnasium (heute: Heinrich von Gagern-Gymnasium). Das eigene Schulgebäude liegt im militärischen Sperrgebiet und wird erst im Sommer 1952 freigegeben.
  • In allen Ländern der amerikanischen Zone werden Kreistagswahlen abgehalten; in Bayern und Württemberg-Baden erhält die CDU (CSU) die meisten Sitze, in Großhessen die SPD.
  • Der Alliierte Kontrollrat erklärt den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag.
  • Kirchenvorstandswahlen in den evangelischen Pfarrgemeinden Frankfurts. Wahlberechtigt ist, wer konfirmiert und kirchlich getraut ist und nachweisen kann, daß er in den letzten fünf Jahren ununterbrochen der Kirche angehört hat.
  • Die an der ersten Nachkriegswahl zur Stadtverordnetenversammlung beteiligten Parteien werden zur „Einreichung von Wahlvorschlägen“ aufgerufen. Die SPD präsentiert eine Liste mit 59 Kandidaten, die KPD 49, die CDU 36 und die LPD, die Vorläuferin der FDP, 21 Bewerber.
  • Erste Maifeier der Gewerkschaften nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Parole „Für Freiheit, Völkerverständigung und Demokratie“, veranstaltet auf dem Gelände der Allgemeinen Ortskrankenkasse, Gartenstraße. Die Feierrede hält der Sekretär des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes, Max Bock. Nachmittags wird im Börsensaal Beethovens „Fidelio“ aufgeführt. In insgesamt 37 Veranstaltungen feiern die beiden Arbeiterparteien SPD und KPD in allen Frankfurter Stadtteilen den ersten Mai. Es ist die größte Kundgebung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
  • Die 24 Jahre alte Ingeborg Fischer wird von einem Militärgericht in Frankfurt am Main wegen Erschießung eines amerikanischen Soldaten zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Sie wird für schuldig befunden, am 14. März einen Soldaten erschossen zu haben, als er sie von einem Selbstmordversuch abbringen wollte.
  • Tätigkeitsbeginn des Schiedsgerichts für die landwirtschaftliche Marktregelung und des Schiedsgerichts für landwirtschaftliche Lieferstreitigkeiten beim Landesernährungsamt I Groß-Hessen in Frankfurt am Main.
  • Wiederaufnahme des Lehrbetriebs der Staatsbauschule Frankfurt, Fachschule für Hochbau, Tiefbau und Vermessungswesen, vorerst in der Günthersburgschule.
  • Wiederaufnahme des Unterrichts an Frankfurts Mittelschulen für die Klassen I – IV.
  • Vereidigung der Vorsitzenden, öffentlichen Kläger und Beisitzer der in Frankfurt am Main gebildeten Spruchkammern zur Durchführung der Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus im Börsensaal durch den hessischen Minister für Wiederaufbau und politische Befreiung, Gottlob Binder. Mit erhobener Hand leisten die Vorsitzenden, Kläger und Beisitzer den vorgesprochenen Eid. Jeder wird einzeln vom Minister durch Handschlag verpflichtet.
  • Neugründung des Frankfurter Taunusbundes und Wahl des Oberbürgermeisters Dr. Kurt Blaum zum Vorsitzenden.
  • Wiederaufnahme des Lehrbetriebs der Staatlichen Ingenieursschule.
  • Gedenkfeier in der Synagoge im Baumweg anlässlich des ersten Jahrestages der Kapitulation und der Befreiung von Theresienstadt.
  • Beginn der Auszahlung der Versicherungsrenten bei den Frankfurter Postämtern.
  • Feier des „Victory-Day“ im gesamten Gebiet der amerikanischen Besatzungszone, des 8. Mai, als Tag der deutschen Kapitulation und des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa.
  • Achtzehnte Sitzung des „Bürgerrats“. Tagesordnung: Anträge betreffend Brennstoffbeschaffung für den kommenden Winter, Vortrag von Stadtrat Professor Wilhelm Polligkeit über die Lage der Jugend und die Aufgaben des Jugendamtes mit anschließender Aussprache.
  • Wiedereröffnung des städtischen Hallenbades.
  • Arbeitstagung der Betreuungsstellen für die Opfer des Faschismus in Groß-Hessen im Handwerkerhaus, veranstaltet von der Frankfurter Betreuungsstelle. Gefordert werden die Loslösung der Betreuungsstellen vom Fürsorgewesen und die Selbständigkeit ihrer Dienststellen unter einer Zentrale bei der hessischen Landesregierung.
  • Öffentliche Versammlung der „Opfer des Faschismus“ in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Redner sind der hessische Arbeitsminister Oskar Müller und Rabbiner Dr. Leopold Neuhaus.
  • Vortragsabend der Städtischen Bühnen im Handwerkersaal, an dem der Dichter Dr. Herbert Eulenberg, Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf, aus eigenen Werken liest.
  • Tagung zur Wiederbelebung des „Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge“ mit Sitz in Frankfurt am Main, im Saal des Handwerkerhauses. Wahl eines Hauptausschusses mit zwölf Vertretern und daraus eines Vorstandes mit Professor Wilhelm Polligkeit, Minister Gottlob Binder und Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum.
  • Einweihung eines Denkmals für die Opfer der Judenvernichtung im DP-Lager Zeilsheim.
  • Neunzehnte und letzte Sitzung des „Bürgerrats“ im Sitzungssaal des Hauses Siesmayerstraße 12. Tagesordnung: Angelegenheiten des Wohnungsamtes.
  • Wiedereröffnung der 320 Meter langen Autobahnbrücke zwischen Oberursel und Niederursel.
  • Als erstes ziviles Verkehrsflugzeug landet eine Douglas DC-4 der „American Overseas Airlines“ auf dem Rhein-Main-Flughafen.
  • An dem Kongress „Tag der jungen Generation“ nehmen 120 Männer und Frauen aus allen Besatzungszonen teil. Zu dieser öffentlichen Feierstunde am Jahrestag der deutschen Nationalversammlung von 1848, an der auch der Rektor der Frankfurter Universität, Professor Walter Hallstein, teilnahm, hat der groß-hessische Ministerpräsident Professor Karl Geiler eingeladen. Vor dem Portal der Ruine der Paulskirche legen Jugendliche ein Bekenntnis zur Zukunft Deutschlands ab. Dr. Heinrich von Brentano, Rechtsanwalt aus Darmstadt, referiert auf dem anschließenden Kongress über die Verfassungsprobleme der jungen Demokratie.
  • Wahl des Vorstandes des „Komitees der befreiten Juden in Frankfurt am Main“ (u. a. Moses Goldberg, Adolf Olkowicz, Lucian Rogozinski).
  • Versammlung des „Frankfurter Frauen-Ausschusses“ zum Muttertag im Schneiderinnungsheim, Bleichstraße.
  • Orchesterkonzert der Freien Deutschen Kulturgesellschaft in Verbindung mit der Stadtverwaltung und der Frankfurter Museumsgesellschaft in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Das Konzert unter der Leitung von Bruno Vondenhoff und unter Mitwirkung von Emma Lübbecke-Job bringt Werke von Roussel, Janacek, Strawinsky und Sutermeister zu Gehör.
  • Erste Frankfurter Spruchkammersitzung im Haus Liebigstraße 41. Präsident ist Oberregierungsrat Georg Aigner. Als Vorsitzende der zwanzig Kammern werden jetzt je zehn gewerkschafts-benannte und zehn wirtschafts-benannte Persönlichkeiten berufen.
  • Eröffnung der „Amerikanischen Bücherei“ durch Initiative der amerikanischen Militärregierung in der Taunusanlage 11, Ecke Mainzer Landstraße, in Anwesenheit von General Robert A. McClure sowie anderer hoher amerikanischer Militärs und des Oberbürgermeisters Dr. Kurt Blaum. Sie ist eine Bibliothek für die Deutschen und enthält nahezu alle wesentlichen Werke und Autoren der neuen Weltliteratur, der Wissenschaft und der Technik in englischer Sprache.
  • Großkundgebung der Liberal-Demokratischen Partei im Hörsaal S der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Erste Kommunalwahl in Frankfurt am Main nach dem Zweiten Weltkrieg. Drei Tage zuvor wendet sich Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum mit einem Aufruf an die Bevölkerung, in dem er zur „möglichst vollständigen Beteiligung an dieser Wahl“ auffordert: „Damit ist euch nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht gegeben. Zeigt der Welt..., dass ihr gewillt seid, eure neue staatsbürgerliche Freiheit zu gebrauchen und damit den ersten Schritt zu einem Wiederaufbau Deutschlands in freiheitlichem Geiste zu tun.“ Wahlberechtigt sind alle über 21 Jahre alten Personen, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und seit dem 01.10.1945 ununterbrochen in Frankfurt am Main anwesend sind. Wählen können auch diejenigen, die später aus der Evakuierung, Emigration oder aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt oder zu ihren seit mindestens dem 01.10. 1945 hier ansässigen Familien gezogen sind. Nicht wahlberechtigt sind Personen, denen aus politischen oder kriminellen Gründen das Wahlrecht entzogen worden ist. Die Parteischlagzeilen lauten: „Wahrheit und Gerechtigkeit“ (SPD), „Für ein frohes, freies Familienleben“ (CDU), „Einheit für Deutschland“ (KPD). Von den 266.968 Wahlberechtigten nehmen 189.870, das sind 74,3% an der Wahl teil. 8.722 Stimmen sind ungültig. Von den gültigen Stimmen entfallen auf die SPD 77.940 (41,0 Prozent), auf die CDU 66.576 (35,1 Prozent), auf die LDP 22.355 (11,8 Prozent) und auf die KPD 22.999 (11,6 Prozent) und KPD und LPD können allerdings nicht in das Stadtparlament einziehen, da sie nicht die 15 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten, die das Gemeindewahlgesetz vom 15. Dezember 1945 vorschreibt. Obgleich alle Parteien gegen das Wahlergebnis protestieren, weil sich herausstellt, dass viele Frankfurter aufgrund ungenauer und unvollständiger Wahllisten nicht abstimmen konnten, erklärt die Stadtverordnetenversammlung in ihrer ersten Sitzung am 21.06. d. J. die Wahl einstimmig für gültig.
  • Delegiertenkonferenz der Frankfurter Metallarbeiter. Gefordert werden die Beseitigung der Zonengrenzen, die Schaffung gesamtdeutscher Verwaltungsstellen, die Erhöhung der Lebensmittelrationen und die Herabsetzung der Rationen auf ein Existenzminimum für aktive Nationalsozialisten und Militaristen.
  • Erste Mitgliederversammlung der „Frankfurter Singakademie“ nach dem Zweiten Weltkrieg im Vereinshaus Westend.
  • Nach einer halbjährigen Ausbildung legen im Kaiser-Friedrich-Gymnasium 58 Kandidaten ihre Prüfung als Berufsschullehrer ab und werden nun zwei Jahre lang als Hilfslehrer und nach einer abschließenden Prüfung als Fachschullehrer unterrichten.
  • Jugendtreffen der evangelischen Jugend Frankfurts und der Jugend der Freikirchen im Huth-Park mit über zweitausend Teilnehmern.
