Zeittafel zur Frankfurter Geschichte

5500-5250 v.Chr. Menschen der mittleren Bandkeramischen Kultur siedeln in Nieder-Eschbach.

3000 v.Chr. Seit dem Jungneolithikum suchen Menschen den Frankfurter Domhügel auf.

83 n.Chr. Unter Kaiser Domitian entstehen in römischer Zeit auf dem Domhügel eine Siedlung und eine militärische Nachschubbasis für das Römerkastell Nida (bei Heddernheim).

um 260 Alemannen überfallen und besetzen die Siedlung am Main.
nach

nach 531 Die Franken lösen die Alemannen in der Herrschaft über das Untermaingebiet ab. Auf dem Domhügel entsteht ein fränkischer Königshof.

794 Unter Karl dem Großen wird Franconofurd erstmals urkundlich erwähnt.

815-822 Ludwig der Fromme läßt auf dem Domhügel eine repräsentative Pfalzanlage errichten.

852 Die Pfalzkapelle (St. Salvator, später St. Bartholomäus) wird als Vorläuferbau des
heutigen Doms geweiht. Frankfurt ist neben Regensburg der Hauptsitz des
ostfränkisches Reichs.

um 1140 Nach Verfall der alten Pfalz wird am Rande des Domhügels eine neue königliche Burganlage, der Saalhof, errichtet. Auf dem ehemaligen Pfalzgelände siedeln sich Kaufleute und Handwerker an.

1147 Erste sicher bezeugte Königswahl in Frankfurt.

um 1150 Erste Erwähnung der Frankfurter Messe (Herbstmesse).

1219 Friedrich II. schenkt den Frankfurtern, die in diesem Zusammenhang erstmals als Bürger bezeichnet werden, einen Platz zur Errichtung einer Kapelle
(Leonhardskirche).

1220 Friedrich II. hebt die hofrechtliche Vogtei in Frankfurt auf. An die Stelle des Vogts tritt der kaiserliche Stadtschultheiß.

1222 Erste Erwähnung einer steinernen Brücke über den Main.

1240 Friedrich II. verspricht den Gästen der Frankfurter Messe königlichen Schutz für Hin-und Rückreise.

1241 Die Frankfurter Judengemeinde geht in einem Pogrom unter. Erst um 1255 siedeln sich erneut Juden in der Stadt an. Ein Steuerverzeichnis weist Frankfurt als die wirtschaftlich bedeutendste Königsstadt im deutschen Reich aus.

1254 Im Interregnum tritt Frankfurt dem Rheinischen Städtebund bei, dessen Mitglieder einen allgemeinen Landfrieden schließen.

1266 Neben dem vom König bestellten Schultheißen werden in den Urkunden erstmals
Ratsherren als Vertreter der Bürgerschaft genannt

1297 Schultheiß, Schöffen, Rat und Bürger zeichnen eine Auswahl von Frankfurter Rechten und Freiheiten auf (sog. Erstes Stadtrecht).

1311 Erste Erwähnung von zwei aus dem Rat gewählten Bürgermeistern, die schrittweise die Funktionen des Schultheißen übernehmen.

1320 Mit der Einführung einer festen Stadtsteuer entsteht in Frankfurt eine städtische
Steuerverwaltung.

1329/30 Die Frankfurter Bürger erhalten im ganzen Reich Zollfreiheit. Außerdem erlaubt Kaiser Ludwig der Baier der Stadt, eine zweite Messe abzuhalten (Fasten- bzw.
Frühjahrsmesse).

1333 Kaiser Ludwig gestattet die Erweiterung der Stadt. Die Neustadt wird durch eine neue Stadtmauer und eine Landwehr gesichert. Die alte Befestigung (Staufenmauer) wird nach und nach geschleift.

1349 Die Frankfurter Judengemeinde geht in einem Pogrom ein zweites Mal unter. Erst 1360 kommt es zu einer Wiederansiedlung.

1356 Mit der Goldenen Bulle Kaiser Karls IV. wird Frankfurt endgültig zur Stätte der deutschen Königswahl bestimmt.

1366 Ein Aufstand der Zünfte gegen die patrizische Ratsoligarchie wird niedergeschlagen.

1372 Mit Übernahme der Reichspfandschaft über das Schultheißenamt, den Reichswald und die halbe Judensteuer festigt die Stadt ihre Stellung gegenüber dem König.

