1. Alte Abteilung – Städtische Überlieferung bis 1868


1.1. Recht und Verfassung

Bestandsname: Privilegien
Laufzeit: 1219-1805
Bestandsumfang und -inhalt: 532 Nummern, 14 Rm. Anhand der Privilegien und Vidimus, deren Inhalte sich auf Gewährung kaiserlicher und königlicher Begnadigungen, Immunitäten, Freiheiten, Regalien, Rechte und Gerechtigkeiten etc. beziehen, lässt sich Frankfurt in der politischen Stellung im Reich und die innere Verfassung der Reichsstadt seit dem Mittelalter betrachten.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank. Die Privilegien sind im Repertorium 126: Inventare 3 S. III, V-IX von Grotefend beschrieben und auf S. 1-39 mit den Nummern 1 bis 382 (1219-1499) als ersten Teil verzeichnet worden. Der zweite Teil von Nummer 383 bis 532 (1500-1805) ist in der alten Beständeübersicht von Jung S. 1-22 aufgeführt.

Bestandsname: Privilegien Ugb
Laufzeit: 13.-19.Jh.
Bestandsumfang und -inhalt: 159 Nummern, 2 Rm. Die im Ugb.-Rep. unter A 78-82 als „Privilegien“ registrierte Akten und auch einzelne Urkunden sind zum größten Teil Privilegienbestätigungen, Transsumpte, Vidimus und Abschriften einzelner Privilegien.
Findmittel: Die Privilegien Ugb sind im Rep. 7 Ugb A 78-82 verzeichnet und zudem in die Inventare 3 S. 1-39 und in die Beständeübersicht von Jung
S. 1-22 chronologisch eingereiht. 1984 revidiert und teilweise verfilmt.

Bestandsname: Verträge der Freien Stadt Frankfurt am Main und andere hervorragende Urkunden
Laufzeit: 1814-1866
Bestandsumfang und -inhalt: 442 Nummern, 7,25 Rm. In diesem Bestand befinden sich neben Staatsverträgen auch wichtige und denkwürdige Urkunden. Überwiegend handelt es sich aber um Handelsverträge, verkehrstechnische und militärische Vereinbarungen mit auswärtigen Staaten; zum kleineren Teil sind auch innerstaatliche Verträge zu Besitzungen, Stiftungen, Konzessionierungen, Statutengenehmigungen etc. beinhaltet.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 332. Revidiert 1985.

Die Gesetze und Verordnungen, die der Rat von 1329 bis 1806 erlassen hat, sind chronologisch in den Repertorien 882 und 883 verzeichnet und durch einen Sachindex erschlossen. Hierfür wurden u.a. auch die Bestände Gesetzbücher, Edikte, Ratsverordnungen und Geschriebene Rollen und Ordnungen ausgewertet.

Bestandsname: Gesetzbücher
Laufzeit: 1352-1805
Bestandsumfang und -inhalt: Ca. 50 Bücher, 3,25 Rm. Gesetze I (1372-1373) fällt aus der Reihe der Gesetzbücher heraus und ist der Form nach eher ein Kopialbuch mit verschiedenen inhaltlichen Bestandteilen: tlw. kurze Aufzeichnungen über Ereignisse, Verhältnisse der Stadt zu den auswärtigen Rittern, ein kleiner Teil Ratsverordnungen etc. Die übrigen Bücher beinhalten jedoch die Gesetze der Reichsstadt, auch Gerichtsordnungen, Verfassungsreformation 16. Jh. und Verordnungen fremder Städte.
Findmittel: Die Verzeichnung der einzelnen Bände ist der Beständeübersicht von Jung S. 23-26 zu entnehmen. Die 1984 vorgenommene Bestandsrevision ist im Rep. 627 dokumentiert. 1372-1373 auf Fiches.
Literaturhinweise: Wolf, Armin: Die Gesetze der Stadt Frankfurt am Main im Mittelalter, Frankfurt 1969.

Bestandsname: Edikte
Laufzeit: ca. 1300-1812
Bestandsumfang und -inhalt: 74 Bände, 4 Rm. Dieser Pertinenzbestand beinhaltet Sammlungen verschiedener Herkunft von Rats- und Ämterverordnungen, Bekanntmachungen, Ordnungen, Tarife für einzelne Verwaltungszweige, Dienstanweisungen, fürstlich primatische Reskripte etc. Die Edikte unterscheiden sich von den Rollen und Verordnungen lediglich durch die Form; die Reihe der Edikte besteht aus gebundenen Foliobänden, während die Rollen sich aus einzelnen Heften kleineren Umfangs und einzelnen Blättern zusammensetzen.
Findmittel: Verzeichnet ist der Bestand in der Beständeübersicht Jung S. 26-29. Die Jahre 1532-1663 sind auf Mikrofiches verfilmt.
Hinweise zur Benutzung: Einzelne Bände (alte Signatur 58-78a), die aus dem Besitz von Goethes Vater stammen, teilweise von ihm selbst verfasst, wurden depositarisch an das Freie Deutsche Hochstift abgegeben.
Vgl. "Rollen und Verordnungen".

Die Serien Ratsverordnungen und Geschriebene Rollen und Ordnungen sind inhaltlich nicht zu scheiden und deshalb nebeneinander zu benutzen. Rollen der städt. Ämter, Zoll- und Verkehrsstätten, einzelner Handwerker, polizeiliche Ordnung und Bekanntmachungen des Rates und der städt. Ämter. Für die Bearbeitung sollte der Bestand Edikte hinzugezogen werden, da eine eindeutige Trennung nicht vorgenommen werden kann.
Beide Serien sind chronologisch geordnet und durch die Repertorien 882 und 883 erschlossen.

Bestandsname: Ratsverordnungen
Laufzeit: 1500-1902
Findmittel: Kartei, Rep. 882, 883 (bis 1806)

Bestandsname: Geschriebene Rollen und Ordnungen
Laufzeit: 1329-1806

Bestandsname: Kommission der Dreizehn
Laufzeit: 1816
Institutionsgeschichte: Die Kommission der Dreizehn war die Institution, mittels der die Frankfurter Bürgerschaft nach der Großherzoglichen Zeit bei der Einrichtung einer Staatsverfassung mitwirkte. Die Kommission setzte sich aus drei Mitgliedern des Rates, drei des Bürgerkollegs und sieben Vertretern der Bürgerschaft zusammen. Dieses als Dreizehner bezeichnete Kollegium nahm die Vorschläge zur Einrichtung der neuen Verfassung aus der Bürgerschaft entgegen und arbeitete den Verfassungsentwurf aus. Die Beschlüsse dieser Kommission wurden als „Konstitutionsergänzungsakte“ von der Bürgerschaft angenommen.
Bestandsumfang und -inhalt: 97 Nummern, 0,25 Rm. Der Bestand umfasst einen Protokollband und 96 Eingaben.
Findmittel: Revidiert 1981

1.2. Rat und Senat, Schöffen und Beamte

1.2.1. Protokolle des Rates und Senates

Bestandsname: Bürgermeisterbücher
Laufzeit: 1436-1625, 1627, 1629-1810 [Bände der Jahre 1626 u. 1628 fehlen]
Bestandsumfang und -inhalt: ca. 371 Bände, 19 Rm. Seit 1442 so bezeichnet, aufgrund der Beschriftung der Einzelhefte mit den Namen der beiden regierenden Bürgermeister (ab 1672 Protocolla senatus genannt). Die Bürgermeisterbücher enthalten - bis zum Ende des 15. Jh. in dürftiger, mehr notizenartiger Fassung, dann aber in sorgfältiger, protokollarischer Ausarbeitung - sämtliche Gegenstände, die im Rat verhandelt wurden.
Findmittel: Chronologische Ordnung. Von 1433 an umfasst jeder einzelne Band ein Verwaltungsjahr vom 1. Mai bis zum 30. April;
ab 1729 deckt sich das Verwaltungsjahr mit dem Kalenderjahr.
Die Bücher sind über Register zu erschließen [die Jahrgänge 1436-1499, 1508-1541, 1760 haben kein Register. Für die vorhandenen Bände aus der Zeit 1542-1688 können die Register zu den Ratsprotokollen verwendet werden.] Die Bände 1436-1555 sind verfilmt.

Bestandsname: Ratsprotokolle
Laufzeit: 1542-1688
Bestandsumfang und -inhalt: 147 Bände, 3,75 Rm. Diese Reihe (auf den Umschlägen schlicht als Protocollum bezeichnet) steht zu der als Bürgermeisterbücher bezeichneten Hauptreihe in verschiedenem Verhältnis: teils als Entwurf, teils als kürzer gefasster Auszug, vielfach in den ersten Bänden mit Protokollen oder Notizen über Kommissionsberatungen durchsetzt. Jeder Band ist mit einem Inhalts- und Personenindex versehen, der auch für die Bürgermeisterbücher benutzbar ist.
Findmittel: Erschließbar durch die chronologische Ordnung. Die Bände 1542-1558 umfassen das Kalenderjahr, 1559 reicht bis Ende April 1560, von 1560 ab behandelt jeder Jahrgang ein Verwaltungsjahr.

Bestandsname: Ratschlagungsprotokolle
Laufzeit: 1496-1688, 1690-1735, 1785-1786
Bestandsumfang und -inhalt: 15 Nummern, 0,75 Rm. Diese Bücher enthalten die Verhandlung der vom Rat aus seinen Mitgliedern zur Vorberatung ernannten Ausschüsse. 1735 wurden diese Vorberatungen dem Schöffenrat zugewiesen und in dessen Protokollen verzeichnet.
Findmittel: Erschließbar durch chronologische Ordnung.

Bestandsname: Extrakte aus den Rats- und anderen Protokollen
Laufzeit: 1428 - ca. 1640
Bestandsumfang und -inhalt: 24 Bände, 2 Rm. Zu den Ratsprotokollen wurden im 17. und 18. Jh. verschiedene Serien von Extrakten durch die Stadtkanzlei angefertigt und nach dem Betreff der einzelnen Ratsbeschlüsse geordnet.
Hinweise zur Benutzung: Vier Bände aus diesen Extrakten, die von Goethes Großvater eigenhändig geschrieben sind, wurden als Depositum an das Freie Deutsche Hochstift abgegeben.

Bestandsname: Extrakte aus den Rechen- und anderen Ratsbüchern
Laufzeit: 1341-1810
Bestandsumfang: 14 Bände (7 Archivkästen), 0,75 Rm.

Bestandsname: Miscellanea 18. Jh., Exzerpte aus städtischen Akten
Bestandsumfang: 24 Bände, 2 Rm.

Nach dem Sieg der Koalitionsstaaten über Napoleon wurde Frankfurt auf Vermittlung des Freiherrn vom Stein am 14.12.1813 aus dem Großherzogtum Frankfurt herausgelöst mit dem Zugeständnis „die alte Municipalverfassung“ wieder anzunehmen. Die Stadt unterstand zwar in der Übergangszeit bis zur Erlangung des Status der Freien Stadt noch dem Generalgouvernement, durfte aber zunächst provisorisch den Zustand der alten Ratverfassung - leicht modifiziert - wieder einrichten.
1816 verabschiedete die Kommission der Dreizehn mit der „Ergänzungsakte zu der alten Frankfurter Stadtverfassung“ die für die nun Freie Stadt Frankfurt gültigen Hoheits- und Selbstverwaltungsrechte. Nach dieser Konstitutionsergänzungsakte lag die exekutive Gewalt und die Stadt- und Justizverwaltung wie bisher bei der alten Ratsverfassung in den Händen eines dreigliedrigen Kollegiums - dem Senat - mit je 14 Mitgliedern pro Bank und zwei Bürgermeistern, einem älteren aus der ersten und einem jüngeren aus der zweiten Bank, als dem Senat vorstehende Personen.

Bestandsname: Senat 1813-1816: Protokolle
Laufzeit: 1813-1816
Bestandsumfang und -inhalt: 8 Bände, 0,5 Rm, von denen Bd. 3, 6, 8 Registerbände sind.

Bestandsname: Engerer Rat 1816-1856: Protokolle
Laufzeit: 1816-1856
Institutionsgeschichte: Bei dem Engeren Rat handelt es sich um den Verwaltungs-Senat (vgl. Konstitutionsergänzungsakte Art. 25).
Bestandsumfang und -inhalt: 47 Bände, 4,5 Rm. Für die Betrachtung der Verhandlungsgegenstände sollten die Protokollbände des Großen Rates hinzugezogen werden.
Findmittel: Bände mit Registern versehen.
Literaturhinweise: Dietz, Johann Gottlieb; von Leonhardi, Johann Peter u.a.: Darstellung derjenigen Ansichten und Gründe, welche die unterzeichneten, von der löblichen Bürgerschaft zur Kommission der XIII erwählten Deputierten bewogen haben, dem von dieser Kommission abgefaßten Gutachten beizustimmen, Frankfurt 1816. [Bibl.Sgt.: FR 165]. - Schwemer, Richard: Geschichte der Stadt Frankfurt (1814-1866), Frankfurt 1910 [Bibl.Sgt.: FG 20].

Bestandsname: Großer Rat 1816-1856: Protokolle
Laufzeit: 1816-1856
Institutionsgeschichte: Nach dem Art. 25 der Konstitutionsergänzungsakte war dem Großen Rat (Senat) die exekutive Gewalt und die Stadt- und Justizverwaltung im allgemeinen als obrigkeitlichem die ganze Stadt repräsentierendem Kollegium anvertraut. Dem Großen Rat oblag die Bestätigung oder Milderung von Urteilen der peinlichen Gerichtsbarkeit, Gnadensachen, Ämter- u. Dienstvergabe und die endgültige Beratung über Gegenstände, die zum Entscheidungsbereich der Gesetzgebenden Versammlung gehören.
Bestandsumfang: 41 Bände, 2,25 Rm.
Findmittel: Chronologische Ordnung, Bände mit Registern versehen.
Hinweise zur Benutzung: vgl. Engerer Rat.

Bestandsname: Senat 1857-1868: Protokolle
Laufzeit: 1857-1868
Bestandsumfang: 23 Bände, 2,5 Rm.

Bestandsname: Senatsdeputationsprotokolle
Laufzeit: 1814-1866
Institutionsgeschichte: Diese Deputation wurde durch Senatsbeschluss (31.12.1813) eingesetzt „zur Behandlung der sog. Publicorum oder Regierungs- und gemeinen Administrationsgegenstände“, diente aber als Senatskommission zur Vorberatung besonderer Angelegenheiten.
Bestandsumfang: 10 Bände, 0,6 Rm.
Findmittel: Chronologische Ordnung.

Bestandsname: Ratswahlen und Ämterbestellungen
Laufzeit: (1193)-1866
Bestandsumfang und -inhalt: 97 Nummern, 3,25 Rm. Die Archivare Kriegk und Jung formierten diesen Pertinenzbestand aus Archivalien privater und amtlicher Herkunft. Er umfasst die offiziellen Wahlbücher des Rates über die Ämterbestellung, Listen der Ratsmitglieder und der Bürgerlichen Vertretungen sowie Beamtenverzeichnisse. Diesen Personallisten sind des öfteren chronikalische, historische Notizen und Nachrichten über Verfassungsverhältnisse und Rechtsvorschriften über die jeweiligen Wahlverfahren beigefügt.
Findmittel: Rep. 584
Hinweise zur Benutzung: vgl. Bestände Dienstbriefe (Rep. 155) und Eidbücher und Dienstanweisungen (Rep. 156).
Literaturhinweise: Rats-, Staats-, Senatskalender, 1734-1866. - Kriegk, Georg Ludwig: Verzeichnis der Frankfurter Hauptleute, Stadtadvokaten, Syndiker, Stadt-Prokuratoren, städt. Schreiber, Gerichtsschreiber, Oberstrichter und weltliche Richter vor 1500. - Krug, Friedrich: Diarium der Frankfurter Ratswahlen (1727-1846), FfM. 1846. - Bund, Konrad: Findbuch zum Bestand Ratswahlen und Ämterbestellungen, FfM. 1989.

Bestandsname: Ratssachen
Laufzeit: ca. 1370 - ca. 1744
Bestandsumfang und -inhalt: 169 Nummern, 2,25 Rm. Akten über Rats- und Schöffenwahlen, Aufgabe und Enthebung von Ratssitzen, Bestellung der Ratsherren zu Ämtern, Angelegenheiten einzelner Ratsherren mit dem Rat, Ungebühr von Ratsherren, Eid der Ratsherren, Gebete vor der Ratssitzung, Ratsdiener und deren Kleidung, Ratsschiff, Ratssilber, Angelegenheiten von Syndikern und Kanzlei-Direktoren.
Findmittel: Rep. 115
Hinweise zur Benutzung: Vgl. Bestand "Ratswahlen und Ämterbestellungen".

Bestandsname: Ratssupplikationen
Laufzeit: ca. 1600-1809. Die Supplikationen vor 1600 sind Anfang des 19. Jh. kassiert worden.
Bestandsumfang und -inhalt: 98,75 Rm. Die Ratssupplikationen enthalten Bittgesuche aller Art von den Einwohnern Frankfurts und von außerhalb an den Rat gerichtet mit den dazugehörigen Beilagen und darauf erfolgten Ratsbeschlüssen; besonders wichtig für die genealogische Forschung sind die Gesuche um das Bürgerrecht mit den Personalakten der Gesuchsteller.
Findmittel: Alphabetische Namenskartei der Supplikanten (unvollständig). Hinweise zur Benutzung: Vgl. auch Register der Bürgermeisterbücher.

Bestandsname: Präfektursupplikationen
Laufzeit: 1810-1813
Bestandsumfang und -inhalt: 4,25 Rm.
Findmittel: Dieser jahreschronologisch gelegte Bestand ist innerhalb der Jahre alphabetisch geordnet (Verpackungsprotokoll s. Rep. 559).

Bestandsname: Senatssupplikationen
Laufzeit: 1814-1868
Bestandsumfang und -inhalt: 132,5 Rm. Dieser Bestand ist vollständig erhalten und beinhaltet den bei den Ratssupplikationen bereits beschriebenen Informationsgehalt für die freistädtische Zeit.
Findmittel: Alphabetisch nach Namen der Supplikanten in Rep. 339- 354 erschließbar.

Bestandsname: Bürgerbücher und andere Einwohnerverzeichnisse
Laufzeit: 1311-1868 und 1387-1866
Bestandsumfang und -inhalt: 50 Nummern, 5 Rm. Vollständige und geschlossene Überlieferung in chronologischer Ordnung, mit Registern. Es handelt sich hierbei um Verzeichnisse des Teils der Frankfurter Bevölkerung, der den Bürgereid geleistet hat. Die Bürgerbücher wurden angelegt zu der Zeit, als die Verwaltung der Stadt von dem Reichsbeamten (dem Schultheißen) auf die Bürgermeister (Vertreter des städtischen Rats) übergegangen ist. Damit sind sie die ältesten Zeugnisse für die Tätigkeit der Frankfurter Kommunalverwaltung. Neben den Bürgerbüchern sind Beisassenbücher (unvollständig), Verzeichnisse vorübergehend angenommener Personen, Advokateneidbücher und Israelitische Bürgerbücher (Anfang 19. Jh.) im Bestand enthalten.
Neben der Bedeutung dieses Bestandes für die genealogische Forschung, ist er mit Angaben über Herkunft und Beruf der Frankfurter Bevölkerung auch aussagekräftig für wirtschaft- und sozialgeschichtliche Ansätze.
Findmittel: Verzeichnet bei Jung S. 37. Die Bände 1311-1657 sind verfilmt.
Literaturhinweise: Andernacht/Stamm: Die Bürgerbücher der Reichsstadt Frankfurt 1311-1400, Frankfurt 1955. - Andernacht/Berger: Die Bürgerbücher der Reichsstadt Frankfurt 1401-1470, Frankfurt 1978. 1984 revidiert.

Bestandsname: Konzeptbücher
Laufzeit: 1533-1540
Bestandsumfang und -inhalt: 4 Bände Konzeptbücher des Rates - „Registratura diurnalium“ - mit gleichzeitigen Personenverzeichnissen. Konzeptbücher ausgehender Schreiben.

Bestandsname: Vertragbuch
Laufzeit: 1524-1565
Bestandsumfang und -inhalt: 1 Band „Vertragsbuch in sachen dazu die radtsfreund verordennt werden“.

Bestandsname: Botenbücher
Laufzeit: 1381-1550
Bestandsumfang und -inhalt: 56 Bände, 0,75 Rm. Aufzeichnungen über Löhne an entsendende Boten und den Zweck der Sendung.
Findmittel: Revisionsbericht Rep. 625. Revidiert 1986.

Bestandsname: Varia
Laufzeit: 1743-1810
Bestandsumfang und -inhalt: 40 Bände, 8 Rm. Diese 1743 abgelegte, den Ratssupplikationen nah verwandte Archivabteilung für alle „diejenigen Sachen, so unter keine gewisse Rubrique der Archivregister gebracht werden können“, ist nach ihrem Inhalt schwierig zu charakterisieren: Requisitionen und Vorschreiben in allen möglichen Angelegenheiten, Anfragen und Auskunfterteilungen aller Art, Gesuche der Bürger um verschiedenste Atteste, Insinuationen, Geschenke an den Rat u.a.
Findmittel: Die Bände 1-5 sind über eigene Register erschließbar. Für die Bände 6-40 wurde ein gesamtes Register = Rep. 271 alphabetisch nach Namen der Absender angelegt.

Bestandsname: Stadtkanzlei
Laufzeit: 1350-1813
Bestandsumfang und -inhalt: Akten: 122 Nummern, 0,66 Rm und Bücher:
15 Bände, 1 Rm (Provenienzvermischung aus Akten des Senats und Akten aus der Registratur der Stadtkanzlei). Der Aktenbestand (1415-1813) beinhaltet Unterlagen zu Personalangelegenheiten (Anstellungen von Schreibern, Angelegenheiten der Boten, Empfehlungsschreiben usw.), zur Einrichtung und zum Dienstbetrieb der Stadtkanzlei (u.a. Titulatur- und Formularbücher, Einnahmen, Ausgaben und Taxen der Stadtkanzlei).
Findmittel: Verzeichnung der Akten in Rep. 292. Revidiert 1984.

Bestandsname: Stadtbibliothek: Akten des Rats
Laufzeit: 1702-1822
Institutionsgeschichte: Die Stadtbibliothek wurde 1668 aus der Vereinigung der Ratsbibliothek und der Bibliothek des Barfüßerklosters, die der Stadt bereits 1529 zugegangen war, gegründet. Stete Erweiterung erfuhr die Bibliothek, indem die Drucker und Verleger per Ratsbeschluss 1603 in die Pflicht genommen wurden, der Sammlung unentgeltlich Exemplare der Neuerscheinungen zukommen zu lassen. Die Vergrößerung des Bestandes ergab sich zudem in bedeutendem Maße durch umfangreiche Schenkungen namhafter Familien. 1668 vollzog man schließlich die Vereinigung der beiden Bibliotheken und stellte sie, nachdem sie über hundert Jahre unter Aufsicht des Kastenamts stand und ehrenamtlich betreut wurde, unter Verwaltung eines beamteten Bibliothekars.
Bestandsumfang und -inhalt: 23 Nummern, 0,66 Rm. Der Bestand enthält Akten zum Dienstbetrieb der Stadtbibliothek: Erweiterung der Buchbestände (Ankauf, Schenkungen etc.), Katalogisierung, Revision der Bibliothek, Ausgaben usw.
Findmittel: Rep. 294
Literaturhinweise: Ebrard, Friedrich Clemens: Die Stadtbibliothek in Frankfurt a.M., Frankfurt 1896. - Kießling, Edith: Die Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main. Blüte, Untergang und Wiederaufbau einer Bibliothek, Frankfurt 1969.

Bestandsname: Schultheißenamt: Akten des Rats
Laufzeit: 1193-1768
Institutionsgeschichte: Nach der Abschaffung der Frankfurter Vogtei wurde ein Reichsschultheiß Träger der königlichen Präsenz in Frankfurt. Die sich zunächst noch aus dem Stand der Ministerialen rekrutierenden Schultheißen übernahmen an Kaisers statt die Hochgerichtsbarkeit und waren u.a. zuständig für die Verwaltung der Reichsgüter, den Schutz der Reichshörigen, der Judenschaft und verschiedener geistlicher Anstalten und hatten die militärische Befehlsgewalt inne. Im Verlauf des 14. Jh. und der „Stadtwerdung“ Frankfurts beschränkte sich die Position des Schultheißen immer mehr auf die Wahrung der Reichsinteressen, während die kommunalen Aufgaben von dem Bürgermeisteramt als Spitze der städtischen Selbstverwaltung übernommen wurden. In dieser Zeit wurde das Schultheißenamt gelegentlich durch den König verpfändet, wodurch die Stadt Gefahr lief, in die Abhängigkeit eines fremden Herren zu geraten. 1372 gelang es der Stadt, die Pfandleihschaft für dieses Amt an sich zu bringen. Damit war sie von jeder fremden Gewalt in Rechtsprechung und Verwaltung befreit und unterstand dem Kaiser unmittelbar.
Bestandsumfang und -inhalt: 26 Nummern, 1 Rm. Akten über die Gefälle des Amtes aus dem 14.-16. Jh., über Berufungen der Schultheißen nach auswärts, Wahlen der einzelnen Schultheißen 1549-1680.
Findmittel: Rep. 7 Ugb A 64. Revidiert 1989.
Literaturhinweise: Schunder, Friedrich: Das Reichsschultheißenamt in Frankfurt am Main bis 1372. In: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, Heft 42., Frankfurt 1954. - Kriegk, Georg Ludwig: Urkundliches Verzeichnis der Frankfurter Schultheißen. In: Deutsches Bürgertum im Mittelalter, Frankfurt 1868.

