3. Sammlungen


3.1. Zeitgeschehen

Sammlung Paulskirchenjubiläum (S4a): Teilnehmer der Paulskirchenstaffel brachten anlässlich der Jahrhundertfeier der Ersten Deutschen Nationalversammlung vom 16. bis 22. Mai 1948 Urkunden und Glückwünsche vieler Städte, Kreise und Sportvereine aus ganz Deutschland nach Frankfurt. Der Wiederaufbau der Paulskirche wurde deutschlandweit zu einem Symbol für einen demokratischen Neuanfang nach der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges. Der Bestand enthält 126 teils einfach, teils aufwendig gestaltete Urkunden und Urkundenköcher, auch sind Widmungen bedeutender Nachkriegspolitiker enthalten. Komplett verzeichnet in der Archivdatenbank.

Sondersammlung Einzelstücke (S4c): Sammlung von einzelnen Archivalien, die anderen Beständen nicht zugeordnet werden konnten. Der Bestand enthält neben Personalpapieren wie Zeugnissen, Belegen, Ausweisen auch städtische Urkunden jüngerer Zeit (nach 1866), Formulare, Aufkleber und Stadtwerbung. Er umfasst ca. 1.500 Nummern und ist komplett in der Archivdatenbank verzeichnet.

Sammlung Flugblätter (S4d): Die Sammlung ist chronologisch geordnet und setzt mit einzelnen amtlichen Bekanntmachungen im 19. Jahrhundert ein. Ansonsten handelt es sich bei Flugblättern aus der Zeit vor 1945 vor allem um Wahlwerbung; NS-Propagandaflugblätter finden sich auch in größerem Umfang in der Sammlung Lerch (s. Materialsammlungen S6b). Einen großen Anteil an der Sammlung haben Flugblätter zur Studentenbewegung ca. ab 1965. Vorhanden sind außerdem Flugblätter zu Hausbesetzungen in den 70er Jahren und aus jüngster Zeit zur Occupy-Bewegung. Momentan ist die Sammlung bis in das Jahr 1972 in der Archivdatenbank verzeichnet und umfasst 66 Nummern.

Sammlung Rara (S4g): Die Sammlung besteht aktuell aus 42 Nummern und beinhaltet ein buntes Sammelsurium von Materialien, die wegen ihrer Beschaffenheit (z. B. Stoff, Holz, Metall) oder ihrer Größe (z. B. Fahrscheinhefte, Plaketten) anderen Sammlungsbereichen nicht zuzuordnen sind. Die Sammlung ist vor allem für Ausstellungs- und Publikationszwecke interessant und komplett in der Archivdatenbank verzeichnet.

Chroniken (S5): Die Grundlage des Bestands bildet der bereinigte Altbestand „Chroniken“, wie in der alten Beständeübersicht von Jung, 1909, S. 185–190, aufgeführt. Der Bestand umfasst chronikalische Schriften aller Art: Annalen, Tagebücher, Erlebnisberichte, Memoiren, Denkschriften, Familienchroniken und Autobiografien. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Frühe Neuzeit, die Revolution von 1848 und das Paulskirchenparlament, Erlebnisberichte von Einwohnern Frankfurts zu beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts, die Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945 und der Wiederaufbau nach 1945. Zusätzlich sind viele Familienchroniken vorhanden. Aktuell umfasst der Bestand 650 Nummern und ist komplett in der Archivdatenbank verzeichnet.

Manuskripte (S6a): Die Sammlung „Manuskripte“ wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut und wächst kontinuierlich. Aktuell umfasst die Sammlung ca. 650 teils gedruckte, teils ungedruckte wissenschaftliche Schriften, Dissertationen, Staatsarbeiten, Redemanuskripte sowie Gutachten, die komplett in der Archivdatenbank verzeichnet sind.

Materialsammlungen (S6b): Der Bestand setzt sich aus aktuell 115 wissenschaftlichen und dokumentarischen Sammlungen unterschiedlicher Form und Herkunft zusammen. Besonders hervorzuheben sind die Kieferʼsche Wappensammlung, eine umfangreiche Quellensammlung zur Geschichte der Frankfurter Arbeiterbewegung (Materialsammlung Neuland), Sammlungen zum Zweiten Weltkrieg (Sammlung Lerch, Materialsammlung Auschwitz-Prozess), zur Studentenbewegung (Materialsammlung 68er-Bewegung) und Material zu städtischen Institutionen, wie Presse- und Informationsamt sowie das Theater am Turm (TAT). Zu den einzelnen Beständen findet sich in der Archivdatenbank eine Beständeübersicht, die nähere Informationen zum Verzeichnungsstand und zur Einsichtnahme bereithält. Bereits verzeichnete Unterlagen sind über die Archivdatenbank recherchierbar.

Plakate (S9): Mit der Sammlung von Plakaten wurde im Institut für Stadtgeschichte 1961 begonnen. In den Jahren 1980 bis 2005 erhielt das Institut dann von der Deutschen Städtereklame (DSR) je ein Exemplar aller in Frankfurt geklebten Plakate. Seitdem werden Plakate von Institutionen und Privatleuten akquiriert sowie durch Abgaben der Stadtverwaltung und Ausgliederungen aus anderen Beständen des ISG übernommen. Besonders hervorzuheben ist der umfassende Bestand an amtlichen Bekanntmachungen, wie z. B. des Senats im 19. Jahrhundert oder der amerikanischen Militärregierung nach 1945. Zusätzlich sind in großem Umfang Theaterzettel vorhanden. Deren Überlieferung setzt bereits mit dem ersten Plakat aus dem Jahr 1680 ein. Plakate von Kultureinrichtungen in Frankfurt, von Zoo und Palmengarten finden sich genauso im Bestand wie Wandzeitungen der Studentenbewegung ab 1965.

Der Bestand umfasst zurzeit 2.000 Plakate aus dem Zeitraum von 1680 bis 1960 und etwa 20.000 Plakate von 1961 bis heute. Die Plakatsammlung ist aktuell bis zum Jahrgang 1994 in der Archivdatenbank verzeichnet. Weitere wichtige Plakatbestände finden sich in der Materialsammlung Lerch speziell zum Zweiten Weltkrieg, im Bestand der Firma Mouson sowie der Aktionsgemeinschaft Westend speziell zur Thematik Häuserkampf.

