2. Neue Abteilung - Städtische Überlieferung ab 1868


2.1. Städtische Körperschaften

Die nach dem preußischen Gemeindeverwaltungsgesetz von 1867 am 25. September des selben Jahres erstmalig zusammengetretene Stadtverordnetenversammlung löste die Gesetzgebende Versammlung der freistädtischen Zeit ab. Am 21. November 1933 fand die vorerst letzte Sitzung des Frankfurter Stadtparlaments statt, das am 21. Juni 1946 zu seiner ersten Nachkriegssitzung zusammentrat. Während der NS-Zeit traten ernannte Ratsherren an die Stelle der Stadtverordneten, ohne deren Befugnisse zu haben.

Maly, Karl: Die Macht der Honoratioren. Geschichte der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung, 1, 1867-1900, Frankfurt 1991; ders., Das Regiment der Parteien. Geschichte der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung, 2, 1901-1933, Frankfurt 1995.

Bestandsname: Stadtverordnetenversammlung: Protokolle
Laufzeit: 1867-1997
Bestandsumfang und -inhalt: 52 m, wachsend. Protokolle der Stadtverordnetenversammlung und für die Zeit der Weimarer Republik auch der Ausschuß- und Fraktionssitzungen. Für die Zeit bis 1932 liegen die Protokolle mit gelegentlichen Lücken auch im Druck vor.
Findmittel: Rep. 614, Kartei, Archivdatenbank.

Bestandsname: Stadtverordnetenversammlung
Laufzeit: (1819, 1845) 1860-1934
Bestandsumfang und -inhalt: 45 m.
Findmittel: Rep. 488, Kartei, Archivdatenbank.
Hinweise zur Benutzung: Stets parallel zu allen anderen städtischen Überlieferungen heranzuziehen.

Bestandsname: Stadtverordnetenversammlung
Laufzeit: 1946-1997
Bestandsumfang und -inhalt: 162 m, wachsend.
Findmittel: Rep. 916, Rep. 958, Archivdatenbank, Abgabelisten.

Bestandsname: Ortsbeiräte
Laufzeit: 1972-1989
Institutionsgeschichte: Die Ortsbeiräte bestehen seit 1972 als Stadtteilparlamente.
Bestandsumfang und -inhalt: 21 m, wachsend.
Findmittel: Ablieferungslisten nach Aktenplan.

Nach dem preußischen Gemeindeverfassungsgesetz von 1867 löste 1868 ein Magistrat als oberstes Verwaltungsorgan mit einem Oberbürgermeister an der Spitze den freistädtischen Senat ab. Für die Übergangszeit nach der Annexion durch Preußen ist der Bestand Zivilkommissariat für Frankfurt a. M. im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Abt. 401) heranzuziehen. In der NS-Zeit ersetzten einberufene Amtsleiterbesprechungen die Sitzungen des kollegial verfaßten Magistrats, der 1946 wieder eingesetzt wurde.

Klötzer, Wolfgang: Vom Senat zum Magistrat. Eine Säkularbetrachtung zur Frankfurter Stadtverfassung in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, 60, 1985, S. 74-84; Fischer, Andrea: Kommunale Leistungsverwaltung im 19. Jahrhundert. Frankfurt am Main unter Mumm von Schwarzenstein 1868 bis 1880, Berlin 1995.

Bestandsname: Magistratsprotokolle bzw. Magistratsbeschlüsse
Laufzeit: 1868-1999
Bestandsumfang und -inhalt: Unterschiedliche Serien von Protokollen und Beschlüssen des Magistrats: für die Jahre 1868-1911 und 1946-1972 Protokolle, Beschlüsse aus der Zeit von 1911-1933 mit Registern bis 1930, und 1980-1984 sowie 1988-1999 (Zweitausfertigungen, erschlossen über Kartei) und Amtsleiterbesprechungen und -verfügungen für 1933-1945. 1946 setzten Magistratsvorlagen an die Stadtverordnetenversammlung ein (bis 1965), dann Magistratsvorträge für die Jahre 1965-1968 und 1975-1983, 30 m, wachsend.
Findmittel: Findbuch, ergänzt um biografische Daten der Magistratsmitglieder, Rep. 597, dann Kartei.
Hinweise zur Benutzung: Magistratsvorträge von 1927-1930 befinden sich unter den Akten der Stadtverordnetenversammlung.

Die Magistratsakten aus der Zeit von 1868-1969 sind jetzt durch Fertigstellung des letzten Findbuches abschließend bearbeitet. Der Bestand stellt die zentrale und wichtigste städtische Überlieferung ab 1868 dar, da er sämtliche Bereiche der Stadtverwaltung enthält und kaum Kriegsverluste erlitten hat. Die Gewölbe des Römers haben die Akten vor einer Vernichtung bewahrt. Durch die Kriegszerstörung der meisten Ämterregistraturen kommt der Magistratsüberlieferung eine besondere Bedeutung zu, weil sie oft das einzige Quellenmaterial über viele städtische Behörden und Bereiche des öffentlichen Lebens darstellt. Die Akten wurden bei der Stadtkanzlei bzw. dem Haupt(verwaltungs)amt geführt. Zunächst wurden die Aktenbände fadengeheftet liegend abgelegt, ab 1930 erfolgte im Zuge der Büroreform eine Ablage in Stehordnern. Neben den Aktenplänen, Findbüchern und Archivdatenbank-Verzeichnungen existieren noch Zettelkarteien, die in den Aktentiteln nicht genannte Personen etc. enthalten.

Die ältere Magistratsaktenserie (1868-1930) schließt mit den Hauptgruppen R bis V an die Senatsakten an und wurde wie diese auf Grund eines alphanumerischen Aktenplanes geführt. Sie besteht aus den Kapiteln Staatsverfassung und Verwaltung im allgemeinen, Verhältnisse zum Reich, zu auswärtigen Staaten, Städten, Gremien usw., Städtische Verfassung und Verwaltung im allgemeinen, Polizeiwesen, Militärwesen, Erster Weltkrieg, Kriegswirtschaft, Kirchenwesen, Friedhofs- und Begräbniswesen, Schulwesen, Wissenschaft, Kunst, Kultur und Volksbildung, Handel, Gewerbe, Industrie, Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Versorgung, Feuerwehr, Straßenreinigung, Fuhrpark, Finanzen und Steuern, Kämmerei- und Forstwesen, Lehenswesen, Liegenschafts- und Grundbesitzverwaltung.

Die jüngere Magistratsaktenserie (1930-1969) basiert auf einem dezimalen Aktenplan (1.000 bis 9.000) und besteht aus den Hauptgruppen 1 Allgemeine und Hauptverwaltung, 2 Polizei, 3 Bauverwaltung, 4 Betriebe und kommunale Wirtschaft, 5 Schulen, 6 Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, 7 Volkswohlfahrt, 8 Finanzen und Steuern, Stiftungen, 9 Bezirksamt Höchst bzw. Kriegsfolgeangelegenheiten. Die beiden durch zwei Ablieferungen getrennten Teilserien (1930-1954 und 1955-1969) wurden während der Verzeichnungsarbeit wieder zusammengeführt.

Die Magistratsakten ab 1970 befinden sich noch bei der Magistratsaktei des Hauptamtes. Durch Einführung eines neuen Aktenplanes entstand hier ein Einschnitt.

Bestandsname: Magistratsakten
Laufzeit: 1868-1930
Bestandsumfang und -inhalt: Diese Serie wurde nach Schließung der Senatsregistratur angelegt und folgt mit den Hauptgruppen R bis V deren alphanumerischem Signiersystem, das nach der Übernahme 1966 durch Neusignierung durch Wegnahme einer Untergruppe vereinfacht wurde. Die im Zuge der Büroreform 1930 geschlossene Serie ist mit der folgenden mit einem Aktenplan entstandenen durch Verweise verzahnt, ebenso wie mit der 1944 verbrannten Senatsregistratur, 215 m.
Findmittel: Behördenfindbücher, Rep. 445-455. Die ältere fadengeheftete Serie ist durch ein mehrbändiges Behördenfindmittel erschlossen, das die Registratur während ihres gesamten Bestehens begleitet hat und die Akten der einzelnen Gruppen chronologisch aufführt. Die dadurch im Laufe der Zeit entstandene Unübersichtlichkeit wird durch eine Zettelkartei teilweise aufgefangen, die auch in den Aktentiteln nicht enthaltene Betreffe (u. a. Personen) auswirft. Im Zuge der Neuverzeichnung sind folgende Bände für die Bereiche R1 bis R20 (Allgemeine und Zentralverwaltung), Rep. 740; R22 bis R35 (Polizeiwesen), S1 bis S6 (Militärwesen, Erster Weltkrieg, Kriegswirtschaft), Rep. 830; S7 bis S24 (Kirchenwesen, Friedhofs- und Begräbniswesen, Schulwesen), Rep. 838; S26 bis S35 (Wissenschaft, Kunst, Kultur und Volksbildung), Rep. 843; T1 bis T11 (Handel, Gewerbe, Industrie und Verkehr), Rep. 850; T14 bis T25 (Bau- und Wohnungswesen), Rep. 867; T28 bis T36 (Bauwesen, Versorgung, Feuerwehr, Straßenreinigung, Fuhrpark), Rep. 868; T20 Nr.2 (Straßen- und Wegebau), Rep. 869; U1 bis U15 (Finanzen und Steuern), Rep. 847; U17 bis U36 (Kämmerei- und Forstwesen, Lehenswesen, Liegenschafts- und Grundbesitzverwaltung), Rep. 877; V1 bis V17 (Stiftungs- und Fürsorgewesen), Rep. 879 fertig.

Bestandsname: Magistratsakten
Laufzeit: 1930-1969
Bestandsumfang und -inhalt: Die jüngere Magistratsaktenserie ist nahezu vollständig überliefert und über Signaturen mit der älteren verzahnt. 288 m. Findmittel: Akten durch einen im Zuge der Büroreform angelegten nachträglich indizierten Aktenplan sowie vorarchivische Karteien (1930-1954 und 1955-1969) erschlossen. Der dezimale Aktenplan (Rep. 465-466, 469-473) besteht aus den Hauptgruppen 1.000 bis 9.000. Im Zuge der Neuverzeichnung sind folgende Bände für die Hauptgruppe 1.000 (Allgemeine und Hauptverwaltung), Untergruppe 11-16, Rep. 733; Hauptgruppe 1.000, Untergruppe 10, Rep. 769; Hauptgruppe 2.000 (Polizei), Rep. 835; Hauptgruppe 3.000 (Bauverwaltung), Rep. 859; Hauptgruppe 4.000 (Betriebe und kommunale Wirtschaft), Rep. 871; Hauptgruppe 5.000 (Schulen), Rep. 872; Hauptgruppe 6.000 (Wissenschaft, Kunst und Volksbildung), Rep. 878; Hauptgruppe 7.000 (Volkswohlfahrt), Rep. 879 fertig. Weitere Findbücher sind in Arbeit: Hauptgruppe 8.000 (Finanzen und Steuern) und Hauptgruppe 9.000 (Kriegsfolgeangelegenheiten bzw. Bezirksamt Höchst).
Hinweise zur Benutzung: Aus dieser Serie wurde ein Spezialrepertorium zu den Akten über die Fliegerangriffe auf Frankfurt (Rep. 634) erstellt, zu dem parallel das Repertorium Luftschutz (Rep. 544) zu benutzen ist.

Bestandsname: Magistrat: Nachträge
Laufzeit: 1917-1967
Bestandsumfang und -inhalt: Mischbestand aus dem Bereich Stadtkanzlei-Haupt(verwaltungs)amt umfaßt Sitzungen und Unterlagen des Gemeinderates bzw. der Ratsherren von 1934-1944, Verfügungen des Oberbürgermeisters, Wochenberichte an die Militärregierung, Handakten der Nachkriegsoberbürgermeister Blaum und Kolb sowie Unterlagen über den Wiederaufbau der Paulskirche und zur Jahrhundertfeier der Revolution von 1848, 8 m.
Findmittel: Rep. 804.

Bestandsname: Acta Secreta
Laufzeit: 1886-1918
Bestandsumfang und -inhalt: Meist Anfragen oder Rundschreiben oberer oder mittlerer staatlicher Behörden an den Oberbürgermeister mit zum Teil politischem und militärischem Inhalt, damals als vertraulich bis geheim eingestuft, aus heutiger Sicht von eher geringer Bedeutung, 0,5 m.
Findmittel: Rep. 816.

Bestandsname: Stadtkanzlei II
Laufzeit: 1857-1931
Institutionsgeschichte: Die Stadtkanzlei wurde 1869 als Büro des Magistrats eingerichtet. Ihr oblag u.a. die Aufbewahrung und Registrierung der erwachsenden Magistratsakten. Die Anfertigung und Fortführung der Register über den Ab- und Zugang der hiesigen Einwohnerschaft, der Bürger- und Wählerlisten sowie der Militär- und Steuerstammrollen war Aufgabe der Statistischen Sektion, die 1868 bei der Stadtkanzlei eingerichtet wurde. Die Stadtkanzlei hatte nach dem Stand vom 1.1.1929 die Bürogeschäfte des Magistrats und der beiden Bürgermeister zu erledigen, ihr oblagen die Vorarbeiten für die Magistratssitzungen, in denen der Direktor der Stadtkanzlei oder sein Vertreter das Protokoll führte, weiterhin nahm sie die Anträge der Amts- und Dienststellen an den Magistrat entgegen und legte sie dem Oberbürgermeister vor. Außerdem gehörte die Ausfertigung der Beschlüsse des Magistrats, sowie der Geschäftsverkehr mit der Stadtverordnetenversammlung zu ihren Aufgaben. 1929 unterstanden der Stadtkanzlei die Magistratsregistratur, die Magistratsschreibstube, die Versandstelle und die Buchbinderei mit Steindruckerei, ihr angegliedert war die Magistratspressestelle mit der Magistratsbücherei. Bis 1934 führte das Amt den Namen Stadtkanzlei. Per Rundverfügung des Oberbürgermeisters vom 1.1.1934 wurde sie in Hauptverwaltungsamt umbenannt, durch Verfügung vom 16.9.1946 erhielt das Amt wieder seinen alten Namen Stadtkanzlei, 1960 erfolgte die Umbenennung in Stadtkanzlei-Hauptamt und mit Magistratsbeschluss vom 18.7.1966 erhielt das Amt seine bis heute gültige Bezeichnung Hauptamt.
Bestandsumfang und -inhalt: 1,5 m.
Findmittel: Rep. 817.

Bestandsname: Kreisleiter OB Krebs
Laufzeit: 1933-1945
Bestandsumfang und -inhalt: „Kanzleischreiben“ von Oberbürgermeister Dr. Friedrich KREBS in Parteiangelegenheiten vereinigt mit Schriftwechseln von Krebs als Kreisleiter der NSDAP (1933-1936) sowie zwei weiteren Serien von Eingaben und Schriftwechseln zum Bestand Kreisleiter OB KREBS, 1 m.
Findmittel: Rep. 815.
Hinweise zur Benutzung: Vgl. zu OB KREBS auch den Nachlass S1/50 (Siehe 3.6.15. Nachlässe, ... Kr-Kz).
Literaturhinweise: Drummer, Heike: Friedrich Krebs - Nationalsozialistischer Oberbürgermeister in Frankfurt am Main. Rekonstuktion eines politischen Lebens, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte, 42, 1992, S. 218-253.

Bestandsname: Magistratsverträge
Laufzeit: 1869-1943
Bestandsumfang und -inhalt: 1,5 m. Altbestand bis 1943 der Vertragssammlung parallel zu den Magistratsakten, die bei der Benutzung hinzuzuziehen sind.
Findmittel: Rep. 881.

Bestandsname: Verträge
Laufzeit: ab 1960 wachsend
Bestandsumfang und -inhalt: 5 m, wachsend. Ab 1960 neue durch eine Kartei erschlossene Vertragssammlung parallel zu den Magistratsakten, die bei der Benutzung hinzuzuziehen sind, auch Verträge städtischer Ämter - insbesondere des Stadtbahnbauamts und des Stadtentwässerungsamts - und Neuzugänge aus älterer Zeit.
Findmittel: Kartei, Archivdatenbank.

Bestandsname: Dienstverträge mit städtischen Bediensteten
Laufzeit: 1882-1923
Bestandsumfang: 0,5 m.
Findmittel: Rep. 441.

Bestandsname: Stadtbezirksvorsteher
Laufzeit: 1948-1977
Bestandsumfang und -inhalt: 0,5 m, Schriftwechsel einzelner Stadtbezirksvorsteher, Ehrenbeamte des Magistrats zur Herstellung der Verbindung zwischen Magistrat und Bevölkerung.
Findmittel: Archivdatenbank.

Bestandsname: Gesamtpersonalrat
Laufzeit: 1945-1971
Bestandsumfang und -inhalt: Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen auch in der Verwaltung von den Arbeitsnehmern gewählte Betriebsräte ihre Tätigkeit auf. In einer Versammlung aller gewählten Arbeitnehmervertreter der Ämter und Betriebe der Stadt Frankfurt am Main am 10. Januar 1946 wurde ein sechsköpfiger Gesamtbetriebsrat gewählt und nahm unverzüglich seine Tätigkeit auf, der sich am 3. Okt. 1947 in „Geschäftsführender Ausschuss der städtischen Betriebsräte“ umbenannte. Ab 1960 führte er die Bezeichnung Gesamtpersonalrat.
Findmittel: Rep. 891.
Hinweise zur Benutzung: Als Depositum gesperrt.

Bestandsname: Hessischer Städteverband
Laufzeit: 1945-1950
Institutionsgeschichte: Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten die kreisfreien Städte des neuen Landes Hessen den Hessischen Städteverband als Interessenvertretung. Erster Vorsitzender war Frankfurts Oberbürgermeister Dr. Walter KOLB. Die hauptamtlich besetzte Geschäftsstelle befand sich in Frankfurt.
Bestandsumfang und -inhalt: Der Bestand enthält aufschlussreiches Material zur Kommunalpolitik der Nachkriegszeit, 1 m.
Findmittel: Rep. 811.

2.2. Allgemeine Verwaltung

Bestandsname: Büro OB Brundert
Laufzeit: ca. 1964-1970
Bestandsumfang und -inhalt: 14 Kästen.
Findmittel: Unverzeichnet.

Bestandsname: Büro OB Hauff
Laufzeit: 1989-1990
Bestandsumfang und -inhalt: 10 Bde. Sachakten mit allgemeiner Korrespondenz des Oberbürgermeisters Dr. Volker HAUFF.
Findmittel: Liste.

Bestandsname: Büro OB von Schoeler
Laufzeit: 1977-1994
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen der Vorzimmerregistratur des OB von Schoeler, u.a. Manuskripte von Reden und Ansprachen, Unterlagen zu den Themen Wirtschaft und Verkehr, Hafen und RMV. 3,5m.
Findmittel: Liste.

S. unter Magistratsakten; Rundverfügungen des Oberbürgermeisters 1944f.: s. Bestand Miszellen, Nr. 53; dto. des Personalamtes 1944f., 1951f.: s. Miszellen, Nr. 51f. Schriftwechsel von Oberbürgermeister Wolfram BRÜCK zur Bundesgartenschau 1988f.: s. Miszellen, Nr. 55-57.

Bestandsname: Personalakten: A
Laufzeit: 1919-1967
Bestandsumfang und-inhalt: Akten und Drucksachen zum inneren Dienstbetrieb, Stellenverzeichnisse 1919-1967, Einzelfälle, 1,8 m.
Findmittel: Archivdatenbank.