  • Rücktritt des Bürgermeisters Dr. Karl Schlosser auf eigenen Wunsch nach Vollendung des 70. Lebensjahres.
  • Das hessische Innenministerium erinnert alle Personen und Unternehmen, die Eigentum ausgewanderter, verschleppter oder ermordeter jüdischer Personen in Verwahrung haben, daran, sich mit vollständigen Unterlagen beim Staatsbeauftragten für die Betreuung der Juden in Groß-Hessen im Innenministerium, Wiesbaden, bis heute zu melden.
  • Ernennung des bisherigen Leiters des Amtes für Städtische Bühnen und Konzerte der Stadt Frankfurt am Main, Professor Eberhard Beckmann, zum Intendanten von Radio Frankfurt. Seine Amtseinführung findet am 03.06. d. J. statt.
  • Erste Zusammenkunft ehemaliger Kriegsgefangener aus amerikanischen Lagern in Groß-Hessen im Handwerkersaal, Braubachstraße, mit 500 Teilnehmern. Es handelt sich um „selected citizens“, Kriegsgefangene, die in gesonderten Lagern Wesen und Sinn der Demokratie studiert haben. Referenten sind Professor Walter Hallstein, Innenminister Hans Venedey, Colonel Wassels, Dr. Walsh. Grüße der Stadt Frankfurt am Main überbringt Stadtrat Dr. Hellmut Reinert.
  • Geschenkpakete dürfen aus den Vereinigten Staaten in die amerikanische Besatzungszone Deutschlands geschickt werden.
  • Die Frankfurter Märchenbühne „Spielzeug-Schachtel“ zeigt im Kaiser-Wilhelm-Gymnasium (am Südbahnhof) das fröhliche Märchenspiel „Der Froschkönig“.
  • Zusammenkunft verschiedener Gewerkschaften zur Gründung einer Landesgewerkschaft: Konferenzen der Gewerkschaft Chemie, Gewerkschaft Bekleidung , Textil und Leder, Gewerkschaft Baugewerbe, Gewerkschaft Land- und Forstwirtschaft und Gewerkschaft Banken und Versicherungen.
  • Premiere des Schauspiels „Eurydike“ von Jean Anouilh der Städtischen Bühnen im Börsensaal in der Inszenierung von Robert Michal.
  • Die Frankfurter Gewerkschaftsjugend lädt Jungen und Mädchen aus den Betrieben ein, sich den Dokumentarfilm „Divide et impera“ über den verbrecherischen Nationalsozialismus anzusehen.
  • Gründung eines groß-hessischen Buchhändler-Verlags unter dem Vorsitz von Dr. Georg Kurt Schauer.
  • Erste öffentliche Versammlung der Deutschen Friedensgesellschaft – Bund der Kriegsgegner, Ortsgruppe Frankfurt, im Handwerkerhaus.
  • Auf der Mainzer Landstraße in Höhe der Ludwigstraße stoßen zwei Straßenbahnen zusammen. Offenbar infolge falscher Weichenstellung fährt eine aus der Richtung Hohenzollernstraße kommende Straßenbahn der Linie 12 in die Flanke der aus entgegen gesetzter Richtung kommenden Linie 14. Es entsteht hoher Sachschaden, Personenschäden sind nicht zu beklagen.
  • Trauerfeierlichkeiten der Frankfurter Arbeiterschaft anlässlich der Überführung der sterblichen Überreste des im Juni 1945 verstorbenen Reichstagsabgeordneten und Konzentrationslagerhäftlings Franz Metz nach Frankfurt am Main. Reichswehrminister a. D. Gustav Noske, Vertreter der Gewerkschaften und Genossenschaften, Mitglieder der SPD, der Verbände und viele andere Freunde des Verstorbenen stehen mit der Familie an der Bahre. Hermann Schaub spricht für die SPD Groß-Frankfurt und den Landesverband Groß-Hessen.
  • Versammlung der ‚rassisch‘ verfolgten Christen im Vereinshaus Westend.
  • Beginn der Lehrgänge „Zur wissenschaftlichen Fortbildung Berufstätiger“ an der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Die Lehrgänge bezwecken vor allem die Fortbildung von Berufstätigen, die ein Studium abgeschlossen haben.
  • Rabbiner Dr. Leopold Neuhaus verabschiedet sich vor der Jüdischen Gemeinde und wandert zusammen mit seiner Frau in die USA aus. Sein Nachfolger als Leiter der „Jüdischen Betreuungsstelle der Stadt Frankfurt am Main“ wird Wilhelm Stern.
  • Versammlung der Deutschen Friedensgesellschaft – Bund der Kriegsgegner im Handwerkerhaus mit einem Vortrag von Professor Reinhard Strecker über das Thema „Von Kant bis Hitler“. Infolge großer Nachfrage findet am 22.06. d. J. eine Wiederholung dieser Ansprache statt.
  • Die Freie Deutsche Kulturgesellschaft eröffnet im Festsaal des Ärztehauses, Moltkeallee 12-14 [heute: Hamburger Allee], ihr literarisches Studio mit einem Abend über Franz Kafka. Jo Mihaly, Sprecherin der Gesellschaft, hält die Einleitung und Stephan Hermlin führt in Leben und Werk Kafkas ein.
  • Eröffnung des „Kleinen Komödienhauses“ in einer Sachsenhäuser Turnhalle, Veitstraße 11, mit 400 geladenen Gästen, darunter Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum. Zur Premiere wird die Komödie „Krampus und Angelika“ von Paul Hellwig in der Inszenierung von Toni Impekoven mit Hannelore Hinkel, Cläre Kaiser, Martin Held und Peter Otten gegeben.
  • Städte-Ringkämpfe im Zirkus Hoppe im Zoologischen Garten.
  • Bekenntnistag der katholischen Jugend mit dem Thema „Einer trage des anderen Last“ in der St. Bernarduskirche mit annähernd 1000 Jugendlichen.
  • Prozess gegen den Frankfurter Industriellen Dr. Carl Adolf Schleussner vor einer Frankfurter Spruchkammer wegen dessen NS-Aktivitäten und seiner Mitgliedschaft in der SA und NSDAP. Das Gericht bezeichnet ihn als Mitläufer, verhängt aber wegen seiner Mitgliedschaften bei den NS-Organisationen eine Geldstrafe von einhunderttausend Mark. Dieses Urteil wird von der Frankfurter Berufungskammer am 11.12. d. J. aufgehoben. Es reiht den Betroffenen in die Gruppe der Minderbelasteten ein.
  • Wiedereröffnung des Berufspädagogischen Instituts in den Räumen des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums.
  • Erste Versammlung der „Sektion Maler, Bildhauer, Graphiker“ der Gewerkschaft „Freie Berufe“.
  • Konstituierende Sitzung der ersten frei und demokratisch gewählten sechzigköpfigen Stadtverordnetenversammlung im großen Sitzungssaal des Polizeipräsidiums am Platz der Republik in Anwesenheit eines Vertreters der Militärregierung. Die SPD nimmt 32 und die CDU 28 Mandate ein. Neun Frauen sitzen im ersten Frankfurter Nachkriegsparlament: fünf Christdemokratinnen und vier Sozialdemokratinnen. Zum Vorsteher gewählt wird der Sozialdemokrat Johannes Rebholz (1885-1960), bereits von 1924 bis 1933 Frankfurter Stadtverordneter. Weitere Präsidiumsmitglieder sind: Gewerkschaftssekretär Adolf Leweke (CDU), als 1. Schriftführer Ludwig Jost (CDU), als 2. Schriftführer Johann Schiefele (SPD) und als Beisitzer Karl Klee (SPD). Fraktionsvorsitzender der SPD ist Rudolf Menzer, derjenige der CDU Dr. Hans Wilhelmi. Gemäß der hessischen Gemeindeordnung obliegt von nun an den Stadtverordneten die alleinige Verantwortung für die Kommunalpolitik. Die von den Alliierten verfügte Auflösung Preußens ist zugleich auch das Ende des preußischen Zwei-Kammer-Systems in den Städten. Der Magistrat ist nur noch ausführendes Organ von Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung. Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum dazu an die Stadtverordneten: „Von jetzt an liegt die Beschlussfassung über die Führung der Geschäfte ausschließlich und allein in Ihren Händen, die Stadtverwaltung hat jetzt Ihren Beschlüssen, Ihren Weisungen und Intentionen allein zu folgen und hat nicht neben der Stadtverordnetenversammlung gleichberechtigt mit ihr wie der frühere Magistrat das Recht, an den Dingen mitzuwirken. Es beginnt deshalb ein neuer Abschnitt in der politischen Geschichte Frankfurts.“
  • Im Zuge des beginnenden kulturellen Austausches zwischen dem Lande Groß-Hessen und dem Lande Thüringen erste von insgesamt vier Gastvorlesungen des Dekans der juristischen Fakultät der Universität Jena an der Johann Wolfgang Goethe-Universität über das Thema „Naturrecht in der Gegenwart“.
  • Der erste Vorsitzende der SPD, Dr. Kurt Schumacher, aus Hannover, spricht in der Schalterhalle der Allgemeinen Ortskrankenkasse.
  • Konzert des Ukrainischen Bischofschors in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Gründung eines Schachverbandes Groß-Hessen durch Delegierte der bisher zugelassenen Schachvereine aus Kassel, Wiesbaden, Vilbel, Offenbach/M., Neu-Isenburg, Wetzlar, Hochheim, Steinheim und Frankfurt am Main.
  • Neugründung der 1933 mit der „Deutschen Stenografengesellschaft“ gleichgeschalteten Stenographen-Gesellschaft „Gabelsberger“ in Anwesenheit von 30 früheren Mitgliedern.
  • Unterzeichnung des Vertrags für den Ausbau des Rhein-Main-Flughafens von amerikanischen Vertretern, Hessens Ministerpräsidenten Professor Karl Geiler, Vertretern der Stadt Frankfurter am Main, der neuen Flughafenverwaltungsgesellschaft und der Baufirma Philipp Holzmann A. G. als Generalunternehmer der Ausführung des Projekts. Der Rhein-Main-Flughafen soll sich zum Zentralflughafen für den Überseeverkehr entwickeln.
  • Rudolf Alexander Schröder liest auf Einladung des Freien Deutschen Hochstifts, Frankfurter Goethemuseum in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität aus eigenen Dichtungen.
  • Wahl zur Verfassungsberatenden Landesversammlung. Ergebnisse in Frankfurt am Main: Von den 301.037 Wahlberechtigten geben 207.959 eine gültige Stimme ab. Es entfallen auf die SPD 89.109 (42,8 %), CDU 70.269 (33,8 %), KPD 24.102 (11,6 %) und FDP/LDP 23.840 Stimmen (11,5 %).
  • Gründung des bis April 1947 bestehenden „Wirtschaftlichen Fünferrates der Juden in Frankfurt am Main“ aus Vertretern der Jüdischen Gemeinde und des „Komitees der befreiten Juden in Frankfurt am Main“.