Bestandsname: Protokolle des Schöffenrats
Laufzeit: 1695-1806
Institutionsgeschichte:
Bestandsumfang und -inhalt: 117 Bände 17,25 Rm. Senatus scabinorum, Protocolla publicorum, über die den Schöffen zugewiesenen und auf der „Referier“ erledigten Regierungsgeschäfte.
Findmittel: Chronologische Ordnung, Bände meist mit gleichzeitigen Registern.

Bestandsname: Dienstbriefe
Laufzeit: 1335-1806
Bestandsumfang und -inhalt: 2.203 Nummern, 14,5 Rm. Die von den Beamten selbst ausgestellten Dienstbriefe enthalten meist Verpflichtungen und Dienstanweisungen. Bei vielen Briefen liegen auch Akten über die Anstellungs- oder Gehaltsverhältnisse der betr. Beamten vor.
Findmittel:Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 155 und 156. Revidiert 1980.
Hinweise zur Benutzung: Vgl. Bestand "Ratswahlen und Ämterbestellungen", Rep. 584.

Bestandsname: Eidbücher und Dienstanweisungen
Laufzeit: 15. - 18. Jh.
Bestandsumfang und -inhalt: 19 Bände, 0,75 Rm. Entwürfe und Akten zu Dienstanweisungen sowie Instruktionensammlungen.
Findmittel: Rep. 155, S. 303f. Revidiert 1980. Vgl. Bestand "Ratswahlen und Ämterbestellungen".

1.3. Bürgerliche Vertretungen

Bestandsname: Neuner- und Stadtrechnungsrevisionskolleg: Akten und Bücher
Laufzeit: 1614-1810
Institutionsgeschichte: Mit dem Bürgervertrag von 1612 wurde ein aus 9 Bürgern bestehendes Kolleg errichtet, das die Aufgabe hatte, die städtische Finanzverwaltung zu kontrollieren.
Bei den alljährlichen Terminen der Stadtrechnungsablage revidierten sie sämtliche Rechnungen und zeigten Unstimmigkeiten beim Rat bzw. in letzter Instanz beim Kaiser an. Zwar besaß das Neunerkolleg weder ein Mitwirkungsrecht in der Gesetzgebung noch in der Verwaltung, wie es sich die Bürgerschaft erhofft hatte, doch bildete es ein Gegengewicht zum Rat. Nach dem Fettmilchaufstand gelang es dem Rat, seine Stellung gegenüber der bürgerlichen Vertretung wieder zu behaupten und die Neuner außer Tätigkeit zu setzen. Erst mit der kaiserlichen Resolution von 1717 nahm es offiziell seine Arbeit wieder auf. Ab 1816 wurden die Neuner als Stadtrevisionskolleg bezeichnet und der Ständigen Bürgerrepräsentation angegliedert.
Bestandsumfang und -inhalt: Akten des 9er Kollegs: 2046 Nummern, 33 Rm; Stadtrechnungskolleg: 616 Nummern, 12 Rm; Bücher des 9er Kollegs: 94 Bände, 2,5 Rm. Aus der Aufgabenerledigung des Neunerkollegs ergibt sich eine Aktenüberlieferung, die sich auf alle Bereiche der Verwaltung erstreckt. Somit bietet dieser Bestand die Möglichkeit der Ersatzüberlieferung für verlorengegangene Ämterregistraturen.
Findmittel: Akten: Rep. 285, 286 (Rep. 286 ist nach Stichworten angelegt. Um die Signaturen zu erhalten, muss das Rep. 285 hinzugezogen werden); Bücher: Rep. 630 (Übersicht über Bücher und Rechnungen des Kastenamts über Milde Stiftungen, 1514-1720). Revidiert 1988.

Bestandsname: Einundfünfzigerkolleg: Akten, Bücher und Gegenschreiberbücher
Laufzeit: Akten: 1725-1869, Bücher: 1725-1869, Gegenschreiberbücher: 1717-1871.
Institutionsgeschichte: Durch die kaiserliche Resolution vom 14. März 1732 wurde ein aus 51 Personen bestehendes Kollegium eingerichtet, dessen Mitglieder auf Lebenszeit aus der Bürgerschaft gewählt wurden. Die Aufgabe dieser Bürgervertretung lag in der Beaufsichtigung der finanziellen Angelegenheiten der gesamten städtischen Verwaltung. Dazu wurden die Mitglieder in die Ämter deputiert. Ihnen oblag auch die Ernennung der Gegenschreiber, die als Organe der 51er die Kontrolle der Finanzverwaltung auf den einzelnen Ämtern ausübten, indem sie Gegenbücher parallel zu den entsprechenden, von den Beamten des Rats angelegten Büchern führten. Die Gegenbuchführung begann schon 1717 und blieb auch in freistädtischer Zeit bestehen.
Ab 1816 änderte sich der Name 51er in „Ständige Bürgerrepräsentation“. Die Befugnisse blieben die gleichen und die Zahl der Mitglieder wurde 1817 auf 61 erhöht.
Bestandsumfang und -inhalt: Akten: 4277 Nummern, Gegenschreiberbücher: 4925 Nummern. Inhaltlich umfasst der Bestand wie die Überlieferung des Neunerkollegs alle städtischen Verwaltungsbereiche und hat ebenso Ersatzfunktionen für verlorengegangene Ämterregistraturen.
Findmittel: Akten: Rep. 171-173, 562, Bücher: Rep. 174, Gegenschreiberbücher: Rep. 174, 685, 756. Revidiert 1986/87.

Bestandsname: Ständige Bürgerrepräsentation: Handakten Samuel Gottlieb FINGER, Senior der ständigen Bürgerrepräsentation
Laufzeit: 1819-1825
Personen- und Institutionsgeschichte: Samuel Gottlieb Finger d. J. (1777-1827) war 1819-1815 Senior der Ständigen Bürgerrepräsentation. Der Senior wurde auf drei Jahre gewählt und hatte den Vorsitz der monatlichen Vollversammlungen der Bürgerrepräsentation.
Bestandsumfang und -inhalt: 19 Nummern, 2 Kästen. Handakten, beinhalten u.a. Korrespondenz in seiner Funktion als Senior, Unterlagen über Zahlungsanweisungen, Aufzeichnungen über die Sitzungen und Steuerverhandlungen der 51er.
Findmittel: Rep. 637. Revidiert 1987.

Bestandsname: Achtundzwanziger
Laufzeit: 1807-1810
Institutionsgeschichte: Dieses Kolleg wurde im Mai 1807 auf Anordnung des Fürstprimas direkt von der Bürgerschaft - je zwei Repräsentanten aus den 14 Quartieren - gewählt zur Begutachtung von Steuer-, Quartier- und anderen die Bürgerschaft direkt angehenden Vorlagen und Angelegenheiten.
Bestandsumfang und -inhalt: 2 Bücher und zwei Anlagen. Revidiert 1987.

Bestandsname: Fünfundsiebziger
Laufzeit: 1819-1866
Institutionsgeschichte: Die 75er wurden gemäß der Konstitutionsergänzungsakte alljährlich direkt von der Bürgerschaft gewählt, um als Wahlmänner die 45 Mitglieder der Gesetzgebenden Versammlung zu ernennen.
Bestandsumfang und -inhalt: 46 Protokollbände, 1 Rm. Revidiert 1987/89.

Bestandsname: Gesetzgebende Versammlung: Protokolle und Akten
Laufzeit: 1816-1866
Institutionsgeschichte: Die Gesetzgebende Versammlung bestand aus 85 jährlich zu wählenden Mitgliedern (je 20 aus dem Senat und der Bürgerrepräsentation und 45 Vertreter der Bürgerschaft).
Bestandsumfang und -inhalt: 503 Nummern, 6,6 Rm.
Findmittel: Rep. 169, 170

Bestandsname: Verfassunggebende Versammlung
Laufzeit: 1848-1849
Institutionsgeschichte: Die Verfassunggebende Versammlung wurde gemäß des Gesetzes vom 19. Okt. 1848 direkt von der Bürgerschaft gewählt. Sie trat am 6. Nov. 1848 zusammen, löste sich aber am 5. Jan. 1849 wieder auf. Bestandsumfang und -inhalt: 120 Nummern, 0,75 Rm.
Findmittel: Rep. 586
Hinweise zur Benutzung: Gedruckte Protokolle und Aktenstücke der Verfassunggebenden Versammlung des Freistaates Frankfurt, 3 Bände, Frankfurt 1848-49.

1.4. Geheime Deputationen

Bestandsname: Geheime Ratsdeputation für die Verwendung der geheimen Ausgaben
Laufzeit: 1734-1768; 1735-1768
Institutionsgeschichte: Diese Deputation wurde gemäß der durch kaiserliche Resolution vom 10. Dez. 1734 gewährten Erlaubnis zur Verwendung der Gelder zu Verehrungs- und Bestechungszwecken eingerichtet.
Bestandsumfang und -inhalt: 3 Bände, 0,75 Rm. Protokolle und Jahresrechnungen und 2 Nummern Belege zur geheimen Cassarechnung.
Findmittel: Revidiert 1987.

Bestandsname: Ordinäre Ratschlagung und verschiedene geheime Ratsdeputationen: Akten
Laufzeit: 1706-1786
Bestandsumfang und -inhalt: 33 Nummern, 3 Rm. Betr. vor allem Beziehungen zum Reich seit dem Verfassungskonflikt und zu den Reformierten.
Findmittel: Verzeichnung in Jung S. 52 ff. Revidiert 1983.

1.5. Fürstlich Primatische und Großherzoglich Frankfurtische Behörden 1806-1814

Bestandsname: Fürstlich Primatische Behörden
Laufzeit: 1806-1810
Institutionsgeschichte: Der Fürstprimas Karl von Dalberg übernahm die Regierung der Stadt Frankfurt am 9. September 1806. Die neue primatische Verwaltungsordnung trat am 1. Januar 1807 ins Leben und blieb in der ersten großherzoglichen Zeit bis zum 31. Dezember 1810 bestehen.
Bestandsumfang und -inhalt: Bestandsrest. 93 Nummern aus Drucksachenbestand (gedruckte Bekanntmachungen und Ordnungen) und 7 Nummern aus Handschriftenbestand (handschriftliche Verordnungen und Mandate). Primatische Verordnungen aus der Zeit zwischen 1806 und 1808 finden sich auch in dem Bestand „Rechnei vor 1816“ Nr. 795. 0,25 Rm.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 312, Rep. 693. Revidiert 1990.

Bestandsname: Großherzoglich Frankfurtische Behörden
Laufzeit: 1811-1814 und 1810-1813
Institutionsgeschichte: Die großherzogliche Verwaltungsorganisation trat mit dem 1. Januar 1811 in Kraft. Senat und Bürgerkollegien wurden aufgelöst, wobei die Befugnisse des Senats teils auf die Präfektur, teils auf die Mairie übergingen. Die großherzogliche Verwaltung dauerte bis zum 31. Dezember 1813, an welchem Tag der Senat und die bürgerliche Selbstverwaltung wieder ins Leben gerufen wurden.
Bestandsumfang und -inhalt: Bestandsrest. 125 Nummern, 0,25 Rm. Gedruckte Bekanntmachungen und Verordnungen, Staatsverträge.
Findmittel: Rep. 313, 693, Verzeichnung in Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Winkopp, Peter Adolph: Versuch einer topographisch-statistischen Beschreibung des Großherzogtums Frankfurt, Weimar 1812. - Darmstädter, Paul: Das Großherzogtum Frankfurt, Frankfurt 1901.

1.6. Auswärtige Politik

Bestandsname: Kopialbücher
Laufzeit: 1228 - 18. Jh.
Bestandsumfang und -inhalt: 20 Bände, 0,8 Rm. Dieser Bestand ist von Kriegk aus den verschiedensten Archivbeständen zusammengestellt worden. Es handelt sich um Abschriften von Urkunden und wichtigen Schriftstücken, die bei der Verwaltungstätigkeit häufiger im Gebrauch standen und - in Buchform vereinigt - als „Nachschlagwerk“ dienten. Allerdings trifft die Bezeichnung „Kopialbücher“ nicht für alle Stücke zu. Einige Bände enthalten Originalaufzeichnungen. Zur Abschrift kamen zumeist Privilegien, Urkunden über die Verhältnisse zwischen Stadt, Geistlichkeit und Juden, Abschriften der Korrespondenz mit den damaligen Städtebünden und den umliegenden Grafen und Reichsständen, Rachtungen, Aufzeichnungen über Fehden und Landfrieden etc.
Findmittel: Übersicht über den Inhalt der einzelnen Bände und Verzeichnung (1228-1499) in Rep. 126 (Inventare 3) S. XI-XX und S. 146-211 (auf Fiches). Revidiert 1987.

Bestandsname: Reichssachen I
Laufzeit: 1330-1499
Bestandsumfang und -inhalt: 6395 Nummern, 39,5 Rm. Mischbestand - zusammengestellt von Kriegk durch Zerreißung älterer, in sich geordneter Registraturen - über die Beziehungen der Stadt zum Reich und zu auswärtigen Reichsständen (auch Unterlagen fremder Reichsstände untereinander).
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 124 (Inventare 1) S. VII und S. 1-322, Rep. 644.

Bestandsname: Reichssachen-Nachträge
Laufzeit: 1330-1499
Bestandsumfang und -inhalt: 2875 Nummern, 16,5 Rm. Nachträge zu den Reichssachen I. In diesen Nachträgen sind u.a. Unterlagen zur Erhebung des Gemeinen Pfennigs 1495-1499, zum Zoll zu Mainz und Reichskammergericht gegen Claus Bauare von Colmar.
Findmittel: Verzeichnung Rep. 125 (Inventare 2) S. 138-280, Rep. 652 (auf Fiches). Revidiert 1988.

Bestandsname: Reichssachen-Urkunden
Laufzeit: 1170-1634
Bestandsumfang und -inhalt: 443 Nummern, 3 Rm. Bei der Bildung des Mischbestandes Reichssachen wurde für Siegelurkunden größeren Formats ein eigener Teilbestand errichtet. Inhaltlich umfassen die Urkunden wie bei den Reichssachen I die Beziehungen der Stadt zum Reich und zu auswärtigen Reichsständen.
Findmittel: Bis 1499 verzeichnet in Rep. 125 (Inventare 2) S. 1-21. Revidiert 1990

Bestandsname: Reichssachen II
Laufzeit: 1500-1789
Bestandsumfang und -inhalt: 2.092 Nummern, 33,5 Rm. Die unter dem Namen Reichssachen II vereinigten Bestände bestehen u.a. aus Akten, die früher in den Laden Mgb. B vereinigt waren und aus Verhandlungen mit Reichsstädten und anderen Städten des In- und Auslandes hervorgegangen sind. Des weiteren sind hier Akten aus den Kriegszeiten des 17. Jh. beinhaltet, die nicht in den Mischbestand Krieg und Frieden aufgenommen wurden.
Findmittel: Rep. 129 (1500-1555), 130 (1556-1806), chronologische Einzelverzeichnung. Revidiert 1989.
Hinweise zur Benutzung: Ergänzende Bestände: Krieg und Frieden, Nachbarliche Beziehungen zu den Reichsstädten der Umgebung, Oberrheinischer Kreis.

Bestandsname: Reichssachen III
Laufzeit: 1500-1806
Bestandsumfang und -inhalt: 1.047 Nummern, 4 Rm. Dieser Teilbestand umfasst die ehemals in den Laden Mgb. A aufbewahrten Akten über die Beziehungen der Stadt zu einzelnen Reichsständen (mit Ausnahme der Stände Mainz, Hessen, Hanau, Isenburg, Solms, die in einem eigenen Mischbestand untergebracht sind) und auswärtigen Staaten.
Findmittel: Rep. 131 (Übersicht und Konkordanz zwischen Mgb.- und Kriegk’schen Signaturen) Rep. 132, 133 (Verzeichnung nach den Einzelstaaten) Rep. 134 (chronologische Verzeichnung). Revidiert 1982.
Hinweise zur Benutzung: Ergänzende Bestände: Krieg und Frieden, Nachbarliche Beziehungen zu den Reichsstädten der Umgebung, Oberrheinischer Kreis.

Bestandsname: Reichstagsakten
Laufzeit: 1397-1806
Institutionsgeschichte: Anmerkung: Zwischen 1614 und 1639 fanden keine Reichstage statt.
Bestandsumfang und -inhalt: Insgesamt 526 Nummern, 52,5 Rm. Der erste Teil von 1397-1499 umfasst überwiegend Korrespondenz zwischen Kaiser und Reichsständen und den Reichsständen untereinander über Festsetzung und Beschickung von Reichstagen, über Geleitschutz der Abgesandten, tlw. Nachrichten über einzelne Verhandlungspunkte. Seit der Einrichtung des Immerwährenden Reichstags in Regensburg ab 1663 beinhaltet der Bestand neben der Korrespondenz mit anderen Städten, Berichte der Gesandten, Entwürfe von Erlassen, Protokolle, Aktenabschriften und Drucksachen aus den Verhandlungen etc.
Findmittel: Beschreibung und Verzeichnung der Nummern 1-18, 1397-1499 in Rep. 121 (Inventare 3) S. XXIII und S. 243-300. Bände 19-120 (1500-1654) s. Jung S. 56 f. Für die Bände 19-96 (1500-1630) existiert ein ca. 1648 entstandenes Register = Rep. 121. Für die Jahre 1640-1806 ist das Rep. 122 hinzuzuziehen.

Bestandsname: Kaiserschreiben
Laufzeit: 1320-1640
Bestandsumfang und -inhalt: 2.403 Nummern, 11 Rm. Die ursprünglich in 19 Foliobänden zusammengefassten 2.400 Nummern wurden einzeln gelegt. Es handelt sich überwiegend um Korrespondenz zwischen Kaisern und Stadt, welche die äußeren Verhältnisse der Stadt betreffen, ähnlich den Reichssachen, jedoch mit dem Unterschied, dass die Kaiserschreiben fast ganz der hohen Politik, dem Verhältnis der Stadt zu Kaiser und Reich entstammen.
Findmittel: Beschreibung und Verzeichnung der Nr. 1-1326 (1320-1499) in Rep. 126 (Inventare 3) S. IX-XI und S. 40-145, Verzeichnung der Nr. 1328-2400 (1500-1639) in Rep. 123; Rep. 638 = Konkordanz und Revisionsbericht. Revidiert 1987, teilweise verfilmt.

Bestandsname: Rachtungen, Urfehden, Verbund- und Verzichtbriefe
Laufzeit: 1328-1602
Bestandsumfang und -inhalt: 2.322 Nummern, 15,5 Rm. Unter dem Titel „Rachtungen“ sind Urfehden, Verbund- und Verzichtbriefe zusammengefasst. Häufig sind es Ausgangspunkte oder Abschlüsse der Korrespondenz der Reichssachen, seit dem beginnenden 16. Jh. überwiegend nur Verzichtbriefe von gefangengenommenen Straftätern, die man zur Entlastung der Justiz freiließ, nachdem sie Verzicht auf weiteren Aufenthalt in der Stadt und auf Rache gegen dieselbe geschworen hatten. Findmittel: Verzeichnung (1328-1499) in Rep. 125 (Inventare 2) S. 22-110, Verzeichnung (1500-1585) in Rep. 137. Revidiert 1982.

Bestandsname: Acht und Aberacht
Laufzeit: 1365-1524
Bestandsumfang und -inhalt: 114 Nummern, 1,25 Rm. Mitteilungen und Bestätigungen von Achts- und Aberachtserklärungen bzw. von Lossprechungen. In Rep. 127 wurden nur die Hauptstücke, d.h. Achtserklärung und -aufhebung verzeichnet. Die dazugehörige Korrespondenz, die meist die Arrestierung oder Kümmerung der Güter der Ächter oder Aberächter beinhaltet, ist nur summarisch mit Angabe der betr. Jahre angeführt.
Findmittel: Rep. 127 (Inventare 4) S. 72-85. Revidiert 1991.

Bestandsname: Reichssteuer
Laufzeit: 1336-1791
Bestandsumfang und -inhalt: 1.501 Nummern, 10,75 Rm. Quittungen (chronologisch geordnet) der Kaiser, Könige und Pfandinhaber über die Entrichtung der Reichssteuer und Korrespondenzen hierzu. Der Bestand umfasst neben wenigen Akten fast ausschließlich Urkunden.
Findmittel: Rep. 6: Ugb A 47, 50. Revidiert 1991.

Bestandsname: Friedberger Reichssteuer/Pfandschaft auf Friedberg
Laufzeit: 1349-1647
Institutionsgeschichte: 1349 versetzte Karl IV an Günther v. Schwarzburg und die Grafen v. Hohenstein u.a. die Steuer der Stadt Friedberg. 1436 kaufte Frankfurt zur einen, Kurmainz und Eppstein zur anderen Hälfte den bisherigen Pfandinhabern ihre Rechte auf die Friedberger Stadtsteuer ab, wofür Friedberg jährlich von seiner Steuer 200 Gulden an Frankfurt zu zahlen hatte. Die Anteile von Mainz etc. brachte die Burg Friedberg 1455, 1464, 1535 käuflich an sich, so dass bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit Friedberg je 200 Gulden an die dortige Burg und an Frankfurt zu zahlen hatte.
Bestandsumfang und -inhalt: 120 Nummern, 1,25 Rm. Urkunden, Korrespondenz.
Findmittel: Teilweise verzeichnet (18./19. Jh.) in Rep. 6 Ugb. A 40, 42.

Bestandsname: Bürgschaften für Friedberg und Mainz
Laufzeit: Friedberg 1439-1465, Mainz 1438-1451
Bestandsumfang und -inhalt: Friedberg: 80 Nummern 0,5 Rm; Mainz: 24 Nummern, 0,5 Rm. Im Bestand enthalten sind Akten, Schuldbriefe, Notizen und Quittungen über erfolgte Rückzahlungen und Korrespondenzen über die Bürgschaften, welche die Stadt für Anleihen der Städte Mainz und Friedberg bei Frankfurter Bürgern übernommen hatte.
Findmittel: Bürgschaften für Friedberg Rep. 663. Revidiert 1991; Bürgschaften für Mainz unverzeichnet und nicht revidiert.

Bestandsname: Frankensteinische Lehenurkunden
Laufzeit: 1251-1812
Institutions- und Personengeschichte: Über die eheliche Verbindung zwischen Johann von Frankenstein und Irmel von Cleen kam die Familie 1522 durch kaiserliche Belehnung in den Besitz des ab dieser Zeit nach der reichsunmittelbaren Adelsfamilie benannten Frankensteiner Hofs in Sachsenhausen. Zuvor gehörte der Hof im 13. Jh. den Rittern von Sachsenhausen und im 15. Jh. den aus Oberhessen stammenden Rittern von Cleen. Erst 1831 erwarb die Stadt im Zusammenhang mit der Aufhebung des Lehenswesens die Frankensteinischen Besitzungen. Die Familie selbst zog sich auf ihren Besitz im mittelfränkischen Ullstadt zurück. Auf diesem Besitz wohnt die Familie noch heute und unterhält dort ein Familienarchiv. Bestandsumfang und -inhalt: 143 Nummern, 2 Rm. Der Bestand enthält eine größere Anzahl von Kaiser- und Königsurkunden, einige Amtsbücher und Akten. Er bieten einen guten Einblick in die Rechts- und Wirtschaftsgeschichte der Frankfurter Beziehungen einer reichsunmittelbaren Adelsfamilie und spiegelt das spannungsreiche Verhältnis zwischen Reichsstadt und einer nicht ihrer Jurisdiktion unterstehenden Familie wieder.
Findmittel: Rep. 656. Gedruckt: Fischer, Roman: Frankensteinische Lehenurkunden 1251-1812, FfM. 1992. [Mit Ersatzdokumentation verlorener Archivalien.]
Hinweise zur Benutzung: Bestand Prozeßdruckschriften Nr. 55: Frankenstein contra Frankfurt.
Literaturhinweise: Euler, Ludwig Heinrich: Die Herren von Sachsenhausen und Praunheim, in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, Band 6, S. 38-113, Frankfurt 1854. - Weissgerber, Wolfgang: die Herren von Frankenstein und ihre Frauen, Darmstadt 1975.