Bestandsname: Personalakten
Laufzeit: ab ca. 1900 wachsend
Bestandsumfang und -inhalt: Personalakten einzelner Bediensteter, auch zur Bezahlung und Versorgung, ab ca. 1900, Mischbestand. Die Personalakten städtischer Bediensteter werden komplett übernommen, zunächst nach dem 2. Weltkrieg als Ersatz für die vernichteten Ämterakten. Die Übernahme der Akten zur Bezahlung und Versorgung wurde 1997 eingestellt, derzeit über 280.000 Stück, wachsend.
Findmittel: Kartei, Archivdatenbank.

Bestandsname: Beamtenprüfungskommission
Laufzeit: 1901-1935
Institutionsgeschichte: Ab 1901 wurden Beamtenprüfungen durch eine eigens eingesetzte Beamtenprüfungskommission abgehalten.
Bestandsumfang und -inhalt: Der Bestand enthält Material zu Prüfungen und Fortbildungslehrgängen, 1 m.
Findmittel: Rep. 814.

Bestandsname: Personal- und Organisationsamt
Laufzeit: 1937-1975
Bestandsumfang und -inhalt: 96 Bde. Stellenplanbücher, Rundverfügungen.
Findmittel: Unverzeichnet.

2.2.4. Statistik , Wahlen und Meldewesen

Bestandsname: Statistisches Amt und Wahlamt
Laufzeit: ca. 1840-1950, 1972-1987
Institutionsgeschichte: Mit dem Beitritt der Freien Stadt Frankfurt zum Deutschen Zollverein 1836 wurden dem Polizeiamt als statistische Erhebungsbehörde eine Reihe neuer Aufgaben zugewiesen wie z. B. die Durchführung der nach den Grundsätzen des Zollvereins nun alle drei Jahre stattfindenden Bevölkerungsaufnahmen bzw. Volkszählungen. Nach der ebenfalls im Jahr 1836 erfolgten Gründung des Geographischen Vereins zu Frankfurt am Main (ab 1854: Frankfurter Verein für Geographie und Statistik) führten Polizeiamt und Verein in immer enger werdender Zusammenarbeit amtliche und zunehmend wissenschaftliche statistische Erhebungen durch. Die zwischenzeitlich dringend gestellten Forderungen nach einer statistischen Zentralstelle führten schließlich im Mai 1865 zur Einrichtung eines Statistischen Amts, das der Senatsarchiv- und Registraturdeputation unterstellt wurde. Zum Vorsteher dieses neugeschaffenen Amtes wurde Dr. Georg BURNITZ, der Vorsitzende der Statistischen Abteilung des Frankfurter Vereins für Geographie und Statistik, ernannt. Nach der preußischen Annexion Frankfurts wurde das Statistische Amt 1868 aufgelöst und eine Statistische Sektion unter der Leitung von Dr. Karl von OBERNBERG, dem Ersten Revisor beim Kontrollbüro der Main-Weser-Bahn, bei der Stadtkanzlei eingerichtet, die erst gemäß eines Regulativs von 1872 als neues Statistisches Amt unter gleicher Leitung ihre Eigenständigkeit erhielt. Neben den statistischen Aufgaben blieben die bisherigen umfangreichen Arbeiten wie z. B. Aufstellung und Fortführung der Einwohner-, Bürger- und Wählerlisten, Anfertigung und Führung der Militärstamm- und Steuerstammrollen weiter bestehen, ebenso bis 1905 die Wahlgeschäfte, die dann bis 1919 von dem im Rechneiamt eingerichteten Einwohnerregisterbüro wahrgenommen wurden. Die Einteilung der Wahlbezirke und die statistische Auswertung der Wahlergebnisse verblieben beim Statistischen Amt. 1889 wurde Dr. Heinrich BLEICHER vom Statistischen Amt der Stadt München zum neuen Vorsteher berufen, der 1899 zum Direktor des Statistischen Amtes ernannt wurde. Unter seiner Führung wurden die statistischen Erhebungsthemen ausgeweitet und in den bisher vom Frankfurter Verein für Geographie und Statistik herausgegebenen „Beiträgen zur Statistik der Stadt Frankfurt am Main“ unter nunmehr amtlicher Verantwortung veröffentlicht sowie Vorbereitungen zur Herausgabe des ab 1907 erscheinenden „Statistischen Handbuchs der Stadt Frankfurt am Main“ mit seinen jährlichen Ergänzungsheften der „Statistischen Jahresübersichten der Stadt Frankfurt am Main“ getroffen. Nach seiner Wahl zum Stadtkämmerer folgte ihm der Direktor des Elberfelder Statistischen Amtes Dr. August BUSCH 1907 nach, dessen umfangreiche Beiträge, Vorträge und Abhandlungen zur amtlichen Statistik und statistischen Wissenschaft als Manuskripte im Aktenbestand überliefert sind. Ab 1934 wurde dem an der Johann Wolfgang Goethe-Universität lehrenden außerordentlichen Professor Dr. Paul FLASKÄMPER die Leitung übertragen, in dessen Amtszeit die Zerstörung des größten Teils der Aktenmaterials durch Luftangriffe fiel. Ab 1945 wurde sein langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Peter DENEFFE zum Kommissarischen Leiter ernannt, der mit der Feststellung der Einwohnerzahlen im Hinblick auf die erste Nachkriegswahl der Stadtverordnetenversammlung 1946 beauftragt wurde, wobei die 1945 erfolgte Zusammenlegung mit dem 1919 gegründeten Wahlamt zum Statistischen Amt und Wahlamt sich als hilfreich erwies. Die 1947 in Frankfurt stattfindende Konferenz des „Verbandes Deutscher Städtestatistiker“ ist seiner Initiative zu verdanken. Organisatorische Neuerungen erfolgten durch die 1956 vollzogene Angliederung der Lohnsteuerkartenstelle und der Übernahme des bis 1983 beim Ordnungsamt angesiedelten Einwohnermeldewesens, die eine Umbenennung in Amt für Statistik, Wahlen und Einwohnerwesen erforderlich machte. Am 1. Januar 2000 wurde der Name in Bürgeramt, Statistik und Wahlen geändert. Bestandsumfang und -inhalt: Ältere Unterlagen sind, soweit sie den Zweiten Weltkrieg überstanden haben, mit den Unterlagen des Frankfurter Wahlamtes (seit 1945 mit dem Statistischen Amt vereinigt) zu einem Bestand formiert worden. 5 m. Unterlagen zu Wahlen 1972-1977 und zu Volkszählungen 1983 und 1987.
Findmittel: Rep. 701, Liste.
Literaturhinweise: Kuhl, Hans: Die Entwicklung der Statistik in Frankfurt am Main bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Frankfurt 1940. Dissertation. Reuff, Paul W.: 1865-1965. Hundert Jahres Statistisches Amt Frankfurt a. M. Aus der Geschichte der Frankfurter Statistik. Festschrift zum hundertjährigen Bestehen des Statistischen Amtes der Stadt Frankfurt am Main. Frankfurt 1965.

Das Einwohnermeldewesen war bis zu seiner Trennung im Zuge der Verstaatlichung der nach 1945 kommunalen Polizei im Jahr 1974 mit der Polizeiverwaltung verbunden und den Polizeirevieren angeliedert und nachher Bestandteil der Polizei- und Ordnungsbehörde, bis es 1983 mit dem Statistischen Amt und Wahlamt vereinigt wurde. Während aus der freistädtischen Zeit nur noch eine fragmentarische Serie Gesindemeldeprotokolle aus der Mitte des 19. Jahrhunderts vorliegt (siehe unter 1.8. Öffentliche Sicherheit und Wohlfahrt), setzt eine zunächst auch nur lückenhafte Überlieferung von Meldeunterlagen um 1870 ein.

Bestandsname: Nullkartei
Laufzeit: ca. 1870-1930
Bestandsumfang und -inhalt: Diese nur rund zur Hälfte erhaltene alphabetisch nach Personen geführte ältere Meldekartei hat ihren Namen von den Nullen, die nach ihrer Schließung und Übertragung im Jahr 1930 auf den Karteikarten angebracht wurden, 190 m.
Hinweise zur Benutzung: Bestand ist wegen seines schlechten Erhaltungszustandes für die Vorlage gesperrt. Anfragen werden im Rahmen der Dienstgeschäfte beantwortet.

Bestandsname: Hausstandsbücher
Laufzeit: 1930-1945
Bestandsumfang und -inhalt: Von den für die Zeit von 1930 bis 1945 straßen- und häuserweise angelegten und in den einzelnen Polizeirevieren geführten Hausstandsbüchern fehlen wegen Kriegsschäden die Bücher ganzer Reviere und damit von Teilen der Stadt, insbesondere aus den Bereichen von Westend, Nordend und Ostend, während die westlichen Stadtteile nahezu lückenlos belegt sind. Für die Zeit zwischen 1939 bis 1945 wurde daraus eine Ausländerdatei angelegt. 80 m.
Findmittel: Rep. 684.

Bestandsname: A-Meldekartei, B-Meldekartei
Laufzeit: 1945-1984
Bestandsumfang und -inhalt: 90 m bzw. 231 m.
Hinweise zur Benutzung: Die A-Meldekartei (1945-1975) und die daran anschließende B-Meldekartei (1975-1984), zu denen auch Mikrofilme für die Jahre 1945 bis 1965 bzw. 1965 bis 1975 vorliegen, sind für die allgemeine Benutzung gesperrt. Anfragen werden vom Amt für Statistik, Wahlen und Einwohnerwesen beantwortet.

Bestandsname: Presse- und Informationsamt
Laufzeit: 1979-1980
Institutionsgeschichte: Nach längeren Diskussionen wurde am 15.05.1917 eine Städtische Nachrichtenstelle errichtet und 1928 zur Pressestelle ausgebaut. 1934 erfolgte die Umbenennung in Presse- und Werbestelle, 1937 in Städtische Nachrichtenstelle und 1938 in Unterrichtungsdienst. Nach dem Krieg gab es zunächst keine Pressearbeit. Beim Hauptverwaltungsamt wurde dann 1946 als Abteilung eine Pressestelle eingerichtet. Durch Magistratsbeschluss vom 27.09.1946 wurde eine besondere Presse- und Werbestelle bei der Stadtkanzlei eingerichtet. Sie wurde durch Magistratsbeschluss vom 28.04.1947 in „Städtische Pressestelle“ umbenannt.Durch Magistratsbeschluß wurde die Pressestelle vom November 1954 an in „Presseamt der Stadt Frankfurt am Main“ umbenannt. Anfang 1960 wurde daneben das Büro für Öffentlichkeit eingerichtet, das zentral auf verschiedene Weise den direkten Kontakt zwischen Bürger und Verwaltung herstellen sollte.
Mit Wirkung vom 1. Januar 1963 wurden das städtische Presseamt und das Büro für Öffentlichkeit zum „Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main“ zusammengefasst.
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen über die Frankfurter Informationsveranstaltungen des Presse- und Informationsamtes (Nr. 123-133), 12 Hängeordner.
Findmittel: Liste

Bestandsname: Revisionsamt
Laufzeit: 1898 - 1992
Institutionsgeschichte: Im Jahre 1896 richtete die Stadt Frankfurt ein Rechnungs-Revisions-Bureau ein. Zwei Jahre später folgte die Einsetzung eines Ausschusses für die Vorberatungen der Rechnungsrevision und im Jahre 1900 eine städtische Revisionsordnung. In der Zeit der Verwaltungsreformen nach 1920 erhielt die Behörde mit der Prüfung von Verfahrens- und Organisationsfragen zusätzliche Aufgaben. Das Rechnungsrevisionsbüro war jetzt ausführende Stelle einer Städtisches Revisionsamt genannten Kommission. 1921 wurde eine gemischte Deputation aus Mitgliedern von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung eingerichtet. 1931 löste die Revisions- und Organisationsdeputation das Städtische Revisionsamt ab; das Rechnungsrevisionsbüro wurde in Revisions- und Organisationsamt umbenannt und 1934 in Rechnungsprüfungsamt und verlor seine unabhängige Stellung als Prüfinstanz und die gemischte Deputation. Nach 1945 erlangte es seine Unabhängigkeit wieder. 1947 wurde eine gemischte Revisionsdeputation eingesetzt, die bis 1961 bestand. Ab 1948 hieß das Amt wieder Revisions- und Organisationsamt, bis der Bereich Organisation 1959 abgetrennt wurde.
Bestandsumfang- und inhalt: Der zeitliche Schwerpunkt liegt zwischen 1930 und 1950. Sachliche Schwerpunkte sind neben den klassischen Aufgaben der Rechnungsprüfung auf zentraler und Ämterebene Fragen der Organisation und der Verwaltungsreform und die Auslagerung von städtischem Eigentum im Zweiten Weltkrieg. 6m.
Findmittel: Rep. 837
Literaturhinweise: 100 Jahre Revision. Broschüre zum Jubiläum des Revisionsamtes, Frankfurt 1996.

Bestandsname: Amt für Informations- und Kommunikationstechnik
Laufzeit: 1965-1994
Bestandsumfang und -inhalt: 7 Kästen.
Findmittel: Archivdatenbank.

Die Rechnei war seit dem Mittelalter die oberste Finanzbehörde der Stadt (vgl. 1.6.1. Rechneiamt). Die Stadtkämmerei, die heute diese Funktion wahrnimmt, verwaltete nach ihrer Gründung 1825 die städtischen Liegenschaften und die damit verbundenen Finanzen und nahm damit die Aufgaben des heutigen Liegenschaftsamtes wahr. Im Jahr 1926 wurde die Stadtkämmerei aufgelöst; ihre Aufgaben gingen auf mehrere Ämter über. Das Rechneiamt erhielt 1967 die Bezeichnung Stadtkämmerei.
Im Alten Archiv bestehen neben Amtsbuchserien die Bestände Rechnei vor 1816 und Rechnei nach 1816. Mit der preußischen Zeit wurde eine neue Registraturschicht begonnen, die heute als Rechneiamt III von der Titelaufnahme her abgeschlossen, aber nicht vollständig ist. An sie schließt sich eine neuere Registraturschicht an, die zum Bestand Rechneiamt IV formiert worden ist. Wegen der Verzahnungen sind auch hier die entsprechenden Bestände des Alten Archivs zu benutzen. Die Stadt(haupt)kasse gehörte bis 1933 zur Kämmerei und wurde dann mit dem Stadtsteueramt zum Kassen- und Steueramt zusammengefasst.

Vogel, Louis: Geschichte der ehemaligen Stadtkämmerei Frankfurt a M. 1825-1926.

Bestandsname: Dezernat für kirchliche Angelegenheiten
Laufzeit: 1933-2005
Institutionsgeschichte: Seit Anfang des 19. Jahrhundert befinden sich die evangelischen und katholischen Kirchengebäude im historischen Stadtkern (also innerhalb des Anlagenrings) im Eigentum der Stadt Frankfurt. In sogenannten Dotationsurkunden hat der Rat der Freien Stadt Frankfurt den Kirchen zugebilligt, ihren "kirchlichen Cultus" weiterhin in den Kirchengebäuden auszuüben und die Gebäude dauerhaft in gutem Zustand zu erhalten. Dies schließt neben der Bauunterhaltung die Unterhaltung der Glocken und der Orgeln ein. Es handelt sich dabei um folgende Kirchengebäude: Evangelische Kirchen: St. Katharinenkirche, St. Peterskirche, Alte Nikolaikirche, Heilig-Geist-Kirche, Dominikanerkloster. Katholische Kirchen: St. Bartholomäusdom, St. Leonhardskirche, Liebfrauenkirche. Darüber hinaus besteht ein Patronat über die Evangelische Kirchengemeinde in Bonames. Die Stadt ist Eigentümerin des dortigen Gemeindehauses und hat das Recht, bei der Besetzung der Pfarrstelle mitzuwirken. Die Aufgaben des Dezernates für kirchliche Angelegenheiten sind daher die bauliche Unterhaltung der genannten Kirchen, des Dominikanerklosters, des Dompfarramtes und des Gemeindehauses Bonames, die Pflege und Unterhaltung der Glocken und Orgeln und fungiert als Verbindungsstelle zu den Kirchen bei überregionalen Veranstaltungen. Bestandsumfang und -inhalt: Korrespondenz des Dezernenten, Akten zu Dotationskirchen und zur Schuldotation sowie zu Kirchentagen. 1,5m.
Findmittel: Rep. 944.

Bestandsname: Steuerbücher
Laufzeit: 1840-1930
Bestandsumfang und -inhalt: Der lückenhaft überlieferte Bestand enthält Bücher zu unterschiedlichen Steuern und Abgaben. 68 m.
Findmittel: Rep. 442.

Bestandsname: Rechneiamt III
Laufzeit: 1869-1936
Bestandsumfang und -inhalt: Der Bestand ist lückenhaft und enthält Unterlagen zur Steuer- und Schuldenverwaltung, Liegenschaften und Bauten, städtischen Unternehmen, Eingemeindungen, einzelnen Verwaltungsbereichen und zur Kriegswirtschaft im Ersten Weltkrieg. 16 m.
Findmittel: Rep. 792.

Bestandsname: Rechneiamt IV
Laufzeit: 1926 - 1974
Bestandsumfang und -inhalt: Wichtiger Bestand für die späte Kriegszeit und frühe Nachkriegszeit, enthält auch Wiedergutmachungsangelegenheiten.
Findmittel: Rep. 826

Bestandsname: Rechneiamt Hypothekenverwaltung
Laufzeit: 1924-1965
Bestandsumfang und -inhalt: Nach Neubewertung eines umfangreichen Bestandes von Zwischenarchivcharakter wurden einige allgemeine Akten und Beispiele zu Hauszinssteuerhypotheken nach Einführung der Hauszinssteuer in Preußen 1924 zur Belebung des Wohnungsbaus, zu weiteren städtischen Darlehen und Hypotheken und Aufbaudarlehen nach dem Zweite Weltkrieg zu einem kleinen Bestand formiert, der die Abwicklung der Kreditvergabe belegen soll. 1m.
Findmittel: Rep. 953

Bestandsname: Stadtkämmerei
Laufzeit: ca. 1900-1970
Bestandsumfang und -inhalt: Akten vorwiegend zu Schulden, Anleihen und Darlehen. 5 m.
Findmittel: Kartei.

Bestandsname: Beschaffungsamt bzw. Magistratsvergabekommission
Laufzeit: ab 1970 wachsend
Institutionsgeschichte: Bis 1994 ressortierte die Magistratsvergabekommission beim Amt für Beschaffungs- und Vergabewesen und jetzt bei der Stadtkämmerei.
Bestandsumfang und -inhalt: 3 m, wachsender Bestand. Die jahrgangsweise abgelieferten Unterlagen (Akten, Tonbandprotokolle) der Magistratsvergabekommission wurden zunächst in den Mischbestand Bauverwaltung integriert, dann zu einem eigenen Bestand Beschaffungsamt formiert. Die Tonbandprotokolle der Magistratsvergabekommission ab 1970 bis zunächst 1990 bilden den Bestand Magistratsvergabekommission.
Findmittel: Listen

Bestandsname: Stadtkämmerei-Gesellschaften
Laufzeit: 1933-1989
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen, vornehmlich Geschäfts- und Prüfungsberichte sowie Unterlagen über Haupt- und sonstige Versammlungen von städtischen Gesellschaften und Gesellschaften mit städtischer Beteiligung. Unterlagen der zeitweiligen Abt. 20.5 der Stadtkämmerei (Referat Beteiligungen) über die städtische Beteiligung an Firmen, die eine Fortsetzung der erstgenannten Akten bilden, wurden 1996 mitsamt einer Kartei zu einzelnen Firmen übernommen. 20 m.
Findmittel: Rep. 745. (nachfolgender Bestand „Referat Beteiligungen“)

Bestandsname: Stadthauptkasse
Laufzeit: 1869-1957
Institutionsgeschichte: Die Stadt(haupt)kasse war ursprünglich ein Teil des Rechneiamtes und hieß bis 1885 Rechneikasse. 1993 wurde sie mit dem Stadtsteueramt zum Steueramt zusammengefaßt.
Bestandsumfang und -inhalt: Haupt-Depositenregister 1910-1926, Schuldbücher 1905-1908, Lagerbuch der Städtischen Sparkasse 1907-1923, Akten 1869-1957. 18 m.
Findmittel: Rep. 832.