Audiovisuelle Medien (S12 und S16)

Schallplatten (S12B): Im Bestand befinden sich frühe Schellackplatten aus der Zeit ab 1907 mit Aufnahmen des bekannten Frankfurter Humoristen Adam Müller. Aus der NS-Zeit in den Jahren 1933–1945 sind Schallfolien überliefert mit Aufnahmen von Reden verschiedener Nazi-Größen wie Oberbürgermeister Friedrich Krebs, Hitler bei seinem Besuch in Frankfurt 1938 sowie von Reden anlässlich der Goethepreisverleihungen der Jahre 1940 bis 1942. In der Zeit nach 1945 sind Schallplatten mit Musik und Frankfurter Mundart vorhanden, darunter auch Lesungen von Texten Friedrich Stoltzes, außerdem Schallplatten mit politischem Inhalt, aber auch das Große Frankfurter Stadtgeläute.
Der Bestand ist komplett verzeichnet in der Archivdatenbank und vollständig digitalisiert, die CDs können nach Vorbestellung über den Multimedia-PC im Lesesaal angehört werden.

Audiokassetten (S12C): Große Teile des Bestandes wurden von verschiedenen städtischen Ämtern an das Institut abgegeben, z. B. übergab das Presse- und Informationsamt seine Aufnahmen des „Fröhlichen Frankfurt-Telefons“ mit Ansagen bekannter Frankfurter wie Liesel Christ. Auch von wichtigen Ereignissen für Frankfurt entstanden Tonaufnahmen auf Kassetten, beispielsweise dem Richtfest für das AOK-Gebäude 1957, dem Richtfest für die Ostzeile auf dem Römerberg 1982, dem 400-jährigen Jubiläum der Frankfurter Börse 1985, der Verleihung des Paul-Ehrlich-Preises 1986, der Gedenkstunde zum Volkstrauertag 1986, einzelnen Römerberg-Gesprächen oder der Gedenkfeier für Oskar Schindler 1996. Außerdem gehören zahlreiche Aufnahmen von Zeitzeugengesprächen, Radiomitschnitte und Aufnahmen eigener Veranstaltungen des Institutes zum Bestand.
Der Bestand ist zurzeit in Bearbeitung. Etwa die Hälfte der Kassetten ist bereits in der Archivdatenbank verzeichnet und liegt digitalisiert vor, die CDs können nach Vorbestellung über den Multimedia-PC im Lesesaal angehört werden.

Tonbänder (S12D): Den Großteil des Bestandes von ca. 400 Bändern bilden Tonaufnahmen von städtischen Veranstaltungen. Darunter fallen Bürgerversammlungen, Magistratssitzungen, Preisverleihungen und Verabschiedungen. Der Bestand ist zurzeit in Bearbeitung. 40 Tonbänder sind aktuell digitalisiert und benutzbar, darunter verschiedene Preisverleihungen und Gedenkveranstaltungen aus den 50er und 60er Jahren sowie ein Vortrag von Prof. Otto Hahn.

Dokumentar- und Amateurfilme (S12F): 67 Rollen, meist Dokumentar- und Imagefilme: „Frankfurter Messe“ (1923), „Besuch in Frankfurt am Main“ (1936), „Flakstellung bei Hofheim i. Ts.“ (1943), „Zerstörtes Frankfurt“ (1945), „Kunststudentin Ursula“ (1960), „John F. Kennedy in Frankfurt“ (1963), „Mir Frankfurter Kulturmensche“ (1963) u. a. m.

Die Originalfilmrollen lagern als Dauerleihgabe im Archiv des Deutschen Filminstitutes in Wiesbaden, wo sie nach Terminabsprache auch am Lichttisch gesichtet werden können. Alle bereits digitalisierten Filme (aktuell ca. die Hälfte) sind in der Archivdatenbank verzeichnet, die DVDs können im Lesesaal am Multimedia-PC angesehen werden. Zu einigen Filmen gibt es Digital Betacams, die für Film- und Fernsehproduktionen auch ausgeliehen werden können.

Frankfurter Erzählcafé (S12VEC): Das „Erzählcafé“ wurde 1990 durch das Frankfurter „Institut für Sozialarbeit“ ins Leben gerufen. Seit 1996 ist es mit dem Institut für Stadtgeschichte verbunden. Das „Erzählcafé“ versteht es als seine Aufgabe, ein Forum für erinnerte Lebensgeschichte zu bieten, das Geschichtsbewusstsein durch persönliche Alltagserinnerungen zu bereichern und den Dialog zwischen den Generationen zu fördern. Die Veranstaltungen bis 2004 wurden zu einem großen Teil auf VHS-Kassetten aufgezeichnet. Aus der Zeit danach liegen teilweise Tonaufnahmen vor. Zum Bestand gehören Interviews mit Mile Braach (Schriftstellerin), Helga Einsele (Gefängnisdirektorin), Iring Fetscher (Hochschullehrer), Walter Hesselbach (Bankier), Georg Dickenberger (Maler), Heinz Ulzheimer (Sportler), Emil Carlebach (Journalist), Erich Fries (Mundartdichter), Rudi Arndt (ehemaliger OB), Hans-Joachim Burchert (Obdachloser), Ludwig von Friedeburg (Hochschullehrer), „Marita“ (Prostituierte), Ignaz Bubis (Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland), Emil Mangelsdorff (Jazz-Musiker) u. a.
Der Bestand ist aktuell in Bearbeitung, 58 Veranstaltungen sind bereits in der Archivdatenbank verzeichnet und liegen digitalisiert vor. Die CDs können nach Vorbestellung über den Multimedia-PC im Lesesaal angesehen werden.

Digitale Bild- und Tonmedien (S16): Digital entstandene Ton- und Filmaufnahmen. Aktuell umfasst der Bestand ca. 600 Medien und ist komplett verzeichnet in der Archivdatenbank. Nutzerkopien in Form von CDs und DVDs können nach Vorbestellung über den Multimedia-PC im Lesesaal eingesehen werden.