Bestandsname: Kaiserliches und königliches Hofgericht
Laufzeit: 1361-1499
Institutionsgeschichte: Seit dem Mainzer Landfrieden 1235 gab es im Reich einen ständigen Hofrichter und seit dem 13. Jh. in allen Territorien Hofgerichtsräte. Nachdem die letzte Sitzung des königlichen Hofgerichts stattfand, übernahm das kaiserliche Kammergericht seine Funktion, zunächst unter dem persönlichen Vorsitz des Königs. 1495 löste das Reichskammergericht das königliche Kammergericht ab.
Bestandsumfang und -inhalt: 27 Nummern. 0,25 Rm. Überwiegend Schreiben wegen Klagsachen vor dem Hofgericht: Ladungen, Zurückverweisungen an das Frankfurter Gericht, Erteilung von Vollmachten zur Vertretung der Stadt bei Klagsachen etc.
Findmittel: Rep. 677

Bestandsname: Reichskammergericht: Prozeßakten
Laufzeit: 1495-1806
Bestandsumfang und -inhalt: 1.634 Prozesse in 2.630 Akten, 24 Rm. Kammergerichtsakten über die bei demselben geführten Prozesse der Stadt oder deren Bürger, aus dem Archiv des Reichskammergerichts abgegeben.
Findmittel: Rep. 266 (alphabetisches Verzeichnis der Kläger), Rep. 267 alphabetisches Verzeichnis der Beklagten). Inventar der Akten des Reichskammergerichts 1495-1806, Frankfurter Bestand (in der Dienstbibliothek des Instituts für Stadtgeschichte).
Literaturhinweise: Kaltwasser, Inge: Inventar der Akten des Reichskammergerichts 1495-1806, Frankfurter Bestand. Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission, Bd. 21, Frankfurt am Main, 2000.

Bestandsname: Hofgericht Rottweil
Laufzeit: 1428-1655
Institutionsgeschichte: Die erste urkundliche Erwähnung des Hofgerichts geht auf das Jahr 1299 zurück. Es unterstand unmittelbar dem König, der es durch beamtete Hofrichter verwalten ließ. Nach der Hofgerichtsordnung aus dem 15. Jh. reichte der Gerichtsbezirk sehr weit. Elsaß, Pfalz, Rheinfranken bis nach Köln, Frankfurt und große Teile Ostfrankens bis nach Thüringen gehörten zum Sprengel.
Bestandsumfang und -inhalt: 433 Nummern, 1 Rm.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank
Bemerkungen: Da viele Sachen, die vor die Veme kamen, auch dem Rottweiler Hofgericht vorlagen und umgekehrt, empfiehlt es sich beide Bestände zu benutzen. Auch in den Beständen Reichssachen I und Reichssachen Nachträge finden sich einzelne Schriftstücke zum Rottweiler Hofgericht.
Literaturhinweise: Grube, Karl: Die Verfassung des Rottweiler Hofgerichts, Stuttgart 1969. - Glitsch, Heinrich/Müller, Karl Otto: Die alte Ordnung des Hofgerichts zu Rottweil (um 1435), Weimar 1921.

Bestandsname: Freigericht Kaichen
Laufzeit: 1382-1669
Institutionsgeschichte: Im Süden der Wetterau wirkte das 1293 erstmals erwähnte Freigericht Kaichen. Das Gericht bestand aus 12 Schöffen (Lehnsherren und Bauern gleichermaßen), die mit einem jährlich neu gewählten „Obergrefen“ das urteilsfindende Gericht darstellten, das nur dem König unterstand. Etwa 16 Dörfer gehörten zum Gericht. In diesen Dörfern gab es Ortsgerichte, die die niedere Gerichtsbarkeit innehatten. Das Kaicher Gericht war der Oberhof für diese Dorfgerichte. Im 15. Jahrhundert geriet das Gericht immer mehr in Abhängigkeit der Friedberger Burgmannen, bis diese das Freigericht Kaichen 1534 endgültig in ihr Territorium eingliederten.
Bestandsumfang und -inhalt: 71 Nummern, 0,5 Rm. Der Bestand besteht aus Urkunden, Akten und Kopialbüchern und bezieht sich inhaltlich überwiegend auf Korrespondenz zwischen dem Rat der Stadt Frankfurt, dem Obergrefen und den Friedberger Burgmannen über Streitfälle derselben untereinander, mit Frankfurter Bürgern und den Dörfern des Gerichts.
Findmittel: Rep. 140. Revidiert 1985.
Literaturhinweise: Thudichum, Friedrich: Geschichte des freien Gerichts Kaichen in der Wetterau, Gießen 1858.

Bestandsname: Maigericht Langen und Wildbann in der Dreieich
Laufzeit: 1338-1598
Institutionsgeschichte: Der Wildbann Dreieich lag dem Weistum von 1338 zufolge zum größten Teil auf dem linken Mainufer, wo er bis über Darmstadt hinausreichte; auf dem rechten folgte die Grenze der Nidda bis Bonames und zog dann bis Aschaffenburg hin. Über das Gebiet verstreut lagen Anwesen, darunter 36 königliche Wildhuben, deren Inhaber (Hübner, die Wild und Wald pflegten) belehnt wurden und ihre Liegenschaft vererben durften. Dieser gewaltige Königsforst unterstand einem besonderen Vogt, der die Jagd und das Gericht des Königs zu hegen hatte. Das Gericht oder Maigeding wurde jährlich in Langen im Mai gehalten. Unter dem Vorsitz des Schultheißen von Frankfurt und des Vogts saßen die Hübner als Schöffen zu Gericht. Bestandsumfang und -inhalt: 1 Kasten. Wildbannbuch mit Register und eine Anzahl nicht verzeichneter, sondern nur chronologisch geordneter Stücke.
Findmittel: Rep. 7: Ugb A 62.
Literaturhinweise: Scharff, Friedrich: Das Recht in der Dreieich, Frankfurt 1868.

Bestandsname: Weltliches Gericht in Mainz
Laufzeit: 1423-1536
Bestandsumfang und -inhalt: 32 Nummern, 0,25 Rm.
Urkunden und Schreiben unterschiedlicher Streitfälle.
Findmittel: Rep. 20: Ugb E 77

Bestandsname: Feme, Feme-Nachträge, EHRMANNsche Vemesachen
Laufzeit: 1387-1535
Institutionsgeschichte: Die in Westfalen verbreiteten Femegerichte (auch Freigerichte, heimliche Gerichte genannt) waren Königsbanngerichte, d.h. die Stuhlherren suchten beim Herrscher direkt um die Bannleihe nach. Die Gerichtsbarkeit unter Königsbann bezog sich in ihrer Zuständigkeit auf die Verurteilung von femerügigen Straftaten in einem weiten Gerichtsbezirk, sofern die regional zuständigen Gerichte sich dem Kläger versagten. Die Strafbestimmung bei der Feme zeichnete sich durch Einfachheit und Unmissverständlichkeit aus: Der des schweren Rechtsbruchs Überführte wurde „verfehmt“, d.h., des Todes durch den Strang für schuldig befunden. Die Rechtsfindung beruhte auf alten Rechtssatzungen (z.B. Sachsenspiegel) und die Verhandlungen über schwere Kriminalfälle fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der „heimlichen Acht“ statt.
Bestandsumfang und -inhalt: Veme 1 Rm. Veme-Nachträge 4 Kästen, Ehrmannsche Vemesachen 2 Kästen (1896 vom Stadtarchiv Straßburg käuflich erworben). Der Bestand enthält Schriftverkehr zwischen westfälischen Freigrafen und Stuhlherren und der Stadt, Vollmachtschreiben für Gerichtsverhandlungen, Gesandteninstruktionen, Botenberichte etc.
Findmittel: Rep. 139
Bemerkung: Der Frankfurter Mediziner Johann Christian Ehrmann (1749-1827) war ein Archivaliensammler, dessen Goethe in seiner „Reise an Rhein, Main und Neckar“ gedenkt. Da viele Sachen, die vor die Veme kamen, auch dem Rottweiler Hofgericht vorlagen und umgekehrt, empfiehlt es sich beide Bestände zu benutzen.
Literaturhinweise: Gimbel, Richard: Die Reichsstadt Frankfurt am Main unter dem Einfluss der Westfälischen Gerichtsbarkeit (Feme), Frankfurt 1990 (S. 252 Konkordanz der drei Femegerichtsbestände). - Usener, F. Ph.: Die Frei- und heimlichen Gerichte Westphalens, Frankfurt 1832.

In dieser Abteilung laufen Archivalien diverser Bestände zusammen. Neben den hier angeführten Akten sollten stets die gleichzeitigen Reichssachen hinzugezogen werden. Für die Zeit der Revolutions- und Befreiungskriege treten die geheimen Deputationsakten der Jahre 1792 ff. und die Kriegszeugamtsakten ergänzend hinzu.

Bestandsname: Kriegswesen 17. Jh.
Bestandsumfang und -inhalt: 54 Nummern, 1,25 Rm. Bestandsrest mit Akten zu Einquartierungen, Durchzug fremder Truppen, Kriegswerbung und Rekrutierung, Personalangelegenheiten (Empfehlungsschreiben und Bewerbungen), Oberrheinische Kreistruppe, Frankfurter Garnison u.s.w. Findmittel: Rep. 144, Rep. 18 Ugb. E. Revidiert 1989.

Bestandsname: Siebenjähriger Krieg
Bestandsumfang und -inhalt: 10 Bände, 0,66 Rm.
Findmittel: Verzeichnet in Archivdatenbank.

Bestandsname: Revolutions- und Befreiungskriege
Bestandsumfang und -inhalt: 174 Nummern, 4 Rm. Bestandsrest mit Akten über politische und militärische Verhandlungen in dieser Zeit.
Findmittel: Rep. 143.

Bestandsname: Requisitionen und Vorschreiben
Laufzeit: 1500-1802
Bestandsumfang und -inhalt: 1549 Nummern, 4,25 Rm. Kurze Schreiben von diversen Reichsständen und Behörden an Frankfurt, meist ohne Aktenfolge, enthalten Gesuche um Arrestationen, Konfrontationen, Zeugenverhöre, Anfragen und Auskunftsbegehren aller Art.
Findmittel: Rep. 356. Revidiert 1988.
Hinweise zur Benutzung: Die Requisitionen vor 1500 befinden sich in den Beständen Reichssachen und Reichssachen Nachträge. Weitere zu berücksichtigende Bestände: Ratssupplikationen und Varia.

Die Reichskreise waren das Ergebnis des Versuchs einer Reichsreformbewegung gegen Ende des 15. Jh., die Reichsstände zu Körperschaften zusammenzufassen. 1500 erfolgte die Einrichtung der ersten sechs Kreise (später 10), unter denen sich der Oberrheinische Kreis befand, dem die Reichsstadt Frankfurt angehörte. Zu den Aufgaben der Kreise gehörten die Rekrutierung für das Reichsregiment, Beitreibung der Reichssteuern, Gestellung der Reichshilfe gegen auswärtige Gefahren durch Geldzahlungen oder Truppenaushebung, Polizeifunktionen bei der Abwehr von Landfriedensbrüchen, Aufsicht über das Münzwesen (Überprüfung der Prägungen der münzberechtigten Stände nach der Münzprobationsordnung). Mit diesen Aufgaben wurden den Kreiskörperschaften reichsverfassungsrechtliche Funktionen übertragen, womit den Schwächen der derzeit im Reich bestehenden Kleinstaatenwelt ein Ausgleich geschaffen werden sollte.


Bestandsname: Oberrheinischer Kreis
Laufzeit: 1541-1813
Bestandsumfang und -inhalt: Nach einer Neuverzeichnung werden hier alle Akten, Bücher und Drucksachen der Stadt im Verhältnis zum Oberrheinischen Kreis zusammengefasst, die zuvor verschiedene Bestände gebildet hatten: die Akten des Rats einschließlich der Münzprobationsakten, die Protokolle mit Anlagen (Kreisdictata) und der Nachlass des Vertreters von Pfalz-Zweibrücken; Leiningen-Westerburg und Stolberg-Gedern im Kreiskonvent, Dr. Johann Benjamin Lehnemann (1719-1781).
Findmittel: Verzeichung in Archivdatenbank, Rep.930

Bestandsname: Nachbarliche Beziehungen zu den Reichsständen der Umgebung: Hanau, Hessen, Isenburg, Mainz, Solms
Bestandsumfang und -inhalt: 1.417 Nummern, 17,25 Rm.
Dieser Bestand enthält zumeist nachbarliche Streitigkeiten und Hoheitssachen ohne größere politische Bedeutung und Folgen. Was vor 1500 liegt, ist von Kriegk den Reichssachen zugewiesen worden und auch darin verblieben. Die Akten nach 1500 sind von Grotefend wieder den althergebrachten Abteilungen Hanau, Hessen etc. zugeführt worden.
Hanau (1536-1788): u.a. Grenze, Zoll, Geleit, Mainschiffahrt, Güter des Heiliggeistspitals, Vilbeler, Friedberger und Preungesheimer Straßen, Hanauer und Frankfurter Privilegien, Schulden der Frankfurter Juden im Hanauischen, Hessen-Haunauische Erbfolge.
Hessen (1561-1668): u.a. Hoheitssachen, Gefangenen-Lieferung, Arreste, Kontributionen von Gütern der Frankfurter Bürger im Hessischen, Gratulationen der Stadt zu Familienereignissen im hessischen Hause, Geschenke der hessischen Landgrafen an die Stadt.
Isenburg (1500-1770): u.a. Hoheitsstreitigkeiten, Arreste von Frankfurter Bürgern, Wildbann, Schaaftrieb und Fischerei in der Dreieich, Offenbacher Marktschiff.
Mainz (1572-1793): u.a. Hoheitssachen, Gefangenenauslieferung, Marktschiff, Jurisdiktion auf dem Main, Holz-, Diel- und Reifhandel, Ungeld, Judenbede, kaiserliches Protectorium speciale gegen Mainzer Übergriffe.
Solms-Rödelheim (ca. 1500-1802)
Findmittel: Rep. 147.

Bestandsname: Räte und Residenten
Laufzeit: 1652-1806
Bestandsumfang und -inhalt: 10 Bände, 1,5 Rm. Akten über die Beglaubigung von Räten, Residenten, Agenten, Konsuln, Hoffaktoren der Reichsstände und auswärtigen Mächten und andere, deren Vertreter betr. Angelegenheiten, ferner über die dem Rat überreichten Adelsdiplome und Standeserhöhungs-Patente. Verzeichnis der Gesandtschaften der Stadt Frankfurt in Paris, 1791-1806.
Findmittel: Rep. 141, 552. Revidiert 1989.

Bestandsname: Dedikationen und Invitationen
Laufzeit: 1595-1779
Bestandsumfang und -inhalt: 13 Faszikel, 0,33 Rm. Widmungen von Schriften und anderen geistigen Erzeugnissen an den Rat sowie teilweise Einladungen desselben zu Hochzeiten und Gevatterschaften.
Findmittel: Rep. 443. Revidiert 1989 (1650-1679 verfilmt).
Hinweise zur Benutzung: Gratulations- und Kondolenzbücher, Höflichkeitsbezeugungen der Stadt gegenüber den Mitgliedern der hessischen Familie sind im Ugb Rep. 19 unter E 67 E und R verzeichnet und stehen bei den Akten über die Beziehungen zu Hessen.

Bestandsname: Gratulations- und Kondolenzschreiben
Laufzeit: 1652-1805
Bestandsumfang und -inhalt: 6 Bände, 0,66 Rm. Neben Gratulationen und Kondolenzen befinden sich auch vielfach Akten über die Begrüßung von Fürstlichkeiten und deren Vertretern bei der Durchreise.
Findmittel: Rep. 14: Ugb D 13.
Hinweise zur Benutzung: Vgl. Bestände: Zeremonialbücher; Einladungen und Dedikationen.

Bestandsname: Zeremonialbücher
Laufzeit: 1728-1789
Bestandsumfang und -inhalt: 3 Bände, 0,33 Rm. Auszüge aus den Protokollen des Rates und der Schöffen über Begrüßungen fürstlicher Personen und Gesandten bei deren Ankunft in Frankfurt und über die zu deren Ehren getroffenen Veranstaltungen.
Findmittel: Bände enthalten Register.
Hinweise zur Benutzung: Vgl. Bestand: Gratulations- und Kondolenzbücher.

1.7. Finanzverwaltung

Die Zuständigkeiten des Rechneiamts bezogen sich auf die Führung von Hauptrechnungen zur Festhaltung der gesamten städtischen Einnahmen und Ausgaben, die Oberaufsicht über den städtischen Besitz, die Inventarführung über die stadteigenen Häuser und Grundstücke, Regelung des Schuldenwesens, Aufsicht über Maße, Gewichte, Fleisch- und Fischverkauf und die Aufnahme der Juden in die Stättigkeit. Im Verlauf des 18. und 19. Jh. wurden in Folge von Visitationsordnungen einige bis dahin zum Teil selbständige Ämter dem Rechneiamt angegliedert: Münzamt, Holzamt, Standamt, Bestätteramt, Marstallamt, Stadt- und Eisenwaage, Kranen, Kranenwaagen, Heu- und Güterwaage, Leinwandhaus, sämtliche Zölle, Tor- und Einlassschreibereien, Wechselstempelbüros, Tuchschau, Ausrüster, Makler und Fruchtmesser.

Bestandsname: Rechneiamt: Akten des Rats (Ugb-Akten)
Laufzeit: 14. Jh., 1382-1820
Bestandsumfang und -inhalt: 1.155 Nummern, 9 Rm.
Dieser Teil des Ratsarchivs ist in gewissem Sinn eine Parallelüberlieferung zum Bestand Rechnei vor 1816. Auch ist eine Überschneidung mit den Ratssupplikationen zu erkennen. Der Bestand enthält einige zum Teil umfangreiche Serien wie Mahnungen von Kapitalgläubigern wegen ausstehender Zinszahlungen durch die Stadt, Konzessionsgesuche für Gaststätten und Ladengeschäfte, Ausstellung von Brunnen mit Pumpen und Pumpensäulen.
Findmittel: Rep. 973

Bestandsname: Reichneiamtsakten vor 1816
Laufzeit: ca. 1546-1844
Bestandsinhalt: Der zeitliche Schwerpunkt der erhaltenen Überlieferung liegt zwischen 1760 und 1810 und gibt vielfältige Einblicke in das wirtschaftliche Leben der Stadt. Das ältere Material muss als verloren angesehen werden, auch wenn der Bestand bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Weil die Rechnei auch Schiedsstelle für Streitigkeiten war, gibt der Bestand einen guten Einblick auch in Streitigkeiten zwischen einzelnen Berufsgruppen wegen Kompetenzüberschreitungen anderer Berufsgruppen. Thematische Schwerpunkte des Bestandes sind Zollverwaltung, Lotterie und Lotto, Liegenschaftsangelegenheiten einschließlich der nichtmilitärischen Nutzung der Befestigungsanlagen und ihrer Schleifung, das Münzwesen und hier besonders die die Bekämpfung von Verstößen gegen die Münzgesetze während des Siebenjährigen Krieges und die Kontrolle der Ein- und Ausfuhr von Geld an den Stadttoren, Handel und Verkehr zu Wasser und zu Land sowie Handwerk und Gewerbe.
Findmittel: Rep. 918.

Bestandsname: Rechneiamtsakten nach 1816
Laufzeit: 1816-1887
Bestandsumfang: 4.640 Nummern, 45,5 Rm.
Findmittel: Rep. 85 u. Rep. 631, 799, (802). Revidiert 1981.

Bestandsname: Rechneiamt: Bücher
Laufzeit: 1341-1889
Bestandsinhalt: Besonders wertvoll sind geschlossene Serien, die die städtische Finanzpolitik und Rechnungsführung über längere Zeiträume dokumentieren: die Protokolle von 1564 bis 1879, die Dekrete des Rates an die Rechnei von 1650 bis zum Rechnungsjahr 1880/81, die Haushalte von 1821 bis 1881, die Bilanzen von 1733-1831, die Diurnale oder Rechenmeisterregister als Vorstufen zu den Rechenbüchern von 1430 bis 1488 (mit Unterbrechungen) und von 1544 bis 1699. Wichtig ist auch die Überlieferung zu Kapitalien, Grundrenten, Gülten, Leibgedingen und Zinsen. Während Grundrenten und Zinsen auf persönlichen oder dinglichen Abhängigkeitsverhältnissen beruhen, waren die Grundlagen der Gülten rein privatrechtliche und vermögensrechtliche Grundlasten. Gut dokumentiert ist auch der städtische Weinkeller und die Erhebung von Abgaben wie das Ungeld als einer Akzise auf Wein von Wirten und Baumwirten (Straußwirten) mit begrenzter Schankerlaubnis. Ein wissenschaftlich wertvolles Anhängsel sind die Aufzeichnungen von Friedrich Joseph Cleynmann (1764-1827), der als Bankier, Schriftsteller und Politiker, auch Senator und 1816 Jüngerer Bürgermeister einen Schwerpunkt auf Wirtschaft und Geldwesen hatte und zum Geldwesen seiner Zeit und dessen historischer Entwicklung interessantes und mit Originaldokumenten vermischtes Material hinterlassen hat.
Findmittel: Rep. 911. Rechenbuch 1428 auf Mikrofiche.
Hinweise zur Benutzung: Teilnachlass C. F. Cleynmann s. Münzwesen und S1/255 .

Bestandsname: Deposita: Akten des Rats und Akten ohne Bezeichnung
Laufzeit: 1410-1727 und ca. 1400-1699
Institutionsgeschichte: Über die Verwahrung und Verwaltung der Depositen (Einlagen) an Geld, Dokumenten und Wertsachen (u.a. Wechselbriefe, Schuldverschreibungen, Familienpapiere, Verträge, Wertpapiere) wurde von etwa 1400 bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit eine eigene Registratur geführt. Die in den Akten erscheinenden Deponenten sind meist Auswärtige, Kaiser, Reichsstände, Edelleute, Städte und Bürger.
Bestandsumfang: Insgesamt 326 Nummern Urkunden und Akten, 4 Rm. Bei den „Akten ohne Bezeichnung“ ist nur noch ein Bestandsrest vorhanden.
Findmittel: Rep. 12: Ugb C 1-3.

Bestandsname: Münzwesen: Ratsakten
Laufzeit: 1350-1499
Institutionsgeschichte: Ein besonderes Münzamt wurde 1762 errichtet und gehörte bis 1866 zum Rechneiamt. Über die Münzakten wurde bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit eine besondere Registratur im Ratsarchiv geführt. Bestandsumfang: 736 Nummern, 0,75 Rm. Bestandsrest; die Akten ab 1500 sind bis auf ein Stück verbrannt.
Findmittel: Verzeichnung der Jahre 1350-1499 in Rep. 127 (Inventare 4),
S. V und 1-71.
Literaturhinweise: Joseph, Paul/Fellner, Eduard: Die Münzen von Frankfurt am Main, Frankfurt 1896-1903

Bestandsname: Sammlung von Münzverordnungen „Diplomatarium monetarium Francofurtense“ (aus dem Nachlass Friedrich Joseph CLEYMANN)
Laufzeit: 1252-1815
Personengeschichte: *13.3.1764, +16.10.1827. Kommerzienrat, Bankier, Kommunalpolitiker, Schriftsteller. Mitinhaber des Bankhauses de Neufville-Mertens & Bernhard. 1807-1813 Handelsassessor beim Stadtgericht, 1809 Senator, 1811 Maire der Stadt, 1816 Jüngerer Bürgermeister, 1818 Schöffe. Sachverständiger in Münz- und Handelssachen und erster Forscher auf dem Gebiet der Frankfurter Münzgeschichte.
Bestandsumfang und -inhalt: 3 Bände, 0,5 Rm. Zusammenstellung aller bis einschließlich zum Jahre 1815 erlassenen Münzverordnungen.
Hinweise zur Benutzung: Teilnachlass F. J. Cleymann s. auch Nachlässe und Rechneiamt: Verschiedene Amtsbücher.

Bestandsname: Vergantungen: Bücher
Laufzeit: 1731-1879
Bestandsumfang und -inhalt: 840 Bände, 22 Rm. Zwei Serien: eine chronologische Hauptserie und eine seperate Serie für größere Auktionen, denen jeweils ein eigener Protokollband gewidmet ist. Journale und Extraktenbücher, Vergantungsprotokolle, Bücher- und Kunstauktionsprotokolle, Zins-, Scontro- und Cassabücher, Ein- und Ausgabebücher, Inventarien des Vergantungslokales.
Findmittel: Rep. 757.