Bestandsname: Gewerberegister
Laufzeit: ca. 1920-1940, 1945-1995
Bestandsumfang und -inhalt: Kartei, 20 Karteischränke mit Karten über die Zahlungen von Gewerbesteuer einzelner Unternehmen.

Bestandsname: Liegenschaftsamt
Laufzeit: 1900-1997
Bestandsumfang und -inhalt: Liegenschaftskartei nach Flurnummern 1900 bis 1997, mit Anlagen, 5 Karteischränke, 1 m Akten.

Bestandsname: Pfandhaus
Laufzeit: 1863-1935
Institutionsgeschichte: Das 1739 begründete Pfandhaus wurde 1864 neu organisiert und 1928 in Städtische Darlehensanstalt umbenannt Bestandsumfang und -inhalt: 1 m.
Findmittel: Rep. 805.

Bestandsname: Darlehensanstalt
Laufzeit: 1870-1972
Institutionsgeschichte: Die Städtische Darlehensanstalt setzte einmal das Pfandkreditgeschäft des Pfandhauses fort, wurde aber auch als offizielle Ankaufsstelle für Juwelen und Edelmetall Teil der nationalsozialistischen Wirtschaftpolitik gegen die Juden, die dort ihre Wertsachen verkaufen mussten. Aus dem selben Grund wurden nach 1945 Wiedergutmachungsansprüche gegen sie erhoben.
Bestandsumfang und -inhalt: 3 m.
Findmittel: Rep. 812.

Bestandsname: Finanzämter
Laufzeit: 1935-1972
Bestandsumfang und -inhalt: In Abstimmung mit dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden wurden 1986 und 1987 von den Finanzämtern Frankfurt-Stiftstraße und Frankfurt-Höchst Einheitsbewertungsakten von Grundbesitz aus dem Zeitraum 1935 bis 1972 als dem Steuergeheimnis unterliegendes Depositum übernommen. 139 m.
Findmittel: Ablieferungslisten.

Bestandsname: Städtisches Sparkassenamt
Laufzeit: 1925-1926
Institutionsgeschichte: Das Städtische Sparkassenamt geht zurück auf eine Deputation des Stadtrates von Bockenheim, welche unter der Bezeichnung „Verwaltungskommission der Sparkasse“ aus dem Bürgermeister als Vorstand und zwei Bewohnern von Bockenheim bestand. Diese Kommission wurde 1860 für die Verwaltung und Aufsicht über die im selben Jahr gegründete Sparkasse der damals kurhessischen Stadt Bockenheim eingerichtet. Nach der Eingemeindung Bockenheims 1895 wurde nun auch in Frankfurt eine Deputation zur Aufsicht über das Frankfurter Sparkassenwesen gebildet, die es vorher in solcher Form in Frankfurt noch nicht gab. 1900 trat an die Stelle der Verwaltungskommission, entsprechend der in der städtischen Ämterorganisation gebräuchlichen Bezeichnung, das „Städtische Sparkassenamt“. 1926 änderte sich die Bezeichnung erneut. Man sprach nun vom „Vorstand der Städtischen Sparkasse (Deputation)“.
Bestandsumfang und-inhalt: 1 Akte, Bewerbungen auf die Stelle des Direktors der Städtischen Sparkasse.
Findmittel: Rep. 854.

2.4. Rechts- Sicherheits- und Ordnungsverwaltung

Bestandsname: Polizei
Laufzeit: 1852-1975
Institutionsgeschichte: Das Preußische Polizeipräsidium Frankfurt a.M. wurde mit Verordnung vom 29.6.1867 als örtliche Polizeiverwaltung in der Stadt Frankfurt a.M. errichtet. Der jeweilige Polizeipräsident war gleichzeitig mit den Aufgaben des Landrates des seit 1.4.1910 aufgelösten Landkreises Frankfurt betraut.
Nach Ende des 2. Weltkrieges begann die städtische Polizeihoheit. Im Zuge von seit langem angekündigten Reformplänen ging die Polizei Anfang des Jahres 1974 als vormals kommunale Behörde in die Zuständigkeit des Landes Hessen über.
Bestandsumfang und -inhalt: Aus der Zeit der städtischen Polizeihoheit (1945-1974) stammen einige Akten aus dem Bereich der Verwaltungspolizei von 1945 bis 1953. Ein anderer Teil beschäftigt sich mit Angelegenheiten der Feldpolizei. 0,5 m.
Findmittel: Rep. 818, Archivdatenbank.
Hinweise zur Benutzung: Alle anderen Unterlagen des 1867 eingerichteten Polizeipräsidiums mit Ausnahme der in den Bestand Personalakten integrierten Personalakten aus der städtischen Zeit (Akzession 22/1975) werden im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Abt. 407) verwahrt.
Literaturhinweise: Kraus, Kurt: Frankfurter Polizeigeschichte. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Gackenbach 1988.

Das heutige Ordnungsamt (zeitweise Gewerbe- und Ordnungsamt) umfasst alle Bereiche der kommunalen Polizeihoheit. Die Kompetenzen zwischen kommunaler und staatlicher Polizei haben sich nach der Trennung von kommunaler und staatlicher Polizei nach der Annexion von 1866 wiederholt verschoben.

Bestandsname: Ordnungsamt
Laufzeit: 1913-2012
Bestandsumfang und -inhalt: Akten u. a. zur Allgemeinen Sicherheit und Ordnung (Gefahrenabwehr, Revisionen in giftführenden Geschäften), Dienstaufsichtsbeschwerden und Ordnungswidrigkeiten. 10,5 m.
Findmittel: Archivdatenbank

Bestandsname: Konzessionsakten
Laufzeit: ca. 1870-2002
Bestandsumfang und -inhalt: Akten zur Konzessionierung von Gaststätten, Kantinen, Hotels, Pansionen, Trinkhallen u. a., größtenteils Einzelfallakten. 75 m.
Findmittel: Kartei nach der Belegenheit, teilweise Archivdatenbank.

Bestandsname: Gewerbe- und Ordnungsamt
Laufzeit: 1935-1965
Bestandsumfang und -inhalt: Der Bestand umfasst Schriftgut zur Regulierung von Handwerk und Gewerbe, auch bei Juden nach 1935, 1 m.
Findmittel: Archivdatenbank.

Bestandsname: Rechtsamt
Laufzeit: 1973-2000
Institutionsgeschichte: Das Rechtsamt löste 1979 die bis dahin existierende Städtische Rechtsstelle, die lediglich für besondere Aufgaben des Magistrats zuständig war, ab.
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen über Rechtsangelegenheiten öffentlicher Einrichtungen wie der Hafenbetriebe, Marktbetriebe, des Referates Beteiligungen und die Städtischen Küchenbetriebe, sowie Geschäfts- und Jahresberichte einzelner Stiftungen, der Messe GmbH, Flughafen AG usw.
Findmittel: Listen

Bestandsname: Stiftungsabteilung
Laufzeit: (1766) 1875-2002
Institutionsgeschichte: Vor 1806 wurden Stiftungen von Kommissionen, den sog. Pflegämtern verwaltet. 1833 führte die Reorganisation des Stiftungswesens zum Erlass einer allgemeinen Stiftungsordnung. Diese übertrug die Oberaufsicht über die Stiftungen dem Senat und der ständigen Bürgerrepräsentation. 1869 wurde eine gemischte Deputation eingesetzt, die den Namen Stiftungsdeputation führte. Die Oberaufsicht über die Stiftungen lag nun bei Magistrat und Stadtverordnetenversammlung.
1875 erfolgte der Erlass einer neuen „Allgemeinen Stiftungsordnung für die öffentlichen milden Stiftungen zu Frankfurt am Main“. Die Aufsicht über die milden Stiftungen sollte weiterhin von dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung ausgeübt werden, jedoch unter Oberaufsicht der zuständigen Staatsorgane. Die Verwaltung der Stiftungen lag bei den Pflegämtern, die aus Bürgern der Stadtgemeinde gebildet wurden . 1898 kam es zu einer Neubildung der Stiftungsdeputation. Sie hatte die Angelegenheiten, die die Vermögensverwaltung der Stiftungen betrafen, für die Beschlussfassung der städtischen Behörden vorzubereiten. 1924 wurde die Stiftungsdeputation aufgehoben und der neu errichteten Finanzdeputation angegliedert.
Als es dann nach 1933 unter den Nationalsozialisten zur Reorganisation der Stadtverwaltung kommt, wird auch die heutige Stiftungsabteilung gebildet und zwar als Unterabteilung des neugeschaffenen Rechtsamts, an dessen Spitze Stadtrat Dr. Bruno MÜLLER trat.
Seit 1938 ist die Stiftungsabteilung eine Delegationsstelle vom Regierungspräsidenten an den Magistrat hinsichtlich der Aufsicht über die Stiftungen im Bereich der Stadt Frankfurt. Bestandsumfang und -inhalt: Der Bestand umfasst zahlreiche Manuskripte, die Vorstudien zu Bruno MÜLLERs Geschichte der Frankfurter Stiftungen darstellen. Außerdem weist der Bestand zahlreiche Fragmente von Akten auf, die die Ausbombung der Dienststelle 1944 überstanden haben, sowie eine Sammlung von Notizen, die das im Krieg verlorene Aktengut ersetzen sollte. Organisch gewachsene Akten aus den Jahren nach 1945 bilden den Rest. Zudem befinden sich noch zahlreiche Jahresberichte und -abschlüsse aus den 1980er und 1990er Jahren einzelner Stiftungen in diesem Bestand. Archive einzelner Stiftungen befinden sich unter den nichtstädtischen Beständen. 14,5m.
Findmittel: Rep. 549.
Literaturhinweise: Müller, Bruno: Stiftungen für Frankfurt am Main, Frankfurt 1958; Lustiger, Arno (Hrsg.): Jüdische Stiftungen in Frankfurt am Main, Frankfurt 1988.

Die bis zur Einführung neuer einheitlicher Grundbücher durch das Bürgerliche Gesetzbuch von 1900 angelegten und geführten Grundbücher der Frankfurter Grundbuchämter in den Amtsgerichten, Anmeldungen zum Handelsregister sowie Urkundenrollen und Urkunden der in den Amtsgerichtsbezirken Frankfurt und Frankfurt-Höchst ansässigen Notare, auch außerhalb des heutigen Frankfurter Stadtgebietes, wurden als Deposita des Hessischen Hauptstaatsarchivs übernommen.

Bestandsname: Grundbücher-Stadt
Laufzeit: 1732-1905
Bestandsumfang und -inhalt: Hauptüberlieferung ab 1809, umfasst das Gebiet der Stadt Frankfurt ohne vor 1866 zugehörige Dörfer und spätere Eingemeindungen, jedoch Sachsenhausen. Im Jahr 1811 wurde für das Stadtgebiet ein neues, einheitliches Grund- und Hypothekenbuchwesen geschaffen. 382 m (zusammen mit den Grundbüchern für die Orte).
Findmittel: Rep. 784.

Bestandsname: Grundbücher-Orte
Laufzeit: 1692-1912
Bestandsumfang und -inhalt: Grundbücher der Frankfurter Dörfer bzw. eingemeindeten Orte Berkersheim, Bockenheim, Bonames, Bornheim, Eckenheim, Eschersheim, Fechenheim, Ginnheim, Griesheim, Hausen, Heddernheim, Höchst, Nied, Niederrad, Niederursel, Oberrad, Praunheim, Preungesheim, Rödelheim, Schwanheim, Seckbach, Sindlingen, Sossenheim, Unterliederbach und Zeilsheim. Die Grundbücher spiegeln die territoriale Zusammesetzung des heutigen Frankfurter Stadtgebietes vor 1866 wider und sind nach den Vorschriften der damaligen Bundesstaaten, Frankfurt, Hessen-Darmstadt, Kurhessen und Nassau bzw. deren Vorgängerstaaten angelegt. Sie werden durch Grundbücher in den Gemeindebeständen ergänzt. 382 m (zusammen mit den Grundbüchern für die Stadt).
Findmittel: Rep. 777.

Bestandsname: Firmeneintragungen im Handelsregister der Stadt Frankfurt
Laufzeit: 1863-1929
Bestandsumfang und -inhalt: 6,5 m.
Findmittel: Rep. 788.

Bestandsname: Amtsgericht
Laufzeit: ca. 1860-1970
Institutionsgeschichte: Die bis zur Einführung neuer einheitlicher Grundbücher durch das Bürgerliche Gesetzbuch von 1900 angelegten und geführten Grundbücher der Frankfurter Grundbuchämter in den Amtsgerichten, Anmeldungen zum Handelsregister sowie Urkundenrollen und Urkunden der in den Amtsgerichtsbezirken Frankfurt und Frankfurt-Höchst ansässigen Notare, auch außerhalb des heutigen Frankfurter Stadtgebietes, wurden als Deposita des Hessischen Hauptstaatsarchivs übernommen.
Bestandsumfang und -inhalt: Notariatsurkunden, Urkundenrollen und Urkunden. Darin enthalten: Geschäftsberichte und Firmenstatuten 1871-1969.
Findmittel: Rep. 787, Kartei.
Die Urkundenrollen und Urkunden der Notare unterliegen einer Aufbewahrungsfrist von 100 Jahren (Landesrecht Hessen, Verordnung zur Aufbewahrung von Schriftgut der Justiz, gültig ab 07.03.2015), und stellen in dieser Zeit Registraturgut dar, das nicht benutzt werden darf.

Bestandsname: Standesamt
Laufzeit: 1811-1995
Bestandsumfang und -inhalt:
Der Bestand Standesamt setzt sich aus sechzehn Teilbeständen zusammen:

a) Personenstandsbücher:
STA 1 Standesamtsbezirk Höchst: Zentrale Namensverzeichnisse zu den Geburtenbüchern
STA 2 Standesamtsbezirk Höchst: Zentrale Namensverzeichnisse zu den Heiratsbüchern
STA 3 Standesamtsbezirk Höchst: Zentrale Namensverzeichnisse zu den Sterbebüchern
STA 4 Standesamtsbezirk Höchst: Geburtenbücher (Laufzeit 1874-1905. Ausnahmen: Sindlingen ab 1889, Unterliederbach ab 1901, Zeilsheim fehlt)
STA 5 Standesamtsbezirk Höchst: Heiratsbücher (Laufzeit 1874-1935. Ausnahmen: Sindlingen ab 1889, Unterliederbach ab 1901, Zeilsheim ab 1906)
STA 6 Standesamtsbezirk Höchst: Sterbebücher (Laufzeit 1874-1985. Ausnahmen: Sindlingen ab 1889, Unterliederbach ab 1901, Zeilsheim ab 1906)
STA 7 Standesamtsbezirk Mitte: Zentrale Namensverzeichnisse zu den Geburtenbüchern
STA 8 Standesamtsbezirk Mitte: Zentrale Namensverzeichnisse zu den Heiratsbüchern
STA 9 Standesamtsbezirk Mitte: Zentrale Namensverzeichnisse zu den Sterbebüchern
STA 10 Standesamtsbezirk Mitte: Geburtenbücher (Laufzeit 1851-1905, Vororte 10/1874-1905. Ausnahmen: Oberrad 1811-1814 und ab 1851, Bonames ab 1833, Bornheim/Hausen/Niederrad/Niederursel ab 1851)
STA 11 Standesamtsbezirk Mitte: Heiratsbücher (Laufzeit 1849-1935, Vororte 10/1874-1935. Ausnahmen: Oberrad 1811-1814 und ab 1861, Bonames 1833-1863 und ab 1876, Bonames/Hausen/Niederrad ab 1851, Niederursel ab 1852)
STA 12 Standesamtsbezirk Mitte: Sterbebücher (Laufzeit 1851-1985, Vororte ab 10/1874 bzw. 01/1876-1985. Ausnahmen: Oberrad 1811-1814 und ab 1851, Bonames ab 1833, Bornheim/Hausen/Niederrad/Niederursel ab 1851)

b) Sammelakten:

STA 13 Standesamtsbezirk Höchst: Sterbebelege (Laufzeit 1914-1920 und 1939-1945, noch nicht verzeichnet)
STA 14 Standesamtsbezirk Höchst: Heiratsbelege (Laufzeit 1874-1936. Ausnahmen: Sossenheim ab 1876, Nied ab 1881, Sindlingen ab 1889, Unterliederbach ab 1901, Zeilsheim ab 1906. Noch nicht verzeichnet)
STA 15 Standesamtsbezirk Mitte: Sterbebelege (Laufzeit 1914-1920, 1939-1942 und 1944-1945, noch nicht verzeichnet)
STA 16 Standesamtsbezirk Mitte: Heiratsbelege (Laufzeit 1851-1935, noch nicht verzeichnet)
Zum Bestand gehören noch 15 Bände Sachakten (1938-1995).
ca. 455 m.
Findmittel: Archivdatenbank, Abgabelisten.
Hinweise zur Benutzung: Bitte beachten Sie: Die Personenstandsregister des Stadtteils Sindlingen für die Jahre 1874-1888 werden im Stadtarchiv Hattersheim aufbewahrt. Die Personenstandsregister des Stadtteils Unterliederbach für die Jahre 1874-1900 befinden sich im Rathaus der Gemeinde Liederbach. Die Personenstandsregister des Stadtteils Zeilsheim für die Jahre 1874-1905 finden Sie im Stadtarchiv Hofheim.
Die Zweitschriften der Frankfurter Personenstandsregister ab dem Jahr 1944 werden im Hessischen Personenstandsarchiv in Neustadt aufbewahrt.
Zudem ist auf folgende Repertorien zu verweisen: Rep. 304: Verzeichnis der Kirchen- und Standesbuchführung 1603-1873 und Rep. 626: Standesbücher der Vororte 1808-1874.

Bestandsname: Branddirektion
Laufzeit: 1866-1997
Institutionsgeschichte: Im Jahre 1812 schuf Fürstprimas Karl von DALBERG ein Löschbatallion, das die Grundlage für die spätere Errichtung der Berufsfeuerwehr darstellte. Durch die wachsende Ausdehnung der Stadt und das Aufblühen der Industrie wurde es 1865 notwendig eine ständige Feuerwache zu einzurichten. Da aber auch die ständige Feuerwache den Bedürfnissen nicht genügte, forderten Batallion und Freiwillige Feuerwehr, die neben dem Batallion den Löschdienst durchführte, die Schaffung einer Berufsfeuerwehr. Am 19.6.1874 wurden schließlich die bisherigen Löschanstalten aufgehoben und eine Deputation für das Feuerlösch- und Fuhrwesen errichtet, aus dem am 1.1.1875 das Feuer- und Fuhramt gebildet wurde. Die Berufsfeuerwehr wurde aus dem Personal der bisherigen ständigen Feuerwache des Bauamtes gebildet. Sie übernahm Brandbekämpfung und den Feuerwachtdienst. Die Freiwillige Feuerwehr wurde zu Brandbekämpfung und Sicherheitsdienst bestimmt. Beide Feuerwehren standen unter gemeinsamer Leitung des Branddirektors.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war die Feuerwehr mit ihren Geräten und Fahrzeugen ausgelagert worden. Die wenigen zurückgebleibenen Bediensteten wurden in Kriegsgefangenschaft genommen. Zu dieser Zeit war die Stadt selbst ohne jeglichen Feuerschutz. Die amerikanische Militärregierung versuchte rasch den Wiederaufbau der Feuerwehren zu gewährleisten. Die Berufsfeuerwehr wurde am 1.4.1945 dem Bauamt unterstellt, unmittelbar dem Oberbürgermeister ab 3.8.1945, welcher für die Berufsfeuerwehr ein Dezernat einrichtete.