  • Feier zum 300. Geburtstages des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz, veranstaltet vom Freien Deutschen Hochstift, Frankfurter Goethemuseum, in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Bruno Vondenhoff unterzeichnet einen Vertrag als Intendant des Schauspiels.
  • Errichtung einer Landespolizeischule für Groß-Hessen in der früheren Villa Mumm. Die Schule steht unter der Leitung eines Kuratoriums, bestehend aus den Polizeipräsidenten von Frankfurt am Main, Kassel, Hanau und Darmstadt.
  • Bernhard-Sekles-Gedenkfeier zur Erinnerung an den Leiter des Frankfurter Konservatoriums im Evangelischen Vereinshaus, veranstaltet vom Kreis der „Freunde moderner Kunst“.
  • Amerikanische Parade zur Unabhängigkeitsfeier in Anwesenheit des amerikanischen Oberbefehlshabers, General McNarney, mit über 6000 Soldaten vor dem IG-Farbengebäude. Gegen Ende des Vorbeimarsches überfliegen Ketten amerikanischer Flugzeuge das Gebäude des Obersten Hauptquartiers. 48 Salutschüsse und die amerikanische Nationalhymne schließen die Parade ab.
  • Ländertagung der Polizeidezernenten der gesamten amerikanischen Besatzungszone.
  • Vortrag des Oberregierungsrat Dr. Philipp Auerbach (Düsseldorf), Präsident des „Zonenrates der jüdischen Gemeinden der englischen Zone“, über „Die Lage der Juden in Deutschland und die Wiedergutmachung“. Der Referent fordert die restlose Rückgabe allen jüdischen Eigentums an Grund und Boden und sonstigen Vermögenswerten.
  • Mitgliederversammlung des „Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller“ als Sektion der Gewerkschaft „Freie Berufe“ im Saal der Ärztekammer.
  • Konzert des italienischen Heldentenors Nino Zennaro im Festsaal des Ärztehauses mit Stücken von Puccini, Verdi u. a. sowie italienischen und neapolitanischen Liedern.
  • In einer von Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum einberufenen Konferenz gibt dieser einen Überblick über den Stand der Heizmaterialbeschaffung für den kommenden Winter. Es wird ein Ausschuss gebildet, der die Heizmaterialbelieferung vorbereiten soll.
  • Erstes Richtfest der Frankfurter Wasserwerke seit dem Zweiten Weltkrieg. Eine Wiederinstandsetzung der Wasserleitungen ermöglicht die Versorgung mit Wasser aus dem Taunus
  • Die Kaiserstraße vom Roßmarkt bis zum Hauptbahnhof ist vollständig von Schutt freigelegt.
  • „Tag der Eintracht“: Großkampfsporttag im Frankfurter Stadion mit 45.000 Besuchern, veranstaltet von der Sportgemeinde Eintracht Frankfurt. Auf dem Programm stehen Leichtathletik, Fußball (Süddeutscher Fußballmeister 1946 VfB Stuttgart – Eintracht Frankfurt 1:0), Radrennen, Handball, Hockey, Ringen, Rugby u. Faustball.
  • Erste Interzonentagung führender Gewerkschaftsfunktionäre aus allen vier Zonen Deutschlands seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit Genehmigung des Alliierten Kontrollrats. Behandelt werden der organisatorische Aufbau des Freien Deutschen Gewerkschafts-Bundes (FDGB), das Verhältnis der Industriegewerkschaften zum Gewerkschaftsbund, die Regelung der Sozialversicherung sowie das Betriebsrätegesetz und die Mitbestimmung der Betriebsräte.
  • Bezirksdelegiertenkonferenz der Eisenbahner-Gewerkschaft.
  • Im Einvernehmen mit der Verwaltung Nassauisches Heim führen die Parteileitungen der SPD, KPD und CDU in der Siedlung Westhausen eine freiwillige Schutträumungsaktion durch, an der sich über 300 Helfer beteiligen.
  • In geheimer Abstimmung beschließt die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion einmütig, den Düsseldorfer Oberstadtdirektor Dr. h.c. Walter Kolb als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeister zu benennen.
  • Auf Einladung des Polizeipräsidenten Zusammenkunft städtischer und privater Vertreter der Jugendarbeit zur Besprechung drängender Jugendfragen. Gebildet wird ein Ausschuss aus Vertretern der Polizei und der städtischen und privaten Jugendfürsorge zur Behebung der dringendsten Probleme heimatloser Jugendlicher.
  • Auf der Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung treten die Gegensätze zwischen SPD und CDU hinsichtlich der Besetzung der Stelle des Oberbürgermeisters offen zutage. Die SPD wirft dem amtierenden Oberbürgermeister Dr. Kurt Blaum autokratischen Führungsstil und mangelndes demokratisches Engagement vor. Während die CDU auf Dr. Kurt Blaum besteht, favorisiert die SPD Dr. h.c. Walter Kolb. Deren Fraktionsvorsitzender Rudolf Menzer hebt hervor, dass Frankfurt jetzt mehr als lediglich einen Verwaltungsfachmann benötige.
  • Versammlung der Deutschen Friedensgesellschaft – Bund der Kriegsgegner im Handwerkerhaus, Braubachstraße, zum Thema „Kampf um Recht und Frieden“. Angenommen wird eine Entschließung, die die Aufforderung an das hessische Justizministerium beinhaltet, umgehend alle politisch belasteten Richter abzuberufen.
  • Eröffnung des Frankfurter Freilichttheaters und Beginn der Frankfurter Freilichtspiele im Karmeliterkloster mit William Shakespeares „Was ihr wollt“.
  • Der „Jugendbund Freundschaft“ erhält im Festsaal der Ärztekammer von Heiner Fuchs vom Frankfurter Jugendausschuss als erste zugelassene Jugendorganisation die Lizenzurkunde.
  • Konzertgastspiel von Nino Zennaro, italienischer Heldentenor, im Ärztehaus.
  • „Erste Frankfurter Kunstausstellung“ zeitgenössischer Frankfurter Künstler auf den Gebieten der Malerei, der Plastik und Graphik in der Riederwaldschule, veranstaltet von der Sektion Maler, Bildhauer, Graphiker in der Gewerkschaft „Freie Berufe“. Auf Grund bestehender Bestimmungen sind nur politisch unbelastete Künstler zur Ausstellung zugelassen.
  • Besuch des persönlichen Vertreters des US-Präsidenten Harry S. Truman, Edwin W. Pauley. Pauley und seine amerikanische Kommission befindet sich seit dem 04.05. d. J. auf einer Inspektions-Weltreise.
  • Die Stadtverordnetenversammlung wählt mit den Stimmen der SPD und gegen das Votum der CDU den Oberstadtdirektor von Düsseldorf, Dr. h.c. Walter Kolb (SPD), zum neuen Frankfurter Oberbürgermeister.
  • Die US-Militärregierung genehmigt die Gründung des neuen „Komitees der befreiten Juden in Frankfurt am Main“.
  • Zulassung neuer Sparer zum Postsparkassendienst im Bezirk der Postdirektion Frankfurt. Die Antragsteller müssen ihren ständigen Wohnsitz in der amerikanischen Zone haben.
  • Erste Mitgliederversammlung des „Frankfurter Frauen-Ausschusses“ im Saal des Ärzteverbandes, Moltkestraße. Die erste Vorsitzende, Frau Helli Knoll, hält einen Vortrag über „Unsere heutigen Aufgaben“.
  • Eröffnung des Frankfurter Ferienheimes in Oberreifenberg/Taunus, ein Schulungs- und Erholungslager der Frankfurter Jugend.
  • Erste Konsumgenossenschaftliche Landestagung für Groß-Hessen unter Teilnahme der hessischen Staatsregierung, der bäuerlichen Genossenschaften, der Wohnungsbaugenossenschaften, der Kreditgenossenschaften und der Gewerkschaften.
  • Schwerer Verkehrsunfall in der Battonstraße mit zehn, teilweise Schwerverletzten: Eine aus Richtung Ostbahnhof kommende Straßenbahn der Linie 18 stößt mit einem aus der entgegen gesetzten Richtung kommenden Lastwagen zusammen. Durch die Wucht des Anpralls wird die vordere Plattform des Motorwagens der Straßenbahn vollständig abgerissen.
  • Bis heute muss der Anbau von Tabakpflanzen in Groß-Hessen bei dem zuständigen Zollamt angemeldet werden. Insgesamt dürfen von einem Haushalt nicht mehr als 200 Tabakpflanzen angebaut werden. Tausch und Verkauf des geernteten Tabaks bleiben verboten. Eingerichtet werden besondere Stellen für den Umtausch von Kleinpflanzertabaken gegen versteuerte Tabakerzeugnisse.
  • Amtseinführung des neuen Magistrats mit Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb (1902-1956) an der Spitze in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität. In seiner Ansprache führt Kolb aus: „Es ist eine große Aufgabe, die Weltanschauung der Arbeiterbewegung und des Christentums zu verbinden, eine Aufgabe, die mir als religiösem Sozialisten am Herzen liegt. Alle aufbauwilligen Kräfte gilt es zusammenzufassen, um im Geist der Paulskirche für das neue Deutschland zu arbeiten, das wir alle im Herzen tragen.“ Dr. h.c. Walter Kolb gilt als populäre Verkörperung des Wiederaufbaus Frankfurts nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Ärger seitens der CDU, dass eine einvernehmliche Bildung des Magistrats im Juli gescheitert ist, führt dazu, dass bereits gewählte Magistratsmitglieder nach der Amtseinführung Kolbs ihre Ämter nicht antreten (u.a. Stadtkämmerer Professor Friedrich Lehmann). Die Verwaltung Frankfurts liegt zunächst in den Händen eines Rumpfmagistrats. Die Zuspitzung der Auseinandersetzung zwischen den Parteien führt schließlich sogar zur Intervention der Militärregierung.
  • Alle Bergleute der amerikanischen Besatzungszone erhalten Lebensmittelsonderzuteilungen. Die Sonderzulagen betragen für Schwerstarbeiter 4000, für Schwerarbeiter 3400 und für Teilschwerarbeiter 2800 Kalorien pro Tag.
  • Gedenkfeier anlässlich des einjährigen Bestehens der „Frankfurter Rundschau“ im Sitzungssaal der Zeitung. Unter den amerikanischen und deutschen Gästen befinden sich auch Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb, der Rektor der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Professor Walter Hallstein, Intendant Professor Eberhard Beckmann von Radio Frankfurt und der hessische Kultusminister Dr. Franz Schramm.
  • Die Sozialrenten (Versicherungsrenten) werden ab heute an den einzelnen Postämtern ausgezahlt.
  • 100jähriges Jubiläum der Main-Neckar-Bahn von Frankfurt am Main bis Heidelberg.
  • Betriebsrätezusammenkunft im Handwerkerhaus, Braubachstraße. Willi Richter vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) spricht über die bevorstehenden Betriebsrätewahlen.
  • Pressekonferenz des Generaldirektors der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration = Hilfsaktions- und Wiederaufbau-Ausschuß der Vereinten Nationen), Fiorello H. La Guardia, über einen von den amerikanischen und britischen Militärbehörden unterstützten Plan, nach welchem verschleppten Personen bei ihrer Rückkehr in ihre Länder 90 Tagesrationen als Reise-Proviant verabfolgt werden sollen.