Das Rentenamt erhob die indirekten Abgaben. Es bestand selbständig bis zum Jahr 1832 und ging dann im Rechneiamt auf. Ein alphabetisches Sachregister über alle Zweige des Rentenwesens aus allen Beständen des Ratsarchiv bis 1786 in Rep. 88, 89.

Bestandsname: Rentenamt: Akten des Rats
Laufzeit: ca. 1400-1813
Bestandsumfang: 793 Nummern, 4 Rm.
Findmittel: Rep. 10 (Ugb B 73, 64, 65), Rep. 9 (Ugb B36), Rep. 8 (Ugb B 15), Rep. 11 (Ugb B 93), Rep. 15 (Ugb D 69), Rep. 17 (Ugb D 101). Ein alphabetisches Register über die Untergewölb-Laden betr. Rentenamt in Rep. 29. Vgl. Rep. 88, 89, 740. Revidiert 1998.

Bestandsname: Rentenamt: Ungeld und andere Gefälle o.B.
Laufzeit: 1331-1742
Findmittel: Unverzeichnet.

Bestandsname: Akten des Rentenamts 1581-1794
Laufzeit: 1581-1794
Hinweise zur Benutzung: Vgl. Jung S. 85.

Bestandsname: Rentenamt: Protokolle und andere Bücher
Laufzeit: Protokolle 1773-1810, andere Bücher 1610-1832

Bestandsname: Akten des Rentenamts 1816-1832
Laufzeit: 1816-1832
Bestandsumfang: 980 Nummern, 3,33 Rm.
Findmittel: Rep. 91. Revidiert 1989.

Bestandsname: Schatzungsamt, Bücher (1357-1839), Schatzungsamt, Ugb-Akten (1350-1817)
Institutionsgeschichte: Das Schatzungsamt war für die Erhebung der direkten Steuern zuständig, die allesamt Vermögenssteuern waren. Es wurde 1817 durch die Einkommensteuer- und Schuldentilgungskommission ersetzt. Zu seinem Geschäftsbereich gehörte ab 1726 auch die Prüfung der finanziellen Verhältnisse derer, die sich um Bürger- und Beisassenschutz bewarben, nachdem diese Prüfung zuvor von einem Inquisitionsamt wahrgenommen worden war. Der Bestand „Schatzungsamt, Bücher“ ist nur ein trauriger Rest der umfangreichen Bücher des Amtes, vor 1700 Bedebücher und dann Schatzungsbücher genannt. Aus den Trümmern des alten Stadtarchivs am Weckmarkt wurden nur wenige stark beschädigte und daher unbenutzbare Bedebücher aus dem 15. Jahrhundert gefunden. Die meisten Bücher dieses Bestandes stammen aus der Zeit nach 1800. Die Akten sind überwiegend Einzelfälle und gliedern sich in Vorgänge zur Schatzung und deren Ermäßigung, Anträge auf Bürgerrecht und Beisassenschutz, Erbschaften, oftmals mit der Aufdeckung von Steuerhinterziehungen verbunden und Erhebung der Nachsteuer. Die Besteuerung der Landgemeinden gehörte bis 1817 zu den Geschäften des Landamtes und ging dann auf die neue Kommission über.
Bestandsumfang und -inhalt: Akten des Rats: 1.312 Akten und 5 Urkunden, 8,5 Rm. Bücher des Amts: 110 Bände, 5,5 Rm. Bestandsrest. Dabei: Reste einiger Bedebücher: 5 Bände.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep.975, Bedebücher verfilmt.
Hinweise zur Benutzung: Die Signatur Ugb. B 78 Nr. 43 (Goethe-Akte) wurde an die Autographensammlung der Stadtbibliothek abgegeben. Jung S. 86-88. Literaturhinweise: Bothe, Friedrich: Die Entwicklung der direkten Besteuerung in der Reichsstadt Frankfurt bis zur Revolution 1612-1614, Frankfurt 1906

Bestandsname: Inquisitionsamt
Laufzeit: ca. 1600-1727
Institutionsgeschichte: Dieses Amt hatte die Vermögens- und Personalverhältnisse derer zu überprüfen, die sich um Bürgerrecht oder Beisassenschutz bewarben. 1726 wurde es dem Schatzungsamt einverleibt.
Bestandsumfang und -inhalt: 51 Nummern, 0,33 Rm. Der Bestand beinhaltet u.a. Inquisitionsprotokolle, Edikte, Ratsbeschlüsse, Rechnungen, Beisassen, Supplikationen, Angelegenheiten betr. Marstall.
Findmittel: Rep. 10: Ugb B 76, Rep. 657. Revidiert 1989.

Bestandsname: Rechnungskommission: Akten des Rats (Ugb-Akten)
Laufzeit: Akten: 1784-1820
Institutionsgeschichte: 1797 wurde eine besondere Rechnungskommission zur Regulierung der Kriegsschulden und Erhebung von Beiträgen zu diesem Zweck eingesetzt; sie blieb bis 1817 bestehen. Danach übernahm die Einkommenssteuer- und Schuldentilgungskommission ihre Geschäfte.
Bestandsumfang und -inhalt: Akten: 223 Nummern, 2,25 Rm. Der Bestand enthält u.a. Akten über geleistete Kontributionsbeiträge, Strafen wegen zu geringen Zahlungen, Stadtobligationen, Entrichtung von Kriegssteuern, Schatzungserhebungen. Verhandlungen zwischen Rechnungskommission und Finanzdeputation, Rechnungsablagen mit Anlagen, Kassenbücher.
Findmittel: Rep. 924.

Bestandsname: Rechnungskommission: Bücher
Laufzeit: 1784-1820
Institutionsgeschichte: Die Schulden aus dem Reichskrieg mit Frankreich und durch die von den Franzosen erhobene Kontribution hatte die Einsetzung einer besonderen Rechnungskommission zur Erhebung der Kontribution und auch zur Ausgabe von Stadtobligationen zur Folge. Diese Kommission bestand bis 1817 und ging dann gemeinsam mit dem Schatzungsamt in der Einkommensteuer- und Schuldentilgungskommission auf.
Bestandsumfang: 41 Bände, 1 Rm. Protokolle mit Anlagenbänden.
Findmittel: Rep. 924.

Bestandsname: Stadtlotterie
Laufzeit: 1765 - 1873
Institutionsgeschichte: Zur Finanzierung von sozialen Ausgaben erhielt der seit 1735 Kastenamt genannte Allgemeine Almosenkasten im Jahr 1727 die Genehmigung für eine erste Lotterie, deren erste Ziehung am 1. November 1728 stattfand. Im lotteriefreudigen 18. Jahrhundert betrieb die Stadt von 1750 bis 1787 ein Kapitallotterieamt zur Abtragung städtischer Schulden. Überdies hatten die Frankfurter die Möglichkeit zur Teilnahme an auswärtigen Lotterien und am Zahlenlotto. 1791 wurde die „Frankfurter privilegierte Stiftungslotterie“ begründet und ihre Überschüsse für das Kastenamt und das Armenhaus verwendet. Unter der finanziellen Belastung der Reichskriege wurde die Lotterie 1803 als „Stadtlotterie“ von der Stadt übernommen und ihr Gewinn zunächst zur Tilgung der Kontributionsschulden gegenüber Frankreich verwendet. Die Stadtlotterie wie schon die Stiftungslotterie unterstand einer gemischten Deputation und wurde unmittelbar von einer Lotteriedirektion (von 1811 bis 1813 Großherzogliche Lotteriekommission) verwaltet, deren erster Generaldirektor Isaak Raphael Sinzheim war. Diese Struktur blieb auch nach 1813 für das Stadtlotterieamt am Holzgraben bestehen. Nach der Annexion Frankfurts durch Preußen durfte die Stadt nach dem Rezess von 1869 ihre Stadtlotterie als Abteilung des Rechneiamts vorübergehend weiter betreiben.
Bestandsumfang und -inhalt: 54 Nummern, 4 Rm. Von den bei Jung aufgeführten Protokollen und Akten sind heute nur noch die Protokolle mit Anlagen und die Briefkopierbücher erhalten. Weiteres befindet sich im Ratsarchiv Ugb B 79 Nr. 59 und im Bestand Rechnei vor 1816 (Rep. 918, S. 40-44) sowie in den Büchern des Almosenamts und der Rechnei (Bestände: Almosenkasten Bücher und Rechneiamt Bücher). Der in Teilen von Dr. Buchka als Leiter des Stadtarchivs II bereits 1873 aufgelistete Bestand wurde 1990 revidiert (Rep. 113).
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 923.
Hinweise zur Benutzung: Vgl. Bestand Bücher des Allgemeinen Almosenkastens, Rep. 796. Das von 1750-1787 bestandene städt. Kapitallotterieamt diente zur Tilgung bzw. zur Konvertierung der städt. Schuld. Die Akten darüber befinden sich unter den Rechnei-Akten (Ugb B 79 Nr. 59) und Rechneiamt vor 1816.

Bestandsname: Kornamt
Laufzeit: 1525-1850
Institutionsgeschichte: Das Frankfurter Kornamt hatte eine Reihe von Zuständigkeitsbereichen: die Verwaltung der Landgüter und der Einkünfte aus den städtischen Dörfern, die Verwaltung und Verpachtung der Mühlen in der Stadt und im Landgebiet und die Beschaffung und Verteilung von Getreide und Mehl. Die Korn- und Mehlrechnungen erstreckten sich auch auf Hülsenfrüchte. In fürstprimatischer Zeit wurde das Kornamt 1807 mit dem für das Landgebiet zuständigen Landamt und dem Ackergericht vereinigt, diese Vereinigung aber zu Beginn der freistädtischen Zeit wieder aufgehoben. Das Kornamt hieß jetzt Landrentamt. Schon 1825 wurde es mit dem Administrationsamt der geistlichen Güter zur Stadtkämmerei vereinigt, so dass laufende Akten von der neuen Behörde weiter geführt wurden.
Bestandsumfang und -inhalt: Während von der Überlieferung der Stadtkämmerei nur noch spärliche Reste als Bestand „Stadtkämmerei vor 1926“ (Rep. 920) vorhanden sind, zeigt das Findbuch von Rudolf Jung (Rep. 111) den Umfang und die Bedeutung der weitgehend zugrunde gegangenen Registratur. Die Amtsbücher, die Jung in seiner Beständeübersicht aufführt, haben den Zweiten Weltkrieg überstanden und bilden den jetzigen Bestand. Jung führt keine eigene Aktenüberlieferung auf und verweist auf die Stadtkämmerei, die die Kornamtsakten weitergeführt hat, und die Überlieferungen des Rates und des Senats, von denen die letztere bis auf versprengte Reste zugrunde gegangen ist. Die Akten der großherzoglichen Domäneninspektion des Departements gingen in die Registratur der Stadtkämmerei über und bis auf geringe Reste mit ihr zugrunde. Hinzu kamen Steinbücher zu einer Reihe von Gemarkungen des Frankfurter Hoheitsgebietes, bei denen der südmainische Bereich nahezu völlig fehlt. Diese Steinbücher sind 1994 von Bernd Seidel in Listenform erfasst worden (Rep. 758). Bei näherer Betrachtung stellen sie eine für die Frankfurter Agrargeschichte wichtige Überlieferung dar, die mit einigen Ansichten wie von der Burg in Bonames, der Friedberger Warte und der Mühle von Hausen angereichert ist. Ebenfalls sehr wertvoll ist eine Serie von wöchentlich erfassten Getreidepreisen der Jahre 1740 bis 1783.
158 Bände, 8 Rm. Bei den Büchern handelt es sich vorwiegend um Protokolle, Rechnungs- und Kassenbücher, Fruchtpreise. Darunter: 51 Bände Steinbücher der Frankfurter Dörfer. Der Aktenbestand ist 1944 verbrannt.
Findmittel: Rep. 921.

Bestandsname: Administrationsamt der Geistlichen Güter
Laufzeit: 1802-1820
Institutionsgeschichte: Nach dem Reichsdeputationshauptschluss vom
25. Februar 1803 gelangten die innerstädtischen Klöster und Stifte in den Besitz der Stadt. Tatsächlich übernahm die Stadt die geistlichen Besitzungen schon im Spätherbst 1802 und richtete für ihre Verwaltung das Administrationsamt der geistlichen Güter als eigene Behörde ein. Hauptsächlich waren es Besitzungen der Kollegiatstifte St. Bartholomäus, St. Leonhard, Liebfrauen und des wegen der Reformation in der Wetterau Ende des 16. Jahrhunderts in das St. Leonhardsstift verlegten Stiftes von Mockstadt (Moxstadt) sowie der Klöster der Dominikaner, Kapuziner und Karmeliter, nicht jedoch die des Deutschen Ordens, den der Reichsdeputationshauptschluss unangetastet gelassen hatte. Das Administrationsamt übernahm und verwaltete auch die Besitzungen der innerstädtischen geistlichen Institute außerhalb von Frankfurt und ehemaligen geistlichen Besitz von auswärtigen geistlichen Instituten wie des Mainzer Domkapitels. Nach der Mediatisierung Frankfurts wurde das Administrationsamt Teil der fürstprimatischen und ab 1810 großherzoglich-frankfurtischen Domänenverwaltung und nach der Wiedererlangung der staatlichen Unhabhängigkeit durch Frankfurt wieder ein eigenes Amt. Doch schon 1819 beschloss der Senat seine Vereinigung mit dem Kornamt zur Stadtkämmerei, die jedoch erst 1825 vollzogen wurde, nachdem die zunächst nur aus dem Administrationsamt bestehende Stadtkämmerei 1821 ihren Dienst aufgenommen hatte.
Bestandsumfang und -inhalt: 130 Bände, 4 Rm. Die Registraturen beider Ämter wurden vereinigt und nach der Übergabe an das Stadtarchiv von Rudolf Jung verzeichnet (Rep. 111). Bis auf geringe Reste ist diese Überlieferung im Zweiten Weltkrieg verbrannt. Die Bücher des Administrationsamtes wurden jetzt erstmalig verzeichnet. Wegen Überschneidungen sind die Bestände Stadtkämmerei vor 1926 (Rep. 920), Kornamt (Rep.921) und Administrationsamt der geistlichen Güter parallel zu benutzen.
Findmittel: Rep. 922.
Hinweise zur Benutzung: Jung S. 92 f

Bestandsname: Stadtkämmerei vor 1926
Laufzeit: 1546-1903
Institutionsgeschichte: Durch Gesetz vom 30 Okt. 1819 zur Verwaltung des städtischen Immobiliareigentums bestimmt, begann die Stadtkämmerei, die aus dem Ende 1802 begründeten Administrationsamt der geistlichen Güter zur Verwaltung der städtischen Erwerbungen aus der Säkularisation und dem Kornamt (1825 vollzogen) hervorgegangen ist, 1821 ihre Tätigkeit. 1831 kamen das Forstamt und das Holzamt hinzu. 1926 wurde die Stadtkämmerei aufgelöst und dem Siedlungsamt zugeschlagen.
Bestandsumfang und -inhalt: Bestandsrest, 3 m.
Findmittel: Rep. 920.

Bestandsname: Städtische Gelände, Gülten und Zehnten in den Dörfern der Umgebung
Laufzeit: 1346-1749
Bestandsumfang und -inhalt: 61 Nummern, 0,75 Rm. Die Urkunden und Akten über die Dörfer Bockenheim, Preungesheim, Bergen, Groß Karben, Dorfelden, Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim, Gronau, Obereschbach, Oberwöllstadt und Niederrad beinhalten überwiegend Gültbriefe, Verwilligungen, Kauf-, Schuld- und Währbriefe, Belehnung von Zehnten.
Findmittel: Rep. 46 Mgb E 59. Revidiert 1986.

Bestandsname: Gesinderegister
Laufzeit: ca. 1845-1867
Bestandsumfang und -inhalt: 35 Bände, 3 Rm.
Findmittel: Unverzeichnet.
Literaturhinweise: Kaltwasser, Inge: Häusliches Gesinde in der Freien Stadt Frankfurt am Main, Frankfurt 1988.

Bestandsname: Buchdruck und Zensur
Laufzeit: 1512-1700
Institutionsgeschichte: Die Zensur der Bücher und Zeitungen übte bis zum Anfang des 18. Jh. der Rat allein aus, später gehörte sie zu den Befugnissen der Bürgermeisteraudienzen, des Konsistoriums, in zweiter Instanz des Schöffenrates oder des Rates, je nach Einzelfall. Die reichsstädtische und freistädtische Bücherinspektion (Deputatio ad rem librariam) hatte sich lediglich mit der Verwaltung der Stadtbibliothek zu befassen.
Bestandsumfang: 124 Nummern, 1,25 Rm. Bestandsrest.
Findmittel: Rep. 142. Revidiert 1989. Verzeichnung in Archivdatenbank.
Hinweise zur Benutzung: Ein Spezialfindbuch über die Inkunabeln aus allen Beständen des Stadtarchivs (1465-1500) in Rep. 695. (Die Inkunabeln sind verfilmt).

Bestandsname: Sanitätsamt: Akten des Rats (Medicinalia)
Laufzeit: ca. 1430-1813
Institutionsgeschichte: Das Sanitätsamt für das Medizinalwesen und die Gesundheitspolizei bildeten im 18. Jh. bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit einen Appendix der Stadtkanzlei und wurde von den Bürgermeistern und den Stadtphysikern versehen. In freistädtischer Zeit war das Sanitätsamt bei gleicher Besetzung selbständig.
Bestandsumfang und -inhalt: Insgesamt 264 Nummern, 4 Rm. Der Bestand beinhaltet u.a. Unterlagen zu Apotheken (Apothekenordnungen, -eid, -visitationen), Arzneimittelverzeichnisse, Niederlassungen und Anstellungen von Stadtärzten, Bewerbungen, Empfehlungsschreiben, Hebammen, Aussatzbeschau. Der ehemalige Band I der „Medicinalia“ (1406-ca. 1600) wurde in 188 Einzelstücke zerlegt und ist im Rep. 598 (Nr. 1-188) verzeichnet; die ehemaligen „Medicinalia ohne Bezeichnung“ (ca. 1400-1810) sind chronologisch geordnet und ebenfalls im Rep. 598 verzeichnet (Nr. 189-223); die ehemaligen Bände II-XXIX der „Medicinalia“ (gebundene Akten) umfassen die Nummern 224-262 und sind verzeichnet im Rep. 16 Ugb D 50-54. Hier befinden sich ferner die Akten über „Nachrichter und Wasenmeister“ (1543-1803), 2 Bände, unverzeichnet; „Medicinalia o.B.“ (ca. 1400-1810) unverzeichnet; Akten des „Collegium Chirurgorum“ (18-19. Jh.) ca. 1 Kasten, unverzeichnet.
Findmittel: Rep. 16: Ugb D 50-54, Rep. 598. Revidiert 1990.
Literaturhinweise: Stricker, Wilhelm Friedrich Karl: Geschichte der Heilkunde und verwandten Wissenschaften in der Stadt Frankfurt, 1847. - Kallmorgen, Wilhelm: 700 Jahre Heilkunde in Frankfurt a.M., Frankfurt 1936.

Bestandsname: Kriegszeugamt: Bücher; Akten und Bücher des Kriegszeugamts
Laufzeit: Bücher: 1557-1806, Akten und Bücher des Kriegszeugamts: 1816-1866
Institutionsgeschichte: Dem Kriegszeugamt (im 17. Jh. Zeugamt) unterstand die Leitung und Organisation der bewaffneten Macht, des geworbenen Linienmilitärs sowie des Bürgermilitärs. Es wurde 1726 durch die Visitationsordnung dem Rechneiamt unterstellt und bildete bis 1806 eine Unterabteilung desselben. In fürstlicher Zeit bestand es nicht; wurde aber in freistädtischer Zeit wiederhergestellt und blieb bis 1866 als selbstständiges Amt bestehen.
Bestandsumfang und -inhalt: Bücher: 217 Bände, 18,5 Rm. Bei den Büchern handelt es sich nur noch um einen Bestandsrest, dessen Serien nicht mehr geschlossen sind.
Akten und Bücher des Kriegszeugamts: 770 Faszikel, 25 Rm. Die Akten aus dem Zeitraum 1620-1806 sind verbrannt. Vorhanden sind noch Akten und Bücher aus dem 19. Jh. über die Stadtwehr, das Linienmilitär und das Löschbataillon. Findmittel: Rep. 100, Kartei.

Bestandsname: Kriegszeugamt nach 1814
Laufzeit: 1814-1866
Institutionsgeschichte: Dem Kriegszeugamt (im 17. Jh. Zeugamt) unterstand die Leitung und Organisation der bewaffneten Macht, die sich aus dem geworbenen Linienmilitär sowie dem Bürgermilitär zusammensetzte. Es wurde 1726 durch die Visitationsordnung dem Rechneiamt unterstellt und bildete bis 1806 eine Unterabteilung desselben. In fürstlicher Zeit bestand es nicht, wurde aber in freistädtischer Zeit wiederhergestellt und blieb bis 1866 als selbstständiges Amt bestehen. Die Befehlsgewalt lag in dieser Zeit beim Senat der Freien Stadt Frankfurt. Ihm unterstanden ein Kommandant für die Stadt- und Landwehr und ein Militär- und Platzkommandant für die Linienmilitärtruppen des Deutschen Bundes in Frankfurt. Im 19. Jahrhundert verfügte im Deutschen Bund jeder Staat über Militär, so auch die Freie Stadt Frankfurt. Jeder Bundesstaat musste entsprechend seiner Größe ein Bundeskontingent stellen. Nach der Wiederherstellung der Selbständigkeit erfolgte 1823 durch den damaligen Stadtkommandanten Oberst von ELLRODT eine völlige Umgestaltung des städtischen Militärwesens, die sich so bewährte, dass die neue Einteilung mit geringen Änderungen bis zum Jahre 1866 beibehalten wurde, wenn auch die Bürgerwehr nach 1848 als militärische Truppe nicht mehr in Erscheinung trat. Die gesamte „bewaffnete Macht“ Frankfurts gliederte sich seit 1823 in drei Hauptabteilungen: Stadtwehr (Bürgerwehr), Landwehr und Linienmilitär. Aufgrund der Stadtwehrordnung gab es folgende Einheiten: 1. ein Corps freiwilliger Reiterei, 2. ein Corps freiwilliger Artillerie, 3. ein Bataillon Scharfschützen, 4. ein Corps freiwilliger Infanterie, 5. ein Bataillon der Löschanstalt, 6. drei Bataillone Stadtwehrinfanterie in drei Altersklassen, 7. Veteranen. Die Stadtwehrinfanterie bestand aus wehrpflichtigen Bürgern, die zu keiner der Freiwilligenformationen gehörten. Die Landwehr gliederte sich in zwei Bataillone: Zum ersten Bataillon gehörten die Bewohner von Oberrad, Niederrad und Hausen, zum zweiten die von Bornheim, Nieder-Erlenbach, Dortelweil, Bonames und Niederursel. Das Linienmilitär bestand nur aus einem Bataillon mit 6 Kompanien. In ihm dienten Berufssoldaten aus süddeutschen Staaten.
Bestandsumfang: 1919 Nummern, 12 Rm.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 917.