Bestandsumfang und -inhalt: Enthält auch Unterlagen der Feuerwachen Bockenheim und Burgstraße, darin Einsatzberichte, Unterlagen des vorbeugenden Brandschutzes über einzelne Gebäude. 21,5 m.
Findmittel: Rep. 914.
Literaturhinweise: 1874-1974. 100 Jahre Berufsfeuerwehr Frankfurt a. M., Frankfurt 1974.

Bestandsname: Luftschutz
Laufzeit: 1931-1947
Bestandsumfang und -inhalt: Mischbestand aus Akten der Feuerwache Burgstraße, von durch die Militärregierung beschlagnahmtem Feuerwehrschriftgut, Unterlagen der Hauptregistratur des Sozialverwaltungsamtes zu „Personenschäden infolge Kriegseinwirkung“ und der Abteilung Obdachlosenpolizei des Fürsorgeamtes, sowie nachgelassenem Schriftgut des Architekten Hermann RIES in dessen Eigenschaft als früherem Reviergruppenleiter des Reichsluftschutzbundes. 8 m.
Findmittel: Rep. 544.
Literaturhinweise: Schmid, Armin: Frankfurt im Feuersturm. Die Geschichte der Stadt im Zweiten Weltkrieg, Frankfurt 1965.

2.5. Schul- und Hochschulwesen

Bestandsname: Schulamt
Laufzeit: 1822-1979
Institutionsgeschichte: Das Schulwesen war vor 1866 in Frankfurt rein konfessionell organisiert. Jede der drei christlichen Konfessionen sollte ihre religiösen Schul- und Erziehungsangelegenheiten eigenständig besorgen. Zu diesem Zwecke bestand für die lutherische Gemeinde das lutherische Konsistorium, für die katholische Gemeinde die Kirchen- und Schulkommission. 1820 wurde zudem auch ein evangelisch-reformiertes Konsistorium für die beiden von den reformierten Kirchengemeinden unterhaltenen Schulen gebildet. Das Gymnasium stellte eine Ausnahme dar. Es war interkonfessionell und unterstand dem evangelisch-lutherischen Konsistorium. Für die konfessionell gemischten Privatinstitute bestand eine besondere aus dem protestantischen Konsistorium und der katholischen Kirchen- und Schulkommission delegierte Inspektion von Mitgliedern aller drei Konfessionen. Dieser Behörde stand u.a. auch die Oberaufsicht über die Lehranstalten der jüdischen Gemeinden zu. Nach 1870 fiel die Schulaufsicht im eigentlichen Sinne formal an das Land Preußen. Die Zuständigkeit für die Frankfurter Volks- und Mittelschulen lag nun beim Regierungspräsidium in Wiesbaden, für die höheren Schulen beim Provinzialschulkollegium in Kassel. Wesentliche Befugnisse blieben allerdings bei der Stadt, auch die Anstellung und Besoldung der Lehrkräfte. 1871 wurde schließlich eine Neuorganisation des Frankfurter Schulwesens durchgeführt. Für die von der Stadt Frankfurt dotierten oder unterhaltenen höheren Schulen wurde als eine Mittelinstanz zwischen den Anstalten und der staatlichen Aufsichtsbehörde das „Kuratorium für das Gymnasium und der sämtlichen höheren städtischen Schulen“ eingesetzt. 1872 fand diese Neuorganisation ihren Abschluss durch die Errichtung der Städtischen Schuldeputation.
Neben dem Kuratorium der höheren Schulen und der Schuldeputation folgte 1901 schließlich die Errichtung eines Schulvorstands der Fortbildungs- und Fachschulen. Alle drei Einrichtungen wurden zusammengefasst als „Städtische Schulbehörden“ bezeichnet.
Im Laufe der Zeit kam es zu einigen Namensänderungen, so wurde 1919 der Schulvorstand der Fortbildungs- und Fachschulen in Fachschulamt, 1922 in Deputation für das Fachschulwesen und 1924 in Berufsschulamt umbenannt. 1935 erfolgte die Aufhebung von Schuldeputationen, Schulvorständen und Schulkommissionen und die Berufung von Schulbeiräten für die verschiedenen Schulzweige.
Die heutige Bezeichnung „Stadtschulamt“ bekam das Amt 1953, um die städtische Schulverwaltung vom staatlichen Schulamt begrifflich mehr abzugrenzen. Bestandsumfang und -inhalt: Der Bestand umfasst Unterlagen der Schulverwaltung zu übergreifenden Fragen, dann umfangreiches Material zu einzelnen öffentlichen und privaten, auch konfessionellen Schulen und zum Privatunterricht durch hierfür zugelassene Lehrer. 88,5 m.
Findmittel: Rep. 892 (Verwaltung der Schulen, Lehrer, Schüler und Sachwerte); Rep. 893 (Schulen im Einzelnen); Rep. 894 (Privatunterricht).
Literaturhinweise: Schäfer, Kurt: Schulen und Schulpolitik in Frankfurt am Main 1900-1945, Frankfurt 1994.

Bestandsname: Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften
Laufzeit: 1901-1941
Institutionsgeschichte: Die Akademie wurde 1901 unter städtischer Beteiligung als Handelshochschule gegründet und war eine der Keimzellen der 1914 gegründeten Frankfurter Universität, die ihr Archiv selbst verwaltet. Entscheidende Initiative ging vom Frankfurter Kaufmann Wilhelm MERTON und dem von ihm 1896 gegründeten Institut für Gemeinwohl aus.
Bestandsumfang und -inhalt: Anmelde- und Kollegienregister, laufende Listen, Namensverzeichnisse zu den Besuchern, Hospitanten und Hörern, sowie Exmatrikelbücher. 5 m.
Findmittel: Rep. 771.
Literaturhinweise: Auffarth, Benjamin: Geschichte der Akademie für Sozial- und Handeslswissenschaften, in. Frankfurter Hochschulkalender 1914/14, S. 25-38; Hammerstein, Notker: Die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von der Stiftungsuniversität zur staatlichen Hochschule 1914-1950, Frankfurt 1989.

Die Unterlagen einzelner Schulen werden nur in Ausnahmefällen übernommen. Ziel ist in Übereinstimmung mit dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, den Schulen die Verwaltung ihrer Archive zu überlassen und sie dabei zu beraten.

Bestandsname: Helmholtzschule
Laufzeit: 1948-1972
Institutionsgeschichte: Die Helmholtzschule wurde 1912 als Realschule gegründet, 1919 zur Oberrealschule erhoben und war bis zur Aufnahme der ersten Mädchen 1968, die 1976 das Abitur machten, ein Gymnasium für Jungen.
Bestandsumfang und -inhalt: Abiturarbeiten 1948-1972 aus dem Vorzimmer des früheren Frankfurter Professors für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur, Dr. Hubert IVO. Die Abiturarbeiten der Helmholtzschule sind alle im Fach Deutsch geschrieben. Zum Teil liegen ihnen Themenlisten und Bemerkungen zur Themenauswahl durch die Schüler bei. Jeder Arbeit hängt ein Gutachten an.
Diese Serie gibt exemplarisch Aufschluss über das Bildungs- und insbesondere Sprachniveau von Abiturienten der jeweiligen Jahrgangsstufe und dient somit als Quelle zur Bildungs- und Sprachgeschichte. Sie zeigt auch, in wie fern die Themenvorschläge die Zeitgeschehnisse berühren und den Schülern eine Stellungnahme abverlangen. 1 m.
Findmittel: Rep. 846.

Bestandsname: Viktoriaschule
Laufzeit: 1902-1950
Institutionsgeschichte: Ein direkter Vorläufer der Viktoriaschule war die 1855 gegründete Städtische höhere Bürgerschule für Knaben und Mädchen. Diese Einrichtung entwickelte sich zu einer reinen Mädchenschule weiter, die 1877 als Höhere Töchterschule zu Bockenheim eröffnet wurde. Als 1895 die Eingemeindung Bockenheims erfolgte, wurde die Schule der Städtischen Schuldeputation zu Frankfurt unterstellt. Diese verfügte 1898 eine Umbenennung der Schule zu Ehren der Kaiserin Viktoria in Viktoriaschule. 1920 erwarb die Schule ein eigenes Landheim in Eppenhain/Ts., das durch einen eigens gegründeten Verein über Elternspenden finanziert wurde. Im Krieg diente dieses Landheim als Kinderlandverschickungslager und nach dem Krieg als Flüchtlingslager. 1923 wurde die Viktoriaschule als Studienanstalt der Oberrealschulrichtung anerkannt und schloss mit dem Oberrealschulabitur ab. Von 1925-1929 erfolgte die Umwandlung in eine Deutsche Oberschule und 1936 in eine städtische Oberschule. Nachdem im März 1944 der Ostflügel der Schule völlig zerstört worden war und sämtliche Franfurter Schulen geschlossen waren, konnte der Unterrichtsbetrieb im Januar 1946 im unbeschädigten Teil der Schule wieder aufgenommen werden. Ein Jahr später benannte man die Viktoriaschule in Bettinaschule (nach Bettina von Arnim) um. Heute ist die Bettinaschule ein Gymnasium für Jungen und Mädchen mit mehr als 1000 Schülern und Schülerinnen.
Bestandsumfang und -inhalt: Der Schwerpunkt der Akten liegt in den 30er Jahren. 1 m.
Findmittel: Rep. 822.
Literaturhinweise: Müller, Josef: Hundertjahrfeier der Bettinaschule, Frankfurt 1955.

Bestandsname: Schulen
Laufzeit: ca. 1850-1930
Bestandsumfang und -inhalt: Mischbestand. Bisher Varrentrappschule, Bezirksschule West, Bonifatiusschule, Katholische Schule Bockenheim.
Findmittel: Archivdatenbank.

2.6. Wissenschaftsverwaltung - wissenschaftlich und kulturelle Einrichtungen

Bestandsname: Kulturdezernat
Laufzeit: 1952-2001
Bestandsumfang und -inhalt: Teilablieferung, Unterlagen der Kulturdezernenten Linda REISCH, Hilmar HOFFMANN und Karl VOM RATH. 5 m.
Findmittel: Rep. 858

Bestandsname: Büro Stadtrat Hoffmann
Laufzeit: ca. 1970-1990
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen des von 1970 bis 1990 amtierenden Kulturdezernenten Hilmar HOFFMANN.
Findmittel: Liste.

Bestandsname: Büro Stadträtin Reisch
Laufzeit: ca. 1990-1998
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen der von Mai 1990 bis Juli 1998 amtierenden Kulturdezernentin Linda REISCH.
Findmittel: Liste.

Bestandsname: Büro Stadtrat Nordhoff
Laufzeit: 1990-2006
Bestandsumfang und -inhalt: Bei dem Schriftgut handelt es sich um die Vorzimmerregistratur des Stadtrates Hans-Bernhard NORDHOFF, der von September 1998 bis Juni 2006 Kulturdezernent der Stadt Frankfurt war. Der Bestand umfasst überwiegend Akten zur finanziellen Situation der Städtischen Bühnen, deren Personal und deren Umwandlung in die Rechtsform einer GmbH.
Findmittel: Rep. 947.

Bestandsname: Kulturamt
Laufzeit: 1926-1980
Institutionsgeschichte: Im Jahr 1920 entstand unter Aufhebung verschiedener Kommissionen und der Galerie-Deputation eine Deputation für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung aus Mitgliedern von Magistrat, Stadtverordneten und Bürgern. Im Zuge der Neuorganisation der städtischen Kulturverwaltung wurde das Amt für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung unter der Leitung des zuständigen Dezernenten geschaffen, dem alle Institute als „Dienststellen“ angehörten. Eine Dienststelle dieses Amtes wurde zentrale Verwaltungsstelle und entwickelte sich nach 1945 zum derzeitigen Amt für Wissenschaft und Kunst mit eigenen Geschäftsbereichen.
Bestandsumfang und -inhalt: Die bis 1944 entstandenen und abgegebenen Akten sind 1944 größtenteils verbrannt und nur noch über ein Ablieferungsverzeichnis (Rep. 394) nachzuweisen. Die nach 1944 entstandenen Akten enthalten umfangreiches Material zur städtischen Kulturpolitik und zu den einzelnen städtischen Kulturinstituten. 25 m, wachsend.
Findmittel: Kartei, Akzessionananlagen 237, 335; Rundverfügungen 1950-1955 in: Akzessionsanlagen 582.

Bestandsname: Rothschildbibliothek
Laufzeit: 1887-1927
Institutionsgeschichte: Begründet 1886/92 als Stiftung mit Schwerpunkt auf deutscher, englischer und französischer Literatur der Zeit, von der Stadt finanziell unterstützt, von dieser 1928 aus Finanznot der Stiftung übernommen und um die Manskopfsche musikhistorische Bibliothek erweitert und 1933 in Bibliothek für neuere Sprachen und Musik umbenannt. 1 m.
Findmittel: Rep. 841.
Literaturhinweise: Lehmann, Klaus-Dieter: Hundert Jahre Rothschild’sche Bibliothek. Eine europäische Bildungsbibliothek, in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, 62, 1993, S. 251-263.

Bestandsname: Stadtbücherei
Laufzeit: 1955-1994
Bestandsumfang und -inhalt: Akten zu Kinder- und Jugendbuchausstellungen, sowie Jahresberichte der Schulbibliotheken. 1,5 m
Findmittel: Archivdatenbank.


Bestandsname: Stadt- und Universitätsbibliothek
Laufzeit: ca. 1960-1990
Findmittel: Liste

Bestandsname: Stadtarchiv
Laufzeit: 1892-1989
Bestandsumfang und -inhalt: Rest der 1944 weitgehend vernichteten Dienst-registratur, vorwiegend des Archivdirektors Dr. Harry GERBER (1938-1945 im Amt), mit Schwerpunkten auf Krieg und Auslagerung, Archiv der jüdischen Gemeinde, Reichsarchiv Frankfurt, Beteiligung von Gerber am „Westprogramm“ der Archivverwaltungen, nach 1941 in den besetzten Gebieten. 1 m.
Findmittel: Rep. 783.
Literaturhinweise: Jung, Rudolf: Das Frankfurter Stadtarchiv. Seine Bestände und seine Geschichte, Frankfurt 1909; Bund, Konrad: 1436-1986. 550 Jahre Stadtarchiv Frankfurt am Main. Eine Kurzübersicht über seine Bestände, Frankfurt 1986.

2.6.5. Museen

Bestandsname: Museum für Vor- und Frühgeschichte
Laufzeit: 1926-1993
Institutionsgeschichte: Das Museum für Vor- und Frühgeschichte ging 1937 als Museum für heimische Vor- und Frühgeschichte aus dem Historischen Museum hervor, wurde von 1948 bis 1953 diesem wieder eingegliedert und dann endgültig eigenständig.
Bestandsumfang und -inhalt: Inventarbücher (Mikrofilm), Dienstregistratur, auch von Dr. Karl WOELCKE als staatlichem Vertrauensmann für kulturgeschichtliche Bodenfunde in Frankfurt. Ein gewisser Schwerpunkt der Überlieferung liegt auf Krieg und Auslagerung sowie auf der Bodendenkmalpflege. 3 m.
Findmittel: Rep. 793, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Meier-Arendt, Walter: Zur Geschichte des Museums für Vor- und Frühgeschichte - Archäologisches Museum, in: Die Dauerausstellung, hrsg. v. Museum für Vor- und Frühgeschichte, Frankfurt 1989, S. 4-8.

Bestandsname: Städtische Galerie/Liebieghaus
Laufzeit: 1949, 1970-1987
Institutionsgeschichte: Im Jahr 1905 wurde auf der Grundlage einer namhaften Stiftung für die Pflege der zeitgenössischen Kunst die Städtische Galerie eingerichtet und zog in das Gebäude des 1815 ebenfalls durch Stiftung entstandenen Städelschen Kunstinstituts. Im 1909 erworbenen Liebieghaus befindet sich seitdem die der städtischen Galerie angegliederte städtische Skulpturensammlung. Wegen der Personalunionen in der Leitung von Städel und Städtischer Galerie blieben die Registraturen bis 1981 ungetrennt im Städel und unterstehen der dortigen Verwaltung.
Bestandsumfang und -inhalt: Inventarbücher (Mikrofiches), Dienstregistratur 1970-1987 (u. a. Ausleihen, Museumsentwicklung, Veranstaltungen) . 1,5 m.
Findmittel: Rep. 795, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Sonnabend, Martin: Zur Gründung des Liebieghauses, hrsg. v. Herbert Beck u. a., Frankfurt 1990.

Bestandsname: Museum für Völkerkunde
Laufzeit: 1932-2008
Institutionsgeschichte: Im Jahr 1904 wurde ein städtisches Völkerkundemuseum begründet, in dem die bereits im städtischen Besitz vorhandenen ethnografischen und die Sammlung des Arztes Dr. Bernhard HAGEN (1853-1919) aus dem melanesisch-indonesischen Raum vereinigt wurden. Im Jahr 1925 erwarb die Stadt das von Prof. Leo FROBENIUS (1873-1938) in Afrika zusammengetragene Material und vereinigte 1934 das Museum mit den von Frobenius geschaffenen Einrichtungen unter dessen Leitung. Durch die schriftlich belegte Auslagerung konnte das Museum seine Bestände vor den Luftangriffen im II. WK. weitgehend retten; von der Registratur gingen jedoch die älteren Teile verloren. Von 1938 bis 1967 waren Museum, Frobenius-Institut und Seminar für Völkerkunde miteinander vereinigt.
Bestandsumfang und -inhalt: Hauptsächlich Schriftgut zu Vorbereitungen und Übernahmen von Ausstellungen. Es handelt sich zum Teil um Handakten der Museumsdirektorin Annette Rein, 3 m.
Findmittel: Rep. 798, Archivdatenbank.

Bestandsname: Museum für Kunsthandwerk
Laufzeit: 1876-1983
Institutionsgeschichte: Im Jahr 1877 wurde in Frankfurt der Mitteldeutsche Kunstgewerbeverein als Tochter der Polytechnischen Gesellschaft gegründet. Ziel waren Sammlung und Pflege des Kunsthandwerks, zu dem auch das Kunstgewerbemuseum eingerichtet wurde, das 1921 in städtisches Eigentum überging und 1935 seinen heutigen Namen erhielt. Zu den zahlreichen Stiftungen an das Museum kam der durch Schriftgut belegte Erwerb jüdischen Kulturgutes im Dritten Reich.
Bestandsumfang und -inhalt: Dienstregistratur und (Vor-)Akten des Mitteldeutschen Kunstgewerbevereins. 1 m.
Findmittel: Rep. 789, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Meier, Richard: Museum für Kunsthandwerk Frankfurt am Main, Frankfurt 1985.