  • Italienischer Opernabend im Saalbau „Adler“ in Ginnheim mit Werken von Rossini, Puccini, Verdi u.a.
  • Bürgermeister Dr. Karl Altheim unter dem Verdacht verhaftet, auf dem Fragebogen zur Entnazifizierung falsche Angaben über seine politische Vergangenheit gemacht zu haben. (s. auch 08.08. und 14.08. d. J.)
  • Beginn der Schulkinderspeisungen für 15000 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren. Den Verteilungsplan haben das Fürsorgeamt und das Schulamt gemeinsam mit der Vereinigten Frankfurter Wohlfahrtspflege aufgestellt. Die Mahlzeiten werden von der Frankfurter Volksküchen GmbH und der Städtischen Gefolgschaftsspeisung hergerichtet. Die Auswahl der am Essen teilnehmenden Kinder obliegt dem Stadtgesundheitsamt.
  • Stadtkämmerer Professor Friedrich Lehmann, seit 1932 in diesem Amt, wird auf eigenen Wunsch aus Gesundheitsgründen zum 01.09.1946 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.
  • Konferenz der amerikanischen Militärregierung in Frankfurt am Main über Probleme der deutschen Jugend.
  • Bürgermeister Dr. Karl Altheim wird gegen Stellung einer Kaution aus der von der amerikanischen Militärregierung angeordneten vorläufigen Haft entlassen. Die schwebende Untersuchung gegen Altheim bezieht sich auf die Nachprüfung seines Fragebogens zur Entnazifizierung.
  • Veranstaltung der Deutschen Friedensgesellschaft – Bund der Kriegsgegner – in der „Stalburg“, Glauburgstraße 80. Es referiert Rechtsanwalt Burmann über „Der Kampf um Recht und Frieden“.
  • Eröffnung der „Bernemer Kerb“, des Bornheimer Volksfestes. Nach sechs Jahren wieder die erste Kirchweih in Bornheim.
  • Öffentlicher Rechenschaftsbericht der CDU-Stadtverordneten in insgesamt acht Stadtteilversammlungen gegen den angeblichen Machtanspruch der SPD.
  • Delegiertentagung der Gewerkschaft „Handel und verwandte Gewerbe“ aus Groß-Hessen. Man beschließt eine Landesorganisation in Form der Industriegruppe zu bilden. Zum Landesvorsitzenden wird der Frankfurter Alfred Fuchs gewählt.
  • Die Städtischen Bühnen führen im Karmeliterkloster „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal auf.
  • Aufhebung der Verkaufs- und Liefersperre für Textilwaren in Groß-Hessen durch das Landeswirtschaftsamt in Wiesbaden
  • Um sich einen Überblick über die Schulkinderspeisung zu verschaffen, besuchen der hessische Arbeitsminister Oskar Müller sowie je ein Vertreter der amerikanischen Militärregierung und der GRALOG, der Vereinigung der amerikanischen Wohlfahrtseinrichtungen, einige Grundschulen.
  • Generalversammlung des Haus- und Grundbesitzer-Vereins Frankfurt e. V. in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Zum ersten Vorsitzenden wird der Unternehmer und Kommunalpolitiker Dr. Georg Ludwig Fertsch gewählt.
  • Betriebsrätewahlen in Groß-Hessen.
  • Das Mittlere Militärgericht verurteilt Bürgermeister Dr. Karl Altheim zu acht Monaten Gefängnis wegen falschen Angaben über seine politische Vergangenheit. Das Gericht hält den Angeklagten für überführt, während des Nationalsozialismus den Rang eines Rottenführers der SA bekleidet zu haben. Weiterhin habe der Angeklagte auf seinem Fragebogen verschwiegen, 1933 einen Aufnahmeantrag für die NSDAP unterschrieben zu haben.
  • Neugründung der „Elektrotechnischen Gesellschaft“ durch annähernd 100 Akademiker, Direktoren und Angestellte, mit Zustimmung des städtischen Kulturamtes.
  • Wiedereröffnung der Zweigstelle der Städtischen Volksbüchereien in Bockenheim.
  • Kinderfest im Zoo unter der Leitung von ‚Onkel Theo‘ (Theodor Veith vom Frankfurter Schauspielhaus).
  • Eröffnung einer vierzehntätigen Vortragsreihe „Die Stunde der Universität“ von Radio Frankfurt mit einem Vortrag des Rektors der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Professor Walter Hallstein.
  • In einem Vortrag vor ungefähr eintausend Funktionären der SPD erläutert Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb sein kommunalpolitisches Programm. Darin appelliert er an das demokratische Bewusstsein der Bürgerschaft und verspricht den Aufbau eines neuen demokratischen Frankfurt.
  • Feierstunde in den „Harmonie-Lichtspielen“ anlässlich des vierzigjährigen Bestehens der Löwenbrauerei, des einzigen in Frankfurt am Main auf genossenschaftlicher Basis errichteten Brauereiunternehmens.
  • Erstes Pferderennen auf der Niederräder Galopprennbahn seit dem Zweiten Weltkrieg mit 25.000 Besuchern. Zwölf weitere Renntage im Jahre 1946 folgen.
  • Erstes kombiniertes Interzonentreffen des Parteiausschusses und des Parteivorstandes der SPD unter Vorsitz von Dr. Kurt Schumacher.
  • Konferenz General McNarneys zur Unterbringung, Versorgung und Unterstützung der jüdischen Flüchtlinge, mit fünf Vertretern jüdischer Organisationen. Die Gruppe besteht aus Rabbiner Stephen S. Wise, dem Vertreter des „Jüdischen Weltkongresses“, Dr. Nathan Goldmann von der „Jewish Agency“, Richter Farman vom „American Jewish Commitee“, Mr. Kenen, Vertreter der „American Jewish Conference“ und Jakob Blaustein vom „American Joint Distribution Commitee“. Teil nimmt auch Rabbiner Philipps Bernstein, persönlicher Berater McNarneys.
  • Beschränkungen des Reiseverkehrs zwischen der amerikanischen und britischen Zone Deutschlands werden aufgehoben.
  • Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften der Männer und Frauen im Frankfurter Stadion veranstaltet vom Landessportverband Groß-Hessen e. V., Frankfurt am Main.
  • Die Landesgewerkschaften Hessen halten ihren ersten Gewerkschaftskongress in Frankfurt am Main ab und beschließen die Gründung des Freien Gewerkschaftsbundes Hessen, „der die bundesmäßige Zusammenfassung der nach Wirtschaftszweigen organisierten Landesgewerkschaften bildet.“ Zu Vorsitzenden des Gewerkschaftsbundes Hessen werden in geheimer Abstimmung gewählt: Willi Richter, Max Bock und Alfred Fuchs, allesamt aus Frankfurt am Main.
  • Sommernachtsfest im Zoologischen Garten mit 65.000 Besuchern unter Mitwirkung vieler Mitglieder der Städtischen Bühnen. Zum ersten Mal in seiner fast 90jährigen Geschichte wird der Zoologische Garten wegen Überfüllung geschlossen (am 24.08.)
  • Wiedereinweihung der Dreikönigskirche in Sachsenhausen mit einem Chorblasen des evangelischen Posaunenchors. Seit Frühjahr 1944 hat in der durch Bomben geschädigten Kirche kein Gottesdienst mehr stattfinden können. Sie ist als erste der 22 durch den Krieg beschädigten Kirchen auf dem Altfrankfurter Stadtgebiet wieder zugänglich.
  • Rundfunkansprache von Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb über die künftige Kommunalpolitik.
  • Festveranstaltung zu Goethes Geburtstag in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität, veranstaltet vom Freien Deutschen Hochstift, Frankfurter Goethemuseum.
  • Dem Schriftsteller Hermann Hesse wird im „Kleinen Komödienhaus“ in Sachsenhausen der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main verliehen. Die Festrede, umrahmt von Gedicht- und Prosalesungen aus Hesses Werken und einigen Quartettsätzen, hält Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb. Aus Gesundheitsgründen kann der in der Schweiz lebende Hermann Hesse, der im gleichen Jahr noch den Nobelpreis für Literatur erhält, die Auszeichnung nicht persönlich in Empfang nehmen.
  • Einführungen in Goethes Faust I und II durch Pfarrer Clemens Taesler an insgesamt neun Donnerstagen im Hörsaal S der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Liederabend mit Rozsi Huszka, der früheren ersten Sopranistin der Frankfurter Oper und Ehrenmitglied der Budapester Oper, in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Das Hauptquartier der amerikanischen Besatzungstruppen gibt bekannt, dass der Besuch amerikanischer Clubs in Frankfurt am Main durch deutsche Frauen und verschleppte Personen nur mit Gesellschaftspässen möglich ist, die bei amerikanischen Dienststellen beantragt werden können.
  • Tagung der Leiter der Jugendverbände mit annähernd 100 Jugendleitern, veranstaltet vom Ausschuss des „Tages der jungen Generation“.
  • Nach einem Abkommen zwischen den amerikanischen und britischen Besatzungsbehörden sind sämtliche Einschränkungen des Reiseverkehrs für alle Deutschen und alle Zivilpersonen ausländischer Staatsangehörigkeit aufgehoben.
  • Im Saalbau des „Schützenhofes“ in der Bergerstraße wird das Varieté „Palette“ für annähernd 400 Besucher eröffnet. Gründer ist der Kölner Oberkellner Eduard Forck. „Wir eröffnen“ heißt das erste Programm, durch das Charly Hähnchen als Conférencier führt. Im April 1948 konferiert hier Peter Frankenfeld und im August 1948 der Kabarettist Wolfgang Neuss.
  • Großkundgebung der KPD in der Schalterhalle der Allgemeinen Ortskrankenkasse unter dem Motto: Gegen Krieg und Reaktion, für die politische und wirtschaftliche Einheit Deutschlands. Redner sind der hessische Minister für Arbeit und Wohlfahrt Oskar Müller und Emil Carlebach, Redakteur der „Frankfurter Rundschau“. Einstimmige Annahme einer Resolution, sämtliche Frankfurter Straßen, deren Namen nach Vertretern des ‚Militarismus‘ und der ‚Reaktion‘ benannt sind, umzubenennen.
  • Bahnradmeisterschaften 1946 auf der Radrennbahn des Frankfurter Stadions.
  • Die „Frankfurter Neue Presse“ erscheint jetzt dreimal wöchentlich, und zwar montags, donnerstags und samstags.
  • Eröffnung des Kleinen Theaters im Zoo durch ein Gastspiel des Münchener Kabaretts „Die Hinterbliebenen“.
  • Festvorstellung im Karmeliterkloster anlässlich des Jahrestages der Wiedereröffnung der Frankfurter Bühnen.
  • Wirtschaftliche Vereinigung der amerikanischen und britischen Zone für fünf Verwaltungszweige: Ernährung und Landwirtschaft, Finanzen, Nachrichten- und Transportwesen, Handel und Industrie.