1.11. Verkehr, Handel und Gewerbe

Bestandsname: Deutscher Zollverein: Zollvereinsprotokolle
Laufzeit: 1836-1863
Institutionsgeschichte: Am 2. Januar 1836 trat die freie Stadt Frankfurt dem 1834 gegründeten Deutschen Zollverein bei. Gegen diesen Schritt, der die Einführung des aus Frankfurter Sicht mit zu hohen Import- und Transitzöllen versehenen preußischen Zollsystems bedeutete, hatten sich vor allem die Großhändler und Zünfte lange vehement gewehrt. Nachdem sich die Königreiche Württemberg und Bayern am 18. Januar 1828 zum bayrisch-württembergischen sowie Hessen-Darmstadt und Preußen am 14. Februar 1828 zum preußisch-hessischen Zollverband zusammengeschlossen hatten, gründeten die Mittelstaaten, darunter auch die freie Stadt Frankfurt, am 24. September 1828 den mitteldeutschen Handelsverein, der sich aber schon bald als nicht lebensfähig erwies. Bereits 1829 plädierten einige Staaten für seine Auflösung und den Anschluss an das preußische Zollsystem. Die politischen Unruhen des Jahres 1830 und der daraus resultierende Beitritt Kurhessens zum preußisch-hessischen Zollverband am 25. August 1831 versetzten dem Mitteldeutschen Handelsverein schließlich den Todesstoß. Auch die weiteren Frankfurter Gegenmaßnahmen, wie das ausgedehnte Schmuggelwesen, die Erschwerung des Handels zwischen Süd- und Oberhessen oder der noch 1832 mit England geschlossene Handelsvertrag konnten die wirtschaftliche Lage der Stadt nicht nachhaltig verbessern. Vor allem der erfolgreiche, von Hessen-Darmstadt geförderte Aufstieg Offenbachs zur Messestadt und die sich daraus ergebenden massiven Einbußen der Frankfurter Messe veranlassten den Frankfurter Senat schließlich zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen, die im August 1835 begannen und am 2. Januar 1836 erfolgreich abgeschlossen wurden.
Bestandsumfang und -inhalt: 28 Bände, 1 Rm. Gedruckte Zollvereinsprotokolle.
Der Bestand umfasst neben den Hauptprotokollen der Generalkonferenzen von 1836 bis 1863 auch die Protokolle der Kommission zur Ausführung des Zollvertrags 1836, das Protokoll der allgemeinen Münzkonferenz 1838, das Protokoll über die Verlängerung des Vereinszolltarifs 1848, Verträge und Verhandlungen über die Bildung und Ausführung des deutschen Zoll- und Handelsvereins von 1833 bis 1858 und eine Zusammenstellung der aufgrund des Anschlusses des Königreichs Hannover geschlossenen Verträge und der erlassenen Gesetze, Verordnungen usw. aus dem Jahre 1854 und ergänzt somit den Teilbestand der „Zollverein-Druckschriften“ innerhalb der „Rechnei nach 1816“. Die Akten des Zollwesens sind zum größten Teil verbrannt. Als Ersatzüberlieferung sind die Bestände Rechneiamt, Rentenamt, Handel und Messe hinzuzuziehen.
Findmittel: Rep. 926.
Literaturhinweise: Hahn, Hans-Werner: Geschichte des Deutschen Zollvereins (Kleine Vandenhoeck-Reihe, Bd. 1502), Göttingen 1984.
Hahn, Hans-Werner: Wirtschaftliche Integration im 19. Jahrhundert. Die hessischen Staaten und der Deutsche Zollverein (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Bd. 52), Göttingen 1982.

Bestandsname: Handel: Akten des Rats und Handelssachen o.B (ohne Bezeichnung).
Laufzeit: 1339-1890.
Institutionsgeschichte: Weder in reichsstädtischer noch in freistädtischer Zeit bestand zur Beaufsichtigung des Handels und zur Verwaltung der ihm dienenden öffentlichen Anstalten ein eigenes Amt. Für die meisten Zweige des Handels war das Rechneiamt mit den ihm einverleibten Ämtern und Stellen zuständig. Selbständige Ämter für einzelne Handelszweige waren: das Fuhramt, das Holzamt (auch in freistädt. Zeit) und das Roßzollamt. Eigene Registraturen führte das Ratsarchiv über die beiden Rechneiunterabteilungen: Stand- und Messläden, Tuchschau, Makler sowie Niederlage, Waagen und Leinwandhaus. (Für den Kleinhandel und die Industrie vgl. Abt. Handwerker).
Bestandsumfang: 6,75 Rm. Die noch vorhandenen Akten des Rats und die Handelssachen ohne Bezeichnung, die auch gesammelte Archivalien enthalten, sind unter der Bestandsbezeichnung Handel Ugb zusammengeführt und enthalten Akten zu Waagen, Verordnungen und Kontrolle über Maße und Gewichte, Beanstandungen über gekaufte Waren und die Frankfurter Waagen, Schriftverkehr über Wechselordnungen auch anderer Städte, Ratsbeschlüsse über Handelsaufsicht, Prüfung der Waren im Leinwandhaus und auf Messen.
Findmittel: Rep. 976, früher: Rep. 7-10, 12, 14: Ugb A 15, 59, 81; B 16, 26, 38, 39, 66, 67; C 26, 38; D 10, Rep. 23.

Die Messsachen einschließlich der Messsachen ohne Bezeichnung und ein weiterer Bestandsrest namens Fremde Jahrmärkte wurden bei den Ordnungsarbeiten als Messsachen und Märkte, Ugb-Akten (1394-1802) zusammengefasst. Bei der Verzeichnung wurde klar, dass bereits bei der Ablage der Vorgänge in der Registratur Verwechslungen zwischen Handels- und Messsachen geschehen sind.

1. Akten des Rats über die Messen und Meßsachen o.B (ohne Bezeichnung).
Institutionsgeschichte: Die Frankfurter Messe ist als Jahrmarkt entstanden. Durch die immer engeren europäische Beziehungen verlagerte sich im Laufe des 13. Jh. das Zentrum des europäischen Fernhandels von der Champagne nach Osten: Die bis dahin nur regional bedeutsame Frankfurter Messe trat am Anfang des 14 Jh. in die bisherige Funktion der Champagnemesse ein und wurde zum Kreuzungspunkt des europäischen Fernhandels. Diese Position festigte sich durch das Privileg von 1240, in dem Friedrich II. die Messebesucher unter den Schutz des Reiches stellte. Zu Beginn des 14. Jh. nahm der Handel einen großen Aufschwung, und die Stadt erhielt 1330 ein Privileg für eine zweite für den Absatz von Wintererzeugnissen günstigere Fasten- und Frühjahrsmesse.
Bestandsumfang und -inhalt: Akten des Rats über die Messen und Urkunden: 1,5 Rm. Bei den Urkunden handelt es sich überwiegend um Bestätigungen betr. die Messen überhaupt, Geleit, Messefreiheit, Wechselzahlungen und Wechselordnungen. Die Akten beinhalten Ratsbeschlüsse, Regelungen über das Geleit- und Wechselwesen, Sicherheit der Straßen, Münzkurse und -vergleich unter den Kaufleuten, Zollfreiheit, Marktschiffe usw.
Findmittel: Rep. 976, alt: Rep. 23, Rep. 7: Ugb A 60, 66-68.
Literaturhinweise: Orth, Johann Philipp: Ausfühliche Abhandlung von den berümten zwoen Reichsmessen, so in der Reichsstadt Frankfurt am Main järlich gehalten werden, FfM. 1765 - Dietz, Alexander: Frankfurter Handelsgeschichte, Frankfurt 1910 - Rothmann, Michael: Die Frankfurter Messe, Stuttgart 1998.

2. Fremde Jahrmärkte
Laufzeit: 1505-1711
Bestandsumfang und -inhalt: 34 Nummern, 1 Kasten. Mitteilungen anderer Städte über Termine bzw. Absagen von Märkten.
Findmittel: Rep. 976, alt: Rep. 23.

Bestandsname: Geleitssachen
Laufzeit: 1350-1806
Institutionsgeschichte: Das Privileg der Messefreiheit beinhaltete neben der Aufhebung der Rechtslosigkeit Ortsfremder, der Garantie des Gerichtsschutzes der Messebesucher, dem Zugeständnis eines besonderen Messegerichtsstandes etc. auch den kaiserlichen Geleitschutz. Der Geleitschutz wurde von den Reichsständen (als Geleitsherren) ausgeübt und galt für jeden Messebesucher. Die Geleitsherren hatten gegen Geleitsgeld Geleitsbriefe für ihr Gebiet auszustellen und die Kaufleute und ihre Waren militärisch zu schützen.
Bestandsumfang: 436 Nummern, 0,75 Rm.
Findmittel: Rep. 694. Revidiert 1990.

Beschrieben bei Jung, S. 122-124. Die Akten des Rats verzeichnet in Rep. 6, 12-14, 16-18, 157-158 und 160-167, die Handwerkerbücher des Rats und der Zünfte in Rep. 159 und 539. Ein Findbuch über Handwerker: Akten, Urkunden und Bücher (mit Register) aus den alten Rep. 6, 12-14, 16-18, 157, 160-167 und 539 in Rep. 692. Insgesamt 5.388 Akten, 52 Urkunden und 277 Bücher; revidiert 1990. Die Akten des Handwerkerkongresses von 1848 (Handwerker Akten Nr. 5350-5357) sind verfilmt.

Bestandsname: Handwerker: Akten des Rats
Laufzeit: ca. 1377-1806
Findmittel: Rep. 157-158, 160-167, 692.

Bestandsname: Handwerker: Akten der Zünfte
Laufzeit: ca. 1362 - ca. 1806
Findmittel: Rep. 692
Hinweise zur Benutzung: Vgl. Jung S. 123 f.

Bestandsname: Handwerker o.B.
Laufzeit: 15. - 19. Jh.
Findmittel: Rep. 692.

Bestandsname: Handwerkerbücher des Rats und der Zünfte
Laufzeit: 1355- 1928
Findmittel: Rep. 159, 539, 692.

1.12. Kirchen- und Schulwesen

Der Vorgängerbau des heutigen Doms war eine zur Pfalz gehörige dreischiffige Basilika - die Salvatorkirche -, die 852 von Hrabanus Maurus geweiht wurde. Ludwig der Deutsche errichtete an dieser Kirche ein Stift, in welchem 12 Geistliche ständigen Dienst tun sollten. 1239 weihte der Bischof Ludolf von Ratzeburg den noch unvollendeten Neubau der Stiftskirche „in honorem salvatoris domini nostri Jesu Christi et sancti Bartholomaei“, da das Stift als Reliquie die Hirnschale des hl. Bartholomäus in ihren Besitz bringen konnte. Die Bartholomäuskirche war seit der Mitte des 16. Jh. der Ort, an dem bis zum Ende des Reiches alle Kaiser- und Königskrönungen vorgenommen wurden, nachdem Frankfurt bereits seit dem 13. Jh. Wahlort für die Könige war. Kirchlich gehörte Frankfurt zum Erzbistum Mainz, wobei der örtlicher Vertreter des Erzbischofs der Probst war. Die alleinigen Pfarrechte und damit die Verfügung über die Seelsorge in der Stadt lagen in den Händen des Mainzer Erzbischofs. Diese Konstellation musste der aufstrebenden Stadt in ihrer Selbständigkeit ein Dorn im Auge sein, da die Angehörigen des Stifts wie alle Kleriker nicht dem weltlichen Untertanenverband angehörten, sondern das Recht auf einen eigenen kirchlichen Gerichtsstand und die Befreiung von weltlichen Steuern und Abgaben bewahrten. Erst durch den Reichsdeputationshauptschluss gelangte das Bartholomäusstift in die Verfügungsgewalt des Rates, der es aufhob und die letzten Stiftsherren mit Pensionen abfand.
Literaturhinweise: Kellner, Wolf Erich: Das Reichsstift St. Bartholomäus im Spätmittelalter, Frankfurt 1962. - Rauch, Günter: Pröpste, Propstei und Stift von St. Bartholomäus in Frankfurt, Frankfurt 1975.

Bestandsname: Bartholomäusstift: Urkunden und Akten
Laufzeit: 874-1807
Bestandsumfang und -inhalt: Urkunden: 36 Rm, Akten: 1,25 Rm.
Findmittel: Rep. 175-183.

Bestandsname: Bartholomäusstift: Bücher
Laufzeit: ca. 1267/8-1802
Bestandsumfang: 296 Bände, 11,5 Rm.
Findmittel: Rep. 184 (teilweise verfilmt).

Bestandsname: Bartholomäusstift: Urkunden und Akten des Rats
Laufzeit: 1282-1812
Bestandsumfang: 1231 Nummern, 4 Rm. Provenienzvermischung mit den Urkunden und Akten des Stifts.
Findmittel: Rep. 182, 183.

Bestandsname: Bartholomäusstift: Bücher des Rats
Laufzeit: 882 - ca. 1791
Bestandsumfang: 64 Nummern, 2 Rm.
Findmittel: Rep. 527 (teilweise verfilmt).
Literaturhinweise: Bund, Konrad: Findbuch zum Bestand Städtische Bücher betr. das St. Bartholomäusstift, Frankfurt 1993.

Friedrich II. schenkte 1219 den Frankfurter Bürgern ein zwischen Mainufer und ehem. Kornmarkt gelegenes Grundstück zum Bau einer neuen Kirche, die der Gottesmutter Maria und dem hl. Georg geweiht werden sollte. An der im 13. Jh. meist nur Georgskapelle genannten Kirche amtierten zunächst nur Kapläne. 1317 konstituierte sich mit Genehmigung des Mainzer Erzbischofs jedoch ein Kollegialstift von Regularklerikern mit einem Dekan an der Spitze. Bis ins 16. Jh. bestand am Stift eine Schule, die zeitweise von mindestens 81 jungen Klerikern besucht wurde. 1323 erhielt das Stift eine Armreliquie des hl. Leonhard, der schon bald als alleiniger Kirchenpatron galt. Der Versuch des Stiftskapitels, auch Pfarrechte zu erhalten, scheiterte, da das Bartholomäusstift alle Pfarrechte für sich behauptete. Trotz der Annahme der Reformation in Frankfurt blieb das Leonhardsstift katholisch. 1802 wurde das Stift im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgehoben und das gesamte Eigentum in städtischen Besitz überführt.
Literaturhinweise: Natale, Herbert: Die St. Leonhardskirche im Spiegel der Frankfurter Stadt- und Kirchengeschichte, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte, Bd. 18, 1966, S. 9ff.

Bestandsname: Leonhardsstift: Urkunden und Akten
Laufzeit: 1132-1816
Bestandsumfang: 679 Nummern.
Findmittel: Verzeichung in Archivdatenbank, Rep. 189, 190, 192.

Bestandsname: Leonhardsstift: Urkunden und Akten des Rats
Laufzeit: 1379-1797
Bestandsumfang: 103 Nummern.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 189, 190, 192.

Bestandsname: Leonhardsstift: Bücher des Stifts und des Rats
Laufzeit: ca. 1350 - ca. 1800
Bestandsumfang: 55 Bände, 1,5 Rm. Provenienzvermischung.
Findmittel: Rep. 191.

1322 stiftete das Patrizierehepaar Wigel und Katharina von Wanebach die Kapelle zu Unserer Lieben Frau auf dem Berg. 1325 erreichten die Katharina von Wanebach und ihre Tochter Gisela vom Mainzer Erzbischof die Zusage einer Stiftgründung mit anfangs sieben Inhabern von Benefizien, die bereits die Priesterweihe empfangen hatten oder diese binnen eines Jahres erhalten sollten. Bis ins 16. Jh. erweiterte sich die Zahl der Kanonikate und Vikariate durch Zustiftung kapitalkräftiger Frankfurter Bürger. 1802 wurde das Stift im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgehoben und das gesamte Eigentum in städtischen Besitz überführt.
Literaturhinweise: Niederquell, Theodor: Die Kanoniker des Liebfrauenstifts in Frankfurt am Main 1519-1802, Frankfurt 1982.

Bestandsname: Liebfrauenstift: Urkunden und Akten
Laufzeit: 1300-1801
Bestandsumfang: 1528 Nummern, 10,25 Rm.
Findmittel: Rep. 185, 186. Revidiert 1980/89.

Bestandsname: Liebfrauenstift: Bücher
Laufzeit: ca. 1301 - ca. 1800
Bestandsumfang: 162 Bände, 5 Rm.
Findmittel: Rep. 187. Revidiert 1986. Band 24 verfilmt.

Bestandsname: Liebfrauenstift: Urkunden und Akten des Rats
Laufzeit: 1366-1796
Bestandsumfang: 168 Nummern, 0,75 Rm.
Findmittel: Rep. 188. Revidiert 1980.

Die Brüder des Franziskanerordens ließen sich etwa Mitte des 13 Jh. in Frankfurt nieder (1270 erste urkundliche Erwähnung). Die Zahl der Klosterinsassen dürfte in den blühendsten Zeiten 40 nicht überschritten haben. Die im Zuge der Reformation entstandenen Unruhen in der Stadt wie auch materielle Gründe veranlassten die noch übrigen acht Barfüßer 1529, das Kloster dem Rat der Stadt zu übergeben. Als Entschädigung erhielten die Brüder jährliche Renten auf Lebenszeit unter der Bedingung, dass sie weltlichen Standes blieben. Die Stadt erlangte durch diese Verweltlichung einen beachtlichen Zuwachs an Imobiliarbesitz im Zentrum der Stadt und in der Nähe des Rathauses, eine lutherische Hauptkirche (bis 1786) und die Erweiterung des Almosenkastens und des städt. Bibliotheksbestandes.
Literaturhinweise: Jung, Rudolf: Die Säkularisierung des Barfüßerklosters im Jahre 1529. In: Alt-Frankfurt, Jg. III Heft 4, Frankfurt 1912.

Bestandsname: Barfüßerkloster: Urkunden und Akten des Klosters und des Rats
Laufzeit: 1380-1629
Bestandsumfang: 138 Nummern, 0,5 Rm.
Findmittel: Rep. 193. Revidiert 1980.

Bestandsname: Barfüßerkloster: Bücher
Laufzeit: 1487-1528
Bestandsumfang: 3 Bände, 0,5 Rm.
Klosterrechnungen, Bd 1.: 1487-1506, Bd. 2: 1506-1520, Bd. 3: 1520-1529.

Die Ankunft der Dominikaner in Frankfurt wird auf das Jahr 1233 festgelegt. Ihre Niederlassung, die um das Jahr 1245 bezogen wurde, befand sich in der östlichen Altstadt nahe der Stadtmauer und der Judengasse und war in günstigen Zeiten mit bis zu 40 Insassen besetzt. 1243 wurden die Dominikaner vom Mainzer Erzbischof dazu bevollmächtigt, in seiner Diözese die Beichte zu hören und zu predigen. Die Predigt des Wortes Gottes gegen die Irrtümer der Zeit und die sittlichen Gebrechen der Menschen war die Hauptaufgabe der Dominikaner, was sich in ihrer Bezeichnung als Predigerbrüder verdeutlichte. In der Reformationszeit wurde den Dominikanern zunächst das Predigen verboten, und auch zu bürgerlichen Pflichten sollten sie herangezogen werden. Ansonsten überstand der Orden die Umstände der Reformationszeit weitgehend unbeschadet. Bevor die geistlichen Güter vollends nach dem Reichsdeputationshauptschluss von der Stadt eingezogen wurden, erging 1790 die Anordnung des Mainzer Erzbischofs, das Frankfurter Dominikanerkonvent aufzulösen und in eine weltgeistliche Vereinigung, die Congregatio ad Sanctum Fridericum, umzuwandeln.
Literaturhinweise: Beck, Kurt: Das Dominikanerkloster in Frankfurt am Main, Frankfurt 1977. - Koch, Heinrich Hubert: Das Dominikanerkloster zu Frankfurt am Main 13. bis 16. Jh., Freiburg 1892.

Bestandsname: Dominikanerkloster: Urkunden und Akten
Laufzeit: 1229-1779
Bestandsumfang: 530 Nummern, 5 Rm.
Findmittel: Rep. 200, 201. Revidiert 1980.

Bestandsname: Dominikanerkloster: Bücher
Laufzeit: 15. - 18. Jh.
Bestandsumfang: 26 Bände, 1 Rm. Bände 16-20: Chronik des Franziscus Jacquin.
Findmittel: Rep. 202 (Chronik verfilmt).

Bestandsname: Dominikanerkloster: Urkunden und Akten des Rats
Laufzeit: 1401-1802
Bestandsumfang: 80 Nummern, 1 Rm.
Findmittel: Rep. 200, 201. Revidiert 1980.

1.12.6. Karmeliter

Das Karmeliterkloster zu Frankfurt gehörte neben den Klöstern von Köln, Mainz und Trier zu den bedeutendsten der Niederdeutschen Provinz des Karmeliterordens und wurde etwa 1246 gegründet. Die Karmeliten oder Frauenbrüder, wie sie auch genannt wurden, kamen um 1240 aus dem Orient, von wo sie vertrieben wurden, zurück. Bei ihrem seelsorgerischen Tätigkeitsfeld lag neben dem Predigen relativ großes Gewicht auf dem Beichtstuhl. Dem Karmeliterkloster war eine Anzahl an Bruderschaften angegliedert; allein im 15. Jh. sind im Kloster fünf Bruderschaften errichtet worden, von denen die Kaufmannsbruderschaft St. Anna- und die St. Nikolausbruderschaft wohl zu den angesehensten bzw. vornehmsten gehörten. Mit der Säkularisierung 1802 ging der Klosterbesitz auf die Stadt über.
Literaturhinweis: Koch, Heinrich Hubert: Das Karmeliterkloster zu Frankfurt am Main 13. bis 16. Jh., Freiburg 1912.

Bestandsname: Karmeliterkloster: Urkunden und Akten
Laufzeit: 1281-1814
Bestandsumfang: 429 Nummern, 3 Rm. In diesem Bestand befand sich ursprünglich auch der Bestand Karmeliterkloster Aachen mit 207 Urkunden (Rep. 196), die 1980 als Dauerleihgabe an das Stadtarchiv Aachen übergeben wurden.
Findmittel: Rep. 194.

Bestandsname: Karmeliterkloster: Bücher
Laufzeit: 15. - 18. Jh.
Bestandsumfang: 111 Nummern, 4 Rm.
Findmittel: Rep. 199. Revidiert 1987.

Bestandsname: Karmeliterkloster: Urkunden und Akten des Rats
Laufzeit: 1481-1802
Bestandsumfang: 43 Nummern, 0,5 Rm.
Findmittel: Rep. 43: Mgb. C 16. Revidiert 1980.

Die Niederdeutsche Provinz erstreckte sich von Straßburg rheinabwärts über Köln, reichte rechts und links bis Kassel und Arlon und umfasste die Niederlande und Belgien (Flandern wurde später abgetrennt, um eine eigene Provinz zu bilden). Das Archiv der Niederdeutschen Provinz kam 1802 in den Besitz der Stadt, da zur Zeit der Säkularisation der Provinzial seinen Sitz im Frankfurter Kloster hatte.

Bestandsname: Karmeliterorden: Urkunden und Akten
Laufzeit: 1256-1772
Bestandsumfang und -inhalt: 93 Nummern, 0,75 Rm. Bereits vor der Revision 1980 wurden insgesamt 190 Archivalien aus den Klosterarchiven Düren, Köln, Utrecht, Brüssel, Rotterdam, Hirschhorn, Münstereifel, Tönnisstein, Neuss, Moers, Magdeburg, Löwen und Bonn an die jeweils zuständigen Archive abgegeben.
Findmittel: Rep. 195. Revidiert 1980.

Bestandsname: Karmeliterorden: Bücher
Laufzeit: 14. - 18. Jh.
Findmittel: Rep. 199

Bestandsname: Einzelstücke aus Archiven auswärtiger Karmeliterklöster (Speyer, Hirschhorn, Mainz, Worms)
Hinweis zur Benutzung: Heute beim Bestand "Fremde Archivalien" (Rep. 298).
Findmittel: Rep. 198, Rep. 298.

Bestandsname: Antoniterhof: Urkunden
Laufzeit: 1287/1613
Institutionsgeschichte: Der Hof entstand 1236 als Niederlassung des Rossdorfer Antoniter-Ordenshauses. Nach 1525 wurde er von den Brüdern verlassen und um 1624 vom Orden an die Jesuiten und, nachdem diese zurückgetreten waren, 1626 an die Kapuziner verkauft, aber erst nach hundertjährigem Streit zwischen Antonitern und Kapuzinern 1725 von diesen endgültig bezogen. 1802 säkularisiert.
Bestandsumfang und -inhalt: 2 Nummern, Bestandsrest.
Findmittel: Rep. 204. Revidiert 1981.
Literaturhinweise: Steitz, Georg Eduard: Der Antoniterhof in Frankfurt,
in: FAGK Heft VI

Bestandsname: Deutschordenskommende: Urkunden und Urkunden des Rats
Laufzeit: Urkunden 1221-1739. Urkunden des Rats: 1320-1845. 1 Buch 1836-1840.
Institutionsgeschichte: 1221 wurde die Deutschordenskommende in Sachsenhausen gegründet. Die Kommende war durch zunehmend wachsenden Güterbesitz und die Zuwendungen vermögender Patrizierfamilien der Stadt wirtschaftlich durchaus in einer günstigen Position. Entsprechend stark war die Kommende mit Ordensbrüdern und sonstigem Personal besetzt: Es dienten dort vom 13.-15. Jh. meist 8-10 Ordensbrüder, 3-4 Ordenspriester, einige Professe, Halbbrüder und -schwestern, die als Pfründeninhaber im Haus wohnten, Handwerker und Gesinde; an deren Spitze stand der Komtur. Die Deutschherren übernahmen die Aufgabe der Spitalpflege. Während der Reformation musste sich die Kommende den üblichen bürgerlichen Pflichten unterziehen, genoss aber dagegen den Schutz der Stadt gegen drohende tätliche Übergriffe der Reformation. Dagegen brachte der 30jährige Krieg die Kommende durch die schwedische Besetzung des Hauses in schwerste Bedrängnisse. Erst 1635 kam die Kommende wieder in Ordensbesitz. In der fürstprimatischen und großherzoglichen Zeit wurde die Kommende von Dalberg fast gänzlich aufgeteilt. Nach Zusammenbruch der Napoleonischen Herrschaft nahm die österreichische Krone die ehem. Kommende in ihren Besitz und nach der Besetzung Preußens wurden die Räumlichkeiten von der Stadt übernommen. 1958 erwarb die Priesterprovinz des Deutschen Ordens die zerstörte ehemalige Deutschordenskommende Sachsenhausen zurück.
Bestandsumfang und -inhalt: 477 Urkunden der Kommende, 2,5 Rm. Urkunden und 1 Buch des Rats: 142 Nummern, 1 Rm.
Findmittel: Urkunden: Rep. 207. Revidiert 1980. Urkunden und 1 Buch des Rats: Rep. 214. Revidiert 1980.
Literaturhinweise: Seiler, Jörg: Der Deutsche Orden in Frankfurt, Marburg 2003. - Mann, Helmut: Der Deutsche Orden und seine Kirche in Frankfurt-Sachsenhausen, Frankfurt 1990.