Bestandsname: Historisches Museum
Laufzeit: 1944-2003
Institutionsgeschichte: Nach längeren Bemühungen des (Frankfurter) Vereins für Geschichte und Landeskunde wurde 1878 das Historische Museum eröffnet, das während des Dritten Reiches Stadtgeschichtliches Museum hieß. Im Jahr 1937 wurde die archäologische Abteilung als Museum für heimische Vor- und Frühgeschichte selbständig.
Bestandsumfang und -inhalt: Dienstregistratur (Personalangelegenheiten, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Baumaßnahmen, Haushalt und Ankäufe). Die Altregistratur wurde bei der Zerstörung 1944 vernichtet. 7 m.
Findmittel: Rep. 803, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: 100 Jahre Historisches Museum Frankfurt am Main 1878 bis 1978. Drei Ausstellungen zum Jubiläum, Frankfurt 1978.

Bestandsname: Städtische Bühnen
Laufzeit: 1945-1980
Institutionsgeschichte: Der Begriff der Städtischen Bühnen - ursprünglich Vereinigte Stadttheater, aus denen die Städtischen Bühnen, das Opernhaus und Schauspielhaus hervorgehen - wird verwendet ab 1919/1920. Frankfurter Theatergeschichte beginnt 1782 mit der Einweihung des Komödienhauses am heutigen Rathenauplatz. 1928 wurde eine städtische Theaterdeputation errichtet, der die Verwaltung der Städtischen Bühnen und die Beaufsichtigung des Theaterbetriebs übertragen wurde. Im Krieg wurde das Schauspielhaus und die Gewandabteilung in der Alten Börse total zerstört. Mit der Schließung aller Theater durch Goebbels zum 1.9.1944 erübrigte sich der Wiederaufbau. In der Nachkriegszeit diente der Börsensaal der Getreidebörse als Kleines Haus, weiterhin provisorisch genutzt wurden der Handwerkersaal in der Braubachstraße, das Little Theatre in der Börse und der Hof des Karmeliterklosters. In den 70er Jahren wurde im Zuge der erweiterten Mitbestimmung der Künstlerische Beirat geschaffen, der das Recht der innerbetrieblichen Mitwirkung bei allen wichtigen Fragen und das Recht der Mitberatung bei Änderung der Theaterstruktur, Intendantenwahl und bei der Wahl der künstlerischen und technischen Vorstände erhielt.
Bestandsumfang und -inhalt: Akten der Verwaltungsdirektion. Einige Ablieferungen. 15 m.
Findmittel: Rep. 823.
Literaturhinweise: Schultke, Bettina: Theater oder Propaganda? Die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main 1933-1945, Studien zur Frankfurter Geschichte Bd. 40, Frankfurt 1997.

Bestandsname: Geschäftsstelle Goethejahr 1999
Laufzeit: 1995-2001
Bestandsumfang und -inhalt: Teilablieferung nach Auflösung der Geschäftsstelle. 1m.
Findmittel: Archivdatenbank.

2.7. Sozial-, Jugend- und Gesundheitsverwaltung

2.7.1. Sozialverwaltung

Bestandsname: Wohlfahrtsamt
Laufzeit: 1841-1958
Institutionsgeschichte: Das städtische Wohlfahrtswesen beginnt mit der Gründung des Armenamtes durch Inkrafttreten der städt. Armenordnung am 1. April 1883. Nach Übertragung der Aufgaben des Gemeindewaisenrates wurde das Armenamt zum 1. Juli 1900 in Waisen- und Armenamt und zum 1. Oktober 1918 in Wohlfahrtsamt umbenannt. Am 3. Juli 1914 wurde das Ortsstatut betr. Errichtung eines Jugendamtes erlassen. Bereits ab 1923 gab es Überlegungen, Wohlfahrtsamt und Jugendamt zusammenzulegen. Zunächst wurde inoffiziell der Name Jugend- und Wohlfahrtsamt benutzt. Durch Magistratsbeschluss vom 5. April 1928 erhielt das vereinigte Wohlfahrts- und Jugendamt die Bezeichnung Fürsorgeamt.
Bestandsumfang und -inhalt: Sachakten, Schwerpunkt liegt vor 1945, 28 m.
Findmittel: Rep. 800.
Literatur: Aufgaben und Organisation der städtischen Wohlfahrtsämter, Frankfurt 1921.

Bestandsname: Fürsorgeamt
Laufzeit: 1929-2012
Institutionsgeschichte: Das Fürsorgeamt bestand seit 1928 als Nachfolger des Wohlfahrtsamtes. Durch Magistratsbeschluss vom 27.08.1962 wurde es in Sozialamt umbenannt. Ab 1957 war das Sozialverwaltungsamt aus der bis dahin bestehenden Verwaltungsabteilung hervorgegangen (ab 21.12.1973 Dezernatsverwaltungsamt DVA Soziales und Freizeit, ab 09.09.1974 DVA Soziales, Jugend und Wohnungswesen, ab 11.06.1977 DVA Soziales und Jugend, ab 02.07.1979 DVA Soziales, Jugend und Wohnungswesen, ab 01.03.1995 DVA Soziales und Jugend). Ab 01.06.1998 wurden Fürsorgeamt, Jugendamt und DVA Soziales und Jugend zum Jugend- und Sozialamt zusammengelegt. Bestandsumfang und -inhalt: Sachakten, Schwerpunkt liegt nach 1945, 306 m. Findmittel: Rep. 942 (Hauptgruppe 1: Allgemeine Angelegenheiten).

Bestandsname: Fürsorgeakten
Laufzeit: 20.Jh.
Bestandsumfang und -inhalt: Fürsorgeerziehungslisten, Einzelfallakten. 218 m. Findmittel: Kartei. Bestand gesperrt; Auskunft erteilt das Jugend- und Sozialamt.

Bestandsname: Adoptionsakten
Laufzeit: ca. 1900-1945
Bestandsumfang und -inhalt: Akten des 1914 gegründeten und 1928 mit dem Wohlfahrtsamt zum Fürsorgeamt zusammengefaßten Jugendamtes (Laufzeit 1914-1931) wurden zusammen mit anderem Schriftgut der Sozialverwaltung übernommen und durch eine Liste erschlossen. Adoptionsakten und (Amts)Vormundschaftsakten sind über Karteien erfaßt. Während die Adoptionsakten Kinder ab ungefähr 1900 erfassen, setzen die (Amts)Vormundschaftsakten 1945 ein. 65 m.
Findmittel: Kartei. Bestand gesperrt; Auskunft erteilt das Jugend- und Sozialamt.

Bestandsname: Vormundschaftsakten
Laufzeit: 1945 ff.
Bestandsumfang und -inhalt: 498 m. Vgl. Jugendamt: Adoptionsakten. Findmittel: Kartei. Bestand gesperrt; Auskunft erteilt das Jugend- und Sozialamt.

Bestandsname: Arbeitszentrale für Erwerbsbeschränkte
Laufzeit: 1919-1943
Institutionsgeschichte: Hervorgegangen aus dem 1903 begründeten Verein Hausratsammelstelle e. V. 1920 als „Städtische Arbeitszentrale für Erwerbsbeschränkte“ verstadtlicht, 1933 aufgelöst und als Teil der Arbeitsfürsorge mit der Bezeichnung „Gemeinnützige Arbeitsstätte“ übernommen, 1934 „Volksdienst des Städtischen Fürsorgeamtes“, 1938: Fürsorgeamt, Gemeinnützige Arbeitsstätte, 1943 aufgelöst.
Bestandsumfang und -inhalt: 1,5 m.
Findmittel: Rep. 736.

2.7.2. Gesundheitsverwaltung

Bestandsname: Stadtgesundheitsamt - Sachakten
Laufzeit: 1941-2008.
Bestandsumfang und -inhalt: Sachakten des 1917 ins Leben gerufenen Stadtgesundheitsamtes werden in regelmäßigen Abständen übernommen. 23 m. Findmittel: Rep. 888, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Bauer, Thomas; Heike Drummer; Leoni Krämer: Vom „stede arzt“ zum Stadtgesundheitsamt. Die Geschichte des öffentlichen Gesundheitswesens in Frankfurt am Main, Frankfurt 1992.

Bestandsname: Stadtgesundheitsamt
Laufzeit: 1917-2001
Bestandsumfang und -inhalt:
1. Jugendsichtungsstelle (1917 ff.). Zusammen mit den Erbgesundheitsakten wurden Einzelfallakten der 1917 eingerichteten Jugendsichtungsstelle zur Untersuchung und Begutachtung von Kindern und Jugendlichen, die 1933 in die Fürsorgestelle für Gemüts- und Nervenkranke des Stadtgesundheitsamtes eingegliedert wurden, übernommen.
2. Erbgesundheitsakten (1925-1955). Diese zusammen mit den Akten der Jugendsichtungsstelle übernommene Aktengruppe setzt sich in erster Linie aus Akten zu Zwangssterilisationsverfahren und Vorgängen zu Ehestandsdarlehen zusammen (Akzession III/5-1985) und wird durch vorarchivische Karteien (Akzession III/1-1996) und eine für die gesamte Ablieferung einschließlich der Jugendsichtungsstelle begonnene Kartei erschlossen, nicht zuletzt deshalb, weil von der Jugendsichtungsstelle betreute Kinder und Jugendliche später Opfer der NS-Eugenik wurden. Das Stadtgesundheitsamt war nur für die rechtsmainischen Stadteile zuständig (Beratungsstelle I für Erb- und Rassenpflege). Die linksmainischen Stadtteile unterstanden dem Universitäts-Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene, Beratungsstelle II für Erb- und Rassenpflege (Prof. v. VERSCHUER), von dem sechs Akten mit erbbiologischen Gutachten 1972 von den Universitätskliniken abgegeben wurden (Akzession 38/72, Akzessionsanlage 580). Die Akzession III/23-2002 besteht aus psychiatrischen Einzelfällen und geht bis 2001.
Zusammen 143 m.
Findmittel: Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Daum, Monika; Hans-Ulrich Deppe, Zwangssterilisation in Frankfurt a. M. 1933-1945, Frankfurt 1991.

Bestandsname: Nervenklinik
Laufzeit: Ca. 1880-1964
Bestandsumfang und -inhalt: Krankengeschichten, nach Geschlechtern alphabetisch abgelegt. 156 m.
Findmittel: Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Braum, Dagmar: Vom Tollhaus zum Kastenhospital. Ein Beitrag zur Geschichte der Psychiatrie in Frankfurt a. M., Hildesheim 1986; Maurer, Konrad; Ulrike Maurer: Alzheimer. Das Leben eines Arztes und die Karriere einer Krankheit, München 1998.

2.7.3. Sport

Bestandsname: Sport- und Badeamt
Laufzeit: 1894-2003
Institutionsgeschichte: 1894 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Einsetzung einer gemischten Deputation zur Verwaltung der städtischen Badeanstalten, die den Namen Städtische Schwimmbad-Kommission tragen sollte. Mit der Ausführung der Aufgaben wurde die Inspektion des Städtischen Schwimmbades -ein Vorläufer des späteren Sport- und Badeamtes- betraut. 1911 erfolgte eine Umbenennung der Städtischen Schwimmbad-Kommission in Städtisches Badeamt. Die Aufgaben wurden nun von der Schwimm- und Badeinspektion ausgeführt. Als nach Beendigung des Ersten Weltkrieges die Turn- und Sportbewegung einen gewaltigen Aufschwung erfuhr, stellte sich die Notwendigkeit heraus, auch die Arbeit der turn- und sportpflegenden Vereine von der Gemeinde aus zu unterstützen. 1920 kam es deshalb zur Gründung eines Amtes für Leibesübungen. Es bestand aus zwei selbständig arbeitenden Dienststellen mit den Bezeichnungen Direktion für Turn-, Sport- und Spielwesen und der Direktion der städtischen Bäder. Ab 1925 trug dieses Amt die Bezeichnung Stadtamt für Turn-, Sport- und Badewesen. 1934 wurden im Zuge der Vereinfachung der städtischen Verwaltung die seinerzeit getrennten Dienststellen im Sportamt vereinigt und unter einheitliche Verwaltung gestellt. Seinen heutigen Namen erhielt es 1948 als das Sportamt schließlich in Sport- und Badeamt umbenannt wurde, um das Badewesen, welches immer noch ein großes Aufgabengebiet umfasste, wieder als eigenständigen Bereich in einer Abteilung zu führen.
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen zu einzelnen Sportvereinen, Sportstätten und Badeanstalten im Frankfurter Stadtgebiet, ihre Errichtung und ihr Betrieb sowie Planungen von Sportveranstaltungen. 19 m.
Findmittel: Rep. 860, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Mueller, Martin L.: Turnen und Sport im sozialen Wandel. Körperkultur in Frankfurt a. M. während des Kaiserreiches und der Weimarer Republik, in: Archiv für Sozialgeschichte, 3, 1993, S. 107-136.

Bestandsname: Büro Stadträtin Schenk
Laufzeit: ca. 1989-2001
Personengeschichte: Die am 1. Juni 1952 in Rothenburg/Wümme geborene Sylvia SCHENK studierte nach ihrem Abitur im Jahre 1970 Jura in Marburg, ab 1971 dann in Frankfurt. Nach ihrem 1. Staatsexamen 1978 arbeitete sie ein Jahr als Rechtsanwältin in Frankfurt, anschließend bis 1989 als Arbeitsrichterin in Offenbach. Darüberhinaus war sie jedoch schon immer sportlich engagiert. Von 1970 bis 1974 war sie zehnfache deutsche Meisterin im 800- und 1.500-Meterlauf, 1972 errang sie bei den Olympischen Spielen in München Platz 9 im 800-Meterlauf.
1977 trat SCHENK in die SPD ein und wurde 1984 in das Frankfurter Stadtparlament gewählt. Im Juni 1989 wurde die Juristin zur Sportdezernentin ernannt. Ihr Aufgabenbereich dehnte sich im Laufe der Jahre jedoch noch kontinuierlich aus. Neben dem Bereich Sport kam 1991 der Bereich Recht, 1995 der Bereich Frauen und von 1995 bis März 2000 der Bereich Wohnungswesen hinzu.
Bestandsumfang und -inhalt: Bei dem Schriftgut handelt es sich um die Vorzimmerregistratur der Stadträtin Sylvia SCHENK, die von 1989 bis 2001 Sportdezernentin der Stadt Frankfurt war. 14 m.
Findmittel: Rep. 898, Archivdatenbank.

2.7.4. Kriegsfolgen und Flüchtlingswesen

Bestandsname: Besatzungsamt
Laufzeit: 1944-1954
Institutionsgeschichte: Das städtische Besatzungsamt wurde im Mai 1945 gegründet, um die Folgen der amerikanischen Besatzung Frankfurts für die Bevölkerung zu regeln. Gemäß Geschäftsordnung beschäftigte sich das Besatzungsamt mit der Erfüllung aller Auflagen der Militärregierung an die Stadtverwaltung, der Vermittlung von Anliegen der Bevölkerung und der Stadtverwaltung an die Militärregierung, z. B. Wiederbeginn des Frankfurter Wirtschaftslebens, Betreuung des gesamten Kraftfahrwesens. Nach einer bereits kurzen Zeit hatte das Besatzungsamt folgende Aufgaben: Quartierleistungen für die Besatzungstruppen und Ausländer, Sonstige Quartierleistungen und Flüchtlingsbetreuung, Sachleistungen für die Besatzungsmacht, Arbeitsleistungen für die Besatzungsmacht, Finanzielle Abrechnung, Vermittlung von Anträgen aus der Stadtverwaltung an die Besatzungsmacht, Vermittlung von Anträgen aus der Bevölkerung auf Ausstattung von Passierscheinen, Fahrraderlaubnis usw., Unmittelbare Förderung städtischer Zwecke, einschließlich der Wirtschaft in Verbindung mit der Militärregierung (Arbeitsgebiet: Kraftfahrwesen und Bewirtschaftung der Treibstoffe). Aus Gründen der Zweckmäßigkeit existierten 5 Bezirksstellen, um übermäßigen Andrang der Bevölkerung und lange Wege der Antragsteller zu vermeiden (Bezirksstellen Mitte, Nordost, Süd, West und Höchst). Zwischenzeitlich wurde u. a. das städtische Informationsbüro in das Besatzungsamt eingegliedert; die Verteilung gewerblicher Räume, die bisher dem Besatzungsamt oblag, dem Wohnungsamt (bzw. dem Verkehrs- und Wirtschaftsamt) zugewiesen, die treuhänderische Verwaltung der bei NS-Aktivisten beschlagnahmten Möbel vom Besatzungsamt auf das Wohnungsamt übertragen und die bisherige Abteilung des Besatzungsamtes Raum- und Quartierbeschaffung bzw. „Sonderstelle Zweizonen Aktion“ dem Wohnungsamt als selbständige Nebenstelle mit der Bezeichnung Wohnungsbehörde, Sonderstelle für Besatzungsmacht und Zonenverwaltung, angegliedert. Die innere Organisation des Besatzungs- und Schädenamtes erklärt sich durch den Geschäftsverteilungsplan vom 19. April 1948, in dem beide Ämter unter einem Amtsleiter zusammengefasst waren. Es existierten drei Abteilungen: Abteilung I kümmerte sich um Rechtsangelegenheiten sowie um die Verbindung zu amerikanischen Dienststellen, Abteilung II beschäftigte sich mit Besatzungskosten, Abteilung III war zuständig für Kriegsschäden. Mit Wirkung vom 01.07.1950 ging das Besatzungsamt in die Staatsverwaltung als Besatzungskostenamt Frankfurt am Main, zuständig für den Stadtkreis Frankfurt und die Landkreise Main-Taunus-Kreis, Obertaununskreis und Usingen, über. Das Schädenamt wurde ab 01.04.1952 organisatorisch in das Soforthilfeamt eingegliedert.
Bestandsumfang und -inhalt: 2 m.
Findmittel: Rep. 840, Archivdatenbank.

Bestandsname: Verfolgtenbetreuungsstelle; NS-Verfolgte
Laufzeit: 1945-1958
Institutionsgeschichte: Anmelde- u. Vorprüfstelle zur Durchführung des Entschädigungsgesetzes, Nachkriegsbehörde.
Bestandsumfang und -inhalt: Einzelfallakten unter der Bestandsbezeichnung NS-Verfolgte, u. a. in Einzelfällen von Widerstand und Verfolgung heranzuziehen. Sachakten und Anträge. 48 m.
Findmittel: Rep. 813, Archivdatenbank.

Bestandsname: Ausgleichsamt
Laufzeit: 1945-1992
Institutionsgeschichte: Während des 2. Weltkrieges war vielen Menschen Schaden entstanden, zu dessen Ausgleich durch Magistratsbeschluss Nr. 496 vom 04.07.1949 das Amt für Soforthilfe eingerichtet wurde. Es war gemäß Gesetz zur Milderung dringender sozialer Notstände (Soforthilfegesetz) vom 08.08.1949 für die Soforthilfeaufgaben zuständig. Das Amt für Soforthilfe wurde 1952 umorganisiert zum Ausgleichsamt und bearbeitete Anträge auf Grund des Gesetzes über den Lastenausgleich (Lastenausgleichsgesetz), des Gesetzes über die Feststellung von Vertreibungsschäden und Kriegssachschäden (Feststellungsgesetz) und des Gesetzes über einen Währungsausgleich für Sparguthaben Vertriebener (Währungsausgleichsgesetz) vom 14.08.1952 sowie des Gesetzes zur Milderung von Härten der Währungsreform (Altsparergesetz) vom 01.04.1959. Hinzu kamen dann noch weitere Aufgaben u. a. auf Grund des Allgemeinen Kriegsfolgegesetzes, des Kriegsgefangenenentschädigungsgesetzes und des Häftlingshilfegesetzes. Mit Organisationsverfügung vom 12.01.1999 wurde das Ausgleichsamt in das Jugend- und Sozialamt integriert. Bestandsumfang und -inhalt: Von 1988 bis 1996 übergab das im Zuge des Lastenausgleiches nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichtete Ausgleichsamt in mehreren Ablieferungen Sachakten zum Flüchtlingswesen, seine nach Straßen und Häusern angelegte Frankfurter Gebäudeschädenkartei, Antragsakten nach dem Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz (Buchstabe L) und ausgewählte Akten zu Aufbaudarlehen für die gewerbliche Wirtschaft. 17 m.
Findmittel: Rep. 825, Archivdatenbank.

