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Ausstellung

Bewegte Zeiten: Frankfurt in den 1960er Jahren

© Ostermarsch 1968 "5 Minuten Minuten Verkehrsruhe für Vietnam" (Foto: K. Meier-Ude, ISG S7Z1968/38)

Ausstellungsort: Karmeliterkloster

Ort: Karmeliterkloster, Dormitorium
Veranstalter: Institut für Stadtgeschichte
Kurator: Dr. Markus Häfner, Institut für Stadtgeschichte
Eintritt: frei | Begleitprogamm [PDF] | Begleitpublikation


Über die Ausstellung

Frankfurt zeigte sich in den 1960er Jahren als eine Stadt im Wandel. Wirtschaftswunder und Wiederaufbau hatten die Mainmetropole zwar in den 1950er Jahren in neuem Glanz erstrahlen lassen, doch die baulichen Herausforderungen nach Kriegsende ließen sich nicht binnen 15 Jahre meistern. So sah sich Frankfurt in den 1960er Jahren weiterhin mit Wohnungsnot und Verkehrsfragen konfrontiert. Gleichzeitig drängten die Frankfurter*innen in der gefestigten westdeutschen Demokratie auf mehr Mitbestimmung: in Bildungs- wie in Baufragen, bei Reformen, dem Umgang mit der eigenen Vergangenheit wie bei politischer Beteiligung.

Der Titel der Ausstellung steht sinnbildlich für Frankfurt in den 1960er Jahren. Die Stadt befand sich im Aufbruch, alles schien in Bewegung. Die für die Stadtbevölkerung wichtigen Themen wurden im öffentlichen Raum diskutiert: Vor Gericht standen die Täter von Auschwitz, auf den Straßen protestierten die Frankfurter*innen für die 40-Stunden-Woche und Frieden auf der Welt, gegen die Notstandsgesetze und verkrustete Strukturen an den Universitäten sowie für bessere Bildung an den Schulen und weniger Fluglärm.

Tausende füllten beim Besuch John F. Kennedys die Straßen. Die Stadtbahn bewegte als neues Verkehrsmittel die Pendlermassen ins Herz der Stadt, in Frankfurts Norden bewegten die Bagger Tonnen an Erdreich, um Raum für die Nordweststadt zu schaffen. Geplante Großbauprojekte – viele im Stil des Brutalismus – bewegten und erhitzten die Gemüter. Die boomende Wirtschaft zog Gastarbeiter*innen aus dem Süden Europas an und der Sport bewegte die Massen. Musik, Tanz und Mode manifestierten sich in einer neuen Jugendbewegung, die in „68“ kulminierte.

Die Ausstellung erläutert und visualisiert die Entwicklungen dieses bewegten Jahrzehnts und zeigt zahlreiche Objekte, Abbildungen und Filme aus den Beständen des Instituts für Stadtgeschichte. Zu sehen sind Wahlwerbung der Parteien, Papiermodelle und Erinnerungstücke an die U-Bahn-Eröffnung, Theaterprogramme, Flyer, Aufkleber und Flugblätter gegen den Vietnamkrieg und die Notstandsgesetzgebung sowie Gesellschaftsspiele, Kataloge und Produktwerbung.

An Medienstationen lässt sich das Jahrzehnt mit verschiedenen Filmausschnitten und Dokumentationen über den Kennedybesuch, den U-Bahnbau, politische und kulturelle Ereignisse auch in bewegten Bildern erleben.

An einer Lesestation finden die Besucher*innen ausgewählte Archivalien aus den Beständen des Instituts für Stadtgeschichte, um die Themen der Ausstellung selbst zu vertiefen. Über 40 Originalquellen bieten einen forschenden Einstieg in sechs Themenfelder. Sie umfassen Dokumente der Protest- und Studentenbewegung, ebenso wie Auszüge aus Schülerzeitungen und zu Alltagsfragen.

Ergänzt wird die Schau durch ein Begleitbuch, Vorträge, Führungen, Zeitzeugengespräche und Sonderveranstaltungen im Begleitprogramm sowie Online-Beiträge auf Facebook.


Derzeitige Einschränkungen

Bedingt durch die Corona-Pandemie ist die Ausstellung derzeit nur in eingeschränktem Maße zugänglich (Besucherbegrenzung). Die Medienterminals mit Filmausschnitten und die Lesestation mit Dokumenten aus den 1960er Jahren stehen derzeit leider nicht zur Verfügung.


Online-Angebote

Ergänzend zur Ausstellung gewährt die Rubrik »Online-Ausstellung« virtuelle Einblicke in verschiedene Themen. Zudem beleuchtet die Rubrik »Online-Beitrag« weiterführende Aspekte dieses bewegten Jahrzehnts.

Zusätzlich findet sich auf Facebook wöchentlich ein neuer Beitrag zur Ausstellung.