Die Niederlassung der Johanniter in Frankfurt wird urkundlich im Jahre 1294 erstmalig erwähnt. Im 14. Jh. errichtete der Orden an der Ecke von Schnur- und Fahrgasse einen Hof mit einer Kirche, der im Jahre 1342 erstmals genannt wird. In der Reformationszeit blieb der Orden trotz der vorläufigen Abschaffung des katholischen Gottesdienstes von dieser Bestimmung des Rats unbehelligt, konnte aber das kirchliche Leben zunächst kaum weiterführen, da die Mittel fehlten und die Gemeinde sich überwiegend dem neuen Glauben zuwandte. Im 18. Jh. befand sich die Kommende in keinem guten Zustand, was den Baubestand der Gebäude anging, aber auch das Gemeindeleben selbst betraf. Nur noch mittwochs wurde Gottesdienst gehalten, zu dem die Brüder durch Stiftungen verpflichtet waren, und um die Jahrhundertwende ließ der Komtur die Kirche teilweise zu profanen Zwecken nutzen. Wie die Deutschordenskommende kamen die Güter der Johanniter Anfang des 19. Jh. in Besitz des Fürstprimas von Dalberg und nach dem Wiener Kongress in österreichische Obhut. 1841 erwarb die Stadt die Besitzungen samt des Archivs, wobei die Kirche zu einem Warenlager umfunktioniert und letztlich bei einer Straßenregulierung 1874 abgebrochen wurde.

Bestandsname: Johanniterkommende: Urkunden
Laufzeit: 1278-1786
Bestandsumfang: 134 Nummern, 1 Rm.
Findmittel: Rep. 205. Revidiert 1981.

Bestandsname: Johanniterkommende: Urkunden und Akten des Rats Laufzeit: 1397-1813
Bestandsumfang: 49 Nummern, 0,5 Rm.
Findmittel: Rep. 205. Revidiert 1981.

Bestandsname: Johanniterkommende: Bücher
Laufzeit: 16. - 19. Jh.
Bestandsumfang: 35 Bände, 1 Rm.
Findmittel: Rep. 206.

Bestandsname: Johanniterkommende: Akten und Bücher der Ordensregierung in Heitersheim über die Kommende Frankfurt
Laufzeit: 17. - 19. Jh.
Bestandsumfang: 46 Akten, 0,25 Rm.

Bestandsname: Johanniterkommende: Urkunden der Kommende Niederweisel
Laufzeit: 1306-1637
Bestandsumfang und -inhalt: 12 Nummern, 0,25 Rm. Urkunden, die im Wesentlichen über Besitzverhältnisse, Schenkungen, Pachtzinsen, Prozesse, Filialen und Altarrechte Auskunft geben.
Hinweise zur Benutzung: Hier ist nur ein kleiner Teil des Urkundenbestandes vorhanden. Weitere Urkunden befinden sich in den Staatsarchiven Darmstadt und Marburg sowie im Stadtarchiv Wetzlar.
Literaturhinweise: Schering, Ernst: Tradition und Wirken des Johanniterordens im Abbild der Geschichte der Kommende Niederweisel. In: Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung, 32. Band, 1981.

Bestandsname: Weißfrauenkloster: Urkunden 1228-1577
Laufzeit: 1228-1577
Institutionsgeschichte: 1227 begründete der Papst den Orden der „Büßenden Schwestern der hl. Magdalena“, in dem Frauen, die vom Pfad der Tugend abgekommen waren, eine Stätte zur Buße finden konnten. Wegen ihrer auffallenden Unschuldstracht nannte man sie bald nur noch „weiße Frauen“. 1228 wurde eine Niederlassung der Weißfrauen in Frankfurt gegründet. Als 1542 deren Kloster von den meisten Insassinnen verlassen wurde, nahm es der Rat in Verwaltung und bestimmte die Einkünfte zur Versorgung hiesiger bedürftiger Jungfrauen und Witwen lutherischen Bekenntnisses. 1819 wurde die Verwaltung mit der des Katharinenklosters unter dem Namen „Vereinigte weibliche Versorgungsanstalten zu St. Katharinen und den Weißfrauen“ (St. Katharinen- und Weißfrauenstift) vereinigt.
Bestandsumfang und -inhalt: 78 Nummern, 0,75 Rm. Bestandsrest.
Findmittel: Rep. 227. Revidiert 1981.
Hinweise zur Benutzung: Vgl. Bestand "Katharinen- und Weißfrauenstift".

Bestandsname: Katharinenkloster: Urkunden und Akten
Laufzeit: 1349-1805
Institutionsgeschichte: Dieses 1345 von Wicker Frosch gegründete Kloster für adelige Jungfrauen nach der Regel des Deutschen Ordens, wurde 1526 von den meisten Schwestern verlassen. Das Kloster wurde darauf vom Rat in Verwaltung genommen und die Einkünfte zum Unterhalt von evangelisch-lutherischen Frauen und Töchtern bestimmt.
Bestandsumfang und -inhalt: 78 Nummern, 0,75 Rm. Bestandsrest.
Findmittel: Rep. 228 (Vollständiges Inventar über alle im Katharinenkloster befindlichen Bücher, Rechnungen, Briefschaften und Dokumente 14.-19. Jh.), Rep. 229 (Inventar über sämtliche Bücher, Verbriefungen, Urkunden und Rechnungen).
Hinweise zur Benutzung: Vgl. Bestand "Katharinen- und Weißfrauenstift".

Bestandsname: Rosenberger Einung: Urkunden und Akten der Einung 1345-1790 und des Rats 1480-1806
Laufzeit: Urkunden und Akten der Einung: 1345-1790 und des Rats: 1480-1806
Institutionsgeschichte: Anna Rosenberger stiftete 1452 ein Gotteshaus für 12 Frankfurter Jungfrauen und ehrbare Witwen, die dort nach der dritten Regel des hl. Dominikus lebten. An der Spitze des Hauses stand eine Meisterin. Von Seiten des Rates wurden zwei Pfleger zur Ordnung der äußeren Angelegenheiten bestellt, während die innere Leitung von den Dominikanern besorgt wurde. Bis in 17. Jh. waren die Mitglieder der Rosenberger Einung Laienschwestern, die kein besonderes Gelübde abgelegt hatten und auch nicht wie Dominikanerinnen (sondern in der Art der Beginen) gekleidet waren. Erst nach 1693 nahmen sie den schwarzen Schleier und erscheinen seitdem als Klosterfrauen. 1802 wurde die Rosenberger Einung säkularisiert, aber als weltliche Stiftung zu Schulzwecken beibehalten.
Bestandsumfang und -inhalt: 105 Nummern, 1,25 Rm. Provenienzvermischung.
Findmittel: Rep. 203. Revidiert 1980.

Bestandsname: Beginen und Beckarden: Urkunden des Rats
Laufzeit: 1377-1532
Institutionsgeschichte: Beginen führten ein religiöses Leben in freiwilliger und relativer Armut und schlossen sich meist in Gemeinschaften zusammen, die zum Teil die Drittordensregel eines Klosters annahmen, aber keine Ordensfrauen mit festen Ordensregeln waren. Kennzeichnend für das Beginentum war das halb weltliche halb geistliche Leben in einer etwas ungeklärten Stellung zwischen Laien- und Ordensleuten. In Frankfurt werden die ersten Beginen im 13. Jh. erwähnt, wobei das erste bekannte Beginenhaus auf Frankfurter Gebiet - die Klause in Oberrad - 1304 genannt wird. Der Lebensunterhalt in den Einungen wurde einerseits durch die Zinsen bestritten, die durch das Stiftungsvermögen und Zustiftungen zufielen. Andererseits spielte dabei auch das von den Beginen bei Eintritt mitgebrachte Vermögen eine Rolle. Die Tätigkeiten der Beginen bestanden hauptsächlich in der Krankenpflege, aber auch in handwerklicher Arbeit besonders im Textilbereich, wodurch sie zum Lebensunterhalt beitrugen. Begarden sind als das männliche Gegenstück zu Beginen zu betrachten, genossen aber weit weniger Achtung und Unterstützung als die Beginen. In Frankfurt existierte nur ein einziges Begardenhaus. Das Tätigkeitsfeld lag auch hier im Bereich der Krankenpflege. [aus: Spies, Martina: Beginengemeinschaft in Frankfurt.]
Bestandsumfang: 57 Nummern, 0,25 Rm.
Findmittel: Rep. 12: Ugb C 23.
Literaturhinweise: Kriegk, Georg Ludwig: Deutsches Bürgertum im Mittelalter, Frankfurt 1868. - Spies, Martina: Beginengemeinschaft in Frankfurt am Main, Dortmund 1998.

Größere auswärtige Klöster gründeten in Frankfurt am Main Niederlassungen, um ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die auf dem Markt oder während der Messe verkauft werden sollten, zu lagern. Im 19. Jh. kamen die Höfe teilweise in städtischen Besitz.

Bestandsname: Arnsburger Hof: Urkunden und Akten des Rats
Laufzeit: 1223-1718
Institutionsgeschichte: Hof des Klosters Arnsburg in der Wetterau, 1223 in Frankfurt gegründet und 1803 von der Stadt in Besitz genommen.
Bestandsumfang und -inhalt: 14 Nummern, 0,25 Rm. Bestandsrest.
Findmittel: Rep. 43: nur Mgb. C 30 Nr. 8. Revidiert 1981.

Bestandsname: Hainer Hof: Akten des Rats
Laufzeit: 1217-1558
Institutionsgeschichte: Der Hof des Klosters Haina in Oberhessen, der 1240 von diesem erworben wurde. 1558 wurde die Niederlassung vom Landgrafen von Hessen in Besitz genommen.
Bestandsumfang und -inhalt: 0,5 Rm. Bestandsrest.
Findmittel: Rep. 40: nur Mgb A 40.

Bestandsname: Ilbenstädter Hof: Urkunden des Rats
Laufzeit: 1427 - ca. 1500
Institutionsgeschichte: Hof des Klosters Ilbenstadt in der Wetterau, 1892 von der Stadt in Besitz genommen.
Bestandsumfang: 9 Nummern.
Findmittel: Rep. 44: Mgb D 16. Revidiert 1981.

Bestandsname: Schönauer Hof: Urkunden des Rats
Laufzeit: 1304-1467
Bestandsumfang: 15 Urkunden
Findmittel: Rep. 42: Mgb B 5. Revidiert 1981.

Bestandsname: Aschaffenburger Hof: Urkunden des Rats
Laufzeit: 1337-1704
Institutionsgeschichte: Hof des Stifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg.
Bestandsumfang: 6 Nummern.
Findmittel: Rep. 42: Mgb B 5. Revidiert 1981.

1.12.15. Kirchen und Kapellen

Bestandsname: Peters- und Dreikönigskapelle: Urkunden und Akten des Rats
Laufzeit: 1403-1799
Institutionsgeschichte: Im Jahr 1417 erlangten die zwei Frankfurter Patrizier Johann Ockstadt und Jakob Humbracht vom Mainzer Erzbischof die Erlaubnis, die Basilika - im Volksmund St. Peter genannt - wiederherzustellen, um den Anwohnern in der Neustadt, die wegen der weiten Entfernung zu der Pfarrkirche St. Bartholomäus den Gottesdienst nicht ohne Weiteres besuchen konnten, einen geeigneten Ort für den Gottesdienst in ihrer Nähe zu schaffen. Über die Entstehung der Dreikönigskapelle ist in etwa bekannt, dass es sich um eine zu dem zweiten Hospital in Sachsenhausen gehörige Kapelle handelte, die 1338 von Heile Dymar gestiftet worden sein soll. Im Laufe der Zeit ist das Patronatsrecht an den Rat der Stadt gekommen; Bürgermeister und Rat präsentierten dem Probst ihre Kandidaten zum Benefizium an der Dreikönigskapelle. Ziel des Rates war es, gegenüber dem die alleinigen Pfarrechte innehabenden Bartholomäusstift neue Pfarreien zu errichten. Dazu formulierte er 1450 ein Petitionsschreiben an den Papst, um die Erhebung der beiden Kapellen zu Pfarrkirchen zu erreichen. Ergebnis war schließlich die Einrichtung der Kapellen als Filialkirchen zu St. Bartholomäus mit Friedhof und Taufrecht. Die Besetzung der Filialkirchen geschah durch Kapläne, die vom Stift eingesetzt und unterhalten wurden, wobei das Patronats- und Präsentationsrecht beim Rat verblieb.
Bestandsumfang und -inhalt: 41 Nummern, 0,75 Rm. Darin: Verhandlungen des Rats über die Reform der Pfarrseelsorge 15. Jh. Urkunden und Akten des Rats über die Johann Comenz´sche Stiftung. Diese Stiftung wurde für ein Gotteslehen zu St. Peter 1478 errichtet und unter die Aufsicht des Rats gestellt.
Findmittel: Rep. 12, 21: Ugb C 7 (Mgb C 13) 1478-1747, Rep. 21, 43 1403-1799.
Literaturhinweise: Wolff, Karl/Jung, Rudolf: Die Baudenkmäler in Frankfurt am Main, Bd. 1, Frankfurt 1896. - Battenberg, F. W.: Die alte und neue Peterskirche in Frankfurt am Main, Frankfurt 1895. - Natale, Herbert: Das Verhältnis des Klerus zur Stadtgemeinde im spätmittelalterlichen Frankfurt, Frankfurt 1957.

Bestandsname: Nikolaikapelle und Almosen zu St. Nikolai: Urkunden und Akten des Rats
Laufzeit: 14. - 17. Jh.
Institutionsgeschichte: Die Kapelle war ursprünglich als Pfalzkapelle des staufischen Saalhofes eine königliche Eigenkirche und wurde bereits 1292 vom Bartholomäusstift inkorporiert. Im 15. Jh. wurde sie allmählich zur Ratskapelle umgewandelt.
Bestandsumfang: 125 Nummern, 0,75 Rm.
Findmittel: Rep. 12: Ugb C 5, 680. Revidiert 1981.
Literaturhinweise: Becher, Werner/Fischer, Roman: Die alte Nikolaikirche am Römerberg, Frankfurt 1992.

Bestandsname: Allerheiligenkapelle: Urkunden und Akten
Laufzeit: 1366-1721
Institutionsgeschichte: 1366 geweiht.
Bestandsumfang: 16 Nummern, 0,25 Rm.
Findmittel: Unverzeichnet. Revidiert 1981.
Bemerkung: Wolff, Karl und Jung, Rudolf: Die Baudenkmäler in Frankfurt am Main, Bd. 1, Frankfurt 1896.

Bestandsname: Brückenkapelle St. Katharina: Urkunden
Laufzeit: 1343-1490
Institutionsgeschichte: 1338 geweiht und schon 1342 dem Hochwasser zum Opfer gefallen.
Bestandsumfang: 12 Nummern.
Findmittel: Unverzeichnet.
Literaturhinweise: Oven, Anton Heinrich Emil von und Becker, Jakob: Die Kapelle der hl. Katharina auf der Mainbrücke zu Frankfurt mit gleichartigen Stiftungen des christlichen Mittelalters zusammengestellt, in: Neujahrsblatt des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde zu Frankfurt am Main für das Jahr 1880, Frankfurt 1880.

Bestandsname: Maternkapelle: Urkunden und Akten
Laufzeit: 1454-1552
Institutionsgeschichte: 1393 erstmalig erwähnt, 1531 vom Rat an den Almosenkasten überwiesen, 1804 abgerissen.
Bestandsumfang: 12 Nummern.
Findmittel: Unverzeichnet.
Literaturhinweise: Wolff, Karl und Jung, Rudolf: Die Baudenkmäler in Frankfurt am Main, Bd. 1, Frankfurt 1896.

Bestandsname: Stadt und Katholisches Kirchenwesen: Verträge betr. die Gemeine Pfaffheit
Laufzeit: 1395-1467
Bestandsumfang und -inhalt: 5 Nummern, 0,25 Rm. Bestandsrest; u.a. Verträge mit Mainz betr. die Frankfurter Geistlichen, Akten über Streitigkeiten der Stadt mit dem Klerus über deren ökonomische Verhältnisse im 14. und 15. Jh., Abgabeverhältnisse des Klerus und Jurisdiktion über dieselben.
Findmittel: Rep. 20 Ugb E 83.

Bestandsname: Stadt und Katholisches Kirchenwesen: Ablösung der ewigen Zinsen der Geistlichkeit
Laufzeit: 1528-1580
Bestandsumfang und -inhalt: 2 Kästen. Bestandsrest.
Findmittel: Rep. 7 Ugb A 57, 58.

Bestandsname: Proklamations- und Kopulationsgesuche von Katholiken
Laufzeit: 1818-1851
Institutionsgeschichte: Diese Kommission wurde durch die Konstitutionsergänzungsakte von 1816 zur Besorgung der katholischen Kirchen-, Schul- und Erziehungsangelegenheiten. 1872 aufgehoben. Bestandsumfang und -inhalt: 26 Faszikel, Bestandsrest.
Findmittel: Rep. 306. Revidiert 1997.

Bestandsname: Proklamationsprotokolle mit Beilagen
Laufzeit: 1819-1851
Institutionsgeschichte: Eingesetzt durch die Konstitutionsergänzungsakte von 1816 hatte diese Kommission die Aufsicht über konfessionell gemischte Privatinstitute, über jüdische Lehranstalten, die Führung der Kirchenbücher, über die Kirchhöfe und das Begräbniswesen und über die gemischten Ehen und die Erteilung von Ehedispensen. 1872 aufgehoben.
Bestandsumfang und -inhalt: 150 Bände. Bestandsrest.
Findmittel: Rep. 307. Revidiert 1998.

Bestandsname: Acta ecclesiastica des Rats
Laufzeit: 1522-1560
Bestandsumfang und -inhalt: nur 2 beschädigte Abschriftenbände, Bd. 1: 1466-1529, Bd. 2: 1530-1560.
Findmittel: Rep. 231. Revidiert 1998.
Literaturhinweise: Ritter, Johann Balthasar: Evangelisches Denkmal der Stadt Frankfurt am Mayn, Frankfurt 1726. - Beck, Kurt: Rat und Kirche, Frankfurt 1981.

Durch die Visitationsordnung von 1726 war die Einrichtung eines Konsistoriums (1728 eröffnet) vorgesehen. Ihm unterstand das evangelisch-lutherische Schulwesen in Stadt und Land, der Vorschlag der Geistlichen und Gymnasiallehrer, die Aufsicht über die Volksschullehrer, Ehestreitigkeiten, Proklamation von Verlobungen, Untersuchung und Bestrafung der Sittlichkeitsdelikte und die sonstige Sittenpolizei. 1812 gingen seine kirchlichen Befugnisse auf das evangelisch-lutherische Konsistorium für das gesamte Großherzogtum Frankfurt über. 1814 begann das städtische evangelisch-lutherische Konsistorium seine Tätigkeit, beschränkt auf die religiösen, kirchlichen, Schul- und Erziehungsangelegenheiten der evangelisch-lutherischen Gemeinden. Zur Aufsicht über das Reformierte Kirchenwesen wurde gemäß Konstitutionsergänzungsakte 1820 das evanglisch-reformierte Konsistorium errichtet. 1823 wurde aus beiden evangelischen Konsistorien zur Aufsicht und Leitung der evangelischen Volksschulen eine besondere Behörde unter dem Namen Vereinte evangelisch-protestantische Konsistorien errichtet. Ihm unterstanden die Musterschule, die Höhere und Mittlere Bürgerschule, die Katharinen-, Weißfrauen-, Allerheiligen- und Dreikönigsschule. Mit Errichtung der neuen städtischen Schulbehörden 1872 stellte diese Behörde ihre Tätigkeit ein.

Bestandsname: Lutherisches Konsistorium: Protokolle
Laufzeit: 1743-1748, 1757-1759, 1780
Bestandsumfang und -inhalt: 10 Bände. Bestandsrest.
Findmittel: Unverzeichnet. Revidiert 1998.

Bestandsname: Lutherisches Konsistorium: Proklamationsprotokolle mit Beilagen
Laufzeit: 1750-1851

Bestandsname: Evangelisch-Reformiertes Konsistorium: Beilagen zum Proklamationsprotokoll
Laufzeit: 1820-1851

Bestandsname: Evangelisch-Reformiertes Konsistorium: Akten
Laufzeit: 1819-1872
Bestandsumfang und -inhalt: 17 Faszikel Akten und 11 Faszikel Belege.
Findmittel: Rep. 65. Revidiert 1997.

1.12.21. Kirchliche Archive nichtstädtischen Ursprungs

Bestandsname: Deutsch-Reformierte Gemeinde
Laufzeit: 1570-1907
Bestandsumfang und -inhalt: 4 Rm. Bestandsrest: Bücher: Protokolle, Verhandlungen mit der Französisch-Reformierten Gemeinde, Gemeindemitglieder.
Findmittel: Unverzeichnet.

Bestandsname: Französisch-Reformierte Gemeinde
Laufzeit: 1511-1967
Institutionengeschichte: 1550 verließen Französisch sprechende wallonische Glaubensflüchtlinge ihre niederländische Heimat und kamen 1554 über Süd-England unter Valérand Poullain nach Frankfurt. Einige Jahre musste sich die Flüchtlingsgemeinde mit Privatgottesdiensten behelfen, da die Stadt den „Welschen“ keine Räumlichkeit zugestand. Erst 1601 erhielt die Gemeinde die Erlaubnis, außerhalb Frankfurts auf Ratsgebiet Wortverkündung und Abendmahl zu halten, nicht aber zu taufen und zu trauen. Bis Anfang des 19. Jh. hatte die Gemeinde innerhalb der Stadt keine Religionsfreiheit; erst ab der fürstl. primatischen Zeit wurde ihr das Recht eingeräumt, Taufen und Trauungen durch eigene Prediger vorzunehmen, eigene Schulen zu unterhalten und ein Konsistorium einzurichten. 1820 gliederte sich die reformierte Gemeinde in die Frankfurter ev. Landeskirche ein. 1899 wurde ihr der Fortbestand der Presbyterialverfassung und die Selbstständigkeit ihrer Verwaltung gewährleistet und eine reformierte Stadtsynode geschaffen. Während der NS-Zeit wurden in der Kirche am Goetheplatz öfter die Synoden und theol. Tagungen der Bekennenden Kirche gehalten, wodurch sie zu einer Art Zufluchtstätte wurde. 1944 wurden die Gebäude am Goetheplatz zerstört und bis 1951 an der Eschersheimer Landstraße wieder aufgebaut.
Bestandsumfang und -inhalt: 268 Nummern, 11 Rm. Amtsbücher: Protokolle, Unterlagen über Gemeindemitglieder, Bücher der Diakonie, Kirchenbau, Kirchen- und Gottesdienstordnungen; Akten: zur Verfassung der Gemeinde, Verhandlungen mit den Behörden und der Deutsch-Reformierten Gemeinde, Finanzverwaltung, Karten und Pläne zu den Kirchenbauten.
Findmittel: Rep. 363, 653, 774 (=Register zu Rep. 653).