Die Unterlagen der Bauverwaltung haben starke Kriegsschäden erlitten. So fehlen aus der Zeit bis 1945 die Akten des städtischen (Hoch)bauamtes und für das Stadtgebiet mit Ausnahme der westlichen Stadtteile auch der Bauaufsicht völlig. Aus dem freistädtischen Bauamt entstand 1869 als kollegiale Behörde die aus Mitgliedern des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung und Bürgern zusammengesetzte Baudeputation, von der 1883 das Tiefbauamt als selbständiges Amt entstand, während die Baudeputation 1898 den Namen Hochbauamt erhielt. In der Folgezeit war die städtische Bauverwaltung wiederholt Umorganisationen unterworfen, d. h. Ämterneugründungen und -zusammenlegungen lösten einander ab. Derzeit gehören folgende Ämter zum Bereich der städtischen Bauverwaltung: Dezernatsamt Planung, Erschließungsamt, Denkmalamt, Bauverwaltungsamt, Amt für kommunale Gesamtentwicklung und Stadtplanung, Stadtvermessungsamt, Bauaufsichtsbehörde, Amt für Wohnungswesen, Hochbauamt, Straßenbauamt, Grünflächenamt (früher Garten- und Friedhofsamt), Stadtentwässerungsamt, Stadtbahnbauamt, Technische Aufsicht für den Stadtbahnbau. Die Zuweisung von Beständen konnte und kann der organisatorischen Entwicklung nicht folgen, so dass es archivisch zunächst zur Bildung eines jetzt allerdings abgeschlossenen Mischbestandes Bauverwaltung kam.

Bestandsname: Bauverwaltungsamt
Laufzeit: 1955-1999
Institutionsgeschichte: Das Bauverwaltungsamt begleitet die Tätigkeit sämtlicher Ämter des Baudezernats. Aufgabe des Amtes ist die Koordinierung und federführende Bearbeitung grundsätzlicher Finanzierungs-, Organisations- und Personalfragen. Die Vorlagen der Ämter an Magistrat und Stadtverordnetenversammlung unterlagen teils schon in der Vorbereitung, teils beim Durchlauf an den Dezernenten grundsätzlicher Mitwirkung durch das Bauverwaltungsamt und der Abstimmung auf die Interessen mitbeteiligter, mitfinanzierender und mitausführender Ämter, insbesondere aber auch der Abstimmung auf die Zielsetzungen des Dezernats als solche. Im Laufe der Zeit wechselte häufig die Bezeichnung des Amtes, so hieß es ab 1961 Verwaltungsamt Bau und Verkehr, in den 1970er Jahren Dezernatsverwaltungsamt Bau (und Stadtwerke) und ab den 1980er Jahren wieder Bauverwaltungsamt.
Bestandsumfang und -inhalt: Bei der ersten Abgabe handelt es sich um Serien betr. S-Bahnbau, Amtsleiterbesprechungen des Baudezernats, Koordinierungsgruppe Verkehr, Magistratsvergabekommission und Tageskopien. Die zweite Abgabe umfaßt Tageskopien und Akten betr. Einweihung der Zeil, Hundertwasserhaus, Römerberg-Ostzeile. 66 m.
Findmittel: Rep. 931.

Bestandsname: Bauverwaltung
Laufzeit: 1875-1982
Bestandsumfang und -inhalt: Abgeschlossener Mischbestand aus Einzelstücken, Splittern und Mikrofilmen des Straßen- und Brückenbauamtes, aus dem gesamten Bauwesen und verwandten Verwaltungszweigen sowie Unterlagen zu den Frankfurter Dotationskirchen, Handakten des ehemaligen Geschäftsführers der Bundesgartenschau 1989 GmbH, Fritz KRÄMER aus dessen Amtszeit als Leiter des Stadtplanungsamtes und des Erschließungsamtes, mit Fotos angereicherte Dokumentation zum Wiederaufbau in Frankfurt sowie Schriftgut der Magistratsvergabekommission (2.3.1.5, Beschaffungsamt). 2 m.
Findmittel: Rep. 741.
Hinweise zur Benutzung: Die Vertragssammlung (2.1.3.3) enthält ebenfalls Unterlagen zur städtischen Bautätigkeit, so des Stadtbahnbauamtes und des Stadtentwässerungsamtes.

Bestandsname: Tiefbauamt: Straßenreinigung, Fuhrpark
Laufzeit: 1885-1944, 1959, 1980-1990
Institutionsgeschichte: Seit 1855 wurde die erste planmäßige Müllabfuhr mit Bauern und Fuhrleuten organisiert. Zum 1. April 1873 nahm das städtische Fuhramt seinen Betrieb auf. 1874 stellte die Stadt eine Berufsfeuerwehr auf. Diese wurde durch Beschluß vom 19. Juni 1874 in das Fuhramt integriert, das jetzt den Namen Feuer- und Fuhramt erhielt. Hierauf war der Fuhrpark, die Straßenreinigung der gepflasterten Straßen und die gesamte Begießung nebst der Feuerwehr einem Amte unterstellt. Am 1. April 1898 wurde die Feuerwehr aus dem Feuer- und Fuhramt herausgenommen. Nach einigen Umorganisationen waren die Aufgaben der Staßenreinigung, der Fuhrpark und die Hauskehrichtabfuhr bei der Straßenreinigungs- und Fuhrparksverwaltung in einer Hand und unterstanden dem Tiefbauamt. Ab 1908 wurden Straßenreinigungsverwaltung und Städt. Fuhrparkverwaltung (zu dem die Müllabfuhr gehörte) als zwei getrennte Verwaltungszweige mit gesondertem Etat unter einheitlicher Leitung geführt. Im April 1924 wurden beide Bereiche zur Direktion des Fuhrparks und der Straßenreinigung unter Leitung des Städt. Feuer- und Fuhramt wieder zusammengelegt. 1931 wurde das (Stadt)bauamt geschaffen u. a. mit der Abteilung Feuer- und Fuhrwesen und den Unterabteilungen a) Bauamt - Feuerlöschwesen und b) Bauamt - Straßenreinigung und Fuhrpark. Noch in den 30er Jahren wurde letztere Abteilung geteilt. Durch die Neugliederung der Stadtverwaltung aufgrund Verfügung des Oberbürgermeisters vom 14.12.1945 wurde das Stadtreinigungsamt - Städtischer Fuhrpark eine eigenständige Behörde, was 1954 in den Organisationsgrundlagen für das Bauzernat bestätigt wurde. 1990 wurde das Amt in Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung umbenannt. Zum 1. Januar 1996 übernahm die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), die zu 51 % der Stadt gehört, die Aufgaben des Stadtreinigungsamtes.
Bestandsumfang und -inhalt: Hier nur Unterlagen zur Straßenreinigung und zum Fuhrpark. 3 m.
Findmittel: Rep. 925 .

Bestandsname: Hochbauamt
Laufzeit: 1945-2003
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen über städtische Bauten, Architekten- und Firmenverträge; VOF-Verfahren betr. Großmarkt und Magazinneubau des Instituts für Stadtgeschichte; älteres Schriftgut des Amtes muß als verloren angesehen werden, Einzelstücke im Bestand Bauverwaltung. 12 m .
Findmittel: Archivdatenbank.

2.8.5. Büros der Bau- und Planungsdezernenten

Bestandsname: Büro Stadtrat Haverkampf
Laufzeit: 1961-1988
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen des von 1975-1987 als Planungsdezernent und von 1978-1989 als Baudezernent tätigen Stadtrats Dr. Hans-Eberhard HAVERKAMPF sowie Unterlagen seiner Vorgänger Hanns ADRIAN (Baudezernent 1971-1975) und Dr. Hans KAMPFMEYER (Baudezernent 1956-1972) betreffend Stadtplanung und Bauwesen sowie Vorgänge innerhalb der SPD, insbesondere der SPD-Magistratsgruppe. 1,5 Rm.
Findmittel: Rep. 821.

Bestandsname: Büro Stadtrat Küppers
Laufzeit: 1972-1988.
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen aus der Vorzimmerregistratur von Dr. Hans KÜPPERS, der von 1978 bis 1989 Planungsdezernent war. Neben der amtlichen Überlieferung seines Vorzimmers, die vor allem Materialien zur Stadtplanung und zum Bauwesen enthält, findet sich auch Material zur parteipolitischen Tätigkeit innerhalb der CDU und private Korrespondenz. 5,3 m.
Findmittel: Rep. 866.

Bestandsname: Büro Stadtrat Protzmann
Laufzeit: 1978-1998
Bestandsumfang und -inhalt: Der von 1989 bis 1995 amtierende Baudezernent Hanskarl PROTZMANN gab nach seinem Ausscheiden aus dem Amt seine Vorzimmerregistratur ab, die auch Schriftgut seines Vorgängers Dr. HAVERKAMPF enthält. 2 m.
Findmittel: Rep. 955.

Bestandsname: Büro Stadtrat Wentz
Laufzeit: 1979 - 2001
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen aus dem Vorzimmer von Stadtrat Dr. Martin WENTZ (1989-2000 Planungsdezernent, dann Baudezernent), 31,5m, weitere Ablieferung.
Findmittel: Rep. 851.

Bestandsname: Bauaufsichtsbehörde
Laufzeit: ca. 1870 bis nach 1990
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen über die Abnahme von öffentlichen und privaten Bauten. Von den Akten bis 1945 sind nur noch die der westlichen Stadtteile in der Dienststelle der Bauaufsichtsbehörde in Höchst im Bolongaropalast erhalten und reichen bis weit ins 19. Jahrhundert zurück. Die Registratur im Technischen Rathaus, die ebenso wie die in Höchst öffentlich benutzbar ist, beginnt erst nach Kriegsende. Die von der ehemaligen Stadt Bergen-Enkheim nach der Eingemeindung 1978 übernommenen Bauaufsichtsakten wurden von der Bauaufsicht zurückgefordert. Eine von ungefähr 1870 bis in die dreißiger Jahre reichende Registraturschicht über zum Teil recht bedeutende Einzelbauten mit Ausläufern bis um 1990 wurde nach einer organisatorischen Veränderung in der Bauaufsichtsbehörde 1997 abgegeben; weitere Aussonderungen sind angekündigt, 23,5 m.
Findmittel: Listen.
Hinweise zur Benutzung: s. a. Bestand Branddirektion (2.4.6.1) mit zum Teil aufschlußreichen Unterlagen über einzelne Gebäude.

Um die Veräußerung jüdischen Eigentums gemäß reichsgesetzlicher Anordnung vom 3. Dezember 1938 durchzuführen, bedurfte es der Einschaltung bestimmter, für Grundstücksfragen zuständiger Verwaltungsstellen. In Frankfurt wurde in einem Gutachterausschuss für Grundstücksbewertung, damals „Preisbehörde für Grundstücke“ genannt, der Auftrag erteilt, die zwischen jüdischen Veräußerern und nichtjüdischen Erwerbern abgeschlossenen Kaufverträgen auf ihre Unbedenklichkeit hin zu prüfen; von dieser kontrollierenden Instanz hing es weitgehend ab, ob ein Vertrag die Genehmigung erhielt oder der Ablehnung verfiel.

Bestandsname: Gutachterausschuss für Grundstücksbewertung
Laufzeit: 1938-1960
Bestandsinhalt und -umfang: Akten des Gutachterausschusses für Grundstücksbewertung betr. jüdische Enteignungen.
Findmittel: Archivdatenbank

Bestandsname: Stadtvermessungsamt
Laufzeit: 1845-1977
Institutionsgeschichte: Als 1883 das städtische Tiefbauamt begründet wurde, gehörte ihm auch ein Vermessungsbüro an, das ab 1902 Höhenaufnahmen (Nivellements) vornahm und Höhenfestpunkte festlegte. Nach 1927 gehörte das städtische Vermessungswesen zum Siedlungsamt und nach der Vereinigung aller Bauämter zum städtischen Bauamt, ehe es nach dem Zweiten Weltkrieg ein eigenständiges Amt wurde.
Bestandsumfang und -inhalt: Das Schriftgut umfasst hauptsächlich Triangulationen, Höhen- und Winkelaufnahmen sowie Grundstücksumlegungen (Konsolidationen) im Zuge der Stadterweiterung ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert.
Findmittel: Rep. 849.
Literaturhinweise: Siebert, Walter: 200 Jahre Stadtvermessung und 200 Jahre Eigentumskataster in Frankfurt, in: Vermessungswesen und Raumordnung, 49, 1987, S. 299-310

Bestandsname: Straßenbauamt
Laufzeit: ca. 1984-1994
Bestandsumfang und -inhalt: 17 Mikrofilmrollen.
Findmittel: Archivdatenbank.

Bestandsname: Brückenbauamt
Laufzeit: 1883-1967
Institutionsgeschichte: Nach der Einführung der preußischen Gemeindeordnung in Frankfurt umfasste der Geschäftsbereich des städtischen Tiefbauamtes den Straßenbau, die Straßenreinigung, den Fuhrpark, die Kanalisation, den Brücken- und Hafenbau, die Wasserversorgung, die Gasbeleuchtung und die Stadtvermessung. Kanal-, Brücken- und Wasserbau waren um 1900 in der Bauinspektion II zusammengefasst, später Direktion des städtischen Hafen- und Brückenbaus bzw. Abt. Hafen- und Brückenbau. Im Jahr 1932 wurde die gesamte Bauverwaltung zu einem städtischen Bauamt vereinigt. Das bisherige Tiefbauamt war jetzt eine Abteilung, innerhalb der der Geschäftsbereich Wasser- und Brückenbau eine Organisationseinheit bildete. Die Neugliederung nach dem Zweiten Weltkrieg schuf 1946 ein Dezernat Technik und darin ein eigenständiges Brückenbauamt, das auch für das Mainufer und den Hochwasserschutz zuständig war und das später mit dem Hafenbauamt zusammengefasst wurde. Das Brücken- und Hafenbauamt wurde 1967 aufgelöst und die Aufgaben des Brückenbaus dem Straßenbauamt zugeschlagen. Bestandsumfang und -inhalt: Kleiner Bestandsrest Brückenamt, enthält auch Material zum Autobahnbau, zum Flugplatz Rebstock und zur Mainkanalisierung nach 1930, außerdem Unterlagen zum Ufer- und Wasserbau. 2 m.
Findmittel: Rep. 809, Mikrofilme bzw. -fiches von Unterlagen zu Brücken und Straßenbauten, nach 1980 übernommen und im Bestand Bauverwaltung.
Literaturhinweise: Gorr, Wolfram: Frankfurter Brücken. Schleusen, Fähren, Tunnels und Brücken des Mains, Frankfurt 1982.

Bestandsname: Wohnungsamt
Laufzeit: 1910-1950
Institutionsgeschichte: Im Juli 1912 wurde das Regulativ über die Einsetzung eines Wohnungsamtes erlassen, dessen Aufgabe es sein sollte, sich mit der Beaufsichtigung des gesamten Wohnungswesens zu beschäftigen. Zwischen Magistrat, Stadtverordnetenversammlung und Wohnungsamt stand die Deputation für das Wohnungswesen. Die Zuständigkeit erstreckte sich u. a. auf die Wohnungsaufsicht und den Wohnungsnachweis. Eine erste Veränderung in der Verwaltungsstruktur erfuhr das Wohnungsamt 1918/1919. Zum erweiterten Aufgabenfeld des Wohnungsamtes gehörten u. a. die Wohnungspflege, Zwangseinmietung, Wohnungserstellung, Mietzinsfestsetzung. 1922 erfolgte eine weitere Umgestaltung, wobei die Aufgaben weitgehend erhalten blieben. 1925 ging per Magistratsbeschluß die Abteilung Wohnungserstellung bzw. Bauerhaltungsstelle samt Personal an das Hauptbauamt über, die Abteilung Mietfestsetzung wurde aufgelöst. Die weitere Organisation sah nun vier Unterabteilungen vor: Aufnahmestelle für Wohnungssuchende, Abteilung Wohnungsbewirtschaftung und Vergabe, Prämien- und Tauschstelle, Rechtsstelle, die mit Zwangsvollstreckungs-maßnahmen beschäftigt war. 1928 erfolgte die Abtrennung der Abteilung Wohnungsfürsorge und Zuweisung zum Fürsorgeamt. Das Wohnungsamt wurde durch Magistratsbeschluss vom 10.04.1933 aufgelöst. 1945 begann das Wohnungsamt wieder zu arbeiten und den vorhandenen Wohnraum zu bewirtschaften. Ab dem 1.3.1967 hat das Amt für Wohnungswesen die Aufgaben des Hypothekenamtes, des Amtes für Wohnungsbau und Siedlungswesen und des Wohnungsamtes übernommen. Zu den Aufgaben des heutigen Amtes für Wohnungswesen gehören die kommunale Wohnungsvermittlung mit Erfassung und Betreuung von Wohnungssuchenden, Mietberatungsstelle, Durchführung des Wohnungsbindungsgesetzes und des Hessischen Wohnungsaufsichtsgesetzes.
Bestandsumfang und -inhalt: Sachakten des Wohnungsamtes, 3 m, und straßen- und häuserweise angelegte Einzelfallakten aus der Nachkriegszeit zur Wohnungszwangswirtschaft und zur Bewirtschaftung von Wohnungen von Nationalsozialisten in Auswahl. 40 m.
Findmittel: Rep. 778, Rep. 751.

Bestandsname: Hypothekenakten
Laufzeit: ca. 1920-1950
Bestandsumfang und -inhalt: Hypothekenakten u. a. zur Reichsheimstättensiedlung Praunheim, Arbeitgeberdarlehen zur Wohnungsbauförderung, Hauszinssteuerhypotheken seit den zwanziger Jahren, Wohnungsbaudarlehen und Sozialwohnungen mit abgelaufener Bindung. 176 m.
Findmittel: Namensliste, Rep. 474.

Bestandsname: Stadtplanungsamt
Laufzeit: 1955-1989
Institutionsgeschichte: 1979 wurde das Amt für kommunale Gesamtentwicklung, das Stadtplanungsamt und das Verkehrsplanungsamt zum Amt für kommunale Gesamtentwicklung und Stadtplanung zusammengefaßt. Im Jahre 2000 wurde dieses Amt in Stadtplanungsamt umbenannt, es umfaßt die drei Fachbereiche Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung. Bestandsumfang und -inhalt: 7m.
Findmittel: Archivdatenbank.
Hinweise zur Benutzung: S. a. Bauverwaltung.
Literaturhinweise: Müller-Raemisch, Hans-Reiner: Frankfurt am Main. Stadtentwicklung und Planungsgeschichte seit 1945, Frankfurt 1996.