1389 Die Beteiligung Frankfurts am Krieg des Rheinischen Städtebunds endet mit der
Niederlage bei Kronberg.

1405 Erwerb der Häuser Zum Römer und Zum Schwan durch den Rat und Umbau zum
Rathaus.

1418 König Sigmund richtet in Frankfurt eine Reichsmünze ein.

1462 Die Frankfurter Juden werden auf kaiserlichen Befehl in ein Ghetto am Rande der Stadt, die Judengasse, umgesiedelt.

1478 Auf der Frankfurter Messe sind erstmals auch Buchhändler vertreten.

1500 Frankfurt hat etwa 10.000 Einwohner.

1509 In der Frankfurter Reformation wird das Frankfurter Recht auf der Basis des Römischen Rechts erstmals systematisch kodifiziert.

1519/20 Berufung des Lutheranhängers Wilhelm Nesen zum ersten Lehrer an der
neugegründeten städtischen Lateinschule.

1522/24 Erste reformatorische Predigten in Frankfurt.

1525 Auf dem Höhepunkt des Bauernkrieges entladen sich aufgestaute religiöse, soziale und politische Spannungen in einem Aufstand der städtischen Unterschichten. Die Aufständischen unter Führung der Zünfte fassen ihre Beschwerden in den 46 Frankfurter Artikeln zusammen.

seit 1530 Frankfurt entwickelt sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem Zentrum des Buchdrucks und Buchhandels in Europa.

1531 Der Allgemeine Almosenkasten wird als weltliche Fürsorgeinstitution eingerichtet.

1533 Offizielle Einführung der Reformation.

1536 Frankfurt tritt dem Schmalkaldischen Bund bei.

1546/47 Der Schmalkaldische Krieg endet mit dem Sieg Kaiser Karls V. bei Mühlberg.

1548 Durch das vom Augsburger Reichstag beschlossene Interim wird Frankfurt faktisch zu einer gemischtkonfessionellen Stadt.

1552 Erfolglose Belagerung Frankfurts durch sächsische und hessische Truppen.

seit 1554 Protestantische Glaubensflüchtlinge aus den Spanischen Niederlanden und aus England lassen sich in der Stadt nieder.

1555 Der Augsburger Religionsfriede regelt die Bikonfessionalität im Reich und damit auch in Frankfurt.

1562 Seit der Wahl und Krönung Kaiser Maximilians II. gilt Frankfurt nicht mehr nur als Wahl-, sondern auch als Krönungsort.

1585 Mit der Festlegung von Wechsel- und Geldkursen durch Messebesucher entwickelt sich ein regelrechter Börsenverkehr.

1612-1614 Ein Verfassungsstreit zwischen Rat und Bürgerschaft mündet in Unruhen, in deren Verlauf auch die Judengasse geplündert wird. Durch Eingreifen des Kaisers wird der Aufstand niedergeschlagen. Der Führer der Aufständischen Vincenz Fettmilch und einige seiner Genossen werden 1616 auf dem Roßmarkt enthauptet.

1631-1635 Während des Dreißigjährigen Kriegs ziehen die Schweden durch Frankfurt. In Sachsenhausen wird eine schwedische Garnison stationiert. In der Stadt bricht die Pest aus.

1685 Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes strömen hugenottische Glaubensflüchtlinge nach Frankfurt.

1708-1732 Kaiserliche Kommissionen untersuchen im Streit zwischen der Frankfurter Bürgerschaft und dem Rat die Verfassungs- und Finanzverhältnisse der Stadt. Aufgrund kaiserlicher Resolutionen kommt es zu einer Verwaltungsreform und zur Einsetzung eines Bürgerausschusses zur Kontrolle des städtischen Finanzwesens.

1711/19 Durch zwei große Brände werden die Judengasse und große Teile der Altstadt zerstört. Als Konsequenz erläßt der Rat eine neue Bauordnung.

1742-1745 Unter Kaiser Karl VII. wird Frankfurt für kurze Zeit zur Residenzstadt.

1749 Johann Wolfgang Goethe wird in Frankfurt geboren.

1759-1763 Im Siebenjährigen Krieg wird Frankfurt von den Franzosen besetzt. Auf französische Initiative hin werden Straßenbeleuchtung, Straßenbeschilderung und
Häusernummerierung verbessert.

1763 Der Arzt Johann Christian Senckenberg stiftet sein Vermögen zur Förderung der
Medizin und verschiedener Naturwissenschaften.