Bestandsname: Niederländische Gemeinde Augsburger Confession
Laufzeit: 1585-1985
Institutionengeschichte: Die Niederländische Gemeinde Augsburger Confessionen in Frankfurt setzte die Tradition der lutherischen Gemeinde von Antwerpen fort. Die während der spanischen Protestantenverfolgung Mitte des 16. Jh. nach Frankfurt ausgewanderten Martinisten fanden in der Stadt bereitwillige Aufnahme, da sie sich zur Frankfurter Staatsreligion bekannten und sich der lutherischen Gemeinde anschlossen. Zudem erbrachte ihre Integration wirtschaftliche Vorteile: Seiden- und Edelmetallindustrie, allerlei Handel sowie Tuch- und Seidenfärbereien wurden durch die Niederländer gefördert. Die anwachsende Zahl der Glaubensflüchtlinge nach der Kapitulation Antwerpens vor der Gegenreformation 1585 bedingte den Zusammentritt der „fremden Augsburger Konfessionsverwandten“ am 31. Mai 1585. Der Gottesdienst fand in der Weißfrauenkirche statt, beschränkten sich aber auf Predigt und Abendmahl. Für Taufen und Eheschließungen blieben (wie bei den Reformierten) die lutherischen Stadtgeistlichen der Barfüßerkirche zuständig. Persönlichkeiten der Gemeinde waren u.a. Cassiodorus de Reina, durch dessen Verbindung mit dem Frankfurter Pfarrer Matthias Ritter die Antwerpener Gemeinde Anknüpfung an Frankfurt gefunden hat und der 1592 zum zweiten Prediger bestellt wurde, oder die großzügigste Wohltäterin Frau Schöff Magdalena Margaretha Andreae. Sie vermachte der Gemeinde 1787 ihr Haus im Großen Hirschgraben mit der Auflage, dort ein Waisenhaus für Kinder aus lutherischen verarmten Familien einzurichten.
Bestandsumfang und -inhalt: 23 Rm. Die Archivalien bieten Einblicke in die Gründung und Geschichte, Verwaltungsorganisation, Rechnungwesen, Anzahl und Zusammensetzung der Mitglieder sowie caritative Aktivitäten der Gemeinde.
Findmittel: Rep. 645 (auch gedruckt: Drummer, Heike: Findbuch zum Bestand Niederländische Gemeinde Augsburger Confession (1585-1985), Frankfurt 1988).

Bestandsname: Oberländische Gemeinde
Laufzeit: 1753-1893
Institutionengeschichte: Im Jahre 1753 vereinigte sich in Frankfurt am Main eine Anzahl von 100 Bürgern des evangelisch-lutherischen Glaubensbekenntnisses zu dem Entschluss, nach dem Vorbild der Niederländischen Gemeinde Augsburger Confession, durch das zusammengebrachte erste Stammvermögen und durch vierteljährige Beiträge der Stifter eine freiwillige Stiftung oder private Unterstützungsanstalt zu ihrem oder und der Ihrigen Besten zu errichten.
Bestandsumfang und -inhalt: 13 Bände, 1 Rm. Protokolle und Geschlechter- und Familienregister, unverzeichnet.

Bestandsname: Catalogus Ludimoderatorum Theutonicorum (Verzeichnis der deutschsprachigen Schulmeister)
Laufzeit: 1573-1730
Findmittel: Rep. 392.

Rep. 587 (Übersicht über die wichtigsten genealogischen Quellen im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt).
Friederichs, Heinz F.: Frankfurt am Main. Die alte Reichsstadt und ihre Umgebung (Familiengeschichtliche Wegweiser durch Stadt und Land, 15), Marktschellenberg-Berchtesgaden 1940; Böhmer, Johann Georg: Die Kirchenbuchführung der freien Stadt Frankfurt a.M., Frankfurt 1848; Nathusius-Neinstedt, Heinrich v.: Die Frankfurter Kirchenbuchführung, in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, 3. Folge, Bd. 6, 1899, S. 161-186.

Bestandsname: Taufbücher
Laufzeit: 1533 - 1850
Bestandsumfang: Nr. 1-90, 8 Rm.
Findmittel: Archvidatenbank
Hinweise zur Benutzung: Der Bestand ist auf Mikrofiches zu benutzen.

Bestandsname: Proklamationsbücher
Laufzeit: 1603 - 1851
Bestandsumfang: Nr. 1-38, 3 Rm.
Findmittel: Archivdatenbank
Hinweise zur Benutzung: Der Bestand ist auf Mikrofiches zu benutzen.

Bestandsname: Heiratsbücher
Laufzeit: 1533 - 1848
Bestandsumfang: Nr. 1-33, darunter 3 später angelegte Registerbände, 3 Rm.
Findmittel: Archivdatenbank
Hinweise zur Benutzung: Der Bestand ist auf Mikrofiches zu benutzen.

Bestandsname: Totenbücher
Laufzeit: 1565 - 1850
Bestandsumfang: Nr. 1-81, darunter 6 Registerbände, 8 Rm.
Findmittel: Archivdatenbank
Hinweise zur Benutzung: Der Bestand ist auf Mikrofiches zu benutzen.

Bestandsname: Sachsenhausen: Taufbücher 1703-1734, 1738-1833

Bestandsname: Sachsenhausen: Beerdigungsregister 1735-1833

Bestandsname: Niederrad, Evangelische Gemeinde 1857-1867

Bestandsname: Niederursel, Evangelische Gemeinde 1837-1873/74

Bestandsname: Oberrad, Evangelische Gemeinde 1811-1813

Bestandsname: Landaufgebotsbelege 1851-1866

Bestandsname: Zertifikate über auswärtige Geburten, Trauungen oder Todesfälle 1811-1825

Bestandsname: Wöchentliche Auszüge aus den Kirchenbüchern der Katholischen Gemeinde 1803-1807, 1810

Bestandsname: Standesbücher der Jüdischen Gemeinde 1598-1717, 1808-1810

Bestandsname: Jüdische Standesregister (1709-1877)
Findmittel: Findbuch zu den Mikrofiches: Rep. 698

Bestandsname: Standesbücher eingemeindeter Vororte
Laufzeit: 1672-1874
Bestandsumfang und –inhalt: 611 Nummern und 1 Band Fotokopien ohne Nummer. Niederursel, Evangelische Gemeinde: Taufen 1837-1874, Nr. 421-458; Heiraten 1837-1873, Nr. 459-495; Todesfälle 1837-1874, Nr. 496-533. Rödelheim, Evangelische Gemeinde: Taufen 1808-1874, Nr. 1-65; Heiraten 1808-1874, Nr. 66-130; Beerdigungen 1834-1874, Nr. 131-193. Rödelheim, Katholische Gemeinde: Standesbuch 1833, Nr. 194; Taufen 1834-1874, Nr. 195-235; Heiraten 1834-1874, Nr. 236-276; Todesfälle 1834-1874, Nr. 277-317. Seckbach: Standesbücher 1672-1821, Fotokopien. Bockenheim Nr. 607-611. Standesregister der jüdischen Gemeinde: Niederursel 1823-1874, Nr. 534-606; Rödelheim 1824-1848/1874. Nr. 318-420.
Findmittel: Rep. 626.

Bestandsname: Akten der Kirchenbuchführung
Laufzeit: ca. 1840-1851
Institutionsgeschichte: Nachdem seit dem 16. Jh. kontinuierlich Geburts-, Heirats- und Sterbebücher geführt wurden, gab es in der großherzoglichen Zeit dahingehend eine Änderung, dass durch die kurzzeitige Einführung des Code Civil vorübergehend konfessionsunabhängige Zivilstandsbücher eingeführt wurden. Die dafür zuständige Behörde unterstand dem Gericht erster Instanz. Mit dem Ende der Napoleonischen Herrschaft schaffte man diese wieder ab und ließ die Hauptkirchenbuchexpedition die Personennachweise wiederum in Kirchenbüchern führen. 1851 wurde erneut die Zivilstandsbuchführung eingeführt und die Standesbuchführung als Justizamt unter die behördliche Aufsicht der Justizverwaltung gestellt, die erst 1876 zugunsten eines einheitlichen deutschen Standesamtswesens aufgehoben wurde.
Bestandsumfang und -inhalt: Bestandsrest, 2 Archivkartons. Inhaltlich bezieht sich der Bestand mit dem umfänglich größeren Teil auf die Aufgabenerledigung. Berichte, Verordnungen, Instruktionen etc., lassen einen kleinen Einblick in die Verfahrensweise dieser Behörde zu.
Findmittel: Rep. 834
Literaturhinweise: Böhmer, Johann Georg: Die Kirchenbuchführung der freien Stadt Frankfurt a.M., Frankfurt 1848; Nathusius-Neinstedt, Heinrich v.: Die Frankfurter Kirchenbuchführung, in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, 3. Folge, Bd. 6, S. 161-186, Frankfurt 1899

Literaturhinweise: Meidinger, Heinrich: Frankfurts gemeinnützige Anstalten. Eine historisch-statistische Darstellung der milden Stiftungen, Stipendien ..., Frankfurt 1856; Müller, Bruno und Schembs, Hans-Otto: Stiftungen in Frankfurt am Main. Geschichte und Wirkung, Frankfurt 2006

Bestandsname: Akten des Rats, Pfründen und Stiftungen
Laufzeit: 14. Jh. - ca. 1813
Bestandsumfang und -inhalt: 154 Urkunden und 97 Akten, 2 Rm.
Findmittel: Rep. 12 Ugb C 8-11. Revidiert 1991.

Bestandsname: Akten des Rats, Stipendien unter Verwaltung des Rats
Laufzeit: 16. - 18. Jh.
Bestandsumfang und -inhalt: 249 Akten und 12 Urkunden, 0,5 Rm.
Findmittel: Rep. 12 Ugb C 24. Revidiert 1991.

Bestandsname: Stockarsche Altarstiftung, Urkunden
Laufzeit: 1348-1804
Bestandsumfang: 2 Kästen.
Findmittel: Unverzeichnet.

Bestandsname: Stipendien o.B.
Laufzeit: 15. - 18. Jh.
Findmittel: Rep. 432.

Diese rein städtische Stiftung wurde 1530 durch Vereinigung der dem Rat zur Verfügung stehenden Gelder und Einkünfte aus milden Stiftungen, hauptsächlich dem Almosen zu St. Nikolai und aus dem säkularisierten Barfüßerkloster als Organ der städt. Armenpflege gegründet. Ihm oblag auch die Besoldung der Geistlichen und Kirchenoffizianten, die Bestreitung des Bedarfs der Stadtbibliothek, die Sorge für die Kirchenbuchführung, für das Beerdigungswesen, für die Geisteskranken und andere Verpflichtungen. Seit der Neuordnung durch die kaiserlichen Resolutionen 1735 führte diese Stiftung den offiziellen Namen Kastenamt, in der freistädtischen Zeit bis Ende des 19. Jh. Allgemeiner Almosenkasten.
Literaturhinweise: Schembs, Hans-Otto: Der Allgemeine Almosenkasten in Frankfurt am Main, 1531-1981, Frankfurt 1981. - Schaeffer, Fr. B.: Frankfurter Armen- und Wohlfahrtspflege in alter und neuer Zeit, Frankfurt 1927.

Bestandsname: Almosenkasten: Bücher
Laufzeit: 1531-1883
Bestandsumfang und -inhalt: 1.152 Bücher, 56 Rm (und 21 Rm. Protokolle 1836-1889 in Aktenform, liegend in Kästen aufbewahrt). Der Bestand umfasst folgende Bücher: u.a. Protokolle, Einnahme- und Ausgabebücher, Almosenkastenrechnungen, Kassen- und Zinsbücher, Dekretenbücher, Almosenverwilligungsbücher, Verzeichnisse von Almosengebern, Revisionsbücher, Testamentarien, Legatenbücher, Lotteriebücher, Kircheninventare, Steinbücher.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 216, Rep. 796 (vorläufiges Verzeichnis).

Bestandsname: Almosenkasten: Akten
Laufzeit: 16. - 19. Jh.
Bestandsumfang und -inhalt: 1.365 Nummern, 16 Rm. Urkunden, Gültbriefe, Verzeichnis der Erb- und Grundzinsen des Almosenkastens.
Findmittel: Rep. 217, 218, 219, 220, 221.

Bestandsname: Almosenkasten: Urkunden
Laufzeit: 1306-1658
Bestandsumfang: 819 Nummern, 9,7 Rm.
Findmittel: Rep. 217, 218, 219.

Bestandsname: Katharinen- und Weißfrauenstift: Akten (Depositum)
Laufzeit: 1819-19994
Bestandsumfang: 5 Rm.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 407 (Verzeichnis der Kassenbücher und Akten des Pflegamts des St. Katharinen- und Weißfrauenstifts, 1820-1930), Rep. 497 (Verzeichnis der Bücher, Akten und Karten des St. Katharinen- und Weißfrauenstifts, 1803-1964)
Hinweise zur Benutzung: Vgl. Bestände "Weißfrauenkloster" und "Katharinenkloster".

Bestandsname: Heiliggeistspital
Laufzeit: 1193-1983
Institutionsgeschichte: Die Geschichte des Hospitals reicht bis in das 13. Jh. zurück. Inspiriert durch die religiös-soziale Reformbewegung Guido von Montpelliers ist das Hospital vermutlich kurz vor 1250 als Gründung einer lokalen Bruderschaft entstanden. Aufgaben dieser noch heute bestehenden Einrichtung waren zunächst die Beherbergung von Fremden, die Pflege armer Kranker und kranker Handwerksgesellen, die Betreuung älterer und gebrechlicher Personen, die sich als Pfründer in das Hospital einkaufen konnten sowie Aufgaben der allgemeinen Armenpflege. Im 14. Jh. übernahm die Stadt die Oberaufsicht über die Stiftung.
Bestandsumfang und -inhalt: 5.441 Akten und Urkunden, 348 Bücher, 702 Fotos und 4.187 Personalakten, 89 Rm. Der Bestand enthält Unterlagen zur Verwaltungs- und Besitzgeschichte der Stiftung und zum Frankfurter Armen- und Krankenwesen vom späten Mittelalter bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.
Findmittel: Rep. 714-717, 759
Literaturhinweise: Moritz, Werner: Die bürgerlichen Fürsorgeanstalten der Reichsstadt Frankfurt am Main, in: Studien zur Frankfurter Geschichte, Heft 14, Frankfurt 1981. - Lerner, Franz/Krämer, Leonie/Lohne, Hans: Das Hospital zum Heiligen Geist. Grundzüge seiner Entwicklung, Kelkheim 1989.

Bestandsname: Sondershausen von Gläsernthalsche Stiftung: Akten Laufzeit: 1329-1815
Institutionsgeschichte: Maria Anna von Sondershausen ( ? 6.11.1796), die Tochter des 1686 geadelten Peter Kaspar von Gläsernthal, begründete in ihrem Testament von 1772 die Sonderhausen von Gläsernthal’sche Stiftung zur ”Versorgung ehrbarer Töchter von reputierlichen vornehmen Familien gelehrt und wohlstudierter braver Männer, mit Ausschluß der Offiziers-, Procurators- und Notarstöchter”. In diesem Damenstift in dem Haus an der Zeil sollten allerdings nur zwei Stiftsdamen leben, wobei jeweils nach 40 Jahren eine weitere hinzukommen sollte.
Bestandsumfang und -inhalt: 0,5 Rm. Akten und Urkunden: Die Urkunden beinhalten den Verkauf oder die Schenkung verschiedener Gülten und Häuser, wobei der Bezug auf die Familie Gläser oder die Sondershausen'sche Stiftung nicht ganz klar ist und die Verleihung des Adelsprädikats an die Familie Gläser. Bei den wenigen Akten handelt es sich u.a. um Prozessakten und den Nachlass der Marie Anna Sondershausen.
Findmittel: Rep. 295

Bestandsname: Waisenhaus (Depositum)
Laufzeit: 1500-1952
Institutionengeschichte: 1679 wurde auf Anstoß einer finanziellen Stiftung des Schatzungsschreibers Johann Moritz Altgeld das Armen-, Waisen- und Arbeitshaus von der Stadt im ehemaligen Pestilenzhaus gegründet. Aufgenommen wurden neben elternlosen Kindern auch arbeitsscheue Bettler, Landstreicher und alte Leute. Die Fürsorgetätigkeit verbesserte sich durch allerlei Zustiftungen im Laufe der Zeit. Die Funktionen als Armen- und Waisenhaus fielen weg, so dass sich die Stiftung allein auf die Fürsorge für elternlose Kinder stützen konnte. Im 19. Jh. entschloss man sich, die Anstaltserziehung für Waisenkinder aufzugeben und die Betreuung der Kinder gegen Kostgeld in die Hände von Familien zu geben.
Bestandsumfang und -inhalt: 53 Nummern, 3,5 Rm. Das vorliegende Depositum bildet einen zufälligen Restbestand ohne größeren Zusammenhang. Er setzt sich in der Hauptsache aus Büchern, bes. den Hauptbüchern seit 1720 und Resten von weiteren Amtsbüchern sowie wenigen Akten und Urkunden zusammen. Einen zweiten Schwerpunkt bilden die Akten und Urkunden, die die Schenkungen und Stiftungen an das Waisenhaus betreffen.
Findmittel: Rep. 540
Hinweise zur Benutzung: Siehe auch unter Neue Abteilung, Bestand "Stiftungsabteilung".

Bestandsname: Versorgungshaus und Wiesenhüttenstift (V54)
Hinweise zur Benutzung: Siehe auch unter Sammlungen: Nachlässe, Bestand "von Wiesenhütten-Familienarchiv" und unter Sammlungen: Frankfurter Vereinigungen und Vereinsarchive.

1.14. Gerichtswesen

Bestandsname: Bürger und Beisassen unter sich
Laufzeit: ca. 1550-1810
Bestandsumfang: 1,75 Rm.
Findmittel: Rep. 15, 17 Ugb D 71-72.

Bestandsname: Bürger und Beisassen wider Fremde
Laufzeit: ca. 1550-1810
Bestandsumfang und -inhalt: 367 Nummern, 17,25 Rm. Akten und Bücher.
Findmittel: Ugb D 27, 50-70, Rep. 494, 495.

Bestandsname: Dorfschaften wider Fremde und unter sich
Laufzeit: 1590-1804
Bestandsumfang: 1 Rm.
Findmittel: Ugb D 74, Rep. 551.

Bestandsname: Fremde unter sich
Laufzeit: 1567-1805
Bestandsumfang: 4 Rm.
Findmittel: Ugb D 75-77, Rep. 551.

Bestandsname: Bürger und Beisassen wider Juden
Laufzeit: 1606-1805
Bestandsumfang: 0,75 Rm.
Findmittel: Ugb D 73, Rep. 551.

Bestandsname: Juden unter sich
Laufzeit: 1514-1807
Bestandsumfang: 0,75 Rm.
Findmittel: Ugb D 78, Rep. 551.

Bestandsname: Juden wider Fremde
Laufzeit: ca. 1565-1808
Bestandsumfang: 6 Rm.
Findmittel: Ugb D 79-98, Rep. 551.

Bestandsname: Schöffengerichtsbücher
Laufzeit: 1503, 1508-1812
Institutionsgeschichte: Die Existenz des Schöffengerichts lässt sich bis in das 12. Jh. zurückverfolgen. Damals war das kaiserliche Reichsschöffengericht unter dem Vorsitz eines vom Kaiser unmittelbar ernannten Reichsschultheißen mit Schöffen aus dem Rat der Stadt besetzt. Es sprach, unabhängig von der städtischen Obrigkeit, Recht in der Stadt und deren Gebiet. Seit dem Jahr 1372, als die Stadt das Reichsschultheißenamt zusammen mit dem Gericht erworben hatte, oblag die Urteilssprechung der städtischen Hand. Praktisch sah das so aus, dass die peinliche Gerichtsbarkeit auf den Rat überging und die Zivilgerichtsbarkeit in die Zuständigkeit des Schöffengerichts fiel. Das Schöffengericht war nach 1495 als Vorinstanz zuständig für die am Reichskammergericht anhängig gemachten Sachen, wobei aber dessen Urteile auch beim Reichshofrat anfechtbar waren.
Bestandsumfang: 307 Bände, 27,5 Rm.
Findmittel: chronologische Ordnung, Bände mit Registern.

Bestandsname: Stadtgericht: Gebühreneinnahme
Laufzeit: 1814-1821

Die große Masse der Zivilprozeßakten aus der Zeit zwischen 1600 und 1800 wurde 1874 bei der Übernahme des Archivs des reichsstädtischen Schöffengerichts durch G. L. Kriegk kassiert. 40 Faszikel mit Reichtsstreitigkeiten, die Goethes Vater und Goethe selbst geführt haben sowie des letzteren Bewerbungsgesuch um die Advokatur wurden als Depositum an das Freie Deutsche Hochstift abgegeben.

Bestandsname: Judicialia I
Laufzeit: ca. 1490 - ca. 1690
Bestandsumfang: 60,5 Rm.
Findmittel: Rep. 481, 1784-1793.

Bestandsname: Judicialia II
Laufzeit: 1801-1812
Bestandsumfang: 16,25 Rm.
Findmittel: Rep. 255.

Bestandsname: Extrajudicialia
Laufzeit: 1801-1815
Bestandsumfang: 79 Rm.
Findmittel: Rep. 256.

Bestandsname: Kuratelamt: Akten und Bücher
Laufzeit: Akten: ca. 1500-1886 und Bücher: 1729-1879
Institutionsgeschichte: Von 1729 bis 1806 bestand für die Vormundschaftsangelegenheiten ein eigenes Kuratelamt. Zwischen 1806 und 1814 war die III. Sektion des Stadt- und Landgerichts zuständig. Durch die Konstitutionsergänzungsakte wurde das Kuratelamt mit gleicher Kompetenz wieder hergestellt und zwar als Sektion des Stadtgerichts. Ab 1849 übernahm das Stadtgericht II. Abteilung seine Geschäfte. Bestandsumfang und -inhalt: Akten: 3.656 Nummern, 73,75 Rm. und Rechnungen, Korrespondenz, Kuratelamtsakten nach dem Namen der Kuranden geordnet, Akten betr. Vormundschaft, Nachlässe, Vermögensabtretung, Subhastationen, Insatzklagen, Zwangsverkäufe. Bücher: Protokolle, Dekretenbücher, Verzeichnisse der Vormünder, Depositenbuch, Verzeichnis der eingegangenen Sporteln und Accidenzien. Findmittel: Akten: Rep. 241, 779 und Bücher: Rep. 241.

Bestandsname: Nachlassakten
Laufzeit: 1813-1920
Bestandsumfang: 24.688 Nummern, 171,25 Rm.
Findmittel: Rep. 242, 243, Kartei, Verzeichnung in Archivdatenbank.

Bestandsname: Nachlassakten Dörfer
Laufzeit: 1774-1923
Bestandsumfang und -inhalt: 2.269 Nummern (13 Rm). Nachlassakten betr. die Dörfer Bonames 1828-1877, Bornheim 1788-1891, Hausen 1781-1878, Niederrad 1811-1878, Niederursel 1806-1890, Oberrad 1774-1881, Frankfurt Irrläufer 1819-1923.
Findmittel: Rep. 933, Verzeichnung in Archivdatenbank.

Unter Währschaften versteht man die Gewährleistung des Verkäufers einer Immobilie für die Freiheit von Rechtsmängeln, welche vor dem Stadtgericht erfolgen musste, unter Insatz eine Grundschuld (ein Grundstück dient als dingliche Sicherheit für eine Schuld. In Ausnahmefällen kann auch bewegliches Eigentum als Sicherheit dienen). Nach Jung, S. 161, weisen die Bestände Lücken auf.
Literaturhinweise: Franck, Carl Ludwig: Geschichtliche Darstellung des Währschafts-, Transkriptions-, Hypotheken- und Restkaufschillingswesens zu Frankfurt am Main, Frankfurt 1824.

Bestandsname: Insatzbücher
Laufzeit: 1328-1799
Bestandsumfang: 31 Bände, 9,5 Rm.

Bestandsname: Indices debitorum et creditorum in den Insatzbüchern
Laufzeit: 1733-1788
Bestandsumfang: 2 Bände.

Bestandsname: Majorwährschaftsbücher
Laufzeit: 1358-1810
Bestandsumfang und -inhalt: 127 Bände, 5 Rm. Aufgaben von Liegenschaften vor Schöffen und Rat, deren Ausfertigungen sub sigillo maiori gegeben wurden.

Bestandsname: Restkaufschillingbücher
Laufzeit: 1741-1811
Bestandsumfang: 2 Bände.

Bestandsname: Minorwährschaftsbücher
Laufzeit: 1431-1672
Bestandsumfang und -inhalt: 24 Bände, 1 Rm. Testamente, Einkindschaftsberedungen, Gültverkäufe und andere Vereinbarungen vor drei Ratsherren, deren Ausfertigungen sub sigillo minori gegeben wurden.

Bestandsname: Insatz auf fahrende Habe: Urkunden
Laufzeit: 1398-1615
Bestandsumfang: 127 Urkunden, 0,75 Rm.
Findmittel: Rep. 234. Revidiert 1983.

Bestandsname: Insatzbriefe der Frankfurter Dörfer
Laufzeit: 1764-1858/59
Bestandsumfang: 819 Urkunden, 0,5 Rm.
Findmittel: Rep. 934.

Bestandsname: Niederräder Gerichtsinsatzbuch
Laufzeit: 1616
Bestandsumfang: 1 Buch.

