Ausstellungen

Das Institut für Stadtgeschichte zeigt wechselnde Ausstellungen zu stadthistorischen Themen und Werkschauen Frankfurter Künstler:innen. Eine Dauerausstellung beleuchtet die Wandmalereien Jörg Ratgebs im Karmeliterkloster.

Digitale Ausstellungseinblicke ergänzen aktuelle und frühere Ausstellungen um medialen Content. Einen Ausstellungsrückblick finden Sie in der rechten Spalte über das Auswahlfeld. Der Eintritt zu allen Ausstellungen ist frei.

Öffnungszeiten der Ausstellungen: Mo–So 11–18 Uhr

Ausstellung

Banker, Bordelle und Bohème: Stationen der Geschichte des Bahnhofsviertels

© Kaiserstraße mit Blickrichtung Hauptbahnhof um 1910 (ISG S17/550-12)

Ort: Karmeliterkloster, Dormitorium | Veranstalter: Institut für Stadtgeschichte
Kuratiert von Dr. Markus Häfner
Eintritt: frei

Das Bahnhofsviertel ist Frankfurts vielseitigster und schillerndster Stadtteil. Drogen, Prostitution, Nightlife, Gentrifizierung und Multikulti charakterisieren für viele das Viertel im 21. Jahrhundert. Doch die Historie des Stadtteils ist weitaus vielfältiger und reicht bis ins Mittelalter zurück.

Noch vor 100 Jahren galt das Bahnhofsviertel als Frankfurts modernes Vorzeigeviertel und erhielt erst Mitte des 20. Jahrhunderts den Duktus eines verrufenen Bezirks. Den Dirnen war sogar das Betreten großer Einkaufs- und Flaniermeilen untersagt. Dem 1888 eingeweihten Hauptbahnhof gingen drei kleinere Lokalbahnhöfe im Anschluss an die Gallusanlage voraus. Auf derem früheren Gleisfeld fand 1891 eine große Internationale Elektrotechnische Ausstellung statt, die der Wechselstromtechnik zum Durchbruch verhalf.

Blick in die Ausstellung "Banker, Bordelle und Bohème"
© ISG/Foto: M. Häfner

Die Gentrifizierung ist kein neues Phänomen, zeigte sich das doch Bahnhofsviertel als ständiger Ort für Immobilien- und Bodenspekulationen. Immer wieder musste die vormalige Bebauung neuen Nutzungskonzepten Platz machen. Sommerhäuser für noblere Villen, diese für Miets- oder Geschäftshäuser und diese wiederum für Hotels, Bürobauten oder Bankentürme.

Blick in die Ausstellung "Banker, Bordelle und Bohème"
© ISG/Foto: M. Häfner

Die Ausstellung bringt Frankfurtern und Touristen gleichermaßen die spannende Geschichte des Viertels näher und nimmt dabei insbesondere die historische Entwicklung und den steten Wandel im Viertel in den Blick. Die stationsweise Reise beginnt mit dem Hochgericht auf dem Galgenfeld, führt über die Planungen für das moderne Vorzeigeviertel zu seinen prägenden Bauten wie dem Schumanntheater und der Hotellerie.

Ebenso finden Pelzhandel und Rotlichtmilieu, alteingesessene Geschäfte und Bars, Drogenproblematik sowie Bankentürme und Gentrifizierung Berücksichtigung. Die Ausstellung zeigt die facettenreiche Geschichte des Quartiers in 24 Stationen. Lernen Sie die Historie des Viertels kennen, das für viele Frankfurt erst zur Metropole macht!

Ein Begleitbuch zur Ausstellung ist im Societäts-Verlag erschienen.