  • Rede des amerikanischen Außenministers James F. Byrnes in Stuttgart vor Vertretern der amerikanischen Behörden und deutschen Regierungs- und Pressevertretern, die auch im Rundfunk übertragen wird. Byrnes sagt, dass es an der Zeit sei, Deutschland wirtschaftlich zu vereinigen und politische Souveränität zu verleihen: „Das amerikanische Volk will dem deutschen Volk helfen, unter den freien und friedliebenden Völkern der Welt seinen Platz in Ehren wieder einzunehmen.“
  • Einjähriges Jubiläum von DANA, der einzigen deutschen Nachrichtenagentur in der amerikanischen Besatzungszone. Mittelpunkt dieses Nachrichtennetzes ist die Zentrale in Bad-Nauheim mit den Hauptbüros u.a. in Frankfurt am Main, Berlin, München, Stuttgart, Nürnberg, Heidelberg, Wiesbaden, Kassel und Bremen.
  • Vortragsabend der Deutschen Friedensgesellschaft – Bund der Kriegsgegner im Handwerkersaal, Braubachstraße, in dem der Frankfurter Schriftsteller August Adelsberger über „Preußischen Militarismus im neuen Deutschland“ spricht.
  • Sommernachtsfest der SPD im Zoologischen Garten.
  • Der bisherige Geschäftsführer der Stadtleitung der CDU und zweite Vorsitzende einer Bezirksgruppe im Stadtkreis Frankfurt, Max Dubiel, ist aus der CDU ausgeschieden und in die SPD eingetreten.
  • Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb und der Stadtverordnetenvorsteher Johann Rebholz heißen die Wirtschaftsminister aus Bayern, Groß-Hessen, Württemberg-Baden und Nordrhein-Westfalen sowie den Wirtschaftsbeauftragten der britischen Zone, Dr. Viktor Agartz, zu Beratungen in der Mainstadt willkommen.
  • Ernennung des neuen Frankfurter Polizeipräsidenten Willy Klapproth.
  • Gründung eines bizonalen Wirtschaftsrates zwischen den Wirtschaftsministern der drei süddeutschen Länder und dem Leiter des Zentralamtes für Wirtschaft in der britischen Zone. Der Wirtschaftsrat besteht aus den Wirtschaftsministern von Bayern, Großhessen und Württemberg-Baden sowie drei Vertretern der britischen Zone.
  • Offizielle Amtseinführung des neuen Frankfurter Polizeipräsidenten Willy Klapproth im Sitzungssaal des Polizeipräsidiums durch Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb.
  • Liederabend mit dem bulgarischen Heldentenor Alexander Miltschinoff in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Zwei Großkundgebungen der Deutschen Friedensgesellschaft, des Frankfurter Frauen-Ausschusses und der Kommission für politisch, rassisch und religiös Verfolgte gegen Faschismus und Reaktion in der Justiz im Gloria-Palast und in der Schauburg.
  • Eröffnung des Herbstprogramms auf der Niederräder Galopprennbahn mit dem Landgrafenrennen für 2jährige und dem Großen Hürden-Rennen der Stadt Frankfurt am Main.
  • Chopin-Abend mit Elisabeth Eiche im Festsaal des Ärztehauses.
  • Im Rathaus Römer wird eine Große Koalition vereinbart. CDU und SPD erzielen endlich Einigkeit über die Besetzung der vakanten Magistratssitze: Vier Stadträte, die die CDU vorschlagen darf, sollen zusammen mit fünf Sozialdemokraten und einem Parteilosen die Stadtregierung bilden. Der elfte Sitz bleibt vorerst vakant.
  • Achter Deutscher Soziologentag zur wissenschaftlich-soziologischen Analyse der gegenwärtigen Situation Deutschlands unter Teilnahme namhafter Wissenschaftler aus dem In- und Ausland in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Ethnologentagung mit Fachgelehrten aus allen vier Besatzungszonen auf Veranlassung von Professor Franz Permer (Hamburg) und in Verbindung mit dem Frobenius-Institut.
  • Wohltätigkeitsveranstaltung aller Zoo-Betriebe und der Städtischen Bühnen im Zoologischen Garten zugunsten eines städtischen Heimes für die gefährdete Jugend. Aus diesem Anlass sammelt Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb mit den übrigen Magistratsmitgliedern, den Stadtverordneten und den höheren Beamten der Verwaltung Geldspenden.
  • Zehn Tote als Folge einer Sturmnacht.
  • Anlässlich des Todestages des Philosophen Dr. Arthur Schopenhauer legt die Stadt Frankfurt am Main einen Kranz an dessen Ehrengrabstätte im Hauptfriedhof nieder.
  • Die stellvertretenden Militärgouverneure der amerikanischen und britischen Zone geben die Erhöhung der Lebensmittelrationen in beiden Zonen auf 1550 Kalorien täglich bekannt.
  • Erste Sitzung des deutschen Finanzrats für die amerikanische und britische Besatzungszone.
  • Auf ihrer Plenarsitzung besiegeln die Stadtverordneten das Ergebnis ihrer Verhandlungen. Zum Bürgermeister wählen sie mit 51 gegen 5 Stimmen den CDU-Kandidaten Eugen Helfrich. Neuer Stadtkämmerer wird mit 52 von 56 Stimmen Oberregierungsrat Dr. Georg Klingler (CDU). Mit der Beendigung dieser Magistratskrise ist der Grundstein für die Zusammenarbeit von SPD und CDU bis Anfang der 70er Jahre gelegt.
  • Der Chef des amerikanischen Generalstabes, General Dwight D. Eisenhower, trifft in Frankfurt am Main ein, um seine Jahresinspektion aller amerikanischen Streitkräfte mit der Besichtigung der in europäischen Staaten stationierten Einheiten abzuschließen.
  • Frankfurter Puppenspiele der Kasperl-Wanderbühne in der Aula des Kaiser-Wilhelm-Gymnasium.
  • In einem öffentlichen Bunten Nachmittag im großen Senderaum des Funkhauses stellt Radio Frankfurt seine beiden neuen Dirigenten vor. Erwin Börschel leitet das 50 Mitglieder starke Unterhaltungsorchester und Willy Berking das Tanzorchester von Radio Frankfurt.
  • Meisterkonzert des Geigers Sigmund Bleier im Festsaal des Ärztehauses.
  • Oberliga-Verbandsspiel Eintracht Frankfurt – Bayern München auf dem Eintracht-Sportplatz auf der Roseggerstraße. Das Spiel endet mit 2:1 Toren.
  • Urteilsverkündung des Internationalen Militärgerichtshofs im Nürnberger Prozess gegen die nationalsozialistischen Hauptkriegsverbrecher. Zwölf Angeklagte werden zum Tode verurteilt: Göring, von Ribbentrop, Keitel, Kaltenbrunner, Rosenberg, Frank, Frick, Streicher, Sauckel, Jodl, Seyß-Inquart, in Abwesenheit Bormann. Drei Angeklagte, Heß, Funk und Raeder, werden zu lebenslänglicher Gefängnisstrafe verurteilt und vier zu Gefängnisstrafen von zehn bis zwanzig Jahren: Dönitz, von Schirach, Speer, von Neurath. Drei Angeklagte, Hjalmar Schacht, Franz von Papen und Hans Fritzsche werden freigesprochen. Die Verurteilungen erfolgen wegen Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
  • Die Einwohnerschaft Frankfurts beträgt 424.000 Personen.
  • Wiedereröffnung des Frankfurter Städel. Gezeigt wird eine Ausstellung von Jugendbüchern aus 14 Nationen. Die Ausstellung, zuvor in München und Stuttgart zu sehen, geht auf eine Anregung von Frau Jella Lepman, Referentin für Frauen- und Jugendfragen bei der Information Control Division der amerikanischen Militärregierung, zurück.
  • Eröffnung des Landesarbeitsgerichtes Groß-Hessen mit Sitz in Frankfurt am Main sowie des Arbeitsgerichts Frankfurt durch den hessischen Arbeitsminister Oskar Müller.
  • Die Geschäfte des Postsparkassendienstes für den Bezirk Frankfurt gehen auf Forderungen des Oberpostdirektoriums München auf das Postsparkassenamt München über. Damit ist der gesamte Postsparkassendienst der amerikanischen Zone in München vereinigt. Eine Abwicklungsstelle für den Postsparkassendienst bleibt zunächst noch in Frankfurt am Main bestehen.
  • Die Redaktion des „Börsenblattes für den deutschen Buchhandel“ wird von Wiesbaden nach Frankfurt am Main verlegt.
  • Ausstellung in der Karmeliterschule, eröffnet vom Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb. Gezeigt werden die auf das Preisausschreiben der Trümmer-Verwertungs-GmbH eingegangenen Entwürfe, hauptsächlich Zwischendecken Dachkonstruktionen, die aus Trümmerbeton herzustellen sind.
  • Der hessische Verfassungsentwurf wird in zweiter Lesung mit den 69 Stimmen der CDU und SPD angenommen. LDP und KPD enthalten sich der Stimme. Der Entwurf geht nun an OMGUS, Berlin (Office of Military Government for Germans, United States = Militärregierung der Vereinigten Staaten für Deutschland).
  • General Robert A. McClure gibt die „Richtlinien Nr. 3“ für die Presse der amerikanischen Zone bekannt. Danach ist es von jetzt an allen lizenzierten Zeitungen und Zeitschriften gestattet, Informationen ausländischer Nachrichtenagenturen zu publizieren.
  • Johann Sebastian Bach-Tage des Stuttgarter Kammer-Orchesters in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Morgenfeier des Esperantovereins im Handwerkersaal, Braubachstraße. Kultusminister a. D. Professor Strecker spricht über „Esperanto – Die Brücke zur Völkerverständigung.“
  • Erntedankopferwoche des Evangelischen Hilfswerks in ganz Deutschland. Gesammelt werden Lebensmittel und Geldspenden zur Unterstützung von Flüchtlingen.
  • Sammlung der Arbeiterwohlfahrt in Groß-Hessen zur Linderung der Not des kommenden Winters.
  • Nach einer Anordnung des Alliierten Kontrollrates wird in der Nacht zum 07.10., um 3 Uhr, die Uhrzeit um eine Stunde zurückgestellt.
  • Der Magistrat erlässt einen „Aufruf zum Bürgereinsatz“, der vom Freien Gewerkschaftsbund, von der Industrie- und Handelskammer, von den Handwerkskammern, vom Arbeitsamt und von der SPD, CDU und LDP unterzeichnet ist: „Nach Überwindung zahlloser Schwierigkeiten wird jetzt die Trümmerförderbahn ihren Betrieb aufnehmen. Gleichzeitig wird die Verwertung der Trümmer beginnen. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, die zunächst erfüllt werden musste, um einen Großeinsatz der Frankfurter Bevölkerung bei der Trümmerbeseitigung technisch und wirtschaftlich zu ermöglichen.“
  • Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg erscheint wieder ein Frankfurter Fernsprechbuch (120 Seiten, mit 20.000 Teilnehmern).
  • Veranstaltung des „Frankfurter Frauen Ausschusses“ im Vortragssaal des Ärztehauses. Auf der Tagesordnung steht die Aussprache über die Ernährungslage, dargelegt vom Standpunkt der Hausfrau.