Rückblick
Die Öffnung der Archive und ein erweiterter Benutzerkreis führten im Frankfurter Stadtarchiv Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem neuen Selbstverständnis und einem Umdenken bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben. Bestand bis dahin die Hauptfunktion eines Stadtarchivs in der Verwahrung, Ordnung und Erschließung des städtischen amtlichen Schriftgutes, begann man in Frankfurt am Main in den 1930er Jahren mit dem Aufbau einer zeitgeschichtlichen Sammlung zur Überlieferung lokaler und regionaler städtischer Vorgänge und Ereignisse. Gesammelt wurden Presseartikel zu Frankfurter Themen.
Die damalige Zeitungsausschnittsammlung ging im Zweiten Weltkrieg verloren; ein Neuaufbau erfolgte seit den 1960er Jahren.

Erschließung und Nutzung
Für die Sammlung Ortsgeschichte werden die folgenden Zeitungen nach topographischen, sachbezogenen und biographischen Gesichtspunkten kontinuierlich und umfassend ausgewertet: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau und Frankfurter Neue Presse. Die Zeitungsausschnitte sind inhaltlich mit einem Schlagwort erschlossen, fortlaufend nummeriert und in mit entsprechenden Nummern gekennzeichneten Sammelmappen abgelegt. Es werden auch Kleinschriften wie Broschüren, Prospekte, Veranstaltungsprogramme, Einladungen und Flyer in der Sammlung verwahrt. Ältere Unterlagen sind zumeist Schenkungen und Abgaben von Privatpersonen, externen Institutionen und von anderen Abteilungen im Haus. Die Kennzeichnung der Dokumente (Signatur) setzt sich zusammen aus dem Bestandskürzel S3, den Großbuchstaben A bis V, die die Zuordnung zu einer Hauptsachgruppe kennzeichnen, und der fortlaufenden Nummerierung.

Die Sammlung Ortsgeschichte (S3) umfasst aktuell (2016) annähernd 31.800 Sammelmappen zu unterschiedlichen Stichworten mit Dokumentationsmaterialien insbesondere zur Stadtgeschichte, zum topographischen Stadtbild, zu Vorgängen und Ereignissen des öffentlichen Lebens und zur Kommunalpolitik. Zahlreich vorhanden sind auch Informationsunterlagen zu diesen Rubriken:
•Institutionen, Organisationen
•Vereine, Vereinigungen
•Wirtschaft und Industrie, Firmen
•Kunst und Kultur
•Bildungswesen
•Forschung und Wissenschaft
•Verkehr
•Veranstaltungen

Die Dokumentation bietet einen unkomplizierten und raschen Zugang zu stadtbezogenen Fragestellungen. Die Sammelmappen mit Stichworten sind komplett in der Archivdatenbank verzeichnet.

Die Anfang der 1960er Jahre begonnene Sammlung Personengeschichte (S2) besteht aus ca. 20.000 Mappen (Stand Januar 2016) zu Persönlichkeiten Frankfurts aus verschiedenen Epochen. Durch Neuanlagen wächst diese Sammlung permanent. Die Mappen enthalten Ausschnitte aus den bei uns ausgewerteten Tageszeitungen „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Frankfurter Rundschau“ und „Frankfurter Neue Presse“ sowie Kopien aus ergänzend ausgewerteter Literatur. Die zu den Mappen gehörenden Titelaufnahmen sind in der Archivdatenbank verzeichnet. Bei Bedarf werden die Mappen im Lesesaal zur Einsicht bereitgelegt.

Die Autographensammlung (S4b) enthält handschriftliche Einzelstücke mit Bezug zu Frankfurter Persönlichkeiten. Auch dieser Bestand wird durch Neuzugänge von Zeit zu Zeit erweitert und enthält im Moment 500 Nummern, von denen knapp 400 in der Archivdatenbank verzeichnet sind. Stücke aus dieser Sammlung können ebenfalls im Lesesaal eingesehen werden.

Bei der Sammlung Leichenpredigten (S4e) handelt es sich um 168 Nummern mit Drucken des 17. und 18. Jahrhunderts. Von Interesse sind weniger die Predigtexte als vielmehr die Würdigungen der Verstorbenen – meistens Amtsträger und Geistliche – durch ihre Zeitgenossen und die darin enthaltenen biographischen Informationen. Diese Sammlung ist komplett in der Archivdatenbank verzeichnet.

Die Sammlung Hochzeitscarmina (S4f) umfasst 28 anlässlich von Hochzeiten verfasste Gedichte, die vorwiegend im 18. Jahrhundert gedruckt wurden. Auch hier handelt es sich um Angehörige meist höhergestellter Familien, weshalb die Texte interessante Informationen zu den Familien der Brautleute liefern können. Der Bestand ist komplett in der Archivdatenbank verzeichnet.

Vorhanden ist außerdem die aus 18 Exemplaren bestehende Sammlung Ahnentafeln (S4i). Diese wurden vorwiegend im 19. und 20. Jahrhundert angefertigt. Einige unserer Nutzer haben ihre Forschungsergebnisse in dieser Form zusammengefasst und dem Institut für Stadtgeschichte geschenkt. Die Sammlung Ahnentafeln enthält keine Ahnenpässe oder Stammtafeln, die während der NS-Zeit im Zuge der sogenannten „Ariernachweise“ von Privatpersonen angefertigt wurden. Auch diese Sammlung kann komplett über die Archivdatenbank recherchiert werden.

3.3. Topographie / Karten

Geschichte
Die Anfänge der Kartensammlung reichen zurück bis in das Jahr 1755. Zu dieser Zeit wurden die Pläne und Risse von den verschiedenen Lagerstätten zusammengetragen und in Magazinräumen vereint gelagert. Während der in den Jahren 1810, 1892 und 1910 erfolgten Revisionen der Kartensammlung wurden einige Stücke dem Historischen Museum überlassen, darunter vor allem bau- oder kunstgeschichtlich interessante Karten. Neu hinzukommende Pläne wurden bis 1943 unsystematisch in die alten Findmittel nachgetragen, so dass das Kartenverzeichnis auf über 500 Nummern wuchs. Die tatsächlich vorhandene Anzahl an zugehörigen Blättern war aber weit größer und die alte Kartensammlung umfasste somit mehrere tausend Stück.
Von dieser Sammlung überstand nur etwa ein Zehntel die Bombardierung im Zweiten Weltkrieg. Der Neuaufbau erfolgte durch gezielte Ankäufe, Abgaben von Ämtern, Schenkungen und zum Teil Ergänzungen aus der Dublettensammlung des Historischen Museums.