1792 In Frankfurt findet letztmalig eine Kaiserkrönung statt (Franz II.). Wenig später wird die Stadt von französischen Revolutionstruppen besetzt. Weitere Besetzungen erfolgen 1796, 1800 und 1806.

1800 Frankfurt hat etwa 35.000 Einwohner.

1805 Auf Beschluß des Rats beginnt man mit der Schleifung der Befestigungen. Die
Wallanlagen werden in einen Park umgewandelt.

1806 Frankfurt wird Karl Theodor von Dalberg, dem Fürstprimas des Rheinbunds, unterstellt und 1810 zum Großherzogtum erhoben. Dalberg führt in Frankfurt eine grundlegende Justiz- und Verwaltungsreform durch.

1813 Nach der Niederlage Napoleons wird Dalberg von alliierten Truppen aus Frankfurt
vertrieben. Mit Wiedereinführung der reichsstädtischen Verfassung werden die meisten seiner Reformen zurückgenommen.

1815 Errichtung des Deutschen Bundes durch den Wiener Kongreß. Frankfurt wird Freie Stadt und zudem Sitz des Bundestags.

1816 Die reichsstädtische Verfassung wird durch die Constitutions-Ergänzungs-Acte
modifiziert.

1833 Mit dem Wachensturm wollen Studenten, Landleute und polnische Offiziere den
Bundestag stürzen und die Republik einführen. Wegen schlechter Organisation und
mangelnder Unterstützung durch das Bürgertum bricht der Aufstand innerhalb kürzester Zeit zusammen.

1836 Frankfurt schließt sich dem Deutschen Zollverein an.

1839 Mit Eröffnung der Taunusbahn nach Wiesbaden hält die Eisenbahn Einzug in Frankfurt.

1848/49 Die Deutsche Nationalversammlung tagt in der Paulskirche. Sie verabschiedet die deutschen Grundrechte und eine neue Reichsverfassung. Die Zurückweisung der
Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV. von Preußen läßt die Reformbemühungen der
Paulskirchenversammlung jedoch scheitern.

1866 Frankfurt wird von Preußen annektiert.

1867 Frankfurt hat rund 78.000 Einwohner.

1877 Mit der Eingemeindung von Bornheim beginnt die Stadterweiterung Frankfurts im 19. Jahrhundert. Weitere Eingemeindungen folgen ab 1895.

1880 Einweihung der Frankfurter Oper (Alte Oper), deren Bau weitgehend durch Spenden reicher Bürger finanziert wurde.

1888 Einweihung des Hauptbahnhofs.

1890 Frankfurt hat rund 180.000 Einwohner.

1891-1912 Unter Oberbürgermeister Franz Adickes entwickelt sich Frankfurt zu einer modernen Industrie- und Handelsstadt. Mit bedeutenden Veranstaltungen und Ausstellungen knüpft man an die alte Tradition der Messen an.

1905 Frankfurt hat rund 400.000 Einwohner.

1914 Gründung der Frankfurter Universität als bürgerliche Stiftungsuniversität.

1914-1918 Während des Ersten Weltkriegs steigt die Arbeitslosigkeit stark an. Versorgungsengpässe führen zu Hungersnöten.

1918 Die Novemberrevolution führt zur Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrats.

1925-1930 Der auf Betreiben von Oberbürgermeister Ludwig Landmann nach Frankfurt berufene Ernst May errichtet als Stadtbaurat zahlreiche neue Siedlungen und schafft so das Neue Frankfurt.

1926 Am Rebstock wird der Frankfurter Flughafen, der bereits vor dem Krieg als Landeplatz für Luftschiffe bestanden hatte, neu eingeweiht. Gründung des Vereins zum Bau einer Autobahn Hamburg-Frankfurt-Basel (HAFRABA).

1928 Durch Eingemeindung von Höchst, Nied, Griesheim, Sossenheim, Schwanheim und Fechenheim wird Frankfurt zur flächenmäßig drittgrößten Stadt Deutschlands. Die Stadt hat 548.000 Einwohner.

1933 Nach der Kommunalwahl im März erobern die Nationalsozialisten das Rathaus.
Oberbürgermeister Landmann wird aus seinem Amt vertrieben und flüchtet über Berlin
in die Niederlande, wo er 1945 stirbt.