Bestandsname: Grünflächenamt
Laufzeit: 1828-1998
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen der Friedhofsverwaltung (Beerdigungsbücher des Hauptfriedhofs 1828-1962 und diverser Friedhöfe 1944-1962, Gräber von Kriegsopfern und NS-Opfern), 10 m. Hinzuweisen ist auf Miszellen, Nr. 46: SS-Arbeitskommando Katzbach, FfM., Adlerwerke: Feuerbestattung von KZ-Häftlingen 1944. Verstreutes Material zu den städtischen Grünanlagen sowie zum Natur- und Landschaftschutz, aber auch zu Friedhöfen und Wasserschauen, 1876-1979, 1 m, wurde 1998 vom Garten- und Friedhofsamt übernommen. Ebenfalls 1998 wurde die Plansammlung mit 625 Plänen übernommen; eine größere Akzession Sachakten folgte 1999. Sachakten, Fotos, Pläne zu diversen Projekten des Grünflächenamtes (u. a. Alte Oper, Gartenhallenbad Rebstock, etc.).
Findmittel: Rep. 808, Archivdatenbank.
Literatur: Heyer, Friedrich (Hrsg.): Frankfurt am Main. Eine Stadt im Grünen, Frankfurt 1954; Althammer, Fritz: Wegweiser zu den Grabstätten bekannter Persönlichkeiten auf Frankfurter Friedhöfen, hrsg. v. Günter Moos, Frankfurt 1994.

Bestandsname: Stadtentwässerungsamt
Laufzeit: 1887-1985
Institutionsgeschichte: Im 19. Jahrhundert erhielt Frankfurt wie andere Städte eine Kanalisation. 1866 wurde ein Kanalbaubüro eingerichtet und der als gemischte Deputation 1869 eingesetzten Baudeputation unmittelbar unterstellt, die ab 1880 eine eigene Tiefbauabteilung unterhielt. Diese verselbständigte sich 1883 als Tiefbauamt. Im Jahre 1932 wurde die gesamte Bauverwaltung als ein städtisches Bauamt zusammengefasst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Stadtentwässerungsamt bei der Neuorganisation der städtischen Bauverwaltung ein eigenständiges Amt, das 1998 in einen Eigenbetrieb umgewandelt wurde.
Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen zur Kanalisation und Abwasserbeseitigung, aber auch für Gewässer von der zweiten Ordnung abwärts. 20 m.
Findmittel: Rep 895.
Literaturhinweise: Bauer, Thomas: Im Bauch der Stadt. Kanalisation und Hygiene in Frankfurt am Main 16.-19. Jahrhundert, Frankfurt 1998.

2.9. Verwaltung öffentlicher Einrichtungen

Bestandsname: Schlacht- und Viehhof
Laufzeit: 1882-1995
Institutionsgeschichte: Nachdem im Zug der Industrialisierung die Bevölkerung in Frankfurt stark anwuchs, reichten die alten Anlagen für die Fleischversorgung (das 1302 erstmals erwähnte Schlachthaus in der Metzgergasse und der Viehmarkt in der Gaststätte „Zur goldenen Luft“ in der Allerheiligengasse) nicht mehr aus. Die Stadt entschied sich daher für den Bau einer völlig neuen Anlage, die von dem Leiter des Stadtbauamtes J. Rügemer geplant und gebaut wurde. So entstanden in den Jahren 1879-1885 Schlachthof, Viehhof und Tierkörperverwertungsanlage am Deutschherrnufer in Sachsenhausen. Diese Anlage war eine der modernsten und größten in Europa und Frankfurt entwickelte sich in der Folgezeit auch zu einem Hauptumschlagsplatz für den Viehhandel für Süddeutschland. Der Schlacht- und Viehhof wurde dabei als städtischer Regiebetrieb geführt und unterstand erst dem Gewerbe- und in späteren Jahren dem Wirtschaftsamt. Als Leiter fungierten meist Veterinäre, Seuchenschutz und Forschung spielten auf dem Frankfurter Schlacht- und Viehhof immer eine große Rolle. 1928 kam nach der Eingemeindung von Höchst der dortige Schlachthof an die Stadt und wurde als Außenstelle bis 1971 weitergeführt. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg besaß der Schlacht- und Viehhof eine äußerst wichtige Stellung für die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung, was sich auch in der Überlieferung wiederspiegelt. Im Zweiten Weltkrieg war er daher auch Kriegsziel und wurde zu 40% zerstört. Der Wiederaufbau war schwierig, da praktisch keine Mittel vorhanden waren, und zog sich bis in die 60er Jahre hin. Danach hatte Frankfurt aber wieder eine moderne Anlage. Allerdings änderten sich in der Folgezeit die Marktverhältnisse, z. B. stagnierte der Viehmarkt aufgrund der Zunahme des Fleischversandhandels. Viele Schlachthöfe in Deutschland wurden daher geschlossen oder privatisiert. Als beim Frankfurter Schlacht- und Viehhof Anfang der 80er Jahre eine Sanierung erforderlich wurde, entschied man sich für einen Neubau mit anschließender Privatisierung. In den Jahren 1986-1989 wurde ein Kompaktschlachthof errichtet, der wieder zu den modernsten Anlagen dieser Art in Europa zu zählen war. Durch die ebenfalls 1989 erfolgte Privatisierung entstand die Frankfurter Fleischmarkt- und Verbundbetriebe Beteiligungsgesellschaft mbH. Die Privatisierung musste aber 1993 nach Rückzug eines großen Viehlieferers vom Schlachthof und finanziellen Problemen als gescheitert angesehen werden. Diesmal entschloss sich die Stadt zur Schließung, der Betrieb wurde bis 1995 abgewickelt. Auf dem Gelände des einst so bedeutenden Schlacht- und Viehhofes ist ein modernes Wohnviertel entstanden.
Bestandsumfang und -inhalt: Die Akten des 1884 begründeten Schlacht- und Viehhofes sind von Anfang an bis zu seiner Schließung im Jahr 1989 recht dicht überliefert. Der Bestand enthält nicht nur Material über den Viehhandel, das Schlachten von Vieh und die Fleischverwertung, sondern auch über die Fleischversorgung der Frankfurter Bevölkerung in beiden Weltkriegen, 21,5 m.
Findmittel: Rep. 861, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Lerner, Franz: Ein Jahrhundert Frankfurter Fleischversorgung. Festschrift zum 100jährigen Bestehen d. Fleischerinnung u. d. Schlacht- und Viehhofs 1884-1984, Frankfurt 1984.

Bestandsname: Kommission zur Abwehr des Fluglärms
Laufzeit: 1968-1987
Institutionsgeschichte: Die Kommission zur Abwehr des Fluglärms, Fluglärmkommission, wurde im Oktober 1966 als beratendes Organ des hessischen Verkehrsministers gegründet. Zu den ständigen Mitgliedern gehörten Repräsentanten der Städte und Kreise rund um den Flughafen, die Deutsche Lufthansa AG, die Bundesanstalt für Flugsicherung, die Flughafen Frankfurt/Main AG und die US-Luftwaffe. Themen waren die Abflugrouten über den Gemeinden Walldorf und Mörfelden, Lärmbeeinträchtigung für Raunheim und Rüsselsheim, Probleme durch die Existenz des US-Militärflughafens Wiesbaden-Erbenheim, Beurteilung der künftigen Lärmsituation nach dem Bau der Startbahn West und vieles mehr.
Bestandsumfang und -inhalt: Vom damaligen Dezernat Stadtgrün und öffentliche Einrichtungen wurden im Jahr 1985 insbesondere Sitzungsunterlagen der Fluglärmkommission aus der Zeit von 1966-1980 abgegeben. 1 m.
Findmittel: Rep. 845, Archivdatenbank.

Bestandsname: Zoologischer Garten
Laufzeit: 1864-1869, 1945-2000
Institutionsgeschichte: Der Gedanke in Frankfurt einen Zoologischen Garten zu gründen, tauchte erstmals im Jahre 1853 auf und nahm bereits 1857 festere Formen an, als es gelungen war, genügend Aktienkapital zusammenzubringen, um damit Geld für den Ankauf von Tieren und für die Erstellung der notwendigen technischen Anlagen zur Verfügung zu haben. Schon am 8. August 1858 konnte der Frankfurter Tiergarten an der Bockenheimer Landstraße eröffnet werden. Das gepachtete Gelände erwies sich jedoch sehr bald als zu klein, so dass auf die Pfingstweide ausgewichen werden musste. Am 18. März 1874 konnte dort der neue Zoologische Garten der Öffentlichkeit übergeben werden.
Bestandsumfang und -inhalt: In erster Linie handelt es sich hierbei um Schriftwechsel des Direktors FAUST (auch noch von GRZIMEK), Unterlagen zum Naturschutz, zur Tierhaltung, zum Erwerb und zur Einfuhr von Tieren, Schriftwechsel mit Tierhändlern und anderen zoologischen Gärten, 25 m.
Findmittel: Rep. 941, Archivdartenbank.

Bestandsname: Palmengarten
Laufzeit: 1868-1993, 2000
Institutionsgeschichte: Nach seiner Absetzung im Jahre 1866 verkaufte der botanisch interessierte Herzog Adolf von Nassau den Pflanzenbestand seiner Biebricher Gewächshäuser an ein Frankfurter Komitee. Im Jahre 1871 wurde der Palmengarten durch die Palmengartengesellschaft schließlich eröffnet und wurde 1931 städtisch, als Grundlage dienten die Pflanzen des ehem. Herzogs.
Bestandsumfang und -inhalt: Protokolle, Kalender, Planung von Veranstaltungen, Journale von Pflanzenerwerbungen, auch Unterlagen der Palmengartengesellschaft und Gartenbau-Gesellschaft. Splitterbestand, 2 m.
Findmittel: Rep. 844, Archivdatenbank.

Bestandsname: Städtische Küchenbetriebe
Laufzeit: 1945 - 1950
Bestandsumfang und -inhalt: Lebensmittelbestellungen, Anschaffung neuer Geräte sowie einzelne Akten des Betriebsrates, des Vorstandes und des Aufsichtsrates.1 m.
Findmittel: Archivdatenbank.

Geschäftsberichte und Statuten von Frankfurter Firmen in Notariatsurkunden im Bestand Amtsgericht, 1871-1969, Findbuch Rep. 787.

Bestandsname: Büro Stadtrat Udo Müller
Laufzeit: 1974-1992
Institutionsgeschichte: Der Bestand wurde Büro Stadtrat Udo Müller genannt, da die Akten überwiegend aus der Zeit des Stadtrates MÜLLER stammen. Es ist jedoch auch von seinen Vorgängern und Nachfolgern Aktenmaterial in diesem Bestand enthalten. Udo MÜLLER war von 1986 bis 1989 Dezernent für Personal, Recht und Wirtschaft.
Bestandsumfang und -inhalt: Bei diesem Bestand handelt es sich um Unterlagen des Schwerpunktes Wirtschaft u. a. über die Bürostadt Niederrad, das nicht zustande gekommene China-Center und das Kaffeehaussterben. In den Akten sind eine Vielzahl von Zeitungsausschnitten und Broschüren sowie Jahresberichte enthalten. 0,5 m.
Findmittel: Rep. 929.

Bestandsname: Lebensmittelamt Laufzeit: 1883-1924
Institutionsgeschichte: 1916 aus dem Gewerbe- und Verkehrsamt hervorgegangen, insbesondere zur Lebensmittelbewirtschaftung während des 1. Weltkrieges. Ab 1924 Ernährungsamt.
Bestandsumfang und -inhalt: 7 m.
Findmittel: Rep. 900.

Am 19. Juni 1919 wurde auf Betreiben des späteren Oberbürgermeisters Ludwig LANDMANN ein Wirtschaftsamt errichtet. Gemäß Verfügung des Oberbürgermeisters Dr. KREBS vom 2.6.1933 wurden Wirtschaftsamt und das ebenfalls seit 1919 bestehende Verkehrsamt zum Verkehrs- und Wirtschaftsamt zusammengelegt.

Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden zusätzlich ein Ernährungsamt (unterstellt dem Landesernährungsamt in Darmstadt) und ein Wirtschaftsamt (unterstellt dem Bezirkswirtschaftsamt in Kassel) errichtet. Das Ernährungsamt hatte für die reibungslose Verteilung von Lebensmittel durch Ausgabe von Lebensmittelkarten zu sorgen; Das Wirtschaftsamt war für die Bearbeitung aller Fragen aller übrigen bewirtschafteten Güter wie z. B. Spinnstoffe, Schuhe, Seife, Kraftstoffe und Hausbrandkohle zuständig.

Im Juli 1945 ist festzustellen, daß Wirtschaftsamt, Verkehrs- und Wirtschaftsamt und Ernährungsamt noch nebeneinander existierten. Zu den Aufgaben des Verkehrs- und Wirtschaftsamtes gehörten u. a. Industrieförderung (Ansiedlung), Verkehrsförderung, Messe- und Ausstellungswesen und Fremdenverkehr. Im Gegensatz dazu hatte das Wirtschaftsamt die Aufgabe, „in Anbetracht der herrschenden Mangellage auf allen Gebieten des Warenverkehrs, eine möglichst gerechte Verteilung der wenigen zu Verfügung stehenden Waren und Rohstoffe durchzuführen. Es ist im eigentlichen Sinne noch eine Kriegserscheinung“.

Im Oktober 1948 wurde die Zusammenlegung von Wirtschaftsamt und Ernährungsamt zum Ernährungs- und Wirtschaftsamt beschlossen. Durch Magistratsbeschluß vom 9.10.1950 gingen nach Aufhebung der Kraftstoffbewirtschaftung dessen Restaufgaben auf das Verkehrs- und Wirtschaftsamt über.

Durch Magistratsbeschluß vom 4.12.1961 wurde das Verkehrs- und Wirtschaftsamt in „Amt für Wirtschaft“ umbenannt.

Bereits 1950 war eine Abteilung bzw. Dezernat bzw. Referat Wirtschaftsförderung gebildet worden. Die Dezernatsverteilung vom April 1973 schuf das Amt 80 Amt für Fremdenverkehr und Kongreßwesen einschl. Beteiligungen (früher Dez. III Amt 20) und das Amt 80/1 Amt für Wirtschaftsförderung.

Zum 01.07.1987 wurde das Referat Wirtschaftsbetreuung als selbständige Organisationseinheit gegründet und mit Wirkung vom 01.07.1990 in die seit ebenfalls seit 1987 bestehende Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH eingegliedert. Gleichzeitig (01.07.1990) wurde das Amt für Wirtschaftsförderung in Referat Wirtschaftsförderung umbenannt, das 1997 aufgelöst wurde.

Bestandsname: Wirtschaftsamt
Laufzeit: 1924-1963
Bestandsumfang und -inhalt: Akten zur Vieh- und Kleintierhaltung, Brennstoffversorgung nach dem Zweiten Weltkrieg, Wiederaufbau des Zoo-Gesellschaftshauses, des Volksbildungsheimes, Veranstaltungen, Werbung, Flughafen Rebstock, Kanalisierung des Untermains nach 1928. 2,5 m.
Findmittel: Archivdatenbank.

Bestandsname: Ernährungs- und Wirtschaftsamt: Rechtsstelle
Laufzeit: 1946-1950
Bestandsumfang und -inhalt: Strafsachen, sowie Zuwiderhandlungen gegen Vorschriften der Ernährungswirtschaft, das Bewirtschaftungsnotgesetz und das Kontrollgesetz Nr. 50. 0,5 m.
Findmittel: Liste.

Bestandsname: Amt für Wirtschaftförderung
Laufzeit: 1968-1994
Bestandsumfang und -inhalt: Akten zur Wirtschaftsförderung des nunmehr als Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH privatisierten Amtes. 3 m.
Findmittel: Archivdatenbank.

Bestandsname: Verkehrsamt
Laufzeit: 1934, 1949-1985
Institionsgeschichte: Als Beginn des Verkehrsamtes kann der 15. Dezember 1919 betrachtet werden, als der Magistrat die „Ordnung betreffend Errichtung einer Verkehrsdeputation“ beschloss. Ihr war die Verwaltung des Bahn- und Verkehrswesens (Straßenbahnen, Kraftwagenverkehr und Fuhrpark, 1924: Bahn- und Verkehrswesen) übertragen, was vorher Aufgabe des nun aufgelösten Elektrizitäts- und Bahnamtes war.

Bereits am 19. Juni 1919 wurde vom Magistrat ein Wirtschaftsamt errichtet, das unter anderem auch für Verkehrsfragen zuständig war.

Gemäß Verfügung des Oberbürgermeisters Dr. KREBS vom 2.6.1933 wurden Wirtschaftsamt und Verkehrsamt zum Verkehrs- und Wirtschaftsamt zusammengelegt. Bereits vorher hatte das Wirtschaftsamt die Aufgaben des Ernährungsamtes in Form der Abteilung „Verbrauchserfassung“ übernommen. Ab 1933 begann man verstärkt, Fremdenverkehrspolitik zu betreiben, indem man sich um Fremdenwerbung, Vorbereitung großer Veranstaltungen wie die Römerbergfestspiele und Betreuung der Gäste kümmerte.

Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden zusätzlich ein Ernährungsamt (unterstellt dem Landesernährungamt in Darmstadt) und ein Wirtschaftsamt (unterstellt dem Bezirkswirtschaftsamt in Kassel) errichtet. Das Ernährungsamt hatte für die reibungslose Verteilung von Lebensmittel durch Ausgabe von Lebensmittelkarten zu sorgen; Das Wirtschaftsamt war für die Bearbeitung aller Fragen aller übrigen bewirtschafteten Güter wie z. B. Spinnstoffe, Schuhe, Seife, Kraftstoffe und Hausbrandkohle zuständig.

Im Juli 1945 ist festzustellen, daß Wirtschaftsamt, Verkehrs- und Wirtschaftsamt und Ernährungsamt noch nebeneinander existierten. Zu den Aufgaben des Verkehrs- und Wirtschaftsamtes gehörten u. a. Industrieförderung (Ansiedlung), Verkehrsförderung, Messe- und Ausstellungswesen und Fremdenverkehr. Im Gegensatz dazu hatte das Wirtschaftsamt die Aufgabe, „in Anbetracht der herrschenden Mangellage auf allen Gebieten des Warenverkehrs, eine möglichst gerechte Verteilung der wenigen zu Verfügung stehenden Waren und Rohstoffe durchzuführen. Es ist im eigentlichen Sinne noch eine Kriegserscheinung“.

Im Oktober 1948 wurde die Zusammenlegung von Wirtschaftsamt und Ernährungsamt zum Ernährungs- und Wirtschaftsamt beschlossen. Durch Magistratsbeschluss vom 9.10.1950 gingen nach Aufhebung der Kraftstoffbewirtschaftung dessen Restaufgaben auf das Verkehrs- und Wirtschaftsamt über.

Durch Magistratsbeschluss vom 4.12.1961 wurde das Verkehrs- und Wirtschaftsamt in „Amt für Wirtschaft“ umbenannt.

Die Dezernatsverteilung vom April 1973 schuf das Amt 80 Amt für Fremdenverkehr und Kongresswesen einschl. Beteiligungen (früher Dez. III Amt 20). Um 1978/79 dehnte sich der Geschäftsbereich auf die Pflege von Städtepartnerschaften aus, so daß das Amt dann „Amt für Fremdenverkehr, Kongresswesen und Städtepartnerschaft“ hieß. Wirtschaftsdezernent war der jeweilige Bürgermeister.

Zum 1. Januar 1984 wurde das „Amt für Fremdenverkehr, Kongresswesen und Städtepartnerschaft in Verkehrsamt“ umbenannt. Gleichzeitig wurde der Frankfurter Verkehrsverein aufgelöst und dessen Aufgaben und Mitarbeiter von dem Amt übernommen.

Die Tourismus- und Congress GmbH Frankfurt am Main wurde zum 1.6.1995 gegründet und ersetzt jetzt das zum 1.1.1996 aufgelöste Verkehrsamt.