  • Anton Bruckner-Gedenktage zum 50. Todestag am 11.10., veranstaltet von der Frankfurter Museumsgesellschaft e. V. und dem Cäcilienverein.
  • Bislang schwerste Bluttat der Frankfurter Kriminalgeschichte: Ein Amok laufender, vielfacher Mörder erschießt auf der Flucht vier unschuldige Menschen, ehe er sich selbst durch einen Kopfschuss richtet.
  • Zur Kontrolle und Legalisierung des Tauschhandels und des illegalen Marktes zwischen Deutschen und US-Soldaten Eröffnung einer offiziellen Tauschzentrale, das Barter-Center in der Kaiserstraße, durch das amerikanische Hauptquartier. Diese in der amerikanischen Besatzungszone einmalige Einrichtung ist wirtschaftlich außerordentlich erfolgreich.
  • Der Generalstabschef der amerikanischen Armee, General Dwight D. Eisenhower, besucht Frankfurt am Main.
  • Sechzigjähriges Jubiläum der Inbetriebnahme des Westhafens und Fertigstellung der Mainkanalisierung.
  • Der von Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb propagierte „Bürgereinsatz zur Enttrümmerung Frankfurts“ führt schließlich unmittelbar nach einer kurzen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung um 7.00 Uhr morgens im Handwerkersaal zum tatkräftigen Einsatz der Stadtparlamentarier. Die freiwillige Trümmerbeseitigung der Magistratsmitglieder und Stadtverordneten beginnt mit der Errichtung eines Ehrenmals für die Frankfurter Bombenopfer. Aus den Trümmern des Römers will man einen Sarkophag anfertigen, der die sterblichen Überreste des ersten unbekannten Todesopfers aufnehmen soll, das beim freiwilligen Trümmereinsatz gefunden wird. Das Denkmal soll inmitten der Stadt, auf dem Sockel des ehemaligen Bismarckdenkmals am Schauspielhaus, seinen Platz finden. Am 03. März jeden Jahres soll sich „die lernende Jugend im Alter bis zu zwanzig Jahren vor dem Sarkophag versammeln, um das Gelöbnis zu Frieden und Völkerversöhnung in ehrendem Andenken an die Opfer unserer Stadt zu erneuern“ – so ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 17. 10. d. J., der dann allerdings nicht realisiert wurde. Rund 350 Frankfurter sind in den nächsten Wochen und Monaten nach einem Einsatzplan täglich beim Enttrümmern. Insgesamt werden 1946 205.000 Kubikmeter von annähernd 13 Millionen Kubikmetern Schutt zur Wiederaufbereitung weggeschafft. Insgesamt bedecken 12,6 Millionen Kubikmeter Trümmer die Mainstadt, die eine Trümmerbahn zur Trümmerverwertungsgesellschaft (TVG) am Ostpark fährt, wo sie vom Aufbereitungswerk der TVG zu Rohstoff für neues Baumaterial zur Errichtung von Wohnhäusern und vor allem neuer Messehallen verarbeitet werden. Im Jahre 1947 werden hier bereits 490.000 Dachziegel, 540.000 Mauersteine und 2.000 Wandplatten hergestellt. Aufgrund von anfänglichen Schwierigkeiten bei der Material- und Arbeitskräftebeschaffung nimmt das TVG-Werk seine Arbeit in vollem Umfang erst 1949 auf. 1964 wird der Vertrag mit der TVG gelöst, da es kein Trümmermaterial mehr zum Verarbeiten gibt.
  • Ausstellung mit den Entwürfen zum Ideenwettbewerb für den Wiederaufbau der Paulskirche durch Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb in der Weidenborn-Mittelschule. Frau Hamacher erhält für ihr Pferd „Opernball“ den Preis des Wiederaufbaus der Stadt, überreicht durch Oberbürgermeister Kolb.
  • Die „Freie deutsche Jugend“ wird als zweiter Frankfurter Jugendverband durch den Vorsitzenden des städtischen Jugendausschusses, Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb, lizenziert. 50 Jungen und Mädchen sind bei der Feierstunde anwesend.
  • Öffentliches Konzert zugunsten des Wiederaufbaus des Domes in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Lily-Braun-Feierstunde der SPD Groß-Frankfurt im Gloria-Palast. Staatssekretär Dr. Hermann Brill hält die Gedenkrede.
  • Feier anlässlich des sechzigjährigen Jubiläums des Frankfurter Friedensvereins von 1886 im Handwerkerhaus, Braubachstraße, in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Dr. h.c. Walter Kolb. Die Festansprache hält der Vereinsvorsitzende Rektor Walter Hüsken.
  • Vorbereitende Besprechung zur Gründung der „Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes“ Die Anwesenden wählen einen Ausschuss aus ihren Reihen zur Vorbereitung der Gründungsfeier.
  • Radio Frankfurt eröffnet seine Schulfunksendungen mit dem Thema „Louis Pasteur“, betreut vom Leiter der Abteilung Wort, Erich Lissner.
  • Auf Grund des Artikels 58 des Gesetzes zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus werden 21 Offiziere der Frankfurter Schutzpolizei und zwei Beamte der Verwaltungspolizei im Polizeipräsidium ihres Postens enthoben.
  • Zweiter Arbeitseinsatz des Magistrats und der Stadtverordneten zur Trümmerbeseitigung. Dafür erhalten sie, wie alle Frankfurter Bürger, eine Ehrenurkunde der Stadt Frankfurt am Main.
  • Einweihung der stählernen Spitze des neuen Funkmastes von Radio Frankfurt auf der Vilbeler Höhe. Intendant Eberhard Beckmann tauft den neuen Turm mit einer Flasche Sekt.
  • Feierliche Übergabe der Deutsch-Amerikanischen Nachrichtenagentur (DANA) in deutsche Obhut. Die DANA in Bad Nauheim ist eine Vorläuferin der DPA (Deutsche Presse Agentur).
  • Bildung der Landesleitung Hessen der Berufsgruppe Akademiker in der Gewerkschaft Chemie.
  • Veranstaltung des Frankfurter Vereins für Geschichte und Landeskunde im Handwerkersaal über die Möglichkeiten eines Wiederaufbaus der Frankfurter Altstadt.
  • „Tag der Jugend“ der Frankfurter Jugendverbände in zahlreichen Stadtteilen unter dem Motto „Jugend hilft der Jugend“. Auf der gemeinsamen Abendfeier sämtlicher in Frankfurt zugelassenen Jugendverbände im großen Saal des Handwerkerhauses spricht auch Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb.
  • Großes internationales Berufsringkampf-Turnier um den Großen Preis von Frankfurt im Zirkus Hoppe im Zoologischen Garten.
  • Die Verfassungsgebende Landesversammlung von Großhessen nimmt den Verfassungsentwurf an.
  • Allgemeine Volks-, Berufs- und Wohnungszählung 1946 in Groß-Hessen mit 4500 ehrenamtlichen Zählern.
  • Frankfurt am Main zählt 1222 jüdische Einwohner.
  • Blitztelegramme, dringende Privattelegramme, Pressetelegramme, Telegramme des Geldverkehrs und Telegramme mit bezahlter Antwort sind in der amerikanischen Besatzungszone wieder zugelassen.
  • Der Eiserne Steg wird als erste feste Brücke über den Main wieder dem Verkehr übergeben. Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb hält am nördlichen Treppenaufgang des Eisernen Steges eine Ansprache.
  • Gründung der Kreisgruppe Frankfurt des Deutschen Allgemeinen Sängerbundes (DAS).
  • Cembalo-Konzert von Professor Helmut Walcha. Er spielt „Das Wohltemperierte Klavier“ von Johann Sebastian Bach in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Der Reinertrag ist für den Bau einer neuen Orgel in der Universität bestimmt. Weitere Konzerte am 17.11., 01.12. und 15.12.
  • Neugründung des Spessartbundes (Ortsgruppe Frankfurt) in der Gaststätte Henneken, Textorstraße 38.
  • Öffentliche Versammlung des „Frankfurter Frauen-Ausschusses“ im Ärztehaus zum Thema „Für oder gegen den § 218“.
  • 50jähriges Jubiläum des ersten Frankfurter Hallenbades, des Städtischen Schwimmbades Stadtbad Mitte. Die Ansprache hält in Vertretung des verhinderten Oberbürgermeisters Dr. h.c. Walter Kolb Bürgermeister Eugen Helfrich.
  • An der Ersten Reichsfrauenarbeitstagung der SPD aus den drei Westzonen und Berlin nehmen 67 Frauen teil. Aus Frankfurt am Main: Anna Beyer, Marie Bittorf und Grete Teege. Wilhelm Knothe (SPD) begrüßt die Tagungsteilnehmer, der ehemalige Reichstagspräsident Paul Löbe nimmt als Gast teil. Von ihren Entschließungen, die sie Botschaften nennen, ist eine der ersten bezogen auf die Beseitigung des Elends in Deutschland, die Demontage und die Forderungen auf Freilassung der Kriegsgefangenen. Hinzu kommen Forderungen zum § 218, zur Beteiligung der Frauen an der Planung der zerstörten Städte und die Resolution zur Frage der Frau im Erwerbsleben.
  • Das Frankfurter Gewerkschaftsgebäude, das für das amerikanische Hauptquartier beschlagnahmt wurde, wird dem früheren Eigentümer wieder zur Verfügung gestellt.
  • Tagung des gemeinsamen Finanzrates für die amerikanische und die britische Zone. Beschlossen wird, die Freizügigkeit der Postsparkassen beizubehalten sowie die Bildung einer Geschäftsstelle für Vereinheitlichung der Statistik in beiden Zonen.
  • Revolutionsfeier der Städtischen Bühnen zur Erinnerung an die Novemberrevolution 1918 im Handwerkersaal, bei der die Mitglieder der Städtischen Bühnen revolutionäre Dichtungen und aus Werken sozialistischer Vorkämpfer vorlesen. Auf dem Programm stehen Dichtungen und Werke von Jean Jaurès, Rosa Luxemburg, Kurt Eisner, Karl Kraus, Bertolt Brecht, Gerhart Hauptmann und Henri Barbusse.
  • Feier von Schillers Geburtstag, veranstaltet vom Freien Deutschen Hochstift, Frankfurter Goethemuseum in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Stadtverordnete und Magistrat besichtigen das Frankfurter Weingut Hochheim.
  • Dr. Konrad Adenauer, Vorsitzender der CDU der britischen Zone, spricht im Wahlkampf zur bevorstehenden Landtagswahl, im Zirkus Hoppe im Frankfurter Zoo – Ort der großen Wahlveranstaltungen – über die wirtschaftliche und politische Einheit Deutschlands.
  • Am gleichen Ort Auftritt des früheren Reichstagspräsidenten Paul Löbe, der als Vertreter der SPD unter dem Motto „Nicht Klassenkampf, sondern Menschenliebe“ spricht.
  • Eröffnung einer Haushaltungsschule für deutsche Mädchen von 10 bis 18 Jahren im Rahmen des Jugendprogramms der amerikanischen Armee.