Aufbau der heutigen Sammlung
Die Kartensammlung umfasst ca. 85.000 Blätter und versammelt Materialien zur Entwicklung der Stadt Frankfurt einschließlich der nahen Umgebung. Da die Frankfurter Bauakten vernichtet wurden, gibt es fast keine Überlieferung zu Privatbauten der Vorkriegszeit. Einen gewissen Ersatz können die ursprünglich von den Stadtwerken (ab 1998 Mainova AG) verwalteten Bewässerungspläne bieten, die 2001 vom Institut für Stadtgeschichte übernommen wurden und sich in der Abteilung Städtisches Archiv befinden. Die Kartensammlung speist sich heute aus den Abgaben der städtischen Grün-, Bau- und Planungsämter sowie des Stadtvermessungsamts. Zukäufe und Schenkungen füllen Lücken im Bereich der älteren Überlieferung.

Wichtige Bestandteile der Kartensammlung sind:

1. Stadtpläne (Laufzeit 1550–heute): Die ersten Stadtpläne waren Ansichten aus der Vogelschau, vorzugsweise aus Südwesten gesehen. Bis 1855 konzentrieren sich die Stadtpläne auf die Darstellung des Gebietes der heutigen Innenstadt bis zum Anlagenring. Das Darstellungsgebiet erweiterte sich langsam mit der Bebauungsentwicklung und den Eingemeindungen ab 1877.
2. Stadtgrundkarten 1:2000 (1892–heute): Anfänglich das Gebiet der Stadtgemarkung einschließlich Bockenheim und Bornheim abbildend, vergrößerte sich die Darstellung mit jeder Erweiterung des Stadtgebietes.
3. Pläne des Hochbauamtes (Laufzeit ca. 1880–1990): Pläne von städtischen oder von der Stadt Frankfurt verwalteten Gebäuden (Schulen, Kindergärten, Verwaltungsgebäude, Kirchen, Schwimmbäder, Schlachthof).
4. Archiv der Frankfurter Baufirma Philipp Holzmann AG: Pläne der von dieser Firma gebauten Objekte, aber auch Entwürfe und Beteiligungen an Wettbewerben.
5. Archiv der Immobilienfirma Dröll und Scheuermann (1870 unter dem Namen Israel Schmidt & Söhne gegründet): Gebäudepläne der von der Firma vermittelten Bauten (in der Regel Grundrisse).

Benutzung
Der Kartenbestand ist zum Teil durch unsere Archivdatenbank, andernfalls durch Abgabelisten und Übersichtsblätter zugänglich. Die Einsichtnahme von Karten erfolgt nach vorheriger Terminabsprache und ist aufgrund der Formate nicht im Lesesaal möglich.

Eine Postkartensammlung und eine Leporellosammlung existieren seit den 1960er Jahren im Institut für Stadtgeschichte. Beide Sammlungen bestehen derzeit aus über 25.000 Postkarten und ca. 180 Leporellos (Falthefte). Die Bestände werden regelmäßig durch Ankäufe vonseiten des Instituts, durch Schenkungen, insbesondere von privaten Sammlern, und auch durch Nachlassabgaben erweitert.

(Ansichts-)Postkarten waren und sind eine Art amtlicher Briefsendung. Sie können als schriftlich illustrierte Korrespondenz, als Andenken und als historische Bilddokumente genutzt und gesammelt werden. Die ersten Postkarten wurden in Österreich 1869 als sogenannte Korrespondenzkarten bezeichnet und als offen lesbare Mitteilungen verschickt. Seit 1871 werden „Ansichtspostkarten“ verkauft.
Als „älteste“ Postkarte in unserer Sammlung wird eine gezeichnete Motivkarte (Gruss aus Frankfurt, 1878) angesehen, mit dem Main im Vordergrund und einem stilisierten Städtebild im Hintergrund. Ansichtspostkarten sind mit unterschiedlichen Druckverfahren und Techniken hergestellt worden: bis 1894 einfarbige Lithographien; 1895 bis 1906 mehrfarbige Chromlithographien; 1914 bis 1965 schwarz-weiß Echtfotokarten; ab 1970 farbige Echtfotokarten.

Die Sammlung enthält vor allem Abbildungen „über die Stadt mit Tradition, die in die Moderne aufgebrochen war“ (Mayer-Wegelin). Diese zum Teil vor und im Ersten wie auch zwischen den beiden Weltkriegen hergestellten Ansichtspostkarten zeigen als beliebteste Motive neben mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten (Dom, Römer, bestimmte Häuser in der Altstadt) beispielsweise das Goethehaus, Mainansichten, Brücken, die Börse, die Paulskirche und „Neubauten“ (Oper, Hauptbahnhof, Palmengarten und Zoo etc.). Heute werden die Hochhäuser im „Bankenviertel“, die moderne „Skyline“ Frankfurts, der Römer, die Museen am Mainufer etc. als typische Abbildungen angesehen. Auch Motiv-Postkarten (Grußkarten aus Frankfurt, Sammelaufnahmen) gehören zu den gewünschten Sammelobjekten.

Die Postkartensammlung ist chronologisch in zwei Rubriken unterteilt, und zwar in Postkarten vor 1945 und solche nach 1945; weiterhin erfolgt eine Trennung zwischen kolorierten und Schwarz-Weiß-Postkarten-. In beiden Rubriken finden sich noch mehrere Unterteilungen in Bereiche wie Altstadt, Innenstadt, Bahnhofsviertel, Stadtteile (Häuser und Straßenzüge), Warten / Tore, Kirchen, Schulen, Gaststätten, Firmen, Zeitgeschehen, Sammelaufnahmen (Grußkarten aus Frankfurt) und weitere Differenzierungen, z. B. Hochformat farbig, Querformat farbig und schwarz-weiß. Der gesamte Postkartenbestand wird nach den Kriterien der allgemeinen Fotoverzeichnung nach und nach in die Archivdatenbank aufgenommen, ein Großteil der Sammlung ist allerdings noch unverzeichnet.