1938 Zerstörung von Synagogen und jüdischen Einrichtungen in der Pogromnacht am 9./10. November.

1941-1944 Von Oktober 1941 an werden insgesamt 9.415 Juden aus Frankfurt deportiert und in Konzentrationslagern ermordet. Über 700 entziehen sich der Deportation durch Selbstmord.

1943/44 Innenstadt und Altstadt Frankfurts werden durch Luftangriffe fast vollständig zerstört.

1945 Am 26./29. März besetzen amerikanische Truppen die Stadt.

1946 Mit dem Beginn der Trümmerbeseitigung durch eine großangelegte Bürgeraktion setzt in der Stadt der Wiederaufbau ein.

1947 Frankfurt wird zum Sitz des vereinigten Wirtschaftsgebiets der amerikanischen,
britischen und französischen Zone. Über die hier geschaffene Bank deutscher Länder
wird ein Jahr später die Währungsreform organisiert und durchgeführt.

1948 Am 18. Mai finden in der wiederaufgebauten Paulskirche die Feiern zum 100. Jahrestag der Deutschen Nationalversammlung statt.

1949 Frankfurt und Bonn stehen als mögliche Hauptstadt der neuen Bundesrepublik
Deutschland zur Diskussion. Die Wahl fällt auf Bonn. Frankfurt und das Rhein-
Maingebiet entwickeln sich schnell zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum.
Frankfurt wird in der Folgezeit zu einem der führenden Finanzplätze Europas. Im Mai
wird auf dem Frankfurter Flughafen der zivile Luftverkehr wieder aufgenommen. Bereits 1950 werden rund 200.000 Passagiere abgefertigt.

1955 Frankfurt hat erstmals mehr als 600.000 Einwohner.

1958 Der Frankfurter Flughafen wird zum ersten Düsenverkehrsflughafen Deutschlands.

1959 startet das erste Düsenflugzeug nach New York. Die Zahl der Passagiere steigt
von 9,5 Millionen im Jahre 1970 auf 32,5 Millionen im Jahre 1993.

1968 Eröffnung der ersten U-Bahnlinie.

1972 Gründung des Frankfurter Verkehrsverbundes (FVV).

1975 Der Umlandverband Frankfurt übernimmt die Regionalplanung im Untermaingebiet.

1984 Mit der Eröffnung des Filmmuseums und des Deutschen Architekturmuseums beginnt der Ausbau des Museumsufers.

1995 Im Eurotower, dem ehemaligen BfG-Hochhaus, nimmt das Europäische
Währungsinstitut, Vorläufer der heutigen Europäischen Zentralbank, seine Arbeit auf.

1997 Seit Anfang der 1980er Jahre wird das Bild der Innenstadt zunehmend von Hochhäusern bestimmt. Der Messeturm (256 m) und der 1997 fertiggestellte Commerzbanktower (258 m) zählen zu den höchsten Bürohochhäusern Europas.

1999 Mit der ersten Stufe der Einführung des Euros rückt die Tätigkeit der Europäischen Zentralbank verstärkt ins Blickfeld.

2001 Umzug der geisteswissenschaftlichen Fachbereiche der Goethe-Universität ins IG Farben-Haus im Frankfurter Westend. In den folgenden Jahren wird der Campus Westend durch zahlreiche Neubauten erweitert.

2006 Die Commerzbank-Arena fungiert als eine der Spielstätten während der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland.

2010 Abschluss der 2006 begonnenen Sanierung des Karmeliterklosters (Sitz des Instituts für Stadtgeschichte). Abriss des Technischen Rathauses zwischen Dom und Römer.

2011 Die dritte Landebahn (Nordwest) des Frankfurter Flughafens wird offiziell in Betrieb genommen. Das Institut für Stadtgeschichte feiert sein 575-jährigen Bestehen. Japan gewinnt am 17. Juli das Finale der Fußball-Frauenweltmeisterschaft in der Commerzbank-Arena in Frankfurt.

2012 Frankfurt wächst auf über 700.000 Einwohner.

2014 Die Goethe-Universität feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. Seit 2008 fungiert sie wieder als Stiftungshochschule.

2015 Eröffnungsfeier des Neubaus der Europäischen Zentralbank unter starken Protesten.

2016 Richtfest für Frankfurts "neue" Altstadt: Anstelle des früheren Technischen Rathauses entstehen Wohn- und Geschäftsbauten als Rekonstruktionen der 1944 zerstörten Vorgängerbauten.