Institut für Stadtgeschichte 
Karmeliterkloster, Frankfurt am Main

Gedenktafeln und Gedenkstätten

Gedenktafel: Gedenkstätte Flughafen Rhein-Main, Außenlager des KZ Natzweiler in Walldorf

Im August 1944 wurden in den Frankfurter Adlerwerken und in Walldorf Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler eingerichtet. Im Walldorfer Lager, einem südlich des Flughafens gelegenen ehemaligen Reichsarbeitsdienstlagers, waren 1.700 ungarische Jüdinnen inhaftiert, die von der SS aus Auschwitz überstellt wurden.

Im Auftrag der Organisation Todt mussten die überwiegend jungen Frauen - die Jüngste war 14 - für die Firma Züblin eine betonierte Rollbahn für den Einsatz des düsenstrahlgetriebenen Flugzeugs Me 262 bauen. Die zu verrichtenden Arbeiten, Gleisbau, Gräben ziehen, Betonierarbeiten etc., überstiegen weit die physischen Kräfte der Frauen. Viele erkrankten, sechs starben. Ihre Gräber befinden sich auf dem Neuen Friedhof in Offenbach, Mühlheimer Str. 425, (Abt. N, Feld II).

RuineDas Lager wurde bereits im November 1944 wieder aufgelöst und die inhaftierten Frauen nach Ravensbrück transportiert. Von den ursprünglich 1.700 Frauen haben das Kriegsende nur etwa 330 erlebt.

Von dem ehemaligen KZ-Außenlager sind heute nur noch wenige Mauerreste vorhanden. Die Stadt Mörfelden-Walldorf richtete im November 2000 einen Historischen Lehrpfad ein. Auf 15 Schautafeln wird die Geschichte des Lagers dokumentiert.

LehrpfadDer Lehrpfad beginnt in Walldorf am Gedenkstein Nordendstraße/Familie-Jürges-Weg. Die Tafeln stehen weitläufig an den Waldwegen entlang des ehemaligen Lagergeländes. Durch Gebietstausch und Grenzbegradigungen liegt das ehemalige Lagergelände heute auf Frankfurter Gebiet.

Gedenkstein Nähere Informationen erhalten Sie vom Museum der Stadt Mörfelden-Walldorf, Tel. 06105/938-875 oder 938-220.

Die Patenschaft und Betreuung der Schautafeln hat die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf übernommen. Tel. 06105/9399-0

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