Leporellos, gefaltete Bilderreihen, sind in der Frankfurter Sammlung in unterschiedlichen Einbänden, Druckarten, Bilderzahlen, Formaten und Farbvariationen vorhanden. Zwischen 1880 und 1890 erlebten Leporello-Alben eine Blütezeit. In Frankfurt am Main sind sie Touristen als preisgünstige Souvenirs, als „Erinnerung an die Stadt Frankfurt“ angeboten worden. Die Leporellosammlung verfügt über einen Teil dieser historischen Alben, so zum Beispiel: Leporellos mit festen Einbänden und Aufschriften wie „Album von Frankfurt“, „Neuestes Album von Frankfurt“, „Souvenir von Frankfurt“ etc.; sie enthalten wechselnde Gesamtansichten von Frankfurt am Main (mit 12 bis 42 Abbildungen). Die Motivauswahl ist vergleichbar mit der von Postkarten.

Anlässlich besonderer Ereignisse in der Stadt (Turnfest 1880; Schützenfest 1912) und Ausstellungen (Patent- und Musterschutz-Ausstellung 1881; Rosen-Ausstellung 1897) sind an normale Leporello-Ausgaben mit Stadtansichten entsprechende spezielle Leporellos – auch zu Werbezwecken – angehängt worden. In der Sammlung sind diese unter „Feste und Jubiläen“ verzeichnet, wie es auch für „Goethe“ eine eigene Rubrik gibt. Entsprechend der Vielzahl dieser „alten“ historischen Leporellos bei einem relativ kleinen Bestand erfolgt bei den Leporellos eine Bestandsgliederung in Dekaden beginnend mit dem Jahr 1880; ab 1950 ist der Bestand topographisch geordnet. Die Leporellos sind momentan noch nicht in der Archivdatenbank abrufbar, bei Fragen zum Bestand genauso wie zum Postkartenbestand wenden Sie sich bitte telefonisch bzw. per E-Mail an das Institut.

3.4. Nachlässe / Deposita

Frankfurt spielt für die Geschichte des Jazz in Deutschland eine wichtige Rolle. Viele international bekannte Musiker des Jazz sind in dieser Stadt geboren, lebten hier oder traten gemeinsam mit Frankfurter Musikern in Bands auf. Von Frankfurt als Sitz des US-Hauptquartiers gingen vor allem in der Nachkriegszeit wertvolle Impulse für die Entwicklung dieser in der NS-Zeit verfemten Musikrichtung aus. Hier konnten Kontakte mit den im Jazz versierten Musikern der US-Army geknüpft werden und der neue Musikstil in gemeinsamen Jamsessions geschult werden. Mit dem Namen Frankfurt sind außerdem herausragende Veranstaltungen des Jazz verknüpft wie das Deutsche Jazzfestival, das erstmals 1953 in Frankfurt am Main stattfand, und die jährlich wiederholte Reihe „Jazz im Palmengarten“.
Das Institut für Stadtgeschichte hat sich zur Aufgabe gesetzt, dieser für die Historie wichtigen Musikrichtung eine eigene Sammlung zu widmen.
Mit der Übernahme des Nachlasses Albert Mangelsdorff wurde daher im Jahr 2009 ein „Jazzarchiv“ gegründet. Albert Mangelsdorff (1928–2005, Jazzmusiker, Posaunist) gilt als einer der hervorragendsten Musiker seines Genres. Sein Markenzeichen war die Erzeugung von Mehrstimmigkeit auf der Posaune, einer Technik, die er zur Höchstleistung entwickelte und mit der er Maßstäbe für die folgenden Musikergenerationen setzte.
Der Nachlass Albert Mangelsdorff bildet den Schwerpunkt des Jazzarchivs. Darin befinden sich neben Tonaufnahmen verschiedenster Art auch zahlreiche handschriftliche Notenbände, Fotografien, Plakate, Schriftwechsel usw. Einen wesentlichen Bestandteil bilden seine Musikinstrumente. Darunter befindet sich auch das Modell King 3B, die legendäre Posaune, mit der Mangelsdorff bis zuletzt auftrat.

Mit etwa 40 Regalmetern Umfang dokumentiert der Bestand nicht nur Leben und Werk des Musikers, er steht auch für ein Stück deutscher und Frankfurter Jazzgeschichte.

In den folgenden Jahren konnte das Institut weitere Nachlässe aus dem Bereich des „Jazz“ erwerben. Dazu gehören die Unterlagen von:

Wolfgang Böhm (1928-2009. Pächter des „Jazzhauses“). Umfang: 0,1 Rm. Enthält: Fotografien, Presseartikel u.ä.

Willi Geipel (1929-2011. Mitbegründer und langjähriger Betreiber des Frankfurter „Jazzkellers“). Umfang: 0,2 Rm. Enthält v.a.: Presseartikel, Texte, Fotos, Videos.

Horst Lippmann (1927-1997. Jazz-Musiker. Mitinhaber der Konzertagentur Lippmann & Rau, Betreiber des Plattenlabels L+R, Gründer des Deutschen Jazzfestivals). Umfang: 1 Rm. Enthält v.a: Programmhefte, Presseartikel, vereinzelter Schriftwechsel, Fotografien, Schallplatten.