Bestandsumfang und -inhalt: Der Bestand „Verkehrsamt“ besteht aus zwei Teilablieferungen: 1. Akten des Verkehrsamtes betr. den Frankfurter Verkehrsverein - 1896 begründet, 1983 aufgelöst und im städtischen Verkehrsamt aufgegangen - und 2. Akten des Presse- und Informationsamtes betr. den Wettbewerb „Frankfurt für Frankfurter - Unsere Stadt soll liebenswerter werden“ im Jahre 1979. 3 m.
Findmittel: Rep. 786.
Literaturhinweise: Heym, Heinrich: Auf Bürgerinitiative gegründet. 75 Jahre Frankfurter Verkehrsverein, in: Frankfurt am Main gastlich und modern, Frankfurt 1971, S. 53-64.

Bestandsname: Stadtwerke
Laufzeit: 1874-1971
Institutionsgeschichte: Die Stadtwerke entstanden 1869 aus dem „Comité zur Herstellung der Vogelsberger Quellwasserleitung“ und umfasste schließlich neben der Wasserversorgung die Gas-, Strom- und Fernwärmeversorgung und den kommunalen Nahverkehr.
Bestandsumfang und -inhalt: 15 m.
Findmittel: Rep. 842.
Literaturhinweise: Stadtwerke Frankfurt am Main. 100 Jahre im Dienst der Allgemeinheit 1869-1969, Frankfurt 1969; Fischer, Andrea: Kommunale Leistungsverwaltung im 19. Jahrhundert. Frankfurt am Main unter Mumm von Schwarzenstein. 1868 bis 1880, Berlin 1995.

Bestandsname: Wasserwerk
Laufzeit: 1870-1935
Bestandsumfang und -inhalt: 5 m.
Findmittel: Kartei.
Literaturhinweise: Stadtwerke Frankfurt am Main. 100 Jahre im Dienst der Allgemeinheit 1869-1969, Frankfurt 1969; Fischer, Andrea: Kommunale Leistungsverwaltung im 19. Jahrhundert. Frankfurt am Main unter Mumm von Schwarzenstein. 1868 bis 1880, Berlin 1995.

Bestandsname: Hafenbetriebe
Laufzeit: 1826-1988
Institutionsgeschichte: Die Kanalisierung des Untermains führte zum Bau des 1886 fertiggestellten Westhafens; der Osthafen folgte 1912. 1928 kam mit dem 1984 stillgelegten und duch den Hafen Gutleuthof ersetzten Hafen Höchst ein weiterer Hafen in Frankfurt dazu.
Bestandsumfang und -inhalt: Bei der ersten Abgabe handelt sich größtenteils um technische Angelegenheiten, die die Errichtung, Beschaffung und Unterhaltung baulicher und maschineller Anlagen betreffen. Akten über die Verwaltung und Organisation der Hafenbetriebe beinhaltet die zweite Abgabe. Der Bestand enthält viele Pläne von zu beschaffenden Maschinen und Bautätigkeiten in den Hafengebieten. 15 m..
Findmittel: Rep. 750.
Literaturhinweise: Beinhauer, Manfred; Dietmar Blech u. Walter Gahn, Hafenstadt Frankfurt, Frankfurt 1986.

Bestandsname: Städtisches Weingut
Laufzeit: 1936-1994
Institutionsgeschichte: Durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 erwarb die Stadt Frankfurt das Weingut des Karmeliterklosters in Hochheim am Main und führte es bis zur Verpachtung 1994 als Regiebetrieb.
Bestandsumfang und -inhalt: Bauangelegenheiten, Verpachtung, auch Lohrberg. 1m.
Findmittel: Rep. 863.

Bestandsname: Preisbehörde für Mieten und Pachten
Laufzeit: 1938-1950
Institutionsgeschichte: Als Folge der Preis- und Mietpolitik des Dritten Reiches wurde die Kontrolle von Mieten und Pachten den Stadt- und Landkreisen übertragen. In Frankfurt ressortierte sie in der Gewerbeabteilung des Rechtsamtes und nach dem Krieg in dem Gewerbe- und Preisamt.
Bestandsumfang und -inhalt: Einzelfälle nach Straßen. 0,5 m.
Findmittel: Rep. 819.

Bestandsname: Eichamt
Laufzeit: 1912-1964
Institutionsgeschichte: Der Gründung des Norddeutschen Bundes 1867 folgte die endgültige Umstellung auf das metrische System und am 17. August 1868 eine verbindliche Maß- und Gewichtsordnung, die von den bereits bestehenden Eichbehörden umzusetzen war. In Frankfurt blieb das Eichwesen zunächst als Dienststelle des Rechneiamtes in städtischer Verwaltung unter der Fachaufsicht der Königlichen Eichungsinspektion in Kassel. Im Jahre 1882 wurde es dem Geschäftsbereich des städtischen Polizei- und Verkehrsamtes zugeschlagen. Nach 1871 war das Eichamt zunächst im Johanniterhof untergebracht, bis es 1902 in die Battonnstraße umzog. Zehn Jahre später übernahm der preußische Staat im Zuge einer neuen Maß- und Gewichtsordnung und gegen den Widerstand der Stadt Frankfurt das Eichamt. Der Eichamtsbezirk umfasste die Stadt Frankfurt, den Main-Taunus-Kreis, den Obertaunuskreis, die Kreise Usingen und Limburg und den Oberlahnkreis.
Bestandsumfang und -inhalt: Depositum des Hessischen Hauptstaatsarchivs, Unterlagen u. a. zu Frankfurter Betrieben wie Brauereien, Apfelweinkeltereien.
Findmittel: Rep. 862.

Bestandsname: Marktbetriebe
Laufzeit: 1934-1991
Institutionsgeschichte: Mit öffentlichen Märkten entwickelte sich in Frankfurt eine Marktaufsicht, die auch Marktordnungen erließ. Mit der zunehmenden Kommunalisierung der Versorgungseinrichtungen in der Stadt wurde ab 1871 eine erste Zentralmarkthalle für den Groß- und Einzelhandel in der Hasengasse geplant und 1879 eröffnet. Zugleich wurde ein städtisches Marktamt eingerichtet, aus dem 1928 die Städtische Marktverwaltung hervorging, die 1968 in einen städtischen Eigenbetrieb, die Marktbetriebe, umgewandelt wurde. Die Marktbetriebe sind zuständig für die Großmarkthalle, die Kleinmarkthallen in der Hasengasse und in Höchst sowie alle Märkte unter freiem Himmel, einschließlich der Flohmärkte.

Die Markthalle in der Hasengasse erwies sich bald als zu klein für beide Handelszweige, so dass ab 1911 eine reine Großmarkthalle auf einem freien Gelände zwischen Sonnemann- und Rückertstraße geplant wurde, die jedoch erst zwischen 1926 und 1928 von Baudirektor Prof. Martin ELSÄSSER in Stahlbetonbauweise errichtet wurde. Südlich an die Halle schloss sich die Importhalle auf den Fundamenten einer im Jahr 1917 begonnenen Lebensmittellagerhalle an.

Zwischen 1941 und 1945 waren Keller im östlichen Hallenbereich Sammelplatz für jüdische Frankfurter Bürger vor deren Deportation in Konzentrations- und Vernich-tungslager. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Großmarkthalle in mehreren Bombenangriffen zum Teil erheblich beschädigt. Auch die Markthalle in der Hasengasse wurde im Krieg zerstört und später wieder aufgebaut; in Höchst kam eine weitere Kleinmarkthalle hinzu.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmte die Militärregierung große Teile der Halle, die sie bis 1958 nach und nach zurückgab. Die Marktverwaltung baute die Halle wieder auf, so dass nach der Währungsreform der Großmarktbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, ab 1960 im gesamten Hallenbereich. Die bereits 1985 begonnenen Überlegungen zu einer Verlagerung des Frankfurter Großmarktes endeten mit einem Verkauf des Marktgeländes an der Sonnemannstraße an die Europäische Zentralbank, die Ende 2003 von ihm Besitz ergreifen wird.

Bestandsumfang und -inhalt: Unterlagen zur Großmarkthalle und den Kleinmarkthallen in der Hasengasse und in Höchst, zur Bauunterhaltung, Gleisanschlüsse u. a. 5,5 Rm.
Findmittel: Rep. 880.
Literaturhinweise: Bachmann, Walter: Frankfurter Großmarkthalle. Geschichte des Frankfurter Obst- und Gemüsegroßmarktes sowie die Betrachtungen über Standort, Organisation und Sanierung, Frankfurt 2001.

Diese Bestandsgruppe umfasst nur Archive von ab 1928 eingemeindeten Orten mit recht unterschiedlicher Menge und Dichte in der Schriftgutüberlieferung. Die Bestände der vorher zu Frankfurt gekommenen Gemeinden sind bis auf Splitter verbrannt, die durch eine provisorische Findliste erschlossen sind, die u. a. Nachgänge von Archivalien von bereits verzeichneten Gemeindebeständen und eine Ablieferung von Doubletten von solms-rödelheimischen Amtsbüchern des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt (Akzession II/5-1993) enthält. Bei Recherchen hilft auch die mit Betreffen in auswärtigen Archiven angereicherte Pertinenzkartei mit einem Schwerpunkt auf den Unterlagen zu den ehemals hanauischen Gemeinden weiter bzw. die Nachforschung in den für die Zeit vor der Eingemeindung zuständigen Staatsarchiven Darmstadt, Marburg, Wiesbaden und Würzburg. Zu verweisen ist auch auf den Bestand Grundbücher. Die Bestände aus 1928 eingemeindeten westlichen Stadteilen Griesheim, Höchst, Nied, Schwanheim, Sindlingen, Sossenheim, Unterliederbach und Zeilsheim enthalten teilweise auch Akten der Bezirksverwaltung Höchst nach 1928 und die nach der Eingemeindung an Frankfurt abgegebenen Akten mit Ortsbetreffen des Main-Taunus-Kreises, ebenso wie die von Fechenheim des Landkreises Hanau. Diese Bestände sind allesamt Mischbestände mit noch weiteren Provenienzen.

Die westlichen Stadtteile bzw. ehemaligen Gemeinden Griesheim, Nied, Schwanheim, Sossenheim sowie die Stadt Höchst mit den von ihr 1917 eingemeindeten Orten Sindlingen, Unterliederbach und Zeilsheim gehörten bis zur Eingemeindung nach Frankfurt zum Main-Taunus-Kreis. Die meisten von ihnen waren vor 1803 Bestandteile des Kurfürstentums Mainz und fielen durch den Reichsdeputationshauptschluss an Nassau-Usingen, 1806 mit Nassau-Weilburg zum Herzogtum Nassau vereinigt, das 1866 durch Preußen annektiert wurde. Unterliederbach gehörte als ehemals eppsteinischer Ort bis 1803 zu Hessen-Darmstadt und die Hälfte von Nied bis 1684 zu Hanau-Münzenberg. In Höchst und den umliegenden Orten ist dann ein Wandel von der Landgemeinde zum Industrieort bzw. zur Arbeiterwohngemeinde erfolgt, wobei die Industrie noch bis in die Nachkriegszeit vielgestaltiger war und nicht nur von der ehemaligen Hoechst AG bestimmt wurde. Vor dem Ersten Weltkrieg gab es in Höchst und Unterliederbach auch Möbelfabriken, Metall- und Lederindustrie. Die zur Wetterau hin gelegenen Stadtteile Harheim, Kalbach, Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach haben noch heute in ihren Ortskernen einen ländlichen Charakter. Die hier angerissenen Entwicklungen spiegeln sich im überlieferten Gemeindeschriftgut wider; in den westlichen Stadtteilen kommt dann noch Schriftgut über die französische Besatzung bis 1930 hinzu.

Bergen-Enkheim und Fechenheim waren bis zum Aussterben der Hanauer Grafen im Jahr 1739 Bestandteile der Grafschaft Hanau-Münzenberg, die dann in Personalunion mit Hessen-Kassel, von 1803-1806 und 1813-1866 Kurhessen, verbunden war. Von 1806 bis 1810 zu den von Frankreich annektierten pays reservées. Von 1810 bis 1813 gehörten Bergen-Enkheim zum Großherzogtum Hessen und Fechenheim zum Großherzogtum Frankfurt. Nach der Annexion durch Preußen gehörten Bergen-Enkheim und Fechenheim bis zu ihren Eingemeindungen 1977 und 1928 zum Landkreis Hanau.

Harheim und Kalbach gehörten bis 1803 zu Kurmainz und anschließend bis 1866 zu Nassau. Harheim fiel dann an das Großherzogtum Hessen, ab 1918 Volksstaat Hessen; darin gehörte es zum Kreisamt Friedberg, später Wetteraukreis, bis es 1972 nach Frankfurt eingemeindet wurde. Kalbach wurde preußisch, kam zum Obertaunuskreis und wurde ebenfalls 1972 eingemeindet.

Nieder-Erlenbach war seit dem Mittelalter ein Frankfurter Dorf. Es fiel 1866 wie Harheim an das Großherzogtum Hessen. Nieder-Eschbach ging 1578 nach dem Aussterben von Stolberg-Königstein an Hanau-Münzenberg über und fiel nach dem Zwischenspiel der französischen (1806-1810) und großherzoglich frankfurtischen Verwaltung (1810) im Jahr 1810 an das Großherzogtum Hessen. Beide Orte wurden 1972 eingemeindet.

Das Jahr der Eingemeindung ist in Klammern angegeben.

Bestandsname: Bergen-Enkheim
Laufzeit: 1511-1976
Bestandsumfang und -inhalt: Zusammen 53 m.
Findmittel: Rep. 876, Kartei, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Henschke, Werner: Die Schelme von Bergen in Sage, Geschichte und Dichtung, Frankfurt 1979; Martin Schäfer, Bergen-Enkheim und Umgebung, Bergen-Enkheim 1938.

Bestandsname: Fechenheim
Laufzeit: 1629-1943
Bestandsumfang und -inhalt: Enthält auch Material zur Industrialierung im 19. und 20. Jahrhundert, vornehmlich zur Chemiefabrik von Leopold Cassella & Co. 17 m.
Findmittel: Rep. 592, Kartei, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Koch, Heinz: Aus der Geschichte Fechenheims, Frankfurt 1972.

Bestandsname: Griesheim
Laufzeit: 1597-1942
Bestandsumfang und -inhalt: Enthält auch Material zur Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert, in erster Linie zur Chemischen Fabrik Griesheim (Elektron) und zum Chemikalienwerk Griesheim. 23 m.
Findmittel: Rep. 700, Kartei, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Brumm, Julius: Geschichte der Gemeinde Griesheim a. M, Griesheim a. M. 1922; Johannes Ickstadt, Griesheim in alter und neuer Zeit, Frankfurt 1981.

Bestandsname: Harheim
Laufzeit: 1654-1980
Bestandsumfang und -inhalt: Zusammen 41 m.
Findmittel: Rep. 962, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Wendler, Dagmar: Harheim. Vom Dorf am Rande der Wetterau zum Stadtteil Frankfurts, Frankfurt 1985.

Bestandsname: Höchst
Laufzeit: 1441-1970
Bestandsumfang und -inhalt: Die amtlichen als Folge der Eingemeindung übernommenen Akten werden durch ein Depositum des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Frankfurt a. M.-Höchst ergänzt, das vorwiegend aus älteren Amtsbüchern besteht. 39 m.
Findmittel: Rep. 807, Kartei, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Frischholz, Wilhelm: Alt-Höchst. Ein Heimatbuch in Wort und Bild, Frankfurt 1926; Rudolf Schäfer, Chronik von Höchst am Main, Frankfurt 1986; Metternich, Wolfgang: Die städtebauliche Entwicklung von Höchst am Main, Frankfurt 1990.

Bestandsname: Kalbach
Laufzeit: 1754-1973
Bestandsumfang und -inhalt: 20 m.
Findmittel: Rep. 635, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Wendler, Dagmar: Kalbach. Aus der Geschichte eines Dorfes am nördlichen Stadtrand Frankfurts, Frankfurt 1979.

Bestandsname: Nied
Laufzeit: 1790-1936
Bestandsumfang und -inhalt: 7 m.
Findmittel: Rep. 616, Kartei, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Vollert, Adalbert: Nied am Main. Chronik eines Frankfurter Stadtteils, Frankfurt 1998.

Bestandsname: Nieder-Erlenbach
Laufzeit: 1613-1974
Bestandsumfang und -inhalt: 17 m.
Findmittel: Rep 899, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Festschrift zur 1200-Jahr-Feier des Frankfurter Stadtteils Nieder-Erlenbach, Hainburg 1979.

Bestandsname: Nieder-Eschbach
Laufzeit: 1594-1974
Bestandsumfang und -inhalt: 49 m.
Findmittel: Rep. 951, Archivdatenbank
Literaturhinweise: 1200 Jahre Nieder-Eschbach 772-1972, Nieder-Eschbach 1972; Jean H. Rothammel, Nieder-Eschbach. Geschichte und Geschichten, Frankfurt 1991.

Bestandsname: Schwanheim
Laufzeit: 1598-1946
Bestandsumfang und -inhalt: 12 m.
Findmittel: Rep. 847, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Henrich, Josef (Hrsg.): Suenheim, Schweinheim, Schwanheim, Frankfurt 1971.

Bestandsname: Sindlingen
Laufzeit: 1696-1939
Bestandsumfang und -inhalt: 8 m.
Findmittel: Rep. 615, Kartei, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Vollert, Adalbert: Sindlingen. Ein Frankfurter Stadtteil einst und jetzt, Frankfurt 1991.

Bestandsname: Sossenheim
Laufzeit: 1615-1978
Bestandsumfang und -inhalt: 13 m.
Findmittel: Rep. 624, Kartei, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Vollert, Adalbert: Sossenheim, Aus der Geschichte eines Frankfurter Stadtteils, Frankfurt 1980.

Bestandsname: Unterliederbach
Laufzeit: 1700-1953
Bestandsumfang und -inhalt: 8 m.
Findmittel: Rep. 623, Kartei, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Frischholz, Wilhelm: Unterliederbach in vergangenen Tagen. Ein Heimatbuch, Frankfurt-Höchst 1928; Kammer, Otto: Unterliederbach. Spuren aus der Vergangenheit - Linien in die Gegenwart, Frankfurt 1977.

Bestandsname: Zeilsheim
Laufzeit: 1680-1933
Bestandsumfang und -inhalt: 8 m.
Findmittel: Rep. 618, Kartei, Archivdatenbank.
Literaturhinweise: Vollert, Adalbert: Zeilsheim. Ein Frankfurter Stadtteil in alter und neuer Zeit, Frankfurt 1983.

Bestandsname: Gemeindeakten (Bestandsreste)
Laufzeit: 1720-1953
Umfang: 5 m
Findmittel: Rep. 964, Archivdatenbank.
Hinweise zur Benutzung: Die Bestände der vor 1928 eingemeindeten Orte sind bis auf geringe Reste 1944 verbrannt. Einige Reste konnten geborgen werden. Anderes ist auf Umwegen ins Haus gelangt. Den größten Zuwachs bilden Doubletten aus dem Solms-Rödelheim-Archiv im Staatsarchiv Darmstadt, die an das ISG abgegeben worden sind. Die größte Gruppe bilden auch Akten und Amtsbücher zu Rödelheim, gefolgt von städtischen Unterlagen übergreifender Art zu den eingemeindeten Orten.

Bestandsname: Miszellen
Bestandsumfang und -inhalt: Einzelstücke ohne klar erkennbare Provenienz werden im Mischbestand Miszellen zusammengefaßt. 3 m.
Findmittel: Archivdatenbank.