Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Stadtchronik, Zeittafel (4)

Zeittafel: 18. und 19. Jahrhundert

1708-1732 Kaiserliche Kommissionen untersuchen im Streit zwischen der Frankfurter Bürgerschaft und dem Rat die Verfassungs- und Finanzverhältnisse der Stadt. Aufgrund kaiserlicher Resolutionen kommt es zu einer Verwaltungsreform und zur Einsetzung eines Bürgerausschusses zur Kontrolle des städtischen Finanzwesens.
1711/19 Durch zwei große Brände werden die Judengasse und große Teile der Altstadt zerstört. Als Konsequenz erlässt der Rat eine neue Bauordnung.
1742-1745 Unter Kaiser Karl VII. wird Frankfurt für kurze Zeit zur Residenzstadt.
1749 Johann Wolfgang Goethe wird in Frankfurt geboren.
1759-1763 Im Siebenjährigen Krieg wird Frankfurt von den Franzosen besetzt. Auf französische Initiative hin werden Straßenbeleuchtung, Straßenbeschilderung und Häusernummerierung verbessert.
1763 Der Arzt Johann Christian Senckenberg stiftet sein Vermögen zur Förderung der Medizin und verschiedener Naturwissenschaften.
1792 In Frankfurt findet letztmalig eine Kaiserkrönung statt (Franz II.). Wenig später wird die Stadt von französischen Revolutionstruppen besetzt. Weitere Besetzungen erfolgen 1796, 1800 und 1806.
1800 Frankfurt hat etwa 35.000 Einwohner.
1805 Auf Beschluss des Rats beginnt man mit der Schleifung der Befestigungen. Die Wallanlagen werden in einen Park umgewandelt.
1806 Frankfurt wird Karl Theodor von Dalberg, dem Fürstprimas des Rheinbunds, unterstellt und 1810 zum Großherzogtum erhoben. Dalberg führt in Frankfurt eine grundlegende Justiz- und Verwaltungsreform durch.
1813 Nach der Niederlage Napoleons wird Dalberg von alliierten Truppen aus Frankfurt vertrieben. Mit Wiedereinführung der reichsstädtischen Verfassung werden die meisten seiner Reformen zurückgenommen.
1815 Errichtung des Deutschen Bundes durch den Wiener Kongress. Frankfurt wird Freie Stadt und zudem Sitz des Bundestags.
1816 Die reichsstädtische Verfassung wird durch die Constitutions-Ergänzungs-Acte modifiziert.
1833 Mit dem Wachensturm wollen Studenten, Landleute und polnische Offiziere den Bundestag stürzen und die Republik einführen. Wegen schlechter Organisation und mangelnder Unterstützung durch das Bürgertum bricht der Aufstand innerhalb kürzester Zeit zusammen.
1836 Frankfurt schließt sich dem Deutschen Zollverein an.
1839 Mit Eröffnung der Taunusbahn nach Wiesbaden hält die Eisenbahn Einzug in Frankfurt.
1848/49 Die Deutsche Nationalversammlung tagt in der Paulskirche. Sie verabschiedet die deutschen Grundrechte und eine neue Reichsverfassung. Die Zurückweisung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV. von Preußen läßt die Reformbemühungen der Paulskirchenversammlung jedoch scheitern.
1866 Frankfurt wird von Preußen annektiert.
1867 Frankfurt hat rund 78.000 Einwohner.
1877 Mit der Eingemeindung von Bornheim beginnt die Stadterweiterung Frankfurts im 19. Jahrhundert. Weitere Eingemeindungen folgen ab 1895.
1880 Einweihung der Frankfurter Oper (Alte Oper), deren Bau weitgehend durch Spenden reicher Bürger finanziert wurde.
1888 Einweihung des Hauptbahnhofs.
1890 Frankfurt hat rund 180.000 Einwohner.
1891-1912 Unter Oberbürgermeister Franz Adickes entwickelt sich Frankfurt zu einer modernen Industrie- und Handelsstadt. Mit bedeutenden Veranstaltungen und Ausstellungen knüpft man an die alte Tradition der Messen an.

 

© Helmut Nordmeyer

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