Nachlässe sind lebendige Quellen zur Erforschung der Personen- und Alltagsgeschichte.
Das Institut für Stadtgeschichte verwahrt zurzeit etwa 500 schriftliche Nachlässe. Dabei handelt es sich um Unterlagen von Kommunalpolitikern, Künstlern, Journalisten, Schauspielern, Vereinsfunktionären, Wissenschaftlern und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Besonders zu erwähnen sind hierbei die Nachlässe der ehemaligen Frankfurter Oberbürgermeister, des Abgeordneten der Nationalversammlung von 1919 Max Quarck oder des „Altstadtvaters“ Fried Lübbecke, ebenso die kaiserlichen Prachtdiplome der Bankiersfamilie von Rothschild. Es finden sich auch die Nachlässe der Schauspielerin Lia Wöhr, des Objektkünstlers der „ZERO-Bewegung“ Hermann Goepfert und nicht zuletzt der private Nachlass des Nobelpreisträgers Otto Hahn in der Sammlung.

Der Umfang der jeweiligen Einzelbestände variiert von einer Mappe mit wenigen Seiten bis hin zu mehreren Regalmetern. Die darin enthaltenen Unterlagen wie Tagebücher, Korrespondenzen, persönliche Aufzeichnungen, Fotografien u. v. m. können das Leben und Werk eines Menschen umfassend und vielfältig dokumentieren.
Indem wir diese Dokumente sammeln, ordnen, aufbewahren und unter Wahrung von Schutzfristen der Forschung zugänglich machen, ist es unser Anliegen, das Andenken an historisch bedeutsame Personen dauerhaft zu wahren.
Es sind aber nicht nur die Nachlässe von bedeutenden Persönlichkeiten, die für ein Archiv von Interesse sind. Auch die Unterlagen eines Stadtgärtners, Taxifahrers, Verkäufers, Pendlers des öffentlichen Nahverkehrs u. v. m., die ein Berufsbild dokumentieren oder das Leben in der Stadt Frankfurt widerspiegeln, können für die Alltagsgeschichte wichtige Zeugnisse sein. Nachlässe stellen daher einen wertvollen Teil der Sammlungen des Instituts für Stadtgeschichte dar.

Hier finden Sie eine Auflistung aller Nachlässe (PDF). Nähere Informationen zu den Beständen erhalten Sie, wenn Sie auf unserer Archivdatenbank die „Beständegliederung“ (siehe „Listen“) anklicken und dann „Dokumentation und Sammlungen“, darunter „Nachlässe“ öffnen.

3.5. Fotos

Die Fotosammlung des Instituts für Stadtgeschichte dürfte eine der größten in Hessen sein. Aufgebaut wurde sie seit 1962 von Prof. Wolfgang Klötzer, dem späteren Leiter des damaligen Stadtarchivs. Die Sammlung wird seither kontinuierlich erweitert sowie neuen Motivwünschen und fotografischen Techniken angepasst. Sie ist von Bedeutung für Dienststellen der Stadtverwaltung unterschiedlichster Aufgaben (Stadtplanung, Denkmalpflege, Öffentlichkeitsarbeit usw.) sowie für Projekte des eigenen Hauses. Die starke Nutzung durch in- und ausländische Kultureinrichtungen, Medien, Architekturbüros, Agenturen, Firmen, Vereinigungen und Privatpersonen stellt eine wichtige Dienstleistung des Instituts für Stadtgeschichte im Rahmen der öffentlichen Verwaltung dar.

Die Sammlung ruht auf vier Säulen. In den ersten drei befinden sich Aufnahmen verschiedener Fotografen, Ämter sowie Privatpersonen: 1. Topografie (Gebäude, Straßen, Plätze), 2. Ereignisse (s. Bestand Zeitbilder), 3. Personen (s. Bestand Porträtsammlung). Besonders häufig vertreten sind folgende Lichtbildner: I. Bertram, R. und T. Dabrowski, U. Dettmar, U. Edelmann, G. Englert, C. F. Fay, M. Göllner, E. Hase, C. Hertel, J. Hofmann, S. Jäger, A. und B. Jaenicke, W. Kamberg, W. Keim, U. Klaiber, L. Kleinhans, C. F. Mylius, H. Rempfer, H. Reeck, U. Seitz-Gray, M. Tripp, R. Vack, W. Walzer, C. Weiss, W. Woscidlo und andere.

Die Zunahme der fotografischen Nachlässe, „Vorlässe“ und Sondersammlungen als die vierte Säule hat dazu beigetragen, dass die Fotosammlung innerhalb der letzten 25 Jahre von 300.000 auf rund 2 Millionen Motive angewachsen ist. Zu den seinerzeit vorhandenen (G. Vömel, Wolff & Tritschler, W. Klar, A. Ehrhardt, R. Emanuel etc.) kamen weitere Nachlässe (C. Knabenschuh, H. Joppen, H. Schuchmann), Vorlässe (F. Kochmann, K. Weiner, K. Meier-Ude, G. Kumpfmüller, P. Welzel u. a. m.) und Sondersammlungen (Stadt-/Landesbildstelle, Frankfurter Rundschau, M. Eggert, G. Hildebrand, M. Eggert, weitere Bilderalben und Diasammlungen usw).

Der ältere Bildbestand, wie er bei Einführung der Archivdatenbank „Faust“ (1998) im Hause war, ist nach wie vor selbstindizierend aufgestellt: topografisch nach Ortsteilen, chronologisch nach Ereignissen, alphabetisch nach Personen. Neuzugänge der Sammlungsteile 1 bis 3 werden seither nicht mehr thematisch eingearbeitet, sondern in der Reihenfolge ihres Zugangs aufgestellt. Damit verbunden ist die Notwendigkeit, die Fotos möglichst zeitnah inhaltlich zu erfassen und zu digitalisieren. Auch der Altbestand und die Sondersammlungen werden sukzessive digitalisiert, sofern dies rechtlich zulässig ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass allein die Identifizierung und Erfassung der Bildinhalte im Schnitt 15 Minuten dauert und die damit befassten Mitarbeiter weitere Sammlungsteile betreuen, Benutzer beraten, schriftliche sowie telefonische Anfragen beantworten, sich um den Erwerb neuer Fotos kümmern sowie anderen Abteilungen des Hauses bei der Bildrecherche unterstützen.