Bestandsname: Hausurkunden
Laufzeit: 1290-1948
Bestandsumfang und -inhalt: 3.370 Nummern (hauptsächlich Kauf und Verkauf, Währschaften, Insätze, Übereinkommen in nachbarlichen Verhältnissen) betr. einzelne Häuser und Grundstücke in der Stadt und deren Gemarkung. Die den städtischen Besitz betr. Urkunden (Ugb. C 13-17, 19, 20) machen nur einen kleinen Teil des Bestandes aus. Der weitaus größere Teil stammt aus Privatbesitz. Frankfurt, Innenstadt: nach Häusern mit Litera und Nummer bestimmt, besondere Abteilungen: Römer, Saalhof; nach Straßen und Stadtgegenden bestimmt; Schirnen, Läden, Meßläden. Frankfurt, Außenstadt und Gemarkung: Nach Flurbezeichnungen, Gegenden etc. bestimmt; Höfe. Sachsenhausen, Innenstadt: nach Häusern bestimmt; nach Straßen und Stadtgegenden bestimmt. Sachsenhausen, Außenstadt und Gemarkung: nach Flurbezeichnungen bestimmt; Höfe. Hausurkunden Bockenheim, 1576-1694.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Kartei. Für Hausurkunden Bockenheim Rep. 662.

Bestandsname: Testamente
Laufzeit: 1550-1649
Bestandsumfang und -inhalt: 80 Kästen, 9,33 Rm. Bestandsrest.
Findmittel: Chronologisch verzeichnet in Rep. 235. Revidiert 1986.
Literaturhinweise: Euler, Ludwig Heinrich: Geschichte der Testamente in Frankfurt, in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, Bd. 5, Frankfurt 1853.

Bestandsname: Inventare
Laufzeit: 1640-1661, 1813
Bestandsumfang und -inhalt: 24 Nummern, 1 Kasten. Bestandsrest.
Findmittel: Chronologisch verzeichnet in Rep. 235. Revidiert 1980.

Bestandsname: Varia Judicialia
Laufzeit: ca. 1350-1640
Bestandsinhalt: Meist einzelne Urkunden und Aktenstücke aus der Registratur des Schöffengerichts.
Findmittel: Chronologische geordnet, unverzeichnet.

Bestandsname: Responsa iuris et rationes decidendi
Laufzeit: 1728-1785
Bestandsumfang und -inhalt: 3 Bände, 0,33 Rm. Rechtsbescheide und Urteilsbegründungen.
Findmittel: Unverzeichnet.

Bestandsname: Rationes decidendi
Laufzeit: 1801-1812
Bestandsumfang und -inhalt: 333 Nummern, 2 Rm. Urteilsbegründungen.
Findmittel: Chronologisch verzeichnet (nur mit den Namen der Parteien) in Rep. 258.

Außer den beiden mit Zivilsachen befassten Gerichten (Schöffenrat und Schöffengericht) gab es eine dritte Behörde, die alle Sachen ohne Unterschied des Wertes annehmen konnte. Die Bürgermeisteraudienzen waren zunächst Gütestellen. Sie waren insbesondere bei Handelsstreitigkeiten oft erste Anlaufstelle. In der kaiserlichen Final-Resolution vom 14. März 1732 wurde die sachliche Zuständigkeit der Bürgermeisteraudienzen dahin geregelt, dass die Audienzen für alle Wechselsachen, für Sachen mit einen Streitwert bis 25 Gulden, Verbal- und Realinjurien, Arrestanlegungen und Exekutionen zuständig waren. Die Audienzen bestanden aus dem älteren bzw. dem jüngeren Bürgermeister mit je zwei Ratsmitgliedern als Beigeordnete und je einem Protokollisten.

Bestandsname: Ältere Bürgermeisteraudienz: Protokolle und Index
Laufzeit: 1726-1806
Bestandsumfang: 880 Bände, 62,5 Rm.
Findmittel: Unverzeichnet. Revisionsprotokoll Rep. 806.

Bestandsname: Jüngere Bürgermeisteraudienz: Protokolle und Index
Laufzeit: 1726-1806
Bestandsumfang und –inhalt: 1.002 Bände, 73,5 Rm. 3,25 Rm Anlagen.
Findmittel: Unverzeichnet. Revisionsprotokoll Rep. 806.

Bestandsname: Bürgermeisteraudienzen: Akten
Laufzeit: 1727-1769
Bestandsumfang: 4 Rm.
Findmittel: Ungeordnet und unverzeichnet.

Über die Zuständigkeit der verschiedenen Amststellen und Gerichte für Untersuchung und Bestrafung der Vergehen und Verbrechen vgl. Rössing, Johann Georg: Versuch einer hist. Darstellung der allmähligen Entwickelung und Ausbildung der heutigen Gerichts-Verfassung Frankfurts, Frankfurt 1806; für die fürstliche Zeit die zweite Auflage desselben Werkes, Frankfurt 1810.

Bestandsname: Criminalia
Laufzeit: 1508-1856
Der Bestand Criminalia bestand vor seiner Neuverzeichnung aus dem Strafenbuch (1562-1696), dem Klein-Malefizbuch (1751-1765), dem 128 laufende Meter und 12.818 Nummern umfassenden Bestand Criminalia: Akten, also der Registratur des 1856 aufgehobenen und in eine Staatsanwaltschaft überführten peinlichen Verhöramtes, den um eine Abgabe aus dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden erweiterten unverzeichneten Criminalia Senckenberg mit 78 Nummern, den Criminalia: Bonames (1767-1835) mit 69 Nummern, den Criminalia: Bornheim (1771-1827) mit 76 ebenfalls unverzeichneten Nummern, deren eigentliche Provenienz das Frankfurter Landamt ist. Einige bei einer früheren Durchnummerierung und Neuverpackung des Aktenbestandes selektierte Bücher und Urkunden (Criminalia: Bücher und Criminalia: Urkunden) wurden wieder in ihre ursprünglichen Registraturzusammenhänge eingegliedert. Die Criminalia Senckenberg sind die mit verschiedenen weiteren Prozessakten und Materialien angereicherten Akten zum Verfahren gegen den 1769 verhafteten streitbaren Juristen und Senator Johann Erasmus Senckenberg (1717-1795). Insgesamt umfasst der Bestand Criminalia 135 laufende Meter. Die Masse der Strafverfahren stammt aus dem 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurden die reinen Strafverfahren zugunsten der politischen Verfahren stark kassiert. Der Schwerpunkt liegt auf den Verfahren um den Wachensturm von 1833 und der Revolution von 1848. Die Urteilsbücher sind im Zweiten Weltkrieg verbrannt.
Findmittel: Archivdatenbank, Rep. 949 (1680-1712), 945 (1714-1732), 946 (1733-1749), 957 (1750-1769), 967 (1791-1806), 969 (1808-1856)

Bestandsname: Oberappellationsgericht Lübeck: Zivilprozeß- und Strafakten
Laufzeit: Zivilprozeßakten: 1825-1866 und Strafakten 1834-1859 Institutionsgeschichte: Im Artikel 12 der Deutschen Bundesakte war vorgeschrieben, dass von den einzelnen Bundesmitgliedern für je 300.000 Einwohner ein oberstes Gericht zu bilden sei. Staaten mit geringerer Einwohnerzahl waren gehalten, sich mit ebenfalls kleineren Staaten über die Errichtung eines gemeinsamen obersten Gericht zu verständigen bzw. sich an das Gericht eines anderen oder größeren Staates anzuschließen. Bei dieser Sachlage liefen die vier Freien Städte Hamburg, Bremen, Lübeck und Frankfurt Gefahr, gezwungen zu werden, sich dem höchsten Gericht eines anderen Bundesstaates anzuschließen, denn alle vier Städte zusammen besaßen keine 300.000 Einwohner. So wurde am 18. Nov. 1820 das gemeinschaftliche Oberappellationsgericht der vier Freien Städte eröffnet. Die Kompetenzen des Oberappellationsgerichts bezogen sich auf privatrechtliche Streitigkeiten, auf Straf-, Austrägal- und Kompromisssachen; verfassungsrechtliche Streitfälle waren nicht üblich. Durch die Einverleibung Frankfurts in den preußischen Staat 1866 verlor die Stadt ihre Souveränität als deutscher Bundesstaat. Die höchste Gerichtsbarkeit war fortan das Obertribunal in Berlin.
Bestandsumfang und -inhalt: Zivilprozeßakten: 1734 Nummern, 27,75 Rm. Strafprozeßakten: 199 Nummern, 2,5 Rm. Prüfungsakten Frankfurter Rechtskandidaten: 4 Nummern, 0,25 Rm.
Findmittel: Rep. 486, Rep. 546.
Literaturhinweise: Kaltwasser, Inge: Gesamtinventar der Akten des Oberappellationsgerichtes der vier Freien Städte Deutschlands, 3 Bde. Köln, Weimar, Wien 1994.

Bestandsname: Stadtgericht/Amtsgericht: Handelsregisterakten
Laufzeit: ca. 1860-1900
Findmittel: Rep. 788.

Bestandsname: Prozeßdruckschriften
Laufzeit: 1725-1829
Bestandsumfang: 178 Nummern, 2 Rm.
Findmittel: Rep. 525.
Mit Dublettenserie. Abgabe des Hanseatischen Oberlandesgerichtes.

1.15. Dörfer, Marktgenossenschaften, Höfe um die Stadt

Bestandsname: Landamt: Akten des Rats und Akten o.B. (Einzelstücke)
Laufzeit: Akten des Rats: 1408-1608 und Akten o.B. (Einzelstücke): 1748-1857
Institutionsgeschichte: Die Zuständigkeit des Landamts bezog sich in reichsstädtischer Zeit auf Justiz und Verwaltung der Frankfurter Landgemeinden. In primatischer Zeit waren Landamt, Ackergericht und Korn- oder Rentenamt zu einem Amt vereinigt. In der großherzoglichen Zeit unterstand die Verwaltung der Landgemeinden der Distrikts-Mairie Frankfurt. 1814 trat das Landamt wieder in Tätigkeit, verlor aber gemäß Art. 32 der Konstitutionsergänzungsakte von 1816 seine gerichtlichen Befugnisse. Ab 1844 hieß das Landamt Landverwaltungsamt und besorgte die Regiminal- und Finanzsachen, das Armenwesen, die Gewerbe-, Bau- und landwirtschaftliche Polizei (mit Ausnahme der Garten-, Feld- und Fischfrevel), die Vorkehrung gegen Feuer- und Wassergefahr in den Dörfern und deren Gemarkungen.
Bestandsumfang und -inhalt: Insgesamt ca. 1 Rm. Bestandsrest.
Findmittel: Akten des Rats: Rep. 45 Mgb E 21. Akten o.B. (Einzelstücke): unverzeichnet.
Literaturhinweise: Schulin, Philipp Friedrich: Die Frankfurter Landgemeinden, Frankfurt 1895.

Bestandsname: Dörfer
Bestandsumfang und -inhalt: 1.084 Nummern, 10 Rm. Dortelweil: Urkunden (1343-1504). Bonames: Urkunden und Akten (1331-1618), Urkunden o.B. (1338-1684) und Urkunden Burglehen Bonames (1396-1789). Nieder-Erlenbach: Urkunden und Akten (1359-1606). Niederursel: Urkunden und Akten (1299-1592). Hausen: Urkunden (1368-1586). Bornheim: Urkunden und Akten (1300-1558) und Urkunden o.B. (1378-1812). Oberrad: Urkunden und Akten (1333-1813). Sulzbach und Soden: Urkunden und Akten (1280 - ca. 1770); Bestandsrest, und Reiffenberg - Staffel (1471-1656). Harheim und Kalbach: Urkunden und Akten (ca. 1400 - ca. 1700) und Urkunden und Akten o.B. (1411-1639). Rödelheim: Urkunden und Akten (1404 - ca. 1600) und Urkunden und Akten o.B. (1406-1604). Schwanheim: Urkunden (1362-1499). Eschersheim, Ginnheim, Heddernheim, Praunheim, Petterweil: Urkunden und Akten (14. - 18. Jh.) und Urkunden o.B. (1329-1724). Vilbel: Urkunden und Akten (14. - 17. Jh.) und Urkunden und Akten o.B. (1429-1588). Seckbach, Bergen, Schelme von Bergen, Berkersheim: Urkunden und Akten (14. Jh. - 1813) und Urkunden und Akten Seckbach o.B. (1422-1705).
Grafschaft Bornheimer Berg: Urkunden und Akten (1303-1490). Hof Goldstein: Urkunden und Akten (1397-1589). Riedhof (1366 von Karl IV an Sigfried zum Paradies als Lehen gegeben, 1533 von Jakob von Praunheim an die Stadt und 1804 von dieser an S. M. von Bethmann verkauft. Nicht zu verwechseln mit den Riederhöfen): Urkunden und Akten (1366 - ca. 1800).
Findmittel: In den Rep. 707, 708 und 709 sind alle Archivalien der vorgenannten Dörfer, geordnet nach Dörfern, mit den neuen gültigen Signaturen verzeichnet. Die Rep. 707-709 ersetzen die Alt-Repertorien 6, 10, 42, 44, 45, 46 (Ugb A 49, B 74, Mgb E 6, 11, 13, 21-28, 32, 35-37, 39, 42, 44, 47, 48, 54).
Literaturhinweise: Kaufmann, E.: Geschichte und Verfassung der Reichsdörfer Soden und Sulzbach 1035-1806, Diss. Frankfurt 1950. - Kolb, Ernst: Die Grafschaft Bornheimer Berg in ihrer historischen Entwicklung und rechtlichen Bedeutung, Diss. Frankfurt 1923. - Schwind, Fred: Die „Grafschaft“ Bornheimer Berg und die Königsleute des Fiskus Frankfurt, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 14, 1964. - Becker, Hans-Jürgen: Das Gericht Bornheimer Berg, in: Stephan Buchholz et al.: Überlieferung, Bewahrung und Gestaltung in der rechtsgeschichtlichen Forschung. Festschrift..., 1993.

1.16. Teile der Bevölkerung

Literaturhinweise: Schulin, Philipp Friedrich: Die Frankfurter Landgemeinden, Frankfurt 1895.

Bestandsname: Entledigung der Leibeigenschaft
Laufzeit: 14.-18. Jh.
Bestandsumfang und -inhalt: 30 Nummern, 0,5 Rm. Der Bestand beinhaltet Verzeichnisse der Leibangehörigen des Rats und Register über deren Zahlungen, Behandlungen mit den benachbarten Reichsständen über die gegenseitigen Leibeigenen, Geburtsbriefe und sonstige Bescheinigungen der Bürger und Beisassen bei Ein- und Auswanderung.
Findmittel: Rep. 10, 37 Ugb B 62.

Bestandsname: Geburtsbriefe
Laufzeit: 1455-1728
Bestandsumfang: 50 Nummern, 0,75 Rm.
Findmittel: Rep. 480. Revidiert 1998.

Bestandsname: Pfalzgrafenurkunden
Laufzeit: 1608-1803
Institutionsgeschichte: Zu den Aufgaben der Hofpfalzgrafen gehörte die Legitimation Unehelicher oder Ehrloser, Bestätigung von Adoptionen, Emanzipation und Vormundschaften sowie Ernennung von Notaren.
Bestandsumfang: 11 Nummern, 0,25 Rm.
Findmittel: Rep. 594. Revidiert 1998.

1.16.2. Patriziergesellschaften

Bestandsname: Alten-Limpurg und Frauenstein: Akten des Rats
Laufzeit: ca. 1350-1807
Bestandsumfang und -inhalt: 29 Nummern. Bestandsrest.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 12 Ugb C 25, Verzeichnung in der Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Lerner, Franz: Die Frankfurter Patriziergesellschaften Alten-Limpurg und ihre Stiftungen, Frankfurt 1952. - Körner, Hans: Frankfurter Patrizier. Historisch-genealogisches Handbuch der adeligen Ganerbenschaft des Hauses Alten Limpurg, München 1971.

Bestandsname: Graduiertenkolleg (Neuensteiner Gesellschaft)
Laufzeit: Akten des Rats: 1512-1775. Akten und Bücher des Kollegs: 1598-1869.
Institutionsgeschichte: Das 1613 als Neuensteiner Gesellschaft gegründete Kolleg, zumeist aus Juristen und Medizinern bestehend, löste sich 1871 auf.
Bestandsumfang und -inhalt: 36 Nummern: Bestandsreste (Akten des Rats: 20 Nummern; Akten und Bücher des Kollegs: 16 Nummern).
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank; Akten des Rats: Rep. 12 (Ugb C 27). Akten und Bücher des Kollegs: Rep. 7 (Ugb A 51).

Bestandsname: Alten Limpurg
Laufzeit: 1307-1940
Bestandsumfang und -inhalt: 422 Nummern. Bestandsrest. Enthalten sind Urkunden der Gesellschaft (hauptsächlich Rezeptionsurkunden, Besitzurkunden einzelner Mitgliedsfamilien, Urkunden zu den Gesellschaftshäusern). In den Bestand eingegliedert wurden die Unterlagen der Ganerbschaft des Nürnberger Hofs aus dem Nachlass von Alexander Freiherr von Lersner, der Bestandsrest Cronstetten- und Hynspergisches Damenstift sowie aus städtischer Überlieferung Druckschriften aus den Jahren 1755-1817 zu den Rechten der Gesellschaften Alten-Limpurg und Frauenstein.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 919.

Bestandsname: Frauenstein
Laufzeit: 1360-1925
Bestandsumfang und -inhalt: 29 Nummern. Bestandsrest.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 927.

Literaturhinweise: Kracauer, Isidor: Urkundenbuch zur Geschichte der Juden in Frankfurt am Main von 1150-1400, Frankfurt 1914. - Andernacht, Dietrich: Regesten zur Geschichte der Juden in der Reichsstadt Frankfurt am Main 1401-1519, 3 Bde., Hannover 1996.

Bestandsname: Judenschaft: Akten des Rats: Urkunden
Laufzeit: 13.-18. Jh.
Bestandsumfang: 1,5 Rm.
Findmittel: Rep. 18 Ugb E 43, 44.

Bestandsname: Judenschaft: Akten des Rats: Privilegien
Laufzeit: 1661-1793
Bestandsumfang: 2 Rm., unverzeichnet.

Bestandsname: Judenschaft: Akten des Rats: Akten
Laufzeit: 1465-1808
Bestandsumfang: 7,5 Rm.
Findmittel: Rep. 14-16, 18, 19, Ugb D 7, 14, 32, 33, 49, 56, 62, E 43, 49, 55, 56.

Bestandsname: Judenschaft: Akten des Rats: Bücher
Laufzeit: 14.-19. Jh.
Bestandsumfang: 49 Bände, 3,75 Rm.
Findmittel: Rep. 14, 15, 18, Ugb D 32, 33, 49, 56, 62, E 43, 46.

Bestandsname: Judenschaft: Private Urkunden
Laufzeit: ca. 1850-1900
Findmittel: Unverzeichnet.

1.17. Öffentliche Veranstaltungen und Lustbarkeiten

Bestandsname: Büchsen- und Stahlschießen, Schützengesellschaften: Akten des Rats
Laufzeit: ca. 1506 - ca. 1680
Bestandsumfang: 1 Kasten.
Findmittel: Rep. 7 Ugb A 85.
Literaturhinweise: Froning, Richard: Das Schützenwesen im alten Frankfurt, in: Festzeitung des neunten deutschen Bundes- und Jubiläumsschießens 1887. - Kelchner, Ernst: Drei Frankfurter Schützenfeste 1582, 1671, 1704, Frankfurt 1862.

Bestandsname: Fechtergesellschaft: Akten des Rates und Akten der Gesellschaft
Laufzeit: Akten des Rates: 1487-1716 und Akten der Gesellschaft: 1541-1752 Institutionsgeschichte: Seit wann es in Frankfurt so etwas wie eine Fechtergilde gegeben hat lässt sich nicht genau sagen. Jedenfalls ist die Bruderschaft der Marxbrüder (der Name leitete sich vom hl. Marcus ab, der ihr Schutzpatron war) 1487 mit einem Privileg Kaiser Friedrichs III. für die Fechtergesellschaft ausgestattet worden, das u.a. auch umfasste, dass kein anderer Fechter das Fechten lehren darf. Dies war für die Marxbrüder ein wichtiger Punkt, denn das Fechten entwickelte sich mehr und mehr zu einem Beruf und Gelderwerb, und durch das Privileg konnten sie die Konkurrenz der Freifechter kleinhalten. 1575 ließ der Rat der Stadt jedoch eine Schule der „Freyfechter“ (bzw. Federfechter) zu, wogegen die Marxbrüder lange erfolglos protestierten und die Federfechter akzeptieren mussten, als diese 1607 ebenfalls ein Privileg erhielten.
Bestandsumfang und -inhalt: Akten des Rates: 33 Nummern, 0,5 Rm. Akten der Gesellschaft: 32 Nummern, 0,5 Rm. Bestandsrest.
Findmittel: Akten des Rates: Rep. 7 Ugb A 69. Akten der Gesellschaft: Rep. 168.
Literaturhinweise: Wassmannsdorf, Karl: Sechs Fechtschulen der Marxbrüder und Federfechter 1573-1614, Heidelberg 1870.

Bestandsname: Epitaphienbücher
Laufzeit: (1238)-1928
Bestandsumfang: 13 Nummern, 0,75 Rm.
Findmittel: Rep. 545.
Literaturhinweise: Bund, Konrad: Findbuch der Epitaphienbücher (1238) -1928 und der Wappenbücher (1190)-1801, Frankfurt 1987.

Bestandsname: Wappenbücher
Laufzeit: (1190)-1801
Bestandsumfang: 3 Nummern, 0,25 Rm.
Findmittel: Rep. 545.
Literaturhinweise: Bund, Konrad: Findbuch der Epitaphienbücher (1238) -1928 und der Wappenbücher (1190)-1801, Frankfurt 1987.

Bestandsname: Goethearchivalien
Laufzeit: 1686-1881
Findmittel: Rep. 537

Bestandsname: Impressen
Laufzeit: 1502-1901
Bestandsumfang und -inhalt: 1.549 Nummern, Bestand wachsend. Nach 1945 neu gebildete Druckschriftensammlung. Enthält Impressen u.a. zu folgenden Themen: Deutsche Frage im 19. Jh., Dynastien, Fettmilchaufstand, Juden im 19. Jh., Katholische Kirche, Münzsachen 15.-19. Jh., Oberrheinischer Kreis, Reichstag bis 1806, Religionssachen, Revolutionskrieg 1792 ff., Rheinschifffahrt, Rezess nach 1866, Siebenjähriger Krieg, Stadtverfassung 17.-19. Jh., Stadtverwaltung nach 1866, Thurn und Taxis, Wahl und Krönung, Zünfte.
Findmittel: Verzeichnung in Archivdatenbank, Rep. 960.

Bestandsname: Einbandfunde
Laufzeit: 1198- ca. 1750
Bestandsinhalt: Aus Beständen des Stadtarchivs und der Stadt- und Universitätsbibliothek, meist Fragmente, nach 1979 angelegte Sammlung. Darin: Briefe Papst INNOZENZ III., Kalenderfragmente, Kopiar Kloster Th[eistungenberg ?], Sefer ha-Teruma, Halachot, Lat. Bibel, Hymnar, Urkunden, theologische und liturgische Handschriften, Goliardenverse, Testamente, Gerichtssachen, Johann Ludwig BACH, Kantaten.
Findmittel: Kartei

Bestandsname: Francofurtensien aus fremder Überlieferung
Bestandsinhalt: Neu gebildeter Sammelbestand aus Schenkungen und Ankäufen.

Bestandsname: Brandakten
Laufzeit: 1290-1941
Bestandsinhalt: Brand- und sonstige Einzelstücke, nach 1979 angelegte Sammlung. Enthält (alphabetisch): Acta Aschaffenburgensia; Acta ecclesiastica; Acta Senatus; Amtsgericht; Bauamt; Baumeisterbücher 1435-1442, 1515; Criminalia; Cronstettisches Damenstift; Extraiudicialia; Forstamt; Gemischte Kirchen- und Schulkommission; Hypothekenakten; Insätze und Obligationen; Insatzklagen; Kaiserliche Kommissionen; Konsistorium; Kornamt; Kriegsdeputation; Kriegszeugamt; Kuratelamt; Landamt; Medicinalia (auf Fiches); Mgb E 56; Papierer; Polizeiamt; Quartieramt; Rechnei; Rechnei- und Rentenamt; Reichskammergericht; Rochusspital; Senatsakten; Schmalkaldischer Krieg; Schulakten; Schwanheim; Stadtarchiv (Beratungsstelle für Familienforschung); Stadtgericht; Stadtkanzlei; Städtische Darlehensanstalt; Städtisches Gewerbeamt (Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben); Ugb A 9, 91; Ugb B26; Ugb C 27; Ugb D 42; Ugb E 31; Vereinigte Konsistorien.
Findmittel: Kartei
Hinweise zur Benutzung: Die Kriegsverluste von 1944 ergeben sich aus der Gegenüberstellung der Beständeverzeichnisse von Jung, 1909 und Bund, 1985. Findbücher zu den verlorenen Beständen bei Jung und Bund sowie in Rep. 649 (Verzeichnis der Findbücher). Benutzungsbeschränkung.