  • Der Touristenverein „Die Naturfreunde“ tritt mit einer Werbeveranstaltung „Zwei bunte Stunden“ in den Rödelheimer Lichtspielen an die Öffentlichkeit.
  • Fünfzigste Aufführung des Schwankes „Der doppelte Moritz“ im Kleinen Komödienhaus.
  • Ein amerikanischer Soldat, der über die Absperrung im Löwenhaus im Zoologischen Garten klettert, wird von einem Löwen durch das Gitter gepackt und erheblich verletzt.
  • Das Frankfurter Gewerkschaftshaus in der Bürgerstraße, das für das amerikanische Hauptquartier beschlagnahmt worden war, wird den früheren Eigentümern zurückgegeben.
  • Eröffnung der neuen Spielzeit der Städtischen Bühnen mit Gotthold Ephraim Lessings Trauerspiel „Emilia Galotti“ in der Inszenierung von Wolfgang Büttner.
  • Eignungsprüfungen für den Nachwuchs von Bühne und Musik sowie Reifeprüfungen der Absolventen aller nicht staatlichen Institute zur Ausbildung für Bühne und Musik im Volksbildungsheim am Eschenheimer Tor.
  • Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, die Bürgerstraße zwischen Wiesenhüttenstraße und Scharnhorststraße in Wilhelm-Leuschner-Straße umzubenennen. In dieser Straße liegt das Frankfurter Gewerkschaftshaus.
  • Zweistündige Razzia von über 100 Angehörigen der amerikanischen Militärpolizei und 20 amerikanischen Kriminalbeamten im DP-Lager Zeilsheim. Die Razzia kommt für die 5000 Insassen vollkommen überraschend. Verhaftet werden Mitglieder einer Schwarzhändlerorganisation. Gefunden wird ein Süßstofflager im Wert von einer halben Millionen Mark. Sichergestellt werden 24 Fahrzeuge, Photoapparate und Geldbeträge in amerikanischer, englischer und deutscher Währung.
  • Versammlung deutscher Zirkusdirektoren im kleinen Theatersaal im Zoologischen Garten unter dem Vorsitz des Präsidenten des Verbandes deutscher Zirkusdirektoren, Oscar Hoppe. Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb wird zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt.
  • Gemäß einer Anordnung des evangelischen Oberkirchenrats wird in diesem Jahr der Bußtag gefeiert.
  • Gründungsversammlung der „Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes“ in der Westend-Synagoge, vorbereitet von der Kommission der politisch Verfolgten in Anwesenheit von Vertretern der amerikanischen Militärregierung, des hessischen Ministeriums, der Stadtverwaltung, der Parteien und der Gewerkschaften. Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb hält die Begrüßungsansprache.
  • Eröffnung der Ausstellung moderner Malerei und Graphik (Beckmann, Nolde, Heckel, Kirchner, Dix, Marc, Rohlfs, Kollwitz u. a.) des Arbeitskreises „Freunde moderner Kunst“.
  • Süddeutsche Oberliga: Das Fußballderby Kickers Offenbach gegen Eintracht Frankfurt auf dem Bieberer Berg endet mit 1:1 Toren.
  • Mitgliederversammlung der Sektion Maler, Bildhauer, Graphiker in der Landesgewerkschaft „Freie Berufe“ Groß-Hessen im Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße.
  • Wahlkundgebung der Frankfurter SPD zu den bevorstehenden hessischen Landtagswahlen mit Franz Neumann aus Berlin als Hauptredner.
  • Das amerikanische Armeehauptquartier gibt einen Befehl heraus, der den Gebrauch von Schusswaffen durch amerikanische Besatzungstruppen deutlich einschränkt. Schusswaffen dürfen jetzt nur noch zur Verhinderung ernster Angriffe eingesetzt werden. Diese Bekanntgabe erfolgt vier Tage nachdem ein deutscher Radfahrer durch eine amerikanische Wache erschossen worden ist (15.11.). Die Wache erklärt, das Opfer habe ihren Befehl zum Halten nicht beachtet.
  • Erste geschlossene Vorstellung der Städtischen Bühnen für die Frankfurter Jugendverbände. Etwa 600 Jugendliche erleben das Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing „Emilia Galotti“ in der Inszenierung Wolfgang Büttners.
  • Zum 130. Geburtstag des Frankfurter Lokalpoeten Friedrich Stoltze legt die Stadtverwaltung an dessen Grab auf dem Hauptfriedhof einen Kranz nieder.
  • Der Römerberg ist vom Trümmerschutt befreit und wird in seinem Mittelstück gepflastert.
  • Wiener Liederabend mit Margarete Merian im Festsaal des Ärztehauses.
  • Erste öffentliche Veranstaltung des Arbeitskreises „Freunde moderner Kunst“ im Festsaal des Ärztehauses unter dem Titel „Ein Querschnitt heutiger Kunst“ unter der Leitung von Dr. Dietrich Wolff.
  • Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler über den Philosophen Dr. Arthur Schopenhauer im Hörsaal S der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Großkundgebung der Frankfurter SPD zur hessischen Verfassung im Zelt des Zirkus Hoppe im Zoologischen Garten. Als Redner treten auf: Professor Erich Nölting, Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb und SPD-Landesvorsitzender Wilhelm Knothe.
  • Chopin-Abend mit Hans Priegnitz (Klavier) in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Diskussion über Verfassungsfragen zwischen den Abgeordneten August Euler (LDP), Dr. Erich Köhler (CDU), Dr. Ludwig Bergsträsser (SPD) und Leo Bauer (KPD), ausgestrahlt von Radio Frankfurt.
  • Zum Gedächtnis aller „Opfer des Krieges und Faschismus“ legt der Landesverband Groß-Hessen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Totensonntag am Ehrenmal des Hauptfriedhofes und am Opferdenkmal der Stadt Frankfurt am Main einen Kranz nieder.
  • Viertes Frankfurter Museumskonzert im Börsensaal: Dem Gedenken der Toten gilt Alban Bergs Violinkonzert, das unter der Leitung von Generalmusikdirektor Professor Bruno Vondenhoff mit Professor Gustav Lenzewski als Solist erstmalig in Deutschland aufgeführt wird.
  • Das erste Buch über Frankfurt am Main nach dem Zweiten Weltkrieg erscheint im Verlag Waldemar Kramer: Dr. Fried Lübbecke, Frankfurt am Main - Goethes Heimat.
  • Wiedereröffnung der vor über 300 Jahren gegründeten Engel-Apotheke, Eckhaus Vilbeler Landstraße/Große Friedberger Straße, die im März 1944 ausgebrannt ist.
  • Außerordentliche Sitzung der Frankfurter Medizinischen Gesellschaft in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Zwei Referate behandeln die sozialpolitische und –medizinische Bedeutung der deutschen Sozialversicherung.
  • Protestkundgebung der Ärzte in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität gegen die Reform der Sozialversicherung.
  • Konferenz der Sportverbände aller vier Besatzungszonen.
  • Wahlveranstaltungen von LDP/FDP und KPD: Theodor Heuss, Kultusminister von Württemberg-Baden tritt im Ärztehaus auf; Leo Bauer für die KPD im Keglersporthaus in der Riederwaldsiedlung.
  • Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, im Schloss Wächtersbach ein Altersheim zu errichten, das zur Hälfte für Fürsorgeempfänger und Sozialrentner offen stehen soll. Wiederhergestellt werden soll die Friedrich-Ebert-Siedlung.
  • Rückkehr Dr. Gabriele Streckers, Leiterin des Frauenfunks von Radio Frankfurt, aus den USA, wo sie als einzige deutsche Frau am Internationalen Frauenkongress in South Kortright bei New York teilgenommen hat.
  • Vermietern steht nach einer vom hessischen Minister für Arbeit und Wohlfahrt, Oskar Müller, herausgegebenen und vom Kabinett verabschiedeten Verordnung wieder das Recht zu, in besonderen Fällen z. B. bei deutlichen Vertragsverstößen, Kündigungen auszusprechen.
  • Betriebsräteversammlung des Baugewerksbundes Hessen in Anwesenheit des hessischen Wirtschaftsministers Dr. Werner Hilpert und des Arbeitsminister Oskar Müller. Gefordert wird eine Lohnangleichung bei den Bauarbeitern.
  • Hermann-Hesse-Abend der Städtischen Bühnen im Handwerkersaal zu Ehren des diesjährigen Träger des Goethe- und Literaturnobelpreises.
  • Eröffnung der ersten Hahnen-, Stamm- und Herdenschau in der Turnhalle der Salzmannschule in Niederrad.
  • Der Frankfurter Schachmeister Walter Niephaus gibt im Schachcafé eine Simultanvorstellung und gewinnt in knapp 90 Minuten 16 Partien und erreicht zwei remis.
  • Abendsportfest in der Stadionhalle: Deutsch-Amerikanische Veranstaltung mit Leichtathletik, Fechten, Rollschuh und Basketball.
  • Erste hessische Landtagswahl und Konstitution des Landes Hessen durch allgemeine, gleiche und freie Wahlen zum Hessischen Landtag. Ergebnisse in Frankfurt am Main: Von den 313.108 Wahlberechtigten geben 208.754 eine gültige Stimme ab. Davon entfallen auf die SPD 85.487 (41 %), CDU 57.013 (27,3 %), FDP/LDP 37.210 (17,8 %), KPD 29.044 (13,9 %). Die Landesverfassung befürworten 149.866 (68,4 %) von 218.835 Frankfurter Wählern; 51.376 (24 %) sind dagegen. Den Artikel 41 der Verfassung, der eine Überführung des Bergbaus, der Betriebe der Eisen- und Stahlerzeugung, der Betriebe der Energiewirtschaft und des an Schienen- und Oberleitungen gebundenen Verkehrswesens in Gemeindeeigentum vorsieht, akzeptieren 136.814 (62,3 %) Frankfurter, 63.818 (29,8 %) lehnen ihn ab.
  • Premiere des angelsächsischen Schwanks von Avery Hopwood „Der Mustergatte“ im Kleinen Theater im Zoo.
  • Nach einer Mitteilung der Oberbetriebsleitung der Reichsbahn werden die Fahrpreise für Arbeiterwochenkarten, Monatskarten, Schülerwochenkarten und Schülerfahrkarten ab 01.12. d. J. um 50 % ermäßigt und sind damit auf den Stand vor dem 01.04. d. J. herabgesetzt.