Die insgesamt preiswerter und unkomplizierter gewordene Fotografie ermöglicht eine stärkere Steuerung der Bilddokumentation, indem gezielt Aufträge an Fotografen vergeben werden. Eine große Rolle spielen nach wie vor Abgaben von Ämtern, die ihre Tätigkeit oft eingehend dokumentiert haben; auch Schenkungen von Privatpersonen können bemerkenswerte Motive enthalten. Da jedes übernommene Bild weitere Arbeitsschritte nach sich zieht und die Bildung einer benutzbaren Überlieferung Priorität hat, ist auch bei Fotos eine Bewertung unumgänglich.

Darüber hinaus stellt sich gerade bei Bildern immer die Frage der Urheberschaft und der Nutzungsrechte. Bei der Weitergabe von Bilddateien halten wir schriftlich fest, welche Rechte an den Nutzer übertragen werden. Bei einer über das Private hinausgehenden Verwendung erheben wir in den vorgesehenen Fällen ein Entgelt. Ebenso verfahren wir bei gemeinfreien Fotos auf Grundlage des Vertragsrechts (AGB).

Die mit Fotos befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erläutern gerne telefonisch die online-Recherche in der Archivdatenbank und beraten darüber hinaus bei der Fotosuche in den unterschiedlichen Sammlungen im Institut vor Ort, da ein großer Teil der Sammlungsbestände noch nicht in der Archivdatenbank erschlossen ist. Um Wartezeiten zu vermeiden, bitten wir um eine Terminabsprache.

Die seit Anfang der 1960er Jahre angelegte Porträtsammlung (S7P) umfasst ungefähr 18.000 Fotos, zum größten Teil in analoger Form. Sie enthält Fotos von verschiedenen Personen des Frankfurter Lebens und auch Fotografien von Gemälden, die Frankfurter Personen darstellen. Auch diese Sammlung wird durch Neuzugänge ergänzt. Die Fotos sind bisher nur zu einem Teil in der Archivdatenbank ISG-Bild verzeichnet und über den dazugehörenden Personenindex erschließbar. Die Fotos werden nicht im Lesesaal bereitgestellt, können aber nach Terminabsprache eingesehen werden.

Sammlung Zeitbilder (S7Z)

Der Bestand beinhaltet Bildmaterial zu besonderen Ereignissen und Veranstaltungen sowie zum Zeitgeschehen in Frankfurt von der sagenhaften Gründung der Stadt durch Karl den Großen im Jahr 794 bis in die aktuelle Zeit. Dabei liegen für die Jahre vor 1848 überwiegend Zeichnungen und Karikaturen vor, erst nach diesem Datum finden sich auch Fotografien im Bestand. Mittlerweile wird der überwiegende Teil der neu hinzukommenden Bilder digital geliefert.
Inhaltlich liegt der Schwerpunkt der Sammlung vor 1800 auf bildlichen Darstellungen der Kaiserwahlen und -krönungen, dazu kommen Kriegsgeschehen und Katastrophen. Im 19. Jahrhundert kommen Alltagsszenen, Karikaturen zum politischen Geschehen und Bildmaterial zur Revolution von 1848 bzw. zur ersten deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche hinzu. Den größten Teil der Sammlung bildet allerdings das 20. Jahrhundert mit den beiden Weltkriegen und dem Wiederaufbau Frankfurts nach 1945. Dokumentiert werden seitdem Großveranstaltungen wie beispielweise das Wolkenkratzerfestival oder die 1200-Jahrfeier Frankfurts, Demonstrationen und Bürgerproteste, Messen, Ausstellungen, Grundsteinlegungen, Sportveranstaltungen, Volksfeste, Preisverleihungen sowie städtische Pressetermine und Empfänge.
Die Sammlung umfasst ca. 35.000 Bilder und ist vom Jahr 794 bis aktuell 1972 in der Archivdatenbank ISG-Bild verzeichnet. Neben den Texten sind dort auch Vorschaubilder in einer verkleinerten Version abrufbar. Für Fotoaufträge und Fragen zu Bildern nach 1972 wenden Sie sich bitte per Telefon oder E-Mail an das Institut.

Die Geschichte der Stadt Frankfurt ist in erheblichem Maße durch ihre Wirtschaft geprägt. Messe, Handel, Gewerbe und ein innovativer Kaufmannsstand machten die Stadt zu einem Finanz- und Handelszentrum. Auch bemerkenswerte Industrieunternehmen haben sich in Frankfurt angesiedelt oder sind Ende des 19. Jahrhunderts durch Eingemeindung der Vororte zu Frankfurter Unternehmen geworden. Die Bewahrung von Firmen- und Wirtschaftsarchiven ist daher dem Institut für Stadtgeschichte ein wichtiges Anliegen. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gelangte vermehrt Wirtschaftsschriftgut in das Institut für Stadtgeschichte. Im Zuge des Ausbaus der Abteilung Sammlungen wurde 1992 schließlich das Frankfurter Wirtschaftsarchiv eingerichtet.

Die wesentlichen Aufgaben des Wirtschaftsarchivs sind die Sicherung und Erschließung von Archiven Frankfurter Firmen und Wirtschaftsverbände, ferner die Beratung von Nutzern und Beantwortung von Anfragen aus der Öffentlichkeit. Das ISG bietet Unternehmen die kostenlose Lagerung ihrer Firmenarchive im modernen Außenmagazin an. Das Ziel einer Übernahme ist immer die spätere Nutzung durch die interessierte Öffentlichkeit, Wissenschaft und Forschung. Die Bestände werden als Schenkung oder als Dauerleihgabe (Depositum) übergeben. Im letzteren Fall bleibt das Unternehmen Eigentümer des Archivs. Das hat zur Folge, dass Benutzerinnen und Benutzer in manchen Fällen vor der Einsichtnahme von uns um eine Einverständniserklärung der Eigentümer gebeten werden.

Das Frankfurter Wirtschaftsarchiv zählt z. Zt. rund 200 Bestände zu Firmen und Wirtschaftsverbänden. Die Aussagekraft kann sehr unterschiedlich sein. Manche Bestände bestehen nur aus einer Mappe oder dokumentieren Teilaspekte einer Unternehmensgeschichte, andere sind so umfangreich, dass sie bereits Material für mehrere Dissertationen liefern konnten. Der größte Bestand ist mit rund 300 Regalmetern das Familien- und Bankarchiv Bethmann, gefolgt von dem rund 220 Regalmeter umfassenden Archiv des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V., früher: Verband Deutscher Elektrotechniker.

