Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Gedenktafeln und Gedenkstätten

Gedenktafel: Gedenkstätte Preungesheim

Gedenkstätte Preungesheim

Text der Tafel

100 Namenstafeln der in Preungesheim hingerichteten und 2 Erläuterungstafeln:

Die Strafvollzugsanstalt Frankfurt-Preungesheim war in den Jahren der faschistischen Diktatur eine Hinrichtungsstätte. Hier wurden Frauen und Männer aus Deutschland und aus den überfallenen Nachbarländern ermordet. Unter den Opfern des faschistischen Terrors waren viele Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer. Die genaue Zahl der aus politischen Gründen Hingerichteten läßt sich nicht mehr feststellen. Viele Unterlagen wurden beim Einmarsch der alliierten Truppen verbrannt.

Die Gräber der Ermordeten sind schwer aufzufinden. Einige sind auf dem Hauptfriedhof Frankfurt beigesetzt. Viele Naziopfer wurden in die Anatomischen Institute der Universitäten Frankfurt, Gießen und Marburg gebracht. Unzähligen Antifaschisten wurde die letzte Ehre verweigert. Ihre Gräber blieben unbekannt.

Wir kennen die Namen von mehr als 250 Menschen, die aus politischen Gründen in den Jahren 1934 - 1945 in Preungesheim hingerichtet wurden. Als Hinrichtungsgründe dienten „Fahnenflucht“, „Wehrkraftzersetzung“, der Vorwurf, „Volksschädling“ zu sein, „Rassenschande“, das Abhören ausländischer Sender, Hilfe für Juden und Kriegsgefangene, „Sabotage“ „Landesverrat“ „Vorbereitung zum Hochverrat“.

Für sie und die vielen, deren Namen wir nicht kennen, haben wir hier 100 Frauen und Männer, 36 Deutsche und 64 Menschen aus den besetzten Ländern, die in Preungesheim ermordet wurden, aufgezählt.

„Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart./ Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren“
Richard von Weizsäcker zum 8. Mai 1985

Diese Stätte erinnert an die Opfer des faschistischen Terrors und an die Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer, die in der Zeit von 1934 - 1945 in dieser Strafvollzugsanstalt hingerichtet wurden. Wir ehren ihr Andenken: Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Ort
Homburger Landstraße / Auf der Platte

Enthüllungsdatum
16.09.1994

Ausführung
 

Siehe auch:  Mahnmal des Landes Hessen

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