  • Die ersten Konzerte der „Frankfurter Singakademie“ nach dem Zweiten Weltkrieg unter Mitwirkung des Sinfonieorchesters von Radio Frankfurt in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Vor der IV. Frankfurter Strafkammer beginnt der erste Euthanasieprozess („Eichberg-Prozeß“). Er endet am 21.12. d. J. wegen Mordes an einer unbestimmten Anzahl von Menschen mit dem Todesurteil gegen den Arzt Dr. Friedrich Mennecke, Direktor der Anstalt Eichberg, SS-Hauptsturmführer, Kreisamtsleiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP im Gau Hessen-Nassau, Ortsgruppenleiter und nebenamtlich noch Gutachter der „T4“ [Tarnname des eigens zur Durchführung des NS-„Euthanasie“-Programms geschaffenen, aus vier Tarnorganisationen bestehenden Apparats in der Berliner Tiergartenstraße 4. Die Durchführung der „Euthanasie“ selbst wurde als „T4-Aktion“ bezeichnet.]. Mennecke verstirbt bereits vier Wochen nach dem Urteil im Gefängnis an Tuberkulose. Der Arzt Dr. Walter Schmidt, stellvertretender Direktor der Anstalt Eichberg, wird zunächst zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Das Oberlandesgericht Frankfurt folgt in der von der Staatsanwaltschaft eingelegten Revision gegen das Strafmaß im Fall Schmidt der Auffassung der Frankfurter Strafkammer nicht und verhängt in seinem Urteil vom 12.08.1947 auch bei Schmidt die Todesstrafe, die 1948 durch Begnadigung wieder in lebenslange Haftstrafe umgewandelt wird. 1951 wird seine Gefängnisstrafe auf zehn Jahre reduziert; 1953 erfolgt die Freilassung. Eine Oberschwester erhält acht Jahre, ein Oberpfleger vier Jahre Zuchthaus. Zwei Krankenpflegerinnen werden aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die Verurteilten kommen 1949 und 1951 auf freien Fuß.
  • Neueröffnung der Lokalbahnverbindung zwischen Frankfurt am Main und Offenbach/M.
  • Eröffnung des von einem Ausschuss amerikanischer Frauenklubs in Verbindung mit dem Frankfurter Jugendausschuss eingerichteten Klubhauses, Siesmayerstraße 44. Für Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren werden Kurse über allgemeinbildende und hauswirtschaftliche Themen angeboten.
  • Gründung einer Republikanischen Beschwerdestelle auf Anregung der Deutschen Friedensgesellschaft. In den Aktionsausschuss, der die Statuten ausarbeitet, werden Stadtverordnetenvorsteher Johann Rebholz, Rechtsanwalt Ulrich Burmann und Georg Stierle gewählt.
  • Carl Zuckmayer in Frankfurt am Main. Er kehrt nach Deutschland zurück, um sich hier im amerikanischen Auftrag, einen Überblick über die heutige Theater- und Filmsituation zu verschaffen.
  • Konstituierende Sitzung des neu gewählten Aufsichtsrates der Frankfurter Messe- und Ausstellungsgesellschaft unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb.
  • Frankfurter Weihnachtsmarkt am Römerberg.
  • Richtfest für das Hauptverwaltungsgebäude auf dem Rhein-Main-Flughafen, das vom 831. Ingenieur-Bataillon zusammen mit deutschen Baufirmen errichtet worden ist. Anwesend sind höhere amerikanische Offiziere, der hessische Ministerpräsident Professor Karl Geiler, Arbeitsminister Oskar Müller, Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb sowie zahlreiche andere Magistratsmitglieder.
  • Die Freie Deutsche Kulturgesellschaft Frankfurt setzt ihr „Literarisches Studio“ unter der Leitung Stephan Hermlins als „Studio 46“ in einer Reihe von Veranstaltungen über die Literatur der Gegenwart fort. Der erste Abend im Festsaal des Ärztehauses ist Amerika gewidmet.
  • Der Schriftsteller Erich Kästner, München, liest auf Einladung des Freien Deutschen Hochstift, Frankfurter Goethemuseum, aus eigenen Werken.
  • Ausstellung von 103 deutschen Kriegsgemälden im Städel, die von der Abteilung für Geschichtsfragen der amerikanischen Streitkräfte in Europa nur für amerikanische Zivilisten und Armeeangehörige veranstaltet wird.
  • Einmaliges Balalaika-Konzert mit Mischa Ignatjeff in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Zum Vortrag kommen Werke von Mozart, Schubert, Brahms und Chopin.
  • Totale Mondfinsternis. Die Verfinsterung beginnt um 16.12 Uhr. Eine Stunde später tritt der Mond in den Kernschatten ein. Eine totale Finsternis fängt um 18.19 Uhr an und endet kurz vor halb zehn Uhr. Die Sonne geht um 16.24 Uhr unter.
  • Im Rahmen der Frankfurter Universitätsvorträge Gastvorlesung von Professor Eduard Kohlrausch, Dekan der juristischen Fakultät der Universität Berlin, zum Thema „Goethe und das Recht“ in der Aula der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  • Bernd Heyer, Erster Bariton der Staatsoper München, singt im Festsaal des Ärztehauses Lieder von Schubert und Arien von Wagner, Verdi und Rossini.
  • Gründung des „Vereins zum Wiederaufbau der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft“.
  • Professor Karl Schneider, der frühere Leiter der psychiatrischen und neurologischen Universitätsklinik in Heidelberg, hat sich im Frankfurter Gerichtsgefängnis erhängt. Professor Schneider ist einer der Angeklagten des Hadamar-Prozesses und seit dem 30.11. d. J. Untersuchungshäftling in Frankfurt am Main.
  • Gastspiel des Kabarettisten Werner Finck im Kleinen Theater im Zoo.
  • Der „Beirat für das Börsenblatt und die Deutsche Bibliothek“ tritt in Frankfurt am Main erstmals zusammen.
  • Gründung der Deutschen Bibliothek durch die Stadt Frankfurt am Main, den hessischen Staat und die britische und amerikanische Militärregierung. Als Gegenstück zur Deutschen Bücherei in Leipzig ist sie eine Sammelstelle für alle deutschsprachigen Veröffentlichungen seit 1945.
  • Pressekonferenz von Wilhelm Knothe, Landesvorsitzender der SPD Hessen, vor Vertretern der hessischen Presse, über seinen Besuch in England als Teilnehmer der SPD-Delegation, die aus Dr. Kurt Schumacher (Hannover), Dr. Viktor Agartz (Minden), Fritz Heine (Hannover) und Franz Neumann (Berlin) besteht. Die deutschen Sozialdemokraten sprechen in 18 öffentlichen Versammlungen in England zu ca. 20.000 deutschen Kriegsgefangenen.
  • Weihnachts-Verkaufsausstellung der Sektion Maler, Bildhauer, Graphiker der Landesgewerkschaft „Freie Berufe“ Hessen im Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße.
  • Weihnachtliches Kammerkonzert von Radio Frankfurt im Sendesaal des Funkhauses mit alten Weihnachtsliedern und Werken von Händel, Bach und Vivaldi.
  • Vierzonenkonferenz der Eisenbahnergewerkschaften.
  • Zur Vorbereitung der Wahl der jüdischen Gemeindevertretung wird eine Benachrichtigung an alle Wahlberechtigten geschickt. Wahlberechtigt sind alle, die seit mindestens einem Jahr einer deutschen jüdischen Gemeinde angehören, seit mindestens sechs Monaten in Frankfurt am Main wohnen und mindestens 20 Jahre alt sind. Diejenigen Wahlberechtigten, die keine Benachrichtigung erhalten haben, werden gebeten, sich bis heute im Gemeindebüro zu melden.
  • Zum ersten Mal wird wieder Ferndampf vom Elektrizitätswerk nach dem Städtischen Krankenhaus übergeleitet, wodurch alle Räume des Krankhauses wieder ausreichend beheizt werden können.
  • Die Jugendverbände veranstalten im Großen Saal des Palmengartens eine Weihnachtsfeier für deutsche Kinder, in Anwesenheit des amerikanischen Generals C. E. Ryan und des Oberbürgermeisters Dr. h.c. Walter Kolb. Zum ersten Mal findet mit Zustimmung der Militärregierung eine deutsche Veranstaltung innerhalb des amerikanischen Sperrgebietes statt, zu der die gesamte Bevölkerung eingeladen ist. Der Erlös der Feierstunde dient dem Aufbau eines Jugendheimes.
  • Zum zweiten Male nach der Befreiung feiert die Jüdische Gemeinde Frankfurt in der Aula des Philanthropins das Chanukka-Fest. Nach Begrüßungsworten durch Rechtsanwalt Max L. Cahn wird die Veranstaltung mit einer religiösen Feier eingeleitet. An den ersten Teil schließen sich einige Stunden Unterhaltung, deren Programm von Frankfurter Künstlern ausgefüllt wird.
  • Zum ersten Mal seit März 1944 kann in St. Leonhard der gesamte Kirchenraum mit dem Hochaltar für den Gottesdienst benutzt werden.
  • Ausstellung junger Künstler mit Arbeiten auf dem Gebiet der Malerei, der Plastik, der Graphik und des Kunsthandwerks, in den Räumen der Karmeliterschule.
  • Die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet einstimmig einen Haushaltsplan für das zu Ende gehende Rechnungsjahr 1946 mit einem Volumen von 124 Millionen Reichsmark und einer Deckungslücke von rund sechs Millionen. Die Stadtverordneten beschließen eine Resolution zur Lösung des Problems der deutschen Kriegsgefangenen.
  • Wiederbegründung der „Konsumgenossenschaft Frankfurt am Main e. GmbH“ auf einer Versammlung ehemaliger Mitglieder des Konsumvereins in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Dr. h.c. Walter Kolb im großen Saal des Ärztehauses.
  • Wiederaufstellung der Statue der Gerechtigkeit auf dem Frankfurter Römerberg.
  • Der Oberkommandierende der amerikanischen Streitkräfte in Europa und Militärgouverneur der amerikanischen Zone, General Joseph T. McNarney, hält in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Dr. h.c. Walter Kolb auf dem mit Tannenzweigen geschmückten Frankfurter Römerberg eine weihnachtliche Ansprache, verkündet Amnestie für nominelle Nationalsozialisten und heißt die Deutschen auf die Zukunft hoffen.
  • Das Oberliga-Derby zwischen Eintracht Frankfurt und FSV Frankfurt endet vor 10.000 Zuschauern 1:1 unentschieden.
  • Unterredung Dr. Philipp Auerbachs, bayerischer Staatskommissar für rassisch, religiös und politisch Verfolgte, mit Rabbiner Philipps Bernstein, politischer Berater General Joseph T. McNarneys für jüdische Angelegenheiten. Den Kern dieses Gesprächs bildet die Frage der Arbeitsvermittlung für jüdische Heimatlose, die nicht in UNRRA-Lagern (United Nations Relief and Rehabilitation Administration/Hilfsaktions- und Wiederaufbau-Ausschuss der Vereinten Nationen) untergebracht sind.
  • Gründungsversammlung des Bundes der Fliegergeschädigten, Evakuierten und Währungsgeschädigten im Café Oper am Opernplatz.
  • In einem ausführlichen Brief an Oberbürgermeister Dr. h.c. Walter Kolb teilt der in New York lebende Schriftsteller Fritz von Unruh seine Rückkehr nach Frankfurt am Main mit.
  • Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern jeglicher Art ist ohne besondere Genehmigung verboten und wird von der Militärregierung bestraft. Ausgenommen davon ist das große Winterfeuerwerk im Zoologischen Garten.
  • Neujahrsbotschaft General Joseph T. McNarneys über den amerikanischen Rundfunk an alle amerikanischen Streitkräfte in Europa und an die deutsche Bevölkerung.