Archivpädagogik

Das ehemalige Stadtarchiv Frankfurt hat 1989 als eines der ersten Kommunalarchive in Deutschland eine eigene Stelle für Archivpädagogik geschaffen. In der programmatischen Schrift „Vom Geheimarchiv zur Stadtgeschichte für alle“ begründeten der damalige Archivdirektor Prof. Dr. Wolfgang Klötzer und die Archivpädagogin Ingrid Röschlau diesen Schritt mit folgenden Worten: „Stadtarchive müssen in der öffentlichen Wahrnehmung präsent sein, sie müssen ganz selbstverständlich in der Reihe der städtischen Kulturangebote auftauchen. [...] Sie müssen ihre zweite Besonderheit als Sammlungsstelle originaler und authentischer Zeugnisse aus jahrhundertealter Stadtgeschichte zur Attraktion machen und als Bereicherung in das Kulturleben der Städte einbringen.“

Diesem Auftrag kommt man im Institut für Stadtgeschichte nicht nur durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch durch die Archivpädagogik mit einem „Kernangebot“ für Lehrer, Schüler und anderen Gruppen nach. Unser Angebot beginnt mit Archivführungen, um die Hemmschwelle für eine Archivnutzung zu senken. Hierbei werden die Aufgaben eines Archivs verdeutlicht und Verbindungen zum Leben der Schüler hergestellt. Historische Ansatzpunkte bieten dabei die Schule, bekannte Persönlichkeiten, aber auch das eigene Wohngebiet oder die Geschichte des Vereins, in dem man Mitglied ist.

Zu lehrplanrelevanten Themen wie z. B. der Paulskirchenversammlung oder dem Zweiten Weltkrieg sind darüber hinaus vorgefertigte Module aus Originalquellen, Arbeitskopien mit Fragen und Arbeitsaufträgen vorhanden. Das Institut kann zusätzlich Materialien zu einem bestimmten Wunschthema bereitstellen. Der Lehrer schaut sich diese bei einem Vorbesuch an, trifft eine Auswahl und erstellt passende Arbeitsaufträge für seine Gruppe und seinen Schwerpunkt. Hauptzielgruppe sind in der Regel Schüler ab der 9. Klasse. Ein Archivbesuch ist jedoch auch für Jüngere ab der 3. Klasse möglich, die ihre Stadt genauer kennenlernen möchten oder die einen Einstieg in das Fach Geschichte suchen.

Das Institut unterstützt darüber hinaus Projekte wie die Teilnahme an Geschichtswettbewerben, z. B. um den Preis des Bundespräsidenten der Körberstiftung.

Möglich sind Archivbesuche im Rahmen der Archivpädagogik zurzeit montags bis mittwochs von 9–12.30 Uhr. Termine sollten mindestens zwei Wochen vorher vereinbart werden.

Lehrer können sich für unseren anmelden und werden dann nach Bedarf über spezielle Veranstaltungen informiert.