Ebenso umfangreich ist mit rund 200 Regalmetern das Archiv des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, das Schriftgut zur deutschen Buch- und Verlagsgeschichte ab 1948 enthält. Zu den Institutsbeständen zählen auch Firmenarchive, wie z. B. das der BHF-Bank, bestehend aus Unterlagen der Berliner Handelsgesellschaft und der Frankfurter Bank, der Polytechnischen Gesellschaft mit Unterlagen der Frankfurter Sparkasse, der Parfümfabrik J. G. Mouson & Co., der Messgerätefabrik Hartmann und Braun AG, der Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer AG oder des Bauunternehmens Philipp Holzmann AG. Daneben bestehen Spezialsammlungen für Firmenbriefköpfe, Werbeprospekte und Werbemarken, Etiketten, Wertpapiere, Papier- bzw. Notgeld und Visitenkarten.

Geschäftsschriftgut und Material zur Firmen- und Wirtschaftsgeschichte findet sich auch in anderen Abteilungen und Sammlungen des Instituts für Stadtgeschichte, so z. B. das Archiv der Firma Fries & Sohn unter den Nachlässen, die Plansammlung der Philipp Holzmann AG oder Architektenpläne der Immobilienfirma Dröll und Scheuermann in der Karten- und Plansammlung. Die ältesten privaten Geschäftsbücher zählen zum Alten Archiv des Instituts für Stadtgeschichte. Diese stammen aus den Jahren 1492 bis 1494. Es sind Überreste aus einem Rechtsstreit zwischen Familienmitgliedern der Handelsgesellschaft Blum, die bis 1497 existierte und ihren Sitz im Haus zum Lämmchen hatte. Ebenso sind Archive einiger städtischer Gesellschaften vorhanden

Zu jedem Bestand findet sich in der Archivdatenbank eine Beständeübersicht, die nähere Informationen zur Geschichte der jeweiligen Firma bzw. des Verbandes, aber auch Informationen zur Einsichtnahme bereithält. Die verzeichneten Unterlagen sind über die Datenbank recherchierbar und im Normalfall auch in den Lesesaal bestellbar. Falls Sie einen Hinweis auf ein Depositum mit eingeschränkter Einsichtnahme, die einer Genehmigung bedarf, sehen, wenden Sie sich bitte vor der Bestellung telefonisch bzw. per E-Mail an das Institut. Bei unverpackten und ungeordneten Beständen ist eine Benutzung ebenfalls nur nach Absprache mit dem zuständigen Sachbearbeiter möglich.

Hier finden Sie eine Auflistung aller Wirtschaftsarchive (PDF). Nähere Informationen zu den Beständen erhalten Sie, wenn Sie auf unserer Archivdatenbank die „Beständegliederung“ (siehe „Listen“) anklicken und dann „Dokumentation und Sammlungen“, darunter „Wirtschaftsarchiv“ öffnen.

Um auch die Bereiche abzudecken, in denen sich Menschen politisch, kulturell oder sozial engagieren, und die städtische Überlieferung zu ergänzen, akquiriert das Institut für Stadtgeschichte Archive von Frankfurter Vereinen und Vereinigungen. Seit jeher kommt den Vereinen und privaten Initiativen in der Stadt Frankfurt eine große Bedeutung zu, was sich u. a. daran erkennen lässt, dass die Dokumentation einiger Bestände bis zum Anfang bzw. der Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreicht.

Wir besitzen Unterlagen zu:
Kultur- und Bildungsvereinen
Musik- und Gesangvereinen
Turn-, Sport- und Wandervereinen
Wohlfahrtsverbänden und -vereinen sowie sozialen Einrichtungen
Wissenschaftlichen Vereinen und Gesellschaften Gesellschaftsvereinen
Kleingarten- und Kleintierzüchtervereinen
Mieter- und Siedlervereinen
Religionsgemeinschaften und religiösen Vereinen

Zum Sachgebiet gehören neben den oben angeführten Vereinsarchiven auch Archive von Stiftungen, Parteien, Bürgerinitiativen und sozialen Einrichtungen. Dabei enthalten die Bestände nicht nur klassische Akten, sondern auch Fotografien, Plakate, Pläne, audiovisuelle Aufzeichnungen, Plaketten und vieles mehr. Zurzeit (Stand Mai 2017) befinden sich über 180 Vereinsarchive sowie eine Sammlung von über 450 Einzelstücken (Satzungen, Urkunden, Informationsflyer, Mitgliedsausweise, Programme etc.; Signatur "VS") in den Beständen des Instituts für Stadtgeschichte.

Zu jedem Bestand findet sich in der Archivdatenbank eine Beständeübersicht, die nähere Informationen zur Geschichte der Vereinigung, aber auch Informationen zur Einsichtnahme bereithält. Die verzeichneten Unterlagen sind über die Datenbank recherchierbar und im Normalfall auch in den Lesesaal bestellbar. Falls Sie einen Hinweis auf ein Depositum mit eingeschränkter Einsichtnahme, die einer Genehmigung bedarf, sehen, wenden Sie sich bitte vor der Bestellung telefonisch bzw. per E-Mail an das Institut. Bei unverpackten und ungeordneten Beständen ist eine Benutzung ebenfalls nur nach Absprache mit dem zuständigen Sachbearbeiter möglich. Zu beachten ist, dass Berufsverbände und wirtschaftliche Vereinigungen heute dem Bereich „Wirtschaftsarchiv“ zugeordnet werden, so zum Beispiel der Berufsverband Bildender Künstler und der Verband Deutscher Elektrotechniker.

Hier finden Sie eine Auflistung aller Bestände des Sachgebiets Vereinsarchive (PDF). Nähere Informationen zu den Beständen erhalten Sie, wenn Sie auf unserer Archivdatenbank die „Beständegliederung“ (siehe „Listen“) anklicken und dann „Dokumentation und Sammlungen“, darunter „Vereinsarchive“ öffnen.

3.8. Fotostelle / Sicherungsverfilmung